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 Die Scout hebt ab. |
Scout
Nachdem die ersten Trägerraketen der NASA, welche nur sehr kleine Nutzlasten tragen konnten, ausrangiert worden waren und die neu entwickelten Delta- und Atlas-Raketen zur Verfügung standen, fehlte der NASA eine kleine Rakete für leichte Nutzlasten. Da auch das Verteidigungsministerium der USA auf der Suche nach kleinen und billigen Raketen war, um Tests für Atomsprengköpfe druchzuführen, wurde in den 1960er Jahren die Scout A entwickelt.
Als erste der damaligen Raketen startete die Scout ausschließlich mit Feststoffantrieb, wodurch die NASA die Rakete möglichst billig halten wollte. Dies gelang, und die Scout wurde der Aufgabe entsprechend, die sie erfüllen sollte, umgerüstet. So entstanden mit der Zeit viele Variantionen der Scout.
Beispielsweise wurde die Scout für Hochgeschwindigkeits-Sprengköpfe verwendet, aber auch für alle erdenklichen Arten von Satelliten. Es ist also verständlich, dass die Scout von den 60er bis in die 90er Jahre ins All flog und erst aus Kostengründen aus dem Verkehr gezogen wurde. Die Antriebe jedoch, die bei der Scout verwendet werden sollten, beeinflussten die Entwicklung der Feststoffantriebe enorm, so dass viele andere Raketen heute davon profitieren. So zum Beispiel die Pegasus, die die Scout letzendlich ablösen sollte.
Pegasus

 Die Pegasus-Rakete startet von einem Flugzeug aus. |
Die Pegasus war die erste neuentwickelte Rakete nach der Saturn V, die bereits 1967 ihren ersten Testflug hatte. Sie wurde 1990 zum ersten mal verwendet. Nun fragt man sich, warum 23 Jahre technologischer Stillstand? Die Antwort ist ganz einfach: Nach der Challenger-Katastrophe 1986 wurden Raketenstarts privatisiert. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden alle Satelliten, auch kommerzielle, von der NASA selbst gestartet. Und da die NASA mit den alten Raketen zufrieden war blieb es bei dem alten Sortiment.
Nach der Privatisierung fingen die Firmen natürlich an zu forschen, um ihre Raketen besser zu vermarkten.
Die Entwicklung der Pegasus wurde durch den risiegen Abstand zwischen der Scout, mit einer maximalen Nutzlast von 220 kg, und der Delta, mit einer maximalen Nutzlast von 4500 kg notwendig. Dazwischen gab es nur die ausgemusterte Atlas E.

 Pegasus XL |
Man wollte also eine Rakete, die mit der Scout in Konkurenz treten könnte. Die Nutzlast der Scout zu übertreffen war nicht das Problem, da sie Technologie aus den 60er Jahren einsetzte. Die Verringerung der Kosten erreichte die Pegasus durch den Start von einem Flugzeug aus. Dieses war zuerst eine B-52 und später eine L-1011, die auch die schwerere XL-Version der Pegasus transportieren konnte. Der Start vom Flugzeug bringt natürlich einige Vorteile mit sich.
Zunächst wird hierdurch Treibstoff gespart, da die Rakete bereits eine Höhe von 12.000 Metern und eine Geschwindigkeit von 260 Metern pro Sekunde (Mach 0.8) erreicht hat. Außerdem braucht man kein Startgelände, so dass man die Rakete von nahezu jedem Punkt der Erde starten kann. Das einzige, was benötigt wird, ist ein Flugplatz in der Nähe. So erreichte man, dass die Pegasus eine Nutzlast von 375 Kilogramm und mit der XL Version sogar eine Nutzlast von 460 Kilogramm tragen kann.
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