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Umfrage

und wieder die entsprechende Umfrage zur Landung

1. Erststufe der Falcon verfehlt die Plattform
1 (0.9%)
2. Erststufe trifft die Plattform, aber kann nicht stabil landen
30 (26.3%)
3. Erststufe landet stabil und kann zurücktransportiert werden.
74 (64.9%)
4. Die Landung muss warum auch immer abgesagt werden
9 (7.9%)

Stimmen insgesamt: 108

Umfrage geschlossen: 28. Juni 2015, 09:47:12

Verlinkte Ereignisse

  • 16:21 MESZ : Falcon 9 / Dragon CRS-7: 28. Juni 2015
  • 21:00 MESZ Update zu CRS-7: 20. Juli 2015

Autor Thema: Falcon 9 / Dragon CRS-7  (Gelesen 187827 mal)

Offline holleser

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Re: Falcon 9 / Dragon CRS-7
« Antwort #850 am: 04. August 2015, 14:47:15 »
Der Heliumtank ist somit leer bevor er oben einschlagen kann.
Bis dahin ist der Treibstofftank längst geplatzt.

Offline Schillrich

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Re: Falcon 9 / Dragon CRS-7
« Antwort #851 am: 04. August 2015, 14:57:01 »
Hallo Hermes,

ich packe nachher mal die andere Dichte rein ... und melde mich wieder.
\\   //    Grüße
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Offline Schillrich

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Re: Falcon 9 / Dragon CRS-7
« Antwort #852 am: 04. August 2015, 17:15:36 »
So ... mit rhoHE=120kg/m3:

vmax= 8,7m/s nach t=0,1s in der Simulation ... also kein großer quantitativer Unterschied.
\\   //    Grüße
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Offline akku

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Re: Falcon 9 / Dragon CRS-7
« Antwort #853 am: 04. August 2015, 19:56:24 »
mein fazit  als nicht matematiker ;)
egal wie man es rechnet
es kommt keinesfalls ein überleben des lox_tanks  mehr als 1 sekunde raus
sagte ja auch die telemetrie ;)

Offline astroman

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Re: Falcon 9 / Dragon CRS-7
« Antwort #854 am: 04. August 2015, 22:01:45 »
... Wenn jetzt sämtliches Helium mehr oder weniger schlagartig in den noch recht vollen LOX-Tank entweicht und dort expandiert, kann ich mir gut vorstellen, daß man sehr schnell außerhalb jeglicher Toleranzen liegt.

Das Problem ist, dass bei vollem Tank das Helium eben nicht großartig expandieren kann. Sonst würde sich der Druck entsprechend dem Gesetz von Boyle-Mariotte abbauen.

Ich frage mich nur was das Boyle-Mariott'sche Gasgesetz damit zu tun hat, dieses beschreibt die thermische Abhängigkeit des Druckes eines (idealen) Gases, siehe Thermische Zustandsgleichnung idealer Gase auf Wikipedia.
Was hat das Boyle-Mariott'sche Gesetz mit irgendwelchen thermischen Abhängigkeiten zu tun? Das Gesetz ist ein Spezialfall der allg. Zustandsgleichung und zwar für konstante Temperatur und konstante Teilchenzahl. Solange also das "const" in
p * V = const
konstant ist, gilt das Gesetz exakt für ideale Gase und auch näherungsweise für He.

Offline tobi

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Re: Falcon 9 / Dragon CRS-7
« Antwort #855 am: 04. August 2015, 22:17:33 »
Die Temperatur ist nicht konstant. Der Prozess dürfte adiabat sein, wie ich schon oben geschrieben habe.
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Offline Kelvin

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Re: Falcon 9 / Dragon CRS-7
« Antwort #856 am: 05. August 2015, 00:40:41 »
Könnte mir bitte jemand erklären, warum man hier zur Berechnung des Auftriebs des Heliumtanks immer nur die Dichte der beiden Medien verwendet und nicht das Volumen des Heliumtanks und die Dichte des Mediums in dem er steckt?  Gilt tatsächlich der alte Archimedes nicht mehr, sobald die Badewanne den Startplatz verlassen hat? Auf diese Weise wäre doch der Auftrieb vom Volumen total unabhängig, eine winzige Heliumkapsel in der Hosentasche würde den Rettungsring und auch ein Boot ersetzen.  Danke.

Offline Schillrich

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Re: Falcon 9 / Dragon CRS-7
« Antwort #857 am: 05. August 2015, 06:38:06 »
Hallo Kelvin,

warum taucht kein Volumen in den Gleichungen mehr explizit auf?

kurz:
Weil das eine Bewegungsgleichung (Beschleunigung) ist, und keine Kraftgleichung. Da teilt man alles durch die (träge) Masse des bewegten Körpers. Da in seiner Masse seine Dichte und sein Volumen stecken, kürzt sich dann das Volumen explizit raus und die Dichten bleiben stehen.


lang:
Bewegungsgleichung des auftreibenden Tanks, mit A=Auftrieb, G=Gewichtskraft, W=Strömungswiderstand

m*a = A - G - W


durch m geteilt:

a  =  1/m * [A - G - W]


mit V=Volumen des kleinen Tanks, g=lokale Fallbeschleunigung, rho=Dichten:

a  =  1/(rhoHe*V) * [g*rhoLOX*V - g*rhoHe*V - W]


da kürzt sich jetzt das V raus:

a  =  g*rhoLOX/rhoHe- g - W/(rhoHe*V)  =  [rhoLOX/rhoHe - 1]*g - W/(rhoHe*V)


Der Strömungswiderstand W ist:

W  =  1/2 * [rhoLOX*cw*As*v2]

Das Volumen V (im rechten Widerstandsterm steht es ja noch) der Kugel ist:

V  =  4/3 * pi * r3


Die Stirnfläche As der Kugel im Widerstandsterm ist (beim Widerstand nimmt man normalerweise die Stirnfläche, also hier eine Kreisfläche, nicht die gesamte Oberfläche der Kugel):

As  =  pi * r2


Zusammen gibt das für den Widerstandsterm:

W/(rhoHe*V)  =  3/8 * [rhoLOX*cw] / [rhoHe*r] * v2




Setzt man alles zusammen zur Bewegungsgleichung, erhält man:

a  =  [rhoLOX/rhoHe - 1]*g - 3/8 * [rhoLOX*cw] / [rhoHe*r] * v2



als Differentialgleichung geschrieben:

d2x/dt2  =  [rhoLOX/rhoHe - 1]*g - 3/8 * [rhoLOX*cw] / [rhoHe*r] * (dx/dt)2
\\   //    Grüße
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Offline holleser

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Re: Falcon 9 / Dragon CRS-7
« Antwort #858 am: 05. August 2015, 06:54:48 »
Der vom Heliumtank verdrängte Treibstoff muss aber auch beschleunigt werden.
Ist die entstehende Strömung laminar oder turbolent?


Offline Schillrich

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Re: Falcon 9 / Dragon CRS-7
« Antwort #859 am: 05. August 2015, 07:01:34 »
Turbulent oder laminar? Gute Frage ... wir kennen ja noch nicht mal die Reynoldszahl für diese Bewegung bei dieser Geometrie. Für eine Kugel kann es, je nach Reynoldszahl, auch einen Wert Cw=0,1 geben.

Damit kommt dann: vmax= 19,4 m/s nach t= 0,3s raus.


Was meinst du mit "der verdrängte Treibstoff muss auch noch beschleunigt werden"? Die Wirkung des Mediums auf den bewegten Körper (dem das LOX ausweichen und umströmen muss) steckt doch komplett im Widerstandsterm.
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Offline holleser

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Re: Falcon 9 / Dragon CRS-7
« Antwort #860 am: 05. August 2015, 07:13:47 »
Ich dachte dabei an Turbolente verwirbelungen.

Stoßdämpferprinziep.

Die Viskosität bei LOX st mir auch nicht bekannt.

Offline Schillrich

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Re: Falcon 9 / Dragon CRS-7
« Antwort #861 am: 05. August 2015, 07:16:05 »
Turbulente Strömungen simulieren .... uiui ... damit kann man noch Doktorarbeiten machen. Das schaffen wir hier auf die Schnelle nicht ;).

Ich denke aber die o.a. Simulation mit unterschiedlichen Cw-Werten reicht, um "linke und rechte Grenze" für die Bewegung abschätzen zu können. Wo "genau" die Realität im Tank lag, wissen wir nicht.

Falls ihr im Modell noch Fehler findet oder vermutet, nur raus damit. Es kann nur besser werden.
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Online Klakow

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Re: Falcon 9 / Dragon CRS-7
« Antwort #862 am: 05. August 2015, 19:30:26 »
Ich denke last es mal gut sein, das hat nichts mehr mit dem Thema zu tun und eigentlich will man da drin mit der Heliumkugel eh kein Billiard spielen?

Online Philip Lynx

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Re: Falcon 9 / Dragon CRS-7
« Antwort #863 am: 05. August 2015, 21:28:26 »
Sollte man mMn woanders weiter diskutieren (ich weiß nur nicht recht, wo), denn ich weiß nicht, inwieweit es noch mit der Ursachenermittlung zu diesem Fehlstart zu tun hat.
 :-\
Flinx

"Es gibt nur eine Gruppe von Menschen, die noch kreativer und erfindungsreicher sind als NASA-Ingenieure, und das sind spielende kleine Kinder."

Franz Gubitz, Leiter Geräte-Untersuchungsstelle München

Offline tobi

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Re: Falcon 9 / Dragon CRS-7
« Antwort #864 am: 07. September 2015, 15:12:15 »
Artikel bei NSF:
http://www.nasaspaceflight.com/2015/09/spacex-conducts-falcon-9-improvements-busy-schedule/

Es gibt ein paar neue Detailinfos, aber grob gesagt lässt es sich zusammenfassen mit "Im Westen nichts Neues" bzgl. der Unglücksursache. Die Strebe bleibt weiter der führende Kandidat.
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Offline tobi

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Re: Falcon 9 / Dragon CRS-7
« Antwort #865 am: 28. Juni 2016, 22:59:09 »
NASA Bericht zu SpaceX Fehlstart in 2015:
https://oig.nasa.gov/audits/reports/FY16/IG-16-025.pdf
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Offline Youronas

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Re: Falcon 9 / Dragon CRS-7
« Antwort #866 am: 30. Juni 2016, 08:18:17 »
Obigem Report ist unter anderem zu entnehmen, dass die NASA nach dem CRS -7 Fehlschlag über niedrigere Preise für zukünftige Missionen mit SpaceX verhandelt hat.

Dazu ein Artikel auf SpaceNews: http://spacenews.com/nasa-negotiated-discounts-after-spacex-launch-failure/

Online Klakow

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Re: Falcon 9 / Dragon CRS-7
« Antwort #867 am: 30. Juni 2016, 09:04:41 »
Wenn dazu gebrauchte S1 und Dragons zum Einsatz kämmen, würde es mich nicht wundern wenn SpaceX da mitmachen würde.

Offline Schillrich

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Re: Falcon 9 / Dragon CRS-7
« Antwort #868 am: 30. Juni 2016, 09:14:52 »
Interessant an dem Artikel ist, dass NASAs parallele Untersuchung dieses Fehlschlags, und des Fehlschlags bei Orbital, zu mehr möglichen Ursachen kommt als die jeweiligen Firmen. Während die Ergebnisse von SpaceX und Orbital sich offenbar sehr stark auf die Technik einschießen, schaut NASA auch noch deutlich auf die Prozesse und Methoden in den Firmen rundherum ... und sieht dort auch (mögliche) Ursachen.
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Offline McPhönix

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Re: Falcon 9 / Dragon CRS-7
« Antwort #869 am: 30. Juni 2016, 11:07:56 »
Ja, nachdem was ich in den Infos gelesen habe, scheinen sie da ganz schön herum zu stochern. Kann nicht schaden. Das ist nicht böswillig gemeint, sondern halt (abgwandelt) 4 Augen sehen mehr als zwei. Und daß es der NASA (und den Astronauten) um Verläßlichkeit geht - wer kanns ihnen verdenken...
Ich habe keine Angst vor Aliens. Solange sie über uns lachen wegen dem kleinkarierten Raketengefummel auf der Erde, tun sie uns nix.

Offline PaddyPatrone

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Re: Falcon 9 / Dragon CRS-7
« Antwort #870 am: 12. März 2018, 22:49:43 »
Der NASA Bericht zu den Untersuchungen des CRS -7 Fehlschlages wurde veröffentlich. Habe noch nicht rein geschaut.

https://www.nasa.gov/sites/default/files/atoms/files/public_summary_nasa_irt_spacex_crs-7_final.pdf

Offline Terminus

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Re: Falcon 9 / Dragon CRS-7
« Antwort #871 am: 12. März 2018, 23:34:29 »
Der NASA Bericht zu den Untersuchungen des CRS -7 Fehlschlages wurde veröffentlicht.

Die entscheidende Stelle:

Zitat
It is important to note that the IRT’s conclusions regarding the direct, and immediate causes are consistent with the determination made by the SpaceX AIT investigation findings. Where the IRT differs with SpaceX is in regards to the initiating cause.  SpaceX in their AIT report identifies “material defect” as the “most probable” cause for the rod end breaking.  However, the IRT’s view is [...] Lastly, the key technical finding by the IRT with regard to this failure was that it was due to a design error:  SpaceX chose to use an industrial grade (as opposed to aerospace grade) 17-4 PH SS (precipitation-hardening stainless steel) cast part (the “Rod End”) in a critical load path under cryogenic conditions and strenuous flight environments.

Kurz: Die NASA wirft SpaceX als Designfehler vor, für die wahrscheinlich ursächlich gebrochene COPV-Strebe im LOX-Tank ein Bauteil von nur "industrial grade"-Qualität statt "aerospace grade"-Qualität gewählt zu haben, das in einem "kritischen Lastpfad" bei großer Kälte und großem mechanischem Stress eingesetzt wurde.

Außer diesem Fehler werden noch 3 weitere, für das Unglück NICHT ursächliche "Findings" und entsprechende Empfehlungen aufgeführt.

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