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Autor Thema: TESS - Transiting Exoplanet Survey Satellite  (Gelesen 16142 mal)

Offline websquid

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Re: TESS - Transiting Exoplanet Survey Satellite
« Antwort #25 am: 30. Juli 2017, 21:33:50 »
hält NASA den Verlust an Performance (ca 10%) für verschmerzbar und will die Kameras vorerst nicht nachbessern.
Hier wäre vielleicht angebracht auch zu erwähnen, welche Performance eigentlich gemeint ist - laut Artikel werden 10% weniger Planeten entdeckt werden können als bislang geschätzt.

Online Schillrich

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Re: TESS - Transiting Exoplanet Survey Satellite
« Antwort #26 am: 11. Januar 2018, 09:42:19 »
Der Orbit von TESS wird spannend sein: ein sog. P/2-Orbit, hoch elliptisch zwischen Erde und Mond und gezielt in einer 2:1-Ressonanz zum Mond. Dieser soll lange stabil sein, hohe Datenraten im Perizentrum bieten und im äußeren Bereich mit gutmütigen und stabilen Temperatur- und Strahlungseigenschaften und langen Beobachtungszeiten glänzen.

Das mit der Stabilität hat mich interessiert. Offenbar steuer man ein Phasing auf dem Orbit an, dass sich TESS alle 13,7 Tage im Apozentrum im Wechsel +90° vor und -90° hinter dem Mond befindet. Die Resonanz lässt den Mond dann über die Orbits hinweg "symmetrisch" nach links und rechts ziehen.

Man nimmt also mal nicht einen Orbit  am L2 oder einen "Trailing"-orbit wie Kepler. Außerdem soll der Einflug in den Orbit offenbar (tbc) mit einem Mond-Flyby geschehen, um sich dort etwas Drehimpuls zu holen.
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

Und die Antwort auf die unbekannte Frage hieß auch gar nicht 42, sondern SpaceX. (Pirx/Thomas)

Online Schillrich

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Re: TESS - Transiting Exoplanet Survey Satellite
« Antwort #27 am: 11. Januar 2018, 09:45:25 »
Die Grafik hier zeigt das alles:

- 2x hohe grüne Ellipses nach dem Start, bis zum Mond
- Mondflyby erweitert dann die Ellipse zur gelben Ellipse
- in der roten Endkonfiguration erreicht TESS sein Apozentrum, wenn der Mond die +/- 90° davor/dahinter steht.


Da haben sie sich wieder was ausgedacht ...


Bild: NASA
« Letzte Änderung: 11. Januar 2018, 14:36:10 von Schillrich »
\\   //    Grüße
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Und die Antwort auf die unbekannte Frage hieß auch gar nicht 42, sondern SpaceX. (Pirx/Thomas)

Offline Duncan Idaho

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Re: TESS - Transiting Exoplanet Survey Satellite
« Antwort #28 am: 15. Februar 2018, 22:12:25 »
Start von TESS ist jetzt NET 16.04.18.
https://www.nasa.gov/content/about-tess

Haben wir da noch keinen Lauch Thread?

Edit:
Hintergrund der Verspätung:
"Erklärung der NASA für die TESS-Startverzögerung: "SpaceX hat zusätzliche Zeit für die Hardware-Bereitschaft angefordert und um die NASA-Start-Missionsanforderungen zu erfüllen."
https://twitter.com/jeff_foust/status/964272551512993792

Edit2:
Ich hab mir gerade mal den WIKI Artikel durchgelesen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Transiting_Exoplanet_Survey_Satellite
Spannende Sache, ich denke das die erste Durchmusterung des kompletten Himmels mit der Transitmethode.
Freue mich schon auf die Daten.
Und die Funde!
« Letzte Änderung: 16. Februar 2018, 17:18:52 von Duncan Idaho »
#I NEVER WANT TO HOLD/SCRUB AGAIN.

Offline Stefan307

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Re: TESS - Transiting Exoplanet Survey Satellite
« Antwort #29 am: 17. Februar 2018, 21:20:59 »
Die Grafik hier zeigt das alles:

- 2x hohe grüne Ellipses nach dem Start, bis zum Mond
- Mondflyby erweitert dann die Ellipse zur gelben Ellipse
- in der roten Endkonfiguration erreicht TESS sein Apozentrum, wenn der Mond die +/- 90° davor/dahinter steht.


Da haben sie sich wieder was ausgedacht ...


Bild: NASA

Mond Fly-By's halte ich ja für absolut unterschätzt. Solche Misionsprofile sind einfach nur "elegant" dagegen wäre doch absolut "primitiv" einfach eine größere Rakete zu nehmen.

MFG S

Offline Duncan Idaho

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#I NEVER WANT TO HOLD/SCRUB AGAIN.

Offline Hugo

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Re: TESS - Transiting Exoplanet Survey Satellite
« Antwort #31 am: 14. April 2018, 11:15:28 »
Was mir nicht ganz klar ist: Der gesamte Himmel wird von TESS in 26 Sektoren eingeteilt. TESS beobachtet zu einem gegebenen Zeitpunkt immer nur einen dieser Sektoren. Im ersten Jahr die 13 Sektoren des Nordhimmels, im zweiten Jahr die 13 des Südhimmels. D.h. TESS entgehen 96% aller Transits die in diesen 2 Jahren stattfinden (exakter vielleicht 95%, da sich am Nord- und Südpol die Sektoren überlappen).
Auch wenn die Frage schon lange her ist.

Ja, das ist korrekt. Tess entgeht viel. Aber das ist nicht schlecht daß ihm viel entgeht, sondern es ist genial, daß er auch gleichzeitig viel sieht. Man darf hier nicht schauen, was möglich wäre, sondern man muss schauen, was gemacht wird. Man kauft sich ja auch LED-Lampen, weil sie besser sind als "Bind-Faden-Lampen". Daß aber eine LED 70% vom Strom verschwendet, ist jedem egal. Weil es derzeit das beste ist, was es gibt.

Früher konnte man mit einem Teleskop eine einzige Sonne anschauen und beobachten. TESS beobachtet 5% des gesamten Himmels gleichzeitig. Er sieht gleichzeitig tausende von Sternen. Statt nur einen einzigen. An den Polen überlappen sich die Bereiche, somit sind hier ganz andere Beobachtungen möglich. Das ist absolut genial, was TESS sehen kann.






Hm, scheint wirklich so zu sein. Das Teil findet zuverlässig entsprechend nur Planeten mit einer Umlaufzeit von maximal 13,5 Tagen.
Tess wird alles sehen was in der Zeit passiert. Es wird genau so Planeten mit einer Umlaufzeit von 100 Tagen sehen wie welche mit einer Umlaufzeit von 1000 Tagen. Natürlich wird er auch einige Übersehen, aber das ist zweitrangig. Wichtig ist nur, wie viele er sehen wird, und die Summe ist riesig.
Selbst, wenn man einen Planeten nur 1x sieht, man wird ja das Ergebnis speichern. Natürlich weiß man jetzt die Umlaufzeit noch nicht. Aber man hat die Daten gespeichert. Wenn man jetzt den Stern weiter beobachtet und in der Zeit nicht sieht, dann wird auch das gespeichert werden. Und jetzt kommt das beste: Man kann mit der zweiten Beobachtung die Umaufzeit Mathematisch eingrenzen. Denn man hat ja nicht "nichts" gesehen, sondern man hat gesehen, daß der Umlauf nicht statt fand. Und das ist etwas.
Wenn TESS einmal jeden Sektor gescannt hat, wird er ja auch weiter arbeiten. Er wird jetzt Sektoren doppelt beobachten. Man wird damit eine riesige Datenbank aufbauen und so viele Planeten wie möglich versuchen zu berechnen.

Offline SFF-TWRiker

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Re: TESS - Transiting Exoplanet Survey Satellite
« Antwort #32 am: 14. April 2018, 14:16:49 »
Das Problem ist, dass Phänomene, die nur 2x beobachtet werden, nur als Kandidaten eingestuft werden.
Laut den Zahlen der Kepler HP wurden bei Kepler und K2 bisher zusammen 2652 Planeten bestätigt und 2724 werden als Candidates eingestuft.
Die 2652 Planeten sind übrigens 70,6% der 3758 Exoplaneten die heute bei exoplanet. eu geführt werden

Ich habe mir eine große Stichprobe (1000) angesehen. Von diesen 1000 hatten, soweit überhaupt die Umlaufperiode bekannt ist, 536 eine Umlaufzeit < 14.0 Tage.
Da die Transitmethode den größten Anteil, siehe oben hat, sind bei der überwiegenden Zahl auch nur die Durchmesser und die Umllaufzeit bekannt.

Aufgrund der Kepler-Daten bei ca 160.000 Sternen hatte man bei 1/60,3 einen bestätigten Planeten gefunden, bei 1/58,3 einen Kandidaten, also bei etwa 1 von 30 fand man ein Phänomen, bei einer Wahrscheinlichkeit mit der Transitmethode jeden 200. Planeten finden zu können.

Ich denke aufgrund dieser Zahlen kann man die Chancen von TESS einigermaßen abschätzen.

Edit:
TESS untersucht 90 % einer Hohlkugel: Kugel mit Radius 300 Lichtjahre = 113,1 Millionen Lichtjahre³
minus
Kugel mit Radius 30 Lichtjahre = 113100 Lichtjahre³
= Hohlkugel mit mit ~ 113 Millionen Lichthajre³,
davon 90% ~ wären 101,7 Millionen Lichtjahre³
Dabei will man 2,5 Millionen Sterne untersuchen. Dann käme ein Stern auf 40,7 Lichtjahre³, das wären Würfel von 3,45 Lj pro Stern

Auf 2,5 Millionen Sterne kämen laut wiki zu "exosolaren Planeten" 5 Millionen Planeten. Wenn jeder 200. ein Transitplanet wäre, käme man auf 25000, wenn die Hälfte eine Orbitalzeit von < 14d hätte, wären dies 12500, die man als Kandidaten entdecken könnte.

Noch ein Edit:
Wenn ich die Grafiken zu den 4 24x24° Feldern richtig deute, dann müssten je ein Feld von 12 x 12 ° südlich und nördlich der Ekliptik je ein Jahr beobachtet werden können. Das wären dann bis zu 3 Beobachtungen bei Perioden von 120 Tagen. Diese 288 Quadratgrad wären dann eine gute Stichprobe für den gesamten Himmel und Planeten mit einer Sternenentfernung bis ca 0,5 AU.
« Letzte Änderung: 15. April 2018, 22:34:03 von SFF-TWRiker »
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Offline Duncan Idaho

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Offline einsteinturm

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Re: TESS - Transiting Exoplanet Survey Satellite
« Antwort #34 am: 16. April 2018, 14:32:46 »
Was ist besser/genauer als bei Gaia?

Offline GG

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Re: TESS - Transiting Exoplanet Survey Satellite
« Antwort #35 am: 16. April 2018, 18:50:56 »
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Offline websquid

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Re: TESS - Transiting Exoplanet Survey Satellite
« Antwort #36 am: 16. April 2018, 20:19:42 »
Was ist besser/genauer als bei Gaia?
TESS und Gaia haben vollkommen andere Funktionsprinzipien, daher kann man einen solchen Vergleich gar nicht anstellen.

Offline Duncan Idaho

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Re: TESS - Transiting Exoplanet Survey Satellite
« Antwort #37 am: 24. April 2018, 01:26:40 »
TESS gehts gut, alles im Plan.

Zitat
Yesterday @NASA_TESS performed star tracker to gyro / Reaction Wheel Assemblies (RWA) calibration. Observatory is performing great with no issues. #TESS
Zitat
Gestern hat TESS die Kalibrierung vom Sterntracker zum Gyro / Reaction Wheel Assemblies (RWA) durchgeführt. Das Observatory zeigt gute Ergebnisse ohne Probleme.
https://twitter.com/NASA_TESS/status/988450606087057408
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Offline Duncan Idaho

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Re: TESS - Transiting Exoplanet Survey Satellite
« Antwort #38 am: 18. Mai 2018, 17:43:57 »
Aufnahme einer der vier Kameras.
Beta Centauri Überstrahlt am Unteren Rand.


https://twitter.com/TESSatMIT/status/997496162591617024
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Offline SFF-TWRiker

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Re: TESS - Transiting Exoplanet Survey Satellite
« Antwort #39 am: 18. Mai 2018, 19:24:30 »
Hadar (beta Centauri) hat 0,61 mag. Relativ nahe steht kappa Centauri mit 3,1 mag. Es wäre für Vergleiche gut zu wissen, welcher Sterns das ist. Mit einer mag-Differenz von 2,5 ist beta ca 10x heller als kappa. Stellt das Foto 24x24° dar?

Edit:
Sorry, habe mich auf einer Sternkarte verguckt: kappa Centauri ist sehr nahe bei beta Lupi.
 Aber nahe bei beta Centauri wären auch alpha, oder zur anderen Seite das Kreuz des Südens. Ist das mit auf dem Bild?
 Alpha müsste ja erst recht das Bild überstrahlen.
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