02.02.2002 / Autor: Karl Urban Raumfahrt > Space Shuttle

Shuttleflug

3. Orbit - Die Mission

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Nach dem Abschalten der Haupttriebwerke befindet sich das Shuttle in einem ellipsenförmigen Orbit, so dass es, wenn keine weiteren Triebwerke zünden, wieder in die Erdatmosphäre eintreten würde. Doch 35 Minuten nach dem Abschalten der Haupttriebwerke, wenn das Shuttle den höchsten Punkt des ellipsenförmigen Orbits erreicht hat, zünden die beiden orbitalen Manövriertriebwerke (an der linken und rechten Seite des Shuttle-Hecks) für genau drei Minuten. Die Manövriertriebwerke nutzen zwei flüssige Treibstoffe (Hydrazin und Stickstofftetroxyd), die sofort bei Kontakt zünden. Das Shuttle wird durch sie in einen Orbit mit konstanter Höhe geschossen, der es über der Erdatmosphäre hält.

Das Space Shuttle ist das einzige Raumfahrzeug, das auch große Satelliten aus dem Erdorbit zurück auf die Erde transportieren kann. Mit Hilfe des in Kanada gebauten Roboterarms mit dem Namen Reichweiten-Manipulationssystem (RMS für "Remote Manipulator System"), der an der linken Seite der Nutzlastbucht montiert ist, kann die Shuttle-Besatzung große Objekt in die Nutzlastbucht hinein oder aus ihr heraus heben. Mit dem Arm können außerdem Astronauten während eines Weltraumspaziergangs an einen Satelliten herangehoben werden, damit er dann vom Astronauten gewartet oder repariert werden kann. Ein berühmtes Beispiel für ein derartiges Vorgehen ist die erste Reparaturmission des "Hubble Space Telescope", dass immerhin die Größe eines Busses hat. Auch der Aufbau der Internationalen Raumstation ISS geschieht mit Hilfe des Shuttle-Roboterarms.

Die größte jemals eingesetzte Shuttle-Besatzung war acht Mann stark, der Durchschnitt liegt aber bei fünf bis sieben. Zu einer Besatzung gehören immer zwei Piloten, wobei einer der "Commander" ist (also das Kommando an Bord hat) und der Pilot, der das Shuttle fliegt. Der Commander erfüllt meist die Funktion des Copiloten. Außerdem gehören Missions-Spezialisten, oft Wissenschaftler oder Ingenieure, zur Crew, die an Bord Experimente durchführen oder spezielle Einsätze im Orbit ausführen. Gelegentlich fliegt auch ein Nutzlast-Spezialist mit, der für eine spezielle Nutzlast verantwortlich ist. Das Shuttle kann mehr als 28,803 t Nutzlast laden und in den Orbit transportieren. Es kann maximal 28 Tage im Orbit verbleiben, bevor es auf die Erde zurückkehrt. Vorgeschrieben ist aber eine maximale Missionsdauer von 17 Tagen.

Ess-, Schlaf- und Hygieneeinrichtungen sind im unteren Deck des Besatzungsbereiches untergebracht, das Mitteldeck heißt. Im Oberdeck, dem Flugdeck, befinden sich die Flugkontrollen an den forderen und hinteren Wänden.
Unterhalb des Mitteldecks werden Vorräte und Ausrüstung gelagert, außerdem ist hier die Bordelektronik untergebracht. Der Druckregulierte Bereich des Orbiters, also der Bereich, in dem sich Menschen ohne Raumanzug bewegen können, hat ein Volumen von 74,3 m³. Dieser Bereich besitzt eine runde Ausstiegsluke mit einem drei Meter-Durchmesser, die dem Ein- und Ausstieg vor und nach der Landung dient.

Die Luftschleuse des Orbiters, die aussteigene Astronauten während des Fluges vom Rest der Kabine abschließen, damit die dortige Luft nicht ausgestoßen wird, befindet sich in der Nutzlastbucht direkt hinter dem Besatzungsbereich. Sie ist an ein kurzes "Tunnel-Modul" gekoppelt. Eine äußere Luke an der Luftschleuse kann für den Austritt in den Weltraum oder wieder zurück verwendet werden. Das Volumen der Luftschleuse beträgt 4,24 m³. Der Dockmechanismus für die Internationale Raumstation berfindet sich oberhalb von ihr.
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