12.10.2010 / Autor: Simon Plasger & Sascha Haupt Raumfahrt > ISS

Dragon

Die privat von Space Exploration Technologies (SpaceX) entwickelte Dragon-Kapsel soll demnächst einen Teil der Versorgung der ISS übernehmen.

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NASA/ESA

Bild vergrößernDie Dragon für die Mission COTS-2+ kurz vor dem Kopppeln.
(Bild: NASA/ESA)
Nach dem Ende des Shuttle-Programms ist es der NASA nicht mehr möglich, die ISS mit eigenen Raumfahrzeugen zu versorgen. Deshalb wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, dessen Ziel es war, unbemannte Versorgungsfahrzeuge für die ISS zu entwickeln. Dabei gab es zwei Gewinner: Dragon und Cygnus. In diesem Artikel wird es um die Dragon-Kapsel gehen. Mehr zum Versorger Cygnus ist hier zu finden.

Die Dragon ist wiederverwendbar und soll bis zu 3 t Fracht zur ISS bringen. Sie erlaubt durch Stromversorgung, Datentransferanschlüsse und Kühlung auch den Transport von aktiven Nutzlasten, wie etwa Gefriergeräten.

Aufbau

SpaceX

Bild vergrößernDragon-Raumschiff im All - Illustration
(Bild: SpaceX)
Die Dragonkapsel besteht aus drei Teilen: An der Spitze ist ein normaler Dockingadapter für den amerikanischen Teil der Station, auch CBM (Common Berthing Mechanism) genannt, untergebracht. Daran anschließend befindet sich der unter Druck stehende Frachtraum. In ihm können Versorgungsgüter, Experimentierhardware und sogar ein komplettes Rack untergebracht werden. An diesem schließt sich ein kleiner, ringförmiger Servicebereich an. In ihm befinden sich Triebwerke und Treibstoff für diese sowie die Avionic. Die Menge des Treibstoffes ist so ausgelegt, dass die ISS angeflogen und am Ende der Mission der Wiedereintritt eingeleitet werden kann. Nach der Rückkehr zur Erde kann die Dragon inklusive Serviceteil geprüft und wiederverwendet werden.

Hinter dem Servicebereich befindet sich ein nicht unter Druck stehendes Frachtabteil für Ersatzeile und Außenexperimente, das vor dem Wiedereintritt abgetrennt wird. An diesem befinden sich auch Solarzellen und Wärmetauscher.



Flüge

Zunächst wird es einige Erprobungsflüge geben, die zum Teil bereits die ISS ansteuern, jedoch noch keine Fracht an Bord haben sollen. Im Regelbetrieb soll dann die Station regelmäßig angeflogen und mit Racks und Verbrauchsgütern versorgt werden. Der Anflug wird so erfolgen, dass man sich zunächst mit den Triebwerken in eine Position wenige Meter von der ISS entfernt begibt. Dann wird der Roboterarm der Station die Kapsel einfangen und an einen freien Port andocken. Hier können dann Frachtgüter umgeladen werden.

Am Ende der Mission würde der Roboterarm die Kapsel abkoppeln und in einigen Metern Entfernung aussetzen, von wo aus sie dann die Rückkehr zur Erde einleitet. Vor der Wasserung im Ozean würden Fallschirme den Flug weitgehend abbremsen. Nach einer erfolgten Bergung und anschließender Wiederaufbereitung könnte die Kapsel wiederverwendet werden.

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