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Sonderbereich => Rosetta Spezial => Thema gestartet von: Charley Ke am 18. Februar 2015, 10:35:35

Titel: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Charley Ke am 18. Februar 2015, 10:35:35
Hallo Freunde.
Vor einigen Tage entdeckte ich dieses Foto bei der ESA. Es zeigt einen Bereich der Oberfläche vom Kometen  67P/Tschurjumow-Gerasimenko, der eine sehr interessante Schicht-Struktur aufweist. Ich habe den Bereich aus dem Originalfoto vergrössert. Es würde mich sehr interessieren, wie diese "Stufungen/Schichtungen" entstanden sind. Hat jemand eine Idee? Wie so etwas auf der Erde oder dem Mars entsteht, weiß ich. Doch auf einem Kometen? Bin da überfragt. Gruss, Charley Ke.
Foto Co/Esa

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up044454.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-26171634/14_February_close_flyby_14_15_GMT---Kopie.jpg.html)
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: krassus kraftlatz am 18. Februar 2015, 12:56:56
Wie wäre es damit:
DerKomet sammelt den Staub aus dem eigenem Schweif wieder auf. Aus der Anzahl der Schichten kann man 
die Sonnenannäherungen ableiten.
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Schillrich am 18. Februar 2015, 14:08:13
Wie entstehen solche "Falten" in irdischem Gestein? Kommt das durch Erosion oder durch Bewegungen/Kräfte im Boden?

Falls letzteres der Fall ist, könnte das hier auf Kräfte im Körper  bzw. Bewegungen der einzelnen Teile zueinander hindeuten.


"Staub wiederaufsammeln", kann ich mir nicht vorstellen. Netto werden Kometen ja leichter und verlieren Masse. Der Schweif eines Kometen macht ja deutlich, dass das Material davon geweht wird. Selbst wenn da etwas zurücksinken sollte, kann das den Erosionseffekt in Summe nicht aufwiegen.
Das müsste ja ein zyklischer Prozess sein. In der warmen Phase seines Orbits verliert der Komet Materie, die dann in der kalten Phase noch vor Ort sein muss und wieder auf ihm landet, usw. ... Die Gravitation eines Kometen ist gering, bzw. seine Einflusssphäre ist klein. Da kommt "flüchtendes Material" schnell raus und verschwindet in der "Unendlichkeit", wo dann andere Effekte die dynamische Oberhand gewinnen, u.a. der Sonnenwind.
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Charley Ke am 18. Februar 2015, 15:25:22
Krassus, der Witz war gut. Aber wieder Ernst. Auf der Erde entstehen solche Schichtungen durch Sedimentation, sprich übereinanderlagern von Material. Sind verschiedene Dichten, bzw Härten mit vom Spiel, erodieren sie später auch unterschiedlich. Das kann durch Wasser, aber auch durch Wind geschehen. Die härteren Schichten bleiben logischerweise länger erhalten. Das sehen wir im Moment auf dem Mars sehr gut. Winderosion. (Fotos von Curiosity) Auf der Erde kann ich als Beispiel den Grand Canyon nennen. Hier hat Wasser die Erosion bewirkt. Doch wer machts auf dem Kometen? Eine Möglichkeit wäre, wenn unterschiedliche Materialhärten bestehen, könnte durch Ausgasung in Sonnennähe wohl so etwas entstehen. Sicher bin ich mir da aber nicht. Ich kenne mich nur auf der Erde, bzw Mars aus. Dort ist es nachvollziehbar. Es kommt dabei aber auch zum Tragen, diese Dinge sind noch sehr neu. Da hat die Forschung noch Arbeit zu leisten. Doch als Denkanstoß ist das schon mal ein Anfang.
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: akku am 18. Februar 2015, 15:27:52
zusammenbrechende ausgegaste hohlräume
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Charley Ke am 18. Februar 2015, 15:35:17
Möglich. Eine Augasung, bedingt ein späteres absenken. Neue Ausgasung, neues Absenken. Hmmm. Ich meine aber nicht die runden Einbrüche, sondern oben die langen Schichtungen. Das sieht mir nicht nach Einbrüchen aus. Grübel
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Charley Ke am 18. Februar 2015, 15:43:11
Hier ist noch einmal eine Gegenüberstellung. Komet/Mars.

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up044453.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-26174000/page.jpg.html)
Foto Co/ ESA/NASA/JPL/MSSS
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Ensi am 19. Februar 2015, 00:02:38
Wie schon erwähnt wurde, würde man bei solch einer Bänderung auf der Erde ein Sedimentgestein erwarten. Vielleicht entstand sie auf 67P schon bei der Bildung des Kometen durch Akkretion von Staub....

mfg Ensi
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: roger50 am 19. Februar 2015, 00:36:45
N'abend,

ich glaube, die sichtbare Schichtung führt zur Frage: wie sind die Kometen entstanden?

Gestehe, bin da Dummi. Sind Kometen Bruchstücke aus dem frühen Bildungsprozess von Sternen/Planeten? Oder Zusammenballungen aus interstellarem Staub/Material?

Die Schichtung würde sich wohl nur durch direkte Untersuchungen 'vor Ort' klären lassen. Oder?

Gruß
roger50

Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 19. Februar 2015, 21:36:34
Wie wäre es damit:
DerKomet sammelt den Staub aus dem eigenem Schweif wieder auf. Aus der Anzahl der Schichten kann man 
die Sonnenannäherungen ableiten.
Sedimentgestein auf Kometen, ihr habt sehr wahrscheinlich recht!

Habe schon eine Menge solcher Sedimentschichten im Studium, auf meiner irdischen Arbeit und beim Fossiliensammeln gesehen. Zyklische Ablagerungen von Feinmaterial, der Wechsel von viel und wenig Ablagerung wird durch sich veränderte "Umelt"- Kometenbedingungen verursacht.

Windablagerungen nennt man z. B. äolisch und es gibt noch Ablagerung durch Meteoriten und Mikrometeoriten, aber wären die so Zyklisch, z.B. bei Aufsammeln von Material in der Oort-Wolke?
Gibt es stärkeren Wind auf der Kometenoberfläche, meine paralell zur Oberfläche?

Arten von Sedimentgesteinen nach Ablagerungsart:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sedimente_und_Sedimentgesteine#Nach_Ablagerung (http://de.wikipedia.org/wiki/Sedimente_und_Sedimentgesteine#Nach_Ablagerung)

He,He, haben wir hier etwa eine neue Art der Sedimentation gefunden?  ;)

Zudem scheinen einige Schichten stärker zu erodieren, entweder wegen verdampfendem Anteil oder stärkerem Ausrieseln von Feinanteilen bei Absenken des Vordergrundes.
Absenkung calderenartiger Bereiche durch unterirdisches Sublimieren mit Ausgasung durch Spalten

Auch mit den Kometenumläufen liegt krassus kraftlatz gut, denke ich. Die Umweltbedingungen ändern sich dort (genau wie auf der Erde) durch die Sonnenentfernung, starke und schwache Ausgasung bedingt starke und schwache Koma bedingt unterschiedliche Erd...., nee Sedimentschichten durch wiedereinfang von Partikeln.

Erst dünne Schichten, wenig Aktivität, dann dicke schichten, viel Aktivität. Jahreszeiten von elliptischen Umlaufbahnen meist Frühling Sommer Herbst und Winter.

Fühling: Aktivität steigert sich: Mittlere Ablagerungsrate
Sommer: Starke Aktivität: Starke Ablagerungsrate
Herbst Aktivität geht zurück: Mittlere Ablagerungsrate
Winter: Geringe bis fehlende Aktivität: Geringere Ablagerungsrate.

Also sind ein Zyklus mindestens 2-4 Schichten, auf dem Bild zähle ich ca. 40-50! Schichten,hell und dunkel (erodiert) je eine Schicht, das würde bedeuten, das hier aufgeschlossene Sedimentpaket mindestens 10- 25 Umläufe repräsentiert, unter dem Dreck im vordergrund gehen die Schichten bestimmt weiter.

Also dort würde sich 'ne Fette Kernbohrung sicher wissenschaftlich lohnen!

Willkommen in der kometaren Petrographie und Lithographie! ;D

Grüße und Glück Auf!
SiO2

Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Ensi am 20. Februar 2015, 00:03:42
Bliebe noch die Frage, sofern es sich wirklich um Sediment"gestein" handeln sollte, wann das Material akkumuliert wurde. Bisher haben wir:

1. Herabrieseln aus Auswurfsmaterial in Sonnennähe -> fehlende Akkumulation in Sonnenferne
2. Akkumulation von Schichten bei der Enstehung aus einer "Gas- bzw Dreckwolke" in der frühen Akkretionsscheibe  der Sonne.

Wäre fanatstisch darauf eine Antwort zu bekommen.

Zitat
Willkommen in der kometaren Petrographie und Lithographie! ;D

und die Stratigraphie nicht zu vergessen  ;D

mfg Ensi
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: rok am 20. Februar 2015, 09:48:39
Dass es sich um Sedimentation (gravitativ bedingte Ablagerungen) handelt steht außer Frage.

Die Frage ist, wann sich diese gebildet haben. Sicher hatte der Komet während der Entstehung eine völlig andere Umlaufbahn, so dass die "Jahreszeiten" (hier bedingt durch die unterschiedlichen Entfernungen zur Sonne) evtl. Jahrmillionen dauerten. Dadurch lassen sich auch in einer Umgebung mit wenig Materie erhebliche Schichtmächtigkeiten aufbauen.

Das würde aber bedeuten, wir schauen hier direkt auf die ältesten unveränderten Sedimente des Sonnensystems also auf Milliarden Jahre alte aber frische Ablagerungen.

Andererseits kann der Komet auch bei seinen jetzigen Umläufen ausreichend Material aus den aktuellen Gas- und Staubemissionen wieder einfangen und ablagern. Die Materieablagerungen finden selbstverständlich nur auf "festem Boden" statt, vergleichbar mit der Sedimentation auf den stabilen Erdplatten, die auch teilweise über viele Millionen Jahre relativ ungestört stattfinden kann.

Der beobachtbare Materieverlust des Kometen spricht nicht dagegen, da diese Ablagerungen nur an wenigen Stellen stattfinden und der vermutlich größere Teil des ausgestoßenen Materials in den Kometenschweifen "abdampft".  ;)

Danke, Siliziumdioxid, für deine ausführliche Darstellung und schön, dass sich hier jetzt wieder einige Geo´s rumtreiben.

Robert
 
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 21. Februar 2015, 00:22:58
hallo wieder,

Habt ihr mal ein Gesamtbild davon?
Könnte helfen, Sedimentationsbereiche von Abtragsbereichen zu trennen?
Wo liegen die Schichten genau auf der E n te?

Also auf der Erde gibt es vergleichbar? in Kalkstein -Karst- und -Dolinen-. Hier Dolinenfüllungen sind oft "well" http://www.dict.cc/englisch-deutsch/well.html (http://www.dict.cc/englisch-deutsch/well.html) geschichtet, wenn sie durchbohrt oder durch Rutsch angeschnitten werden, Abtragsbereiche sind kahl mit Felsstotzen und Sedimentationsbereiche flach/gleichmäßig von den Rändern her gefülllt und meist gut geschichtet und vergleichsweise sehr glatt. Auf dem Berg wenig Ablagerung, im Tal viel.

@rok: Ich Tippe auf neue, "rezente" Ablagerungen, die draußen von der Oort wären doch  saudick, bei wohlgemerkt extrem ellptischem Orbit, lange Umlaufzeit, welches mich mit dem wichtigem Maßstab beschäftigen lässt -

wie groß ist ein Meter in dem Bild?

Und Ja, Die Stratigraphie !
Dank und Grüße, SiO2



Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Vierer am 21. Februar 2015, 11:02:08
Hallo Siliziumdioxid, alle Antworten findest du hier.
Komet 67P/Tschurjumow-Gerasimenko « Antwort #706 am: 16. Februar 2015, 17:05:48 »
Einen Link bekomme ich mit dem Tablett leider nicht hin
Vierer
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Gertrud am 21. Februar 2015, 11:13:57
Hallo @ Siliziumdioxid,
das Gelände liegt im Imhotep- Gebiet mit dem Felsbrocken Cheops sehr leicht auszumachen.
Dieses Original- Bildmosaik aus vier Bildern des Kometen 67P / Churyumov-Gerasimenko wurde um 14:15 Uhr GMT bei dem nahen Vorbeiflug am 14.02.2015 aus einer Entfernung von 8,9 km von der Oberfläche aufgenommen. Der Abbildungsmaßstab beträgt 0,76 m / Pixel und die Mosaik hat den Maßstab von 1,35 × 1,37 km.
Größten Annäherung von ca. 6 km von der Kometenoberfläche erfolgte um 12:41 GMT.
Copyright ESA / Rosetta / NavCam - CC BY-SA 3.0 IGO
http://www.esa.int/spaceinimages/Images/2015/02/14_February_close_flyby_14_15_GMT (http://www.esa.int/spaceinimages/Images/2015/02/14_February_close_flyby_14_15_GMT)
http://blogs.esa.int/rosetta/2015/02/16/cometwatch-14-february-flyby-special/ (http://blogs.esa.int/rosetta/2015/02/16/cometwatch-14-february-flyby-special/)

Auf den Bildern aus unserer Galerie vom Komet 67P/Tschurjumow-Gerasimenko  (https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?action=media;sa=album;in=469) findest Du die Imhotep Region.


Mit den besten Grüßen
Gertrud
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Charley Ke am 21. Februar 2015, 12:33:22
Moin. Na wie ich lese, hab ich da wohl etwas sehr interessantes aufgegriffen. Danke an SiO² für Deine Ausführung. Soso.. Fossilien, da haben wir doch die gleiche Ebene, Lach. Als ich dieses Foto bei der ESA gesehen habe, musste ich gleich an das Stevens Klingt in DK denken. Habe dort selber Proben genommen, speziell von der KT- Grenze. Die stehen nun in meiner Sammlung hier. Hier auf dem Kometen sind ja auch farbliche Unterschiede zu erkennen. Gar nicht so einfach, sich vorzustellen, wie das dort wohl entstanden ist. Wie Du schon sagst, kann in der Entstehungsphase gewesen sein, dann sind es wohl die ältesten "Sedimente". Würde von da auch sehr gerne einen Bohrkern haben wollen. Schaun mer mal, wie sich die Diskussion hier entwickelt. Mit kollegialen Grüssen, Charley.
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: rok am 21. Februar 2015, 20:07:31
Moin Charley,

ich denke, das ist eines der interessantesten Bilder, die ich von dort gesehen habe. So wie dieses Plateau dort herausragt (s. Gertrud von heute) sieht es mir nicht nach einer rezenten (für nicht Geos: kürzlichen oder noch aktuellen) Entstehung aus.

Es gibt noch mehrere Stellen, die sedimentativ aussehen, bspw. der helle Block oben links. Würde man dort den Staub wegblasen, kämen auch dort Schichtungen zum Vorschein, wenn auch eher senkrecht stehend. Aber was heißt schon senkrecht bei einem derartigen zusammengeklumpten Körper.

Rechts davon sieht man übrigens die Spuren einer Lawine.

Ich finde es total faszinierend, dass sich Strukturen, die man von der Erde kennt, nicht nur auf Monden, sondern sogar auf Kometen zeigen.

Und ich frage mich, wie klein ein Körper sein muss, um keinerlei Ähnlichkeiten mit geologischen Strukturen, wie wir sie kennen, haben kann.

Robert
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 21. Februar 2015, 22:10:04
Hallo wieder,

@Gertrud, erstmal danke für die Bilder ind Infos. 0,76 m Pro Pixel!
Also ich bin baff, wenn man sich die Bilder mit den Sedimentschichten so unbedarft anschaut denkt man an ne Art Sandgrube oder so, aber nur die Wand von der wir reden ist ca. 60 - 80 m hoch :o, dass ist ein ausgewachsener Tafelberg! unter den schwarzen, überhängenden Schichten könnte man bequem herumspazieren. Da gibt es dann bestimmt auch begehbare Höhlen, juchtz, in Höhlen auf Kometen rumkrauchen,  ;D tolle Vorstellung!

Scheint ehemals Füllung einer rundlichen Struktur gewesen zu sein.

@rock, also bei 0,76 m pro Pixel sind die Schichten ja ca. 1,5-7 Meter dick! Das mit dem "rezent" von mir muss ich wahrscheinlich revidieren, obwohl das ja ein zeitlich dehnbahrer Begriff ist.

Falls die Schichten rezent wären, ginge so eine hohe Ablagerungsrate nur bei starker Sonnenannäherung (stark elliptische Umlaufbahn) mit entsprechender Ausgasung und Wiedereinfang. Angenagt ist er ja schon der Brocken.

Kann man abschätzen, wieviel Material bei Aktivität wieder eingefangen wird, heute sicherlich wenig, oder, und früher?

Gegen rezente Schichten spricht, dass die 60-m Wand überhaupt so stehenbleibt. Anfangs sind Sedimente immer sehr locker, wie eine Schicht Staub oder Sand fliest das Zeug bei geologischer Aktivität weg wie bei der Lawine nebenan. Es sind auf dem Bild also 2 Phasen der Sedimentbildung zu sehen, offensichtlich rezente Ablagerungen in der hellen Ebene um die Staublavine, und viel ältere "verbackene" Sedimente im Tafelberg.

Da hier aber wahrscheinlich eine Senke, Mulde, Doline oder änliches gefüllt wurde, muss der Urkörper selbst ja an der Stelle vor den Ablagerungen bereits verkratert oder erodiert, also alt, gewesen sein. 

Wie oft ist denn unsere Ente schon um die Sonne gezwirbelt?

@Charly, Grüße zurück!
ja, die KT-Grenze, so eine Probe würde auch gut in meine Sammlung passen, Hab allerdings mehr Kristalle, Saurierknochen, Ammoniten, Meteoriten usw.

Grüße und Glück Auf!
SiO²

PS.: Hoffentlich steckt Philae nicht in so einer rezenten Sedimentationsspalte, wo gerade die nach oben zur Sonne liegenden Kollektoren eine ideale Basis für Sedimentation liefern  :-[- betet für Staublawinen auf Philae! 
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: -eumel- am 22. Februar 2015, 01:02:36
Wie oft ist denn unsere Ente schon um die Sonne gezwirbelt?

Wir sollten die Frage präzisieren: Wir oft war der Komet schon in relativer Sonnennähe?

Die früheren Umläufe in großer Entfernung zur Sonne sind nicht so relevant, weil sie wohl keine Aktivitäten auf dem Kometen ausgelöst haben.

Die Antwort ist 8.
Wir beobachten gerade die neunte Annäherung an die Sonne bis zu einer Distanz von 1,3 AE. (1 AE = Entfernung Erde-Sonne)

Tschurjumow Gerasimenko war ein langperiodischer Komet, der zunächst der Sonne nicht so nahe kam.
Dafür aber von der Gravitation des Jupiters eingefangen wurde, die seine Bahn mehrmals veränderte und ihn dabei dichter an die Sonne brachte.
Bis 1840 betrug das Perihel (die dichteste Annäherung an die Sonne) noch 4 AE.
Danach zog Jupiter den Kometen bis auf 3 AE heran.
Die letzte Veränderung der Kometenbahn erfolgte offenbar 1959 und führte ihn im Perihel bis auf 1,3 AE zur Sonne.
Somit ist er jetzt ein kurzperiodischer Komet mit einer Umlaufbahn von 6,44 Jahren.
Perihel: 1,2432 AE
Aphel:  5,6824 AE
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Terminus am 22. Februar 2015, 10:55:11
Bis 1840 betrug das Perihel (die dichteste Annäherung an die Sonne) noch 4 AE.
Danach zog Jupiter den Kometen bis auf 3 AE heran.
Die letzte Veränderung der Kometenbahn erfolgte offenbar 1959 und führte ihn im Perihel bis auf 1,3 AE zur Sonne.

Ich finde es ja immer noch bewundernswert, dass es überhaupt möglich ist, solche Aussagen machen zu können  :D . Denn wirklich beobachten kann man ja nur den Status Quo - also den Zustand, wie er heute ist. Anders als in der Paläontologie gibt es von den früheren Umläufen keinerlei Spuren mehr, die man ausgraben und interpretieren könnte. Alles, was man hat, ist der Status Quo, also ein möglichst genaues und vollständiges Modell des Sonnensystems und seiner nächsten Umgebung zum jetzigen Zeitpunkt mit der Stellung des Kometen 67P und aller gravitations-relevanten Körper, also der Sonne und der Planeten (und vielleicht noch x weitere Körper, die irgendwann mal kurz einen messbaren Einfluss gehabt haben könnten) sowie wohl einige weitere bahnrelevante Parameter, die wohl auch mit der Zeit mehr oder weniger schwanken dürften.

Und das lässt man dann "einfach" rückwärts laufen. Da es nur ein Modell ist, dürfte es mit wachsendem Zeitabstand immer ungenauer werden. Gut, man kann es natürlich an tatsächlichen alten Beobachtungen des Körpers quasi "eichen" - das entspricht dann wohl ein wenig den Spuren aus der Paläontologie. Trotzdem finde ich es wie gesagt bewundernswert, dass man sich damit traut, über einen so kleinen, erst seit 1969 beobachteten Körper so sichere Aussagen zu machen wie "um 1840 hier", "1959 dort"  und "ist erst 8mal relativ nahe in Sonnennähe gewesen". Toll. :)
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: HausD am 22. Februar 2015, 11:16:36
Ich finde es ja immer noch bewundernswert, dass es überhaupt möglich ist, solche Aussagen machen zu können ... "um 1840 hier", "1959 dort"  und "ist erst 8mal relativ nahe in Sonnennähe gewesen". Toll.
... und er konnte es damals schon berechnen!  ... im Haupt-Geld-Verdien-Beruf Astrologe!
(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up021047.jpg)

Hut ab, HausD
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Charley Ke am 22. Februar 2015, 11:32:48
Moin. ich hatte mir bezüglich der "Sedimente" auf dem Kometen einmal so Gedankenspiele gemacht. Es mag unsinnig klingen, doch es wäre möglich. Was ist, wenn an dieser Stelle in Sonnennähe eine Ausgasung mit grösserem Materialverlust stattfand? Das umliegende Material härter und fester war? Ergebnis, es lagert sich nichts nach "oben" an, sondern senkt sich in dem Bereich nach unten ab. An den festeren Stellen bilden sich dann eine Art treppenförmige Bereiche. In Sandkuhlen kann man diesen Effekt auch sehen. Vielleicht sollte man auch das einmal in Erwägung ziehen. Denke ich da wohl zu Utopisch? Allen einen schönen Sonntag.
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: SpaceMech am 22. Februar 2015, 16:18:57
Liebe "Geo-Freaks" ,

ich will Eurer Begeisterung, auf den Bildern von 67P Formationen zu erkennen, die Euch an solche auf der Erde erinnern, ja nicht zu nahe treten - aber es handelt sich mit Sicherheit NICHT um die Ergebnisse vergleichbarer ("geo"logischer) Prozesse, dazu sind die Bedingungen zu wenig ähnlich.
Ich zitiere mal einen Kommentar zum ESA-Blogbeitrag zum close flyby (http://blogs.esa.int/rosetta/2015/02/16/cometwatch-14-february-flyby-special/ (http://blogs.esa.int/rosetta/2015/02/16/cometwatch-14-february-flyby-special/)) von harvey (Übersetzung von mir) :

"Ich bin der Meinung, dass man,wenn man die Aufnahmen von 67 P anschaut und versucht zu verstehen, was dort abläuft,  zunächst ALLE Vorstellungen und Vergleiche zu Erscheinungen auf der Erde VOLLSTÄNDIG verwerfen sollte.
Die Bedingungen dort sind so radikal anders: extrem niedrige Schwerkraft, extrem niedrige Drücke, intensive UV-Strahlung, Zyklen von Erwärmung und Abkühlung, Einwirkung des Sonnenwinds, dass die dort wirksamen Prozesse keinerlei Ähnlichkeit mit denen auf de Erde haben werden. Vergleiche auf der Grundlage von Bildern führen vermutlich nur in die irre. Vermeintliche Ähnlichkeiten führen fast immer zu sinnlosen Schlüssen. Man muss wirklich völlig voraussetzungslos bei Null anfangen, um die Prozesse zu verstehen die auf 67 P wirklich ablaufen"

Wie könnte ein (un"geo"logischer) Prozess aussehen, der auf 67 P zu Ausbildung solcher Schichten führen könnte ? Vorschlag/Hypothese:
das Innere von 67P ist deutlich kälter als seine Oberfläche (-230 deg C zu -80 deg C). Demnach liegt zB Wassereis im Inneren in amorpher Form vor; es gibt dann aber eine Tiefenstufe (=Temperatur), bei der das Wassereis in seine kristalline Form übergeht und dabei die in der amorphen Form beigemischten "Verunreinigungen" (organische oder mineralische) abscheidet.(Edit: näheres dazu zB in http://www.jpl.nasa.gov/news/news.php?feature=4480 Why Comets Are Like Deep Fried Ice Cream (http://www.jpl.nasa.gov/news/news.php?feature=4480
Why Comets Are Like Deep Fried Ice Cream))
Diese Horizonte von kristallinem Eis/Abscheidungen verschieben sich nun in die Tiefe, je mehr von der Oberfläche von 67P abgetragen wird und die entsprechende Temperaturgrenze tiefer wandert.
So kann sich eine Schichtenfolge im tiefen Material ausbilden, das irgendwann auch zu Tage tritt.
Zu Ablagerungen bei der Bildung des Kerns: auf den Bildern von den Wandungen der "Schlote" oder "Brunnen" oder sonstigen steilen Abbrüchen (zB hier: http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=12230.msg318012#msg318012 (http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=12230.msg318012#msg318012)) erkennt man eine Granularität mit einer typischen Größe von ca 3 m - aber keine Schichtungen.

   Gruss HHg
 
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: rok am 22. Februar 2015, 18:19:21
Moin spacemech,

"harvey" hat in seinen Beiträgen im esa-Blog keineswegs die Aussage getroffen, dass es "sich mit Sicherheit NICHT um die Ergebnisse vergleichbarer ("geo"logischer) Prozesse" handele, sondern nur eindringlich davor gewarnt, aufgrund von Fotos die Entstehung von Strukturen mit denen auf der Erde gleichzusetzen.

Falls "harvey" ein Wissenschaftler ist, der evtl. mit der Auswertung der Rosetta-Daten befasst ist (vermutlich kennst du ihn?) muss er diese Position vertreten, um objektiv und ohne unseriöse Vermutungen Modelle zur Entstehung der Strukturen zu erarbeiten. Insbesondere, da dort auch einige etwas wildere Vorstellungen zur Entstehung des Kometen gepostet wurden.

Ich dagegen kann es mir erlauben auch mal Vermutungen anzustellen um mich damit hinterher (aber erst dann wenn echte Belege auf dem Tisch liegen) nur persönlich zu blamieren.  ;)

Robert
 
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: SpaceMech am 22. Februar 2015, 19:06:07
Hallo Robert ,

den einleitenden Satz ("sich mit Sicherheit NICHT um die Ergebnisse vergleichbarer ("geo"logischer) Prozesse handelt") habe ich keinesfalls harvey unterstellt, sondern damit habe ich mich nur selbst aus dem Fenster gelehnt ....
Es geht ja auch nicht um blamieren oder nicht; ich finde/fand nur, dass die Verwendung bestimmter Begrifflichkeiten aus anderen (fremden) Zusammenhängen wie zB der irdischen Geologie (zB: sieht aus wie eine Schneewächte/wie eine Wanderdüne/wie ein Sedimentgestein) einen möglicherweise stärker in dem einschränkt, was man sich vorstellen kann/was man in Betracht ziehen wird, als man vielleicht glaubt ("Sedimentgestein ? Kenn' ich - weiß ich - hab ich verstanden - nächstes Problem !"). Die Bilder von 67P sind ja auch so verführerisch - man "sieht" immer gleich alpine Gletscherlandschaften usw - und vergisst  über diesen Analogien dabei schnell, dass es sich eher um rabenschwarzen zartesten Puderzucker handelt - an dem Philae nichtdestotrotz abgeprallt ist ! Das alles muss man im Kopf erst mal zusammen denken können - und dabei hindern einen möglicherweise so vertraute irdische Begriffe eher.
Keep an open mind !

       Gruss   HHg

Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Charley Ke am 22. Februar 2015, 19:59:11
Moin Spacemech. Bedankt für die, doch ausführliche Darstellung der Vorgänge auf dem Kometen. Ja ich denke auch, man muss so manches, was bekannt ausschaut, als völlig neues betrachten. Man verrennt sich doch zu gerne in bekanntes. Daher habe ich ja auch dieses Thema angeschnitten, um vielleicht etwas Klarheit darin zu finden. MfG Charley.
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: rok am 22. Februar 2015, 21:30:46
Ja, ich denke wir sind uns da definitiv einig, zumal mir irgendwelche spinnerten Assoziationen zu ungewöhnlichen Strukturen auch erheblich auf den ähh... Geist gehen.

Und ich werde zusehen meiner spontanen Begeisterung ein paar rationalere Zügel anzulegen -oder auch nicht. :D

Schönen Abend noch,
Robert
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 22. Februar 2015, 23:27:10
Schöne Nacht wieder, euch allen.
Wolkenfreier Himmel.

@eumel, danke für die Umlaufdaten!

@alle,
natürlich sollten wir den Fokus nicht nur auf eine Entstehungsmöglichkeit lenken. Aber das menschliche Hirn funktioniert nun mal so: man sieht etwas und vergleicht es mit Bekanntem und Gesehenem, dass Vorgehen ist nur logisch. Anderenfalls gäbe es überhaupt keine Möglichkeit z.B. für "'Laien in der Kometenforschung", dass, was man über einen Kometen denkt, zu konkretisieren, Vergleiche helfen da einfach.
Wahrnehmung
http://de.wikipedia.org/wiki/Wahrnehmung (http://de.wikipedia.org/wiki/Wahrnehmung)

Ein Beispiel: Vor unserem Haus gibt es einen Teich, wenn die Eisschicht sehr dünn ist und ca. 5 cm mit Wasser vollgesogener Schnee drauf liegen, dann kann man gut Einschlagstrukturen wie auf dem Mond Europa erzeugen, und dann staunen, wie die beobachteten Resultate nit der beobachteten Wirklichkeit zusammenpassen. Ein BEweis für einen Ozean auf Europa ist es natürlich nicht! - Was ich den Teich schon bombardiert habe  ;D...

Aber zurück zum Kometen...
@Spacemech,
"Geo-logische" Prozesse finden auf allen Körpern des Sonnensystems statt, auch auf den ganz Kleinen. Die physikalischen Grundsätze für "Geo-logische" Prozesse gelten auch für den Kometen. Gravitation, Temperatur, Lichteinfall usw., Parameter sind halt anders wie Du gesagt hast. Aber Gravitation fängt Partikel ein und sie sedimentieren - genau wie auf der Erde. 

Ich als "Geo- Freak" und auch der "Kometo-Geologie" bekenne mich hier als eingefleischter Fan der Sedimentationshypothese nicht mehr und nicht weniger, bei den Schichten, wie beim Staub! Die Staubschicht bei der Lavine ist doch Sedimentation, oder ist auch die anscheinend sehr fließfähige (junge) Staubauflage auch durch die Modifikation des Kometeneises verursacht?

Natürlich kann es sein, dass sich durch im Kometen rückschreitende Sublimation unter Zurücklassung von staubigen Kometenbestandteilen verschiedener Dichte und Zusammensetzung Schichten ausbilden - aber dann bitte konzentrisch und überall, hast ja selbst gesagt dass der restliche Komet, auch am Hals, eher grob zusammengesetzt ist. Zumal es sich bei den Schichten um eine lokal begrenzte Füllung zu handeln scheint.

Die erste Idee ist für mich immer die beste: Frühling, Sommer, Herbst und Winter auf dem Kometen.

Also, argumentativ "arbeiten", dann haben Alle was davon und lernen, auch wenn es sich dann als Fehler herrausstellt.

@rock: -oder auch nicht! Genau! Wir müssen hier keine Positionen vertreten, sondern nur unsere eigene Meinung.

PS.: in den Schichten rechts der mitte sieht man auch Störungen, ne Art "Staffelbruch".

Grüße und Glück Auf!,
SiO²
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 22. Februar 2015, 23:41:37
Hallo nochmal,
gerade gefunden, small period Comets...
Carl Sagan on Comets
https://www.youtube.com/watch?v=1hlONoWw39M (https://www.youtube.com/watch?v=1hlONoWw39M)
...break off.
Grüße,
SiO²
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: akku am 23. Februar 2015, 02:21:10
danke
schön schön die swing bay abbremsung zu sehen,
 lang wird zu kurze periode   
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 27. Februar 2015, 00:28:42
Um mich hier mal zurückzumelden,
Dake eumel und akku, Ihr seid eine Energiequelle...

Hallo nochmal,
gerade gefunden, small period Comets...
Carl Sagan on Comets
https://www.youtube.com/watch?v=1hlONoWw39M (https://www.youtube.com/watch?v=1hlONoWw39M)
...break off.
Grüße,
SiO²

Wie oft ist denn unsere Ente schon um die Sonne gezwirbelt?

Wir sollten die Frage präzisieren: Wir oft war der Komet schon in relativer Sonnennähe?

Die früheren Umläufe in großer Entfernung zur Sonne sind nicht so relevant, weil sie wohl keine Aktivitäten auf dem Kometen ausgelöst haben.

Die Antwort ist 8.
Wir beobachten gerade die neunte Annäherung an die Sonne bis zu einer Distanz von 1,3 AE. (1 AE = Entfernung Erde-Sonne)

Tschurjumow Gerasimenko war ein langperiodischer Komet, der zunächst der Sonne nicht so nahe kam.
Dafür aber von der Gravitation des Jupiters eingefangen wurde, die seine Bahn mehrmals veränderte und ihn dabei dichter an die Sonne brachte.
Bis 1840 betrug das Perihel (die dichteste Annäherung an die Sonne) noch 4 AE.
Danach zog Jupiter den Kometen bis auf 3 AE heran.
Die letzte Veränderung der Kometenbahn erfolgte offenbar 1959 und führte ihn im Perihel bis auf 1,3 AE zur Sonne.
Somit ist er jetzt ein kurzperiodischer Komet mit einer Umlaufbahn von 6,44 Jahren.
Perihel: 1,2432 AE
Aphel:  5,6824 AE

Im ESA- Forum sagen viele,
dass an der oOberfläche nur sehr sehr wenig Eis und Schnee vorhanden sind. Die Ente ist also ein dreckiges Viech. Die Begiffe "Dust" und "Layers" werden in allen mir durchsuchten Foren benutzt.
Ich will hier nicht rechthaben.
Also, Ja, ab wann gast Komet aus?



 
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: -eumel- am 27. Februar 2015, 03:02:30
Ein Komet beginnt ab einer Entfernung von 6 AE zu gasen und eine Koma auszubilden.
Bei 67P können wir wohl davon ausgehen, dass nach mehreren Sonnenannäherungen alles Eis von der Oberfläche schon weg ist.
Vielmehr wird er nun von einer Staubschicht bedeckt, die gewisse Wärme-isolierende Eigenschaften hat.
Aber langwellige Strahlung (Infrarot) wirkt auch in die Tiefe und sublimiert gefrorene Bestandteile unter der porösen Oberfläche.
Diese Gase treten unter Druck mit einer gewissen Geschwindigkeit durch Spalten und Kanäle aus und nehmen dabei feste Bestandteile und Staub mit.

Die Analyse der Koma ergab bisher viermal so viel Staub wie Gas.
Dieses Verhältnis könnte sich jedoch ändern, wenn die Strahlung zunimmt.
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Gertrud am 27. Februar 2015, 19:42:32
Hallo Zusammen,

es wurde ein neue Einzelaufnahme von dem Imhotep- Gebiet mit dem Felsbrocken Cheops am Rande veröffentlicht.
Das Bild habe ich gedreht und auf 200% vergrößert.
Copyright ESA / Rosetta / NavCam - CC BY-SA 3.0 IGO
Quelle:
http://blogs.esa.int/rosetta/2015/02/27/cometwatch-the-challenges-of-a-close-flyby/ (http://blogs.esa.int/rosetta/2015/02/27/cometwatch-the-challenges-of-a-close-flyby/)

Mit den besten Grüßen
Gertrud
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 02. März 2015, 01:30:54
Ja, auch Kometen haben Ihre Periode ;D,
Relativierung, Die Jungen...,
es könnten ja auch Ablagerungen aus Eis vom letzten Herbst sublimieren, und damit die Staublavine ausgelöst haben, oder?
 Unten links im Abstand um die Brocken sieht man weitere "rezente" Lagen an "Feststoffen" in der tränenförmigen Ausbuchtung.?


Grüße und Glück auf, SiO²
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 05. Mai 2015, 22:22:38
hallo mal wieder, lang her.
Handicap - Leider Tastatur kaputt. >:( fass mich kurz, Bildschirmtastatur.

Denke, das passt hier besser.

Antwort auf:
http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=12230.msg325390#msg325390 (http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=12230.msg325390#msg325390)
Danke Lumpi für das tolle Bild! Da können teils alte Strukturen freiliegen.

http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up045772.jpg (http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up045772.jpg)

hab mal wertfrei die Strukturen nachgezeichnet...Spekulation.
gelb "Schichten"
rot "Klüfte"

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up045773.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-26939952/comezzzzzzzzzzzzz.jpg.html)
(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up045774.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-26939953/comingloop1-10.jpg.html)
(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up045775.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-26939954/comingloop1-c.jpg.html)
Quelle:http://www.esa.int/spaceinimages/Images/2015/03/Comet_on_21_October_2014_NavCam (http://www.esa.int/spaceinimages/Images/2015/03/Comet_on_21_October_2014_NavCam)
simply great!

gerne weiter spekulieren...Ablagerung auch im Förderschlot...

woanders wurde auch über die Ablagerung hinter Steinen diskutiert. Das geht meineserachtens auch ohne Medium nur mit Materialstrom im Vakuum... die Schwerkraft ist doch der Motor für Ablagerung auf einem Körper.

Liebe Grüße,
SiO2

Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Vierer am 18. Mai 2015, 19:58:47
Neuigkeiten auf Spiegel online
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/rosetta-wackelstein-auf-komet-tschuri-entdeckt-a-1034328.html (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/rosetta-wackelstein-auf-komet-tschuri-entdeckt-a-1034328.html)

 30-Meter-Brocken: "Rosetta" entdeckt Wackelstein auf Komet Tschuri
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Gertrud am 19. Mai 2015, 22:34:44
Hallo Zusammen,

zu den Zeilen von @Vierer zwei Bilder.
Diese Wackelsteine (http://de.wikipedia.org/wiki/Wackelstein) wurden am 19.09.2014 aus der Entfernung von 29 km mit der OSIRIS in der Region Aker aufgenommen. Da sich das Originalbild nicht vergrößern lässt.... >:( :( ::) :'( habe ich die Aufnahme bis 230 % vergrößert. Das Bild ist dadurch etwas unscharf geworden.
Credit: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

Der Originalabbildungsmaßstab beträgt ca. 0,5 Meter pro Pixel und das Bild zeigt eine Fläche von etwa 285 Meter. Der Felsen 3 ist ca. 30 Meter breit.
(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up046517.png)

Es ist in dem Bericht auch der ganze Komet, aufgenommen von der OSIRIS, abgebildet. Um sich die Aufnahme näher anzusehen, muß man das Bild auf den PC runterladen. Wenn man das Bild so vergrößert...na schaut es Euch an.  >:( >:( >:(
Credit: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA
Quelle:
http://blogs.esa.int/rosetta/2015/05/18/osiris-spots-boulders-in-balancing-act/ (http://blogs.esa.int/rosetta/2015/05/18/osiris-spots-boulders-in-balancing-act/)

Gestern hatte ich mich schon sehr darüber aufgeregt, dass sich selbst die kleinen Ausschnittbilder durch einfach anklicken nicht vergrößern lassen. >:( So langsam empfinde ich die Praxis kindisch und frage mich, was ist sooooo geheimnisvolles an diese Felsen, das wir sie nicht in der vollen Original-Auflösung ansehen dürfen.?

Das Verhalten ist einfach traurig.!

Mit inzwischen wütenden Gedanken zu dieser Mission,
sie erzeugt in mir ein negatives Gefühl, nachdem ich so lange mit gefiebert hatte und sehr begeistert dabei war. Wir werden doch mit unserer Begeisterung richtig mißachtet und verschaukelt. Die Bilder sind doch uralt und dennoch für uns nicht einsehbar.!
 
Welch ein Segen, dass bei den Mars-Rovern Wissenschaftler das Sagen hatten, die bereit waren, ihre Begeisterung mit allen Interessierten zu teilen.!

Mit dafür dankbaren Grüßen
Gertrud
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 18. Juni 2015, 01:38:20
Na, der Wackelstein ist meineserachtens eine Ente - anders wie Staubablagerungen hinter Steinen und die "Dünen".
Die alten Schichten sprich Ablagerungen wie am Gletscher darunter geschnitten sind viel interessanter.
Glück Auf!
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Terminus am 18. Juni 2015, 07:50:35
Na, der Wackelstein ist meineserachtens eine Ente ...

Inwiefern jetzt "eine Ente"? Dass die Brocken da auf der Oberfläche liegen, ist ja eine objektive Tatsache.

Oder meinst Du das so, dass die Brocken da vielleicht gar nicht so wackelig liegen?
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: rok am 18. Juni 2015, 08:31:53
Moin,

ich seh das so wie SiO2 .

Nicht jeder Stein, der irgendwo rumliegt ist ein Wackelstein, sondern eigentlich nur diejenigen, die auf einer kleinen Kuppe oder auf einem Grat liegen und man (subjektiv oder objektiv) das Gefühl hat, sie sind kurz vorm Absturz.

Der Ausdruck ist zunächst vom MPS nur so als Randerscheinung aufgebracht worden, da die Steine an der Kante einer Mulde liegen und wurde dann von SPON aufgeblasen. Für die ist Forschung halt nur dann interessant, wenn man etwas journalistisch ausschlachten kann. Und dafür braucht man halt knackige Schlagworte.

Ursprünglich wurde der Begriff für Felsen verwendet, die vor Ort durch die Verwitterung des Untergrundes herausgearbeitet worden sind. Mittlerweile werden aber durch die jeweiligen Tourimusmanager an vielen Orten "Wackelsteine" vermarktet, weil diese auch gerne mal mythologisch interpretiert werden.

Robert

edit: Bei Wikipedia wird ein Wackelstein auch dadurch definiert, dass ein Mensch den oftmals viele cbm großen Felsen bewegen kann. Dürfte auf 67P kein Problem sein.
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Lumpi am 18. Juni 2015, 08:55:44
Mittlerweile werden aber durch die jeweiligen Tourimusmanager an vielen Orten "Wackelsteine" vermarktet, weil diese auch gerne mal mythologisch interpretiert werden.

Tourismus auf Tschuri, cool...   8)
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 19. Juni 2015, 20:27:35
Moin,

ich seh das so wie SiO2 .

Nicht jeder Stein, der irgendwo rumliegt ist ein Wackelstein, sondern eigentlich nur diejenigen, die auf einer kleinen Kuppe oder auf einem Grat liegen und man (subjektiv oder objektiv) das Gefühl hat, sie sind kurz vorm Absturz.

Der Ausdruck ist zunächst vom MPS nur so als Randerscheinung aufgebracht worden, da die Steine an der Kante einer Mulde liegen und wurde dann von SPON aufgeblasen. Für die ist Forschung halt nur dann interessant, wenn man etwas journalistisch ausschlachten kann. Und dafür braucht man halt knackige Schlagworte.

Ursprünglich wurde der Begriff für Felsen verwendet, die vor Ort durch die Verwitterung des Untergrundes herausgearbeitet worden sind. Mittlerweile werden aber durch die jeweiligen Tourimusmanager an vielen Orten "Wackelsteine" vermarktet, weil diese auch gerne mal mythologisch interpretiert werden.

Robert

edit: Bei Wikipedia wird ein Wackelstein auch dadurch definiert, dass ein Mensch den oftmals viele cbm großen Felsen bewegen kann. Dürfte auf 67P kein Problem sein.

Ja, Vermarktung trifft es relativ gut, Robert.
Wissenschaftlich gesehen ist der Wert dieser Entdeckung eher gering, es würde ja auf dutzenden Bildern hunderte "Wackelsteine" geben, denkt doch mal an die Felsen am Halsbereich der Ente.

Die allermeisten Wackelsteine auf der Erde heißen zudem nur so, wackeln aber nicht, ein Brocken Granit mit 3 m Durchmesser wiegt bereits rund 80 t - das Gewicht einer modernen Diesellock, wenn da was wackelt ist das Ding wegen Schwerkraft schnell wieder sehr fest gelagert.

Zu der Überlegung auf Wicke, dass ein Mensch auf 67P einen viele m³ großen Brocken bewegen vermag:

Falls der Brocken dort auf dem Kometen sagen wir nur ein paar Kilogramm wiegt, muss das Eigengewicht eines Menschen / Astronauten doch entsprechend geringer sein, sagen wir ein paar Gramm oder so (s. o., ähnlich Eigengewicht von Philae auf dem Kometen) - drückt sich da nicht eher der Mensch vom Brocken weg ???, wie bei einer Raumstation?

Vlt. ist der Brocken ja einfach vom Kopf auf den Rumpf der Ente "gefallen"?

Grüße und Glück Auf!
SiO2


 

Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Terminus am 19. Juni 2015, 22:09:31
Falls der Brocken dort auf dem Kometen sagen wir nur ein paar Kilogramm wiegt, muss das Eigengewicht eines Menschen / Astronauten doch entsprechend geringer sein, sagen wir ein paar Gramm oder so (s. o., ähnlich Eigengewicht von Philae auf dem Kometen) - drückt sich da nicht eher der Mensch vom Brocken weg ???, wie bei einer Raumstation?

IMHO kommt es darauf an, wie man wackelt. Da sind ja verschiedene Techniken denkbar. :)

Bei genauerer Betrachtung wäre in den Fällen 1 und 2 die Wahrscheinlichkeit wohl doch höher als auf der Erde: Der Wackelstein besteht ja nicht aus irdischem Granit oder so, sondern aus Tschuri-Material mit der durchschnittlichen halben Dichte von Wasser, wäre also deutlich weniger massig als ein irdischer Stein und damit auch deutlich leichter. ;)

Alle einverstanden? :)
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 19. Juni 2015, 22:30:49
Hi wieder,
hatte ja noch was zu den Strukturen unter den Wackelsteinen gesagt. Anbei wieder eine ganz wertfreie Nachzeichnung alter Strukturen UNTER den "Wackelsteinen":

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up046920.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-27415870/ESA_Rosetta_OSIRIS_20140919_labelled-la23labeled2.jpg.html)
(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up046921.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-27415875/ESA_Rosetta_OSIRIS_20140919_labelled-la23labeled25.jpg.html)
(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up046922.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-27415893/ESA_Rosetta_OSIRIS_20140919_labelled-la23labeled28.jpg.html)


All pictures Credit: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

Farben sind Deutung und teils austauschbar.

Falls der Brocken dort auf dem Kometen sagen wir nur ein paar Kilogramm wiegt, muss das Eigengewicht eines Menschen / Astronauten doch entsprechend geringer sein, sagen wir ein paar Gramm oder so (s. o., ähnlich Eigengewicht von Philae auf dem Kometen) - drückt sich da nicht eher der Mensch vom Brocken weg ???, wie bei einer Raumstation?

IMHO kommt es darauf an, wie man wackelt. Da sind ja verschiedene Techniken denkbar. :)
  • Würde der Mensch sich einfach auf ein Ende des Wackelsteins lehnen oder aufstützen, dann würden die Gewichte von Mensch und Stein gegeneinander wirken und da diese dasselbe Verhältnis haben wie auf der Erde, würde der Stein mit derselben Wahrscheinlichkeit wackeln wie auf der Erde (halt abhängig von der genauen Beschaffenheit des Bodenkontakts zwischen Stein und Komet).
  • Würde der  Mensch den Stein anfassen und daran rütteln, oder Anlauf nehmen und sich gegen den Wackelstein werfen, dann würden die Massen von Mensch und Stein wirken und  und da diese dasselbe Verhältnis haben wie auf der Erde, würde der Stein mit derselben Wahrscheinlichkeit wackeln wie auf der Erde.
  • Würde der  Mensch aber seine Körperkraft einsetzen, also sich zwischen Boden und Stein irgendwie verkeilen und mit aller Kraft gegen den Wackelstein drücken, dann würde die (gleich gebliebene) Körperkraft des Menschen gegen das ca. 100.000mal geringere Gewicht des Steins wirken und der Stein würde also mit viel größerer Wahrscheinlichkeit wackeln wie auf der Erde. Zwar würde die (gleich gebliebene) Masse des Steins die Bewegung enorm bremsen, aber trotzdem wäre es nur eine Frage der Einwirkdauer, bis die Verschiebung deutlich sichtbar wäre.

Bei genauerer Betrachtung wäre in den Fällen 1 und 2 die Wahrscheinlichkeit wohl doch höher als auf der Erde: Der Wackelstein besteht ja nicht aus irdischem Granit oder so, sondern aus Tschuri-Material mit der durchschnittlichen halben Dichte von Wasser, wäre also deutlich weniger massig als ein irdischer Stein und damit auch deutlich leichter. ;)

Alle einverstanden? :)

OK, Danke Terminus,
hast wahrscheinlich Recht. Bei Tschuris "Kometen - Bimsstein" und Einspannen von Raumfahrer zwischen Oberfläche und Brocken könnte ich mir das Wackeln durchaus vorstellen. der menschliche Organismus ist ja auf 1 g ausgelegt und wäre dort quasi Superman ;D?!?

Ich müsste dazu schon ein Stück Papier nehmen und es mal richtig durchrechnen - sorry, bin halt schon Oldskool oder so.

Kann man da dann einfach wegspringen?

Grüße und Glück auf,
SiO2
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: rok am 20. Juni 2015, 09:15:51
Moin Terminus,

"Alle einverstanden?"

ich würde sagen: perfekt analysiert.

Robert
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Terminus am 20. Juni 2015, 09:34:34
Daraus könnte man vielleicht eine schöne Aufgabe für einen Physik-Kurs machen. :)
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 20. Juni 2015, 23:50:07
Ja genau,
das sind Aufgaben wo mein Physik-Prof vom Studium bestimmt steil geht - und das dann ohne Taschenrechner mit gerundeten Werten die 3 Varianten durchrecnen lassen... ;D, in der Klausur :-\.

Hä, Hä, des einen Freud ist des anderen Leid.
Grüße
SiO2
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: rok am 24. Juni 2015, 16:38:37
Im esa-Rosetta-Blog (mit interessanten Aufnahmen)

http://blogs.esa.int/rosetta/2015/06/24/exposed-water-ice-detected-on-comets-surface/ (http://blogs.esa.int/rosetta/2015/06/24/exposed-water-ice-detected-on-comets-surface/)

wird von einer Auswertung von Aufnahmen der OSIRIS-Telekamera vom September 2014 berichtet (Entfernung ca. 20 - 50 km):

Summary hier:

http://meetingorganizer.copernicus.org/EGU2015/EGU2015-9489.pdf (http://meetingorganizer.copernicus.org/EGU2015/EGU2015-9489.pdf)

Es handelt sich um ca. 120 Bereiche in Zehner-Meter-Größe, die auffallend heller sind als die Umgebung. Aus der Tatsache, dass zum Aufnahmezeitpunkt die solare Strahlung bereits zu stark war um anderen Gasen die Resublimation, also die Eisbildung aus der Gasphase, zu erlauben, wird geschlossen, dass es sich dabei im Wesentlichen um Wassereis handelt.

Es gibt offensichtlich 2 Arten:

1. Es sind Blöcke aus Eis in Metergröße, die bei Erosionsprozessen aus massiven Eisschichten herausgebrochen sind und sich am Fuß von Klippen gesammelt haben oder die durch ausströmende Gase aus der Oberfläche herausgefördert wurden.

2. Offensichtlich haben sich in Flachlandbereichen Eismoleküle, deren Geschwindigkeit nicht ausreichte um die Gravitation des Kometen zu überwinden, in großen Lagerstätten angesammelt, die von einer dünnen Staubschicht verdeckt und gleichzeitig geschützt werden. An einigen Stellen ist der Staub bereits weggeblasen worden und es wird angenommen, dass sich diese Bereiche deutlich vergrößern werden.

Einige dieser Bright Spots liegen gut beschattet in Senken und bekommen keinerlei Sonnenlicht ab. Viele andere werden sich in den nächsten Wochen stark verändern, was allerdings schwer zu beobachten ist, da Rosetta weiter weg ist und die Beobachtung feiner Oberflächenstrukturen durch die Ausgasungen beeinträchtigt wird.

Robert
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: redmoon am 25. Juni 2015, 20:55:33
Hallo Robert,

der dazugehörige Fachartikel wurde übrigens erst kürzlich in der Fachzeitschrift "Astronomy & Astrophysics" veröffentlicht : 
http://www.aanda.org/articles/aa/pdf/forth/aa25977-15.pdf (http://www.aanda.org/articles/aa/pdf/forth/aa25977-15.pdf)  ( 7,12 MB, PDF, kompletter Text, engl.  )

Mehr zu den wahrscheinlichen Eisablagerungen direkt auf der Oberfläche von 67P auch auf unserer Portalseite : 
http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/25062015193303.shtml (http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/25062015193303.shtml) 

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 25. Juni 2015, 23:00:54
Hallo wieder,
Na, die Klippen und Löcher beginnen zu sublimieren...ist doch ein gutes Ergebnis?
Sprengen, Schmelzen, Vaporisation?

Glück Auf, SiO²

Ps.:   Doch nicht alles Siliziumdioxid...
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: McFire am 25. Juni 2015, 23:07:23
Ich denke mal, die im Portalartikel erwähnten Stellen unterliegen auch einer ständigen "Umschaufelung" von Material. So könnte es ja sein, daß an einer Stelle sich Druck aufgebaut hat, der beim Freiwerden wiederum dunkles Material auf freies Eis "wirft", das schon frei lag. Denn es ist unwahrscheinlich, daß alles Sublimierende in Form von Strahlen vom Kometen weggeht. Da werden allerhand Wirbeleien in der Nähe aktiver Stellen sein und das bei Mikrogravitation. Das muß ein irrer Anblick sein....
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 04. Juli 2015, 01:18:40
Hallo wieder,

dass hier aktiv starke Erosion und Ablagerung, "Umschaufeln" stattfindet, war bei einem Kometen ja zu erwarten.

aber was sind die Gründe und Ursachen für das Aussehen des "Kometenurgesteins", Untergrund, s.o.?

Hab' mal ein Gneis (Erdgestein) aus'm net als Vergleich rausgekramt:

http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/19030748 (http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/19030748)

Es handelt sich bei obigem Bild um alte und mehrmals umgewandelte Schichtgesteine/Eruptivgesteine, welche sich unter großem Druck (und Temperatur) je nach Chemie unterschiedlich verflüssigten/weich wurden und stark druch Kräfte im Erdinnern verformt wurden (Vergl.: marmorieren von Ostereiern).

Für mich scheinen die Parallelen bei der Gesteinsausformung unverkennbar - nur ist auf dem Kometen Eis vorherrschend - ein kosmischer Gletscher, der wegen Gravitation wieder zusammenfliesst, wenn was wegschmilzt.

Grüsse und Glück Auf!
SiO2

Geändert zuletzt: 04.07.2015 01:56
Edit nach Absprache mit Poster. Pirx
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: rok am 04. Juli 2015, 07:16:40
Moin SiO2

das sind schöne Gneis-Bilder, aber ob die mit der Entstehung oder dem Aussehen des Materials an der Kometenoberfläche was zu tun haben, seh ich irgendwie noch nicht.

Schönes Wochenende,
Robert
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 30. Juli 2015, 01:27:23
Hallo auch,
In größeren Körpern geht im INNERN aufgrund des zunehmenden Druckes und (ggf. der Temperatur) jeder Stoff (insbesondere Eise) in einen plastischen und ggf. sogar (pseudo-) flüssigen Aggregatzustand (geschmolzen) über - immernoch eingespannt, auch an Erdoberfläche "fester" Gneis aus Quarz und Silikaten wird in der Fiefe "flüssig"...

Was ich damit - und den o. gep. Bilderen- zeigen wollte, ist dass meiner Ansicht nach in dem Kometen früher aktive Geologie aufgrund der Drücke und Temperaturen vorhanden war. Jetzt liegt das Innere erodiert frei und wir können es beim turnusmäßigen Ausgasen beobachten.
P/T/V.

T1/V1=T2/V2 oder P1/V1...
das ist doch der verdammte Gay-Lyssac oder?

Grüße
SiO²
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 03. September 2015, 00:55:01
Hi, wie versprochen... antwort zu Gneis auf anderen Himmelskörpern, Vergleich zu dem was auf der  ERDE stattfindet.

Hier die geologischen Bilder, welche mich hier inspiriert haben, mal schauen wie weit ich komme;

http://www.pic-upload.de/view-28198439/stein01001003.jpg.html (http://www.pic-upload.de/view-28198439/stein01001003.jpg.html)
senkrecht zur Störung...in einer Ebene.


http://www.pic-upload.de/view-28198746/stein01001049.jpg.html (http://www.pic-upload.de/view-28198746/stein01001049.jpg.html)

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up048242.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-28198796/stein01001067.jpg.html)

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up048243.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-28198760/stein01001050.jpg.html)




schaut die Galerie durch, hätte man sicher besser machen können. Alles.

der Rest folgt! Gneis!

Grüße und GA!
Siliziumdioxid
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 03. September 2015, 01:30:57
Bald kommt der Rest Upload,
heute Ende,
gibt noch mehr und freue mich, die Gemeinsamkeiten der Erde mit einem Kometen zeigen zu dürfen...

Grüße und GA

Siliziumdioxid
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 04. September 2015, 23:12:52
Hallo wieder,
Mal besser machen, Nachschau. Sind halt einige Bilder beim Up hinten runtergefallen... 2 Galerien sind entstanden (oben nachgucken), aufgrund Uploadbeschränkung oder so. Muss man halt die Galerien genau bedienen, wenn man sich überhaupt interessiert. Denke auch, für viele hier sind diese ganzen Gesteinsbilder einfach uninteressant. Die Gneisbilder stammen aus meinem Studium.
Zur Auswertung sollten die Bilder in meinem letzten Beitrag mit folgenden verglichen werden:

Zu den Bildern sollte noch gesagt werden, dass sich innerhalb einer geologischen Formation die Erscheinungsbilder des Gesteins sich maßstäßblich gleichen - Wie im Großen so im Kleinen! Dieser Satz wird zur Aufsuchung von Erzlagerstätten verwendet!

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up048238.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-26939952/comezzzzzzzzzzzzz.jpg.html)

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up048239.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-26939954/comingloop1-c.jpg.html)

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up048240.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-27415893/ESA_Rosetta_OSIRIS_20140919_labelled-la23labeled28.jpg.html)

Der Komet war früher meines erachtens viel, sehr viel größer, sonst hätten diese Strukturen niemals entstehen können.

Also Gletscher oder sowas hab ich auf Tschuri nich' beobachtet. Gibt es da nicht diesen Mond, der ähnliche geologische Strukturen aufweist?

Druck und Temperatur sind nur in größeren Körpern ausreichend, um diese Strukturen zu erzeugen, oder?

Sollte man/frau mal die P/T Diagramme der vorliegenden "Gesteine / Eise" in Korrelation zu imaginären Körpergrößen (Tiefe unter Planetesimal/Kometenoberfläche) setzen. Ab wann wird das Zeugs plastisch? Tja, wenn man GUTE Analysen hätte, könnte man das, sonst "Erfahrungswerte"?

Kometengeologie!
(funktioniert nur mit Gesteinskennwerten?!? - Kann man/frau auch annehmen? Versuche? und verschiedene Szenarien durchspielen?)


Grüße und GA!
Siliziumdioxid

PS.: Es war sehr heiss und feucht, Die Kamera hat in diesem Loch ihr Leben ausgehaucht:

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up048241.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-28198838/stein01001089.jpg.html)
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 04. September 2015, 23:16:44
Schreibt mir bitte,
soll ich überhaupt weitere Untersuchungen der "Luftbilder" des Kometen vornehmen?

Liebe Grüße und GA!
SiO²
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Pirx am 05. September 2015, 09:09:39
Schreibt mir bitte,
soll ich überhaupt weitere Untersuchungen der "Luftbilder" des Kometen vornehmen?

Liebe Grüße und GA!
SiO²
Warum nicht? Bitte gerne!

Herzliche Grüße    Pirx
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 07. September 2015, 02:06:41
Danke der Antwort! Wenn Du willst. Dank! Wo bist Du  Charley KeY? http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?action=profile;u=4089? (http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?action=profile;u=4089?)


- Legend of da' mapping - : - Legende der Aufzeichnungen?  Wöllte das erstmal offenlassen, um mehr Meinungen zu erzeugen. Wenn ich jetzt sag' Eis! sagen alle Eis!

Vielleicht hätte ja jemand sagen können: Nein, das ist %50 /50 nicht verdampfbar in den Schichten am Auswurfkrater, mit rezenten Ablagerungen das hebt sich heraus beim Verdampfen in der Umgebung. Staub reichert sich an der Rest verdampft, C, Si, was bleibt da? Materialanalyse?

Ja, ausgasen,
Schichten (Ablagerung alt) Zyklen, "Jahresringe"" sind gelb - Das würde viele viele Umläufe oder Umschichtung alter Strukturen bedeuten. Ablagerung in Schichten; Deformation in der Tiefe wie Schiefer, Marmor, Granit -.> Gneis auf der Erde - wie Gneis = "Plattentektonik" nur hier ist es EIS!

Störungen "Erdverschiebungen"sind rot- bedeuten geologische Aktivität,Spannungen von auf- un d absteigenden Schollen erzeugen Spannungen im "Gestein" -> Störungen?

Hellblau: Verdampfende Staubschichten der letzten Annäherungen, neue Schichten.

Eis verdampft je P/T Eigenschaften unterschiedlich, wie Wasser? Da gibts auch %90 /10, das bläst aus  schwarzen Löchern und lagert bei Nachlassen von P/T (Sonnenentfernung) wieder abFarbe: weiß-türkis, "Röhrengletscher" wenn "Schnee" aus´? Wie tief, fliesst zum Miuttelpunkt des Korpus wie alles?

Simple Physik! Der´war mal Riesig, denke ich!

Das gefundene Fresßen! nWo ist die WicztY Quelle, beleg Das! So zeig mir die Beweise!... 8) :o ;D :-\ :'(

Grüße und GA!
SiO"
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 07. September 2015, 02:09:25
OK,
dann ohne "Bold"!
GA auch!
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 09. September 2015, 02:55:08
Hallo,
dann mach ich hier den Einzelkämpfer.

gelb= (verformte) Schichten...
rot = Störungen
Und wenn ich einen A0 plan mache, mache ich das gerne als Hobby - Kometenhobby!
aber das dauert.

GA;
SiO²
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Mim am 09. September 2015, 09:28:38
Hallo Sio2,
ich lese und schaue deine Berichte immer mit größtem Interesse und freue mich schon auf die nächsten Bilder.  :)
So werden die Geländestrukturen viel deutlicher und verständlicher.

Viele Grüße, Mim
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Lumpi am 09. September 2015, 18:42:40
Der´war mal Riesig, denke ich!

An welche Größenordnungen denkst Du dabei? Vielleicht ist Tschuri ja nur ein Bruchstück eines durch Kollision zerstörten größeren Himmelskörpers?   ???

Gruß Lumpi
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: rok am 09. September 2015, 19:25:14
Was SiO2 meint ist, dass 67P geschrumpft ist durch Ausgasungen des Materials unterhalb der "Kometenkruste". Daher auch die Ähnlichkeiten mit Konvergenzzonen auf planetaren Oberflächen ("Schrumpeleffekt") an denen die Kruste zusammengezogen/-geschoben wird (@ SiO2: richtig interpretiert?).

Es gibt keinen Hinweis, dass 67P das Bruchstück eines größeren Körpers ist.

Robert
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 11. September 2015, 00:26:26
Hallo wieder,
Was SiO2 meint ist, dass 67P geschrumpft ist durch Ausgasungen des Materials unterhalb der "Kometenkruste". Daher auch die Ähnlichkeiten mit Konvergenzzonen auf planetaren Oberflächen ("Schrumpeleffekt") an denen die Kruste zusammengezogen/-geschoben wird (@ SiO2: richtig interpretiert?).

Es gibt keinen Hinweis, dass 67P das Bruchstück eines größeren Körpers ist.

Robert
Robert, Danke,
und auch allen anderen Interessierten!

Vielleicht war er früher doch ein kleiner Ceres, wer weiss???

Meineserachtens...
War er früher sehr groß, "Schrumpeleffekt". Schmilzt zusammen wie ein endlos fliegender, dreckiger Schneeball. Der nicht verdampfbare Dreck sammelt sich aufgrund des Vorganges außen an, als "steinerne Hülle". Die Jets brechen dann an besonders eishaltigen Stellen Schichten durch und dann furzt es diskret. Die Schichten im Untergrund stehen aber oft +- senkrecht zur Oberfläche, was auf prämordiale oder rezente aktive Geologie schliessen lässt?!?

Wenn ein Körper groß genug ist, fliesst der "Stoff-Eis" aufgrund der Schwerkraft nach einer Eruption wieder in die Löcher 'rein. Andererseits gibt es anscheinend lange und weit offen stehende Schlote (Bilder) auf Tschuri, was auf ein mittlerweile geologisch inaktives Relikt schließen lässt, der Rest ist bereits verdampft. Die Schichten wären sehr alt. Das Wo ist die WicztY Quelle, beleg Das! So zeig mir die Beweise!... 8) :o ;D :-\ :'(
Materialanalysen?

Neues Bild in progress, von den Klippen mit den Höhlen....

Grüße und GA,
SiO²
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 12. September 2015, 00:31:31
Als erstes müssen die Eigenschaften der Eise untersucht werden. P/T  ;)Diagramme?
Grüße
SiO²
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 13. September 2015, 00:28:29
Hallo,
wie versprochen...

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up048405.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-28291143/14_February_close_flyby_14_15_GMT.jpg.html)
Credit: ESA / Rosetta / NavCam - Credits to the whole Team wich made it possible!

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up048406.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-28291136/14_February_close_flyby_14_15_o23.jpg.html)

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up048407.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-28291137/14_February_close_flyby_14_15_o23-2.jpg.html)

"gelb": Schichten, Ablagerungen erodiert.
"rotorange" tektonische Störungen.
"hellblau" junge Ablagerungen.
"purple" Ausgasung.
"hellgrün" Härtlinge (impakt oder alter Schlot)?"

Vielleicht wird Ausgasung auch durch relativ neue Impacts angeregt?
Wo ist die Quelle, beleg Das! So zeig mir die Beweise!... 8) :o ;D :-\ :'(

Grüße und Glück Auf
SiO²
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Eisenmeteorit am 13. September 2015, 16:33:36
Hallo SiO²,

hab mich hier einmal angemeldet, um Dir ein Dankeschön für die interessanten Strukturanalysen zuzuwerfen.  ;) Wenn sich schon unser Kometenpäckchen nicht mehr meldet und die Wartezeiten zwischen den einzelnen Fotos immer länger erscheinen, gehen wir gerne mit Dir auf die geologische Rundreise. Ich habe meine Wanderschuhe an und freue mich auf Deinen nächsten Bericht.  ::)

brekziöse Grüße
Frank

Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 14. September 2015, 01:16:35
Hallo und danke Eisenmeteorit,
Hab' ich irgentwo schon gepostet, Ich glaube...
http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=12645.msg338187#msg338187 (http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=12645.msg338187#msg338187)

Na'egal,
muss euch sagen, das gelbe vom Ei ist dass, was ich produziere, jedenfalls auch nicht. "Im dunkeln tappen, Einzelmeinung".
Das sind fast alles Hypothesen!
Und am nächsten Tag könnte ich das Bild schon umzeichnen...
Bin ich der einzige, der sich so weit aus dem "Fenster" wagt?

Grüße und Glück Auf,
SiO²

Traut EUCH 'mal Pait oder Corell so zu benutzen! Eigene Ideen!

PS.: OK, nächstes Bild...
Titel: Re: Strukturen auf der Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Beitrag von: Siliziumdioxid am 08. Januar 2016, 04:11:51
Hallo wieder,
TML, muss euch enttäuschen kein Bild mehr, ich hab zwar am Anfang noch privat Pluto gestrichelt aber die NASA kann sehr schnell und dazu noch professionell... 8)

Vielleicht mach ich das in Zukunft auch nurnoch für Geld! ;D

Viele Grüße
SiO²