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Autor: Thomas Weyrauch / 31. Juli 2015, 12:39 Uhr

China: Navsats BeiDou-3 M1-S und M2-S im All

Die beiden chinesischen Navigationssatelliten BeiDou-3 M1-S und M2-S gelangten am 25. Juli 2015 an Bord einer chinesischen, vierstufigen Rakete des Typs Langer Marsch 3B in den Weltraum.

Quelle: bbs.9ifly.cn, beidou.gov.cn, CAST, Chinanews, Raumfahrer.net, spacechina.com, Xinhua
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Spacechina

Bild vergrößernStart mit BeiDou-3 M1-S und M2-S am 25. Juli 2015
(Bild: Spacechina)
Der Start erfolgte am 25. Juli 2015 von der Rampe Nr. 2 vom Satellitenstartzentrum Xichang (XSLC) aus um 14:29 Uhr MESZ, das ist 20:29 Uhr Ortszeit, gleichzeitig Pekinger Zeit. Die Nutzlast - die beiden Navigationssatelliten für das chinesische Satellitennavigationssystem BDS (BeiDou System / BeiDou Navigation Satellite System) alias Compass - saß dabei auf einer erst zum zweiten mal eingesetzten Oberstufe, die zum ersten Mal zwei Navigationssatelliten gleichzeitig zu befördern hatte.

Die ersten drei Stufen der Langer Marsch 3B brachten Oberstufe und Nutzlast auf eine Transferbahn mit einem der Erde nächstliegenden Bahnpunkt von rund 186 Kilometern Höhe und einem erdfernsten Bahnpunkt von rund 18.390 Kilometern über der Erde. Für das Verlassen der erreichten, rund 55 Grad gegen den Erdäquator geneigten Übergangsbahn hatte anschließend die Yuanzheng 1 (YZ-1) genannte Oberstufe (Yuanzheng bedeutet so viel wie Expedition) zu sorgen.

CCTV

Bild vergrößernOberstufe YZ-1 mit BeiDou-3 M1-S und M2-S - Illustration
(Bild: CCTV)
Die Oberstufe ist mit einem Haupttriebwerk ausgerüstet, das unsymmetrisches Dimetyhlhydrazin (UDMH) als Brennstoff und Stickstofftetroxid (N2O4) als Oxidator nutzt. Der Nominalschub des Triebwerks beträgt 6,5 Kilonewton. Die nach Angaben aus China auf eine maximale Missionsdauer von 6,5 Stunden ausgelegte Stufenkonstruktion soll (mindestens) zwei Brennphasen absolvieren können und sich auch für den Transport mehrerer Nutzlasten in unterschiedliche Orbits eignen.

Die beiden zuvor nebeneinander in Tandem-Konfiguration montierten Satelliten mit einer Startmasse von jeweils rund 1.010 Kilogramm wurden von der Oberstufe nach rund 3,5 Stunden Gesamtflugzeit in annähernd kreisförmigen Umlaufbahnen in rund 22.000 Kilometern Höhe über der Erde ausgesetzt. Die von der US-amerikanischen Weltraumüberwachung beobachtete Bahnneigung gegen den Erdäquator lag bei 55 Grad.

CCTV

Bild vergrößernBeiDou-3 M1-S und M2-S im All - Illustration
(Bild: CCTV)
Bei den beiden neuen dreiachsstabilisierten Satelliten - die zu 98% aus in China produzierten Teilen bestehen sollen - handelt es sich um unterschiedlich ausgestattete Testmodelle der dritten Beidou-Generation. Konkret sind sie für einen Einsatz auf Umlaufbahnen in mittlerer Höhe, MEO für Medium Earth Orbit gedacht. Ihren Status als experimentelle Raumfahrzeuge spiegelt das S in den Satellitenbezeichnungen M1-S und M2-S wieder (S steht für shiyan, übersetzt Test), das M signalisiert den Orbit in mittlerer Höhe. In der Animation des Satellitenaussetzens auf den Bildschirmen des chinesischen Startkontrollzentrums, die das chinesische Staatsfernsehen zeigte, waren die Satellitenbezeichnungen gut zu erkennen.

Mit der dritten Ausbaustufe und den Satelliten der dritten Generation hofft China auf eine weltweite Abdeckung ab dem Jahre 2020. Dann soll die aktive Satellitenkonstellation 35 Raumfahrzeuge umfassen. Aufgabe der jetzt gestarteten Satelliten ist es unter anderem, Verbindungen zwischen Satelliten (inter-satellite links) zu testen. Dabei will man ein neu entwickeltes Datenübertragungsprotokoll einsetzen, das die mögliche Datenrate ungefähr verdoppelt.

CAST

Bild vergrößernArbeit an BeiDou-Satellit der 3. Generation
(Bild: CAST)
An Bord der Satelliten sollen sich außerdem neue, hochgenaue Rubidium-Uhren chinesischer Konstruktion befinden. Die neuen Uhren haben nach Angaben aus China gegenüber älteren Konstruktionen Vorteile hinsichtlich geringerer Masse und Baugröße. Zu Beginn seines Navigationssatellitenprogramms hatte China noch Rubidium-Uhren des Schweizer Lieferanten Temex eingesetzt. Reverse Engineering beim Bau von Atomuhren für Navigationsnutzlasten wird China verschiedentlich unterstellt.

Zur Ausrüstung der von der chinesischen Akademie für Raumfahrttechnik (Chinese Academy of Space Technology, CAST) gebauten Satelliten gehören möglicherweise auch neue Systeme zur Lageregelung, darunter kleine 10 Newton starke Zweistofftriebwerke mit einer Masse von jeweils rund 600 Gramm. Sie sollen über die geplante Auslegungsdauer von 12 Jahren (nach alternativen Angaben von 15 Jahren) für Lageregelung sowie für Orbitanpassungen eingesetzt werden.

Der Start von BeiDou-3 M1-S und M2-S war nach Angaben aus China der 206. Einsatz einer Rakete des Typs Langer Marsch insgesamt und der 63. einer Rakete der Serie Langer Marsch 3.

BeiDou-3 M1-S ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 40.748 und als COSPAR-Objekt 2015-037A, BeiDou-3 M2-S mit der NORAD-Nr. 40.749 und als COSPAR-Objekt 2015-037B.

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