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Autor Thema: GEO-Tower  (Gelesen 1512 mal)

Offline Schillrich

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GEO-Tower
« am: 13. September 2017, 15:09:49 »
In dieser Meldung wird kurz ein Konzept von ATK skizziert: GEO-Tower
http://spacenews.com/fully-automated-satellite-assembly-lines-not-quite-yet/

So wirklich viel steht da nicht. Auch im Internet findet sich sonst nichts dazu ... aber ATK soll das gerade prüfen:
  • "multiple-decade-type application that would provide all of the backbone for communications payloads… just like a cell tower today"
    Also ein große Plattform im Orbit, die viele Jahrzehnte in Betrieb ist und auf der man verschiedenste Nutzlasten installieren und austausch kann ... ähnlich einem Mobilfunkturm heute
  • ATK scheint das in sein Konzept des in-Orbit-Servicing und in-Orbit-Manufacturing zu integrieren. Wenn es so eine Plattform gibt, muss sie auch von Robotern/Tugs versorgt und betreut werde.
Also das wäre schon ein Paradigmenwechsel bei der Orbitinfrastruktur. Früher hat man sich solche Dinge als große, bemannte Stationen vorgestellt ... und das war schon in den 60ern wieder obsolet, bevor es real wurde. Heute haben wir kleine, dedizierte Plattformen im Orbit und gerade kommt eine "fire&forget"-Komponente für preiswerte, schnell zu ersetzende Plattformen hinzu. ATK holt hier die alten Dinge zurück und versucht neue Technologie zu integrieren, um Nutzlastentechnologien schnell austauschen zu können.

Ob das was wird?
\\   //    Grüße
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Und die Antwort auf die unbekannte Frage hieß auch gar nicht 42, sondern SpaceX. (Pirx/Thomas)

Offline Sensei

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Re: GEO-Tower
« Antwort #1 am: 13. September 2017, 16:00:35 »
Diese gegenläufigen Tendenzen müssen sich nicht ausschließen.
Bei einem größeren Kuchen könnte es sein dass trotz Ausdifferenzierung noch genug für alle bleibt.

Offline der_Keek

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Re: GEO-Tower
« Antwort #2 am: 13. September 2017, 16:07:37 »
Auch kleine Instrumente können sich über eine Plattform mit großen Solarzellen, hoher Datenrate , hoher Ausrichtgenauigkeit und Rechenleistung freuen.

Könnte interessant sein, für Leute denen die ISS zu kompliziert ist.

Offline Schillrich

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Re: GEO-Tower
« Antwort #3 am: 13. September 2017, 16:08:15 »
Sich zu diversifizieren und eine eigene "Nische" zu schaffen, ist eine valide Geschäftspolitik ... wenn die Nische da ist, hat man gewonnen.

Diese Nische scheint aber mit relativ viel Aufwand verbunden zu sein:
- neue, große Plattformtechnologie im Orbit, noch zu entwickeln
- Servicing-Technologie im Orbit, noch zu entwickeln
- Manufacturing-Technologie im Orbit, noch zu entwickeln
- neuen Markt aufbauen, mit neuen Kunden, die sich da oben "einkaufen".

Ob Orbital das alleine stemmen kann? Bis damit Umsatz gemacht wird, dürfte dauern.
\\   //    Grüße
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Und die Antwort auf die unbekannte Frage hieß auch gar nicht 42, sondern SpaceX. (Pirx/Thomas)

Offline Schillrich

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Re: GEO-Tower
« Antwort #4 am: 13. September 2017, 16:33:50 »
Sinnvolle Fragen, um das Potenzial zu verstehen, könnten sein:
  • Welche Technologien brauchen (geometrisch) große Architekturen (so dass sie nicht auf einen Satelliten und einen Träger passen)?
  • Welche Anwendungen brauchen die Fähigkeit zum schnellen und flexiblen Wechsel/Austausch ihrer Technologie?
Große Architekturen passen zu großen Apperturen:
  • große Antennen für Funk und Radar, nach innen und nach außen
  • große Optiken/Spiegel für Beobachtungen nach innen und außen
  • Anwendungen mit hohem Leistungsbedarf --> große Flächen für Solarzellen und Radiatoren
Schnelle technologische Weiterentwicklung und Austausch passen zu:
  • Anwendungen mit umfangreichem Processing an Bord
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

Und die Antwort auf die unbekannte Frage hieß auch gar nicht 42, sondern SpaceX. (Pirx/Thomas)

Offline McPhönix

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Re: GEO-Tower
« Antwort #5 am: 13. September 2017, 21:40:09 »
Ich sag mal ganz naiv - wer als Erster da eine Plattform aus 15 Tonnen großen Einzelteilen, leicht (fast von allein einrastend) zusammensetzbar, hochschießt, hat gewonnen. Dazu bei jedem Transport alle Lücken mit 5 Tonnen "notwendigem Kleinkram" gefüllt. Die Teile nach dem Baumarkt prinzip mit 'ner Menge Stellen, wo man was anschrauben kann.
Danach noch 2 x 20 Tonnen riesige Solarpaneels mit Regelung und einem universellen Anschluß.
Und dann anbieten und kassieren.
Scheint mir mit heutigen Mitteln machbar (z.B. Proton) Das Problem sind wohl auch nicht die EVA's , sondern die Logistik....
Ich habe keine Angst vor Aliens. Solange sie über uns lachen wegen dem kleinkarierten Raketengefummel auf der Erde, tun sie uns nix.

Offline MpunktApunkt

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Re: GEO-Tower
« Antwort #6 am: 13. September 2017, 21:57:01 »
Ich sag mal ganz naiv - wer als Erster da eine Plattform aus 15 Tonnen großen Einzelteilen, leicht (fast von allein einrastend) zusammensetzbar, hochschießt, hat gewonnen. Dazu bei jedem Transport alle Lücken mit 5 Tonnen "notwendigem Kleinkram" gefüllt. Die Teile nach dem Baumarkt prinzip mit 'ner Menge Stellen, wo man was anschrauben kann.
Danach noch 2 x 20 Tonnen riesige Solarpaneels mit Regelung und einem universellen Anschluß.
Und dann anbieten und kassieren.
Scheint mir mit heutigen Mitteln machbar (z.B. Proton) Das Problem sind wohl auch nicht die EVA's , sondern die Logistik....

Auch wenn es etwas "fanboyhaftig" klingt, ich denke, das wäre ein gute Job für wiederverwertbare Träger der Firma SpaceX.

Gruß

Mario
Wenn Du heute morgen schon sechs unmögliche Dinge getan hast, warum dann nicht als siebentes zum Frühstück ins Milliways, das Restaurant am Ende des Universums?

Offline Dominic

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Re: GEO-Tower
« Antwort #7 am: 20. September 2017, 14:41:13 »
Aufrüstbare, modulare und multifunktionale Raumplattformen habe speziell im GEO gegenüber konventionellen anwendungsspezifischen Satelliten sicherlich einige Vorteile. Auf lange Sicht kann man so durch das Teilen einer gemeinsamen, universell (wieder-)verwendbaren Energieversorgungs- Lageregelungs- und zum Teil auch Kommunikationsinfrastruktur Nutzlast einsparen.

Besonders interessant wird es wenn man auch ein wiederverwendbares System zum Transport von Nutzlast vom LEO zur Raumplattform im GEO hätte und zur Installation der Module dort. In Frage kommen etwa Tether-Systeme oder Weltraumschlepper (eventuell etwa Solar-Elektrische). Im Idealfall sollten die Module an die Raumplattform gekoppelt werden können ohne das Sie ein eigenes Antriebssystem brauchen. Die Raumplattform sollte auch gewartet werden können, idealerweise durch Roboter, fallweise auch durch Astronauten. Mit einem Tethersystem könnte es auch gelingen bemannte Raumkapseln in akzeptabler Zeit relativ Preiswert zu solchen Plattformen zu befördern.

Offline Schillrich

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Re: GEO-Tower
« Antwort #8 am: 09. Oktober 2017, 16:05:07 »
Airbus scheint sich auch mit so eine Architektur zu befassen: LEO Hub und GEO Hub.
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