01.04.2007 / Autor: Michael Schumacher Raumfahrt > ISS Weekly Report

Sojus TMA-9 zum Servicemodul Swjesda umgesetzt

Um den Kupplungsstutzen des Steuerungsmoduls Sarja für die Sojus TMA-10 zu räumen, die am 07. April 2007 zur International Space Station starten wird, setzte die Expedition Crew 14 am 30. März 2007 die Sojus TMA-9 zum Service Module Swjesda um.

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Am 27. März 2007 kuppelte die Progress M-58 um 20:11 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) ab, nachdem um 20:08 Uhr MESZ der Befehl zum Abkuppeln gegeben wurde. Um 20:14 Uhr MESZ wurden die Triebwerke der Progress M-58 aktiviert, um die Entfernung zwischen den zwei Weltraumfahrzeugen, der International Space Station (ISS) und der Progress M-58, zu erweitern. Die Abkupplung der Progress M-58 wurde mit Spannung betrachtet, weil damals bei der Ankupplung an den Heckkupplungsstutzen des Servicemoduls Swjesda die Antenne des selbsttätigen Annäherungs- und Ankupplungssystem Kurs ausgefahren blieb und sich derart verklemmte, dass die gefahrfreie Abkupplung nicht durchführbar war. Um die Antenne manuell wegzuklappen, führten Commander (CDR) und National Aeronautics and Space Administration (NASA) ISS Science Officer (SO) Michael Lopez-Alegria und Flight Engineer (FE) Michail Tjurin am 22. Februar 2007 die vierte Extravehicular Activity (EVA) der Expedition Crew 14 (EC-14) im Jahr 2007 aus. Nach der Abkupplung wurden die Triebwerke der Progress M-58 aktiviert, um die mit Abfällen bepackte Progress M-58 abzubremsen und den nicht widerrufbaren Wiedereintritt zu beginnen, der am 28. März 2007 um 00:44 Uhr MESZ zum Verbrennen der Progress M-58 beim Auftreffen auf die Erdatmosphäre über dem Pazifik führte.

An den geräumten Heckkupplungsstutzen des Servicemodul Swjesda kuppelte am 30. März 2007 die Sojus TMA-9 an. Die Sojus TMA-9, die an den zur Erde zeigenden Kupplungsstutzen des Steuerungsmoduls Sarja angekuppelt war, wurde um 00:30 Uhr MESZ abgekuppelt. Anschließend steuerte die EC-14, zu der außerdem FE Sunita Williams zählt, die Sojus TMA-9 zum Servicemodul Swjesda und kuppelte um 00:54 Uhr MESZ an den Heckkupplungsstutzen an. Durch das Umsetzen der Sojus TMA-9 kann die Sojus TMA-10 direkt an den zur Erde zeigenden Kupplungsstutzen des Steuerungsmoduls Sarja ankuppeln und braucht während der Mission der EC-15 nicht umgesetzt zu werden. Für die Abkupplung der Sojus TMA-9 wurden die Schlüsselsysteme der ISS abgeschaltet und die ISS selbst für den selbsttätigen Betrieb bereit gemacht, falls die Ankupplung der Sojus TMA-9 nach der Abkupplung nicht machbar wäre. Außerdem musste die Sekundärbatterie der Sojus TMA-9 für die Abkupplung aktiviert werden, nachdem die Primärbatterie niedrigere Spannungswerte wie erwartet angezeigt hatte. Das Absinken der Spannung der Primärbatterie, die später wieder erwartete Spannungswerte anzeigte, wurde auf die Aktivierung mehrerer Systeme der Sojus TMA-9 zurückgeführt. Nach der Ankupplung betrat die EC-14 wieder die ISS und aktivierte die Systeme der ISS für die Arbeit im Weltraum.

Mit der Sojus TMA-10 werden am 07. April 2007 um 19:31 Uhr MESZ der Stamm der EC-15, zu dem CDR Fjodor Jurtschichin und FE Oleg Kotow zählen, und die Visiting Crew 12 (VC-12), zu der Space Flight Participant (SFP) und vierter männlicher zahlender Weltraumpassagier Charles Simonyi zählt, aus Kasachstan zur ISS starten. Die Sojus TMA-10 wird am 09. April 2007 um 21:15 Uhr MESZ an die ISS ankuppeln. Anschließend werden die EC-14, die EC-15 und die VC-12 gemeinsam auf der ISS arbeiten. Später wird der Staffelstab für den bemannten Betrieb der ISS der EC-15 überreicht werden, der sich FE und NASA ISS SO Williams anschließen wird. Der Stamm der EC-14 und die VC-12 werden am 20. April 2007 um 12:21 Uhr MESZ abkuppeln und um 15:37 Uhr MESZ zur Erde zurückkehren. Williams wird mit der Space Shuttle-Mission Space Transportation System 118 (STS-118) zur Jahresmitte zur Erde zurückkehren.

Derweil bewertet die NASA die Abänderung der Nutzung der Orbiter Vehicle 103 (OV-103) Discovery und OV-104 Atlantis für die Space Shuttle-Missionen STS-120, STS-122 und STS-124. Die Planung umfasst, dass die Space Shuttle-Mission STS-120 mit Discovery (anstatt mit Atlantis), die Space Shuttle-Mission STS-122 mit Atlantis (anstatt mit Discovery) und die Space Shuttle-Mission STS-124 mit Discovery (anstatt mit Atlantis) durchgeführt werden. Dadurch wären vier Space Shuttle-Missionen im Jahr 2007 machbar, selbst wenn die Space Shuttle-Mission STS-117 zur Mitte des Jahres 2007 starten würde. Aber die Abänderung der Nutzung des OV-103 und des OV-104 würde bewirken, dass die Fracht mit der Frachtkapazität speziell abgestimmt werden müsste. Außerdem hat das OV-104 nicht das Station to Shuttle Power Transfer System (SSPTS), das angekuppelten Space Shuttles die Gelegenheit bietet, elektrische Energie aus der ISS zu ziehen und dadurch die Kupplungsdauer und die Missionsdauer zu steigern. Damit müsste die Space Shuttle-Mission STS-122 zwei Tage früher zur Erde zurückkehren und nicht alle angesetzten EVAs wären durchführbar.

Am 10. April 2007 wird die NASA bestimmen, welche Maßnahmen für die Space Shuttle-Mission STS-117 durchgeführt werden und wann der Space Shuttle Atlantis zur ISS starten wird. Bei der Reparatur des External Tank (ET) würde die Space Shuttle-Mission STS-117 am 11. Mai 2007 starten, während die Nutzung des ET für die Space Shuttle-Mission STS-118 bewirken würde, dass der Space Shuttle Atlantis am 17. Juni 2007 zur ISS starten würde. Schließlich würde die Space Shuttle-Mission STS-118 am 14. Juli 2007 statt am 28. Juni 2007 starten. Die zwei weiteren Space Shuttle-Missionen STS-120 und STS-122 würden am 13. Oktober 2007 statt am 26. August 2007 beziehungsweise am 06. Dezember 2007 statt am 16. November 2007 zur ISS starten.

Nach vier Starts im Jahr 2007 stehen im Jahr 2008 wieder vier Starts an. Die Space Shuttle-Mission STS-123 würde am 14. Februar 2008 statt am 29. Dezember 2007 in den Weltraum aufbrechen, anschließend die Space Shuttle-Mission STS-124 am 24. April 2008 statt am 28. Februar 2008. Zu den zwei weiteren Starts würden die Space Shuttle-Mission STS-125 am 28. August 2008 statt am 11. September 2008 und später die Space Shuttle-Mission STS-119 zählen. Im Jahr 2009 würden die vier Space Shuttle-Mission STS-126, STS-127, STS-128 und STS-129 und im Jahr 2010 STS-130, STS-131 bei Bedarf, STS-132 und STS-133 bei Bedarf durchgeführt werden.
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