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 ISS-Flugingenieur Greg Chamitoff blickt aus einem Fenster des japanischen Labormoduls Kibo. (Foto: NASA) |
Für den amerikanischen Astronauten Greg Chamitoff heißt es dabei gleichzeitig, sich langsam von seiner Heimat auf Zeit zu verabschieden: Zusammen mit der Space Shuttle-Crew der kommenden Mission STS 126 wird auch die amerikanische Physikerin und Elektroingenieurin Sandra Magnus zur ISS fliegen, wo sie Chamitoff nach knapp sechs Monaten Aufenthalt im Erdorbit ablösen wird. Magnus verfügt bereits über Weltraumerfahrung, im Oktober 2002 besuchte sie als Crewmitglied der Shuttle-Mission STS 112 schon einmal die Internationale Raumstation. Dennoch dürfte sie die ISS kaum wiedererkennen, denn seit damals sind trotz der durch die Columbia-Katastrophe bedingten Verzögerung bei der Stationsmontage viele Module neu installiert worden.
Die laut derzeitiger Planung am kommenden Samstag um 01.55 Uhr (MEZ) startende Raumfähre Endeavour wird das Mehrzweck-Logistikmodul Leonardo zur ISS transportieren. Einen Tag nach dem für Sonntag geplanten Andocken des Space Shuttles an die Raumstation wird Leonardo mit Hilfe des stationseigenen Roboterarms Canadarm 2 am Verbindungsmodul Harmony angedockt werden. Danach werden die ISS- und Shuttle-Besatzungen den Transportbehälter entladen: Neben Versorgungsgütern aller Art und wissenschaftlichen Standardschränken für die Installation im US-Labormodul Destiny werden vor allem Geräte umgeladen, die zukünftig eine dauerhafte Besetzung der ISS mit sechs Besatzungsmitgliedern erlauben sollen. Dazu zählen unter anderem zwei Schlafgelegenheiten, ein Fitnessgerät, eine zweite Toilette für die Raumstation, zwei weitere Wasseraufbereitungssysteme, zwei Geräte zum Erwärmen von Mahlzeiten sowie ein Kühlschrank. Außer im Destiny-Modul sollen diese Erweiterungen vor allem im Verbindungsmodul Harmony untergebracht werden.
Kurz vor dem Start der Raumfähre Endeavour wird am Freitag der momentan an der Raumstation angedockte russische Raumtransporter Progress von der ISS abkoppeln und anschließend wie üblich mit Abfall und nicht mehr benötigten Ausrüstungsgegenständen beladen in der Erdatmosphäre verglühen. Um beim Abdocken des Transporters Beschädigungen von Fenstern der Labormodule Destiny und Kibo zu vermeiden wurden bereits heute entsprechende Rollläden geschlossen.
ISS-Kommandant Michael Fincke hat sich in Vorbereitung der Shuttle-Ankunft bei der ISS am Sonntag noch einmal mit dem Verfahren zur Fotografie des ankommenden Shuttles vertraut gemacht: Wie seit der Columbia-Katastrophe üblich wird die Raumfähre unmittelbar vor dem Andocken an der ISS eine 360-Grad-Rolle drehen, so dass die ISS-Crew die Unterseite des Space Shuttles fotografieren kann. Mit Hilfe dieser Bilder kann dann untersucht werden, ob es beim Start zu kritischen Beschädigungen des Hitzeschutzschildes der Raumfähre gekommen ist. Diese Analyse wird von Experten im Johnson Space Center der NASA durchgeführt. Darüber hinaus lud Fincke die Batterien der Raumanzüge auf, die bei den geplanten vier Außeneinsätzen während der Mission STS 126 zum Einsatz kommen sollen.
Die Shuttle-Mission STS 126 umfasst übrigens einen denkwürdigen Tag: Am 20. November 2008 befindet sich die Internationale Raumstation genau seit zehn Jahren im Erdorbit - oder zumindest doch das russische Kontrollmodul Sarja als dienstältester Teil der Station. Genau um 07.40 Uhr (MEZ) begann am 20.11.1998 eine russische Proton-Rakete vom russischen Weltraumbahnhof Baikonour aus ihren Flug mit dem Modul Sarja als Nutzlast, an welches bereits zweieinhalb Wochen später das erste amerikanische Verbindungsmodul Unity angekoppelt wurde; der langwierige Aufbau des internationalen Großprojektes ISS hatte begonnen.
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