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	<title>Mir &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Mir &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Asteroid Day Luxemburg 2025: Interview mit Paolo Nespoli</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/asteroid-day-luxemburg-2025-interview-mit-paolo-nespoli/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Sep 2025 20:29:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Rahmen der Hauptveranstaltung des Asteroid Day in Luxemburg hatte Raumfahrer.net am 28. Juni 2025 die Gelegenheit, Interviews mit den vier teilnehmenden Raumfahrern zu führen. Einer davon war der italienische Raumfahrer Paolo Nespoli. Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Veranstaltungsbesuch. Paolo Nespoli wurde am 6. April 1957 in Mailand, Italien geboren. 1988 erhielt er [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Im Rahmen der Hauptveranstaltung des Asteroid Day in Luxemburg hatte Raumfahrer.net am 28. Juni 2025 die Gelegenheit, Interviews mit den vier teilnehmenden Raumfahrern zu führen. Einer davon war der italienische Raumfahrer Paolo Nespoli.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph"> Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Veranstaltungsbesuch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Paolo Nespoli wurde am 6. April 1957 in Mailand, Italien geboren. 1988 erhielt er einen Bachelor of Science in Luft- und Raumfahrttechnik von der Polytechnic University of New York und 1989 einen Master of Science in Luft- und Raumfahrttechnik von derselben Institution.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1989 kehrte er nach Italien zurück und arbeitete als Konstrukteur bei Proel Tecnologie in Florenz. Dort führte er mechanische Analysen durch und unterstützte die Qualifizierung der Flugeinheiten der Elektronenkanonenbaugruppe, welche als Experiment auf dem Tethered Satellite System (TSS) implementiert war. Der TSS war ein experimenteller seilgefesselter Satellit, der als Beitrag der italiensichen Raumfahrtbehörde ASI (Agenzia Spaziale Italiana &#8211; ASI) an Bord der Space Shuttle Flüge STS-46 (31.07. bis 08.08.1992) und STS-75 (22.02. bis 09.03.1996) flog.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Autogrammstunde.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Paolo Nespoli während der Autogrammstunde beim Asteroid Day Foto: Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="Paolo Nespoli während der Autogrammstunde beim Asteroid Day Foto: Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="260" height="347" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Autogrammstunde-klein.jpg" alt="Paolo Nespoli während der Autogrammstunde beim Asteroid Day Foto: Kirsten Müller" class="wp-image-148261" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Autogrammstunde-klein.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Autogrammstunde-klein-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Paolo Nespoli während der Autogrammstunde beim Asteroid Day <br>Foto: Kirsten Müller</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">1991 trat er in die Abteilung Astronautentraining im Europäisches Astronautenzentrum auf dem Gelände des DLR in Köln-Porz ein. Dort war er als Ingenieur für das Astronautentraining zuständig. Er war an der Vorbereitung und Durchführung der europäischen Astronauten-Grundausbildung beteiligt. Er verantwortete auch die Astronautentrainingsdatenbank. Dieses Softwaresystem wird für die Vorbereitung und Verwaltung des Astronautentrainings eingesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen des EUROMIR-Projekts wurde Paolo Nespoli 1995 zum ESTEC nach Noordwijk, Niederlande abgeordnet. Dort führte er das Team, welches den auf der russischen Raumstation Mir verwendeten Payload and Crew Support Computer vorbereitete, integrierte und unterstützte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1996 wurde Paolo Nespoli zum Johnson Space Center der NASA in Houston, Texas, versetzt. Dort arbeitete er in der Spaceflight Training Division. Diese ist an der Vorbereitung des Trainings für die Boden- und In-Orbit-Besatzung der Internationalen Raumstation beteiligt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im August 1998 wurde Paolo Nespoli durch die italienische Raumfahrtagentur zur Europäischen Raumfahrtagentur ESA entsandt. Dort wurde er dann Mitglied des Europäischen Astronautenkorps.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seinen ersten Raumflug absolvierte Paolo Nespoli als Missionsspezialist vom 23.10. bis 07.11.2007 an Bord des Space Shuttle Discovery im Rahmen der Mission STS-120 / ISS 10A. Hauptnutzlast war das U.S. Modul Harmony (Node 2), welches permanent an die Internationale Raumstation installiert wurde. Die Flugdauer dieser Mission betrug 15 Tage, 2 Stunden und 23 Minuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Dezember 2008 wurde Nespoli der Expedition 26/27 zugeteilt, einer Langzeitmission zur ISS. Die Expedition 26 startete am 16. Dezember 2010 vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan mit dem russischen Raumschiff Sojus TMA-20, in dem Nespoli als Flugingenieur 1 fungierte. Die Expedition 26/27 kehrte am 24. Mai 2011 in der Nähe von Dzheskasgan, Kasachstan, zur Erde zurück. Die Flugdauer dieser Mission betrug 159 Tage, 7 Stunden und 17 Minuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Juli 2015 wurde Paolo Nespoli im Rahmen der Expeditionen 52 und 53 zur Internationalen Raumstation mit seinem dritten Raumflug beauftragt. Die Mission war Teil eines Tauschabkommens zwischen der NASA und der italienischen Weltraumagentur ASI, an dem auch ESA-Astronauten beteiligt waren. Die Besatzung startete vom Kosmodrom Baikonur an Bord des Raumschiffs Sojus 51S. Nespoli wurde von dem NASA-Astronauten Randy Bresnik und dem russischen Kosmonauten Sergey Ryazanskiy begleitet. Während der Mission führte die Besatzung über 300 wissenschaftliche Experimente und Untersuchungen durch, arbeitete mit vier verschiedenen Raumfahrzeugen zusammen und unternahm vier Weltraumspaziergänge (drei USOS und einen russischen). Die Expedition 52/53 dauerte 138 Tage, 16 Stunden und 56 Minuten. Nespoli war Flugingenieur an Bord der Sojus MS-05 (auch als ISS AF-51S bezeichnet) sowie Flugingenieur der Internationalen Raumstation für die Expedition 52/53.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während seiner drei Raumflüge hat Paolo Nespoli insgesamt 313 Tage, 2 Stunden und 36 Minuten im Weltraum verbracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen des Asteroid Day 2025 in Luxemburg trafen Kirsten Müller und Ingo Muntenaar den ESA-Astronauten Paolo Nespoli zu einem Gespräch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Hatten Sie einen Masterplan in Ihrem Leben? Wann entstand der Wunsch, Astronaut zu werden? Oder war das Ganze eher Zufall? Einfach nach dem Motto: Mal sehen was die Zukunft bringt. Ich probiere es einfach mal.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Paolo Nespoli:</strong> Das Leben ist seltsam, und wenn man ein Kind ist, denkt man sich Geschichten oder Ideen aus. Und diese hängen meist mit der Wahrnehmung oder der Umgebung zusammen. Natürlich möchte man jemanden nachahmen, der erfolgreich ist oder interessante Dinge tut. Als ich aufwuchs, gab es den Wettkampf um die erste Mondlandung zwischen Amerikanern und Russen. Das waren seinerzeit Helden. Alle Kinder wollten zu dem Zeitpunkt Astronauten werden. Ich natürlich auch. Irgendwann ist mir dann klar geworden, dass es ein langer Weg zwischen dem Sagen und dem wirklichen Tun ist. Ich hab den Traum erst einmal beiseite geschoben, bis ich später mehr Möglichkeiten hatte. Sagen wir es einfach mal so, ich habe den Traum beiseite geschoben, bis ich reifer wurde. Und dann habe ich mir irgendwann gedacht, dass es doch möglich sei. Es war nicht so einfach. Ganz im Gegenteil, es war sogar sehr kompliziert. Und es dauerte mehrere Jahre. In der Zeit habe ich mir einige Anforderungen für den Job erarbeitet. Nein, einfach war es nicht. Es hat nicht beim ersten Mal, und auch nicht beim zweiten Mal geklappt. Bei der dritten Bewerbung hat es dann geklappt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein, ich bin nicht zufällig Astronaut geworden. Ich denke auch nicht, dass es einfach war. Aber es ist nun einmal passiert. Fazit ist, dass man einen Traum haben muss. Träume können Realität werden, andernfalls wäre es kein Traum. Du musst nur daran glauben, dass Du das schaffen kannst. Wenn Du es nicht schaffst, dann musst Du entscheiden, ob Du an Deinem Traum festhältst oder ob Du den Traum auf Eis legst. Und dann versuchst Du halt was anderes. Ja, ich habe es versucht. Es hat nicht geklappt, aber ich habe nicht aufgegeben. Und am Ende hat es sich ausgezahlt. Was ist der Unterschied zwischen jemandem, der in seiner Arbeit ehrlich ist, und jemandem, der zu hartnäckig, zu stur und zu unfähig ist, zu verstehen, dass diese Sache nicht funktionieren wird? Es ist ein sehr schwieriger Weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Sie haben insgesamt drei Raumflüge absolviert. Der erste Flug war als Besatzungsmitglied der Space Shuttle Mission STS-120. Die beiden weiteren waren Langzeitmissionen als Besatzungsmitglieder von Expedition 26/27 und Expedition 52/53. Welcher dieser 3 Flüge war der wichtigste und welcher hat am meisten Spaß bereitet?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Paolo Nespoli:</strong> Jede dieser Missionen hatte ihre eigene Besonderheit. Der erste Flug war mit dem Space Shuttle. Somit war es nur eine Kurzzeitmission. Es war die Krönung eines Traums. Es gab viel Inhalt, aber auch viel Arbeit. Und viele Möglichkeiten, etwas zu vermasseln. Und ich war froh, dass alles geklappt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den Langzeitmissionen hatte ich wirklich das Gefühl, dass ich den Job eines Astronauten machte, weil man so lange dort ist und Experimente durchführt. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass ich zum weiteren Wissen der Menschheit beigetragen habe. Ich kann mich wirklich nicht entscheiden, welche Mission die beste war. Alle waren die besten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Welche dieser Missionen hat am meisten Spaß gemacht?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Paolo Nespoli:</strong> Ich habe versucht, bei jeder einzelnen Spaß zu haben. Natürlich ist die Shuttle-Mission eine sehr konzentrierte Angelegenheit. Sie haben versucht, so viel wie möglich in die Mission zu packen. Man hat das Gefühl, fast keine Luft mehr zu bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem hatten wir als Crew Spaß. Wir haben uns gegenseitig Streiche gespielt. Wir haben viele Dinge unternommen, die die Mission leichter, ja sogar lustig gemacht haben. Aber es war eine harte Arbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Was sind die Hauptunterschiede zwischen der Ausbildung zum Missionsspezialisten für das Space Shuttle und der Ausbildung zum Flugingenieur für die Sojus? Oder was haben sie gemeinsam?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Paolo Nespoli:</strong> Sie alle haben gemeinsam, dass sie Sie darauf vorbereiten, ein Raumfahrzeug zu steuern, das fliegt und Sie ins All bringt. Daher müssen Sie lernen, wie das Fahrzeug funktioniert, und Sie müssen wissen, wie Sie das Fahrzeug steuern können, falls das System eine Fehlfunktion hat. Sie müssen eine Menge Dinge tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Shuttle ist ein komplizierteres System als die Sojus. Letztendlich sind sie aber mehr oder weniger gleich. Das Shuttle ist etwas technologischer. Es ist etwas komfortabler. Die Sojus ist spartanischer, härter. Aber letztendlich war es mit beiden Fahrzeugen in Ordnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Was halten Sie derzeit von der ISS und der Partnerschaft mit Russland im Bereich der bemannten Raumfahrt? Wird es in Zukunft gemeinsame bemannte Missionen geben? Wird es gemeinsame Wissenschaftsprogramme im Weltraum geben?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Paolo Nespoli:</strong> Ich weiß es nicht. Ich kann diese Frage nicht beantworten, weil ich kein Politiker bin. Ich kann nur sagen, dass man im Weltraum seine Flagge auf der Kleidung trägt. Man kommt aus einem bestimmten Land. Ich komme aus Italien und bin Teil der Europäischen Weltraumorganisation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber eigentlich würde ich sagen, dass man sich im Weltraum vor allem als Teil einer Crew fühlt. Als Teil der Menschheit, die außerhalb des Planeten etwas zu tun hat. Die Nationalität spielt keine große Rolle. Vielleicht beim Fotografieren: „Oh, schau mal, da ist Italien.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sind weniger mit den Vereinigten Staaten oder Russland verbunden. Ich denke, wenn wir in Zukunft das Sonnensystem erforschen und vielleicht nach anderen Planeten suchen wollen, müssen wir das gemeinsam tun. Es wäre also schade, wenn wir unsere Ressourcen und Fähigkeiten nicht bündeln würden und stattdessen weiterhin als einzelne Nationen vorgehen würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir verpassen die Chance, gemeinsam voranzukommen. Aber Sie wissen ja, Politik ist Politik, und darauf habe ich keinen Einfluss.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Das ist genau die Frage. Wie beeinflusst die Politik diese Dinge?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Paolo Nespoli:</strong> Ich bin Ingenieur. Ich bin kein Politiker, ich bin kein Philosoph. Es fällt mir schwer, diese Fragen zu beantworten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin der Meinung, wir sollten zusammenarbeiten. Aber ich verstehe, dass die Dinge aus politischer Sicht anders aussehen. Ich kann anderer Meinung sein, aber wer bin ich schon?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wünsche mir, dass die Politiker, oder wer auch immer dafür verantwortlich ist, einen größeren Blickwinkel haben und uns nicht als kleine Einheiten betrachten, sondern als ein Team, das tatsächlich versucht, etwas zu finden, das für alle von Vorteil ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Wir haben gerade mitbekommen, dass das NASA-Budget um ein Drittel gekürzt werden soll. Was geschieht mit dem Artemis-Programm? Was geschieht mit dem Space Launch System? Was mit der Orion Kapsel und was mit der Station im Mondorbit namens Gateway?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Paolo Nespoli:</strong> Diese Frage ist ja noch wesentlich komplizierter. Wir sprechen hier über Politik, wir sprechen über Geld, wir sprechen über Kooperationen. Ich weiß es einfach nicht. Diese Frage kann ich beim besten Willen nicht beantworten. Ich habe keine aktuellen Informationen oder Daten, um diese Frage zu beantworten. Ich weiß, dass wir jetzt merkwürdige, schwierige Zeiten haben. Anders, schwierig, merkwürdig, wie auch immer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Allgemeinen war ich kein Fan der Artemis-Mission. Nicht, weil ich nicht an die Mission glaube, sondern weil ich denke, dass man, wenn man über eine bestimmte Summe Geld verfügt und diese für eine Weltraummission einsetzen möchte, zum Mars fliegen sollte und nicht beim Mond Halt machen sollte.</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Paolo Nespoli / ESA (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) Foto: Dumitru Prunariu / Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="Paolo Nespoli / ESA (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) Foto: Dumitru Prunariu / Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="347" height="260" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein.jpg" alt="Paolo Nespoli / ESA (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) Foto: Dumitru Prunariu / Kirsten Müller" class="wp-image-148263" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein.jpg 347w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Nespoli-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 347px) 100vw, 347px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Paolo Nespoli / ESA (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts)

Foto: Dumitru Prunariu / Kirsten Müller</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man beim Mond Halt macht, nimmt man alle Ressourcen mit, die man dringend benötigt. Es ist eine komplizierte Situation. Eine Reise zum Mars würde wahrscheinlich ein 15-jähriges Projekt erfordern, was irgendwie im Widerspruch zu unserem politischen Umfeld und der Funktionsweise unserer Gesellschaft steht. Als Politiker macht man nichts, was 15 Jahre dauert, und vielleicht nimmt man Geld aus dem Bildungsbereich oder den Krankenhäusern weg, es ist schwierig, so etwas durchzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich möchte nicht in der Haut der Politiker stecken, die darüber entscheiden müssen. Bisher haben sie beschlossen, den Mars beiseite zu lassen. Ich glaube, sie haben sich für den Mond entschieden, weil sie erkannt haben, dass der Mars zu kompliziert ist. Aber das ist eine andere Geschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Sprechen wir über das Hier und Jetzt. Wir befinden uns beim Asteroid Day in Luxemburg. Der 30. Juni dieses Jahres erinnert an den Asteroideneinschlag im Jahr 1908 in der Region Tunguska im heutigen Krasnojarsker Gebiet. Der Asteroid Day soll das Bewusstsein für die Gefahr eines Asteroiden- oder Kometeneinschlags in die Erdatmosphäre schärfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was sind Ihre Visionen für die Asteroidenabwehr?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Paolo Nespoli:</strong> Bislang sind wir in Schwierigkeiten, denn wenn wir entdecken würden, dass etwas auf uns zukommt, glaube ich nicht, dass wir in der Lage wären, etwas dagegen zu unternehmen. Wir haben es nach und nach versucht. Es gab die DART-Mission, die gezeigt hat, dass wir etwas tun können, aber es ist kompliziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein großer Asteroid, der auf die Erde zukommt, wäre ein Problem. Aber wissen Sie, die Menschheit hat sich noch nie von Problemen einschüchtern lassen. Jedes Mal, wenn wir ein Problem hatten und eine Lösung finden mussten, haben wir sie gefunden. Selbst am Anfang schien es unmöglich. Deshalb denke ich, dass dieser Asteroid Day eine gute Gelegenheit ist, um das Thema wichtig zu machen und den Menschen klar zu machen: Okay, im Moment kommt kein Asteroid auf uns zu, aber es könnte passieren. Und wenn wir entdecken, dass ein Asteroid auf uns zukommt, was können wir dann tun? Nichts. Heute nichts. Wir sollten besser mit der Planung beginnen. Laut Statistik könnte einer auf uns zukommen, aber wir hoffen, dass das nicht passiert. Und wir hoffen, dass das noch lange nicht passiert. Aber wenn es passiert, sollten wir bereit sein. Es ist nicht unvermeidlich, dass wir nicht bereit sind und akzeptieren, dass wir einfach verschwinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das könnte ein großer Asteroid mit uns anstellen. Stimmt&#8217;s, Dorin? <em>(Anmerkung der Redaktion: der rumänische Kosmonaut D</em><em>umitru Dorin Prunariu saß während des Interviews mit uns am Tisch)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Letztes Jahr haben wir Julie Payette am Asteroid Day interviewt. Und sie sagte, dass Dinosaurier nicht intelligent genug waren, aber wir sind intelligent genug, um Asteroiden zu finden, bevor sie uns finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Wir finden sie, und dann?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Paolo Nespoli: </strong>Es gibt mehrere Schritte. Bislang haben wir noch keinen großen Asteroiden gefunden, der auf die Erde treffen könnte. Aber wenn wir einen finden würden, hätten wir jetzt ein Problem. Aber schon allein das Finden ist ein Schritt. Wenn man ein Problem nicht sieht, kann man es auch nicht lösen. Man löst ein Problem Schritt für Schritt. Und wenn man einen findet, kann man einen Satelliten oder etwas Ähnliches mit Hilfe der Orbitalmechanik in seine Nähe schicken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Missionen hier <em>(Anmerkung der Redaktion: HERA und DART)</em> sind keine einfachen Dinge. Man wacht nicht morgens auf, wirft etwas ins All und macht das einfach so. Es sind komplizierte Missionen. Es gibt eine Menge Dinge, die wir lernen müssen. Wenn wir etwas lernen müssen, wenn wir etwas tun, dann ist es beim nächsten Mal natürlich einfacher. Am Anfang ist es sehr schwer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das gilt für alles. Heute ist es für uns einfach, ein Glas herzustellen <em>(nimmt dabei ein Glas in die Hand)</em>, aber als man damit begann, war es nicht so einfach. Die Herstellung eines Mobiltelefons <em>(nimmt dabei ein Mobiltelefon in die Hand)</em> oder eines Kugelschreibers ist kompliziert. Heute ist es für uns einfach, weil wir wissen, wie es geht. Das müssen wir erreichen, um dieses mögliche Problem lösen zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>O.K. Das waren unsere Fragen. Vielen Dank. Jetzt bleibt nur noch eine Sache. Wir würden gerne mit Ihnen zusammen ein Photo machen. Und ich weiß auch schon, wer das Photo machen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dumitru Dorin Prunariu:</strong> Lacht. <em>(Anmerkung der Redaktion: Wir übergeben Prunariu das Mobiltelefon.)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=16280.msg578455#msg578455" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Asteroid Day</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Asteroid Day Luxemburg 2025: Interview mit Christer Fuglesang</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/asteroid-day-luxemburg-2025-interview-mit-christer-fuglesang/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Aug 2025 13:42:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Exploration]]></category>
		<category><![CDATA[Flüge zur ISS]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Rahmen der Hauptveranstaltung des Asteroid Day in Luxemburg hatte Raumfahrer.net am 28. Juni 2025 die Gelegenheit, Interviews mit den vier teilnehmenden Raumfahrern zu führen. Einer davon war der schwedische Raumfahrer Christer Fuglesang. Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Veranstaltungsbesuch. Christer Fuglesang ist ein europäischer Astronaut schwedischer Abstammung. Er wurde am 18. März 1957 [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Im Rahmen der Hauptveranstaltung des Asteroid Day in Luxemburg hatte Raumfahrer.net am 28. Juni 2025 die Gelegenheit, Interviews mit den vier teilnehmenden Raumfahrern zu führen. Einer davon war der schwedische Raumfahrer Christer Fuglesang.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph"> Autoren: Ingo Muntenaar und Kirsten Müller, Quelle: Veranstaltungsbesuch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Christer Fuglesang ist ein europäischer Astronaut schwedischer Abstammung. Er wurde am 18. März 1957 in Stockholm, Schweden, geboren. 1981 erwarb er einen Master of Science in Ingenieurphysik an der Königlichen Technischen Hochschule (KTH) in Stockholm. 1987 promovierte er in experimenteller Teilchenphysik an der Universität von Stockholm, und 1991 wurde er an dieser Universität Dozent für Teilchenphysik. 2006 wurde er zum außerordentlichen Professor an der Königlichen Technischen Hochschule ernannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits als angehender Doktorand forschte Fuglesang am Europäischen Forschungszentrum für Teilchenphysik (CERN) am UA5-Experiment über Proton-Antiproton-Kollisionen. 1988 nach seiner Promotion bekam er dort eine Festanstellung und arbeitete am CPLEAR-Experiment, das sich mit K-Mesonen beschäftigt. Nach einem Jahr wurde er Gruppenleiter am Teilchenidentifikations-Subdetektor. Im November 1990 erhielt Fuglesang eine Stelle am Manne-Siegbahn-Institut für Physik in Stockholm, blieb aber noch ein weiteres Jahr am CERN, wo er an dem neuen Projekt Large Hadron Collider (LHC) arbeitete.</p>



<figure class="wp-block-image alignleft size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Fuglesang-Autogrammstunde.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Christer Fuglesang während der Autogrammstunde Foto: Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="Christer Fuglesang während der Autogrammstunde Foto: Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="347" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Fuglesang-Autogrammstunde-klein.jpg" alt="Christer Fuglesang während der Autogrammstunde Bild: Kirsten Müller" class="wp-image-148258" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Fuglesang-Autogrammstunde-klein.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Fuglesang-Autogrammstunde-klein-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Christer Fuglesang beim Asteroid Day während der Autogrammstunde<br>Foto: Kirsten Müller</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Christer Fuglesang bewarb sich für eine ausgeschriebene Stelle bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) als Astronaut. Er wurde im Mai 1992 für das Astronautenkorps der ESA mit Sitz im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) in Köln, Deutschland, ausgewählt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im August 1996 trat Christer Fuglesang in die Klasse der Missionsspezialisten im Johnson Space Center der NASA in Houston, USA, ein. Im April 1998 qualifizierte er sich für den Einsatz als Missionsspezialist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Christer Fuglesang verbrachte auf seinen beiden Raumflügen insgesamt 26 Tage, 17 Stunden und 37 Minuten im Weltraum, davon 31 Stunden und 54 Minuten bei fünf Weltraumausstiegen außerhalb druckbeaufschlagter Module.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine erste Space Shuttle Mission STS-116 erfolgte vom 9. bis 22. Dezember 2006. Während dieser Mission wurde von der Besatzung das P5-Gitterstrukturelement zur Raumstation befördert. In den nachfolgenden Tagen wurde das P5-Modul bei mehreren Außenbordeinsätzen in den Gitterstrukturelementverbund integriert. Die Missionszeit betrug 12 Tage, 20 Stunden und 45 Minuten. Bei drei Weltraumausstiegen verbrachte Fuglesang 18 Stunden und 14 Minuten im freien Weltraum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Raumflug von Christer Fuglesang STS-128 fand vom 29. August bis zum 2. September 2009 statt. Fuglesang konnte auf diesem Flug weitere 13 Tage, 20 Stunden und 53 Minuten auf seinem Flugkonto verbuchen, davon zwei weitere Weltraumspaziergänge mit einer Gesamtdauer von 13 Stunden und 40 Minuten. Dieser Flug war ein Logistikflug, bei dem das MPLM (Multi-Purpose Logistics Module) Leonardo zur Nutzlast gehörte. Es wurden Experimente und Flughardware zur Internationalen Raumstation (ISS) gebracht, um diese für eine sechsköpfige Besatzung auszurüsten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Christer Fuglesang beendete im Jahr 2017 seine aktive Karriere als Astronaut bei der ESA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen des Asteroid Day 2025 in Luxemburg trafen Kirsten Müller und Ingo Muntenaar den ESA-Astronauten Christer Fuglesang zu einem Gespräch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net: </strong>Hatten Sie einen Masterplan in Ihrem Leben? Wann entstand der Wunsch, Astronaut zu werden? Oder war das Ganze eher Zufall? Einfach nach dem Motto: &#8222;Mal sehen was die Zukunft bringt. Ich probiere es einfach mal.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christer Fuglesang: </strong>Ich habe niemals studiert, um einmal Astronaut zu werden. Ich war immer an Mathematik und Physik interessiert. Mein größeres Interesse galt allerdings der Physik. Ich habe einen Doktorgrad in Physik erlangt. Dann habe ich eine Forschungsstelle bei CERN (Europäische Organisation für Kernforschung) außerhalb von Genf angeboten bekommen. Eines Tages habe ich dann in einer Tageszeitung eine Anzeige der ESA gelesen. Es wurden Astronauten für zukünftige Raumflüge mit europäischen Astronauten gesucht. Dann habe ich erst einmal überlegt. Sollte ich es wirklich mal in den Weltraum schaffen dann müsste ich jetzt aktiv werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net</strong><strong>:</strong> Sie haben sich nur ein einziges Mal beworben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christer Fuglesang:</strong> Ja. Der Bewerbungsprozess hat sich über 2 Jahre hingezogen. Im Mai 1992 waren wir dann nur noch 6 Bewerber. Also wurden wir dann als 2. Bewerbergruppe zu ESA-Astronauten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net</strong><strong>:</strong> Sie waren das Ersatzcrewmitglied für Thomas Reiter auf seinem Sojus TM-22 / Euromir 95-Flug. Was sind die Hauptunterschiede zwischen der Ausbildung zum Missionsspezialisten für das Space Shuttle und der Ausbildung zum Flugingenieur für die Sojus? Oder was haben sie gemeinsam?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christer Fuglesang:</strong> Gemeinsamkeiten sind Checklisten. Wir haben immer nach Checklisten gearbeitet. Aber im russischen Programm musste man mehr über die einzelnen Bordsysteme wissen. Wir mussten sehr viel mehr über die einzelnen Systeme lernen. Ich habe natürlich nicht nur für einen Soyuzflug trainiert sondern auch für einen Langzeitaufenthalt auf der Raumstation Mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mir-Station hatte nicht solche Kontaktzeiten zu Bodenstationen, wie es heute die ISS hat. Die Kontaktzeiten zur Bodenstationen waren bei der Mir-Station wesentlich kürzer. Daher musste man sämtliche Systeme viel besser kennen, weil man längere Zeit autark arbeiten musste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Space Shuttle wurde man beinahe rund um die Uhr durch Bodenstationen überwacht. Die Space Shuttle Missionen waren sehr kompakte Missionen. Die Bordzeit wurde sehr effizient genutzt. Sämtliche Arbeiten mussten während der Flugzeit abgearbeitet werden. Aber wir haben gelernt, unsere Arbeiten hauptsächlich nach Checklisten abzuarbeiten. Das war bei Situationen der Fall, in denen wir vom Erwartbaren abgewichen sind, also unplanmäßige Situationen während des Fluges.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net</strong><strong>:</strong> Lassen Sie uns mal über ihre erste Space Shuttle Mission STS-116 sprechen. Sie wurden für diese Mission als EVA-Teammitglied ausgebildet. Von den 5 Raumspaziergängen haben Sie insgesamt 3 absolviert. Der vierte Raumspaziergang war ein unplanmäßiger Ausstieg. Den haben Sie gemeinsam mit Robert Curbeam absolviert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie haben Sie diesen unplanmäßigen EVA geplant? Oder haben Sie solche unerwarteten Ereignisse im großen Schwimmbecken im Johnson Space Center in Houston trainiert (NBL – Neutral Buoyancy Tank / Schwimmbecken als Teil der Sonny Carter Training Facility)?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>(Anmerkung der Redaktion: Bei EVA 3 setzten die Astronauten Robert Curbeam und Sunita Williams als „Zusatzaufgabe“ zur EVA auch die Arbeit am Einfahren eines klemmenden Solarzellenauslegers fort. Weitere sechs Abschnitte des P6 (Solarzellenausleger an der Backbordseite) konnten vollständig eingefahren werden. Am Ende des EVA 3 waren somit noch 11 Abschnitte übrig, die manuelle Hilfe zum vollständigen Einfahren des Solarzellenauslegers benötigten. Diese Arbeiten wurden bei dem unplanmäßigen Weltraumspaziergang am 18. Dezember 2006 von Robert Curbeam und Christer Fuglesang durchgeführt.)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christer Fuglesang:</strong> Natürlich haben wir im NBL außergewöhnliche Szenarien trainiert für den Fall, dass etwas schiefgeht. Aber für diese besondere Reparaturmaßnahme hatten wir keinen Plan. Als wir diesen Weltraumausstieg gestartet hatten, wusste noch niemand genau, wo der Fehler lag. Wir hatten einige improvisierte Werkzeuge dabei. Uns hatte die Bodenstation Anweisungen gegeben, wie wir diese selbstgebauten Werkzeuge bauen sollten. In der Kabine hatten wir dann einige Teile mit Tape zusammengebaut und damit sollten wir dann bei unserem Raumspaziergang an den klemmenden Solarzellenfeldern herummanipulieren in der Hoffnung, diese bewegen und lösen zu können. Dabei mussten wir sehr vorsichtig mit diesen Solarzellen sein. Bei voller Sonneneinstrahlung haben diese Solarzellen 60 Volt Gleichstrom produziert und man konnte diese Stromerzeugung nicht abschalten. Wir mussten also sämtliche metallischen Teile an unseren Raumanzügen isolieren, um nicht Gefahr zu laufen, dass wenn wir doch versehentlich die Solarzellenausleger berühren, es zu einem Stromschlag kommt. Also ja, es war schon ein sehr interessanter Weltraumspaziergang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun, wir waren nur 2 Personen, die an diesem Unternehmen direkt beteiligt waren. An Bord des Space Shuttle und der Internationalen Raumstation waren 8 Personen, von der Bodenkontrollstation haben ebenfalls hunderte Leute zugeschaut. Gemeinsam haben wir an dem Problem gearbeitet und konnten es lösen. Ja, wir konnten am Ende den kompletten Solarzellenausleger einfahren. Für mich war es der interessanteste Weltraumspaziergang.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>(Anmerkung der Redaktion zum Flug STS-128: Als Sie etwa 20 Minuten nach dem Start von STS-128 über Deutschland flogen, sah ich das Space Shuttle und den externen Tank nebeneinander fliegen. Das war in der Morgendämmerung des 29. August 2009, und für mich war es ein großartiger Anblick. Es war das erste Mal, dass ich eine Raumfähre so kurz nach dem Start gesehen habe.)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net</strong><strong>: </strong>Warum haben Sie nie einen Langzeitflug auf der ISS gemacht?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christer Fuglesang: </strong>Ganz einfach. Schweden hat nicht genug Geld bezahlt. Es hat nichts damit zu tun, dass ich keinen Langzeitflug hätte machen wollen. Es ging auch nicht darum, dass ich nicht kompetent genug wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach meinem ersten Flug hatte ich den damaligen DG (Generaldirektor der ESA) Jean-Jacques Dordain (Direktor von Juli 2003 bis Juni 2015) getroffen. Er sagte mir, dass ich mit meinem ersten Raumflug eine sehr gute Arbeit geleistet hatte. Er sagte mir auch, dass es für mich einen weiteren Space Shuttle Flug in der Zukunft gäbe. Und das wäre es dann für mich gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und auch wenn er dass nicht gesagt hätte, hätte ich mir denken können, dass es das gewesen ist. Ich war da bereits lange genug bei der ESA. Wenn Dein Land genug für bemannte Raumfahrt bezahlt, steigen Deine Chancen für weitere Flüge.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net</strong><strong>:</strong> Wir wollen jetzt einfach mal die politischen Fragen auslassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christer Fuglesang: </strong>Nein, nein, die sind schon sehr wichtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net</strong><strong>:</strong> Gut, es ist Ihre Zeit, die wir hier beanspruchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was wir momentan sehen ist, dass die NASA ihr Budget sehr stark kürzen wird. Am 2. Mai 2025 veröffentlichte die Trump-Regierung ihren Haushaltsvorschlag für das Jahr 2026 für die NASA, der die Einstellung der Programme Orion und SLS nach Artemis III vorsieht. Was aus den weiteren Flügen im Rahmen des Artemis-Programms wird, weiß zur Zeit keiner. Die Besatzungsgröße bei den Crew Dragon Flügen wird möglicherweise auf nur noch einen NASA Astronauten reduziert werden. Die Besatzung würde bei drei verbliebenen Crew-Mitgliedern vermutlich aus einem NASA-Astronauten, einem russischen Raumfahrer und einem internationalen Besatzungsmitglied zusammengesetzt werden <em>(Anmerkung der Redaktion: Ansicht von Raumfahrer.net)</em>. Ein weiterer NASA-Astronaut wird dann zukünftig bei einer Crewgröße von 3 Personen entweder gar nicht erst nominiert werden oder auf einen kommenden Flug umgebucht werden. Es würde abgesehen von den bereits im Flugplan stehenden Orion-Flügen keine weiteren Orion-Raumfahrzeuge mehr gebaut werden. Genauso sieht es bei der Trägerrakete SLS (Space Launch System) aus. Die in Entwicklung befindliche Mondstation LOP-G (Lunar Orbital Platform-Gateway) steht durch die Haushaltskürzungen wohl ebenfalls vor dem Aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie wird die Einstellung sämtlicher Aktivitäten Europa, Kanada und Japan beeinflussen? Was können diese Staaten tun, wenn die Vereinigten Staaten nicht mehr am Mondexplorationsprogramm teilnehmen?</p>



<figure class="wp-block-image alignright size-full"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Fuglesang-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Christer Fuglesang / ESA (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) Foto: Kirsten Müller" data-rl_caption="" title="Christer Fuglesang / ESA (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) Foto: Kirsten Müller" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" width="260" height="347" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Fuglesang-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein.jpg" alt="Christer Fuglesang / ESA (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) Foto: Kirsten Müller" class="wp-image-148260" srcset="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Fuglesang-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein.jpg 260w, https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2025/08/Fuglesang-Ingo-Kirsten-Asteroid-Day-2025-klein-225x300.jpg 225w" sizes="(max-width: 260px) 100vw, 260px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Christer Fuglesang / ESA (Mitte) mit Ingo Muntenaar (links) und Kirsten Müller (rechts) 
Foto: Kirsten Müller</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christer Fuglesang: </strong>Stellen wir uns einfach mal vor, dass Europa genauso viel bezahlt, wie es die USA nach den Budgetkürzungen macht. Wir (Anmerkung der Redaktion: Europa), können eine Menge machen. Wir sollten uns nicht darüber beschweren, dass die NASA ihr Raumfahrtbudget kürzt. Es ist dann immer noch einiges höher als unser Budget. Es ist auch nicht so, dass die NASA das Raumfahrtbudget kürzt. Trump möchte das. Und der U.S. Kongress wird die entsprechenden Beschlüsse dazu fassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Budgetkürzungen so drastisch ausfallen, wie Trump es vorgeschlagen hat. Es wird bestimmt Kürzungen geben. Aber es werden hauptsächlich Kürzungen im Wissenschaftsprogramm stattfinden. Bei der Erkundung des Weltraums sollen nicht so drastische Kürzungen durchgeführt werden. Trump schlägt vor, dass Gelder, die für die Mondexploration vorgesehen waren, für die Marsexploration ausgegeben werden. Er möchte, dass man schneller zum Mars kommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er möchte auch, dass man das Space Lauch System einstellt. Das ist übrigens auch meine Meinung. SLS ist nicht nachhaltig und darüber hinaus sehr teuer. Bevor Trump zurück ins Amt kam, war meine Meinung die, dass SLS drei mal fliegen würde. Danach hätte ich mir vorstellen können, dass man Starship oder möglicherweise die New Glenn Rakete einsetzen würde. Es wird möglicherweise eine Verzögerung im Artemis-Programm geben. Ich glaube aber nicht, dass das Programm nach dem Artemis-III Flug gestoppt wird. Die orbitale Mondstation Gateway wird möglicherweise nicht gebaut werden. Ich war sowieso nicht von Gateway überzeugt. Natürlich ist es gut, wenn wir Infrastruktur im Weltraum, und auch um den Mond, aufbauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man sich auf die Monderkundung konzentrieren möchte, Erkundung der Mondoberfläche und eine Station auf der Mondoberfläche, ist es dann preiswerter, wenn man eine orbitale Mondstation baut (Gateway), oder ist es preiswerter, wenn man den Mond direkt anfliegt? Ich bin nicht traurig, wenn Gateway nicht kommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Europa ist es sehr traurig. Da haben wir in die Orion-Kapsel investiert. Und möglicherweise gibt es da nur noch 2 weitere Flüge. Wir bauen auch zur Zeit Module für Gateway. Wir können unsere Zukunft doch selbst gestalten. Wir können das fehlende Geld doch selber einbringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net</strong><strong>:</strong> Sprechen wir über das Hier und Jetzt. Wir befinden uns beim Asteroid Day in Luxemburg. Der 30. Juni dieses Jahres erinnert an den Asteroideneinschlag im Jahr 1908 in der Region Tunguska im heutigen Krasnojarsker Gebiet. Der Asteroid Day soll das Bewusstsein für die Gefahr eines Asteroiden- oder Kometeneinschlags in die Erdatmosphäre schärfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was sind Ihre Visionen für die Asteroidenabwehr?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christer Fuglesang:</strong> Ich finde das, was wir gerade machen, sehr gut. Wir verbessern uns gerade bei den Beobachtungsmethoden. Und parallel dazu können wir neue Methoden entwickeln. Wenn wir etwas auf uns zukommen sehen, können wir Maßnahmen ergreifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die HERA- (als Teil der Asteroid Impact and Deflection Assessment Zusammenarbeit) und die DART- (Double Asteroid Redirection Test) Missionen sind die ersten Missionen, bei denen wir so etwas austesten. Zukünftig sollten wir uns weiter in Richtung Techniken zum Ablenken von Asteroiden aus ihrer Bahn konzentrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumfahrer.net</strong><strong>:</strong> Vielen Dank für das Gespräch. Zum Abschluss hätten wir gerne noch ein gemeinsames Photo. Ist das möglich?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=16280.msg578295#msg578295" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Asteroid Day</a></li>
</ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Technisches Museum Wien: Highlight-Objekte zum Thema Raumfahrt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/technisches-museum-wien-highlight-objekte-zum-thema-raumfahrt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Apr 2022 18:08:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
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		<category><![CDATA[Raketen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die neue Ausstellungserweiterung zum Thema „Space“ zeigt aktuelle und historische Weltraumtechnologien mit Österreich-Bezug. Eine Presseinformation des Technischen Museums Wien. Quelle: Technisches Museum Wien. 5. April 2022 &#8211; Ab 6. April 2022 wird der Dauerausstellungsbereich „Mobilität“ noch „überirdischer“ und präsentiert österreichische Beteiligungen an der Raumfahrt. Einerseits wird mit originalen Objekten und Experimenten ein Blick zurück auf [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die neue Ausstellungserweiterung zum Thema „Space“ zeigt aktuelle und historische Weltraumtechnologien mit Österreich-Bezug. Eine Presseinformation des Technischen Museums Wien.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Quelle: Technisches Museum Wien.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mondlandemodul2k.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mondlandemodul26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Prototyp des Mondlandemoduls „Lunar Lander“: Der Prototyp des Lunar Landing Module 1 entstand zwischen Mai und Oktober 2014 in Zusammenarbeit mit dem Part-Time Scientists und dem Space Team der TU Wien. Der Lander wurde so konstruiert, dass er die 8,5 fache Erdbeschleunigung beim Raketenstart ebenso aufnehmen kann wie die Landung am Mond. Maßstab: 1:1 (Bild: Technisches Museum Wien)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">5. April 2022 &#8211; Ab 6. April 2022 wird der Dauerausstellungsbereich „Mobilität“ noch „überirdischer“ und präsentiert österreichische Beteiligungen an der Raumfahrt. Einerseits wird mit originalen Objekten und Experimenten ein Blick zurück auf Österreichs einzige bemannte Weltraummission AustroMIR und seine bedeutenden Folgen und Erkenntnisse für Wissenschaft und Forschung geworfen, andererseits werden auch innovative Projekte von österreichischen Firmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen thematisiert, die aktuell die Zukunft des „New Space“ mitgestalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die AustroMIR-Mission 1991 schreibt österreichische Raumfahrtgeschichte</strong><br>Im Jahre 1987 entschlossen sich die damalige UdSSR und die österreichische Bundesregierung zur Durchführung eines gemeinsamen bemannten Weltraumfluges zur Raumstation MIR. Hauptzweck der AustroMIR-Mission war die Durchführung wissenschaftlicher Experimente aus dem medizinischen und technischen Bereich, für deren Auswertung österreichische und sowjetische Institutionen noch jahrelang kooperierten. Die erfolgreiche Zusammenarbeit diente auch als Vorbild für weitere Kooperationen mit westlichen Staaten und legte so auch einen Grundstein für die internationale Zusammenarbeit auf der Raumstation ISS.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer öffentlichen Ausschreibung für Kosmonautenkandidat*innen und Experimentvorschläge im Jahr 1988 wurde am 2. Oktober 1991 österreichische Raumfahrtgeschichte geschrieben: Der Wissenschaftskosmonaut Franz Viehböck begab sich mit 17 österreichischen Experimenten als erster und bisher einziger Österreicher auf die siebentägige Mission zur Raumstation MIR. Und das übrigens zu einem Schnäppchenpreis im Vergleich zu heutigen Weltraumfahrten: Der Flug und das Training von Franz Viehböck und seinem „Backup“ Clemens Lothaler schlugen sich mit 85 Millionen Schilling zu Buche, was inflationsbereinigt heute etwa 10,63 Millionen Euro entspricht. Die NASA verrechnet derzeit rund 43 Millionen Euro für das Training eines/r Weltraumtourist*in und eine Woche Aufenthalt auf der ISS, während die „Inspiration4“-Mission, die am 16. September 2021 erstmals ausschließlich Laien-Raumfahrer*innen für vier Tage in den Weltraum brachte, rund 170 Millionen Euro kostete.<br>Die Gesamtausgaben des Projekts AustroMIR betrugen von 1987 bis zu seinem offiziellen Ende 1992 rund 230 Millionen Schilling (entspricht etwa 28,75 Millionen Euro), darin inbegriffen sind auch die Kosten für die Experimente und ihre Auswertung, die wichtige Impulse für die österreichische Forschungslandschaft lieferten und maßgeblich für die Weiterentwicklung der astronautischen Raumfahrt waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die folgenden Experimente und Objekte der AustroMIR-Mission werden im neuen Ausstellungsbereich präsentiert:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Medizinische Experimente</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ErgometerMOTOMIR2k.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ErgometerMOTOMIR26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Ergometer MOTOMIR: Durch speziell konzipierte Übungen half MOTOMIR den Raumfahrern den Muskelschwund nachweislich aufzuhalten (Bild: Technisches Museum Wien)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>MOTOMIR</strong><br>Mit dem in Österreich entwickelten Ergometer MOTOMIR konnte der Muskelschwund während eines Raumfluges erstmals genau gemessen werden. Dabei wurde festgestellt, dass sich die Muskulatur bereits nach wenigen Tagen in Schwerelosigkeit zurückbildet, nach sechs Monaten in der Schwerelosigkeit würde der Muskelapparat ohne Training um 30 bis 40 Jahre altern. Durch speziell konzipierte Übungen half MOTOMIR den Raumfahrern den Muskelschwund nachweislich aufzuhalten – der Kosmonaut Alexander Wolkow konnte seine Fitnesswerte während des Flugs sogar verbessern. Das Gerät wurde von russischen Kosmonauten auf der Raumstation MIR bis zu ihrem Absturz 1999 weiter genutzt. Die Projektverantwortlichen Norbert Bachl und Harald Tschan vom Sportinstitut der Universität Wien werteten in den 1990er-Jahren gemeinsam mit dem Institut für Biomedizinische Probleme in Moskau die Ergebnisse aus. Diese Erkenntnisse ebneten den Weg für Langzeitaufenthalte von Astronaut*innen auch auf der Internationalen Raumstation ISS und flossen ebenfalls in die Entwicklung von Trainingsgeräten für Reha-Patient*innen mit langer Bettlägerigkeit ein. Auf Einladung der NASA sollte ein weiterer am Institut entwickelter Ergometer auf eine Mission des Space Shuttles Anfang der 2000er-Jahre geflogen werden. Der Absturz der Raumfähre Columbia im Februar 2003 verhinderte jedoch die Mission. Ein weiteres Folgeprojekt war die Mitwirkung des MOTOMIR-Teams bei der Marsanalogmission MARS 500 (3. Juni 2010 bis 4. November 2011), für die auch ein Trainingsgerät angefertigt wurde.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DosimeterNr11DOSIMIR2k.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DosimeterNr11DOSIMIR26.jpg" alt=""/></a><figcaption>DOSIMIR: Die für die AustroMir-Mission entwickelten Dosimeter (Projekt DOSIMIR) werden nach wie vor weltweit eingesetzt. Ein Dosimeter ist ein Gerät, das mit speziellen Kristallen ausgestattet ist und an unterschiedlichen Orten der Raumstation angebracht wird. Zurück auf der Erde werden die mithilfe der Kristalle erhobenen Daten ausgewertet und geben Auskunft über die kosmische und solare Strahlung im Orbit (Bild: Technisches Museum Wien)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>DOSIMIR</strong><br>Die am Atominstitut der österreichischen Universitäten vom Projektteam um Norbert Vana für die AustroMIR-Mission entwickelten Dosimeter (Projekt DOSIMIR) werden nach wie vor weltweit eingesetzt. Ein Dosimeter ist ein Gerät, das mit speziell am Institut gezüchteten Kristallen ausgestattet ist und an unterschiedlichen Orten der Raumstation angebracht wird. Zurück auf der Erde werden die mithilfe der Kristalle erhobenen Daten ausgewertet und geben Auskunft über die kosmische und solare Strahlung im Orbit. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt werden Dosimeter für die Internationale Raumstation ISS erstellt, die alle sechs Monate ausgetauscht und in der Folge am Atominstitut ausgewertet und für einen neue Messserie vorbereitet werden. Durch diese langfristigen Messreihen konnte die Strahlenbelastung im Low Earth Orbit (ca. 400 km Höhe) verlässlich bestimmt werden. Sie ist, abhängig von der Intensität des 11-jährigen Sonnenzyklus und der kosmischen Strahlung auf der Raumstation, um 30 bis 50 % höher als auf der Erde. Aufgrund der Reinheit der am Atominstitut gezüchteten Kristalle kann außerdem die biologische Schadwirkung auf den menschlichen Organismus untersucht werden – nach wie vor weltweit einzigartig an den in Österreich entwickelten Dosimetern.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/OPTOVERT2k.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/OPTOVERT26.jpg" alt=""/></a><figcaption>OPTOVERT: Mit dem Experiment OPTOVERT wurde untersucht, welche Rolle Körperorgane und das visuelle System bei der Orientierung im Weltraum spielen. Die Ergebnisse des Experiments erlaubten es russischen und österreichischen Weltraummediziner*innen, die bei Raumfahrenden auftretenden Symptome wie Schwindel oder Übelkeit besser zu diagnostizieren und zu behandeln (Bild: Technisches Museum Wien)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>OPTOVERT</strong><br>Es ist nicht schwer vorstellbar, dass der Gleichgewichtssinn und die Raumorientierung in der Schwerelosigkeit beeinträchtigt sind. Mit dem Experiment OPTOVERT wurde untersucht, welche Rolle Körperorgane und das visuelle System bei der Orientierung im Weltraum spielen – genauer gesagt, das Phänomen Vektion. Dies bezeichnet einen Effekt, den wir wahrscheinlich alle beim Zugfahren schon erlebt haben: Man sitzt in einem ruhenden Zug und beobachtet einen abfahrenden Zug am Nebengleis und erhält den Eindruck, man selbst würde sich bewegen. Für das von der Neurologischen Universitätsklinik Wien unter Christian Müller durchgeführte Experiment musste sich Franz Viehböck in einen sogenannten optokinetischen Simulator begeben – einen Zylinder, den er mit Bändern wie eine Gesichtsmaske befestigte. An zwei Tagen absolvierte er jeweils einen Durchgang mit vier Programmen, sowohl freischwebend als auch fest auf einer Unterlage angeschnallt. Seine Sinneseindrücke während eines Experiments nahm Franz Viehböck mittels Diktafons auf. Als einziger Teil des Experiments wurden diese Kassetten zur Auswertung wieder auf die Erde zurückgebracht. Die Ergebnisse des Experiments erlaubten es russischen und österreichischen Weltraummediziner*innen, die bei Raumfahrenden auftretenden Symptome wie Schwindel oder Übelkeit besser zu diagnostizieren und zu behandeln. Von russischen Kosmonauten der Nachfolgemissionen wurde OTPOVERT auch noch mehrere Jahre genutzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Technische Experimente</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/MIGMASABild22k.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/MIGMASABild226.jpg" alt=""/></a><figcaption>MIGMAS-A: Mit diesem Rasterionenmikroskop konnten organische und anorganische Materialien auf der Raumstation MIR chemisch analysiert werden. Von besonderem Interesse war dabei, wie sich die kosmische Strahlung auf Materialien im Weltraum innerhalb und außerhalb der Raumstation auswirkt und wie sich die verwendeten Materialien unter Weltraumbedingungen chemisch verändern. (Bild: Technisches Museum Wien)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>MIGMAS-A</strong><br>Mit diesem Rasterionenmikroskop konnten organische und anorganische Materialien auf der Raumstation MIR chemisch analysiert werden. Von besonderem Interesse war dabei, wie sich die kosmische Strahlung auf Materialien im Weltraum innerhalb und außerhalb der Raumstation auswirkt und wie sich die verwendeten Materialien unter Weltraumbedingungen chemisch verändern. Ein weiterer Untersuchungsgegenstand war die Weltraumkorrosion: Auf einer astronautischen Raumstation herrschen spezielle Bedingungen: Menschliche Ausdünstungen in Kombination mit der erhöhten Strahlung beeinflussen die mechanischen und chemischen Eigenschaften von Strukturelementen, Abschirm- und Isolationsmaterialien. Mit MIGMAS-A, das bis zum Absturz der Raumstation MIR 1999 weiterverwendet wurde, konnten diese Veränderungen untersucht werden.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/LOGION2k.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/LOGION26.jpg" alt=""/></a><figcaption>LOGION: Mit diesem Experiment wurde untersucht, wie ein fokussierter, stabiler Ionenstrahlbündel in der Schwerelosigkeit hergestellt werden kann. Das daraus erzielten Wissen trug dazu bei, ein Ionentriebwerk zu entwickeln, das seit 2017 vom österreichischen Start-up Enpulsion kommerziell vermarktet wird (Bild: Technisches Museum Wien)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>LOGION</strong><br>Mit diesem Experiment wurde untersucht, wie ein fokussiertes, stabiles Ionenstrahlbündel in der Schwerelosigkeit hergestellt werden kann. Mit LOGION konnte durch das Anlegen einer Spannung an einer Nadel ein feiner Ionenstrahl erzeugt werden. Die Nadel war mit einem Reservoir aus flüssigem und elektrisch geladenem Indium verbunden, das als Treibstoff diente. Dabei standen zwei mögliche Anwendungen im Vordergrund: Raumfahrzeuge laden sich durch den Sonnenwind und die kosmische Strahlung elektrisch auf, wodurch die Durchführung von wissenschaftlichen Experimenten beeinträchtigt werden kann oder sogar ein Ausfall von Geräten droht. Mit an der Außenhaut angebrachten Ionenemittern sollte diese Aufladung neutralisiert werden. Zum anderen konnten diese Ionenstrahlen aber auch als elektrische Triebwerke eingesetzt werden, denn der Ionenstrahl erzeugt einen kleinen, aber stetigen Rückstoß, mit dem Satelliten beschleunigt oder Bahnkorrekturen durchgeführt werden konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem damals gewonnenen Know-how aus den Experimenten MIGMAS-A und LOGION, die unter Willibald Riedler und Friedrich Rüdenauer vom Forschungszentrum Seibersdorf, dem Institut für Weltraumforschung der österreichischen Akademie der Wissenschaften und dem Institut für Nachrichtentechnik und Wellentechnik der TU Graz durchgeführt wurden, konnte in den folgenden Jahren an der FH Wiener Neustadt ein Ionentriebwerk entwickelt werden, das seit 2017 vom österreichischen Start-up Enpulsion kommerziell vermarktet wird. Enpulsion ist mittlerweile das weltweit führende Unternehmen für den Bau von Ionentriebwerken für Mikro- und Nanosatelliten. Als Treibstoff nutzt das Triebwerk das Metall Indium in flüssiger Form. Durch ein elektrostatisches Feld werden Tröpfchen des Metalls ionisiert, beschleunigt und ausgestoßen. Dadurch entsteht ein Schub, wodurch die Satelliten sehr präzise angetrieben werden können. Mithilfe dieser Triebwerke ist es möglich, Satelliten auf ihrer Umlaufbahn viel genauer zu positionieren als mit herkömmlichen Antrieben. Die Triebwerke können auch modulartig erweitert und zusammengeschaltet werden, sodass der jeweils benötigte Schub exakt bereitgestellt werden kann.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DatamirZentraleinheit2k.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/DatamirZentraleinheit26.jpg" alt=""/></a><figcaption>DATAMIR war das elektronische Herz- und Hirn der gesamten AustroMIR-Mission. Fast alle Experimente waren mit der Zentraleinheit verbunden, die die gewonnen Daten auch dort speicherte. DATAMIR diente als Schnittstelle mit dem Zentralcomputer der MIR und erlaubte so die direkte Übertragung von Messdaten zur Erde (Bild: Technisches Museum Wien)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>DATAMIR</strong><br>Der Bordcomputer der Mission mit damals beachtlichem Festplattenspeicher von 20 MB und einem Arbeitsspeicher von 640 KB diente zur Steuerung des zeitlichen Ablaufs eines Experiments und zur Aufzeichnung der dabei gewonnen Messdaten. Gleichzeitig ermöglichte DATAMIR die Verbindung zum Telemetriesystem der Raumstation MIR und damit die direkte Übertragung der Messdaten zur Erde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>FEM</strong><br>Im Rahmen der Fernmeldeerkundung FEM wurden mit Kameras und Erdbeobachtungssensoren der MIR Aufnahmen von Österreich aus dem Weltall gemacht. Ergänzt wurden sie durch zeitgleich durchgeführte Flugaufnahmen und Untersuchungen am Boden. Die Aufnahmen deckten ein Gebiet der Größe von ca. 225 x 150 Kilometer ab und wurden beim Überflug über Österreich im August 1991 in einer Höhe von ca. 350 Kilometer aufgenommen. Konzipiert und durchgeführt von Instituten der Technischen Universität Wien, der Universität Graz, der Universität Innsbruck, der Universität für Bodenkultur Wien, der Universität Klagenfurt und der Forschungsgesellschaft Joanneum, konnten damit Grundlagen geschaffen werden, wie Satellitenaufnahmen von Boden- und Vegetationsflächen besser interpretiert und ausgewertet werden, die vor allem für die Auswertung des Zustands des Waldes und der Schadstoffemissionen von Bedeutung waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Artefakte und Objekte der AustroMIR-Mission</strong><br>Zusätzlich werden Kleidungsstücke und Memorabilia des ersten österreichischen Kosmonauten Franz Viehböck gezeigt, wie sein Pulsgürtel oder Helm. Besonderes Highlight ist der originale Raumanzug von Franz Viehböck, der den Wissenschaftskosmonauten auf seiner Mission begleitete. Der maßgeschneiderte Sokol-Raumanzug der Version KW2, der seit 1980 der Standarddruckanzug der russischen Raumfahrt ist und bei Start-, Lande- und Taxiflügen zur Internationalen Raumstation ISS verwendet wird. Der Anzug wiegt etwa 9 kg und ist aus Kunststoff – Kapron und Nylon – gefertigt. Die Schuhe sind in den Anzug integriert, die Handschuhe lassen sich mittels eines Aluminiummetallrings an- und ausziehen. Das Visier aus Polycarbonat lässt sich öffnen. Am linken Handgelenk befindet sich ein Druckmesser, mit dem der Innendruck des Anzugs kontrolliert werden kann. Mit dem Spiegel am rechten Handgelenk lassen sich alle Bordinstrumente der Kapsel auch liegend bequem ablesen. Elektrische Anschlüsse für die Überwachung der medizinischen Werte und für die Kommunikation mit Kopfhörer und Mikrofon sitzen rechts auf Bauchhöhe. In der UdSSR gingen die Raumanzüge in das Eigentum der KosmonautInnen über. Franz Vieböcks Anzug verblieb jedoch in Russland und wurde Mitte der 1990er-Jahre über das Auktionshaus Sotheby’s an eine Privatperson in den USA verkauft, bevor er Anfang der 2000er-Jahre neuerlich zum Verkauf angeboten und von der Berndorf AG erworben wurde, die es dem im Zuge der 30-jährigen Jubiläumsfeierlichkeiten im Oktober 2021 dem Technischen Museum Wien als Dauerleihgabe überließ.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aktuelle österreichische Weltraumfahrt und -forschung</strong><br>Aber auch aktuell mischen österreichische Firmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen im „New Space“ mit. Vom Satellitennavigationsempfänger über Isolationsfolien, Ionentriebwerke, Treibstofftanks bis zum speziellem Weltraumcomputerchip: In jeder europäischen Rakete und in vielen Satelliten weltweit befindet sich Weltraumtechnologie aus Österreich – bald schon auch auf dem Weg zum Mond.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Highlights im neuen Ausstellungsbereich zum Thema Raumfahrt inkludieren:</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/CubeSatPegasus2k.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/CubeSatPegasus26.jpg" alt=""/></a><figcaption>CubeSat Pegasus: Das Modell ist eine (fast) funktionstüchtige 1:1-Kopie des echten Satelliten. PEGASUS wurde federführend von der FH Wiener Neustadt gebaut und ist der erste Satellit, der vollständig in Österreich konzipiert wurde. Seit 2017 ist er im Weltall, wo er auf 500 Kilometern Höhe Messungen zum Zustand der obersten Schicht der Erdatmosphäre durchführt. (Bild: Technisches Museum Wien)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Satellit CubeSat PEGASUS / AT03</strong><br>Das Modell ist eine (fast) funktionstüchtige 1:1-Kopie des echten Satelliten. PEGASUS wurde federführend von der FH Wiener Neustadt gebaut und ist der erste Satellit, der vollständig in Österreich konzipiert wurde. Seit 2017 ist er im Weltall, wo er auf 500 Kilometern Höhe Messungen zum Zustand der obersten Schicht der Erdatmosphäre durchführt. Mit den würfelförmigen und genormten CubeSats ist der Bau von Forschungssatelliten viel billiger geworden. Nun können auch Universitäten und Forschungseinrichtungen wie das Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, die FH Wiener Neustadt, das TU Wien Space Team oder das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) eigene Satelliten bauen und starten lassen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SatellitennavigationsgertExplosionsmodell2k.jpg" data-rel="lightbox-image-8" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/SatellitennavigationsgertExplosionsmodell26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Explosionsmodell eines Satellitennavigationsgeräts: Mit diesem Gerät, das mit der Antenne eines Satelliten verbunden wird, lässt sich die Position des Satelliten in der Erdumlaufbahn bis auf wenige Zentimeter genau bestimmen. Das vorliegende Gerät der Firma Beyond Gravity, vormals RUAG Austria wurde 2013 für einen Mission im Auftrag der japanischen Weltraumbehörde JAXA produziert (Bild: Technisches Museum Wien)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Satellitennavigationsgerät (Explosionsmodell)</strong><br>Mit diesem Gerät, das mit der Antenne eines Satelliten verbunden wird, lässt sich die Position des Satelliten in der Erdumlaufbahn bis auf wenige Zentimeter genau bestimmen. Das Gerät von der Firma Beyond Gravity, vormals RUAG Space Austria, ist für eine Lebensdauer von sieben Jahren ausgelegt. Ähnliche Modelle sind bei den europäischen Umweltsatelliten Sentinel 1, 2, 3 sowie dem NASA-Klimasatelliten IceSat-2 im Einsatz.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/TTEthernetControllerSpace2k.jpg" data-rel="lightbox-image-9" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/TTEthernetControllerSpace26.jpg" alt=""/></a><figcaption>Der TTEthernet-Controller Space der Firma TTTech ist ein speziell für Weltraumbedingungen konzipierter und hergestellter Chip in einem raumfahrttauglichen Gehäuse aus Keramik. (Bild: Technisches Museum Wien)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>TTEthernet-Controller Space</strong><br>Der TTEthernet-Controller Space ist ein speziell für Weltraumbedingungen konzipierter und hergestellter Chip in einem raumfahrttauglichen Gehäuse aus Keramik. Das gezeigte Bauteil wurde in den Jahren 2015 bis 2022 von der Wiener Firma TTTech Computertechnik AG für verschiedene Raumfahrtanwendungen entwickelt. In der Raumfahrt muss das Kommunikationssystem besonders ausfallsicher sein. Es stellt eine sehr zuverlässige Datenübertragung zwischen verschiedenen elektronischen Baugruppen sicher und ist somit das Schlüsselelement für das „Nervensystem“ von Trägerraketen wie der Ariane 6, von Satelliten oder von Raumstationen wie etwa dem „Lunar Gateway“. Der „Lunar Gateway“ wird ab 2025 den Mond umkreisen und Basis für Expeditionen zum Mond und Mars sein.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ZndergehuseSchnittmodellBild22k.jpg" data-rel="lightbox-image-10" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ZndergehuseSchnittmodellBild226.jpg" alt=""/></a><figcaption>Schnittmodell eines Zündergehäuses für ein Feststoffraketentriebwerk: Dieses Zündergehäuse der Firma Peak Technology ist rund fünf Kilogramm schwer, etwa 70 Zentimeter lang, zylindrisch und aus zehn Kilometern Kohlefaser gewickelt. Mit einem Adapterring ist es unmittelbar mit dem Raketenmotor der zweiten Raketenstufe der europäischen Trägerrakete VEGA C verbunden. Gefüllt ist es mit rund fünf Kilogramm Festbrennstoff (Bild: Technisches Museum Wien)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schnittmodell eines Zündergehäuses für ein Feststoffraketentriebwerk</strong><br>Dieses Zündergehäuse der Firma Peak Technology ist rund fünf Kilogramm schwer etwa 70 Zentimeter lang, zylindrisch und aus zehn Kilometern Kohlefaser gewickelt. Mit einem Adapterring ist das Zündergehäuse unmittelbar mit dem Raketenmotor der zweiten Raketenstufe der europäischen Trägerrakete VEGA C verbunden. Gefüllt ist es mit rund fünf Kilogramm Festbrennstoff. Dieser wird elektronisch gezündet und startet so binnen drei Zehntelsekunden die Raketenstufe. Die 36,2 Tonnen Festbrennstoff verbrennen innerhalb von 92,9 Sekunden und erzeugen einen Schub von 1.304 Kilonewton. Damit wird die 35 Meter hohe und 210 Tonnen schwere Rakete von etwa 50 Kilometern Höhe auf 100 Kilometer über dem Meeresspiegel katapultiert.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IonentriebwerkIFM062k.jpg" data-rel="lightbox-image-11" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/IonentriebwerkIFM0626.jpg" alt=""/></a><figcaption>Ionentriebwerke werden zur sehr exakten Steuerung von Satelliten eingesetzt. Damit ist es möglich, einen Satelliten sehr genau auf seiner Umlaufbahn auszurichten. Dieses Ionentriebwerk von der Firma Enpulsion ist leichter und effizienter als chemische Raketenantriebe und werden daher verstärkt bei kleineren Satelliten eingesetzt (Bild: Technisches Museum Wien)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ionentriebwerk</strong><br>Dieses Ionentriebwerk für Satelliten ist mit dem Know-how aus den AustroMIR-Experimenten MIGMAS und LOGION von der Firma Enpulsion entwickelt worden. Als Treibstoff dient flüssiges Iridium, mit dem die Kathoden getränkt werden. Durch Anbringung einer elektrischen Ladung wird ein Ionenstrahl ausgestoßen, der einen Rückstoß erzeugt. Das Triebwerk wird zur sehr exakten Steuerung von Satelliten im Weltraum eingesetzt. Damit ist es möglich, einen Satelliten sehr genau auf seiner Umlaufbahn auszurichten. Ionentriebwerke sind leichter und effizienter als chemische Raketenantriebe und werden daher verstärkt bei kleineren Satelliten eingesetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=19399.msg530365#msg530365" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Technisches Museum Wien</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Space Shuttle Atlantis: Eine Erfolgsgeschichte</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/das-space-shuttle-atlantis-eine-erfolgsgeschichte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 May 2010 18:01:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Flüge zur ISS]]></category>
		<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Mir]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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		<category><![CDATA[Hubble]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonde]]></category>
		<category><![CDATA[Satelliten]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumteleskop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach 32 Flügen, über 25 Jahren Betriebszeit und Millionen von Kilometern um unseren Globus ist die Zeit für das Shuttle Atlantis gekommen, am Boden zu bleiben. Dies ist die Geschichte der Atlantis und ihrer größten Missionen. Ein Beitrag von Klaus Donath. Quelle: NASA. Vertont von Peter Rittinger. Egal ob es um den Start neuer Satelliten [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Nach 32 Flügen, über 25 Jahren Betriebszeit und Millionen von Kilometern um unseren Globus ist die Zeit für das Shuttle Atlantis gekommen, am Boden zu bleiben. Dies ist die Geschichte der Atlantis und ihrer größten Missionen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Klaus Donath. Quelle: NASA. Vertont von Peter Rittinger.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2010-05-30-61768.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26052010200114_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26052010200114_small_1.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Der letzte Start der Atlantis am 14.05.2010 zur STS-132-Mission 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Egal ob es um den Start neuer Satelliten oder gar Raumsonden ging, ob riskante Reparatur-Missionen an Weltraumteleskopen oder neue bemannte Labore im Erdorbit. Das Space Shuttle Atlantis war ein großartiges Arbeitspferd für die NASA über die letzten 25 Jahre mit Ungewissheiten, Pannen während der Missionen aber eben auch dem enormen Wissensgewinn der damit verbunden ist, wenn der Mensch an die Grenze des Machbaren geht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war US-Präsident George W. Bush der im Januar 2004 das Ende des Shuttle-Programmes und damit auch das Ende der Atlantis verkündete. Es sollte ursprünglich dem, 2010 ebenfalls gestrichenen, Constellation-Programm Platz machen. Früheren Planungen nach sollte das Ende der Atlantis bereits 2008 sein, da zu diesem Zeitpunkt eine größere Wartungsperiode angesetzt war, welche normalerweise über ein Jahr Zeit in Anspruch nimmt. Der Orbiter sollte danach als Ersatzteillager für die beiden anderen Shuttles dienen. 2007 wurde dann aber entschieden, einen Großteil der anfallenden Arbeiten in die normalen Wartungsphasen zwischen den Missionen zu schieben und damit konnte das nächste Wartungsintervall von 2008 auf Anfang 2011 verschoben werden. Ausreichend um alle noch ausstehenden Missionen zu fliegen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26052010200114_small_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26052010200114_small_2.jpg" alt="http://quest.nasa.gov/space/photos/images/work.jpg" width="260"/></a><figcaption> Die Atlantis während Ihrer Konstruktion  <br> (Bild: NASA) </figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Konstruktion von OV-104 (Atlantis) begann im März 1980, noch bevor überhaupt ein Space Shuttle je geflogen war. 5 Jahre waren nötig, bevor Rockwell es der NASA mit Hilfe einer Boeing 747 huckepack am 13. April 1985 übergeben konnte. Dabei flossen in den Bau bereits die Erfahrungen ihrer Schwesterschiffe Enterprise, Challenger und Columbia ein. Als Resultat wog sie 3,2 Tonnen weniger als die Columbia, dem ersten geflogenen Shuttle und konnte mit fast 50% weniger Arbeitsstunden beim Bau auskommen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Namensvetter der Atlantis war die RV Atlantis, ein zweimastiges Segelschiff und das erste welches für ein ozeanografischen Institut in den USA fuhr (Woods Hole Oceanographic Institution). Im Laufe der Dienstzeit gab es 2 größere Generalwartungen (OMDP &#8211; Orbiter Maintenance Down Period), bei denen die Atlantis wieder mit den neusten Technologien ausgestattet wurde. Dazu wurde bei der ersten Wartungsperiode 1992 ein Bremsfallschirm installiert sowie Equipment, um die Aufenthaltsdauer im All zu verlängern (EDO package). Letzteres wurde jedoch bei der zweiten OMDP 1997 wieder entfernt, um Gewicht einzusparen für die Flüge zur ISS. Zudem wurde bei der zweiten Generalüberholung auch ein sogenanntes Glascockpit installiert, also Flachbildschirme und eine leicht geänderte Menüführung. Zudem konnte das Navigationssystem von TACAN auf GPS umgestellt werden und man nutzte die Gelegenheit noch, um Atlantis mit dem Docking Adapter auszustatten der nötig war, um an der Internationalen Raumstation andocken zu können.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Atlantis&#8216; erste Mission, STS-51J, war zugleich der zweite Flug eines Shuttles für das US-Verteidigungsministerium. Dabei konnte der Kommunikationssatellit DSCS III 1985 in einem Orbit in 591 km Höhe ausgesetzt werden. Nur bei 3 von 6 Shuttle-Missionen zum Weltraumteleskop Hubble ging es für Space Shuttle überhaupt höher hinaus. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26052010200114_small_3.jpg" alt="NASA" width="260"/><figcaption>
Die fehlende Hitzeschutzkachel nach der Landung von STS 27 hätte beinahe zur Katastrophe geführt 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der dritten Mission im Dezember 1988, STS 27, wäre es beinahe zu einer Katastrophe gekommen. Etwa 85 Sekunden nach dem Start löste sich ein Stück Isolation des rechten Feststoffmotors und traf die Atlantis. Vor der Landung wurden die Astronauten daher angewiesen, einen Teil des Hitzeschutzes mit Hilfe des Roboterarmes zu untersuchen. Aufgrund der Geheimhaltung der Mission konnten nur verschlüsselte und schlecht aufgelöste Bilder zum MCC (Mission Control Center) gesendet werden. Die Beschädigungen wurden fälschlicherweise als Lichter und Schatten interpretiert und eine Landung für unproblematisch erklärt. Bei der Besichtigung nach dem Wiedereintritt konnten Schäden an etwa 700 Kacheln festgestellt werden, eine fehlte völlig. Nur, weil an dieser Stelle eine Verankerung für eine Antenne war und damit etwas dickere Metallplatten das Durchschmelzen des heißen Plasmas verhindert hatten, konnte die Atlantis sicher landen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch zur Geschichte der Atlantis gehören auch große Erfolge. So konnte Atlantis bei STS 30, im Jahre 1989, die erste interplanetare Sonde innerhalb des Shuttle-Programmes aussetzen. Die Sonde Magellan erreichte ihr Ziel, die Venus, etwa ein Jahr nach dem Aussetzen durch die Atlantis. Eine zweite interplanetare Sonde konnte Atlantis schon bei Ihrer nächsten Mission, STS 34, aussetzen. Die Raumsonde Galileo konnte den Jupiter und seine Monde erstmals längere Zeit genauer untersuchen.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">1995 schließlich koppelte die Atlantis während der Mission STS 71, übrigens der 100. bemannte amerikanische Start, erstmals mit der russischen Raumstation MIR, was diesen Verbund zu dem bis dahin größten Objekt im Erdorbit machte.  Insgesamt koppelte die Atlantis auf 7 Missionen mit der russischen Raumstation und legte somit das Fundament für die spätere Zusammenarbeit an der ISS.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Columbia-Unfall 2003 wurde beschlossen, nur noch Flüge zur ISS durchzuführen. Davon konnte die Atlantis insgesamt 10 absolvieren und brachte dabei wichtige Module wie das amerikanische Wissenschaftslabor Destiny aber auch das europäische Forschungsmodul Columbus sicher zur Raumstation ISS.  Ein weiteres enorm wichtiges Modul gelangte am 12. Juli 2001 mit STS 104 in den Orbit. Die amerikanische Luftschleuse Quest war die Basis für alle kommenden Weltraumausstiege auf amerikanischer Seite bezüglich der ISS. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26052010200114_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/26052010200114_small_4.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Spektakuläre Aufnahme von der Wartungsmission STS 125 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings gab es eine kleine Ausnahme bei der Regelung „ISS only“. Die Wissenschaftsgemeinde machte massiv Druck auf die NASA, um das alternde Weltraumteleskop Hubble noch einmal zu warten und damit dessen Einsatzzeit zu verlängern, bis der Nachfolger „James-Webb-Telescope“ in All gebracht werden kann. Die Raumfähre Atlantis ergatterte diese letzte Wartungsmission und damit auch die letzte Shuttle-Mission, welche nicht zur internationalen Raumstation führte. Gleichzeitig war dies auch der erste Besuch der Atlantis bei Hubble, denn bei den vorhergehenden Wartungsmissionen wurden nur die Schwesterschiffe Discovery und Endeavour bzw. Columbia eingesetzt. Letztere sollte das Teleskop ursprünglich auch wieder zurück mit auf die Erde nehmen, aber dieser Plan wurde nach dem Unfall verworfen. Stattdessen installierte die Crew der Atlantis einen Dockingadapter der es später einmal ermöglichen soll, dass zukünftige Raumfahrzeuge die Aufgabe des geordneten Deorbit übernehmen können. Bei dieser Mission führte die Atlantis in ihrer Nutzlastbucht auch eine IMAX-Kamera mit sich woraus der IMAX-Film „Hubble 3D“ entstand. Aufgrund der großen Orbithöhe und der fortgeschrittenen Technologie im Bereich der Digitalfotografie entstanden auch beeindruckende Fotoaufnahmen. Ein Blick in das NASA-Archiv für Shuttle-Missionen lohnt sich bei STS 125 besonders. Den Link dazu gibt es am Ende des Artikels. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dieser letzten Mission zum Hubble-Teleskop standen schließlich nur noch 2 weitere Missionen für die Atlantis auf dem Plan sowie eine eventuelle Rettungsmission. Bei STS 129 lieferte die Atlantis noch einmal viele externe Ersatzteile zur ISS, wie zum Beispiel einen Ammoniaktank oder auch Gyroskope zur Lageregelung. Den letzten geplanten Flug absolvierte die Atlantis vom 14. bis 26.05.2010 mit STS 132. Dabei brachte sie das russische Erweiterungsmodul Rasswjet zur Station. Die Atlantis landete sicher am 26. Mai und wird, um zur Not als Rettungsshuttle für die STS-134-Mission bereit zu stehen, noch einmal in der OPF (Orbiter Processing Facility) gewartet und in Stand gesetzt. Good Bye Atlantis! </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fakten:</strong></p>



<ul>
<li>Der Name: Benannt nach dem Forschungsschiff RV Atlantis <br> </li><li>Produktion gestartet: 30. März 1980<br> </li><li>Erster Flug: 3. Oktober 1985<br> </li><li>Zurückgelegte Strecke: über 190.000.000 km<br> </li><li>Tage im Orbit: 294<br> </li><li>Anzahl an Erdumrundungen: 4.654<br> </li><li>Anzahl an Flügen: 32<br> </li><li>Anzahl an transportierten Astronauten: 185<br> </li><li>Kopplungen mit der MIR: 7<br> </li><li>Kopplungen mit der ISS: 10<br> </li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Interessante Links:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=8433.0" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Die Mission STS 132 zum Nacherleben in der Raumcon</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=7172.0" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Die Mission STS 129 zum Nacherleben in der Raumcon</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=5444.0" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Die Mission STS 125 (Hubble Mission) zum Nacherleben in der Raumcon</a></li><li><a class="a" href="https://images.nasa.gov/" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">NASA Bilder zu den verschiedenen Missionen</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=8408.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Die besten Atlantis-Missionen</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Interview mit Kosmonaut Sergej Krikaljow</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/interview-mit-kosmonaut-sergej-krikaljow/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Jul 2008 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Besatzungen]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Mir]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Sergej Krikaljow]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf der Farnborough Air Show bei London 2008 traf Kirsten Müller auf den sechsmaligen Kosmonauten Sergej Krikaljow, der ihr einige Minuten aus seinem knappen Zeitplan für ein spontanes, ungeplantes Interview freimachte. Ein Beitrag von Kirsten Müller. Krikaljow kennt sowohl das amerikanische Space Shuttle als auch das russische Sojus-Raumschiff und hat außerdem Langzeitaufenthalte auf zwei Raumstationen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/interview-mit-kosmonaut-sergej-krikaljow/" data-wpel-link="internal">Interview mit Kosmonaut Sergej Krikaljow</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Auf der Farnborough Air Show bei London 2008 traf Kirsten Müller auf den sechsmaligen Kosmonauten Sergej Krikaljow, der ihr einige Minuten aus seinem knappen Zeitplan für ein spontanes, ungeplantes Interview freimachte.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Kirsten Müller.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/krikaljow3b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/krikaljow3bin260.jpg" alt="Sergej Krikaljow an Bord der ISS.
(Bild: NASA)"/></a><figcaption>Sergej Krikaljow an Bord der ISS.<br> (Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Krikaljow kennt sowohl das amerikanische Space Shuttle als auch das  russische Sojus-Raumschiff und hat außerdem Langzeitaufenthalte auf zwei Raumstationen hinter sich. Von November 1988 bis April 1989 sowie von Mai 1991 bis März 1992 war er Mitglied der Stammbesatzung der Raumstation MIR. Während der Auflösung der Sowjetunion in der zweiten Jahreshälfte 1991 war er somit im Weltraum und kann sich deshalb als einen der „letzten Bürger der Sowjetunion“ bezeichnen. Allerdings hat er selbst von den Ereignissen in seiner Heimat nur am Rande etwas  mitbekommen: „Unsere hauptsächliche Sorge war, unser Programm abzuarbeiten. Wir haben zwar ab und zu Nachrichten bekommen, aber wir wollten einfach nur ordentliche Arbeit abliefern.“ <br><br>Seine dritte und vierte Mission waren die Space Shuttle-Flüge STS-60 und STS-88. Bei letzterem Flug im Dezember 1998 wurden die ersten beiden Module der Internationalen Raumstation (ISS) aneinander gekoppelt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/krikaljow1.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/krikaljow1in260.jpg" alt="Sergej Krikaljow im russischen Raumanzug.
(Bild: NASA)"/></a><figcaption>Sergej Krikaljow im russischen Raumanzug.<br> (Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bei seinem fünften Flug vom Oktober 2000 bis zum März 2001 war Krikaljow  zusammen mit seinem Landsmann Yuri Gidzenko und dem Amerikaner William Shepherd Mitglied der allerersten ISS-Stammbesatzung Expedition 1. Seine letzte Mission war Expedition 11, wobei er als ISS-Kommandant vom April bis Oktober 2005 auf der Raumstation verweilte. Wieso man unter anderem gerade ihn für die erste ISS-Besatzung ausgewählt habe, konnte er nicht genau sagen. ISS-Besatzungsmitglieder würden aber im allgemeinen nach dem Niveau des Trainings und der Erfahrung ausgewählt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sowohl die MIR als auch die ISS sind internationale Projekte. Bei der  ISS sei die internationale Zusammenarbeit enger gewesen als bei der MIR, im Training sei aber bei beiden Programmen die Zusammenarbeit zwischen den Russen und ihren internationalen Kollegen gleich gut gewesen. Sowohl Amerikaner als auch Europäer seien gleich behandelt worden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen großen Unterschied zwischen dem Space Shuttle und dem Sojus-Raumschiff merke man ihm zufolge unter den Bedingungen des Startes und bei der Beschleunigung nicht. Auch vom Komfort her seien die beiden Raumschiffe schwierig zu vergleichen, da hinter beiden verschiedene Philosophien stecken. Wenn man mit der Sojus zu einer Raumstation fliege, verbringe man die meiste Zeit auf der Station selbst. Sei aber ein Shuttle an die Station angedockt, könne man zwischendurch auch mal einige Zeit dort drin verbringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Zukunft der bemannten Raumfahrt erhofft sich Krikaljow, dass man längerfristig über den erdnahen Orbit hinausgehe und fernere Ziele ansteuere. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>50 Jahre Raumfahrt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/50-jahre-raumfahrt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Oct 2007 10:09:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Cassini]]></category>
		<category><![CDATA[Columbia]]></category>
		<category><![CDATA[Dawn]]></category>
		<category><![CDATA[Envisat]]></category>
		<category><![CDATA[Exploration]]></category>
		<category><![CDATA[Hubble]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Jupiter]]></category>
		<category><![CDATA[Lexikon]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Mir]]></category>
		<category><![CDATA[Mondlandung]]></category>
		<category><![CDATA[Opportunity]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
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		<category><![CDATA[Rover]]></category>
		<category><![CDATA[Satelliten]]></category>
		<category><![CDATA[Saturn]]></category>
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		<category><![CDATA[Teleskope]]></category>
		<category><![CDATA[Apollo]]></category>
		<category><![CDATA[MIR]]></category>
		<category><![CDATA[Pioneer]]></category>
		<category><![CDATA[Sputnik 1]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 4. Oktober 1957 begann mit dem Start des legendären sowjetischen Einfach-Satelliten Sputnik 1 das Zeitalter der Raumfahrt. Wir haben die 50 wichtigsten Ereignisse seither zusammengestellt. Ein Beitrag von Axel Orth, Maria Steinrück und Martin Ollrom. Quelle: Raumfahrer.net. &#8222;Sputnik, der Begleiter. Seinen Namen hatte er von Konstantin Ziolkowski schon 1895 bekommen. Gut sechzig Jahre später [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/50-jahre-raumfahrt/" data-wpel-link="internal">50 Jahre Raumfahrt</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am 4. Oktober 1957 begann mit dem Start des legendären sowjetischen Einfach-Satelliten Sputnik 1 das Zeitalter der Raumfahrt. Wir haben die 50 wichtigsten Ereignisse seither zusammengestellt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Axel Orth, Maria Steinrück und Martin Ollrom. Quelle: Raumfahrer.net.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Sputnikasmnasa.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/Sputnikasmnasa260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Sputnik 1 Mockup. (Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><i>&#8222;Sputnik, der Begleiter. Seinen Namen hatte er von Konstantin Ziolkowski schon 1895 bekommen. Gut sechzig Jahre später fliegt er wirklich: groß wie ein Hundekorb, keine 100 Kilo schwer und nach 1.400 Erdumläufen ist er schon wieder vom Himmel gefallen. Trotzdem: Er wird für alle Zeiten das Symbol für den Schritt des Menschen in den Orbit bleiben&#8220;</i> (Lutz Growalt über Sputnik 1). <br>Anlässlich des Starts von Sputnik 1 vor 50 Jahren haben wir die wichtigsten Ereignisse seit seinem Start in einem Artikel zusammen gestellt. <br>Mehr zu Sputnik 1 können Sie <a href="https://www.raumfahrer.net/sputnik-1-mit-80-kilo-um-die-welt/" data-wpel-link="internal">hier</a> nachlesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Ereignisse aus den Anfängen der Raumfahrt sind heute legendär und bekannt, aber vieles, das in den 1970er- bis 1990er Jahren passiert ist, ist heute schon weitgehend vergessen. Erinnern Sie sich, oder staunen Sie, wie sich in dem halben Jahrhundert seit dem Start von <em>Sputnik 1</em> die Raumfahrt entwickelt hat:</p>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td>1957</td><td>Am 4. Oktober startet eine <a href="https://www.raumfahrer.net/sputnik/" data-wpel-link="internal">R-7 Rakete</a> vom sowjetischen Weltraumbahnhof Baikonur ins All. An Bord trägt sie <a href="https://www.raumfahrer.net/sputnik-1-mit-80-kilo-um-die-welt/" data-wpel-link="internal">Sputnik 1</a>, eine Metallkugel mit 58 cm Durchmesser, an der vier Antennen befestigt sind. Nach wenigen Minuten erreicht sie eine Erdumlaufbahn, der erste künstliche Satellit ist im All. Sputnik 1 bleibt 57 Tage im All, bevor er in der Erdatmosphäre verglüht</td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td>1958</td><td>Im Februar startet der ersten amerikanische Satellit, Explorer 1. Mit seinen wissenschaftlichen Instrumenten wurde der Van-Allen-Strahlungsgürtel um die Erde entdeckt.</td></tr><tr><td>1959</td><td>Die sowjetische Mondsonde Lunik 3 sendet die ersten Bilder von der Rückseite des Mondes zur Erde.</td></tr><tr><td>1960</td><td>Im August startet Sputnik 5 mit zwei Hunden, Belka und Strelka, an Bord. Nach 18 Erdumkreisungen gelingt eine sanfte Landung, erstmals kehrten Lebewesen wohlbehalten aus dem Weltraum zurück.</td></tr><tr><td>1961</td><td>Am 12. April startet der Kosmonaut Juri Gagarin mit dem Raumschiff <a href="https://www.raumfahrer.net/projekt-wostok-update-2017-durch-uwe-raetsch/" data-wpel-link="internal">Wostok 1</a> in den Weltraum und umkreist als erster Mensch einmal die Erde.</td></tr><tr><td>1962</td><td>Nach zwei suborbitalen bemannten Raumflügen schafft auch die NASA den Schritt in den Erdorbit: Am 20. Februar startet <a href="https://www.raumfahrer.net/mercury-programm/" data-wpel-link="internal">Mercury-Atlas 6</a> mit John Glenn. Sein Raumschiff umkreist dreimal die Erde.</td></tr><tr><td>1963</td><td>Walentina Tereschkova fliegt mit Wostok 6 im Juni als erste Frau ins All.</td></tr><tr><td>1964</td><td>Im Juli schlägt die amerikanische Raumsonde Ranger 7 gezielt auf dem Mond ein. In den Minuten vor dem Aufschlag sendet sie 4.300 Bilder.</td></tr><tr><td>1965</td><td>Während der Mission <a href="https://www.raumfahrer.net/wosschod-3kd-3kv-das-comeback-der-sowjets/" data-wpel-link="internal">Woschod 2</a> führt der Kosmonaut Alexei Leonow im März den ersten Weltraumausstieg durch.</td></tr><tr><td>1966</td><td>Bei der Mission <a href="https://www.raumfahrer.net/das-gemini-programm/" data-wpel-link="internal">Gemini 8</a> docken die Astronauten Neil Armstrong und David Scott im März erstmals an ein anderes Raumschiff, eine Agena-Oberstufe, an. Jedoch verklemmt sich eine Düse des Lageregelungssystems an der Gemini-Kapsel, die Kapsel beginnt daher gefährlich schnell zu rotieren. Der Raumflug wird abgebrochen und die Astronauten können sicher notlanden.</td></tr><tr><td>1967</td><td>Am 27. Februar bricht während eines Tests des Apollo-Raumschiffes an der Startrampe ein Feuer aus, die Crew von <a href="https://www.raumfahrer.net/apollo-1-as-204/" data-wpel-link="internal">Apollo 1</a>, Virgil Grissom, Edward White und Roger Chaffee, kommt dabei ums Leben.</td></tr><tr><td>1968</td><td>Im Dezember schießt eine Saturn V Apollo 8 zum Mond. In ihrer Kommandokapsel umkreisen Frank Borman, Bill Anders und Jim Lovell zehnmal den Erdtrabanten und sehen als erste Menschen die Rückseite des Mondes mit ihren eigenen Augen.</td></tr><tr><td>1969</td><td>Am 20. Juli <a href="https://www.raumfahrer.net/apollo-11/" data-wpel-link="internal">landen</a> Neil Armstrong und Edwin (Buzz) Aldrin mit der Mondfähre Eagle im Meer der Ruhe auf dem Mond, während der Pilot der Kommandokapsel Columbia, Michael Collins, in einer Mondumlaufbahn bleibt. Neil Armstrong betritt als erster Mensch einen fremden Himmelskörper.</td></tr></tbody></table></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/62043main_Footprint_on_moon.jpg" alt=""/><figcaption>Apollo 11: Fußabdruck im Mondstaub (Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td>1970</td><td>Im April explodiert zwei Tage nach dem Start ein Sauerstofftank des Servicemoduls von <a href="https://www.raumfahrer.net/apollo-13/" data-wpel-link="internal">Apollo 13</a>. Mit viel Anstrengung, Improvisation und Glück gelingt es dem Team des Missionskontrollzentrums, die Astronauten Jim Lovell, Fred Haise und Jack Swigert zur Erde zurückzubringen.</td></tr></tbody></table></figure>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td>1971</td><td>Im April wird die erste Raumstation <a href="https://www.raumfahrer.net/saljut-der-weg-zur-russischen-raumstation/" data-wpel-link="internal">Saljut 1</a> ins All gebracht. Die Raumstation soll mit der Crew von Sojus 10 besetzt werden, es gibt jedoch ein Problem beim Andocken und die Mission wird abgebrochen. Die Besatzung von Sojus 11 hält sich schließlich im Juni 3 Wochen lang auf der Raumstation auf. Bei der Landung ist jedoch ein Ventil undicht, die Luft entweicht aus dem Raumschiff und die Kosmonauten Georgi Dobrowolski, Wiktor Pazajew und Wladislaw Wolkow kommen ums Leben.</td></tr><tr><td>1972</td><td>Im Dezember 1972 landen Eugene Cernan und Harrison (Jack) Schmitt, der erste Wissenschaftsastronaut, auf dem Mond. Apollo 17 ist die sechste und bisher letzte bemannte Mondlandung.</td></tr><tr><td>1973</td><td><a href="https://www.raumfahrer.net/goodbye-pioneer-10-ein-nachruf/" data-wpel-link="internal">Pioneer 10</a> fliegt als erste Raumsonde am Gasriesen Jupiter vorbei. Sie befindet sich auf einem Kurs, der sie aus unserem Sonnensystem herausführt und in Richtung Aldebaran, einem Stern im Sternbild Stier, bringt. Diesen Stern wird die Sonde in 2 Millionen Jahren erreichen.</td></tr><tr><td>1974</td><td>Die Sonnensonde Helios 1 startet im Dezember. Sie ist in Deutschland gebaut worden und ist somit die erste Raumsonde, die nicht aus der UdSSR oder den USA stammt. Helios 1 liefert noch 12 Jahre, bis 1986, Daten über die Sonne.</td></tr><tr><td>1975</td><td>Mit dem <a href="https://www.raumfahrer.net/apollo-sojus-test-projekt/" data-wpel-link="internal">Apollo-Sojus-Test-Projekt</a> arbeiten erstmals die USA und die UdSSR bei einer Weltraummission zusammen: Im Juli docken ein amerikanisches Apollo-Raumschiff und eine russische Sojus-Kapsel aneinander und die Astronauten Thomas Stafford, Vance Brand und Donald (Deke) Slayton sowie die Kosmonauten Alexei Leonow und Waleri Kubassow besuchen einander gegenseitig in ihren Raumschiffen.</td></tr><tr><td>1976</td><td>Die amerikanischen Marssonden Viking 1 und 2 erreichen den Mars. Beide Lander landen erfolgreich und untersuchen mehrere Jahre lang die Marsoberfläche.</td></tr><tr><td>1977</td><td>Die US-Raumsonde Voyager 2 startet im August. Sie und ihre zwei Wochen später startende Zwillingssonde Voyager 1 besuchen im Laufe der nächsten Jahre Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun und zeigen, dass die Monde dieser Gasriesen keineswegs alle aussehen wie unser Mond, sondern jeder eine ganz eigene Welt für sich ist.</td></tr><tr><td>1978</td><td>Mit Sojus 31 fliegt der erste deutsche Raumfahrer, Sigmund Jähn, im August ins All. Die Reise geht zur Raumstation Saljut 6, wo Jähn in den nächsten Tagen zahlreiche Experimente durchführt. Bei der Rückkehr im November mit Sojus 29 überschlägt sich die Kapsel mehrfach, da sich der Landefallschirm nicht wie vorgesehen gelöst hat. Jähn erleidet dabei bleibende Wirbelsäulenschäden.</td></tr><tr><td>1979</td><td>Die US-Sonde Pioneer 11 fliegt im September am Saturn vorbei und überträgt die ersten Bilder des Ringplaneten aus der Nähe.</td></tr></tbody></table></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn-ring-pioneer.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="Eines der ersten Bilder vom Saturn, aufgenommen von Pioneer 11. (Bild: NASA)" data-rl_caption="" title="Eines der ersten Bilder vom Saturn, aufgenommen von Pioneer 11. (Bild: NASA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/saturn-ring-pioneer_260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Eines der ersten Bilder vom Saturn, aufgenommen von Pioneer 11. (Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td>1980</td><td>Der zweite Start einer europäischen Ariane-Rakete misslingt im Mai, nachdem der Erstflug gelungen war. Die Rakete muss vorzeitig gesprengt werden. Nur wenige Monate zuvor war die Firma Arianespace von europäischen Raumfahrtfirmen gemeinsam gegründet worden.</td></tr><tr><td>1981</td><td>Im April beginnt mit dem Flug der <a href="https://www.raumfahrer.net/columbia-ov-102/" data-wpel-link="internal">Columbia</a> (Mission STS-1) die amerikanische Space-Shuttle-Ära. Bei dieser Premiere sind vorsichtshalber nur zwei Astronauten an Bord: John Young und Robert Crippen. Aus den geplanten 5 Jahren Entwicklungs- und Bauzeit waren am Ende fast 10 Jahre geworden; die NASA bezeichnet die Shuttles gerne als die &#8222;komplizierteste Maschine, die je gebaut wurde&#8220;.</td></tr><tr><td>1982</td><td>An Bord der neuen sowjetischen Raumstation <a href="https://www.raumfahrer.net/saljut-der-weg-zur-russischen-raumstation/" data-wpel-link="internal">Saljut 7</a> stellen Anatoli Beresowoi und Walentin Lebedew mit 211 Tagen, also sieben Monaten Aufenthalt einen neuen Langzeitrekord auf.</td></tr><tr><td>1983</td><td>Im Juni ist mit Sally Ride erstmals eine Frau an Bord eines Space-Shuttles im Orbit. Sie ist Mitglied der Crew bei der Challenger-Mission STS-7, die vor allem Kommunikationssatelliten im All aussetzt.</td></tr><tr><td>1984</td><td>Unter breiter Beteiligung anderer europäischer Staaten aus Ost und West starten im Dezember die beiden sowjetischen Raumsonden Vega-1 und Vega-2 zur Venus. Sie setzen Landesonden und zum ersten und einzigen Mal auch zwei Ballons aus, die jeweils 2-3 Tage lang in der Atmosphäre der Venus treiben, bevor sie sich nicht mehr melden. Außerdem fliegen die beiden Sonden auch noch am Kometen Halley vorbei.</td></tr><tr><td>1985</td><td>Anfang Juli startet die ESA-Raumsonde Giotto mit einer Ariane-1 zum Kometen Halley. Beim Vorbeiflug im darauffolgenden Jahr wird sie erstmalig Bilder eines Kometenkerns aus nächster Nähe liefern.</td></tr><tr><td>1986</td><td>Im Januar explodiert der Space-Shuttle <a href="https://www.raumfahrer.net/challenger-ov-099/" data-wpel-link="internal">Challenger</a> kurz nach dem Start zur Mission STS-51-L. Alle sieben Astronauten kommen um´s Leben. Als mittelbare Ursache des Unglücks stellt sich Schlendrian aufgrund von Erfolgsdruck bei der NASA heraus &#8211; im Laufe der Jahre hatte sich gezeigt, dass die anfänglichen Vorstellungen von 10 Mio. Dollar pro Shuttle-Start bei weitem nicht einzuhalten waren.</td></tr><tr><td>1987</td><td>Im Dezember fliegen Wladimir Titow und Mussa Manarow zur sowjetischen Raumstation <a href="https://www.raumfahrer.net/raumstation-mir/" data-wpel-link="internal">Mir</a>. Als sie im nächsten Dezember zur Erde zurückkehren, sind sie die ersten Menschen, die über ein Jahr im Weltraum ausgehalten haben.</td></tr></tbody></table></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/9704176orig_0-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="Mir und Atlantis (Bild: NASA)" data-rl_caption="" title="Mir und Atlantis (Bild: NASA)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/9704176orig_0_260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Mir und Atlantis (Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td>1988</td><td>Im Juli starten die beiden sowjetischen Raumsonden Fobos-1 und Fobos-2 zum Mars und speziell zu dessen Mond Phobos, den sie erkunden sollen. Fobos-1 geht noch im selben Jahr verloren. Fobos-2 schafft es im nächsten Jahr gerade noch, einige Fotos und Daten zur Erde zu übertragen, bevor auch sie verloren geht.</td></tr><tr><td>1989</td><td>Die US-Raumsonde Magellan startet im Mai zur Venus. In Zeiten niedriger NASA-Budgets (Präsident Reagan war mehr am SDI-Projekt interessiert) ist sie mit nur einem Instrument ausgestattet, einem SAR-Radarsystem, das bis 1992 allerdings riesige Datenmengen zur Erde sendet, indem es 98% der Venusoberfläche kartiert.</td></tr><tr><td>1990</td><td>Das <a href="https://www.raumfahrer.net/category/hubble/" data-wpel-link="internal">Hubble-Weltraumteleskop</a>, das erste seiner Art, wird im April von der Discovery mit der Mission STS-31 in eine Erdumlaufbahn gebracht. Hubble erweist sich als großer Durchbruch in der Sternenbeobachtung und ist bis heute in Betrieb. 2009 soll es eine letzte Wartung durch ein Space-Shuttle erhalten und dann noch bis 2013 in Betrieb bleiben.</td></tr><tr><td>1991</td><td>Der erste Österreicher im All, Franz Viehböck, fliegt im Oktober zur sowjetischen Raumstation Mir. 7 Tage lang führt er das umfangreiche österreichische Forschungsprogramm AUSTROMIR durch.</td></tr><tr><td>1992</td><td>Die erste US-Marssonde seit langer Zeit, Mars Observer, startet im September zum Roten Planeten. Im Jahr darauf geht sie allerdings kurz vor der Ankunft beim Mars aus bis heute ungeklärter Ursache verloren.</td></tr><tr><td>1993</td><td>Das Space Shuttle Endeavour startet zum Hubble-Weltraumteleskop, an dem die Crew die erste Wartungsmission STS-63 durchführt. Bei dieser Mission wird u.a. das Gerät COSTAR installiert, das einen Fertigungsfehler im Hauptspiegel des Teleskops ausgleicht.</td></tr><tr><td>1994</td><td>Die Raumsonde <a href="https://www.raumfahrer.net/goodbye-galileo/" data-wpel-link="internal">Galileo</a> beobachtet den Einschlag des Kometen Shoemaker-Levy 9 auf den Planeten Jupiter und sendet, obwohl sie noch über 200 Millionen Kilometer von dem Gasriesen entfernt ist, spektakuläre Bilder. Von der Erde war dieser Einschlag nicht zu beobachten, weil er auf der anderen Seite des Planeten stattfand.</td></tr><tr><td>1995</td><td>Das Sonnenobservatorium SOHO, ein amerikanisch-europäisches Gemeinschaftsprojekt, startet im Dezember ins All und entwickelt sich nach turbulenten Anfangsjahren zu einem weiteren erfolgreichen &#8222;Dauerbrenner&#8220; der Raumfahrtgeschichte.</td></tr><tr><td>1996</td><td>Die Nasa traut sich wieder zum Mars, indem sie im Dezember die <a href="https://www.raumfahrer.net/mars-pathfinder-die-generalprobe/" data-wpel-link="internal">Mars Pathfinder-Sonde</a> startet &#8211; und wird reich belohnt: Die wissenschaftlich zwar wenig anspruchsvolle, aber durch ihre faszinierenden Bilder, die erstmals im Internet veröffentlicht werden, und den kleinen Rover Sojourner hoch populäre Mission bringt der US-Raumfahrtbehörde öffentliche Aufmerksamkeit und Sympathie wie lange nicht mehr.</td></tr><tr><td>1997</td><td>Die Raumsonde <a href="https://www.raumfahrer.net/category/cassini/" data-wpel-link="internal">Cassini-Huygens</a> startet im Oktober auf einer Titan IVB in Richtung Saturn, den sie allerdings erst nach mehreren Vorbeiflügen an anderen Planeten erreichen wird.</td></tr><tr><td>1998</td><td>Sarja, das erste Modul der <a href="https://www.raumfahrer.net/category/iss/" data-wpel-link="internal">Internationalen Raumstation (ISS)</a>, wird mit einer Proton-Rakete ins All befördert.</td></tr><tr><td>1999</td><td>Die Raumsonde <a href="https://www.raumfahrer.net/die-stardust-mission/" data-wpel-link="internal">Stardust</a>, die den Kometen Wild 2 untersuchen und Partikelproben aus dessen Schweif zur Erde bringen soll, startet auf einer Delta II.</td></tr><tr><td>2000</td><td>Die erste Langzeitbesatzung der ISS, <a href="https://www.raumfahrer.net/expedition-1/" data-wpel-link="internal">Expedition 1</a>, beginnt ihre Mission. Die Crew besteht aus William Shepherd, Juri Gidsenko und Sergei Krikaljow.</td></tr><tr><td>2001</td><td>Der Millionär <a href="https://www.raumfahrer.net/visiting-crews-vcs/#da982a2e0e74" data-wpel-link="internal">Dennis Tito</a> besucht im April als erster <a href="https://www.raumfahrer.net/weltraumtourismus/" data-wpel-link="internal">Weltraumtourist</a> die ISS.</td></tr><tr><td>2002</td><td>Die ESA startet den Erdbeobachtungssatelliten <a href="https://www.raumfahrer.net/category/raumfahrt/satelliten/envisat/" data-wpel-link="internal">Envisat</a>, der ständig neue Bilder und Umweltdaten liefert.</td></tr><tr><td>2003</td><td>Im Februar 2003 bricht die US-Raumfähre <a href="https://www.raumfahrer.net/category/columbia/" data-wpel-link="internal">Columbia</a> beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre in einer Höhe von 60 Kilometern und bei einer Geschwindigkeit von zirka 20.000 km/h auseinander. Alle sieben Astronauten sterben. Die Columbia ist die zweite Raumfähre nach der Challenger die während einer Mission verloren geht. Die Unglücksursache war mit großer Wahrscheinlichkeit ein durch den Schaumstoff des externen Tanks beschädigter Hitzeschild.</td></tr><tr><td>2004</td><td>In den ersten beiden Monaten des Jahres 2004 landen zwei Sonden auf dem Mars, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen: die <a href="https://www.raumfahrer.net/category/spirit/" data-wpel-link="internal">Mars Exploration Rover</a> Spirit und Opportunity. Zum ersten Mal in der Geschichte der Raumfahrt hat die Menschheit zwei Rover gleichzeitig auf einen anderen Planeten im Einsatz. Die Rover überschreiten ihre geplante Betriebsdauer um ein Vielfaches und sind im Jahr 2007 nach wie vor aktiv.</td></tr></tbody></table></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/pia05117-scaled.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="Spirits Landeplattform (Bild: NASA/JPL)" data-rl_caption="" title="Spirits Landeplattform (Bild: NASA/JPL)" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/pia05117_index.jpg" alt=""/></a><figcaption>Spirits Landeplattform (Bild: NASA/JPL)</figcaption></figure></div>



<figure class="wp-block-table"><table><tbody><tr><td>2005</td><td>Im Januar 2005 landet die europäische Sonde <a href="https://www.raumfahrer.net/huygens-der-missionsablauf/" data-wpel-link="internal">Huygens</a> auf dem Saturnmond Titan und wird damit zur ersten Sonde, die auf einen Himmelskörper im äußeren Sonnensystem landet. Huygens liefert faszinierende Bilder von der Titanoberfläche und funktioniert länger als geplant.</td></tr><tr><td>2006</td><td><a href="https://www.raumfahrer.net/new-horizons-der-erste-zum-letzten/" data-wpel-link="internal">New Horizons</a> startet mit einer Atlas V. Die Raumsonde ist Richtung Pluto unterwegs &#8211; dessen (schon lange umstrittener) Planetenstatus von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) just ein halbes Jahr nach dem Start aberkannt wird. Auf dem Weg zu dem jetzt als Zwergplaneten bezeichneten Pluto fliegt sie ein Jahr nach dem Start am Jupiter vorbei.</td></tr><tr><td>2007</td><td>Im September startet die Raumsonde Dawn. Sie soll den Asteroiden Vesta und den Zwergplaneten Ceres besuchen und die erste Raumsonde sein, die in eine Umlaufbahn um zwei Asteroiden eintritt.</td></tr></tbody></table></figure>
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		<item>
		<title>Im Gespräch mit Michael Foale</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/im-gespraech-mit-michael-foale/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirsten Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Sep 2004 10:18:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Besatzungen]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Mir]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumstationen]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[MIR]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 8. Dezember 2003, um 6:57 Greenwich Mean Time, bekommt Expedition-8-Kommandant Dr. C. Michael Foale auf der Internationalen Raumstation ein Telefonat von seinem Kollegen Carl Walz aus Washington: &#8222;Glückwunsch &#8211; Du hast mich überholt.&#8220; &#8222;Jetzt bist DU der Amerikaner mit der längsten Weltraumerfahrung.&#8220; Walz selbst hat 230 Tage, 13 Stunden, 3 Minuten und 38 Sekunden [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am 8. Dezember 2003, um 6:57 Greenwich Mean Time, bekommt Expedition-8-Kommandant Dr. C. Michael Foale auf der Internationalen Raumstation ein Telefonat von seinem Kollegen Carl Walz aus Washington: &#8222;Glückwunsch &#8211; Du hast mich überholt.&#8220; </h4>



<p class="wp-block-paragraph"> &#8222;Jetzt bist DU der Amerikaner mit der längsten Weltraumerfahrung.&#8220; Walz selbst hat 230 Tage, 13 Stunden, 3 Minuten und 38 Sekunden im Logbuch stehen. Foale: &#8222;Aber mein Flugkamerad Sasha Kaleri hat noch 236 Tage mehr!&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Expedition-8-Besatzung befinden sich zu diesem Zeitpunkt tatsächlich zwei sehr erfahrene Raumfahrer im Orbit. Nach der Landung in Kasachstan am 30. April 2004, zusammen mit ihrem ESA-Kollegen André Kuipers, hat Foale insgesamt etwa 374 Tage Weltraumerfahrung, Kaleri etwa 610 Tage. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/foale_bbc_2.jpg" alt="So wie hier die BBC Reporterin sprach auch RN-Redakteurin Kirsten Müller mit Michael Foale (Bild: Kirsten Müller)"/><figcaption>So wie hier die BBC Reporterin sprach auch RN-Redakteurin Kirsten Müller mit Michael Foale (Bild: Kirsten Müller)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Für Foale ist es die 6. Weltraummission. Nach drei Shuttle-Flügen (STS-45 1992, STS-56 1993, STS-63 1995) hat er Mitte 1997 145 Tage auf der russischen Raumstation <em>Mir</em> verbracht. Während dieser Zeit geht so ziemlich alles schief, was während eines Weltraumaufenthalts nur schief gehen kann, mit als unglücklichem Höhepunkt der Kollision einer unbemannten Progress-Versorgungskapsel mit einem Solarzellenausleger der Raumstation, die einen plötzlichen Druckverlust zur Folge hat. Im  Dezember 2000 fliegt er bei der Hubble-Reparaturmission STS-103 mit, bevor er im Oktober 2003 auf der ISS das Kommando der Expedition-8-Mission übernimmt.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Kaleri hatte, bevor er zur Expedition 8 startete, drei Langzeitaufenthalte (1992, 1996, 2000) auf der Raumstation <em>Mir</em> hinter sich. 2000 ist er Bordingenieur der letzten <em>Mir</em>-Besatzung, bevor die Raumstation im März 2001 kontrolliert über dem Pazifik zum  Absturz gebracht wird. 2003 ist er während des Starts bis zum Andocken an die ISS Expedition-8-Kommandant.  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusammen mit der BBC hatte Raumfahrer.net auf der Farnborough Air Show im Juli 2004 die Möglichkeit, einige Worte mit Michael Foale zu wechseln.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/foale_bbc_1.jpg" alt="BBC Reporterin befragt Michael Foale (Bild: Kirsten Müller)"/><figcaption>BBC Reporterin befragt Michael Foale (Bild: Kirsten Müller)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem sich Foale von seinem gerade beendeten ISS-Aufenthalt erholt hat, wird er, wie er der BBC erzählt, als Mitglied der Bodenbesatzung im kommenden Oktober beim nächsten ISS-Start in Kasachstan dabei sein. Die Gewöhnung an die irdische Schwerkraft nach 6 Monaten Schwerelosigkeit ging für ihn recht schnell &#8211; 3 Wochen nach der Landung stand er schon wieder auf dem Surfbrett. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Frage der BBC, wie es ihm auf der ISS ergangen sei, antwortet er: <br>&#8222;Ich habe 6 Monate auf engstem Raum mit einer einzigen Person, Alexander (Sasha) Kaleri, verbracht, die ich mir nicht ausgesucht habe. Das kann psychologisch gesehen ziemlich anstrengend sein, ich habe mich aber mit  Sasha trotzdem gut verstanden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben einander als morgendliches Ritual jeden Morgen gefragt: &#8218;Wie fühlst Du Dich, wie geht es Dir heute früh?&#8216; und einander diese Frage auch ehrlich beantwortet. Wahrscheinlich haben wir beide uns in diesen sechs Monaten, in dieser Situation, intensiver um einander gekümmert als  wir uns normalerweise auf der Erde um unsere Familien kümmern.  </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/foale_auto_1.jpg" alt="Michael Foale umgeben von seinen Fans, die auf Autogramme warten (Bild: Kirsten Müller)"/><figcaption>Michael Foale umgeben von seinen Fans, die auf Autogramme warten (Bild: Kirsten Müller)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem hatte ich mit Sasha das Glück, dass wir beide Langzeit-Erfahrung auf der <em>Mir</em>  haben. Sobald das Shuttle wieder fliegt, werden sich wieder drei Leute auf der ISS aufhalten &#8211; diese Konstellation ist psychologisch gesehen nicht ganz so anstrengend.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Raumfahrer.net (RN) hatte die Möglichkeit, ihn daraufhin zu fragen: &#8222;Inwiefern hat Ihnen denn Ihre Langzeiterfahrung auf der MIR bei Ihrer ISS-Mission sonst weiter geholfen ?&#8220; &#8211; &#8222;Insofern, als dass ich mir zugetraut habe, die ISS-Mission als Kommandant zu fliegen.&#8220;   <br><br><strong>RN:</strong><em> Wie würden Sie denn das Leben auf der ISS und auf der <em>Mir</em> miteinander vergleichen?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foale:</strong> &#8222;Als Arbeitsplatz sowie als Ausgangspunkt für Weltraumspaziergänge lebt es sich auf der ISS um einiges einfacher. Was die persönlichen Erfahrungen angeht &#8211; ich habe ja auf der <em>Mir</em> die Kollision miterlebt &#8211; hat mich aber der Aufenthalt auf der <em>Mir</em> mehr bereichert.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN:</strong><em> </em><em>Wann fangen Ihrer Meinung nach die Shuttle-Flüge wieder an?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Foale:</strong> Kommendes Jahr im Frühling &#8211; aber ich habe auch keine anderen Informationen als ohnehin schon bekannt sind.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass das Shuttle &#8211; auch nach dem Columbia-Unglück &#8211; überhaupt wieder  fliegen soll, ist für Foale keine Frage: &#8222;Auf jeden Fall &#8211; es ist im Moment die einzige Möglichkeit, die beiden internationalen Module und die Node 2 zur ISS zu bekommen. Wenn es das geschafft hat, dürfen, was mich angeht, neue Systeme finanziert werden.&#8220;  </p>



<p class="wp-block-paragraph">Node 2 ist das Koppelstück, mit dem das <em>Japanese Experiment Module</em> (JEM) und das europäische Weltraumlabor <em>Columbus</em> ans bereits im Weltraum befindliche amerikanische Labor <em>Destiny</em>  angebaut werden sollen. Alle drei Nutzlasten sind zu gross, um mit anderen momentan aktiven Trägersystemen gestartet werden zu können, sind also auf das Shuttle angewiesen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Foale selbst würde, was die Sicherheit angeht, sowohl im Shuttle als auch in der Sojus, nach dem entsprechenden Training, wieder mitfliegen. &#8222;Obwohl es meiner Frau allerdings besser gefallen würde, wenn ich in der Sojus mitflöge.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RN:</strong><em> </em><em>Vielen Dank für das Interview!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quellen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li>Colin Foale, Waystation to the stars: the story of MIR, Michael and me <br>
1999, Headline Book Publishing, London <br>
ISBN 0 7472 7380 4</li><li>Bryan Burrough: Dragonfly &#8211; NASA and the crisis about MIR <br>
1998, HarperCollins Publishers, New York <br>
ISBN 0 88730 783 3</li></ul>
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		<title>China und die MIR</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/china-und-die-mir/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Aug 2003 11:41:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mir]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[MIR]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Raumstation Mir: China zeigte scheinbar Interesse an einer Beteiligung. Ein Beitrag von Felix Korsch. Eine interessante Anekdote stellen die Bemühungen der Chinesen um die Rettung der russischen Orbitalstation Mir dar. Seit Mitte 1998 befand sich das einstige sowjetische Prestigeprojekt nicht nur in technischen, sondern auch in akuten finanziellen Nöten, da die russische Weltraumbehörde Rosaviakosmos [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Die Raumstation Mir: China zeigte scheinbar Interesse an einer Beteiligung.  </h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Felix Korsch.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/01/shenzhou2artvianasa260.jpg" alt="Chinas Shenzhou-Raumschiff wäre &quot;kompatibel&quot; gewesen.
(Bild: NASA)"/><figcaption>Chinas Shenzhou-Raumschiff wäre &#8222;kompatibel&#8220; gewesen.<br> (Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Eine interessante Anekdote stellen die Bemühungen der Chinesen um die Rettung der russischen Orbitalstation <em>Mir</em>  dar. Seit Mitte 1998 befand sich das einstige sowjetische  Prestigeprojekt nicht nur in technischen, sondern auch in akuten  finanziellen Nöten, da die russische Weltraumbehörde <em>Rosaviakosmos</em> die jährlichen Betriebskosten von umgerechnet rund 200 Millionen US-Dollar nicht mehr aufbringen konnte. Anfang 1999 verkündete <em>Energija</em>-Chef Juri Semjonow dann, man habe &#8222;solide Sponsoren&#8220; gefunden. Diese blieben jedoch stets anonym und Spekulationen kamen auf, dass es sich dabei um die Chinesen handeln könnte. Ihre Bemühungen um einen dauerhaften Technologiefluss aus dem einstigen Feindesland waren ebenso bekannt wie ihre eigenen, finanzaufwändigen Anstrengungen bezüglich eines bemannten Raumfahrtprogramms.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bestätigt wurde diese Vermutung durch Veröffentlichungen in der Fachpresse, nach denen die Involvierung Chinas in ein Rettungsprogramm für die alternde Raumstation <em>Mir</em> angeblich über &#8222;inoffizielle Kanäle&#8220; bestätigt worden sei. Ein Statement von offizieller Stelle blieb hierzu stets aus. Ein starker Indikator war weiterhin, dass Ende 1996 zwei chinesische Taikonauten-Kandidaten ihr Training im russischen Kosmonauten-Ausbildungszentrum aufnahmen. Einer der beiden hätte theoretisch schon mit <em>Sojus-TM 30</em> pünktlich zu den Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum der Gründung der Volksrepublik China zur Mir aufbrechen können. Am 11. Februar negierte China jedes Interesse an einer Beteiligung am <em>Mir</em>-Programm in Form eines Mitfluges und erst Recht eventuelle Pläne zur Mitfinanzierung als Juniorpartner der Russen. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Raumstation Mir</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/raumstation-mir/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Apr 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Mir]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumstationen]]></category>
		<category><![CDATA[Andockport]]></category>
		<category><![CDATA[Kristall]]></category>
		<category><![CDATA[Luftschleuse]]></category>
		<category><![CDATA[Progress]]></category>
		<category><![CDATA[Sojus]]></category>
		<category><![CDATA[Spaceshuttle]]></category>
		<category><![CDATA[Spektr-R]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Noch während sich die erfolgreiche Station Saljut 6 im Erdorbit befand und vor dem Start von Saljut 7, wurden in Moskau Planungen für eine Nachfolgestation des Saljut-Programms gemacht: die Mir. Autor: Karl Urban. PlanungsphaseDer erste Entwurf sah einen Basisblock vor, an dem bis zu vier modifizierte Saljut-Module hätten angedockt werden können. Der Entwurf wurde aber [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Noch während sich die erfolgreiche Station Saljut 6 im Erdorbit befand und vor dem Start von Saljut 7, wurden in Moskau Planungen für eine Nachfolgestation des Saljut-Programms gemacht: die Mir.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autor: <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehrenmitglieder/" data-wpel-link="internal">Karl Urban</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Planungsphase</strong><br>Der erste Entwurf sah einen Basisblock vor, an dem bis zu vier modifizierte <em>Saljut</em>-Module hätten angedockt werden können. Der Entwurf wurde aber frühzeitig verworfen. Nach dem Wechsel der Konstruktionsabteilung für die neue Raumstation entstand ein neues Konzept, welches aber wiederum verworfen werden musste. Lediglich das spätere <em>Mir</em>-Modul <em>Quant</em> wurde innerhalb dieses zweiten Projektentwurfs wirklich gebaut. Erst für die Station <em>Saljut 7</em> geplant, wurde <em>Quant</em> später wegen Verzögerungen bei der Konstruktion Teil der <em>Mir</em>. Schließlich einigte man sich auf einen modifizierten Basisblock FGO, an dem verschiedene Gerätemodule angebracht werden konnten. Diese wurden später durch die <em>Mir</em>-Module <em>Quant 2</em>, <em>Kristall</em>, <em>Spektr </em>und <em>Priroda </em>verwirklicht.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mir_01.jpg" alt="" width="373" height="274"/><figcaption>Die Raumstation <em>Mir</em> nach ihrer Fertigstellung im Jahr 1996, aufgenommen vom Space Shuttle <em>Atlantis</em>.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Start der <em>Mir</em></strong><br>Nachdem die Konstruktion des <em>Mir</em>-Basisblocks abgeschlossen war, wurde er sofort ohne die vorher übliche Erprobung nach Baikonur transportiert. Hier mussten alle vorhandenen Kabelstränge noch einmal ausgetauscht werden, bis der Block startbereit war. Der Starttermin &#8211; der 27. Parteitag der KPdSU &#8211; wurde eingehalten und die Sowjetunion bewies mit dem Start des <em>Mir</em>-Basisblocks am 19. Februar 1986, dass sie simultan zwei Raumstationen betreiben kann (<em>Saljut 7</em> und <em>Mir</em>).</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Basisblock der <em>Mir</em></strong><br>Das zentrale Modul der <em>Mir </em>war der Basisblock (Core Modul). An den Seiten des Kopfteils konnten weitere Module und an den Enden Versorgungsschiffe bzw. das wissenschaftliche Modul <em>Quant </em>andocken. Der <em>Mir</em>-Basisblock mit einer Länge von 13,3 Metern und einem Volumen von 90 Kubikmetern war in vier Bereiche aufgeteilt: Durchgangsbereich, Arbeitsraum, Zwischenraum und Triebwerksraum.<br>Im Durchgangsraum waren zusätzlich fünf weitere Andockstutzen für Versorgungsschiffe und weitere Module montiert. Im Arbeitsraum befanden sich die Kommandostation der <em>Mir</em>, der Zentralcomputer, eine Station zum Körpertraining der Kosmonauten sowie der Wohn- und Essbereich. Zur Erdbeobachtung waren 13 Bullaugen installiert. Im hinteren Triebwerksraum des Mir-Basisblocks befanden sich das Antriebssystem sowie die Rendezvous- und Funkantennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Module</strong><br>Nach dem Start des <em>Mir</em>-Basisblocks am 20. Februar 1986 wurde der Ausbau der Station mit weiteren Modulen vorangetrieben. Trotz einigen Verzögerungen durch den Zusammenbruch der Sowjetunion sowie durch finanzielle Probleme Russlands erreichte die <em>Mir </em>in Ihrer Endkonfiguration 1996 eine Masse von 110 Tonnen. Obwohl die Station eher durch ihre vielen Pannen in den 90er Jahren bekannt wurde, als durch technische Erfolge, war sie doch eine Meisterleistung der Ingenieurstechnik und lieferte &#8211; gerade durch die vielen Pannen an Bord &#8211; unschätzbare Erfahrungen für den Betrieb späterer Raumstationen wie der <em>ISS</em>. Dieser Artikel soll die einzelnen Module der <em>Mir </em>etwas genauer beleuchten.</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Der 1986 gestartete <strong>Basisblock</strong> bildet den Kern der Station.</li><li>Das zweite Modul der <em>Mir </em>war <strong>Quant-1</strong>. Gestartet wurde es etwa ein Jahr nach dem Start des Basisblocks am 31. März 1987. Das Modul besaß mit 20 Tonnen eine ähnliche Masse wie der Basisblock, war aber nur halb so lang. An Bord waren neben astrophysikalischen Instrumenten auch Lebenserhaltungssysteme sowie Lagekontrollsysteme untergebracht. Die Hauptaufgabe bestand im Sammeln astronomischer Daten.</li><li>Am 26. November 1989 startete <strong>Quant-2</strong> zur russischen Raumstation. Neben einer Luftschleuse für &#8222;Weltraumspaziergänge&#8220; (EVAs &#8211; <em>Extra Vehicular Activities</em>) waren wiederum Lebenserhaltungssysteme in dem Modul untergebracht. Auch Quant-2 sollte wissenschaftliche Aufgaben, wie Erdbeobachtung und biologische Weltraumforschung, erfüllen. Daneben besaß das Modul wiederholt Überlebenssysteme, die auch im Basisblock installiert waren. Eine Neuerung bildete außerdem eine Manövriereinheit für Außenarbeiten, die es den Kosmonauten erlaubte, sich frei im Raum zu bewegen, ohne an dir <em>Mir </em>&#8222;angeleint&#8220; zu sein.</li><li>Das Modul <strong>Kristall</strong>, gestartet am 31. Mai 1990, diente zur biologischen und materialwissenschaftlichen Forschung. Daneben waren an der Außenseite des Moduls Solarzellenpaneele angebracht, um den erhöhten Energieverbrauch der <em>Mir </em>zu decken. Für Kristall war eine für den russischen Raumtransporter Buran vorgesehene Andockstelle konstruiert worden, die später für das amerikanische Space Shuttle genutzt werden konnte.</li><li>Als 1991 die Sowjetunion zusammenbrach und unter anderem auch das für Weltraumstarts wichtige Kasachstan unabhängig wurde, entstand ein fünfjähriges Loch im Ausbau der Raumstation <em>Mir</em>. Erst am 20. Mai 1995 startete ein neues Modul ins All: <strong>Spektr</strong>. Um den Andockplatz freizumachen, verlegten die <em>Mir</em>-Kosmonauten das Modul Kristall um 90° an eine andere Stelle des Basisblocks. <em>Spektr </em>diente in erster Linie der Erdbeobachtung. So sollten besonders Naturphänomene und die Erdatmosphäre untersucht werden.</li><li>Der Ausbau der <em>Mir </em>wurde schließlich mit dem Start am 23. April 1996 durch das Modul <strong>Priroda</strong> vollendet. Die Aufgaben lagen auch hier im wissenschaftlichen Bereich: Man wollte Festland, Ozeane und die Atmosphäre in ihrer Dynamik beobachten.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere wichtige &#8222;Komponente&#8220; der <em>Mir </em>war der unbemannte Raumtransporter <strong>Progress</strong>, der die Station bis zu ihrem Ende mit Nachschub von der Erde versorgte und schließlich auch bei ihrem kontrollierten Absturz eine wichtige Rolle spielte. <em>Progress </em>beliefert bis heute auch die <em>ISS</em>.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/mir_02.jpg" alt="" width="354" height="308"/><figcaption>Russisch-amerikanische Kooperation an Bord der <em>Mir</em><br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Missionsverlauf</strong><br>15 Jahre lang, von 1986 bis 2001, war die russische Raumstation <em>Mir </em>im Erdorbit. In dieser Zeit besuchten sie viele Menschen und sammelten für die russische Raumfahrt und letztlich für die gesamte Menschheit etliche Erfahrungen beim Betrieb von Raumstationen, die unter anderem für die Internationale Raumstation unerlässlich sein werden. Daher handelt dieser Artikel vom Missionsverlauf in 15 Jahren <em>Mir</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vielversprechender Anfang</strong><br>Nach dem unbemannten Start des Basisblocks der <em>Mir </em>am 20. Februar 1986 wird dieser zum ersten Mal von zwei Kosmonauten bemannt. Sie benutzen Ihre <em>Sojus</em>-Kapsel, um von der <em>Mir </em>zur noch immer verwendbaren Station <em>Saljut 7</em> und wenige Wochen später zurück zur <em>Mir </em>zu pendeln. Nach dem erfolgreichen Start des zweiten Moduls <em>Quant 1</em> 1987 startet in Baikonur zum allerersten Mal <em>Buran</em>, der russische Raumtransporter. Der Start geschieht noch unbemannt, allerdings wird ein Docking an die <em>Mir </em>beim nächsten Flug angekündigt. Wegen dem Zusammenbruch der Sowjetunion und daraus resulierender fehlender Finanzierung muss das <em>Buran</em>-Programm jedoch kurz danach eingestellt werden, ein zweiter <em>Buran</em>-Flug findet nie statt.<br>1991 bricht die Sowjetunion zusammen. In den Wirren dieser Zeit ist dir <em>Mir </em>trotz allem bemannt: Sergej Krikaljow wird vom Westen als &#8222;gestrandeter Kosmonaut&#8220; dargestellt. Im gleichen Jahr besuchen ein österreichischer Forscher und eine britische Astronautin die <em>Mir</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Westliche Kooperation</strong><br>Im Dezember 1990 besucht der japanische Journalist Toyohiro Akiyama die Station, um direkt vom Schauplatz des Geschehens zu berichten. Die nichtrussischen Besuche nehmen in den kommenden Jahren sogar noch zu, so 1992 durch den Deutschen Klaus Dietrich Flade und den Franzosen Michel Tognini. Von Januar 1994 bis Mai 1995 bleibt der Russe Valery Polyakov auf der <em>Mir</em>. Mit 438 Tagen im All stellt er damit einen neuen Rekord für die menschliche Verweildauer im All auf. Der lange Zeitraum, den Polyakov im All bleibt, wird auch als Test für einen möglichen bemannten Marsflug gewertet: Der Flug zum roten Planeten dauert etwa ein Jahr. 1994 besucht außerdem der deutsche ESA-Astronaut Ulf Merbold die <em>Mir</em>, der bereits 1983 mit dem Space Shuttle im All war.<br>Neben dem weiteren Ausbau der Station 1995 startet in dem Jahr auch der erste amerikanische Astronaut zur <em>Mir</em>, noch von Baikonur aus mit einem <em>Sojus</em>-Raumschiff. Bereits im Juli des gleichen Jahres beginnt die erste <em>Shuttle-Mir</em>-Mission: Mit STS-71 dockt die <em>Atlantis </em>zum ersten Mal an die russische Raumstation an. Im gleichen Jahr besucht auch der Deutsche Thomas Reiter die <em>Mir </em>und bleibt 179 Tage an Bord. 1996 wird der Aufbau der Station mit dem Modul <em>Priroda </em>beendet. Der längste Aufenthalt eines amerikanischen Astronauten im All wird ironischerweise auch auf der <em>Mir </em>gefeiert: John Blaha verbringt im gleichen Jahr 118 Tage auf der Station.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Pannenserien</strong><br>Am 24. Februar entzündet sich ein chemischer Sauerstoffgenerator. Es entwickelt sich giftiger Rauch auf der Station und zwingt die beiden russischen und den amerikanischen Raumfahrer an Bord zum Tragen von Sauerstoffmasken. Aufgrund der entschlossenen Reaktion der <em><em>Mir</em></em>-Insassen kann eine verfrühte Rückkehr zur Erde verhindert und die Luft innerhalb eines Tages wieder gereinigt werden. Bereits zwei Wochen nach diesem Vorfall fällt die primäre Sauerstoffversorgung aus, es muss auf die sekundäre umgeschaltet werden. Daneben sind aufgrund eines Defekts des Lagekontrollsystems nur noch manuelle Manöver möglich. Außerdem lässt das marode russische Satellitensystem nur noch 10 Minuten Funkkontakt zur Moskauer Bodenstation pro Erdumlauf zu.<br>Obwohl die NASA Anfang 1997 erst ihre Zweifel an einer weiteren Zusammenarbeit mit Russland auf der <em>Mir </em>bekundet, startet nach Reparatur der Bordsysteme am 15. Mai 1997 wiederum die <em>Atlantis </em>zur Station und löst den Amerikaner Jerry Linenger an Bord durch Michael Foale ab.<br>Wiederum nur einen Monat später, am 25. Juni 1997, kollidiert aufgrund eines Fehlers das <em>Progress</em>-Versorgungsraumschiff M-34 mit der Station. Neben dem Modul <em>Spektr</em>, das versiegelt werden muss, werden auch die Solarzellen des Moduls schwer beschädigt und ein Drittel der <em>Mir</em>-Energieversorgung wird lahmgelegt. Die Probleme an Bord können zwei Monate später nach einem Crew-Austausch beendet werden.<br>Am 30. August 1997 startet erneut die <em>Atlantis </em>zur <em>Mir</em>, nachdem es heftigste Kontroversen bei der NASA gegeben hatte, ob man nach der Pannenserie in dem Jahr die Shuttle-Mir-Missionen überhaupt fortsetzen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die <em>Mir </em>wird alt</strong><br>Am 20. November 1998 startet das erste Modul der Internationalen Raumstation <em>Zarya </em>und die NASA-Führung versucht die russische Regierung dazu zu bewegen, die <em>Mir </em>möglichst bald im Pazifik zu versenken. Vorerst entscheidet sich Russland noch dagegen. 1999 bildet sich eine Organisation, die versuchen will, das Überleben der <em>Mir </em>über private Mittel zu sichern. Im Kontrast dazu wird die am 28. August 1999 landene Crew nicht wieder ersetzt.<br>Am 4. April 2000 startet schließlich die letzte Besatzung zur <em>Mir</em>. Zu diesem Zeitpunkt hofft die russische Raumfahrt noch darauf, die <em>Mir </em>durch westliche Gelder für zwei weitere Jahre betreiben zu können. Diese Hoffnungen zerschlagen sich jedoch durch die horenden Unterhaltskosten für Russland.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Krönender Abschluss</strong><br>Im März 2001, einige Tage nach dem 15. Geburtstag der <em>Mir</em>, beginnt schließlich der kontrollierte Absturz der Station. Zuvor war ein letztes <em>Progress</em>-Raumschiff gestartet worden, um mit der Hilfe seiner Triebwerke die Orbithöhe langsam zu verringern und die <em>Mir </em>in die richtige Lage zu drehen. Der Wiedereintritt wird weltweit mit Faszination und Angst beobachtet, denn falls der 140 Tonnen schwere Koloss außer Kontrolle geriete und auf bewohntes Gebiet fallen würde, wäre das eine Katastrophe. Die Ingengieure in der Moskauer Bodenstation beweisen allerdings, dass man nach wie vor auf das russische Raumfahrt-Know-how zählen kann. Die schwersten Trümmerteile der Mir stürzen genau über dem vorher berechneten Absturz-Korridor östlich von Neuseeland in den Pazifik.<br>Mit dem Ende der Russischen Raumstation <em>Mir </em>endet auch eine Ära der Raumfahrt. Russland ist ein Land, das wirtschaftlich von Krisen geschüttelt ist. Trotzdem gelang es über 15 Jahre, eine große Raumstation zu betreiben und trotz etlicher lebensgefährlicher Zwischenfälle an Bord, das Leben der Insassen immer zu sichern. Mit dem beginnenden Aufbau der <em>ISS </em>beginnt eine neue Raumfahrt-Ära. Starke amerikanischen Finanzhilfen beim russischen <em>ISS</em>-Modul <em>Zarya </em>belegen die finanziellen Probleme des Landes und der Raumfahrtindustrie Russlands. Allerdings belegen die vielen gemeisterten Pannenserien an Bord der <em>Mir </em>auch, dass man beim Ausbau der <em>ISS </em>und ihrem Betrieb ebenfalls nicht auf Russland und die Erfahrung russischer Kosmonauten und Ingenieure verzichten darf.</p>
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		<title>Shuttleflug</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/shuttleflug-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Feb 2002 23:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>3. Orbit &#8211; Die Mission Autor: Karl Urban. Nach dem Abschalten der Haupttriebwerke befindet sich das Shuttle in einem ellipsenförmigen Orbit, so dass es, wenn keine weiteren Triebwerke zünden, wieder in die Erdatmosphäre eintreten würde. Doch 35 Minuten nach dem Abschalten der Haupttriebwerke, wenn das Shuttle den höchsten Punkt des ellipsenförmigen Orbits erreicht hat, zünden [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">3. Orbit &#8211; Die Mission</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autor: <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehrenmitglieder/" data-wpel-link="internal">Karl Urban</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Abschalten der Haupttriebwerke befindet sich das Shuttle in einem ellipsenförmigen Orbit, so dass es, wenn keine weiteren Triebwerke zünden, wieder in die Erdatmosphäre eintreten würde. Doch 35 Minuten nach dem Abschalten der Haupttriebwerke, wenn das Shuttle den höchsten Punkt des ellipsenförmigen Orbits erreicht hat, zünden die beiden orbitalen Manövriertriebwerke (an der linken und rechten Seite des Shuttle-Hecks) für genau drei Minuten. Die Manövriertriebwerke nutzen zwei flüssige Treibstoffe (Hydrazin und Stickstofftetroxyd), die sofort bei Kontakt zünden. Das Shuttle wird durch sie in einen Orbit mit konstanter Höhe geschossen, der es über der Erdatmosphäre hält.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Space Shuttle ist das einzige Raumfahrzeug, das auch große Satelliten aus dem Erdorbit zurück auf die Erde transportieren kann. Mit Hilfe des in Kanada gebauten Roboterarms mit dem Namen Reichweiten-Manipulationssystem (RMS für &#8222;Remote Manipulator System&#8220;), der an der linken Seite der Nutzlastbucht montiert ist, kann die Shuttle-Besatzung große Objekt in die Nutzlastbucht hinein oder aus ihr heraus heben. Mit dem Arm können außerdem Astronauten während eines Weltraumspaziergangs an einen Satelliten herangehoben werden, damit er dann vom Astronauten gewartet oder repariert werden kann. Ein berühmtes Beispiel für ein derartiges Vorgehen ist die erste Reparaturmission des &#8222;Hubble Space Telescope&#8220;, dass immerhin die Größe eines Busses hat. Auch der Aufbau der Internationalen Raumstation ISS geschieht mit Hilfe des Shuttle-Roboterarms.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GPN201039sts71nasa15.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/GPN201039sts71nasa260.jpg" alt=""/></a><figcaption>Shuttle im Orbit während STS-71. (Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die größte jemals eingesetzte Shuttle-Besatzung war acht Mann stark, der Durchschnitt liegt aber bei fünf bis sieben. Zu einer Besatzung gehören immer zwei Piloten, wobei einer der &#8222;Commander&#8220; ist (also das Kommando an Bord hat) und der Pilot, der das Shuttle fliegt. Der Commander erfüllt meist die Funktion des Copiloten. Außerdem gehören Missions-Spezialisten, oft Wissenschaftler oder Ingenieure, zur Crew, die an Bord Experimente durchführen oder spezielle Einsätze im Orbit ausführen. Gelegentlich fliegt auch ein Nutzlast-Spezialist mit, der für eine spezielle Nutzlast verantwortlich ist. Das Shuttle kann mehr als 28,803 t Nutzlast laden und in den Orbit transportieren. Es kann maximal 28 Tage im Orbit verbleiben, bevor es auf die Erde zurückkehrt. Vorgeschrieben ist aber eine maximale Missionsdauer von 17 Tagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ess-, Schlaf- und Hygieneeinrichtungen sind im unteren Deck des Besatzungsbereiches untergebracht, das Mitteldeck heißt. Im Oberdeck, dem Flugdeck, befinden sich die Flugkontrollen an den forderen und hinteren Wänden.<br>Unterhalb des Mitteldecks werden Vorräte und Ausrüstung gelagert, außerdem ist hier die Bordelektronik untergebracht. Der Druckregulierte Bereich des Orbiters, also der Bereich, in dem sich Menschen ohne Raumanzug bewegen können, hat ein Volumen von 74,3 m³. Dieser Bereich besitzt eine runde Ausstiegsluke mit einem drei Meter-Durchmesser, die dem Ein- und Ausstieg vor und nach der Landung dient.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Luftschleuse des Orbiters, die aussteigene Astronauten während des Fluges vom Rest der Kabine abschließen, damit die dortige Luft nicht ausgestoßen wird, befindet sich in der Nutzlastbucht direkt hinter dem Besatzungsbereich. Sie ist an ein kurzes &#8222;Tunnel-Modul&#8220; gekoppelt. Eine äußere Luke an der Luftschleuse kann für den Austritt in den Weltraum oder wieder zurück verwendet werden. Das Volumen der Luftschleuse beträgt 4,24 m³. Der Dockmechanismus für die Internationale Raumstation berfindet sich oberhalb von ihr.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Artikel:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://www.raumfahrer.net/shuttleflug/" data-wpel-link="internal">1. Liftoff</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/shuttleflug-5/" data-wpel-link="internal">2. Aufstieg</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/shuttleflug-4/" data-wpel-link="internal">4. Landung</a></li><li><a href="https://www.raumfahrer.net/shuttleflug-4/" data-wpel-link="internal">5. Übersicht</a></li></ul>
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