02.02.2002 / Autor: Karl Urban und Andreas Kurka Raumfahrt > Space Shuttle

Atlantis (OV-104)

Das SpaceShuttle Atlantis: seit 1985, 32 Missionen (Stand: Juni 2011)

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Das Space Shuttle Atlantis bei der Landung am Ende der Mission STS-110 im April 2002.
(Foto: NASA)
Hintergründe
Die Atlantis, der vierte einsatzbereite Orbiter im Kennedy Space Center, wurde nach dem wichtigen Forschungsschiff des Woods Hole Oceanographic Instituts in Massachusetts benannt, das von 1930 bis 1966 im Einsatz war. Das Schiff war 460 Tonnen schwer und das erste US-Gefährt, dass zur ozeanographischen Forschung genutzt wurde. Es war eines der letzten großen Segelschiffe in einer Zeit, in der immer mehr Dampf- und Dieselschiffe die Wasserwege eroberten.

Die aus Stahl gefertigte Hülle des Schiffs war ungefähr 140 Fuß lang und 29 Fuß breit um ihr Stabilität zu geben. Sie bot einer 17-köpfigen Crew sowie fünf Forschern Platz. Das Forschungsteam arbeitete in zwei Laboratorien an Bord und untersuchte Wasserproben und die Meeresflora, die durch zwei große Seilwinden an die Oberfläche gebracht wurden. Die Wasserproben, die in verschiedenen Tiefen gemacht wurden, gaben Hinweise auf den Fluss der Meeresströmungen. Die Crew benutzte außerdem das erste Schallgerät zur Kartographierung des Meeresgrunds.

Das Raumschiff Atlantis hat ebenso wie das Segelschiff viele wichtige Reisen durchgeführt, unter anderem das Aussetzen der Raumsonde Galileo im Jahre 1989 und des Arthur Holley Compton Gammastrahlen-Observatoriums 1991.

In den heutigen Tagen der Shuttle-Operationen, gibt man den Orbitern einen etwas prosaischeren Namen. Atlantis wird überlicherweise als OV-104 bezeichnet, was für "Orbiter Vehicle - 104" steht. Das Leergewicht des Shuttles betrug kurz vor der Fertigstellung 151.315 Pfund (ca. 68,3 Tonnen), und mit eingebauten Haupttriebwerken 171.000 Pfund (ca. 77,6 Tonnen).

Erweiterungen und Merkmale
Die Atlantis profitierte von den Erfahrungen, die man beim Bau und Testen der Enterprise, Columbia und Challenger gemacht hatte. Bei der Fertigstellung wog sie 6.974 Pfund weniger als die Columbia. Außerdem verringerten die gemachten Erfahrungen im Shuttle-Bau die Arbeitsstunden um 49,5 Prozent (im Vergleich zur Columbia). Das ist vor allem auf die Nutzung von Hitzeschild-Decken am oberen Teil des Orbiters anstatt von kleinen Kacheln zurückzuführen. Während der Konstruktion der Discovery und der Atlantis entschied sich die NASA dazu, die verschiedenen Hersteller "strukturelle Ersatzteile" anfertigen zu lassen, um die Reparatur im Falle eines Unfalls zu erleichtern. Der Vertrag hatte insgesamt einen Wert von 389 Millionen Dollar und bestand aus Ersatzteilen für den hinteren und den mittleren Rumpf, sowie vordere Rumpfhälften, vertikale Ruder, Flügel und Klappen. Diese Ersatzteile wurden später für die Endeavour benutzt. Die Atlantis wurde wegen Verbesserungen und Anpassungen nach Kalifornien verschifft. Diese Modifikationen beinhalteten einen Brems-Fallschirm, neue Rohre und Verkabelungen die eine längere Haltbarkeit garantierten, mehr als 800 neue Hitzeschild-Kacheln und -Decken, eine neue Isolation für die Fahrwerkklappen und strukturelle Modifikationen am Flugwerk der Atlantis. Insgesamt wurden 165 Änderungen in den 20 Monaten ausgeführt, in denen die Atlantis in Palmdale, Kalifornien war.

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