26.03.2007 / Autor: Gero Schmidt Raumfahrt > Raketen

SpaceX erzielt Teilerfolg

Die vom amerikanischen Raumfahrtuntenehmen SpaceX entwickelte Trägerrakete Falcon 1 hat im zweiten Anlauf zwar den Weltraum erreicht, aber nicht die anvisierte Erdumlaufbahn.

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Bereits vor gut einem Jahr hatte der Jungfernflug stattgefunden, der allerdings kurz nach dem Start in einem Desaster endete. Auf Grund eines Treibstofflecks, welches wiederum zum vorzeitigen Abschalten des Haupttriebwerks führte, stürzte die Rakete ab. Es wurden seitdem zahlreiche Veränderungen vorgenommen, die schließlich in einer gründlich überarbeiteten Version der Rakete, genannt Falcon 1.1, resultierten.

Nach mehrmaligen Verzögerungen war es am 20. März schließlich so weit, die Zeit für einen zweiten Versuch war gekommen: Von einer kleinen Raketenbasis im Stillen Ozean, auf der winzigen Insel Omelek, die Teil des Kwajalein-Atolls ist, hob Falcon 1 ab. Die erste Stufe arbeitete einwandfrei, auch die Stufentrennung schien zunächst ohne Probleme zu verlaufen. Das Triebwerk der Oberstufe zündete planmäßig und die Falcon jagte ostwärts über den Pazifik dahin, beständig an Höhe und Geschwindigkeit gewinnend. Für einige Minuten schien es, als würde alles gut gehen. Doch dann brach die Verbindung zur Oberstufe plötzlich ab.
Bildquelle

Falcon 1 hebt ab
(Bild: SpaceX)


Einige Zeit herrschte Unklarheit darüber, was vorgefallen war, und auch zum jetzigen Zeitpunkt, sechs Tage später, steht eine abschließende Analyse naturgemäß noch aus. Klar ist bislang nur, dass die Oberstufe nicht die Umlaufbahn erreicht hat, sondern zur Erde zurückgestürzt ist.

SpaceX-Gründer Elon Musk verkauft den Start trotzdem als Erfolg: Man habe über 90% der Risiken, die mit dem Betrieb der Rakete verbunden sind, ausgeräumt, das Problem mit der Oberstufe werde man auch in den Griff kriegen. Die Kunden, mit denen die Firma bereits Startverträge abgeschlossen hat, darunter ausländische Regierungen, private Firmen und das US-Militär, hätten weiterhin Vertrauen und würden wegen des unglücklichen Ausgangs der zweiten Testmission nicht abspringen.

Als mögliche Ursache für das Versagen der zweiten Stufe sieht man mittlerweile eine nicht beabsichtigte Rollbewegung der Stufe, die dazu geführt haben könnte, dass die Treibstoffzufuhr zum Triebwerk unterbrochen wurde. Auch scheint bei der Stufentrennung die erste mit der zweiten Stufe kollidiert zu sein. Spekulationen über die Fehlerursache sind aber letztlich verfrüht, eine entsprechende Untersuchung von SpaceX wird noch früh genug Antworten liefern.

Ob die erste Stufe der Falcon wie beabsichtigt aus dem Ozean geborgen werden kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls noch unklar. Da ihr GPS-Sender nicht funktionierte, erscheint dies jedoch zweifelhaft.

Positiv hervorzuheben ist die Geschwindigkeit, mit der es dem Startteam gelang, nach einem abgebrochenen Startversuch die Rakete erneut startklar zu machen. Als der Countdown null erreichte, wurde ein zu niedriger Brennkammerdruck festgestellt und das Triebwerk musste im buchstäblich letzten Moment abgeschaltet und der Countdown zurückgesetzt werden. Wo bei der NASA ein solcher Zwischenfall zu einer längeren Verzögerung geführt hätte, gelang es dem SpaceX-Team, das Problem in Rekordzeit zu lösen: Nur eine Stunde später konnte die Rakete tatsächlich abheben.

Abschließend bleibt zu sagen, dass sich SpaceX mit diesem zweiten Versuch erheblich gesteigert hat, wenn man ihn mit dem missglückten Erstflug Anfang 2006 vergleicht. Zwar wurde das eigentliche Ziel der Mission, das Erreichen der Erdumlaufbahn, nicht erreicht, doch wurden auf dem Weg dorthin wichtige Hürden genommen, was zukünftige Anläufe erleichtern wird. Wenn man Musks (zumindest nach außen) positive Reaktion, sowie seine Aussage, noch in diesem Jahr erste Nutzlasten von Kunden befördern zu wollen, ohne davor noch weitere Testflüge durchzuführen, zum Maßstab nimmt, kann man davon ausgehen, dass SpaceX noch weit davon entfernt ist, aufzugeben.
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