Raumfahrt Astronomie Multimedia Community
Navigation Startseite
15.11.2003 / Autor: Michael Schumacher Raumfahrt > ISS

Die Situation der Internationalen Raumstation

In den letzten Wochen und Monaten gelangte die Internationale Raumstation unter anderem durch die Veröffentlichung gefährlicher Geschehnisse an Bord in die Schlagzeilen.

"Das Bevorstehen eines ernsthaften Unglückes an Bord der Internationalen Raumstation sei vor allem auf die unzureichende Kommunikation zwischen amerikanischen und russischen Ingenieuren zurückzuführen", so Arthur Zygielbaum, ehemaliges Mitglied des Aerospace Safety Advisory Panel (ASAP) der National Aeronautics and Space Administration (NASA). Das ASAP wurde im Jahre 1967 durch den Kongress gebildet, nachdem am 27. Januar 1967 die Besatzung von Apollo 1, bestehend aus Kommandant Virgil Grissom, Seniorpilot Edward White und Pilot Roger Chaffee, bei einem Feuer in ihrer Raumkapsel bei einem Bodentest ums Leben kam. Unabhängig von einander ereigneten sich drei Vorfälle, die zu Unfällen an Bord der Internationalen Raumstation geführt hätten können und alle drei wurden mit fehlender Koordination zwischen Russen und Amerikanern in Verbindung gebracht.

"Schwachstellen an Bord der Internationalen Raumstation", so Zygielbaum weiter, "seien auf dieselbe Art und Weise beiseite geschoben worden, wie die NASA die Probleme mit dem Isolierschaum an den Space Shuttles ignoriert habe." Beim Start des Space Shuttle Columbia zur Mission Space Transportation System (STS) 107 am 16. Januar 2003 löste sich ein koffergroßes Isolierschaumstück vom External Tank (ET), beschädigte den Hitzeschild und verursachte dadurch das Auseinanderbrechen der "Columbia" beim Wiedereintritt am 01. Februar 2003. Dabei verlor die Besatzung, bestehend aus Kommandant Rick Husband, Pilot William McCool, den Missionsspezialisten David Brown, Kalpana Chawla, Michael Anderson und Laurel Clark sowie Nutzlastspezialist Ilan Ramon, ihr Leben. Laut Zygielbaum "habe die Sicherheitsmannschaft die Bedeutung des Ablösens von Isolierschaum während des Starts des Space Shuttle übersehen. Dies hätte jedoch auch jede andere Beratungsbehörde getan, da sich der Schaum bereits seit dem ersten Flug löse."

Nun zeigt sich Zygielbaum besorgt, dass sich die Tendenz des Nichtentdeckens gefährlicher Tendenzen an Bord der Internationalen Raumstation fortsetzt. An dieser Stelle ist es sinnvoll die drei oben erwähnten Vorfälle etwas genauer zu beschreiben. Fehlende Koordination bei der Zündung von Triebwerken des russischen Segmentes zur Aufrechterhaltung der richtigen Orientierung in der Erdumlaufbahn hätte die amerikanischen Gyroskope zerstören können, die zu dieser Zeit noch in Betrieb waren. Die Gyroskope sind eine Möglichkeit die Position der Internationalen Raumstation zu kontrollieren. Das Signal zur Zündung der Triebwerke eines unbemannten russischen Versorgungsraumschiffes wurde zu früh gesendet und die Gyroskope arbeiteten dieser Bewegung entgegen. Bei ihrer Arbeit gegen die Triebwerke wurden die Gyroskope an ihre Grenze gefahren und dadurch die Kontrollvorrichtung ernsthaft gefährdet. Mangelhafte Kommunikation während einer früheren Mission eines Space Shuttle zur Internationalen Raumstation resultierte darin, dass sie einen Augenblick lang außer Kontrolle abdriftete, da die Russen die Lage der Raumstation den einen Weg konfigurierten während die Amerikaner etwas anderes ausprobierten. Ein ähnlicher Irrtum bei der Verständigung führte zur Anlieferung von vier russischen Batterien, die von den amerikanischen Ingenieuren als zu gefährlich an Bord der Internationalen Raumstation angesehen wurden. Solche Batterien befinden sich in einer Reihe von militärischen Ausrüstungen, wie zum Beispiel in tragbaren Funksprechgeräten und Nachsichtgeräten. Zudem werden ähnliche Batterien bereits an Bord der Internationalen Raumstation verwendet. Die Batterien neigen dazu, Giftstoffe zu entwickeln und besitzen ein kleines Potenzial zu explodieren.

Als Gegenargument führt William Gerstenmaier, Manager des Programmbüros für die Internationale Raumstation, auf, dass es sich bei der Internationalen Raumstation um ein vielschichtiges Raumfahrzeug handelt, das in einer feindlichen Umgebung fliegt. Folglich müssen die Besatzungen, die Bodenkontrolleure und Projektingenieure eine gleich bleibende, ständige Wachsamkeit beibehalten um die Sicherheit an Bord der Internationalen Raumstation sicherzustellen, wenn sie die Erde in einer Höhe von etwa 402 Kilometern umkreist. Er betrachtet "die Internationale Raumstation nicht als tickende Zeitbombe" aber er betont, "dass es sich um eine höchstkomplizierte Maschine handele, die im Weltraum betrieben werde und die Aufmerksamkeit für Einzelheiten müsse sowohl auf russischer als auch auf amerikanischer Seite ungeheuer sein." Gerstenmaier versichert, "dass die NASA sich jeden der Vorfälle betrachtet hätte und zugegeben hätte, dass die Bodenkontrolleure versehentlich Fehler begangen hätten." Er machte jedoch auf die Komplexität zum Betreiben der Internationalen Raumstation aufmerksam und sagte, "dass die Vorfälle für alle, die in das 100 Milliarden Dollar Projekt eingebunden sind, wertvolle Erfahrungen zur Verfügung stelle. Man lerne von diesen kleinen Fehlern. Jedes Alarmsignal, das man bekomme sei eine gewaltige Gelegenheit um zu Lernen und andere zukünftige Probleme, die auftreten könnten, vorzubeugen."

Es passierte bisher zwar nichts Ernsthaftes, aber die oben aufgeführten Zwischenfälle unterstreichen die unterschiedliche Auffassung zwischen den äußerst sicherheitsbewussten Amerikanern und den, wie sie sich selbst beschreiben, etwas flexibleren Russen. Die Philosophie der Amerikaner ist es, dass sich etwas als sicher herausstellen muss, bei den Russen hingegen muss sich herausstellen, dass etwas nicht sicher ist. Die Spannungen zwischen den Auffassungen der beiden Nationen kommen zurzeit in Houston und in Moskau zur Geltung, da darüber diskutiert wird, einen Ausstieg der nur zweiköpfigen achten Stammbesatzung am 26. Februar 2004 zu genehmigen. Ein Ausstieg würde die Internationale Raumstation vorübergehend unbemannt zurücklassen. Vorhergehende Ausstiege aus der Internationalen Raumstation waren von einem dritten Besatzungsmitglied im Inneren abhängig. Die Russen stehen dem Risiko sorgenfrei gegenüber und praktizierten dies auch mit einer nur zweiköpfigen Stammbesatzung an Bord ihrer ehemaligen Raumstationen. Sie drängen auf diesen Ausstieg, um unbedeutende Arbeiten an Nutzlasten und Vorbereitungen für einen neuen Typ eines Versorgungsraumschiffes durchzuführen. Die Russen betrachten sich selbst als weniger strikt und einfallsreicher als die Amerikaner, die dazu neigen, technischen Handbüchern wortgetreu zu folgen. Das mag zwar kein Fehler sein, aber die verschiedenen Auffassungen tragen zu Verständigungsproblemen bei, die zu gefährlichen Situationen führen könnten. Das begrenzte Budget des russischen Raumfahrtprogramms trägt auch dazu bei, wie es Sicherheit auffasst. Die russische Raumfahrtagentur, die knapp bei Kasse ist, hat es schließlich dem Amerikaner Dennis Tito und dem Südafrikaner Mark Shuttleworth trotz anfänglicher Einwände der NASA ermöglicht, für das Vorrecht zu bezahlen, als Weltraumtouristen zur Internationalen Raumstation zu fliegen.

Nach dem Start von Sojus TMA-3 mit Kommandant Alexander Kaleri sowie den Bordingenieuren Pedro Duque und Michael Foale am 18. Oktober 2003 zur International Raumstation wurde eine Meldung veröffentlicht, laut der der Start stattfand nachdem Warnungen von Sachverständigen bezüglich unzuverlässiger medizinischer Ausrüstung sowie Kontrollgeräten für Luft und Wasser an Bord in Betracht gezogen wurden. Eine Besprechung von führenden Ingenieuren kam zu dem Ergebnis, dass "trotz der Sorge der Sachverständigen der Start weit innerhalb der Sicherheitsparameter sein würde." Bei einer ganzen Reihe von Treffen vor dem Start wurden die Sorgen, die die Ingenieure hinsichtlich der Luftreinigungsausrüstung, der Wasserversorgung und der medizinischen Versorgung ausdrückten von den Beamten betrachtet und geschlussfolgert, dass der Start sicher sei. Dennoch kam nach dem Start heraus, dass zwei Beamte, die die Gesundheits- und Umweltbedingungen an Bord der Internationalen Raumstation überwachen, nicht für den Start unterschrieben und stattdessen eine Meinungsverschiedenheit unterzeichneten, die vor einer fortlaufenden Verschlechterung der Umweltüberwachungs- und Gesundheitserhaltungssysteme sowie der Ausrüstung für die körperliche Ertüchtigung warnte, die für das Wohlbefinden der Besatzungsmitglieder unbedingt notwendig ist. NASA-Chef Sean O'Keefe gab zu verstehen, "dass keine unmittelbare Gefahr für die Besatzungsmitglieder bestehe, aber falls sich die Bedingungen während den kommenden sechs Monaten verschlechtern, diese jederzeit die Internationale Raumstation verlassen könne."

Aber auch die Abkopplung von Sojus TMA-2 mit Kommandant Juri Malentschenko sowie den Bordingenieuren Pedro Duque und Edward Lu am 27. Oktober verlief nicht problemlos. Vor der vollständigen Abkopplung unterlief einem der Besatzungsmitglieder ein Bedienungsfehler. "Durch das irrtümliche Drücken zweier Knöpfe seien die Triebwerke von Sojus TMA-2 gezündet worden, wodurch sich die Lage der Internationalen Raumstation um 25 Grad verändert habe", so der stellvertretende Direktor der Raketen- und Raumfahrtkooperation Energija Waleri Rjumin. Weiter fügte er hinzu, "dass eine bedeutende Menge an Treibstoff verbraucht werden musste, um die Internationale Raumstation wieder in ihre normale Lage zurück zu bringen."

Seit dem Auseinanderbrechen der "Columbia" am Himmel über Texas sind die drei noch verbliebenen Space Shuttles Discovery, Atlantis und Endeavour an den Boden gefesselt. Eine Wiederaufnahme der Missionen und damit verbunden die Weiterführung des Aufbaus der Internationalen Raumstation scheint frühestens zum 12. September 2004 möglich. Denn dann soll die Atlantis mit ihrer Besatzung aus Kommandantin Eileen Collins, Pilot James Kelly sowie den Missionsspezialisten Soichi Noguchi, Steven Robinson, Andrew Thomas, Wendy Lawrence und Charles Camarda zur zwölftägigen Mission STS-114 starten. Bereits am 15. November 2004 soll dann die Discovery zur elftägigen Mission STS-121 starten, für die bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Besatzung nominiert ist. Die Nutzlast dieser beiden Missionen begrenzt sich auf das Multi Purpose Logistics Module (MPLM) und den Integrated Cargo Carrier (ICC) und dient daher zum Transport von dringend benötigten Versorgungsgütern und Ausrüstungsgegenständen zur Internationalen Raumstation. Zudem ist für den 27. September 2004 der Start des Automated Transfer Vehicle (ATV) 1 Jules Verne vorgesehen, einem weiteren, europäischen, Versorgungsraumschiff. Diese Aufgabe wird zurzeit komplett von den unbemannten russischen Progress Versorgungsraumschiffen übernommen, die jedoch nicht nur durch geringere Nutzlastkapazität benachteiligt sind, sondern auch dadurch, dass durch den zeitwilligen Wegfall der Versorgungsmissionen durch die Space Shuttles eine höhere Startrate an Progress Raumschiffen notwendig wurde, wodurch sich die Belastungen für das finanziell angeschlagene Russland erhöhten. Dies hat aktuell zur Folge, dass der Start von Progress M1-11 am 20. November 2003 aus finanziellen Gründen auf unbestimmte Zeit, wahrscheinlich bis ins kommende Jahr verschoben wurde. Bezeichnend dafür ist auch, dass das russische Raumfahrtprogramm kürzlich bekannt gab, dass die Finanzmittel der Regierung, die dem Bau von Rettungs- und Versorgungsraumschiffen für die Internationale Raumstation zugewiesen sind, nur halb so hoch wie benötigt sind.

Durch die nur begrenzt mögliche Versorgung der Stammbesatzungen der Internationalen Raumstationen wurden diese von drei auf zwei Besatzungsmitglieder verkleinert. Dies zog eine Debatte um die Größe zukünftiger Stammbesatzungen nach der Wiederaufnahme der Space Shuttle-Missionen nach sich. Anlässlich des internationalen Raumfahrtkongresses in Bremen wies Sean O'Keefe während einer Pressekonferenz darauf hin, dass die Internationale Raumstation mit weit weniger als den anfangs vorgesehenen sechs oder sieben Besatzungsmitgliedern betrieben werden kann und genügend wissenschaftliche Ergebnisse erzielt werden können. Er warf außerdem die Möglichkeit auf, dass die Internationale Raumstation möglicherweise niemals die ursprünglich geplante Besatzungsstärke erreichen wird. O'Keefe resümierte, "dass vor der "Columbia" jeder angenommen hätte, dass allein 2,5 Besatzungsmitglieder benötigt werden um den Betrieb der Internationalen Raumstation zu gewährleisten." Er fügte jedoch hinzu, "dass sie nun seit mehreren Monaten von zwei Besatzungsmitgliedern betrieben wird und diese zudem einen bedeutenden Beitrag zur Wissenschaft erzielt haben."

Daraufhin fand vor kurzem ein Zusammentreffen der Partnernationen Amerika, Russland, Europa, Japan und Kanada statt, das der Bestimmung diente, wie viel mehr Kapazität die Internationale Raumstation benötigen wird, wenn der Aufbau ihrer Kernstruktur abgeschlossen ist. Mehrere Partnernationen bekundeten ihre Sorge, dass die NASA, um Finanzmittel zu sparen, den Aufbau der Internationalen Raumstation nach dem Abschluss der Kernstruktur nicht weiterführen wird, was zur Folge haben würde, dass die Größe der Stammbesatzung auf drei Besatzungsmitglieder begrenzt bleibt. Für Europa, Japan und Kanada, die zurzeit keine Mittel zum unabhängigen Transport von Besatzungen zur Internationalen Raumstation besitzen, würde dies die Zeitdauer, die ihre Raumfahrer im Weltraum verbringen würden, deutlich reduzieren.

Diese Nationen sind der Partnerschaft der Internationalen Raumstation beigetreten, da sie annahmen, dass eine sechs- oder siebenköpfige Stammbesatzung ihnen eine regelmäßige Präsenz von Raumfahrern zusichert. Solch eine Präsenz wird immer noch als eine politische Notwendigkeit betrachtet, um die Regierungen der einzelnen Nationen davon zu überzeugen, die Internationale Raumstation finanziell zu unterstützen. O'Keefe äußerte sich dazu dahingehend, "dass die Größe der Stammbesatzungen auf das Minimum begrenzt werden solle, das notwendig sei, um Wissenschaft an Bord der Internationalen Raumstation durchzuführen und den Betrieb aufrechtzuerhalten." Weiterhin ließ er verlauten, "dass die Größe der Stammbesatzung auf den Erfordernissen des Experimentierens und auf nichts anderem gründen solle. Der Gedanke, Besatzungsmitglieder aus ihrem eigenen Willen heraus zur Internationalen Raumstation zu schicken habe keine Rechtfertigung. Es gäbe keine glatte Antwort, von was die Größe der Stammbesatzungen abhänge." Laut O'Keefe wird es nach der Wiederaufnahme der Missionen durch die verbleibenden Space Shuttles etwa 18 Monate dauern, den Aufbau der Kernstruktur abzuschließen, einschließlich der Anlieferung der europäischen und japanischen Laboratorien zur Internationalen Raumstation.

Die Weiterführung des Aufbaus der Kernstruktur der Internationalen Raumstation ist zeitlich gebunden an den Start des Space Shuttle "Atlantis" am 10. Februar 2005 zur elftägigen Mission STS-115 mit ihrer Besatzung aus Kommandant Brent Jett, Pilot Christopher Ferguson sowie den Missionsspezialisten Joseph Tanner, Daniel Burbank, Steven MacLean und Heidemarie Stefanyshyn-Piper. Nutzlast ist die Integrated Truss Structure (ITS) Port 3/Port 4 (P3/P4), einem weiteren von insgesamt elf Hauptelementen des gewaltigen strukturellen Rückgrates der Internationalen Raumstation, die die Basis für die Installation der Hardware von Untersystemen, die Verteilung von Nutzlasten, die Energiegewinnung, die Wärmeableitung und die Annordnung von Außennutzlasten bilden. Damit wird eine Reihe von insgesamt sechs Flügen eröffnet an deren Ende der Aufbau der Kernstruktur der Internationalen Raumstation abgeschlossen sein wird. Im Folgenden nun ein kurzer Überblick über die restlichen fünf Missionen.

  • Am 14. April 2006 soll dann die Discovery zur zwölftägigen Mission STS-116 mit ihrer Besatzung aus Kommandant Terrence Wilcutt, Pilot William Oefelein sowie den Missionsspezialisten Robert Curbeam und Christer Fuglesang starten. Neben den zum Transport von Versorgungsgütern und Ausrüstungsgegenständen dienenden Spacehab und ICC zählt noch die ITS-P5 zur Nutzlast.
  • Die Atlantis startet am 12. Mai 2005 zur zehntägigen Mission STS-117 mit der Besatzung aus Kommandant Frederick Sturckow, Pilot Mark Polansky sowie den Missionsspezialisten James Reilly, Richard Mastracchio, Joan Higginbotham und Patrick Forrester. Nutzlast ist die ITS Starboard 3/Starboard 4 (S3/S4).
  • Am 28. Juli 2005 folgt die Endeavour mit ihrer elftägigen Mission STS-118 und der Besatzung aus Kommandant Scott Kelly, Pilot Charles Hobaugh sowie den Missionsspezialisten Scott Parazynski, Dafydd Williams, Barbara Morgan und Lisa Nowak. Neben Spacehab und ICC zählt noch die ITS-S5 zur Nutzlast.
  • Die Discovery startet am 21. Oktober 2005 zur elftägigen Mission STS-119 mit der Besatzung aus Kommandant Steven Lindsey, Pilot Mark Kelly sowie den Missionsspezialisten Michael Gernhardt und Carlos Noriega. Nutzlast ist die ITS-S6.
  • Schließlich startet am 19. Januar 2006 die Endeavour zu ihrer zehntägigen Mission STS-120 mit der Besatzung aus Kommandant James Halsell, Pilot Alan Poindexter sowie den Missionsspezialisten Wendy Lawrence, Piers Sellers, Stephanie Wilson und Michael Foreman. Zur Nutzlast zählt der Node 2, an den in der Folgezeit die europäischen und japanischen Laboratorien angebracht werden.
Bei dieser Missionsplanung fällt auf, dass alle Missionen jeweils abwechselnd von zwei Space Shuttles geflogen werden, während der verbleibende dritte Space Shuttle sich zeitlich bedingt jeweils einer Generalinspektion unterziehen muss. Abhängig von der Zeit die benötigt wird, den einen der beiden Space Shuttles nach seiner Mission wieder aufzubereiten, kann sich die dargestellte Missionsplanung zeitlich verzögern, da darin bisweilen sehr kurze Startintervalle eingearbeitet sind, an denen durchaus gezweifelt werden darf ob diese eingehalten werden können. Nichtsdestotrotz würde diese jetzige Missionsplanung bedeuten, dass die Columbia Tragödie den Abschluss des Aufbaus der Kernstruktur der Internationalen Raumstation und damit auch ihre Fertigstellung um ein Jahr und elf Monate verzögert hat, wenn man vom Stand vor dem 01. Februar 2003 ausgeht.

Auch die damals bereits nominierten Stammbesatzungen kamen nicht in der vorgesehenen Zusammensetzung zum Einsatz. Die siebte Stammbesatzung wurde von Kommandant Juri Malentschenko sowie den Bordingenieuren Edward Lu und Alexander Kaleri gebildet. Die achte Stammbesatzung wurde von Kommandant Michael Foale sowie den Bordingenieuren Waleri Tokarew und William McArthur gebildet. Die neunte Stammbesatzung wurde von Kommandant Gennadi Padalka sowie den Bordingenieuren Michael Fincke und Oleg Kononenko gebildet. Die zehnte Stammbesatzung wurde von Kommandant Leroy Chiao sowie den Bordingenieuren Salishan Scharipow und John Phillips gebildet. Nach der Columbia Tragödie änderten sich die Stammbesatzungen wie folgt. Die siebte Stammbesatzung wird gebildet von Kommandant Malentschenko und Bordingenieur Lu und die achte Stammbesatzung wird gebildet von Kommandant Foale und Bordingenieur Kaleri. Obwohl noch nicht nominiert, scheint absehbar, dass die neunte Stammbesatzung von Kommandant Tokarew und Bordingenieur McArthur gebildet wird.

Mit der zehnten Stammbesatzung könnte die Rückkehr von der zweiköpfigen zur dreiköpfigen Stammbesatzung stattfinden. Dazu würde der Kommandant der zehnten Stammbesatzung nach gegenwärtiger Planung an Bord der Mission STS-121 zur Internationalen Raumstation starten und die beiden Bordingenieure der zehnten Stammbesatzung folgen an Bord von Sojus TMA-5. Eine andere Möglichkeit wäre, einen Bordingenieur der zehnten Stammbesatzung an Bord der Mission STS-121 zu starten und den Kommandanten mit dem anderen Bordingenieur der zehnten Stammbesatzung an Bord von Sojus TMA-5 zu starten. Ferner könnte auch die komplette dreiköpfige zehnte Stammbesatzung an Bord von Sojus TMA-5 die Internationale Raumstation erreichen. Dagegen würde jedoch sprechen, dass die Russen für gewöhnlich den dritten Platz in einem bemannten Sojus Rettungsraumschiff für einen Kosmonauten freihalten, der im Rahmen eines kommerziellen Vertrages zur Internationalen Raumstation fliegt, zum Beispiel für Bordingenieure aus den europäischen Partnernationen. Alle diese Möglichkeiten hängen davon ab, wann die Space Shuttles ihre Missionen wiederaufnehmen, denn bis dahin bleibt die Versorgungssituation angespannt und die Stammbesatzungen auf zwei Besatzungsmitglieder begrenzt.

Einige der Empfehlungen des Columbia Accident Investigation Board (CAIB) wurden von der NASA auf die Internationale Raumstation angewandt, die ja von der Space Shuttle Flotte abhängig ist. Daher hat die NASA begonnen, die Außenhülle der Internationalen Raumstation mit Hilfe entsprechender an Bord vorhandenen Ausrüstungen zu untersuchen. Außerdem ist die NASA dabei, andere Wartungs- und Prüfungspläne zu verändern. Die Begutachtung durch an der Struktur und dem Roboterarm der Internationalen Raumstation angebrachte Kameras wird fortgeführt, wenn es der Zeitplan der Stammbesatzung und die Ausleuchtungsbedingungen erlauben und sie wird in den kommenden Monaten abgeschlossen. Zudem könnten geheime amerikanische Spionagesatelliten dazu verwendet werden, bei der Bilderfassung der Internationalen Raumstation zu helfen. Zwar sei bisher noch nichts in diese Richtung unternommen worden, aber dies könne jederzeit geschehen, falls sich ein Problem andeute. Besatzungsmitglieder, die in den freien Weltraum aussteigen, könnten außerdem bei den Untersuchungen helfen, aber dies würde nur widerwillig veranlasst werden, solange sich zweiköpfige Stammbesatzungen an Bord der Internationalen Raumstation befinden. Die NASA wird ebenso routinemäßige Überprüfungen der Verkabelung der Internationalen Raumstation als Bestandteil normaler Wartungsarbeiten beginnen und bewerten, ob zusätzliche Überprüfungen aufgrund der Zeitdauer stattfinden sollen, die sich einige Elemente der Internationalen Raumstation bereits in der Erdumlaufbahn befinden. Nebenbei überprüfte die NASA die Versorgungs- und Wartungspläne der Internationalen Raumstation. Da für viele Systeme Ersatzteile in der Erdumlaufbahn verfügbar sind, passt die NASA ihren Zeitplan an, um den Ausfall der Space Shuttles einzuarbeiten.
Diskussion zu diesem Artikel
 
Navigation
Tipp
Tipp

Weltraumversand

Info
Ihr kompetenter und innovativer Partner für Astronomie und Raumfahrt

Weltraumversand

Nach oben Tipp - Neptunmond Triton © Raumfahrer Net e.V. 2001-2008