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  • CZ-3B, Chang'e 4, Xichang, 19:15 MEZ: 07. Dezember 2018
  • Chang'e 4 Landung: 03. Januar 2019

Autor Thema: Chang’e 4 - Mondlander und Rover  (Gelesen 140240 mal)

Offline sven

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #525 am: 24. Oktober 2019, 18:04:11 »
Ich bekomme einen 403 (Access Forbidden) wenn ich das Bild laden möchte ...

Werner

Bei mir funktionierts...

Offline -eumel-

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #526 am: 25. Oktober 2019, 01:10:24 »
Weil einige die Fotos offenbar nicht sehen können
hier nochmal die beiden Bilder aus Beitrag #520 von HausD:



Fotos: CLEP/weibo

Offline Gertrud

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #527 am: 15. November 2019, 15:16:39 »
Hallo Zusammen,

Der kleine Mondorbiter schlug somit auch einen weiteren Krater in den Mond. Aber 45 kg sind nicht die Welt, das gibt kein großes Loch. Es bleiben uns die schönen Aufnahmen des Mondes und der Erde, übermittelt von diesem Mondorbiter. Was doch die Miniaturisierung der Kameras und Elektronik der kleinen Satelliten alles zulässt. Ein schöner Erfolg! Gratulation an die Hersteller!

Jetzt hat der Orbiter LRO die Einschlagstelle von Longjiang-2 aufgenommen.

Das Team um Daniel Estévez schätzte, das Longjiang-2 (auch als DSLWP-B bekannt) irgendwo im Van-Gent-Krater (16,69 ° N, 159,52 ° O) einschlug. Das LROC-Team verwendete diese Koordinaten, um das Gebiet am 5. Oktober 2019 aus einer Höhe von 122 Kilometern abzubilden. Durch einen sorgfältigen Vergleich bereits vorhandener NAC-Bilder konnte das LROC-Team einen neuen Einschlagkrater (16,6956 ° N, 159,5170 ° O, ± 10 Meter) ausfindig machen, der nur 328 Meter vom geschätzten Standort entfernt ist!

In dem Artikel ist auch ein Gif vorhanden.
https://www.lroc.asu.edu/posts/1132

Beste Grüße
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
***
Die Gabe des Staunens lässt uns die Welt aufgeschlossener sehen und ihre Wunder würdigen. (Richard Henry Lee)

Offline rok

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #528 am: 02. Dezember 2019, 17:14:27 »
Im Blog der Planetary Society (Jason Davis) fand ich einen Hinweis auf eine chinesische "Galerie":

http://moon.bao.ac.cn/mul/index/list
 
Daraus  2 Videos:

1. Die Landung von Chang´e-4 (7:45 min.):

http://moon.bao.ac.cn/mul/media/detail?id=516

Interessant u. a. die Phase etwa 45 sec. vor dem Aufsetzen, als der Lander den Abstieg unterbrochen hat, um sich die Landestelle "auszusuchen".

2. Eine kurze Fahrt von Yutu-2 (1 min.):

http://moon.bao.ac.cn/mul/media/detail?id=508

Tipp: Da die Datenrate gering ist, sollte man zu Beginn die Wiedergabe für ein paar Minuten pausieren.

......

Oder auch das Ausklappen der Rampe und die Abfahrt von Yutu-2 (1:17 min.):

http://moon.bao.ac.cn/mul/media/detail?id=302

Offline RonB

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #529 am: 02. Dezember 2019, 17:44:25 »
Bei der Landung ist ja einiges an "Staub" weggeblasen worden. Trotzdem hinterlassen die Räder von Yutu-2 relativ tiefe Spuren. Da muss es sich wohl um dichten und schweren "Staub" handeln. Oder sehe ich das falsch?
Es recht zu machen Jedermann ist eine Kunst die Keiner kann.

Offline rok

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #530 am: 02. Dezember 2019, 18:23:59 »
Der Regolith auf dem Mond kann durchaus mehrere Meter mächtig sein. Man nimmt an, dass der Regolith, der sowohl durch Einschläge, aber auch durch Strahlungseinwirkungen entsteht, in größerer Tiefe grobkörniger ist als an der Oberfläche, so dass ein Fahrzeug nur wenig einsinkt. Vor den ersten Landungen auf dem Mond bestand sogar die Befürchtung, dass man metertief versinken könnte.



aasgeir

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #531 am: 04. Januar 2020, 09:01:26 »
Am 2. Januar 2020 endete der Mondtag #13 für Chang'e 4. Die bisherige Gesamtfahrstrecke des Rovers Yutu-2 beträgt nun 357,7 m.

Quelle: https://twitter.com/AJ_FI/status/1212759982225186823

Offline Axel_F

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #532 am: 18. Februar 2020, 10:02:55 »
Der Lander und der Rover Yutu-2 der Chang'e-4 Mission sind wieder aufgewacht und starten ihren 15. Mondtag!

Die Instrumente sind immer noch im guten Zustand.

Der Plan für Tag 15 von Yutu-2 ist weiter nach Nordwesten und dann anschließend nach Südwesten zu fahren. Die aktuell zurück gelegte Strecke ist 367,25m.

Quelle: twitter.com/AJ_FI
"Denn ein Schiff erschaffen heißt nicht die Segel hissen, die Nägel schmieden, die Sterne lesen, sondern die Freude am Meer wachrufen." (Antoine de Saint-Exupéry)

Offline SFF-TWRiker

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #533 am: 18. Februar 2020, 12:09:31 »
Obwohl es am Mondtag 14 nur knapp 10m waren, immerhin ein Schnitt von ~ 26m pro Mondtag.

Funtioniert also sehr solide.
Seit Apollo und Star Trek Classic Astronomie, Raumfahrt und SciFi-Fan.

TWR genügt als Anrede

Offline dksk

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #534 am: 29. Februar 2020, 18:59:06 »
Es gibt ein neues Dokument mit Ergebnissen der Bodenuntersuchungen mit dem Yutu-2 Bodenradar.

Dabei werden Ergebnisse zu Schichtungen aufgezeigt und auch Vergleiche auch mit den Yutu(1) Ergebnissen gezogen.

https://advances.sciencemag.org/content/6/9/eaay6898/tab-pdf

Basierend auf dem Inhalt des Dokumentes gibt es auch eine Youtube Beschreibung, die mit zusätzlichen Einblicken in die Arbeit der Chinesichen Wissenschaftler kombiniert ist.


https://www.youtube.com/watch?v=H_A3DU1rY-Y

dksk

Offline rok

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #535 am: 29. Februar 2020, 19:38:49 »
Das wird dann ja ziemlich ambitioniert werden. Das Bodenradar zeigt, dass sich Yutu-2 derzeit in einem Bereich mit Auswurfmaterial aus mehreren Meteoriteneinschlägen befindet. Man plant jetzt eine Fahrt zu einer Stelle, an der sich evtl. noch eine originale Basaltstruktur befindet. Diese ist allerdings ca. 1,8 km entfernt, man hofft, diese Entfernung in etwa einem Jahr zurücklegen zu können. Donnerwetter!
......

Diese Aussage stammt von einem der führenden Wissenschaftler der NAOC, der Organisation der großen astronomischen Einrichtungen Chinas (National Astronomical Observatories) und sollte also ziemlich seriös sein.

Offline vv

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #536 am: 29. Februar 2020, 20:41:42 »
Es war komisch, dass der Rover sich so langsam bewegt. Jetzt ist klar. Er hat auf dem Weg die Bodendiagnistik gemacht.

Offline 8K82KM (-ex Rakete54-)

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #537 am: 02. März 2020, 09:43:45 »
400 Meter sind bisher erreicht. Exakt schreiben die Chinesen das so: 399,788 Meter. Das man sogar bis zu 3 Stellen nach dem Komma exakt kommt, erstaunt. Jedenfalls sind der Lander und Rover heute in die 15. Mondnacht gegangen, die Zeit wird genutzt für die exakte Datenanalyse und weitere Fahrweg-Planung.

Quelle; http://www.chinanews.com/gn/2020/03-02/9110581.shtml
"Die Gedanken sind frei" -Hoffmann von Fallersleben, 1842-

Offline dksk

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #538 am: 03. März 2020, 09:40:40 »
Zur Fahrweg/Routenplanung des Rovers gibt es ein paar Dokumente, die sowohl die „Grobplanung“ als auch die „Detailplanung“ beschreiben.


Aus meiner Sicht wird in mindestens 3 Ebenen der Geländeerfassung gearbeitet – grob/mittel/detailliert.

Groberfassung – CE 2 Aufnahmen
Daraus wird ein DEM – Digital elevation model erstellt. Die Hauptreferenz stellt hierbei das DEM mit Namen „CE2TMap2015“ dar.
Dazu sind einige Dokumente für nähere Informaitonen verfügbar.

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=11&ved=2ahUKEwis193B0v3nAhVKMewKHZ04BmkQFjAKegQIBBAB&url=https%3A%2F%2Fwww.mdpi.com%2F2072-4292%2F12%2F3%2F526%2Fpdf&usg=AOvVaw1zlHWjPcoQthKeDAxY3PKv

Es gibt sogar ein Model in Kombination mit den LRO Laser Höhenmesser Daten:
http://www.lsgi.polyu.edu.hk/staff/Bo.Wu/publications/wu_2014_epsl_integration_of_chang-e _2_imagery_and_lola.pdf


Die Verbindung der Daten des CE 2 Orbiters und der Lander/Rover CE3/4 ist in folgendem Dokument beschrieben
https://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.1080/10095020.2020.1718002


Für die Planung der unmittelbaren Fahrstrecke nach der Landung passt folgendes Dokument:

http://www.pmrslab.cn/publications/publications/isprs-archives-XLII-2-W13-1383-2019.pdf
Dabei wird u.a. beschrieben, wie mit der Panoramakamera des Landers eine Überlagerung der Daten DEM (Digital elevation model) und DOM (Digital orthophoto map) erstellt wird.
D.h. eine Verbindung von Draufsicht bzw. schräger 2-dimensionaler Abbildung mit detailliertem Höhenprofil.

Für die weitere Fahrstrecke und somit für die Hauptroute wird das Vorgehen auch beschrieben – Dokument:
http://scholar.google.de/scholar_url?url=https%3A%2F%2Fwww.mdpi.com%2F2072-4292%2F12%2F4%2F624%2Fpdf&hl=de&sa=T&oi=gga&ct=gga&cd=2&d=16389816308163104123&ei=PhNeXsm1JcnMsQLbkLvwAw&scisig=AAGBfm2qwsLjlAvsNiimpZuJzQxJ21eg0A&nossl=1&ws=1920x1031&at=Vision-Based%20Decision%20Support%20for%20Rover%20Path%20Planning%20in%20the%20Chang'e-4%20Mission&bn=1

Dabei ist die Detaillierung im maximal Machbaren.  Vom Prinzip her werden die Umgebungsdaten dargestellt und ein Fahrziel darauf als Spur projiziert. Das ist wie bei den Front/Heck 180° Kameras für die Parkfunktion im Auto. Auch da werden aus Einzelbildern zusammenhängende Umgebungssichten errechnet. Interessant ist, dass die projizierte Fahrstrecke auch den Höhenverläufen folgt – u.a. Fig. 7 und 8 bei den kleinen Kratern erkennbar,

Damit kann man schon sehr gut und effektiv eine Route zu mittel- und langfristigen Zielen festlegen und überwachen.
Und es kommt auch ein Gesamtkonzept von:

Groberfassung CE 2

Mittelgroberfassung – CE 4 Lander im Anflug

Feinerfassung nach Landung – CE 4 Lander – Panoramakamera

Feinerfassung auf Strecke – Summer der Yutu-2 Kameras

zum Tragen.


D.h. die Geländeaufnahmen, die der Lander beim Abstieg gemacht hat sind für die Erkennung und Klassifizierung mittelgroßer Geländemerkmale herangezogen.

Die relativ geringe Tagesstrecke ist auch ein Zeichen, dass einerseits das Bodenradar sehr viel im Einsatz ist und andererseits interessante Dinge (Gesteinsbrocken etc.) gleich mal näher untersucht werden. Da ist auch so in Ordnung, da ja auch die Möglichkeit eines Ausfalls besteht. Bei (CE 3) Yutu-1 wurde ja auch operativ vom geplanten Hexagonweg zu Beginn der Fahrstrecke am „Elefantenfelsen“ abgewichen, um da gleich näher zu untersuchen. Diese Entscheidung war absolut richtig im Hinblick auf den kurz danach erfolgten Mobilitätsausfall des Rovers.

dksk



McPhönix

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #539 am: 03. März 2020, 15:05:44 »
Prima Zusammenfassung.  :)

Offline dksk

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #540 am: 06. März 2020, 19:03:11 »
Es gibt zur Lander Terrain Camera -TCAM und zur Rover Panorama Camera -PCAM ein paar aufbereitete Fotos.

http://siyu.china-vo.org/ChangE-4/TCAM/

http://siyu.china-vo.org/ChangE-4/PCAM/

dksk


Offline Axel_F

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #541 am: 19. März 2020, 14:24:33 »
Übrigens ist Yutu-2 wieder ein wenig auf der Mondoberfläche am 16 Mondtag gefahren. Die Gesamstrecke beträgt jetzt 405,44m.

Hier ist eine Karte der bisher gefahrenen Strecke:


Wenn ich es richtig verstehe ist das ein Panorama am Morgen des 16. Mondtages. Links ist der große Krater (im der Karte gelb gekennzeichnet) zu erahnen:


Es wurden auch zwei neue Bilder im Laufe des 16. Mondtages geliefert:

sowie:


Quelle: twitter/AJ_FI
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Offline Axel_F

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #542 am: 01. April 2020, 11:00:49 »
Der 16. Tag auf dem Mond ist abgeschlossen. Yutu-2 ist 24,67m gefahren. Damit kommt er auf eine Gesamtstrecke von 424,45m.

Das CLEP hat ein cooles Bild veröffentlicht, dass den Blick zurück zum Lander zeigt:


Ein Blick zur Seite ist auch noch gemacht worden:


Quelle: twitter/AJ_FI
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Offline Terminus

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #543 am: 01. April 2020, 11:29:45 »
Tolles Bild von dem einsamen Lander. So lange nichts in der Nähe einschlägt, bleibt der jetzt ewig so da stehen. Es gibt kaum Korrosion und Erosion, die ihm zusetzen oder ihn überdecken könnten.

Mal angenommen, die Menschheit stirbt aus und es wächst 100 Millionen Jahre lang sozusagen "Gras" über unsere Spuren auf der Erde, bis nichts mehr an uns erinnert. Dann würden unsere diversen Sonden auf anderen Himmelskörpern oder im All die sichtbarsten Spuren sein, die wir hinterlassen.

McPhönix

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #544 am: 01. April 2020, 16:07:38 »
Bis ein oder zwei Millionen Jahre würde ich ja noch mitgehen. Aber 100 Millionen ?

Die Strahlung (dabei auch schwere Kerne) setzen dem Material doch zu denke ich. Unsereins kann sich vlt noch den Zeitraum von 100 Jahren vorstellen, was ja heißt inclusive Einwirkungen und Interaktionen. Aber eine Million ?
Ich denke mal, da wird am Material ganz schön "geschabt" und Einiges dürfte auch schlicht sublimieren.
Etwas hilfreich könnten Messungen am ersten Lunochod sein. Aber dazu hat vorläufig noch keiner "freie Kapazitäten".

Offline Terminus

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #545 am: 01. April 2020, 19:58:23 »
Die längste Erfahrung, die "wir" mit künstlichen Gegenständen auf fremden Himmelskörpern haben, sind die Lunochods und die Apollo-Landestellen. Auf Bildern aus dem Orbit sehen die ja noch ganz frisch aus, immer noch metallisch schimmernd, satte Farben, nicht etwa ausgebleicht oder staubbedeckt. Selbst die Fuß- und Radspuren erkennt man noch. Und diese Laserreflektoren, die man da mal aufgestellt hat, funktionieren auch heute noch. Also kann sich da in den 50 Jahren wohl noch keine dicke Staubschicht darauf abgelagert haben.

Von diesen ersten 50 Jahren auf Zeiträume wie Millionen oder gar Hunderte Millionen Jahre zu interpolieren, ist natürlich nicht wirklich seriös. Auf jeden Fall hat aber jeder künstliche Gegenstand auf dem luftlosen Mond bessere Chancen , Äonen zu überdauern, als auf der Erde mit ihrer aggressiven Atmosphäre. Dieser Lander auf dem Bild, oder auch der kleine Rover, würden nach einer solchen Zeit zwar nicht mehr metallisch glänzen, sondern wären vielleicht etwas zerfressen oder löchrig oder gar ein zerfallener Haufen Schrott - aber immerhin noch als künstlich entstandenes Gebilde zu erkennen. Waagrechte Flächen wären wohl mit einer Staubschicht bedeckt. Vielleicht würde auch nur noch die obere Hälfte aus dem Boden hervorragen. Von Kratern kennt man das ja schon: Junge Krater sind noch scharf definiert, alte Krater verlieren ihre Konturen, weil sich nach und nach Staub darauf ablagert, der von Einschlägen nahebei stammt oder auch aus dem All.

Ich bestehe auch gar nicht auf die 100 Millionen Jahre. Mir reichen auch 1 Million Jahre oder noch weniger - einfach ein Zeitraum, nach dem auf der Erdoberfläche von der Menschheit keine Spuren mehr zu erkennen sind. :)
« Letzte Änderung: 02. April 2020, 08:09:47 von Terminus »

McPhönix

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #546 am: 01. April 2020, 20:52:21 »
Ja, interessant wär das schon, das mal zu sehn  "seufz"  :)

Offline beeblebrox

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #547 am: 01. April 2020, 21:04:12 »
Die ältesten Objekte auf dem Mond wären dann ja wohl Luna-Sonden oder die Surveyors.

Ulli

McPhönix

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #548 am: 02. April 2020, 02:17:37 »
Stimmt natürlich , auch die unbeweglichen Dinger hatten ja eine gewisse Komplexität. Interessant also auch für unseren Blick in 1 Mill Jaren.

Offline Axel_F

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Re: Chang’e 4 - Mondlander und Rover
« Antwort #549 am: 21. April 2020, 11:43:42 »
Tag 17 ist angebrochen und Chang'e 4 und Yutu-2 ist wieder erwacht.

Es ist geplant mit dem Rover weiter nach Nordwest zu fahren. Dort befindet sich ein großes Gebiet mit Basaltgestein. Zum Mondmittag will man ein Panoramabild erstellen. Der Mondmittag ist also in ca. 10 Erdtagen ;)
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