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Autor Thema: Russische Raumfahrt  (Gelesen 1174662 mal)

Offline Solaris

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4500 am: 03. Oktober 2020, 17:57:07 »
Hallo Solaris,

beziehst du dich mit COTS auf das amerikanische COTS der NASA, direkt oder in Analogie? Oder soll das hier ein russisches Akronym sein?

Bzgl. amerikanischem COTS: das war das Entwicklungs- und Demo-/Qualifikationsprogramm für die neuen Frachtraumschiffe. Der tatsächliche Service läuft unter CRS (Commercial Resupply Service).

Hallo Schillrich,

ich beziehe mich viel mehr auf COTS im Sinne von "commercial of-the-shelf"(wobei es ja nicht wirklich "of the shelf" ist) aber spiele auch mit NASAs COTS als Analogie. Was anscheinend ein unglückliche gewählte Analogie ist. Das Russische Programm hat anscheinend Ähnlichkeiten mit einer Kombination aus NASAs COTS und CRS aber ist viel mehr eine "private-public partnership". So kommen viele der Subsysteme, die Trägerraketen und die nötige Infrastruktur von Roscosmos Unternehmen. Bei der Dienstleistung ist Roscosmos anscheinend auch involviert im Gegensatz zum NASA CRS . Damit will Roscosmos diese Dienstleistung nicht nur in Anspruch nehmen, sondern ist vielmehr bei der Dienstleistung beteiligt.
Ich erinnere daran, dass Roscosmos seit ca. 5 Jahren nicht nur eine Agentur wie die NASA sondern auch ein Staatskonzern ist und 76 Unternehmen(Energia, Energomash, Keldysh, Khrunichev, usw.) unterm Dach hat.

Habe mit meiner Analogie wohl eher Verwirrung gestiftet. Danke für die Frage Schillrich. Ich hoffe die Antwort ist verständlicher für Alle.



"Humanity should become a space faring civilization. If that is not the point of human space flight, what the hell are we doing?" Astrophysicist Christopher Chyba

Online HausD

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4501 am: 11. Oktober 2020, 17:28:54 »
Neues zu FEDOR ...

... und nichts Gutes: Der Twitter-Account ist nicht zugänglich.

Heute hat dazu RIA N geschrieben, dass Der russische Kosmonaut und Abgeordnete der Staatsduma, Alexander Samokutjaew, beabsichtigt, wegen offensiver Beiträge zum Roboter Fedor auf Twitter vor Gericht zu gehen.

Auf der Seite waren, wie auch im NovKos unsachliche, beleidigende Beiträge gegen das FEDOR-Projekt sowie Robtertechnik geschrieben worden, die es nicht wert waren gelesen zu werden ...

Wörtlich sagte er dazu:
"Ich bin empört über die persönlichen  Beleidigungen und der unserer beruflichen Aktivitäten. Ich werde vor Gericht gehen, ich, und auch Maxim Surajew werden das nicht  durchgehen lassen. Wir sind Helden Russlands ...  und dann "solcher teuflischer Schmutz" ..."

Roskosmos als verantwortliche Agentur stellte auch fest, dass das Konto nicht offiziell ist.
        Daher @FEDOR37516789    Dieser Account existiert nicht ...

Gruß, bleib gesund und locker und weiter gesundheitsbewusst, HausD

Online HausD

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4502 am: 11. Oktober 2020, 17:55:51 »
Neues zu Fedor ...

... dieses Mal etwas Gutes : Es soll ein  Zentrum für Weltraumrobotik in Magnitogorsk geschaffen werden
 - Es sollen auf dem Territorium des Weltraumrobotikzentrums Bildungs- und Ausstellungsräume mit
   Nachbildungen von Mond- und Marslandschaften geschaffen.
 - Es wird ein Hörsaal in Form einer modernen Jugendplattform für Diskussionen und Demonstrationen von
   Lehrmaterialien und Filmen über den Weltraum geben.
 - Es wird ein Roboterlabor eingerichtet,  und
   ein Kommunikationszentrum mit der ISS eingerichtet, in dem die Arbeit der Kosmonauten
   in Echtzeit verfolgt werden kann.
Das Ziel des Zentrums ist es, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu verbinden!
                                                                          Quelle : Andriod-Technik

Gruß, bleib gesund und locker und auch gesundheitsbewusst, HausD

Offline Ldf

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4503 am: 28. Dezember 2020, 13:06:08 »
Mal ‘ne nüchterne Bilanz der Aktivitäten von Roskosmos in diesem Jahr:

4 Starts unter den vertraglichen Vereinbarungen zum Betrieb der ISS
3 Starts im Auftrag der OneWeb (via Starsem)
2 Starts mit Gonets
1 Start mit zwei Anwendungssatelliten der Ekspress-Reihe (Proton-M)
0 Starts mit wissenschaftlichen Nutzlasten

In der Pipeline sind seit einem Jahrzehnt Luna 25 und Exomars 2022; dort wird tatsächlich am Metall gearbeitet. Neue Projekte sind real mit Budget nicht im Programm auffindbar.

Im Umkehrschluß heißt das, daß vor 2028-2035 keine wissenschaftliche Mission mehr passiert, die ISS nicht eingerechnet.

Stellt sich die Frage, was treibt Rogosins Kontor mit seinem 2,8 Milliarden Dollar-Budget (2020) eigentlich, wenn es nicht irgendwelche PowerPoints malt und Trägerraketen umbenennt?

Edit:
Die Starts im Auftrag der Arianegroup von Kourou habe ich nicht mitgerechnet, denn die sollten ja Gewinn bringen.
« Letzte Änderung: 28. Dezember 2020, 20:34:17 von Ldf »

McPhönix

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4504 am: 28. Dezember 2020, 13:37:48 »
Zitat
....was treibt Rogosins Kontor mit seinem 2,8 Milliarden Dollar-Budget (2020) eigentlich, wenn es nicht irgendwelche PowerPoints malt und Trägerraketen umbenennt?

Ich sage mal provokativ und bar jeder Grundlage :
Grad so das Nötigste tun, auch in Bez. ISS.
Abwarten, bis die ISS auseinanderbricht. Mechnisch und/oder politisch.
Dann wird alles in eine neue russische Raumstation gesteckt.
Aber hallo !

Nun zerreißt mich...

Offline alepu

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4505 am: 28. Dezember 2020, 21:41:39 »
Ich hoffe nur, daß da einiges läuft von dem wir (noch) nichts wissen, speziell bei der Zusammenarbeit mit China, denn sonst schaut das wirklich kläglich aus. :(
Irgendwie scheint Putin da das Interesse verloren zu haben. :-\

Offline Xerron

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4506 am: 29. Dezember 2020, 10:53:27 »
Die Frage die sich mir stellt, welche langfristigen Ziele haben die Russen. Man darf ja nicht vergessen, dass da schon was läuft, insbesondere mit den Nuklearantrieben. Ich könnte mir vorstellen, dass man tatsächlich abwartet wohin die Reise geht um dann entsprechend flexibel zu sein. Entweder RUS/Chin Station, eine eigene Station mit Tourismusbereich usw.
Langfristig könnte ich schon vorstellen, dass man auf was ganz anderes hin arbeitet. Asteroidenbergbau oder Mars. Denn nur dafür brauche ich starke Nuklearantriebe. Egal was kommt, was zur Zeit geboten wird ist echt kläglich. Ich hatte wirklich gehofft mit Trumps Spaceforce kommt auch von russischer Seite wieder mehr Aktivität.
Aber Grundsätzlich bin ich bei McPhönix

Offline Sensei

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4507 am: 29. Dezember 2020, 11:13:52 »
Zitat
Die Frage die sich mir stellt, welche langfristigen Ziele haben die Russen.

Vlt gibt es auch keine konkreten, langfristigen Ziele - und man ist einfach bemüht zum einen nicht den Anschluss zu verlieren und zum anderen weiterhin viele Eisen im Feuer zu haben.
Auf dass, wenn man wieder mehr Geld und Mittel hat viele Optionen zum Durchstarten hat.
“If the schedule is long, it's wrong; if it's tight, it's right." E.M.

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Online Schillrich

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4508 am: 29. Dezember 2020, 11:41:23 »
... Ich könnte mir vorstellen, dass man tatsächlich abwartet wohin die Reise geht um dann entsprechend flexibel zu sein. ...

In der Ausprägung wäre das ja auch schon ein Offenbarungseid: man kann selbst gestalten, sondern wartet nur auf die Strategien der Anderen...
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

"We are following you ... but not on twitter." (Futurama)

Offline Ldf

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4509 am: 29. Dezember 2020, 17:24:02 »

In der Ausprägung wäre das ja auch schon ein Offenbarungseid: man kann selbst gestalten, sondern wartet nur auf die Strategien der Anderen...

So sehe ich das auch. Die Frage ist doch, als was Roskosmos sich sieht. ESA und noch mehr die neuere NASA sehen sich als Inkubator für Technologie im staatlichen Auftrag. Beispielsweise hat letztere mit Bigelow (weniger beeindruckend) und SpaceX ganz gute Beispiele gezeigt, wie man das macht: Zur-Verfügung-stellen von Technologie, (Teil-)Finanzierung von Entwicklung und danach Abschluß kommerzieller Verträge.  SpaceX ist ein ganz ordentlicher Steuerzahler geworden und hat den Russen fast alle und der Arianegroup viele Aufträge abgenommen. Axiom hat das Potential auch ein gewichtiger Player zu werden.

Nun ist es beeindruckend, daß eine mißglückte ICBM (die R-7 bzw. R-7A) evolutionär immer verbessert wurde, was für die Weitsichtigkeit der Konstrukteure spricht, aber die Maschine ist 70 Jahre alt und hat Teile ihrer Designflaws bis heute immer an Bord.Warum nichts Neues schaffen?  Analoges gilt für die 7K (Sojus), deren Grundkonzept 60 oder 65 Jahre alt ist.

Wollte man die Wirtschaft fördern, hätte man lange neue Technologie stimulierend anregen müssen. Selbst die vor mehr als 25 Jahren angekündigte Ablösung von Importen ist nicht abgeschlossen, wie Rogosin kürzlich bekannte, selbst ein Sternsensor muß im Ausland (Frankreich) beschafft werden.

Ich habe den Eindruck, und der wird immer stärker je länger der Bau von Wostotschny dauert, daß Roskosmos eher für private Auftraggeber unterwegs ist mit der Prämisse, möglichst viel herauszuholen.  In Moskau soll ein Riesenkosmoszentrum zu Lasten einer Traditionsfirma gebaut werden. Hat man soviel Geld übrig? (Wenn ich solche Baustellen sehe, dann kommen mir immer Gedanken an Umverteilung.)

Hat mal jemand verglichen, welcher Aufwand (Geld und Zeit) für Baikonur und Wostotschny betrieben wurde?. Leider fehlt mir ein wenig die Motivation und Zeit dazu, denn ich ahne, was dabei herauskommt.

Roskosmos fehlt kompetente Führung und Transparenz. Die Unterwerfung aller Raumfahrtbelange unter eine staatliche Institution und die Interessen “des Staates” hat dem Sektor nicht gut getan. Die bis Mitte der 1960 führende Raumfahrtnation ist heute auf dem Niveau Indiens angelangt, weit abgeschlagen nach den USA und China.

Zu den Berichten über einen nuklearen “Schlepper” für die Ausbeutung irgendwelcher Rohstoffe von Asteroiden fällt mir ein, daß für dessen sinnvollen Einsatz Vorarbeit geleistet werden muß. Das kleine Luxemburg hat sich da besser aufgestellt; es hat eine Erkundungsfirma gegründet. Roskosmos hat nicht eine Asteroidenmission in Planung, geschweige denn abgewickelt.

Mein Fazit: Technologische und wissenschaftliche Ziele scheint Roskosmos nicht mehr zu haben.

Offline 8K82KM (-ex Rakete54-)

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4510 am: 29. Dezember 2020, 18:37:36 »
Ja, im vorherigen Beitrag ist der Stand der russischen Raumfahrt (derzeit) gut beschrieben. Wenn sie aus der ISS aussteigen, und es deutet leider einiges darauf hin, dann sehe ich schwarz. Dieses Jahr wälzt man die Schuld der nichterfolgten Starts noch auf Corona und die Pleite von OneWeb im zeitigen Frühjahr. 12 Starts wollte man durchführen, nur drei waren es am Ende. Und die Koreaner bekommen auch ihren Rüffel. Die Nutzlast CAS500-1 verschiebt sich ebenfalls, Start erst Frühjahr 2021 von Baikonur. Die Endzahlungen fehlen natürlich, obwohl ja auch schon Geld für die Raketen geflossen ist, sobald jemand eine bestellt.
33 Starts waren geplant, ganze 17 russische Raketen sind geflogen. (Da sind die drei Sojus von Kourou dabei.) Und auch bei den Kourou-Raketen ist nicht mehr viel zu holen. 2 Jahre noch, dann ist das Geschichte mit Sojus von Kourou..  :'(
« Letzte Änderung: 29. Dezember 2020, 20:36:39 von 8K82KM (-ex Rakete54-) »

Offline 8K82KM (-ex Rakete54-)

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4511 am: 29. Dezember 2020, 18:42:14 »
Hier noch eine Quelle zum Nachlesen:

https://novosti-kosmonavtiki.ru/news/77989/

Offline roger50

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4512 am: 04. Januar 2021, 17:09:23 »
Ein kleiner, etwas betrübter Rückblick auf die russische Raumfahrt 2020:

Insgesamt hoben von russischem Boden nur 15 Trägerraketen ab, zum Glück alle erfolgreich. Aber weniger geglückte Trägerstart pro Jahr gab es nur ganz am Anfang, 1957-60! Schon 2018 war ein Negativjahr mit nur 16 geglückten Starts gewesen, das wurde letztes Jahr noch unterboten.... :(

Zum Einsatz kamen 13 Sojusträger (plus 2 in Kourou), und nur je 1x Proton und Angara-5.

Es erfolgten 4 Missionen zur Versorgung der ISS, je 2x unbemannt (Progress) und bemannt (Sojus).

Leider gab es auch keine Mission, die über den Erdorbit hinausführten, also zu Mond, Planeten oder sonstigen Himmelskörpern.

Ich hoffe sehr, daß es 2021 besser wird...

Gruß
roger50



Online HausD

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4513 am: 11. Januar 2021, 08:53:07 »
"Blaue Vögelchen" - Amphibienfahrzeuge zur Bergung werden renoviert

Die "Blauen Vögelchen" : Transporter für die Rückkehrkapsel und die Rückkehrer      Fotos: Video-ZENKI/Roskosmos/ed.HausD


"Blaues Vögelchen" (im Bild der Transporter für eine Landekapsel)           Foto: mil.News


Hier wird die Kapsel zum Abtransport verladen


Zwei "Blaue Vögelchen" stehen vor dem Med.-Zelt bereit                          Fotos: VK.com


Bei "POLITIK74" wird berichtet dass in der Region Tscheljabinsk  "Weltraum" -Amphibien zur Renovierung "eingeflogen" sind ...
... und, Die "Blauen Vögelchen" werden verwendet, um die Sicherheit beim Start und bei der Landung von Schiffen der Sojus-MS-Klasse zu gewährleisten.
Im Rahmen einer Modernisierung werden die Fahrzeuge
- mit Satellitenkommunikationssystemen,
- modernen Flugsicherungskomplexen,
- Mitteln zur Stärkung der Dichtheit,
- Zuverlässigkeit der Motoren
   usw. ausgestattet.
In den Unternehmen der Regionen Tscheljabinsk und Moskau wird an der Reparatur und Modernisierung von Spezialfahrzeugen gearbeitet.
Zuvor wurden hier bereits sechs dieser Fahrzeuge modernisiert.
Das Blaue Vögelchen ist ein schwimmfähiges Allradfahrzeug, das auf einem Modell des Geländewagens ZIL-4906 basiert.

Es wurde ursprünglich als Fahrzeug für die Feuerwehr und den Katastrophenschutz (in rot) entwickelt, und dann (in blau) um Kosmonauten zu helfen.
Der erste Prototyp für die Kosmonautik  Technik erschien in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts.
Im Laufe der Jahre wurden etwas mehr als zwei Dutzend dieser Maschinen hergestellt.

Es wurden jetzt wieder drei Amphibienfahrzeuge, die "Blaue Vögelchen", die beim Starten und Landen von Raumfahrzeugen vorgehalten und eingesetzt werden, zur Modernisierung geschickt.

Gruß, bleib gesund und locker und weiterhin gesundheitsbewusst diszipliniert, HausD

Offline Progress100

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4514 am: 23. Januar 2021, 13:16:05 »
https://ria.ru/20210123/baykonur-1594240237.html

Von Baikonur aus sind 2021 mehr Starts geplant.
Man spricht von 3 Proton-Starts und 12 bis 14 Sojus-2.
Mal sehen, was am Ende davon übrig bleibt.
Hold on to your dreams !

Offline dksk

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4515 am: 14. Februar 2021, 09:04:17 »
Schwerelosigkeitstest auf der Erde

Unter diesem Motto gib es einen alten sowjetischen Dokumentarfilm mit sehr vielen Aspekten zur Entwicklung und Erprobung von Raumanzügen und Methoden und Verfahren der Bewegung mit und ohne Raumanzug in der Schwerelosigkeit.
Sehr sehr viele Details und Infos sind erkennbar. Der Film ist lang – aber ich bin begeistert.


https://www.youtube.com/watch?v=iylmZ0jyUhQ&list=PLc72zwEYK3EphJANwpbtGuXvZKU7qCD6N

Überraschenderweise zu Beginn der Blick auf den Alexanderplatz - Brunnen der Völkerfreundschaft und das Haus des Lehrers sind gut zu erkennen. Danach Schnitt und Moskau – Sieben Schwestern Hochhäuser.
-
Nach allgemeinen Erläuterungen von Gewichtskrafteinfluss auf der Erde auf Organismen und das technische Leben folg eine Darstellung zur Abnahme der Gravitationskraft mit der Entfernung zur Erde, Dabei fliegt das
dargestellte Raumschiff mit gewählten Orbit von 200-300 km Höhe passend durch das Diagramm. Die folgende Verminderung kann am Graph mit 0,1 g abgelesen werden. (OT: die Filmmusik erinnert mich an Der Steppenwolf von 1974 bei den Hermine Themen).
Danach folgen Darstellungen von Menschen in kurzem und langem freien Fall, wo im mitbewegten Bezugssystem mit vernachlässigbarer äußerer Krafteinwirkung Schwerelosigkeit herrscht.
-
Weiter wird die Nutzung der Effekte eines Parabelfluges mit einer Tu-104 und den Kraft- und Bewegungswirkungen bei einer Wurfparabel dargestellt. Die Restbeschleunigung beträgt 0,02 g.
Ab 5.33 min. sehr effektvolle Darstellung von Dampf/Tropfen unter verringerter Schwerkraftwirkung.
Danach folgen Darstellungen des Hydrokosmos unter Ausnutzung des Archimedischen Prinzips – Auftrieb. Dabei ist es sehr interessant, daß hier nicht nur das Kräftegleichgewicht zum „Schweben“ stimmen muss, sondern auch der
Schwerpunkt/Kraftangriffspunkt des Gesamtsystems (Raumanzug und Mensch) eine sehr wichtige Rolle spielt.
Ab 6.22 min.
Das geometrische Zentrum des Raumanzugs  muss mit dem Masseschwerpunkt des Gesamtsystem in Übereinstimmung gebracht werden (externe Gewichte), damit es durch die aus dem Druck auf die Fläche wirkenden resultierenden Kräfte zu keiner großen „Hebelwirkung“ kommt. Ansonsten kippt das Raumanzugsgesamtsystem nach oben oder unten (vorne oder hinten) und eine individuelle Lage im Wasser (z.B. schräg nach vorne in Arbeitshaltung) ist nicht dauerhaft einnehmbar.
Das Anbringen der Trimmgewichte ist abschließend ab 10.21 min. dargestellt.

(Die Problematik mit Massezentrum und Auftrieb bzw. resultierende Kraftwirkung war ja bei den sehr alten Schwimm/Rettungswesten, die quasi nur bezüglich max. Wasserverdrängung ausgelegt waren früher auch sehr problematisch, bevor man da z.B. die Lage mit Kopf oben/hinten und stabiler Oberkörperlage durch entsprechende Anpassungen als Standard eingeführt hat.)
Danach folgen umfangreiche Aufnahmen des Trainings im Parabelflug mit teils bekannten Gesichtern aus der 2. Hälfte der 1970er Jahre.
Ab 11.20 min.
M. Hermaszewski, W. Dschanibekow,
Bei 12.06 min. sind unterschiedliche  Boden-Schuhbefestigungsplatten zu sehen, an denen Körperbewegungsübungen ausgeführt werden.
Ab. 12.37 das entsprechende System auch für Orlan-Schuhe.
Die Kombination mit Schuhbefestigung und Greif, Bewegungsbereich und Kraftwirkung dienen der Erstellung eines Ergonomiedatenblattes. W. Scholobow gibt sich große Mühe die Aufgaben ordentlich auszuführen.
Ab 13.34 min. gibt sich W. Roshdestwenski alle Mühe um die Aufgaben in einem Orlan zu erledigen. Hier werden entsprechende Armspannen/Kraft Diagramme aus den aufgezeichneten Daten erarbeitet.
Nach den fixierten Übungen folgen nun dynamische Bewegungen an Griff- und Führungsstrukturen – ab 15.45 min.
Man kann quasi alle Elemente der heutigen EVA Tätigkeit schon erkennen – damals ist sehr viel Grundlagenarbeit geleistet worden. Sowohl technische als auch methodische Fragen werden mit praktischen Übungen und deren
Ergebnissen jeweils beantwortet.
Bedienung und Ergonomie von EVA Film- und Fotokameras wird erprobt – ab 18.10 min.
--
Ein Rückblick auf Sojus-4/5 EVA Vorbereitung ist ab 19.10 min. zu sehen.
--
Danach geht es weiter mit praktischen Übungen an Saljut-6 Schleusensektion-Modell. Da wird es ganz schön kompliziert – der Einstieg/Ausstieg in/aus den Orlan unter simulierter Schwerelosigkeit im beengten Schleusenmodell – bei 19.28 min.
Die Sojus 26 Mission hatte u.a. die Notwendigkeit den Orlan-Raumanzug praktisch zu erproben und dabei den Weg für die Folgemission frei zu melden. J. Romanenko und G. Gretschko als auch ihre Ersatzkollegen hatten daher
mit dem neuen Raumanzug alle möglichen Vorbereitungen zu treffen.
Die Lukenöffnung und Installation des Dichtungsschutzringes werden ebenfalls geübt und Materialproben vom Lukendeckel (außen) abgenommen -21.05 min. Nachdem der Kosmonaut aus der Luke schaut wird eine externe elektrische Sammelverbindung angeschlossen. Beim Orlan-D hat man da erst mal mechanische Fixierung und elektrische Versorgung zur Unterstützung gehabt.
-
Auch EVA Havarietraining steht auf dem Plan. Bei 22.03 min. wird der Transport und Sicherung eines Kosmonauten geübt, bis beide Kosmonauten wieder in der Schleusensektion sind.
Danach steht Umstieg durch die Kopplungsluke in die Orbitalsektion eines Transportraumschiffes an – 24.28 min. Erst mal mit Kopf voran und danach mit Füssen voran. Im Anschluss werden Verschluss und Hermetisierung der Luke in der Orbitalsektion
geübt – 25.53 min.
Zum Abschluss wird der Raumanzug mit einem Spannband über Kopf/Schulter an der Wand fixiert (das hilft beim Aussteigen) – die Tür geht ja nach hinten auf – 26.11 min.
--
Nicht nur Havariesituationen im Kosmos, sondern auch im Flugzeug werden geübt. Verlassen des Flugzeuges aus einer Trainingssituation im Raumanzug heraus!
Die Kosmonauten werden durch Helfer beim Aussteigen aus dem Raumanzug unterstützt – Fallschirm wird angelegt und durch die Bodenluke erfolgt der angedeutete Sprung aus dem Flugzeug – 27.01 min.
-   -
Bei 27.33 min. wieder ein Rückblick auf die Vorbereitungen Sojus4/5 EVA.
Dabei erzählt W. Aksjonow (hätte ich damit erst mal nicht in Verbindung gebracht) und man sieht ihn beim Training mit dem Jastreb Raumanzug. Vermutung wäre, dass er als Ingenieur das Thema seinerzeit in der Erprobung unterstütze.
Er hat ja bei Sojus 22 als Bordingenieur seinen ersten Einsatz – aber ohne EVA gehabt.
-
So nun mal interessante Zwischenszenen:
Bei 28.16 min. ist Eberhard Köllner (Ersatzmann Sojus 31) in beim Anziehtraining für den Sokol Raumanzug in einer Sojus Orbitalsektionsatrappe zu sehen.
Ab 28.36 min. dann Sigmund Jähn bei medizinischen Test zu individuellen Reaktionen. Ab 28.53 min. dann auch Test mit Fussfixierung und Körperbewegungskoordination.
-
29.24 min. Der nun folgende Abschnitt zeigt die Erprobung von Montage und Bearbeitungswerkzeugen für EVA.
- -
Zwischenbemerkung:
Wenn man die EVA Aktivitäten zur Analyse des Sojus MS-09 Lochs nochmal ansieht, kann man feststellen, dass alle Grundlagen und Methoden für diese komplexe Aufgabe bereits Ende der 1970er ausgelegt waren.
Siehe auch die Vorbereitungen dazu:
https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=16086.msg438945#msg438945
-   -
Weiter geht es:
Zunächst werden mehrere unterschiedliche Handwerkzeuge für Außenbordaktivitäten übersichtlich dargestellt – 29.41 min.
Am Beispiel eines Hammers wird die Auswirkung der Massenträgheit und Massenverhältnisse und Impuls(erhaltung) veranschaulicht. Sind wir doch gewöhnt unter irdischen Bedingungen mit einem Hammer „normal“ auf einen Körper einzuschlagen, wobei der Hammer dabei nicht unangenehm „zurückschlägt“ -30.01 min.
Demgegenüber wird ein Spezialhammer gezeigt, der in seinem Kopfhohlraum Kugeln hat. Diese machen eine Relativbewegung folgend aus der Bewegungs- und Beschleunigungsrichtungsumkehr beim Ausholen und Zuschlagen. Damit wird das Prellen verhindert.
Bei 30.36 min. dann der Test mit Raumanzug, an dem der Hammerstiel noch mit einer Leine befestigt wird.
Danach werden umfangreiche Werkzeuge getestet – Meisel/Körner mit Halter, Zangen mit unterschiedlichem Werkzeugaufsatz, Schere etc.
Ab 30.59 min. kommt der Akkubohrer zum Einsatz, dessen Vortriebsmechanik bei 32.10 min erklärt wird. Dabei wird durch Kombination mit Fliekraftschubkupplung und Schwungmassenrückfederung eine Momentenreaktion ausgeglichen.
Zu den gezeigten Handwerkzeugen und Bewegungsanalysen im Raumanzug gibt es auch ein paar zusammenfassende Dokumentationen, in denen auch die gezeigten Diagramme enthalten sind.
-
https://www.energia.ru/ktt/archive/2015/01-2015/01-01.pdf
Sehr klar ist dabei z.B.die Unsymmetrie der menschlichen Arbeits-Bewegungsräume erkennbar.
-
Nun zur Spanflugvermeidung beim Bohren von Löchern durch Vorabkleben mit viskoser Kunststoffkappe – ab 32.40 min.
Ab 33.43 min Darstellung eines Lichtlötkolbens, der auf Basis der Fokussierung des Lichtstrahls arbeitet. Bei 34.00 min. wird die Anwendung dieses Lötkolbens durch eine Testperson im Sokol Raumanzug gezeigt. (evlt. Reparatur von Leck im Raumschiff
getestet)
Dann wird eine induktionsbasierende Rohrschweissvorrichtung gezeigt – 34.16 min.
Weiter geht es mit mechanischen Themen – Gewindeverschraubungen und deren Anzug -34.30 min. Gerade Kreuzschlitzausführung mit Magnethalter im Werkzeug.
Bei 34.50 min. dann einfache Lösung mit Halter für einen Handschlagschrauber mit Zahnstange.
Die Fixierung und das Lösen einer Schraube, ohne sie unkontrolliert zu verlieren wird ebenfalls dargestellt. Na, da hat W. Dschanibekow zum Glück auch mal eine Schraube schweben lassen und diese gut beobachtet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Dschanibekow-Effekt
-
Bei 35.58 min. könnte man an Etui mit Schlüsselabformmasse denken – es ist aber eine adhäsive Halterung, ebenfalls auf Basis viskoser Kunststoffe (wie bei der Lochspanlösung).
Kleine Kreissäge für Blecharbeiten mit Schubschwenkblattantrieb wird ab 36.20 min. vorgestellt.
Zum Scheiden der mehrschichtigen Thermoisolation wird dann eine entsprechende Schneidschere gezeigt – 36.37 min.
-
Nun geht es zum Schweissen. Ab 36.54 min. im Orlan mit Schweissmaskenaufsatz. Bezüglich Schweissexperimente war ja S. Sawizkaja seinerzeit spezialisiert worden und sie erprobte bei einer EVA zusammen mit W. Dschanibekow (Flug Sojus T-12/Saljut 7) Verfahren zum Beschichten, Schneiden und Schweißen von Materialien unter Weltraumbedingungen. Also viele Dinge, die im Film gezeigt werden, wurde in den Folgejahren nach und nach real erprobt.
-
Nun geht es bei 37.36 min. zurück in den Hydrokosmos. Demontage und Transport einer Regenerator-Einheit durch die Station als Teamwork. Weiterhin wird die medizinische Überwachung und die Raumanzug-Bekleidung der Kosmonauten, die sehr einsatznah ausgeführt ist gezeigt – beispielsweise der Wasserkühlanzug für den Raumanzug.
-
Arbeitsabläufe und zugehörige Dokumentation werden in Echtzeit und in einer realitätsnahen Umgebung erarbeitet. Die benötigten Informationen bei der Durchführung der Arbeiten können vielfältig an die Kosmonauten übermittelt werden. Direktfunk, aufgezeichnete Sprachanweisungen oder Displayanzeigen sind möglich. Weiterhin sind auch psychologische Aspekte von Bedeutung. Die Öffnung der Schleusenluke stellt hierzu eine der größten psychologischen Lasten dar.
Unmittelbar nach Öffnung der Luke wird auch im Hydrokosmos der Dichtungsschutzring angebracht. Weiterhin werden zu Beginn des Ausstieges Kamera- und Beleuchtungssysteme installiert – 43.09 min.
Neben der Luke befindet sich ein Fußfixator, der einen stabilen Stand bei Arbeiten und z.B. Hilfestellung für den 2. Kosmonauten zum Ein/Ausstieg der Luke dient – 44.01 min.
Im Griffbereich dieser fixierten Stellung befinden sich umfangreiche technisch-biologische Proben, die abgenommen und dem Kosmonauten in der Luke übergeben werden. Ein Kontrollblock medizinischer Parameter (Strahlung?) wird neu installiert.
Nach diesen priorisierten Aufgaben wird die Übertragungskamera außen in Position gebracht. Übungen mit dem Fotoapparat schließen sich an – 45.52 min. Sie Station (Saljut-6) verfügt außen über mehrere Halteelemente, die sich sowohl in axialer Richtung als auch radial im Bereich der Übergangskegel erstrecken – 46.53 min. Gegenseitige Kontrolle und Hilfestellungen gehören zur Sicherstellung der Arbeiten – 47.53 min. (Begleitmusik Instumentalversion - Alain Barrière & Noëlle Cordier - Tu t'en vas – Du gehst fort – war 1975 ein weltbekannter Hit)
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Die Außenbordaktivitäten mit Inspektion der gesamten Stationsbereiche sind nicht ohne Risiko – daher wird die Bergung eines Kosmonauten vom am weitesten von der Luke entfernten Punkt geübt – ab 49.46 min.
Nach dem Erreichen des „Geschädigten“ wird eine Transport- und Fixierungsschlaufe am Raumanzug angebracht – 50.31 min. Der Rücktransport des Kosmonauten erfolgt in der Orientierung Rückenteil des Raumanzuges zur Station 50.42 min.
Die Kontrolle und Arbeit mit 2 Versorgungsleinen ist geistig und körperlich sehr anstrengend. Bei 52.41 min. ist es fast geschafft – der 2. Kosmonaut wird durch die Luke gezogen.
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Bei 1,5 Stunden Übungsdauer im Hydrokosmos-Becken verliert der Kosmonaut ca. 1 kg Körpergewicht (Schweiß wird ausgeschieden – damit kann man sich vorstellen welche Anstrengung erfolgte). Damit muss auch das Thermoregulierungssystem im Raumanzug entsprechende Wärmemenge abführen. Wer schon mal nach Arbeit aus dem Vollschutz „rausgeschwommen“ ist, weiß was das bedeutet. Hinten am Raumanzug befindet sich ja das Wärmetauschsystem mit dem Sublimatior.
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Dass diese ganzen Vorbereitungen und Übungen auch die Durchführung unplanmäßiger Aktionen erlauben, und damit zeigen, dass der Mensch vor Ort aktiv geistig und körperlich bei der Lösung von Problemen vorgehen kann, wird bei der Schilderung
der Probleme, die sich beim Ankopplungsversuch von Sojus-25 an Saljut-6 ergaben, durch Konstantin Feoktistow erläutert. Da eine mögliche Fehlfunktion oder Beschädigung des vorderen Kopplungsstutzens nicht eindeutig auszuschließen war,
wurde beschlossen, bei der Folgemission Sojus-26 am hinteren Kopplungsstutzen anzudocken und einen Ausstieg zur Inspektion des vorderen Kopplungsstutzen durchzuführen. Dieser Ausstieg sollte direkt durch die vordere Kopplungsluke erfolgen -52.48 min. Es wird eine Methode ausgearbeitet um den vorderen Kopplungsstutzenbereich optisch zu inspizieren und auch entsprechende Film- und Fotodokumentation zu erstellen -53.17 min.
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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Optionen:
1.   Saljut-6 hat 2 Kopplungsstutzen
2.   Saljut-6 hat Schleuse und Raumanzüge
eine optimale Reaktion auf das Problem des Sojus-25 Fluges darstellten.
Vergleichbar wäre hier das Kopplungsproblem von Sojus-10 an Saljut-1, wo quasi nur eine genaue Analyse der übertragenen Daten möglich war und mit der Verbesserung von wahrscheinlichen Schwachstellen in Mechanik und Methodik der nächste Flug angetreten wurde.
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Bei 54.05 min. bereiten sich  J. Romanenko und G. Gretschko auf das entsprechende Training im Hydrokosmos vor. Bei 54.35 min. wird die vordere Luke schon halb verlassen und die Inspektionsübung beginnt. Es sieht so aus, als ob eine Lupe und ein
elektrischer Gegenstecker zum Einsatz kommen.
Bei 55.02 min. direkter Übergang zu Fernsehbildern des entsprechenden Realeinsatzes im Kosmos. „Es sieht alles absolut neu aus – keine Schäden“. Es wird bestätigt, dass die Station über alle technischen Möglichkeiten verfügt, um am vorderen
Kopplungsstutzen anzukoppeln.
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Aufnahmen von den Kosmonauten bei der Arbeit in der Station und ein Rückblich auf das Tu-104 Flugzeug und das Hydrokosmosbecken mit der Aussage verbunden, dass die Test der „irdischen Schwerelosigkeit“ weiter gehen, schließen den Film ab.


dksk

Offline Sensei

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4516 am: 02. März 2021, 13:22:33 »
Die RIA verlautet nach eigener anonymen Quelle, dass ein neuen Design der neuen Schwerlastrakete Russlands (Jenissei/Yenisey/Енисей) festgelegt wurde.

Dabei soll es sich um eine Methanrakete mit 1 Zentralstufe mit 6 Boostern (alle mit je einem RD-182 (weiterentwickeltes RD-120?) mit je 250 t Schub ausgestattet) handeln. In der Oberstufe soll das Methantriebwerk RD-0169 (100 Tonnen Schub) verwenden.
Beide Triebwerke sollen wiederverwendbar sein.

Startschub würde bei 1750t liegen.

https://ria.ru/20210302/raketa-1599529588.html
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Offline alepu

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4517 am: 02. März 2021, 15:54:21 »
Und wie will man die Triebwerke bergen um sie dann wieder zu verwenden?

Offline Sensei

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4518 am: 02. März 2021, 20:46:27 »
Steht dort nicht.
Da steht ja auch noch nicht, ob die Rakete selbst wiederverwendet werden soll. Nur, dass die Triebwerke wiederverwendbar sein sollen. Und von der Wiederverwendbaren "Amur-LNG" Rakete stammen.
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Online HausD

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4519 am: 13. März 2021, 10:05:42 »
Sojus-2-Rakete bekommt neues Farbschema

Zum ersten Mal seit mehreren Jahrzehnten wird die Sojus-2-Trägerrakete (entwickelt und hergestellt vom RKK Progress/Roskosmos, Samara), die am 20. März 2021 starten soll, in einem neuen, ungewöhnlichen Design vorgestellt.






Die Endmontage im MIK-40 auf Pl,31 des Kosmodroms Baikonur                          Fotos: RZ "Jushny"/Roskosmos

Gruß, bleib gesund und locker und weiterhin gesundheitsbewusst diszipliniert, HausD

Offline 8K82KM (-ex Rakete54-)

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4520 am: 17. März 2021, 22:11:52 »
Fotorundgang bei NPO Lavotschkin. Ein paar sehr interessante Aufnahmen sind dabei.

Hier geht es zur Quelle: https://www.roscosmos.ru/30383/

Offline 8K82KM (-ex Rakete54-)

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Re: Russische Raumfahrt
« Antwort #4521 am: 18. März 2021, 17:49:22 »
Und heute noch eine Meldung, schlecht für NPO Lavotschkin. Die Fregat-M, welche letztes Jahr für den ersten Startversuch von Falcon Eye im frühjahr geplant war, muß tatsächlich zurück nach Moskau. Das bedeutet Transport von Kourou, Reparatur vor Ort oder Ersatzstufe nach Kourou.

Hier: https://ria.ru/20210318/remont-1601741632.html steht:

Die Fregat-Oberstufe, in der letztes Jahr ein giftiges Kraftstoffleck entdeckt wurde, wird bis zum Sommer vom Kosmodrom Kourou in Französisch-Guayana zur Reparatur nach Russland geschickt , teilte eine Quelle der Raketen- und Raumfahrtindustrie der RIA Novosti mit.
"Die Entsendung des" Fregat "nach Russland ist für Mai bis Juni geplant", sagte der Gesprächspartner der Agentur.
Der Pressedienst des Fregat-Produktionsunternehmens - NPO, benannt nach Lavochkin (Teil von Roscosmos) - sagte gegenüber RIA Novosti, dass "im Einvernehmen mit der französischen Seite die Fregat-Oberstufe von Französisch-Guayana auf dem Seeweg nach Russland geschickt wird, um die Forschung im Herstellerwerk fortzusetzen.  Der Hersteller trifft dann eine Entscheidung über seine weitere Verwendung. "

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