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Autor Thema: Supernovae  (Gelesen 79912 mal)

Offline Rücksturz

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Re: Supernovae
« Antwort #225 am: 03. März 2017, 20:38:58 »
Hallo AeitschTi,

in der Aufnahme von 2003 sieht man deutlich den aufleuchtenden Ring, in der Aufnahme von 1998 ist davon noch nichts zu sehen.
Kann man das so interpretieren, dass das Material das bei der Supernovae-Explosion von diesem Stern ausgeworfen wurde nach ca. 15 Jahren den äußeren Ring erreicht hat?
D.h. das Material hat in diese Zeit eine Entfernung von ca. 0,5 Lichtjahren zurückgelegt und wurde daher auf eine Geschwindigkeit von ca. 1/30 der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt?

Viele Grüße
Rücksturz
BFR/BFS: One rocket to rule them all!

AeitschTi

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Re: Supernovae
« Antwort #226 am: 10. Mai 2017, 21:03:20 »
Bildveröffentlichung PIA21474: Der Krebsnebel durch 5 Teleskope



Im Sommer 1054 nach Christus sahen chinesische Astronomen ein Objekt am Himmel, das sechsmal heller war als die Venus.
Es war so hell, dass es mehrere Monate auch tagsüber sichtbar war.

700 Jahre lang geriet dieses Objekt, welches als Stern identifiziert wurde, in Vergessenheit, bis mit Aufkommen der ersten astronomischen Teleskope mit lichtstärkeren und farbreinen Objektiven John Bevis 1731 sowie, unabhängig davon, Charles Messier 1758 anstelle eines Sterns einen tentakelartigen Nebel entdeckten.

Dieser Nebel wird heute Krebsnebel genannt (oder auch Messier 1 bzw. M 1) und war für Charles Messier der Auslöser zur Erstellung des Messier-Katalogs.
Heute wissen wir, dass der Krebsnebel das expandierende Gas eines Sterns ist, der als Supernova detonierte und dabei kurz so hell wurde wie 400 Millionen Sonnen. Die Explosion fand in 6500 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Stier statt.

Hätte diese Explosion in einer Entfernung von 50 Lichtjahren stattgefunden, wären durch die Strahlung die meisten Lebensformen auf der Erde ausgelöscht worden.

In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckten Astronomen im Herz des Nebels einen extrem dichten Neutronenstern, welcher heute als Pulsar im Krebsnebel sichtbar ist.
Er dreht sich 30-mal pro Sekunde um die eigene Achse und besitzt ein Magnetfeld, das mit 100 Millionen Tesla mehr als 1000 Milliarden Mal stärker ist als das irdische.
Dabei stößt er im Bereich der Gammastrahlen Pulse mit bis zu 400 Giga-Elektronenvolt (GeV) aus.

Dieses Bild (volle Auflösung: https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up058497.jpg) kombiniert die Daten aus fünf verschiedenen Teleskopen: Das   Very Large Array (Radiobereich) in Rot; das Weltraumteleskop Spitzer (Infrarot) in Gelb; das Weltraumteleskop Hubble (sichtbares Licht) in grün; das XMM-Newton (ultraviolett) in blau und das Röntgen-Observatorium Chandra (Röntgenbereich) in lila.

Quelle:

https://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA21474

Offline -eumel-

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Re: Supernovae
« Antwort #227 am: 14. Dezember 2017, 01:53:35 »
Etwas weiter - nämlich 11000 Lichtjahre von der Erde entfernt - ist der Supernova-Überrest Cassiopeia A:
Credit: NASA/JPL-Caltech
Aufnahmen-Überlagerung der Weltraumteleskope:
Spitzer (Infrarot)
Hubble (sichtbares Spektrum)
Chandra (Röntgen)

Diese Supernova-Explosion sollte im Jahr 1680 von der Erde aus sichtbar gewesen sein.
Es gibt jedoch keine schriftlichen Überlieferungen darüber.
In Europa war finsteres Mittelalter und es herrschte die Inquisition - da hat sich wohl keiner getraut oder wurde vernichtet.
Andere Kulturen waren 1680 offenbar auch anderweitig beschäftigt.
Einige Quellen vermuten, dass die Explosion hinter dichten Gas- und Staubwolken stattgefunden hat.
Inzwischen hat die Explosionswolke einen Durchmesser von 10 Lichtjahren.

Der Rote Überriese, der bei dieser Supernova vom Typ IIb explodierte hatte Anfangs etwa 16-fache Sonnenmasse.
Mehrere hunderttausend Jahre vor der Explosion blähte er sich auf und verlor dabei durch starke Sternenwinde etwa 2/3 seiner Masse.
Zurück blieb ein Neutronenstern mit einem polaren Fleck mit einer Temperatur von circa 2,8 Millionen Grad
und eine riesige Wolke mit neu entstandenen Elementen, die sich jetzt im All ausbreitet.
Nächster Berliner Stammtisch am Freitag, dem 23. Februar 2018 ab 19:30 Uhr in der Bar Gagarin.

Offline -eumel-

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Re: Supernovae
« Antwort #228 am: 14. Dezember 2017, 02:27:01 »
Diese Woche wurde eine Chandra Aufnahme von Cassiopeia A veröffentlicht:
Image Credit: NASA/CXC/SAO

Beobachtet vom Weltraumteleskop Chandra (Röntgen)
Silizium (Rot), Schwefel (Gelb), Kalzium (Grün), Eisen (Lila) 

Expansionswolken von Supernovas sind sehr energiereich.
Sogar nach einigen hundert Jahren herrschen noch Temperaturen von mehreren Millionen Grad.
Deshalb strahlen sie hauptsächlich im Röntgen Spektrum und sind mit Chandra besonders gut zu sehen.
Jedes neu entstandene Element erzeugt Röntgenstrahlen innerhalb enger Energiebereiche,
so dass Karten ihrer Position erstellt werden können.

Mit den Daten von Chandra konnten die Astronomen aber nicht nur die einzelnen Elemente bestimmen,
sondern auch, in welchen Mengen sie von Cassiopeia A ins Weltall geblasen werden:
- 10000 Erdmassen Schwefel
- 20000 Erdmassen Silizium
- 70000 Erdmassen Eisen
- über eine Million Erdmassen Sauerstoff

Mit anderen Teleskopen wurden noch weitere Elemente in Cassiopeia A nachgewiesen,
wie Kohlenstoff, Stickstoff, Phosphor und Wasserstoff.

Damit sind bei dieser Supernova alle Elemente entstanden, aus denen z.B. die DNA besteht,
die die genetischen Informationen des Lebens speichert.

Das alles wird nun breit im All verteilt, damit unter günstigen Umständen neues Leben entstehen kann.
Wir bestehen schließlich auch aus der Asche solcher Sterne.
Nächster Berliner Stammtisch am Freitag, dem 23. Februar 2018 ab 19:30 Uhr in der Bar Gagarin.

Offline Rücksturz

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Re: Supernovae
« Antwort #229 am: 28. Dezember 2017, 13:12:09 »
Etwas weiter - nämlich 11000 Lichtjahre von der Erde entfernt - ist der Supernova-Überrest Cassiopeia A: 

Diese Supernova-Explosion sollte im Jahr 1680 von der Erde aus sichtbar gewesen sein.
Es gibt jedoch keine schriftlichen Überlieferungen darüber.
In Europa war finsteres Mittelalter und es herrschte die Inquisition - da hat sich wohl keiner getraut oder wurde vernichtet.
Andere Kulturen waren 1680 offenbar auch anderweitig beschäftigt.
Einige Quellen vermuten, dass die Explosion hinter dichten Gas- und Staubwolken stattgefunden hat.
Inzwischen hat die Explosionswolke einen Durchmesser von 10 Lichtjahren.

Nur damit hier nichts ungenaues stehen bleibt, auch wenn es OT ist, nach allgemeinem Verständnis war 1680 kein "finsteres Mittelalter" mehr in Europa.
Laut Wikipedia ist die zeitliche Einordnung zwar nicht ganz einfach, aber spätestens im 16ten Jahrhundert bzw. 1525 war das Mittelalter für die meisten Wissenschaftler zu Ende.
https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalter#Zeitliche_Einordnung
Nur zur Erinnerung 1648 ging der 30jährige Krieg zu Ende, 1680 war deutlich später.
Allerdings litt Europa noch unter den Folgen des Krieges und von Seuchen, insoweit hatte man möglicherweise wirklich nicht so viel Zeit und Energie, um systematische Himmelsbeobachtungen zu machen.

Viele Grüße
Rücksturz

BFR/BFS: One rocket to rule them all!

Offline rok

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Re: Supernovae
« Antwort #230 am: 29. Dezember 2017, 12:25:30 »
Naja das "finstere Mittelalter" dauerte -zumindest in der Astronomie- deutlich länger. Giordano Bruno wurde 1600 von der katholischen Kirche umgebracht, weil er alternative Erklärungen zu Himmelsphänomenen formuliert hatte, Galilei wurde noch Jahrzehnte später gezwungen, seine These vom heliozentrischen Weltbild nicht mehr zu veröffentlichen. Und erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts hat die k. K. den Bann, also die Verfolgung nach Kirchenstrafrecht, gegen entsprechende Publikationen aufgehoben.

Eine wissenschaftliche Beschäftigung mit Vorgängen, die nicht mit der Bibel bzw. dem geozentrischen Weltbild nach Aristoteles übereinstimmten war im 17. Jh. oftmals nicht der Karriere förderlich. Außerdem war man in der Folge der diversen Kriege in Mitteleuropa mehr mit dem Überleben als mit der Untersuchung bzw. der Dokumentation astronomischer Vorgänge beschäftigt, wie du geschrieben hast.

Robert

Online Duncan Idaho

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Re: Supernovae
« Antwort #231 am: 15. Januar 2018, 23:13:07 »
Zitat
Sterne und Weltraum hat retweetet
cinnamon_carter @cinnamon_carter
RT @comets77: Possible Bright Nova in Musca (mag. ~6.3)  http://bit.ly/2Dy6D6b  #astronomy #novae
https://twitter.com/cinnamon_carter/status/952995323760308225

Nova mit mag 6.3   :o
#I NEVER WANT TO HOLD/SCRUB AGAIN.

Offline Axel_F

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Re: Supernovae
« Antwort #232 am: 15. Januar 2018, 23:44:48 »
Nichts Aufregendes: Es ist nicht -6, sondern 6 Magnitude. Also nicht heller als der Miniplanet Ceres oder Uranus. Bei -6 wäre es so hell wie die ISS und heller. ;)
"Denn ein Schiff erschaffen heißt nicht die Segel hissen, die Nägel schmieden, die Sterne lesen, sondern die Freude am Meer wachrufen." (Antoine de Saint-Exupéry)

Tags: supernovae