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Autor Thema: Planetenerforschung: Konzepte und zukünftige Missionen  (Gelesen 9723 mal)

Offline Dominic

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Re: Planetenerforschung: Konzepte und zukünftige Missionen
« Antwort #50 am: 26. Dezember 2017, 16:12:05 »
Da aus dem Orbit die Titanoberfläche zu sehen ist, sollte der Saturn selber auch zu sehen sein, beobachtet man nun die Beleuchtungsphasen  so weiß man zu jederzeit wo die Sonne steht und kann daraus die Antennenausrichtung berechnen.

Im sichtbaren Bereich ist die dichte Wolkendecke des Titan relativ undurchsichtig sodass man nur relativ grob die Richtung der Sonne erkennen kann. Im Infrarot ist die Wolkendecke aber einigermaßen durchsichtig. Könnte also funktionieren.


"Der Titan ist von einer dichten Atmosphäre umgeben, welche im Bereich des sichtbaren Lichts keinen Blick auf dessen Oberfläche zulässt (Aufnahme links). Durch die Verwendung verschiedener Filtersysteme kann diese Atmosphäre jedoch "durchdrungen" werden. Die hier gezeigte linke Aufnahme gibt den Mond in den Farben wieder, wie sie auch ein im Saturnsystem befindlicher menschlicher Betrachter wahrnehmen würde. Die mittlere Aufnahme wurde im nahen Infrarotbereich bei 938 Nanometern erstellt und ermöglicht einen Blick auf verschiedene Oberflächenstrukturen. Bei der rechten Aufnahme handelt es sich um ein Falschfarbenkomposit. Zwei Infrarotaufnahmen (erstellt bei 938 und 889 Nanometern) wurden hierzu mit einer im sichtbaren Lichtbereich erstellten Aufnahme kombiniert. Alle verwendeten Aufnahmen wurden am 16. April 2005 mit der WAC-Kamera von Cassini aus Entfernungen zwischen 173.000 bis 168.200 Kilometern zum Titan angefertigt.
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute)"

https://www.raumfahrer.net/news/astronomie/13082014215849.shtml
« Letzte Änderung: 26. Dezember 2017, 21:59:53 von Dominic »

Offline Klakow

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Re: Planetenerforschung: Konzepte und zukünftige Missionen
« Antwort #51 am: 26. Dezember 2017, 18:18:19 »
Ich hatte mit infrarot Spektroskopie schon mal was zu tun, hier wird es um so leichter je tiefer die Sensortemperatur ist, mit den Temperaturen auf Titan sollte man eine sehr gute IR-Sicht bekommen.
Da das Ding so saumässig kalt ist, kann man eine IR-Teleskop natürlich auch zur Bodenbeobachtung nutzen.
Verbunden mit einer guten IR-Quelle, z.B. eine Halogenlampe und einem Spektroskop liefert das Informationen zu Wasserstoffverbindungen.

Offline MpunktApunkt

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Re: Planetenerforschung: Konzepte und zukünftige Missionen
« Antwort #52 am: 27. Dezember 2017, 10:40:42 »
Hallo,

das mit der IR Technologie für Titan klingt gut. :) Zum einen ist die IR-Spektroskopie wirklich gut geeignet, die Kohlenwasserstoff Suppe auf Titan zu untersuchen. Und wenn die Atmosphäre bei bestimmten IR Wellenlängen "durchsichtig" ist, kann man die Sonne als denke ich hellste IR-Quelle am Himmel anpeilen, und zum "Zielen" für die Kommunikation mit der Erde nutzen.

Gruß

Mario
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Offline Klakow

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Re: Planetenerforschung: Konzepte und zukünftige Missionen
« Antwort #53 am: 27. Dezember 2017, 14:00:19 »
Eine weitere interessante Sache könnte damit die Entdeckung von Hotspots auf dem Titan sein (falls es sowas gibt).

Offline Youronas

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Re: Planetenerforschung: Konzepte und zukünftige Missionen
« Antwort #54 am: 22. März 2018, 11:47:25 »
Gute Neuigkeiten für zukünftige Missionen im Discovery-Programm: Durch die Wiederaufnahme der Plutonium-238 Produktion stehen in Zukunft auch wieder Reserven für die kleineren Missionen zur Verfügung, weshalb die Anweisung zum Verzicht auf die Nutzung von RTGs für diese zurückgenommen wurde.

Zitat
WASHINGTON — Citing progress in producing plutonium-238, NASA will allow scientists proposing missions for an upcoming planetary science competition to use nuclear power sources.

In a statement issued March 17, Jim Green, director of NASA’s planetary science division, said the agency was reversing an earlier decision prohibiting the use of radioisotope power systems for spacecraft proposed for the next mission in the agency’s Discovery program.

[...]
Quelle: http://spacenews.com/nasa-to-allow-nuclear-power-systems-for-next-discovery-mission/

Offline MpunktApunkt

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Re: Planetenerforschung: Konzepte und zukünftige Missionen
« Antwort #55 am: 22. März 2018, 17:27:11 »
Gute Neuigkeiten für zukünftige Missionen im Discovery-Programm: Durch die Wiederaufnahme der Plutonium-238 Produktion stehen in Zukunft auch wieder Reserven für die kleineren Missionen zur Verfügung, weshalb die Anweisung zum Verzicht auf die Nutzung von RTGs für diese zurückgenommen wurde.

Wenn das ein Nebeneffekt des Greatmakens ist, dann hat der Sch... wenigstens etwas gutes. ;)
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Offline Youronas

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Re: Planetenerforschung: Konzepte und zukünftige Missionen
« Antwort #56 am: 22. März 2018, 18:36:33 »
War Obama 2013 auch schon für das Greatmachen zu haben?

Offline MpunktApunkt

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Re: Planetenerforschung: Konzepte und zukünftige Missionen
« Antwort #57 am: 22. März 2018, 18:46:26 »
War Obama 2013 auch schon für das Greatmachen zu haben?

Danke für den Hinweis. Davon steht in dem aktuellen Artikel aber nichts. Ist das jetzt ein neuer Pu-238 Schub, oder nur das Aufwärmen der Neuigkeit von 2013?
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Offline Dominic

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Re: Planetenerforschung: Konzepte und zukünftige Missionen
« Antwort #58 am: 26. März 2018, 17:00:04 »
Die Wiederaufnahme der Pu-238 Produktion ist seit einigen Jahren geplant aber das geht natürlich nicht von heute auf Morgen... aber die Bemühungen tragen Früchte, die Produktion läuft langsam wieder an.

Soweit ich das im Blick habe gibt es zur Zeit zwei parallel laufende Programme, das DOE produziert in eigenen Anlagen selbst welches (derzeit einige hundert Gramm pro Jahr) und will die Produktion bis 2023 auf 1,5kg pro Jahr steigern, dann gibt es noch die TSM-Initiative in Zusammenarbeit mit Kanada und dem Kanadischen Kernkraftwerksbetreiber Ontario Power Generation, durch Bestrahlung in Kanadischen CANDU-Kernkraftwerken sollen 5kg pro Jahr produziert werden, eine weitere Steigerung ist dabei möglich. Die TSM Produktion soll 2022 anlaufen.

Wenn alles glatt läuft sollte die Produktion ab ~2025 bei ~6,5kg pro Jahr liegen, perspektivisch könnte sie bis 2030 auf mehr als 10kg pro Jahr gesteigert werden.

Abgesehen davon sollten bis Mitte der 2020er Jahre die Kilopower Reaktoren verfügbar sein und Radionuklidbatterien in einigen Bereichen verdrängen. Das verfügbare Plutonium könnte dann bevorzugt für Missionen genutzt werden für die die Reaktoren nicht geeignet sind, insbesondere für Lander/Rover. Zudem sind neue RTG in Entwicklung die durch einen höheren Wirkungsgrad mit einer gegebenen Menge Pu-238 erheblich mehr elektrische Leistung generieren können.

Für einen heute üblichen MMRTG braucht man etwa 4kg Plutonium-238. Insgesamt könnte man in Zukunft einer größeren Anzahl an Missionen ins äußere Sonnensystem eine nukleare Energiequelle zur Verfügung stellen und/oder man könnte ihnen eine leistungsstärkere Energiequelle zur Verfügung stellen und so den Missionsumfang erweitern.
« Letzte Änderung: 27. März 2018, 23:49:12 von Dominic »

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