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Autor Thema: Marsflug, Marsbasis  (Gelesen 275347 mal)

Offline Kelvin

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1475 am: 24. April 2017, 10:56:41 »
Die Realität sieht leider düsterer aus ... das Herz-Kreislauf-System von Marsgeborenen bei plötzlich dreifacher Belastung/Gravitation auf der Erde Probleme bekommen könnte und die Knochenstruktur/-dichte erheblich fragiler sein dürfte...

Stimmt, das habe ich übersehen. Andererseits könnte man dem aber auch entgegenwirken, wie Klakow schon angedeutet hat, und den Leistungsbedarf im Innenbereich einfach "künstlich" erhöhen. Das tragen von Raumanzügen im Aussenbereich wäre so gesehen ja auch eine Art Vorbereitung auf einen Besuch auf der Erde, Denkbar wären auch Raumanzüge mit "einstellbarer" Schwerkraftsimulation. Das Prinzip ist ja uralt, Emil Zatopek (mein Landsmann übrigens) ist im Training in Militärstiefeln gelaufen und schon Demosthenes hat übungsweise gegen die Brandung angebrüllt  ;)

Offline Doc Hoschi

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1476 am: 24. April 2017, 11:35:36 »
Ein Raumfahrer verliert auf der ISS mehr als 1% Knochenmasse pro Monat und benötigt auf der Erde 2-3 Jahre, um den Verlust von ca. 3-4 Monaten Stationsaufenthalt wieder auszugleichen.
Masse aufzubauen ist also sehr viel langwieriger, als diese zu verlieren. Ich halte es für unmöglich, einen Menschen, dessen Skelettaufbau sich in einer dauerhaften Marsumgebung überhaupt erst entwickelt hat, auch nur annähernd durch Trainingsmethoden auf Erdniveau zu bringen.
Selbst bei 10 Stunden täglicher Schinderei auf dem Mars, wäre das nie so effizient, als wenn sich die Astronauten bei einer Rückkehr von der ISS zum erneuten Knochaufbau 100% des Tages im "neuen" Schwerefeld befinden. Und bei denen dauert der (Wieder-)Aufbau schon lange.

Wenn dazu noch die Anatomie bei Marsgeborenen eventuell anders (z.B. kleinere Füße, bzw. andere Gliedmaßenproportionen) sein sollte, kann man da über Training eher wenig machen.
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Offline Sensei

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1477 am: 24. April 2017, 13:23:41 »
Aber darüber kann man eben NUR spekulieren.

Für viele Probleme der Schwerelosigkeit ist eben nur diese Schwerelosigkeit und damit das fehlende Richtungsempfinden von Bedeutung (Augenprobleme, Gleichgewichtssinn, Wachstumsprozesse bei Pflanzen, Wasseransammlungen, teilweise Herz-Kreislauf System).


ABER es stimmt auch dass es bei einer Rückkehr zur Erde zu Problemen kommen dürfte. Nur wie stark diese Probleme sind können wir einfach nicht sagen.

Online Klakow

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1478 am: 24. April 2017, 15:35:57 »
Leider wissen wir derzeit nichts über die Auswirkung von Mars oder Mondschwerkraft auf den Körper,
die Versuche auf der ISS waren zwar geeignet Reaktionen auf die Schwerelosigkeit zu erforschen aber eben NICHT für andere Verhältnisse.
Ich würde es nicht als sicher einstufen wie sich der Körper auf Mars oder Mond verhält. Unsere Körperempfinden und unsere Bewegungen sind sowohl Masse als auch über Trägheit beeinflusst, nur spielt bleibt selbst die Trägheit in so einer kleinen Umgebung wie der ISS kaum eine Rolle, weil man kaum große Massen dort bewegen wird.
Gibt es auf dem Mars mal große Tunnel, z.B. in Lavaröhren, könnte das aber was ganz anderes sein indem man dann 200kg durch die Gegend schiebt, oder 50kg Wassereimer durch die Gegend trägt.
Das einzige was ziemlich sicher ist, der das Körpergefühl im Bezug auf Masse, Gewicht und Bewegung sich ziemlich stark verändern wird.
Vielleicht werden kann sich der Körper doch ziemlich leicht anpassen, aber es könnte in beide Richtungen Probleme geben, weil ein Marsmensch sich nicht dabei denkt aus zwei Metern Höhe herunter zu springen und der Erdling die kein passendes Körpergefühl hat und zu spät aus einem schnellen Lauf abbremst und deswegen dann auf der Nase liegt.
Auch könnten Turmspringer auf dem Mars ganz andere Dinge als auf der Erde machen, da sie viel mehr Zeit in der Luft haben.

Offline Gerry

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1479 am: 25. April 2017, 20:55:45 »
[...]
Wenn dazu noch die Anatomie bei Marsgeborenen eventuell anders (z.B. kleinere Füße, bzw. andere Gliedmaßenproportionen) sein sollte, kann man da über Training eher wenig machen.

Also die Proportionen der Gliedmaßen ist afaik genetisch vorgegeben und und wird von äußeren Einflüssen kaum beeinflusst und das wird auch bei Marsmenschen erstmal so bleiben. Probleme sehe ich auch eher beim Knochengerüst und Herz/Kreislaufsystem wobei die sicher nicht so gravierend sind dass ein Marsmensch bei einem Besuch auf der Erde tot umfällt ;)
Raumcon-Realist

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1480 am: 25. April 2017, 21:51:21 »
Also von der wirtschaftlichen Perspektive her ist der Mond interessanter als der Mars.
Einmal kann man da gut He-3 abbauen, was für einen theoretischen Fusionsreaktor als Brennstoff benötigt wird. Außerdem kann man auf der "dunklen" Seite gut größere Teleskope hinbauen.

Was will man dann auf dem Mars? Pioniergeist, Entdeckergeist, was eben Menschen so antreibt in neue Welten aufzubrechen. Wenn man dort Arbeit finden kann wird es genug Menschen geben die sich dort ansiedeln werden.

OT: ähmm, die ergebnisse von Radioteleskopen auf der fernen Mondseite werden sich auch nur schlecht verkaufen lassen und dienen wohl auch eher 'nur' der Wissenschaft/dem Befriedigen eines Entdeckergeistes ;)

Offline Doc Hoschi

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1481 am: 25. April 2017, 21:59:42 »
@Gerry: Sorry, hatte mich dabei eher auf Theorien im von mir verlinkten Artikel bezogen (Post #1473). Sinngemäß: Was wäre wenn die dortigen Behauptungen stimmen sollten?

Zitat
Verringert sich der Einfluss der Gravitation – wie etwa im All oder auf dem Mars -, wachsen die Knochen eines Kindes über die Jahre nicht zu langen, dünnen Erwachsenenknochen wie bei Erdbewohnern heran, vermutet man bei der Nasa.

Das hätte mit Proportionen allerdings tatsächlich wohl erst einmal nichts zu tun und würde weiterhin im Gegensatz zur normalerweise gängigen Meinung stehen, dass Menschen in einer Niedrig-g-Umgebung voraussichtlich größer werden.
 
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Offline stefang

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1482 am: 26. April 2017, 11:28:14 »
Ein schönes Experiment um das heraus zu finden wäre ein kleines Habitat auf dem Mond auf dem einfach mal drei, vier Mäusegenerationen beobachtet werden. So etwas müsste auch unbemannt umsetzbar sein. Wurde so etwas schon einmal angedacht?
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Online Klakow

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1483 am: 26. April 2017, 14:19:43 »
Was man definitiv weiß das Mangelernährung zu einem kleineren Wuchs führt. Das sieht man z.B. noch heute sehr gut in Ländern wie China, wo gerade ältere Leute in ihrer Jugend zu wenig eiweißreiche Nahrung hatte. Junge Menschen sind dagegen oft sehr viel größer.
Genetisch wird sich da vermutlich auch nach Generationen nichts daran ändern, das einzige was dann benötigt wird um den Weg zurück zur Erde zu schaffen ist neben passender Nahrung so früh wie es geht Training, also Kindheit und Jugend.
Wie gesagt, wir stellen hier nur Vermutungen an, man weiß leider nicht über A<=1G und A>=0G.
Unser wissen ist heute also in dem Punkt komplett unzureichend.

Offline Stefan307

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1484 am: 26. April 2017, 17:22:40 »
Euch ist bewusst das ihr schon das überüber....nächste Problem lösen wollt?

MFG S

Offline GG

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1485 am: 29. April 2017, 21:03:37 »
Ein Raumfahrer verliert auf der ISS mehr als 1% Knochenmasse pro Monat und benötigt auf der Erde 2-3 Jahre, um den Verlust von ca. 3-4 Monaten Stationsaufenthalt wieder auszugleichen...

Ergänzung: Man hat heraus gefunden, dass der Knochenaufbau danach anders verläuft. Die Knochen erreichen zwar ihre Ausgangsmasse. Es gibt aber Hohlräume, so dass die Stabilität geringer ist.

Offline ZeT

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1486 am: 29. April 2017, 22:04:26 »
Müsste man doch eigentlich wieder verhärten können.

Online Klakow

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1487 am: 30. April 2017, 08:52:15 »
Geht schon und man hat sowas in Chicago früher auch mehrfach gemacht, mit Beton und als ultimativen Test dafür in neuen Gebäuden damit dann Fundemente erstellt, warum dass allerdings Nachts um 3h gemacht wurde hab ich nie verstanden? ;D

Offline Darthholly

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1488 am: 01. Juni 2017, 10:08:21 »
 ;D

Offline Doc Hoschi

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1489 am: 30. September 2017, 19:43:20 »
Zwar sind gegenwärtig nur die Marspläne von SpaceX in aller Munde, doch sollte man hier auch mal das auf der IAC 2017 vorgestellte Marskonzept von Lockheed Martin zumindest einmal erwähnen, welches laut Aussage von Lockheed Martin mit Oriontechnik und SLS ebenfalls im nächsten Jahrzehnt verwirklicht werden könnte (nanu, auf einmal hat es auch die Konkurenz plötzlich so eilig mit dem Mars).
Im Rahmen der Vorstellung wurde auch ein ebenfalls nicht gerade kleiner Lander (Landung dann in den 30er Jahren) präsentiert:

http://www.dailymail.co.uk/sciencetech/article-4931320/Lockheed-Martin-reveals-plan-2028-Mars-base-camp.html


Quelle: LM

Der Aufbau des Base Camps soll beim DSG geschehen und von dort aus zum Mars starten. Ein in meinen Augen sowohl kostentechnisch als auch logistisch unsinniger Versuch neue Ziele für das SLS und DSG zu identifizieren.
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Offline Sensei

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1490 am: 01. Oktober 2017, 10:53:07 »
Gibt es diese Präsentation noch irgendwo zu sehen? Der Lander kam mir leider auch noch nicht unter :(


Zudem empfinde ich es als technisch/wirtschaftlich unsinnig eine Marsmission am Mond zusammen zu bauen. Was soll das bringen?!
Wenn man dort wenigstens auftanken könnte, dann vlt, aber so?

Offline Doc Hoschi

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1491 am: 01. Oktober 2017, 12:28:54 »
Fällt mir prinzipiell erst einmal der Vortrag (allerdings der von der IAC 2016) selbst ein:


https://www.youtube.com/watch?v=EXq8kg2MMdQ

Siehe auch: https://lockheedmartin.com/content/dam/lockheed/data/space/photo/mbc/MBC_Updates_IAC_2017.pdf


https://www.youtube.com/watch?v=yMnFiGQhWO8

LM erwähnt das Mars Base Camp ja schon seit einiger Zeit, nicht erst seit der diesjährigen IAC.
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Offline sven

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1492 am: 01. Oktober 2017, 16:41:46 »
Ein sehr schönes Konzept! Der Lander sieht klasse aus...hat einen gewissen Retro-Charme.

Offline Schneefüchsin

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1493 am: 01. Oktober 2017, 20:12:37 »
Ich habe mir gerade mal das Video angesehen und ....  NAJA.

Nervig fand ich vor allem die ersten 10 Minuten, als sie eine Vision für eine Marsmission vorgestellt, alles aber sehr vage. Kritikpunkte daran.
- Schwanken von "wir werden" und "wir haben", als wäre manches schon passiert.
- Finden von Leben (Bakterien) Als zu erwarten klingen lassen.
- Eindeutig auf die Zusammenarbeit von den Raumfahrtagenturen ausgegangen.
- Erdbebenwarnsystem als Forschungsergebnis in Aussicht gestellt. Warum soll das durch so eine Mission gelingen, wenn wir hier auf der Erde so viel dafür tun und es nicht klappt, klang für mich als Fangen von Unterstützern, indem man Schutz vor einer großen Gefahr (Erdbeben) in Aussicht stellt.  Dieser Punkt ist, was mich übrigens am Meisten gestört hat.

Aber das alles mal ignoriert.

Ihre Kollegen die danach übernahmen äußerten dann erstmal, dass dies eine mögliche Vision ist, und das es die Zusammenarbeit vieler Nationen und Organisationen erfordert.
--> Das ganze wird also eine Art Verkaufsveranstaltung an die großen Raumfahrtagenturen und Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit sammeln. Schade, aber ok.
Sie äußerten auch, dass die bemannte Erforschung des Sonnensystems nicht von einem Land oder einer Gruppe alleine gemacht werden kann. Eindeutiger Seitenhieb, in bekannte Richtung. (Aber eine Diskussion dazu sollten wir hier vermeiden. Danke)

Zu den Interessanten technischen Details nun:

- Sie erwarten diese Marsbase im Jahre 2028
- Start von der Erde per SLS und für die Crew mit Orion.
- Zusammenbau im Mondorbit und Marsorbit
- Die Marsbase wird nicht landen, sondern wird eine Raumstation für den Mars um den Mars fliegen, allerdings in einem hochelyptischen Orbit.
- Labore und ähnliches wird per SEP mit etwa 2000s ISP zum Mars verfrachtet. Also wenig Treibstoff für den Flug und so weniger SLS Starts.  Schöne Idee.
- Transfer- und Crewsystem fliegt vom Mond aus später hinterher und dockt am Mars an.
- Die Tanks sind als viele Kleine angeordnet, da sich im Zentrum dieser Tankgürtel die Wohnbereiche der Besatzung befinden. Grund ist, dass flüssiger Wasserstoff ein wunderbarer Strahlenschutz ist. Abgesehen von der Frage, wie sie die Diffusion vom Wasserstoff aus den Tanks raus kontrollieren gefällt mir dies auch sehr gut.
- Orion wird mitgenommen, die erste Grund dafür sind, das sie lieber Fallschirme und Hitzeschilde mit sich nehmen wollen, als auf dem Rückflug ein Rendezvous damit zu machen, schließlich ist dies so sicher. Guter Grund. Der Zweite Grund ist, das sie so Geld für die Entwicklung eines weiteren Moduls sparen, welches mit zusätzlichen SLS Starts im Orbit getestet werden müsste und dann ja auch extra hochgebracht werden muss. Nicht ganz so guter Grund, wie der erste, aber durchaus akzeptabel.
- Es gibt ein Extra Modul, das sich von der Marsbase abtrennen kann und zu den Marsmonden fliegen kann, diesen Forschungsaspekt hört man selten, nice.
- Der Lander ist erst für eine Spätere Erweiterung der Marsbase angedacht. Auch wird ausdrücklich erwähnt, das das aussehen sich wohl noch ändern wird, da man sich damit noch nicht zu sehr befasst hat.
- Hauptplan für die Marsbase ist von dort Rovers und UAVs zum Mars zu starten. Ziele auf dem Mars können so relativ spontan ausgewählt werden. Proben können leichter zurückgebracht werden, da sie nur in den Marsorbit müssen und sie können die Rover besser Steuern, als es bisher von der Erde läuft. Keine minutenlange Zeitverzögerung.
- Der Transferteil, der die Astronauten zur Marsbase brachte bringt sie später auch zurück, so das die Marsbase für mögliche spätere Missionen zur Verfügung steht.
- Raumanzug mit Spinnenbeinen, um sich auf Phobos und Daimos zu halten.

Ziele:
- Daimos und Phobos erforschen.
- Per Samplereturn nach Leben suchen.
- Roboticmissionen Live per VR steuern.
- Potentielle Landeplätze für bemannte Landungen erforschen und entscheiden, ob sie sie brauchbar sind oder nicht.

Zeitplan: Schaut es euch ab 55:50, alternatives Video noch nicht gefunden.

F&Q mit während des Vortrags eingesammelten Fragen und von einem Mitarbeiter verlesen. Idioten wurden aussortiert und fragen prägnant gestellt.
- Warum gibt es Triebwerke an beiden Enden der Transferstufe?
--> Redundanz
     (Wenn ich es richtig verstehe wird dieser Teil am Mars getrennt und an beiden Enden an die Marsbase angedockt. Also die Teile hinter den Tanks, also ab den Orionkapseln.)
- Warum erst Orbit?
--> Man schafft es heute schon dahin (12 Jahre von heute an) und es gibt Forschungswert von dort aus. Landen ist komplexer und kommt erst später.
- Ob sie sich auf eine Privatisierung der Station verlassen?
--> Sie mussten auf Kosten designen, da man sich innerhalb eines Jahrzehnts nur eine gewisse Menge Orions und SLSs leisten kann.
- Starten mit anderen Raketensystemen?
--> Manche Systeme sind so groß, das sie auf SLS angewiesen sind und bisher haben sie noch nicht auf Designanpassungen geguckt, damit andere Raketen genutzt werden können, aber grundsätzlich möglich.
- Maßnahmen gegen Strahlung?
--> Orion hat einen Strahlungsbunker. Unter gewissen Voraussetzungen, wie bisherige Strahlungsexposition der Besatzung, Geschlecht der Besatzung und Alter der Besatzung sollte der Strahlungsbunker von Orion und der Strahlungsschutz der Marsbase (Wasserstofftanks) für die 1000 Tage-Mission reichen um die Grenzwerte der Nasa einzuhalten. Verhalten der Sonne darf dabei nicht von gewissen, nicht weiter genannten Erwartungen abweichen.
- Wie wollen sie die Raumfahrtorganisationen und andere Unternehmen zur Mitarbeit animieren.
--> Bisher haben sie sich auf ein Minimum beschränkt, dass sie recht einfach schaffen können, aber es erweiterbar ist. Dann erklärt er noch wie viel an Verbrauchsgütern und Wissenschaftsausrüstung nötig ist.
- Wie handhaben sie Planetary Protection, im speziellen für die Rover und die zurückgebrachten Proben?
--> Darum sind es erst mal nur Roboticmissionen und alle Proben werden nur in Isolierten Systemen Transportiert und analysiert (Gloveboxes).


Persönliche Meinung:
Abgesehen von der Anfangsgeschichte sehr interessant.
Dass sie die Roboticmissionen aus dem Marsorbit steuern wollen gefällt mir sehr gut, da die große Zeitverzögerung bei aktuellen Missionen behebt und sich Rover und andere Systeme schneller bewegen können, da sie nun besser überwacht und gesteuert werden können. eine derartige Steuermission habe ich mir schon lange gewünscht.
Auch an sich schön ist, das sie sehr auf bisher existierende Technik setzen, bzw. Technik, die in Entwicklung ist. Orion, SLS, Module die von der ISS abgeleitet sind.
Ebenso schön ist, dass sie wenn sie die teure SLS verwenden dennoch möglichst sparsam sein wollen. Etwa indem der größte Teil per SEP zum Mars geschickt wird.

Was mir aber wenig gefallen hat, ist, dass dies wieder ein großer Vorschlag ist, der dafür entworfen wurde, der NASA zu gefallen, dass diese das Projekt umsetzen, noch andere Raumfahrtagenturen dazu hohlen und Lockheed Martin eben für die von ihnen entwickelten Teile Aufträge bekommt.
Auch, dass dieser Vision, wie so vielen anderen vorher eben die ersten wirklichen Schritte zur Umsetzung fehlen, ohne das es hierfür eine sinnvolle Begründung gibt. Orion und SLS zähle ich hier nicht, da diese nicht für diese Mission geplant waren, sondern nur adaptiert wurden.

Grüße aus dem Schnee

Offline Bitmurks

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1494 am: 02. Oktober 2017, 21:30:35 »
Dass sie die Roboticmissionen aus dem Marsorbit steuern wollen gefällt mir sehr gut, da die große Zeitverzögerung bei aktuellen Missionen behebt und sich Rover und andere Systeme schneller bewegen können, da sie nun besser überwacht und gesteuert werden können. eine derartige Steuermission habe ich mir schon lange gewünscht.

Hallo Schneefüchsin,

danke vielmals für Deine Evaluation des Videos.
Zum zitierten Punkt möchte ich gerne einen Gedanken beisteuern.
Keine Ahnung wie lange es bis zur Einsatzfähigkeit von KI in der extraterrestrischen Robotik gehen wird. Aber ich stelle mir vor, es gibt in dem Zusammenhang zwei Effekte, die mit der Zeit eher in Richtung "Bedeutung der Zeitverzögerung nimmt ab" wirken.
1. selbständigere, besser automatisierte Roboter - die brauchen dann für einen grossen Teil ihres Aktionsportfolios keine dauerhafte Überwachung durch Operation Personal mehr.
2. eine höhere Anzahl Roboter oder sogar Schwärme - dann kann man es sich nicht mehr leisten jeden einzelnen so zu bedienen wie wir dies von den Mars Rovern kennen.

Grüsse, Bitmurks
Zwischen binär Null und binär Eins gibt es manches worüber man sich wundern kann ;-)

Offline PaddyPatrone

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1495 am: 01. November 2017, 20:07:10 »
Hoch interessant. Ein team am MIT hat ein Konzept für Mars Habitate entworfen. So ähnlich hätte ich mir das auch vor gestellt.
https://slice.mit.edu/2017/10/19/mars-city-living-designing-for-the-red-planet/

Offline Rücksturz

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1496 am: 01. Januar 2018, 19:17:22 »
Wir hatten es bisher noch nicht verlinkt, aber schon am 28.09.2017 hat Lockheed Martin noch ein interessantes Video zu seinem Mars Base Camp bereitgestellt:
http://news.lockheedmartin.com/2017-09-28-Lockheed-Martin-Reveals-New-Details-to-its-Mars-Base-Camp-Vision#assets_20295_128300-115
Inhaltlich nichts neues, trotzdem ist das für mich ein sehr realistische Konzept.
Ich glaube die Entwicklungsrisiken sind überschaubarer als beim "radikalen" SpaceX-Ansatz.
Wie sie allerdings bei einer 900 - 1000 Tage Mission ihre cryogenen Treibstoffe am Verdampfen hindern wollen, würde mich schon interessieren.  :o

Am beeindruckensten finde ich den Lander bei untergehender Sonne (?) auf dem Mars.  8)
(Wobei diese Szene tatsächlich bereits in der weiter oben verlinkten B-Roll enthalten ist).

Viele Grüße
Rücksturz

Edit: Der direkte Link zum youtube-Video:

https://www.youtube.com/watch?time_continue=1&v=vLpZUMfIJX0
BFR/BFS: One rocket to rule them all!

Offline Rücksturz

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1497 am: 01. Januar 2018, 19:26:35 »
Jetzt habe ich zum Mars Base Camp auch noch ein sog. White Paper von Lockheed Martin gefunden, das wie mir scheint, hier auch noch nicht verlinkt wurde:
https://lockheedmartin.com/content/dam/lockheed/data/space/photo/mbc/MBC_Updates_IAC_2017.pdf
Ich habe es selbst noch nicht gelesen, werde das aber in Kürze nachholen und dann vielleicht noch eine Inhaltszusammenfassung posten.

Viele Grüße
Rücksturz
BFR/BFS: One rocket to rule them all!

Offline Dominic

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1498 am: 01. Januar 2018, 21:55:17 »
Zitat
Wie sie allerdings bei einer 900 - 1000 Tage Mission ihre cryogenen Treibstoffe am Verdampfen hindern wollen, würde mich schon interessieren.  :o

Aktive Kühlsysteme, Solarenergie hat man ja genug...

Offline Doc Hoschi

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Re: Marsflug, Marsbasis
« Antwort #1499 am: 01. Januar 2018, 22:33:13 »
Jetzt habe ich zum Mars Base Camp auch noch ein sog. White Paper von Lockheed Martin gefunden.
Hallo Rücksturz. Das pdf-Dokument hatte ich eigentlich bereits in Post #1491 verlinkt, aber über die Inhaltszusammenfassung freue ich mich trotzdem schon, denn die Resonanz zum verlinkten Dokument war bisher mau....;)
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