18.07.2005 / Autor: Martin Ollrom Raumfahrt > Raumsonden

Seit über 30 Jahren kein Besuch

In der Apollo-Ära wurden viele verwendete Geräte einfach auf den Mond zurückgelassen, als die Astronauten wieder auf die Erde zurückkehrten.

Seither gibt es viele Verschwörungstheorien rund um diese Ära, speziell um die Mondlandung. Manche meinen, die Bilder wurden in einen riesigen Studio gedreht, während sich die Raumfahrtfangemeinde an die Chance klammert, dass die NASA tatsächlich auf den Mond gelandet ist. Jedoch ist es dann unverständlich, warum die NASA jetzt noch ein Jahrzehnt braucht um wieder auf den Mond zu landen, wo man es doch bereits im Jahr 1969 mit einer Technik geschafft hat, die weit unter der heutigen liegt. Hier wäre als mögliche Antwort die Kosten zu nennen. Des Weiteren ist unverständlich, dass die NASA keine augenscheinlichen Bemühungen macht, das angeblich Wahre doch mit Bildern der Landestelle oder der Geräte zu bestätigen. Nun wurde aber beschlossen, einen weiteren Mondorbiter zu bauen, der alles auf der Mondoberfläche in der Größe eines Schreibtisches sehen kann. So dürfte ihm kein Rover, die angeblich auf der Mondoberfläche umherstehen, entgehen. Mit dem LRO (Lunar Reconnaissance Orbiter) wird man erstmals wieder nach über 30 Jahren die Möglichkeit haben, ihre Raumfahrzeuge wieder zusehen. Dieser Orbiter soll im Jahre 2008 am Mond ankommen.



Der Lunar Reconnaissance Orbiter im Mondorbit. Er soll in Sachen Kamera und Geräte alle Mondsonden weit übertrumpfen (Grafik: NASA)

Wir befinden uns im Mondlander Challenger.
Houston: Wir haben Sie nun am Bildschirm. Die Bildschirmqualität ist gut.
Gene Cernan, Apollo 17 Kommandant: Es ist schön zu sehen, dass unsere alten Rover noch immer arbeitsfähig wären.

Mit Rover meint man den Buggy, mit dem frühere Astronauten auf den Mond umherfuhren. Der Fahrersitz war leer und die seitlich montierte TV Kamera zeigte auf die Challenger. Millionen auf der Welt beobachteten dies live im Fernsehen mit. Dies war der 12. Dezember 1972. Wenig später teilte sich die Challenger in zwei Teile, während einer auf der Mondoberfläche zurückblieb, startete der zweite wieder in Richtung Heimat. Aber zunächst mussten sie noch zum Orbiter America, der in der Mondumlaufbahn auf den Teil der Challenger wartete. Nach diesem kleinen Ausflug in die Geschichte, kommen wir zurück zur blanken und traurigen Realität. Seither waren keine Menschen mehr dort, nichts und niemand. Nur die Rover und die Landemodule, die verzweifelt seit über 30 Jahren wieder auf Besuch warten. Vermutlich wären die Rover heute nicht mehr arbeitsfähig, aber sie haben ihre Schuldigkeit bereits vor 30 Jahren getan. America beziehungsweise Challenger lieferten die letzten Bilder der guten alten Apollo-Landestelle. Weitere Mondsonden wie der Lunar Prospector überflogen nicht die Landestelle oder hatten zu schlechte Kameras um etwas auf der Mondoberfläche zu erkennen. Auch die ESA rund um SMART-1 schweigt sich sehr geschickt zu diesem Thema aus, obwohl SMART-1 vermutlich Kameras hätte, die gut genug wären um etwas auf der Mondoberfläche in einer solchen Größenordnung zu erkennen.



Hier ein Bild des Mars Reconnaissance Orbiter der nächstes Monat startet. Der Lunar Reconnaissance Orbiter wird nach den gleichen Plänen gebaut und somit fast gleich aussehen (Bild: NASA)
Nach diesem erfolgreichen Apollo-Programm wunderten sich viele Menschen, dass die NASA nicht wieder zum Mond flog. Gemeinsam mit der Tatsache, dass die Apollo-Landestelle seit damals nicht mehr fotografiert wurde ließen erst die Verschwörungstheorien aufkommen. Viele meinten doch, dass Hubble-Teleskop könnte sicherlich doch die Rover sehen. Falsch gedacht! Auf die Distanz ist das Hubble-Teleskop ineffektiver als so manches erdgebundenes Teleskop. Noch dazu hätte man die Gefahr, dass sich das Hubble-Teleskop selbst blendet und so die empfindlichen Spiegeln und Geräte zerstört würden. Abhilfe schafft der 2008 am Mond ankommende Lunar Reconaissance Orbiter, der eng mit dem Mars Reconaissance Orbiter verwandt ist, der im August diesen Jahres starten soll. Es ist zwar nicht seine Hauptaufgabe, aber er wird Apollo-Landestellen fotografieren hat die NASA bereits versprochen. Mit einer Auflösung von zwei mal drei Meter pro Pixel wird die Kamera LROC – die speziell für den LRO gebaut wurde – Probleme haben, die Rover auf der Oberfläche zu erkennen. Jedoch werden die Landemodule noch besser zu erkennen sein. Ganz klar werden die Rover und Module auch nicht auf den Fotos zu finden sein. Schatten sollen eine Abhilfe schaffen. Aber nun kommen wir von der noch nicht bewiesenen Mondvergangenheit zur Mondzukunft und somit zur Hauptaufgabe des LRO. Laut der NASA Vision for Space Exploration Initiative soll der nächste Mensch nicht später als 2020 wieder den Mond betreten. Für dieses Vorhaben soll der LRO geeignete Landestellen finden und nebenbei noch nach Wasser oder/und Eis suchen. Wichtig ist auch das Erstellen einer präziseren Landschaftskarte des Mondes mit Hilfe von Laser-Strahlen.

Es wird auf jeden Fall eine sehr interessante und längst überfällige Mission zum Erdtrabanten, aber ob er die vielen Verschwörungstheorien rund um die Mondlandung endlich begraben kann bleibt weiterhin zu bezweifeln.
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