Die letzte Woche stand wesentlich im Zeichen der Arbeit an verschiedenen wissenschaftlichen Experimenten, begleitet von den unvermeidlichen Wartungsarbeiten an Bord der Internationalen Raumstation (ISS). Ein Höhepunkt war dabei die Inbetriebnahme des ersten wissenschaftlichen Experiments im japanischen Labormodul Kibo.
Sunita L. Williams, Mitglied der Expedition 15-Crew der ISS, am Fitnessgerät "RED" im Verbindungsmodul Unity. (Foto: NASA)
Anfang letzter Woche begann Greg Chamitoff, amerikanischer Flugingenieur an Bord der ISS, seine Wartungsaktivitäten mit dem Aufladen der Akkus in einem US-Raumanzug. Im Laufe der folgenden Tage gesellten sich die Einspielung von Software-Updates an verschiedenen Computern der Raumstation sowie eine routinemäßige Überprüfung eines Fitnessgerätes mit dem aussagekräftigen Akronym "RED" noch hinzu. Dieses Gerät erlaubt mit Hilfe unter Spannung stehender elastischer Bänder ein so genanntes "isometrisches Training": Bei dieser Form des Krafttrainings wird der Muskel nicht durch Bewegung trainiert, sondern durch den Aufbau von Druck oder Zug, der jeweils mehrere Sekunden lang beibehalten wird. Wie alle anderen von der ISS-Besatzung täglich absolvierten Trainingsmethoden sollen auch die mit Hilfe von RED ausgeführten Übungen den negativen Effekten des langen Aufenthalts in der Schwerelosigkeit entgegenwirken.
ISS-Kommandant Sergej Wolkow und Flugingenieur Oleg Kononenko haben in der vergangenen Woche unter anderem einen Laptop im amerikanischen Labormodul Destiny so konfiguriert, dass von diesem Gerät aus zukünftig der Zentralcomputer des russischen Servicemoduls Swjesda ferngesteuert werden kann. Ebenfalls in der letzten Woche stand die Überprüfung der Feuerlöscher sowie der portablen Atemgeräte wieder einmal auf dem Programm der ISS-Crew.
Auch die Vorbereitungen auf das für den 5. September geplante Abdocken des europäischen Raumtransporters Jules Verne laufen auf Hochtouren. So ist die ISS-Besatzung in der letzten Woche damit fortgefahren, Abfälle und nicht mehr benötigte Gegenstände in den geräumigen Raumtransporter - der zwischenzeitlich auch als Schlafquartier genutzt worden war - zu verladen.
Ein erwähnenswerter Höhepunkt der abgelaufenen Woche ist auf jeden Fall, dass am vergangenen Donnerstag in der "Fluid Physics Experiment Facility" das erste Experiment im japanischen Labormodul Kibo gestartet worden ist. Es handelt sich dabei um einen Versuch in Zusammenhang mit dem sogenannten "Marangoni-Effekt", bei dem es sich um eine durch Oberflächenspannung hervorgerufene Konvektion handelt.
Ebenfalls das neueste ISS-Modul betraf ein weiterer Test des japanischen Roboterarms, den Chamitoff am Freitag durchführte. Dabei kam es ungefähr zur Halbzeit des geplanten Testablaufs zu einem außerplanmäßigen Stopp des Roboterarms, der letztendlich dann auch zum vorzeitigen Testende führte. Die dadurch entfallenen Testprozeduren sollen später nachgeholt werden.