Promisse

Die Sonderreportage von Raumfahrer.Net zur ESA Langzeitmission auf der ISS PromISSe




Am 21. Dezember um 14:16 MEZ (Mitteleuropäische Zeit) wird der Niederländer André Kuipers an Bord von Sojus TMA-03M zusammen mit zwei anderen Kosmonauten und Astronauten, dem russischen Kommandanten der Sojus-Kapsel Oleg Kononenko und dem US-Amerikaner Don Pettit, zur ISS fliegen.

André Kuipers war bereits 2004 im Rahmen der Mission DELTA auf der ISS, die er damals ebenfalls in einer Sojus-Kapsel erreichte. Allerdings dauerte diese Mission nur 11 Tage. Die kommende Mission wird die erste Langzeitmission für ihn werden.

André Kuipers' Flug ist die vierte Langzeitmission der ESA zur ISS seit der Installation des europäischen Forschungslabors Columbus und soll voraussichtlich 148 Tage dauern. Es ist die erste ESA Mission zur ISS nach Ende des Shuttleprogramms. Die ESA nannte ihre Mission PromISSe. Dieser Name wurde veröffentlicht, nachdem die ESA in der Öffentlichkeit eine Ausschreibung abgehalten hat, bei der jeder Teilnehmer einen Missionsnamen als Vorschlag einschicken konnte. PromISSe war der Gewinner. Der Name ist ein Akronym und steht für „Progamme for Research on Orbit Maximising the Inspiration from Space Station for Europe“ was in Deutsch soviel heißt wie „Programm der Forschung im Orbit zur Maximierung der Inspiration von der Raumstation für Europa“.

Einen Videoüberblick über die Mission finden Sie hier:

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André Kuipers ist Teil der Mission „Soyuz 29S“ ,der 29. Sojus Mission zur ISS, und gleichzeitig „Soyuz TMA-03M“, der dritten Sojus Mission der Serie TMA-M. Die Raumkapsel vom Hersteller RKK Energia besitzt die Seriennummer 703. Die voranstehende 7 steht dabei für die aktuelle, digital gesteuerte Sojus-Generation, die Sojus-TMA-M-Serie. Kuipers ist außerdem Teil der „Expedition 30“, der 30. Langzeitbesatzung der ISS. Da von der sechsköpfigen Langzeitbesatzung allerdings immer nur drei Astronauten bzw. Kosmonauten auf einmal ausgetauscht werden können, ist man immer Teil zweier Langzeitbesatzungen. Somit ist André Kuipers auch Teil der „Expedition 31“. Die Missionen werden zusammen als „Increment 30/31“ bezeichnet, die Besatzung aus der Expedition 30 und 31. Zuallerletzt ist André Kuipers' Einsatz die vierte Langzeitmission der ESA seit der Installation des Columbus Moduls und trägt damit auch die Bezeichnung „E4“.

Während der Missionsdauer sollen russische Progress-Transporter, das japanische HTV-3, die beiden kommerziellen Frachttransporter aus den USA, die Dragon-Kapsel von SpaceX und die Cygnus-Kapsel von OSC, sowie das europäische ATV-3 Edoardo Amaldi an der ISS docken. Derzeit ist noch nicht sicher, welche dieser unbemannten Transporter wirklich während Kuipers' Mission die ISS erreichen. Er wurde für alle diese Transporter ausgebildet und im Falle des ATVs wäre er sogar der hauptverantwortliche Astronaut für diesen Transporter auf der ISS. Während seiner Mission ist eine russische EVA (Außenbordeinsatz) geplant, an der Kuipers allerdings nicht teilnehmen wird. Dagegen wird es eine wichtige Aufgabe für ihn sein, die Software des europäischen Moduls Columbus zu aktualisieren.

Im Vorfeld trainierte die Crew an verschiedenen Orten der Welt. Unter anderem in Houston, in Moskau und auch im EAC, dem europäischen Astronautenzentrum. André Kuipers musste alle paar Wochen den Trainingsstandort wechseln und sich deshalb ständig an andere Zeitzonen anpassen. Er meinte in diesem Zusammenhang gegenüber Raumfahrer.Net, dass dies einer der härtesten Herausforderungen des Trainings sei und er sich auf die Zeit auf der ISS freue, da er sich dort nicht mehr so oft an eine neue Zeitzone gewöhnen müsse. Neben den verschieden Zeitzonen ist es eine der größten Herausforderungen Russisch zu lernen, da Russisch neben Englisch die gesprochene Sprache auf der ISS ist.

Ebenso lernte Kuipers den Umgang mit der Sojus-Kapsel. Zwar ist es nicht geplant, dass er diese selbst steuert, dennoch ist er für einen Notfall dafür ausgebildet sie zu bedienen und, wenn nötig, an die ISS anzukoppeln. Wichtig dabei ist, dass europäische Astronauten nicht als Spezialisten für den Russischen Teil der Station ausgebildet werden, sondern als Spezialisten des US-Teils der Station, dem so genannten USOS-Segment. USOS steht für United States On-Orbit Segment, also US-Orbitalsegment. Der Grund dafür ist, dass das Columbus-Modul Teil des USOS ist. Eine Grundausbildung müssen jedoch alle Crew Mitglieder auch für den russischen Teil der Station absolvieren. Kuipers ist im USOS Teil der Station als Spezialist für das Columbus-Modul der Europäer, sowie für das Kibo-Modul der Japaner ausgebildet.

Kuipers wurde weiterhin für mögliche, bisher ungeplante Außenbordeinsätze in US-Raumanzügen trainiert. Obwohl während seiner Mission kein Außenbordeinsatz für ihn vorgesehen ist, kann es passieren, dass außerhalb der Station etwas kaputt geht, was einen Außenbordeinsatz notwendig macht. Für diesen Fall ist Kuipers vorbereitet und wird Reparaturen an der Station durchführen können.

Zusätzliche wurde André Kuipers im Umgang mit dem Roboterarm der Station trainiert, um mit ihm das HTV, die Dragon oder die Cygnus zu greifen und anzukoppeln. Außerdem ist er der verantwortliche Bordarzt für den Fall, dass ein Besatzungsmitglied medizinische Hilfe benötigt. Im Falle von Kuipers naheliegend, da er in Amsterdam Medizin studiert hat, bevor er Astronaut wurde.

Kuipers wird auf der ISS viele Experimente durchführen, über die wir in den kommenden Wochen im Einzelnen informieren werden.

Wir werden hier auf dieser Sonderseite André Kuipers' Mission zur ISS durch regelmäßige Berichte begleiten und damit Sie, liebe Leserinnen und Leser, auf dem Laufenden halten.

Auch im Forum Raumcon finden Sie Infos zur Mission und können über Sie diskutieren:

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