17.06.2007 / Autor: Kirsten Müller Raumfahrt > Saturn Aktuell

Noch zwei Monde sprühen Teilchen

Nicht nur auf Enceladus gibt es Geysire. Wie neuere Cassini-Daten zeigen, sprühen auch die eisigen Saturnmonde Tethys und Dione Partikel ins Weltall hinaus.

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NASA/JPL

Tethys und Dione in einer Fotomontage.
(Bild: NASA/JPL)
Dies lässt vermuten, dass diese Monde geologische Aktivität aufweisen, vielleicht sogar Vulkanismus. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen stehen in der Ausgabe vom 14. Juni 2007 des wissenschaftlichen Journals Nature.

Dass die Teilchen von Tethys und Dione herrühren, hat man herausgefunden anhand der Bewegung von Plasma in der magnetischen Umgebung des Saturns, elektrisch geladenem Gas, welches aus positiv und negativ geladenen Ionen besteht, Teilchen, denen ein Elektron fehlt oder die eines zuviel haben. Durch ihre elektrische Ladung bleiben diese Teilchen im Magnetfeld des Saturns hängen.

Der Saturn dreht sich innerhalb von nur 10 Stunden und 46 Minuten um seine eigene Achse. Dadurch werden das Magnetfeld und das Plasma in den Weltraum geschleudert. Genau wie ein Kind auf einem Karussell, das sich schnell dreht, bewegt sich das Gas durch die Zentrifugalkraft nach außen, weg vom Zentrum der Rotation. Als die Sonde Cassini im Juni 2004 den Saturn erreichte, stellte man fest, dass die schnelle Rotation des Planeten das Plasma in einer „Scheibe“ um den Planeten herum dreht und dass von den äußeren Rändern der Scheibe tatsächlich Gas in einem hohen Bogen in den Weltraum geschleudert wird. Die entstehenden Lücken werden dann durch heißeres, dünneres Plasma aufgefüllt.

NASA/JPL

Plasmaströme zwischen Saturn, Tethys und Dione.
(Bild: NASA/JPL)
Mit Hilfe des Cassini Plasma Spectrometer (CAPS) haben die Wissenschaftler um Jim Burch vom Southwest Research Institute in San Antonio, USA, jetzt herausgefunden, dass diese Elektronen von Tethys und Dione hinaus ins Weltall geschleudert werden. Burch: „Es deutet darauf hin, dass Tethys und Dione wichtige Plasmaquellen in Saturns Magnetosphäre sind.“

Bisher war von Saturns inneren Monden nur Enceladus als aktiver Himmelskörper bekannt, mit seinen hohen Geysiren, welche Gase Hunderte von Kilometern über die Oberfläche des Mondes hinaussprühen. „Diese neuen Ergebnisse deuten stark darauf hin, dass auch Tethys und Dione Aktivität aufweisen“, sagt Andrew Coates vom Mullard Space Science Laboratory, University College, London. Aktivität eines Himmelskörpers deutet für die Wissenschaftler darauf hin, dass dieser Himmelskörper entweder geologisch gesehen noch nicht „tot“ ist oder von irgendwo mit Energie versorgt wird. Die Aktivität von Enceladus wurde zuerst von Cassinis Dual Technique Magnetometer (MAG) entdeckt. Daraufhin konnte man einen besonders nahen Vorbeiflug einplanen, der eine Fülle von Daten und spektakulären Bildern von Enceladus’ Geysiren lieferte.

NASA/JPL

Enceladus´ "Geysire".
(Bild: NASA/JPL)
Auch bei Dione und Tethys werden in der Zukunft mehrere Vorbeiflüge eingeplant, um die Monde näher erforschen zu können. Vorher allerdings wollen die Wissenschaftler die Daten, welche bereits 2005 bei den Vorbeiflügen an den beiden Monden gemessen worden sind, noch einmal genauer auswerten. Ausserdem, so Burch, wolle man sich, nachdem man jetzt die Elektronen gesehen habe, auf die Suche nach den Ionen machen, so dass man die Zusammensetzung der Plasmen von Tethys und Dione bestimmen könne.

Quelle: ESA
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