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  • Atlas5-401 AV078, InSight, VAFB SLC3E, 13:05MESZ: 05. Mai 2018
  • InSight - Landung - ca. 21:00 MEZ: 26. November 2018

Autor Thema: InSight auf Atlas V 401  (Gelesen 419565 mal)

Offline Steffen

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1875 am: 17. Januar 2021, 17:40:55 »
Hallo
Ich glaube, dass so eine mechanische Bewegung im Marsboden auf der Erde nur schwer zu simulieren ist, da die geänderte Schwerkraft dabei eine Rolle spielt. Sowohl beim Vorwärtshämmern als auch bei der seitlichen Reibung im Sand führt die andere Schwerkraft zu einem anderen Verhalten. Zwar weiß man das natürlich, das macht es aber nicht einfacher, auf der Erde die Bewegung des Sandes um die Mole herum so wie auf dem Mars nachzustellen.
Wenn dann noch Pech mit der konkreten Bodenstruktur an der Landestelle dazukommt ...

viele Grüße
Steffen

Offline Superrick652

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1876 am: 20. Januar 2021, 16:13:04 »
Schade dass es nicht mehr weiter geht.
Wir hatte hier schonmal darüber spekuliert weshalb zwei Geräte mitgenommen wurden die eigentlich zwei völlig unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten benötigten.
Wenn ich so Recht drüber nachdenke könnte das aber auch sein, dass man versucht hat eine alternative zu haben wenn die Bodenbeschaffenheit doch anders ist als erwartet.

Dann bin ich auf dieses Interview mit Tilmann Spohn gestoßen (vom 18.01.21):
https://ondemand/mp3.dradio.de/file/dradio/2021/01/18/aus_fuer_mars_maulwurf_an_bord_des_nasa_marslanders_insight_dlf_20210118_1642_814147dc.mp3] [url]https://ondemand/mp3.dradio.de/file/dradio/2021/01/18/aus_fuer_mars_maulwurf_an_bord_des_nasa_marslanders_insight_dlf_20210118_1642_814147dc.mp3[/url]

Darin eigentlich nichts neues, aber es klingt etwas so, als wenn da die Schuld (für das nicht weiterkommen des Moles) auf die Geologen geschoben wird, weil die wohl gesagt haben, dass der Boden an der Landestelle sandig sei...
Außerdem spricht er darüber das der Mole jetzt an die Atmosphärenphysik übergeben wird und dort als Thermalsonde dient.
Der Mole misst die Wärmeleitfähigkeit des Bodens und die Temperatur als Funktion der Zeit. Quasie eine Klimasonde. Somit kann die Temperatur der Atmosphäre und die des Bodens miteinander verknüpft werden.

Wobei das doch eigentlich mit dem HP3-RAD möglich wäre oder nicht?

Offline Terminus

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1877 am: 21. Januar 2021, 07:55:12 »
Dann bin ich auf dieses Interview mit Tilmann Spohn gestoßen (vom 18.01.21):
[url]https://ondemand/mp3.dradio.de/file/dradio/2021/01/18/aus_fuer_mars_maulwurf_an_bord_des_nasa_marslanders_insight_dlf_20210118_1642_814147dc.mp3]https://ondemand/mp3.dradio.de/file/dradio/2021/01/18/aus_fuer_mars_maulwurf_an_bord_des_nasa_marslanders_insight_dlf_20210118_1642_814147dc.mp3] [url]https://ondemand/mp3.dradio.de/file/dradio/2021/01/18/aus_fuer_mars_maulwurf_an_bord_des_nasa_marslanders_insight_dlf_20210118_1642_814147dc.mp3[/url]

Darin eigentlich nichts neues, aber es klingt etwas so, als wenn da die Schuld (für das nicht weiterkommen des Moles) auf die Geologen geschoben wird, weil die wohl gesagt haben, dass der Boden an der Landestelle sandig sei...
Außerdem spricht er darüber das der Mole jetzt an die Atmosphärenphysik übergeben wird und dort als Thermalsonde dient. ...

So klappt es mit dem Link:

https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2021/01/18/aus_fuer_mars_maulwurf_an_bord_des_nasa_marslanders_insight_dlf_20210118_1642_814147dc.mp3

Offline rok

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1878 am: 21. Januar 2021, 10:09:01 »
Hallo Superrick652,

ein Versuchsleiter, dessen Experiment nicht richtig funktioniert hat, verweist natürlich gerne darauf, dass die Daten, nach denen er sein Messgerät konzipiert hat, fehlerhaft waren. Und wenn es sich um eine anonyme Gruppe ("die Geologen") handelt, kann er erstmal die Verantwortung für das Scheitern weitergeben. Dennoch wird es natürlich interne Untersuchungen geben, was an den verschiedenen Entscheidungsprozessen fehlerhaft war, damit man für zukünftige Projekte solche Fehler vermeiden kann.

Es gibt bei den beiden Messungen vom Mole und vom RAD Unterschiede:

Der Temperatursensor in der HP3-Sonde befindet sich in einer geschätzten Tiefe von ca. 15 cm, während das Radiometer nur die Marsoberfläche im Blick hat.

Das RAD untersucht die Frequenzen im Infrarotlicht und errechnet daraus die Oberflächentemperatur, allerdings müssen dafür Korrekturfaktoren für die Materialeigenschaften verwendet werden (das Material selbst, die Oberflächenrauigkeit, die Porosität, die Bestrahlungsstärke und -richtung, die IR-Absorption durch die Atmosphäre usw.).

Durch den Vergleich der beiden Werte über den Tages- und Jahresgang kann man die Radiometerdaten der Rover und der Orbiter genauer kalibrieren, daher erfüllt das HP3-Experiment auch jetzt noch einen gewissen Zweck.

Offline Superrick652

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1879 am: 22. Januar 2021, 20:34:34 »
So klappt es mit dem Link:

https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2021/01/18/aus_fuer_mars_maulwurf_an_bord_des_nasa_marslanders_insight_dlf_20210118_1642_814147dc.mp3
Hallo und danke Terminus, hatte das auf dem kleinen Smartphone Bildschirm nicht richtig sehen könne... war keine gute Idee das darüber zu posten  ;D

Hallo Superrick652,

ein Versuchsleiter, dessen Experiment nicht richtig funktioniert hat, verweist natürlich gerne darauf, dass die Daten, nach denen er sein Messgerät konzipiert hat, fehlerhaft waren. Und wenn es sich um eine anonyme Gruppe ("die Geologen") handelt, kann er erstmal die Verantwortung für das Scheitern weitergeben. Dennoch wird es natürlich interne Untersuchungen geben, was an den verschiedenen Entscheidungsprozessen fehlerhaft war, damit man für zukünftige Projekte solche Fehler vermeiden kann.
Sehe ich genauso wie du rok. Im Grund ist er ja wahrscheinlich auch nicht der jenige gewesen (zumindest nicht alleine), der entschieden hat, dass der Mole mit zum Mars genommen wird.

Aber wie krassus kraftlatz schon sagte:
Trial and error - Fluch der angewandten Wissenschaft.
Wir wissen halt nie 100% was uns erwartet und würden wir es wissen, müssten wir da nichts hinschicken  8)

Und sind wir mal ehrlich, angenommen der Boden wäre so wie angenommen, wäre der Mole dafür vermutlich perfekt gewesen und käme die angestrebten 5m. Somit ist der Mole kein Fehlschlag, sondern die vorherige Annahme über die Bodenbeschaffenheit und die Projektplanung die den Mole für diese Mission freigegeben hat... so zumindest meine Meinung...

Offline ASTP

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1880 am: 28. Januar 2021, 18:04:58 »
Wirklich schade, dass der erhoffte Erfolg beim Mole leider ausblieb. Ich hoffe sehr, dass sie mit dem Seismometer noch wichtige Daten sammeln können.  :'(

An diesem Punkt muss ich nun aber eine Sache loswerden, die in mir wurmt seitdem ich die Mission InSight verfolge. Hoffentlich verärgere ich niemanden.
2009 gab es in der finalen Phase noch 3 Kandidaten für eine Discovery-Mission: Das "Titan-Boot" für eine Landung auf dem Ligeira Mare, der "Kometenhopper" als größeres Pendant zu Philae sowie InSight. Ich war damals so wütend, dass hier 2 wirklich spannende Missionen geopfert wurden für eine weitere Marssonde (finanziert außerhalb des klassischen Marsprogrammes) welche außer Seismometer und Wärmefluss nichts Außergewöhnliches vorzuweisen hatte. Bis heute blieb mir das im Hinterkopf und heute kann ich sagen: hättet ihr euch doch lieber für eine andere Mission entschieden, so Leid mir das tut.  :-[

Offline Sensei

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1881 am: 28. Januar 2021, 18:57:06 »
Zitat
welche außer Seismometer und Wärmefluss nichts Außergewöhnliches vorzuweisen hatte.

IMO sind das beides aber auch sehr interessante wissenschaftliche Gebiete. Nur blöd, dass keine dieser Hauptforschungsziele gut erfüllt wurden :/
Und BEIDE male, weil man Vorraussetzungen an den Untergrund gestellt hatte, welche sich als nicht zutreffend erwiesen haben.

Dazu kommt dann noch, dass von den geplanten Kosteneinspaarungen aufgrund einer nahezu Baugleichheit mit dem Phoenixlander nicht viel übrig geblieben ist.

Irgendwie ist das Erfolgreichste an der Ganzen Mission der Einsatz der MarCO CubeSats...
“If the schedule is long, it's wrong; if it's tight, it's right." E.M.

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Offline Lumpi

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1882 am: 05. Februar 2021, 18:04:51 »
Der Maulwurf fristet jetzt sein Dasein auf dem Mars als Thermalsonde. Ein letzter Logbuch-Eintrag von Tilman Spohn: https://www.dlr.de/blogs/alle-blogs/logbuch-insight-der-mars-maulwurf-im-herbst-seiner-mission.aspx
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Offline Terminus

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1883 am: 13. Februar 2021, 09:41:00 »
Da bisher kein Staubteufel sich zu Insight verirrt hat, sind dessen Solarpanels so staubig, dass sie nur noch 27% der Leistung wie zu Beginn der Mission produzieren. Noch dazu wird die Sonnenstrahlung bis Juli immer knapper. Die knappe Ressource müssen sich die Instrumente jetzt teilen, bevor es wieder besser wird.

https://www.jpl.nasa.gov/news/insight-is-meeting-the-challenge-of-winter-on-dusty-mars

Offline Lumpi

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1884 am: 13. Februar 2021, 11:44:31 »
Da bisher kein Staubteufel sich zu Insight verirrt hat, sind dessen Solarpanels so staubig, dass sie nur noch 27% der Leistung wie zu Beginn der Mission produzieren.

Dabei hat man lt. dem verlinkten Artikel doch extra einen "stürmischen" Landeplatz ausgewählt. Vielleicht gelingt es ja mit dem geplanten "pulsieren" lassen der Solarpaneel-Motoren etwas Staub abzuschütteln? Einen Versuch ist es allemal wert.
Zitat
Then the team will pulse the motors that unfurled each panel after landing to try to can disturb the dust and see if the wind blows it away. The team considers this to be a long shot but worth the effort.
https://www.jpl.nasa.gov/news/insight-is-meeting-the-challenge-of-winter-on-dusty-mars

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Offline Terminus

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1885 am: 13. Februar 2021, 11:54:25 »
The team considers this to be a long shot but worth the effort.

Was heißt das?

Ansonsten: Auf jeden Fall. :)

Offline Prodatron

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1886 am: 13. Februar 2021, 12:37:09 »
Ob das Gerüttel funktionieren und erfolgreich sein wird, ist reine Spekulation, aber einen Versuch ist es Wert.

aasgeir

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1887 am: 16. Februar 2021, 15:52:43 »
Aufschlussreicher Vergleich der Staubbelegung der Solarpaneele kurz nach der Landung und jetzt:

https://twitter.com/i/status/1360314509911412736

Offline Prodatron

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1888 am: 16. Februar 2021, 16:49:53 »
Ein Wunder, daß da überhaupt noch ein bischen Strom rauskommt!  :o :o

Offline Hugo

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1889 am: 16. Februar 2021, 17:19:51 »
Ich würde das als vollkommen OK ansehen.
- Man hat von vorne herein damit gerechnet.
- Man hat von vorne herein die Leistung überdimensioniert um diesen Zustand zu berücksichtigen.
- Falls sich jemand die Frage stellt, warum kein "Scheibenwischer" oder ähnliches montiert ist: So etwas ist zu ineffizient. Es ist effizienter statt Entwicklungszeit und Geld aufzuwenden, besser größere Solarzellen zu montieren.


Kleine Beispielrechnung mit Fantasiezahlen:

1 Solarpanel wiegt 1 kg und kostet 10.000 Euro bei einer Ausfallwahrscheinlichkeit von 10% in 5 Jahren.
1 Scheibenwischer wiegt 10kg und kostet 100.000 Euro bei einer Ausfallwahrscheinlichkeit von 10% in 5 Jahren.

Verbaue ich 1 Solarpanel und 1 Scheibenwischer wiegt meine Apparatur 11 kg.
Zu 10% geht der Scheibenwischer nicht. Und zu 10% die Solarzelle. Also habe ich eine Gefahr von 20%, dass eine Mission 100% Lost wird. Und im Winter ist zu wenig Sonne da, da reicht meine kleine Solarzelle nicht, also auch 100% Lost.

Verbaue ich 11 Solarpanel und 0 Scheibenwischer habe eine vollständige Ausfallwahrscheinlichkeit von 0,0000000001% (Es werden kaum alle 11 Panels ausfallen). Ich bin aber gleich schwer und gleich teuer. Und ich hab als Bonus am Anfang der Mission 11x so viel Strom wie benötigt. Und im ersten Winter rechne ich mit 70% Bedeckung, den kann ich also überstehen, wenn z.B. 1 Panel ausfällt.

Wichtig: Das sind alles Fantasiezahlen. Genaue Zahlen sind mir keine bekannt.

Offline rok

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1890 am: 16. Februar 2021, 19:37:08 »
PaulH51 hat weitere Daten des InSight-Bordbuchs ausgewertet und daraus eine Tabelle zum Wirkungsgrad der Solarmodule erstellt, man sieht, dass die Leistung bis Oktober 2020 auf ca. 1/3 des Originalzustandes gefallen ist:

http://www.unmannedspaceflight.com/index.php?act=attach&type=post&id=46732

Wir hatten das Thema auch schon mal im Juli ´20 ab #1701 diskutiert.



......

... und hier hat er 2 Bilder vom "Rütteln" der Module eines Moduls zusammengestellt:

http://www.unmannedspaceflight.com/index.php?act=attach&type=post&id=46852

Offline rok

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1891 am: 16. Februar 2021, 19:49:59 »
Danke akku, hatte ich soeben schon repariert. (Das bezog sich darauf, dass akku meinen defekten Link korrekt eingestellt hatte)

Offline rok

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1892 am: 16. Februar 2021, 20:03:20 »
Das Rütteln erfolgt durch das kurze Einschalten des Motors der das Modul entfaltet hat. Mit der Bewegung soll der Staub, der sich im Laufe der Zeit festgesetzt hat, gelockert werden, damit er leichter durch eine Bö weggeblasen werden kann. Das ist auch nur ein Versuch, wahrscheinlich wird das andere Modul nicht bewegt, so dass man durch einen Vergleich der beiden Energiewerte die Effizienz der Maßnahme beurteilen kann.

Offline Lumpi

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1893 am: 05. März 2021, 14:16:54 »
Die Zuleitung zu SEIS wird demnächst verbuddelt, um die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht auszugleichen und so genauere Messwerte zu erhalten. Zunächst wurden zwei Probekratzungen durchgeführt. https://twitter.com/NASAInSight/status/1367534361067757568
Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich.

Offline rok

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1894 am: 11. März 2021, 11:15:54 »
Anscheinend steht der nächste Schritt bevor, um etwas Sand auf das Kabel des Seismometers zu schütten.

Zunächst wurde eine "Probekratzung" durchgeführt und fotografiert. Man kann erkennen, dass die Schaufel horizontal bewegt wurde, obwohl die Bewegung um das "Ellenbogengelenk" des Arms eigentlich kreisförmig verläuft. Offenbar wurde gleichzeitig während des Kratzens der gesamte Arm leicht angehoben (oder die Schaufel etwas eingeklappt?), das war bei den Versuchen zur "Beerdigung" des HP3-Maulwurfs noch nicht möglich.

Anschließend wurde der Arm etwas nach links geschwenkt und der zweite "Graben" dreimal durchgezogen, wobei jedesmal die Schaufel einige mm tiefer angesetzt wurde, so dass ein ordentlicher Sandhaufen erzeugt wurde. Auf dem Foto sieht man zum Vergleich, dass sich die Schaufel beim Kratzen am Loch des Mole nach unten bewegt hatte und dadurch nur einen kurzen Weg machen konnte, bis sie von der harten Kruste gestoppt wurde.

Danach wurde das Ergebnis viermal (inzwischen fünfmal) jeden zweiten Tag zur exakt selben Zeit von beiden Kameras fotografiert, vermutlich um evtl. Witterungseinflüsse zu untersuchen.

Die Bilderserie gibt es hier:

https://mars.nasa.gov/insight/multimedia/raw-images/?order=sol+desc%2Cdate_taken+desc&per_page=50&page=0&mission=insight
« Letzte Änderung: 11. März 2021, 12:24:51 von rok »

Offline rok

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1895 am: 14. März 2021, 21:00:43 »
Ob es tatsächlich geplant war, den Sand auf der Seismometerkuppel abzuladen? (Sol 816)




https://mars.nasa.gov/insight/multimedia/raw-images/?order=sol+desc%2Cdate_taken+desc&per_page=50&page=0&mission=insight

Offline neanuk

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1896 am: 14. März 2021, 21:50:13 »
Spannende Frage!
Danke für den Hinweis auf dieses Ereignis.
Bin gespannt, ob es dazu eine Erklärung geben wird.

Ich musste im ersten Moment an ein kleines Kind denken, dass die Baggerschaufel im Sandkasten über einem Objekt ablädt, einfach um zu schauen was passiert.
Aber diese kindliche Neugier war es hier vermutlich nicht.

Offline Hugo

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1897 am: 14. März 2021, 22:41:47 »
Danke Rok für die Info. Das ist interessant. Ich habe mal die Fotos alle angeschaut und mir ist dabei aufgefallen, dass die Schaufel geöffnet, geschlossen, hin- und her bewegt wurde. Also es gab mehr als eine einzelne Bewegung.

Verwirrend finde ich die Sandverteilung.


Animation mit Uhrzeiten:



Offline Hugo

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1898 am: 14. März 2021, 22:57:59 »
In der folgenden Animation habe ich nur die zwei Bilder eingeblendet, in welcher die Schaufel oben ist.

Man sieht unten einen Sandhaufen, welcher das Kabel vergraben hat.

Ist dann der andere Sand/Staub durch Wind auf den Deckel geweht, während an der sandfreien Stelle die geöffnete Schaufel (beim Abwerfen vom Sand dazwischen) einen Windschatten erzeugt hat?


Offline honk

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Re: InSight auf Atlas V 401
« Antwort #1899 am: 14. März 2021, 23:09:18 »
  Versuch einer Erklärung :
die gefüllte Schaufel ist so gekippt worden, dass die "Lippe" den Sand gerade an der Kante des SEIS-Gehäuses vorbei auf das Flachkabel abgeladen hat. Die Vibrationen beim Kippen der Schaufel (Stepper-Motor!) haben dann Staub, der aussen an der Schaufel/dem Gelenk/dem Arm anhaftete, auf die Oberseite von SEIS rieseln lassen, wobei die Schaufel selbst wie eine Schablone wirkte. Der Staub war m.E. nicht windgetragen, da sonst die Oberseite gleichmässiger belegt sein müsste.