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Autor Thema: Farben  (Gelesen 2471 mal)

Offline Meagan

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Farben
« am: 27. Februar 2011, 11:43:41 »
Viele der Bilder, die uns die moderne Wissenschaft und die Astronomie heute liefert sind Falschfarbenbilder, die zwar die Sache um die es geht exakt darstellt, mit bloßem Auge aber nicht sichtbar sind.

An dieser Stelle möchte ich den Focus mal auf unser Beobachtungsorgan, das Auge, lenken. Den wenigsten Menschen ist bewußt, daß wir im gesamten Tierreich eines der besten Beobachtungsinstrumente besitzen. Der Mensch ist in Sachen Farbsehen an der Spitze der Evolution. Unser Auge besitzt die äußerst seltene Eigenschaft des trichromatischen Sehens (=3 Grundfarben). Andere Tiere, wie auch Hunde und Katzen besitzen nur bichromatisch Sehen (=2 Grundfarben). Andere gar nur monochromatisches Sehen.
Eine genauere Abhandlung darüber ist hier zu finden : http://www.primata.de/thema/05_farbsehen.php

Ich würde hier gern mehr über Techniken erfahren, die es Kameras heute erlaubt den Farbbereich so zu erweitern , daß wir in der Lage sind kürzere Wellenlängen (Rönten und Gammastrahlen) wie auch längere Strahlung (Wärmebilder) aufzunehmen.

Dazu würde mich speziell bei den Wärmebildkameras interessieren, warum die Sensoren tiefstgekühlt sein müssen um hochqualitative Bilder aufzunehmen.

Offline Ruhri

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Re: Farben
« Antwort #1 am: 27. Februar 2011, 11:59:17 »
Du hast allerdings zu erwähnen vergessen, dass manche Tierarten sogar vier oder fünf Farben sehen können.

websquid

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Re: Farben
« Antwort #2 am: 27. Februar 2011, 13:29:49 »
Vom Farbsehen her sind wir sogar nur den meisten Säugetieren überlegen. Alle anderen Wirbeltiere sehen 4 Farben :)

Offline klausd

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Re: Farben
« Antwort #3 am: 27. Februar 2011, 13:33:00 »
4? Wir haben doch nur Sehzäpfchen für 3 Farben?  Wir sind wir dann "überlegen"?

websquid

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Re: Farben
« Antwort #4 am: 27. Februar 2011, 13:36:53 »
Einfach mal hier nachlesen: http://www.scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2011/02/warum-die-dinosaurier-wahrscheinlich-an-der-farbenblindheit-schuld-sind.php

Und nein, wir sind eben nicht überlegen (zumindest den meisten Tieren gegenüber nicht) :)

Online Schillrich

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Re: Farben
« Antwort #5 am: 27. Februar 2011, 14:50:43 »
Hast du aber oben geschrieben  ;):

Vom Farbsehen her sind wir sogar nur den meisten Säugetieren überlegen. Alle anderen Wirbeltiere sehen 4 Farben :)
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

Und die Antwort auf die unbekannte Frage hieß auch gar nicht 42, sondern SpaceX. (Pirx/Thomas)

websquid

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Re: Farben
« Antwort #6 am: 27. Februar 2011, 15:17:02 »
Bitte genau lesen ;):
Lies dir das Zitat nochmal durch....

Und dann begründe schlüssig, warum du Wirbeltiere nicht als Tiere betrachtest ;)

Online Schillrich

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Re: Farben
« Antwort #7 am: 27. Februar 2011, 15:20:52 »
"nur" ... ok  ... Asche auf mein Haupt  :-[


Ich könnte mich jetzt natürlich herausreden: klar formulieren, ohne Falltüren ;) ... aber tue ich nicht, nein, bestimmt nicht, gar nicht :D.
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

Und die Antwort auf die unbekannte Frage hieß auch gar nicht 42, sondern SpaceX. (Pirx/Thomas)

websquid

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Re: Farben
« Antwort #8 am: 27. Februar 2011, 16:47:34 »
OK, beenden wir mal die Biologiediskussion, die ist ausgereizt ;D

Nun zur eigentlichen Frage:

Kameras verwenden im Normalfall Fotodioden. Die Wellenlänge, die diese detektieren können, ist vom verwendeten Material abhängig. Für sichtbares Licht ist das zum Beispiel Silizium, für nahes Infrarot Germanium oder Indiumgalliumarsenid.

Für mittleres Infrarot verwendet man Cadmiumtellur- oder Germaniumgold-Legierungen. Diese muss man herunterkühlen, weil bei Raumtemperatur die thermische Bewegung der Elektronen ausreichen kann, um Strom fließen zu lassen.

Offline Meagan

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Re: Farben
« Antwort #9 am: 01. März 2011, 19:33:30 »
Also liegt der hohe technische Aufwand an der noch unvollkommenen Technik.

Irgendwie ist es nicht zufriedenstellend, wenn man so einen hohen Aufwand mit der Kühlung betreiben muß, nur um gute Bilder zu erhalten.

Vielleicht sollten wir die Natur als Vorbild nehmen. Speziell die Grubenottern. Deren Grubenorgan ist in der Lage Temperaturschwankungen von 0,003 Grad zu erkennen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Grubenorgan

Solche Ionenkanäle wie bei Schlangen, die an künstliche Nerven (sensoren) angeschlossen werden, müssen doch technisch auch herstellbar sein. Die Anwendungspalette billiger(er) Thermokameras ist riesig. Damit ließen sich nicht nur Gebäude überwachen, sondern auch unzählige Vulkane. Und vielleicht sogar mal das uns umgebende Weltall. Ein lohnendes Forschungsfeld ist das allemal !


websquid

  • Gast
Re: Farben
« Antwort #10 am: 01. März 2011, 19:43:02 »
Naja, die Grubenottern können aber auch erst oberhalb von etwa 270 Kelvin aktiv sein, vorher frieren deren Sensoren ein. In dem Bereich können sie zwar so feine Schwankungen feststellen, aber nicht im absolut niedrigen Temperaturbereich. Eine Infrarotquelle von 4 Kelvin wäre für die schlicht unsichtbar.

Offline Gertrud

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Re: Farben
« Antwort #11 am: 27. November 2017, 15:20:51 »
Hallo Zusammen,

Welche Farben könnte der Mensch auf einem anderen Planeten wahrnehmen.?

Seltsamerweise sah ich nach der Diskussion im Opportunity-Thread, wie der Mensch auf anderen Planeten die Farben sehen würde, ein Buch über die Kraft der Farben  und habe es natürlich auch durchgelesen.

Unser Körper ist nicht ganz so einfach gebaut, wie sich es der Mensch oft wünscht.
Unsere Augen sehen mit/durch die Wellenlängen die Farben.
Unsere Augen werden auf der Erde zu vielfältigen Täuschungen verleitet.

Aus dem Buch gebe ich einige Beispiele zur Erläuterung kurz wieder.
Die Inhaberin einer Boutique für weiße Wäsche stricht die Wände in blau. (Seite 30)
Das Ergebnis war: durch die blaue Farbe erschien die weiße Wäsche gelblich.

Nach der Pleite eröffnete die Frau einen Kosmetiksalon.
Den Raum hatte sie in einen kräftigen Himbeerton, der ins Rote reichte, gehalten.
Sie stellte anschließend einen großen Spiegel an die Wand, in dem wurden die Kunden mit einem grünlichen Teint wiedergegeben.
Dieser Effekt wird Wasserfarbeneffekt genannt.
http://www.die-scheune.info/wasserfarbeneffekt-nach-pinna/

Jetzt möchte ich zu den anderen Bewohnern der Erde kommen,
bei denen es das Wort „blau“ nicht gibt, da sie blau nicht gut sehen können. (Seite 33.)
Die Wissenschaftler haben erforscht, dass die Bewohner in den Tropen dreimal so viel den ultravioletten Strahlen (UV-B-Strahlen) ausgesetzt sind,  wie Menschen in den nördlichen Breiten. Wenn man über längere Zeit UV-B Strahlen ausgesetzt ist, wird das Auge dauerhaft verändert.
Die Linse trübt sich zu ihrem Schutz ein und wird gelblich. (Pigmentierung der Makula),
dies kann zu einer Blindheit gegenüber kurzer Wellenlängen, der Farben blau oder Gelb, führen.

Die Forscher testeten, wie die Menschen aus dem Westen mit gelblich gefärbten Linsen sehen. Diese Testpersonen sahen auch keine Blautöne mehr. Sie benannten die Farben genauso, wie die Menschen, die der starken UV-B-Strahlung ausgesetzt waren.

https://www.blickcheck.de/auge/krankheiten-und-sehstoerungen/sehstoerungen/farbenblindheit/tritanopie-und-tritanomalie/

So kann es durchaus möglich sein, dass der neu angekommene Mensch auf dem Mars nie den Himmel blau sehen wird. Und da der Mars über kein einheitliches Magnetfeld verfügt, ist der Mensch dort den Strahlen noch extremer ausgesetzt wie auf der Erde.
https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=4087.msg356626#msg356626


Titel: Die unglaubliche Kraft der Farben
ISBN:978-3-446-44475-1
Autor : Jean-Gabriel Causse

Eine Leseprobe des Buches:
https://files.hanser.de/hanser/docs/20150708_2157814524-49_978-3-446-44475-1-Leseprobe.pdf

Ob in Jahren hier eine Aussage zu den Farben von einem Besucher auf dem Mars zu lesen ist.?

Mit gespannten Grüßen
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
***
Die Gabe des Staunens lässt uns die Welt aufgeschlossener sehen und ihre Wunder würdigen. (Richard Henry Lee)

Offline MpunktApunkt

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Re: Farben
« Antwort #12 am: 27. November 2017, 17:31:56 »
Die Wissenschaftler haben erforscht, dass die Bewohner in den Tropen dreimal so viel den ultravioletten Strahlen (UV-B-Strahlen) ausgesetzt sind,  wie Menschen in den nördlichen Breiten. Wenn man über längere Zeit UV-B Strahlen ausgesetzt ist, wird das Auge dauerhaft verändert.
Die Linse trübt sich zu ihrem Schutz ein und wird gelblich. (Pigmentierung der Makula),
dies kann zu einer Blindheit gegenüber kurzer Wellenlängen, der Farben blau oder Gelb, führen.

Die Forscher testeten, wie die Menschen aus dem Westen mit gelblich gefärbten Linsen sehen. Diese Testpersonen sahen auch keine Blautöne mehr. Sie benannten die Farben genauso, wie die Menschen, die der starken UV-B-Strahlung ausgesetzt waren.

So kann es durchaus möglich sein, dass der neu angekommene Mensch auf dem Mars nie den Himmel blau sehen wird. Und da der Mars über kein einheitliches Magnetfeld verfügt, ist der Mensch dort den Strahlen noch extremer ausgesetzt wie auf der Erde.

Ob in Jahren hier eine Aussage zu den Farben von einem Besucher auf dem Mars zu lesen ist.?

Mit gespannten Grüßen
Gertrud

Hallo Gertrud,

danke für deine Ausschnitte aus dem Buch. Die vergilbte Wäsche fand ich witzig. ;)

Deine Aussage das Neuankömmlinge den Marshimmel allerdings aufgrund des UV-B Effekts nie blau sehen werden passt nicht so ganz. Der Effekt tritt bei dauerhafter UV-B Strahlung auf. Diese erleiden die Marsonauten aber erst wenn sie schon angekommen sind. Also wird für die der Marshimmel ehr immer weniger blau (was man wahrscheinlich aus Gewohnheit gar nicht merkt).

Viele bunte Grüße

Mario
Wenn Du heute morgen schon sechs unmögliche Dinge getan hast, warum dann nicht als siebentes zum Frühstück ins Milliways, das Restaurant am Ende des Universums?

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