09.02.2011 / Autor: Simon Plasger Raumfahrt > Raketen

Minotaur

Die Minotaur ist eine Rakete, die zu dem Zweck entwickelt wurde, Bauteile alter Interkontinentalraketen für Raumflüge zu benutzen.

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Entwicklung

Nachdem im Rahmen der START-Abrüstungsverträge beschlossen wurde, dass die ICBMs (Intercontinental Ballistic Missiles, Interkontinentalraketen) nicht mehr als solche eingesetzt werden können, standen viele Stufen und andere Bauteile der Minuteman- und Peacekeeper-Raketen zur Verfügung. Aus dieser Tatsache beschloss man, die Minotaur zu entwickeln. Dabei wurden auch Elemente der Pegasus und Taurus verwendet.

Orbital Sciences Corporation

Bild vergrößernMinotaur I beim Start
(Bild: Orbital Sciences Corporation)
Versionen
Minotaur I

Die Minotaur I ist eine orbitale Rakete, die aus Bestandteilen der Minuteman II und der Pegasus XL zusammengesetzt. Die Stufen eins und zwei bestehen aus der „M55E1“ und der „SR19AJ1“, welche bei der Minuteman II ebenfalls als solche eingesetzt werden. Die Pegasus XL steuert neben Nutzlastverkleidung und Avionik ebenfalls zwei Antriebseinheiten bei, ihre Zweit- und Drittstufe Orion 50XL und Orion 38. Diese werden bei der Minotaur I als Stufen drei und vier eingesetzt.

Minotaur II

Die zweite Version wird nicht für orbitale Raumflüge eingesetzt, sondern fliegt nur auf suborbitalen Bahnen. Dabei kann sie sowohl für die Raketenabwehr als auch für wissenschaftliche Zwecke verwendet werden. Ihre ersten beiden Stufen sind mit denen der Minotaur I identisch, während die dritte je nach Version variiert und auch komplett entfallen kann.

Minotaur III

Eine weitere suborbitale Version der Minotaur bedient sich Teilen der Peacekeeper. Deren erste drei Stufen „SR-118“, „SR-119“ und „SR-120“ wurden komplett übernommen. Als vierte Stufe kommt ein System zur Anwendung, welches auf der HAPS-Stufe der Pegasus/Taurus basiert.

Minotaur IV

Die Minotaur IV basiert ebenso wie die dritte Version auf der Peacekeeper und ist in den ersten drei Stufen mit dieser identisch. Allerdings kann diese Rakete einen Orbit erreichen. Dies wird durch verschiedene Drittstufen ermöglicht. Zur Auswahl stehen hier die Orion-38-Stufe und der Star-48V-Feststoffmotor. Auch ein suborbitales Flugprofil ist möglich. Weiterhin kann die HAPS-Stufe als zusätzliche fünfte Stufe hinzugefügt werden.

Orbital Sciences Corporation

Bild vergrößernDie Minotaur IV während des Startvorgangs
(Bild: Orbital Sciences Corporation)
Minotaur V

Als letzte Variante soll die Minotaur V fliegen. Sie befindet sich derzeit in Entwicklung. Ihre ersten vier Stufen entsprechen der Minotaur IV mit STAR-48V als Viertstufe. Darüber kommt als Oberstufe noch je nach Version ein Star-37FM- oder Star-37FMW-Motor.

Infrastruktur

Die Minotaur hebt von verschiedenen Startplätzen ab. Die erste Möglichkeit ist die Vandenberg Air Force Base in Kalifornien. Von hier können alle Varianten starten. Eine weitere Möglichkeit ist der Kodiak Launch Complex in Alaska. Dieser Startplatz unterstützt die Varianten III, IV und V. Die letze Möglichkeit befindet sich auf Wallops Island vor Virginia. Hier werden die Versionen I, IV und V abgeschossen.

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