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Raumfahrt => Organisationen, Unternehmen und Programme => Thema gestartet von: Schillrich am 28. Oktober 2015, 08:33:14

Titel: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 28. Oktober 2015, 08:33:14
Guten Morgen zusammen,

ich starte den Thread mit den aktuellen buzz-words: "new space economy" ... und etwas geflügelter "space is sexy" (unter Investoren in den USA)

Geflügelte Worte ... aber was ist das überhaupt? Wer spielt da mit? Was sind die Produkte? Wo ist der Markt? Wer sind denn die Kunden? Wie verändert sich das Spielfeld? Wirklich scharf umrissen ist das nicht, und trotzdem ist es in aller Munde ...

Da fallen Begriffe, wie:
- LEO-Konstellationen
- Erdbeobachtung
- Kommunikation
- responsive space
- Mikro-Launcher
- Klein- und Kleinstsatelliten
- COTS-Bauteile
- uvm. ...

Aktuell ist gerade OneWeb mit seinem Riesenauftrag bei Airbus. Gleichzeitig scheint SpaceX bei seinen Satellitenideen jetzt lieber zu schweigen. Immer mehr "Spieler" stürzen sich auf CubeSats. PlanetLabs will mit CubeSats die Erdbeobachtung revolutionieren. StartUps versuchen neue Träger an den Mann zu bringen. Das Militär schaut auch, ob da was geht ...

Aktuell versucht die NGA (National Geospatial-Intelligence Agency) der USA sich an diesen neuen Markt in der Erdbeobachtung anzupassen, mit vielfältigen und flexiblen Verträgen mit vielen "Lieferanten":
http://spacenews.com/exclusive-nga-to-weigh-smallsat-options-under-new-commercial-strategy/ (http://spacenews.com/exclusive-nga-to-weigh-smallsat-options-under-new-commercial-strategy/)
Aber da schimmert durch: am Ende sind Agenturen der öffentlichen Hand wohl die Kunden für die meisten Datenprodukte.
Gerade in der Erdbeobachtung stehen klassische "große Wissenschaftsmissionen" der kleinen, schnellen CubeSat-Revolution gegenüber. Bisher standen Zuverlässigkeit und Genauigkeit der Daten im Fokus, jetzt rücken Geschwindigkeit, Verfügbarkeit, Aktualität der Daten als neue Aspekte in den Fokus. Werden vielleicht die klassischen Missionen obsolet? Wie integriert man Daten aus so unterschiedlichen Quellen?


Viele Fragen, viele Aspekte, viele Themen ... vielleicht finden wir eine gute Diskussion durch den Dschungel ...
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Sensei am 28. Oktober 2015, 11:20:09
Fraglich ist,  ob man auch die Schwellenländer hier mit aufnehmen soll die durch besser verfügbare Technologien und sinkende Preise jetzt immer mehr eigene Satelliten starten (können).

Wenn ich startmanifestev lese bin ich schon erstaunt, welche Länder alle in den Weltraum streben.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 28. Oktober 2015, 12:37:48
SpaceX Diskussionen verschiebe ich in den anderen Thread...

Fraglich ist,  ob man auch die Schwellenländer hier mit aufnehmen soll die durch besser verfügbare Technologien und sinkende Preise jetzt immer mehr eigene Satelliten starten (können).

Das wäre dann wohl eher ein Beispiel für "Old Space Economy", wo etablierte Firmen mit etablierten Produkten einen staatlichen Markt bedienen, in dem du aber Wachstumspotential durch technische und preisliche Entwicklung siehst.

Der Fokus auf CubeSats ist ganz interessant, wenn es darum geht, ob es neue Hersteller, neue Produkte, neue Kunden, neue Anwendungen gibt.

Folgendes Interview sagt, es wird ein nebeneinander geben. Der Einsatz von CubeSats ist heute vor allem im Bereich Ausbildung und technische Erprobung, nicht in der kommerziellen Anwendung, es fehlt am "Return on Investment".

http://www.vdi-nachrichten.com/Technik-Finanzen/Es-Nebeneinander-geben (http://www.vdi-nachrichten.com/Technik-Finanzen/Es-Nebeneinander-geben)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: hp6300 am 28. Oktober 2015, 12:40:44
Tourismus

Transport 

Rohstoff gewinnen
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 28. Oktober 2015, 13:00:39
CubeSats für die Ausbildung und Lehre ist spannend ... da vermutet man, dass da "was geht". Bis zum Jahr 2010 waren die Ergebnisse aber ernüchternd. Viele Unis haben "was probiert" und dann doch wieder aufgehört. Entweder waren es nur "beep sats", oder nach einem Versagen des "ersten Satelliten" hat die Uni gleich wieder aufgehört.

Eliteunis, mit einem festen Raumfahrtprogramm in ihrer Lehre und Forschung, handeln hingegen anders, langfristiger, anspruchsvoller und erfolgreicher.

Aber ist das wirklich ein Markt für eine "new economy"?

Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 28. Oktober 2015, 13:02:31
Bei den Schwellenländern sieht man, dass "Raumfahrt möglich wird", für sie ... durch neue Technologien. Aber haben sie dort wirklich schon einen Markt? Man müsste ja vermuten, dass die erstmal die "alte Entwicklung" nachholen, um Nutzen aus Raumfahrt zu generieren. Das geht zuerst von der öffentlichen Hand aus. Für die wird es mit den neuen Technologien wohl einfacher ... und schneller ...
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 28. Oktober 2015, 13:39:07
Eliteunis, mit einem festen Raumfahrtprogramm in ihrer Lehre und Forschung, handeln hingegen anders, langfristiger, anspruchsvoller und erfolgreicher.

Wichtig bei Unis ist, dass der Professor das Programm am Laufen hält - es also in seinem persönlichen Interessenbereich liegt. Leider haben viele Raumfahrtprofessoren in Deutschland eher spezielle Interessen (für Insider): Supraleitung, Algen, negative Masse, etc... Aufgrund der auf 5-6 Jahre befristeten Verträge für wissenschaftliche Mitarbeiter an Universitäten, gibt es wenig Konstanz allgemein. Das Know-How muss dann immer von der vorherigen zur nächsten Doktorandengeneration weitergegeben werden. Die einzige Konstanz ist in der Regel der Professor und nicht akademische Mitarbeiter (z.B. Werkstatt). Akademische Räte gibts fast gar nicht mehr an Universitäten.

Weiteres Problem ist meiner Meinung nach, dass der Satellit vor allem eine elektrotechnische Problemstellung ist. Elektrotechnik kommt bei Maschinenbau & LRT quasi nicht vor. Welcher Prof. in LRT/Maschinenbar hat Ahnung von Elektrotechnik? Fast keiner.

Außer vielleicht dem Prof. hat auch niemand Projektmanagementerfahrung an Universitäten.


Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 28. Oktober 2015, 13:53:25
Beides wahr ...

Die CubeSat-Revolution basiert v.a. auf der Elektrotechnik der Bauteile. Aber durch Standardisierung und Vereinfachung der Bauteile werden diese "einfacher anwendbar". Anstatt immer wieder "vollkommen spezialisierte" Elektrotechnik zu designen, kann man bald vielleicht multifunktionale Bauteile zusammenstecken ... für die eigene Anwendung/Funktion im Orbit.

Projektmanagement an Unis, in der Lehre, ist wirklich schwierig. Die Studenten werden v.a. zu Ingenieuren ausgebildet, nicht zur Projektmanagern in der Raumfahrt. Der Lehre muss man da wohl etwas mehr Ressourcen und Methodik an die Hand geben, wenn sie wirklich Raumfahrt machen möchte, erfolgreich und langfristig.

Aber ich sehe Unis und Lehre nicht wirklich als "new economy", sondern eher als "Trittbrettfahrer" der technologischen Entwicklung (oder auch als Antreiber).
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Klakow am 28. Oktober 2015, 21:55:58
Hier mal etwas [Theorie]
Ich hab das schon mal an anderer Stelle erwähnt, Geld wird NUR dort verdient wo Menschen Resourcen finden die helfen ihre Bedürfniss zu decken.
Der Wert einer Resource ist dabei deffiniert als den Preis der dafür verlangt werden kann multipliziert mit der Anzahl von Käufern.
Resourcen muss nicht unbedingt was Materielles sein, das könnte auch ein wunderschöner Platz sein und die Käuferanzahl ist natürlich auch vom Preis abhängig.
[/Theorie]
Das was oben in der Einleitung steht ist erheblich zu dünn und eigendlich nur eine Weiterentwicklung von vorhandenen Möglichkeiten um z.B. die Resource "Bandbreite für Datenübertragung" zu nutzen. Neue Resourcen sind immer noch nicht verfügbar weil, es immer noch sehr teuer ist Gegenstände ins All zu bringen, wohin auch immer.
Das ändernt sich gerade, aber bis heute ist dies weder genug und zudem weitgehend auf erdnahe Umlaufbahnen beschränkt.

Letztentlich geht es um Transport- und Nutzlastkosten, dummerweise sind Beide voneinander abhängig. Ohne günstige Transporte gibt es keine günstigen Nutzlasten, weil hohe Transportkosten eher noch die Entwicklung und Bau von Nutzlasten verhindern wie umgedreht.

Transportkosten ist dabei aber mehr als der Preis um ein Kilogramm Masse mit bestimmtem Volumen von A nach B zu Transportieren, da geht auch die Transportzeit mit ein.

Geschäftmodele mit wirklich viel Potential, z.B. Bergbau auf/in Asteroiden, verlangen hier mindestenz 1-2 Zehnerpotenzen Reduktion bis sich das lohnen kann.
Gerade für Missioen zu lohnenden Zielen würde ich hier einen Begriff der Transportgüte deffinieren, das wäre dann T=Schub*Zeit/Trägermasse. (ohne Nutzlast)
Als Einheiten wäre das dann: N*s/kg.
Bei den Kosten kann man dann etwa schreiben: K=T*Reisezeit*Nutzlast.
Das T ist heute eingendlich immer noch ziemlich klein für Ziele mit hohem deltaV Bedarf.
Das ganze ist natürlich eine stark vereinfachte Darstellung, weil es schon klar ist das 100N*10MillionenSekunden /1000kg zwar eine hohe Zahl bedeuten würde, aber damit trotzdem nicht vom Boden hochkommt.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 29. Oktober 2015, 06:44:59
Ne, Klakow, es geht hier nicht um neue Ressourcen und auch nicht (schon wieder ...) um Trägertheorie ...

ganz abstrakt und grundsätzlich:

Im Orbit kann man "Funktionen" umsetzen, die einen Nutzen für die Menschen haben. Für diesen Nutzen ist man bereit einen Mehrwert zu bezahlen.
Dann ist die Frage: Ist das da oben ein ganz neuer Nutzen, quasi "on top" zu den Funktionen, die wir schon in der Volkswirtschaft haben? Oder wird eine "alte Funktion" auf der Erde durch eine neue, bessere im Orbit ersetzt, die dort mehr Nutzen generiert, und mehr Mehrwert?
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: jakda am 29. Oktober 2015, 08:03:47
... wo Menschen Resourcen finden die helfen ihre Bedürfniss zu denken.

Ist das nun nur ein "Verschreiber" ? (bei den vielen)
Oder ist das eine neue Gesellschaftsform:
"Der Mensch arbeitet, um nach seinen Bedürfnissen zu denken."
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Klakow am 29. Oktober 2015, 08:35:31
Das war ein Querdenker der nicht geDeckt wurde
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: hp6300 am 29. Oktober 2015, 09:51:37
Für Weltraumtourismus Weltraumbahnhof in Griechenland,Italien, Spanien und in Deutschland in Baden-Württemberg und Bayern oder wo wenig Menschen leben.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: hp6300 am 29. Oktober 2015, 10:20:15
List of private spaceflight companies

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_private_spaceflight_companies (https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_private_spaceflight_companies)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 29. Oktober 2015, 12:05:34
Diese Liste der privaten Raumfahrtfirmen enthält im wesentlichen Firmen, die privaten Raumtransport verwirklichen wollen.

Was darin fehlt sind die Anwendungsmöglichkeiten.
Weltraumtourismus wäre eine solche, aber doch eine sehr spezielle.

Der folgende Artikel (Uni Würzburg) nennt hier als Potentiale privat betriebener Satelliten durch höhere Beobachtungszyklen:
- Fernwartung von Maschinen
- Fernerkundung von Aktivitäten beim Wettbewerber und in Städten, Verkehrsbeobachtung

Deutschland sei in der Forschung vorn, aber nicht in der Anwendung.

http://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Allgemeine-nicht-fachgebundene-Universitaeten-Planeten-Satelliten-Wuerzburg-Raumfahrt-Weltraum-Forschung;art735,8957074 (http://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Allgemeine-nicht-fachgebundene-Universitaeten-Planeten-Satelliten-Wuerzburg-Raumfahrt-Weltraum-Forschung;art735,8957074)

ok, die Nutzung zur Internetkommunikation scheint sich ja mit dem SpaceX-Statement, die 4000 Sats nicht so schnell bauen zu wollen, relativiert zu haben.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Sensei am 29. Oktober 2015, 12:44:07
Für Weltraumtourismus Weltraumbahnhof in Griechenland,Italien, Spanien und in Deutschland in Baden-Württemberg und Bayern oder wo wenig Menschen leben.

Wie sollen solche Bahnhöfe aussehen? Wer soll da fliehen?

Und wenn man schon die Kosten und Strapazen für einen weltraumflug auf sich nimmt,  meinst du wirklich dass es dann so ein großes Problem wäre für den Start noch nach Florida o.ä zu fliegen?!
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: hp6300 am 29. Oktober 2015, 13:19:37
Wenn ein Urlaub 100 000 Euro kostet würde  Topverdiener und Weltraum verrückte die Lebenstraum erfüllen wollen.

Menschen sind faul.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 29. Oktober 2015, 13:49:10
...
Menschen sind faul.


Da sagt das Marketing aber was anderes ...

Bei "convenience goods" für jedermann ist der Kunde faul. Die sollen einfach erreichbar, in der Nähe sein. Sogar Preisunterschiede ignoriert der Kunde, Hauptsache es bleibt einfach und bequem.

Bei "shopping goods" sucht der Kunde schon Erklärungen, vergleicht Preise, und nimmt generell mehr Aufwand auf sich, um "das richtig zu entscheiden".

Bei "speciality goods" für ein ausgewähltes Klientel, wenn es teuer und selten ist, nehmen die wenigen elitären Kunden auch "jede Anstrengung in Kauf", um das eine besondere endlich zu bekommen.

Raumhopser sind "speciality goods" ... wenn es sie mal endlich gäbe!
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: hp6300 am 29. Oktober 2015, 14:36:59
Es gibt auf der Welt 15 Millionen Dollar Millionäre wen nur 0,1 %  .....

Werden mehr Weltraumbahnhöfe gebaut

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/millionaere-101.html (https://www.tagesschau.de/wirtschaft/millionaere-101.html)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Klakow am 29. Oktober 2015, 14:43:55
Falls die Preise mal sehr viel günstiger werden gibt es einen Markt für Menschen mit Behinderungen wenn auch eher nicht für Null-G. Das könnten auch Raumstationen mit verschiedenen Schwerkraftzonen sein und für diese Menschen eine Möglichkeit wieder beweglich zu sein. Vielleicht kann sowas sogar eine Behandlung verbessern.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: TWiX am 29. Oktober 2015, 21:12:47
ROFL, ich sehs` praktisch schon vor mir; das erste Altenheim im Weltall, dank lediglich 0,3 G völlig Rollatorfrei! Und wenn Opa Heinz wieder aus dem bett gehoben werden muss, stellt man die Rotation ab und er schafft`s von allein  ;D ;D ;D
Aber mal im Ernst, ich glaube, Schillrich wollte mit dem Thread auf die sich ergebenden neuen Geschäftsmodelle im Orbit abzielen, gerade im Bereich Erdbeobachtung/ Telekommunikation tut sich da schon einiges. Ich weiß nicht, welche Firma das angekündigt hat, aber irgendwer will z.B. eine Konstellation realisieren, die jeden Punkt der Erde mindestens einmal täglich ablichtet.
Da ich aus einer agrarisch geprägten Gegend (bei uns werden die Kirschen für Mon Cheri angebaut :D) komme, fasziniert mich da vor allem der Gedanke, dass eine weitere Miniaturisierung durch Erdbeobachtung gewonnene Daten auch für die Landwirtschaft interessant machen könnte; so könnte man vllt. mittels Radarbilder erheben, wo der Boden besonders trocken ist und dann entsprechend die Bewässerung tage im Voraus planen, oder so Dinge wie Weideneinteilung anhand von Geodaten machen, die das Graswachstum abbilden. Im Moment ist es für die Bauern sicherlich am billigsten, einfach ihre Felder abzufahren und nach dem Rechten zu sehen, aber bei den Abermillionen Landwirten welweit wäre eine enorme Kundenbasis gegeben, sofern der Preis stimmt und es wirklichen Nutzen verspricht.
Da im Moment die Startups nur so aus dem Boden sprießen warte ich mal ab, bis wann jemand mit so einer Idee um die Ecke kommt und was dann die Experten dazu sagen.
Ein anderes spannendes Feld innerhalb der "New Space Economy" dürften wohl die Launcher mit ein paar Kilo Nutzlast wie Electron und co sein. Hab neulich eine Liste dazu gesehen, da sind auch fast 20 Firmen ernsthaft aktiv, Trägerraketen für Smallsats zu bauen. Echt faszinierend, ich bin mal gespannt, wie das sich bis in fünf Jahren entwickelt...
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: hp6300 am 31. Oktober 2015, 00:25:21
Firmen mit Potenzial


Spacex

Bigelow Aerospace

Blue Origin

Boeing



Firmen ohne Potenzial


Virgin Galactic  Raketen sind effizienter und sicherer
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Klakow am 31. Oktober 2015, 23:54:13
@TWiX: Das ist zwar einerseits Lustig, aber nur wenn man einen ganz schön schwarzen Humor hat und aus deinen Worten schließe ich nicht gerade Mitgefühl mit solchen Menschen.
Für Leute die zum Teil schwerst behindert sind und deren Muskelmaße kaum ausreicht nur eine Hand zu bewegen, könnte das ein ganz neues Leben bedeuten und diese Mensch sind nicht unbedingt alt, das kann schon ganz Junge betreffen.

Das Thema heist Space Economy, selbst wenn das heute noch Zukunftsmusik ist, das kann und wird sich ändern wenn die Preise stark rutschen.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: hp6300 am 08. November 2015, 08:59:53
Mit Offenen Karten: Die Menschen und der Weltraum

https://www.youtube.com/watch?v=YHnry0HrQkw (https://www.youtube.com/watch?v=YHnry0HrQkw)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: rok am 08. November 2015, 10:59:43
"Mit offenen Karten": Eine Arte-Sendereihe (Moderator ist der Franzose J-C Victor), die sich ansonsten mit aktuellen Entwicklungen auf der Erde, den historischen Hintergründen und absehbaren zukünftigen Folgen beschäftigt.

In dem o.a. Beitrag geht es um die "Eroberung" des Weltalls (12 Min.), ein historischer und aktueller Überblick über die Raumfahrt, gut zusammengefasst aus der Sicht 5/2013.

Robert
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 13. November 2015, 10:24:56
In dieser Meldung hört man auch kritische Töne zum Marktgeschehen:
http://spacenews.com/looking-for-the-next-skybox-venture-capitalists-find-lots-of-bad-business-plans/ (http://spacenews.com/looking-for-the-next-skybox-venture-capitalists-find-lots-of-bad-business-plans/)

Das ganze Segment ist sehr in Bewegung zwischen Investoren mit ihrem Geld und Gründern/Entwicklern mit ihren Ideen ("There is certainly a lot more money chasing after deals").
Investoren sind aber durchaus frustriert und vorsichtig, da offenbar viele Entwickler technologische Ideen haben ... aber kein Verständnis für den Markt. Es fehlt dann offenbar an "Kundenverständnis" (Wer ist der Kunde? Was will er? Was bezahlt er?).

Man könnte da raus lesen, dass der Markt derzeit größer aussieht als er wirklich ist ... mit ein paar Bauchlandungen voraus.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 20. November 2015, 06:28:09
Guten Morgen,

die amerikanische NGA (National Geospatial-Intelligence Agency) möchte im Haushaltsjahr 2017 "mehrere 10-Millionen US-Dollar" ausgeben, um Daten der neuen Erdbeobachtungs-Startups in ihre Produkte und Dienste zu integrieren. Man möchte die Potenziale der Kleinsatelliten früh nutzen. Man möchte offenbar in fünf Phasen à 6 Monate vorgehen (was immer das heißt):
http://spacenews.com/on-small-satellites-nga-putting-its-money-where-its-mouth-is/ (http://spacenews.com/on-small-satellites-nga-putting-its-money-where-its-mouth-is/)

Die USAF schaut auch weiter "auf das Marktsegment", ist aber weniger an Diensten und Daten interessiert, mehr an Hardware-/Systemkonzepten, die sie dann einkaufen könnte.

Adäquate bzw. sinnvolle Startmöglichkeiten "für die Kleinen" sind schwierig. Es sei weiter eine Herausforderung, rechtzeitig zu starten und einen sinnvollen Orbit zu erreichen.


Wieder ein öffentliches Fundament für diesen Markt ...
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 20. November 2015, 07:32:00
Und noch ein Erdbeoachter-Startup mit den gängigen Produkteigenschaften:
- Hera-Systems
- Mehr-Unit-CubeSats (12), später ggf. größere Satelliten
- hohe Auflösung, ca. 1m, in mehreren Wellenlängen
- Konstellation, zuerst 9 Satelliten, dann bis 48 Satelliten
- mehrfache tägliche Überflüge, über "einem Ort" ... wahrscheinlich global
- potentielle Kunden: öffentliche Agenturen, Landwirtschaft ...
- erste Starts Ende 2016

http://spacenews.com/hera-systems-enters-crowded-smallsat-imaging-field/ (http://spacenews.com/hera-systems-enters-crowded-smallsat-imaging-field/)


Der Artikel gibt eine List anderer Mitspieler:
- UrtheCast
- BlackSky Global
- Aquila Space
- Skybox Imaging
- Planet Labs
(- und noch mehr ...)


Wie wird dieser Markt funktionieren? Wenn die erste mittel- bis hochauflösende Konstellation im Orbit ist, die jeden Punkt der Erde mehrfach am Tag überfliegt ... dann ist der Markt doch schon voll. Die "(Daten-)Produktion" ist ja nicht irgendwie technisch begrenzt. Mehr Satelliten und mehr Anbieter bringen keine besseren Daten (anders als bei der Kommunikation bspw.). Die erste Konstellation kann ihre Daten beliebig verkaufen ...
Gilt dann für den Ersten: the winner takes it all? Sind diese Startups deswegen derzeit so "zügig unterwegs", um bloß nicht zu spät zu sein? Da sich die optischen Datenprodukte am Ende wahrscheinlich wenig unterscheiden werden, wird der Markt wohl durch den Preis bestimmt werden. Dann gewinnt der, der am längsten einen Preiskampf durchhält. Die werden sich nicht alle halten können. Wer zu spät kommt, wird eh keine Chance haben ...

Was langfristig noch eine Rolle spielen wird: Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Konstellation. An der Stelle kommen dann doch wieder technische (Qualitäts-)Aspekte ...
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 20. November 2015, 09:40:40
Von Planet Labs gibt es auch eine interessante Aussage zum Startangebot, dass sie nicht zufrieden stelle:

Zitat
Planet Labs would prefer to send its cubesats into orbit on less expensive launch vehicles with higher failure rates than the rockets currently flying. “We would prefer it to be 10 times cheaper but with an 80-percent probability of success rather than a 90-percent probability of success and the current price,” Marshall said. “No one is building a launch vehicle for that kind of market.”
(Lieber 10mal billiger, mit 80% Erfolgswahrscheinlichkeit, als 90% bei heutigen Preisen)

http://spacenews.com/why-planet-labs-can-shrug-off-launch-failures/ (http://spacenews.com/why-planet-labs-can-shrug-off-launch-failures/)

Neben dem Preis (den Planet Labs auch schon mal anders und unkritisch bemessen/bewertet hat), reden sie auch und v.a. von schnellen, zeitnahen, häufigen Starts.

Diese Aussage, gefaltet mit allen aktuell im Einsatz befindlichen Trägerangeboten, zeigt eigentlich, dass alle heutigen Träger überdesignt sind ... für Planet Labs (und Konsorten).
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 22. November 2015, 14:00:44
NASA-Chef Bolden fordert dazu auf, dass die Industrie aus dem nicht Raumfahrtsektor in die Raumfahrt investiert. Aus Spinoffs aus der Raumfahrt für die Industrie soll ein direktes Engagement der Industrie werden.

Der Technologieverantwortliche von Shell sieht zwar auch die Potentiale, aber auch Kommunikationsprobleme. Raumfahrt und Öl/Gas-Industrie sind verwandte Gebiete, aber es mangelt an Aufgeschlossenheit für deren Belange. Er fügt hinzu, Shell hat keine Pläne zur Entwicklung von Erdbeobachtungssatelliten in Eigenregie.

http://spacenews.com/space-companies-seek-closer-ties-with-other-industries/ (http://spacenews.com/space-companies-seek-closer-ties-with-other-industries/)

Mir ist sowieso nicht klar, warum in der Erdbeobachtung keine Kommerzialisierung erfolgt (aktuell mit den größen Budgets der NASA und ESA) und stattdessen eher im Astronautentransport (und exotischen Themen) die Kommerzialisierung herbeigeführt werden soll.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 26. November 2015, 19:59:08
ESPI-Studie über die Rolle der staatlichen Politik im Erdbeobachtungssektor.

Analysiert wird zum einen das Copernicus Projekt und zum anderen das wachsende Interesse privater Anbieter an EO-Services in der Startup-Scene. Außerdem wird festgestellt, dass es in Europa keine mit der National Geospatial-Intelligence Agency (NGA) vergleichbare Einrichtung gibt. (Als man GMES im Jahr 2000 ins Leben rief, waren viele EU-Agenturen im Aufbau und man wollte nicht noch mehr davon.

Europa besitzt eine diversifizierte aber auch fragmentierte Industrie.
Der Zugang zu Daten und kommerzielle Interessen sind ein Thema.

Empfehlungen: einheitlicher EU-Markt schaffen, verbesserte Steuerung, bessere Rahmenbedingungen, Services statt Infrastruktur, bessere Industriepolitik

http://www.espi.or.at/images/stories/dokumente/Perspectives/ESPI_Perspective_73.pdf (http://www.espi.or.at/images/stories/dokumente/Perspectives/ESPI_Perspective_73.pdf)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 02. Dezember 2015, 00:26:18
"Finanzierung von neuen Raumfahrtfirmen im Zeitalter der Komplexität"

http://www.thespacereview.com/article/2873/1 (http://www.thespacereview.com/article/2873/1)

Ziemlich ausführlicher Artikel der eher in den Bereich Startups und Finanzmärkte geht. Dort heißt es, die USA sind nicht besonders geprägt von einer Startup-Kultur (die man wohl auch hierzulande gerne hätte). Hauptsächlich Californien, wenn man New York und Massachusetts hinzunimmt, umfaßt das schon 80% der Startups und Venture Capital Scene. Die Beschränkungen für Venture Capital liegen vor allem im Anlegerschutz begründet.

Startups sind in gereiften Märkten eigentlich nicht möglich bzw. die Zugangsbeschränkungen sind zu groß. Auf die Rolle von Industrie-Clustern wird eingegangen.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 02. Dezember 2015, 09:38:43
Ein Teil der Aussagen in dem Artikel passen ja zu den Äußerungen der XCOR-Aussteiger ... ;)

Ich denke, der Autor schaut in seinen Beispielen nicht auf den vollen Space-Startup-Markt. Er nennt nur "die großen", teuren wie SpaceX, Blue Origin, Virgin ... mit reichen "Tycoons" dahinter ... nur die schaffen es, nur die haben/bekommen das Geld, so seine These. Aber, gerade bei den Kleinstsatelliten gibt es doch gerade viel Bewegung, mit kleinen Gründungen und Entwicklungen. Dort scheint viel Investment-Geld drin zu sein, so zumindest andere Meldungen aus dem Bereich.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: hp6300 am 01. Januar 2016, 12:15:18
Hat nichts mit Raumfahrt zu tut aber ich finde mit Economy und Spacex (Elon Musk)  die nicht neues erfunden haben sondern nur ein paar sachen anders und besser gemacht wie die andere.

https://www.youtube.com/watch?v=k6kxFd3p3y0 (https://www.youtube.com/watch?v=k6kxFd3p3y0)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Youronas am 22. Februar 2016, 19:50:52
Habe mich jetzt mal für diesen Thread entschieden, bei Bedarf kann es ein Mod gerne in "Private Raumfahrt" verschieben:

Im Jahr 2015 haben Risikoinvestoren fast zwei mal mehr in Raumfahrt Start-ups investiert als in den vergangen 15 Jahren in Summe zuvor. Die Investitionen belaufen sich dabei auf etwa 1,8 Milliarden Dollar.

Was schätz ihr, wann könnte diese Investitionssumme von Venture Capitalists dem jährliche NASA Budget nahe kommen oder es gar übersteigen. Ich würde ins Blaue jetzt einfach mal auf Mitte der 20er Jahre tippen.

Quelle: http://fortune.com/2016/02/22/vcs-invested-more-in-space-startups-last-year/?xid=yahoo_fortune (http://fortune.com/2016/02/22/vcs-invested-more-in-space-startups-last-year/?xid=yahoo_fortune)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: stillesWasser am 22. Februar 2016, 20:10:38
Ich denke, Mitter der 2020er Jahre ist die Blase längst geplatzt  ;)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 22. Februar 2016, 21:52:05
Im Jahr 2015 haben Risikoinvestoren fast zwei mal mehr in Raumfahrt Start-ups investiert als in den vergangen 15 Jahren in Summe zuvor. Die Investitionen belaufen sich dabei auf etwa 1,8 Milliarden Dollar.
Das ist kein Kunststück, wenn allein Google mit 900 Mio dabei war, aber das wird ja auch im Artikel genannt.
Der Artikel spricht von ca. 50 Startups und nennt: Spire, Planet Labs, Mapbox, BlackSky Global, and Orbital Insight. Dabei soll es hauptsächlich um Datenvermarktung gehen.

In diesem Sinne passt es schon zum Thread - gibt es einen zukünftigen Markt für selbstproduzierte Daten, dann gibts auch eine Basis für Startups.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: TWiX am 23. Februar 2016, 10:58:04
Ich denke, Mitter der 2020er Jahre ist die Blase längst geplatzt  ;)
Die Aussage von wegen Blase ist fast schon so alt wie der gegenwärtige Run in Raumfahrt-Startups  ;)
Aber mal im Ernst, von einer Blase würde ich im Moment nicht sprechen, immerhin können die meisten Startups mit einem vernünftigen Geschäftsplan aufwarten. Was aber nicht ausschließt, dass zunehmender Kapitalfluss oder der Zusammenbruch des Geschäftsmodells in den kommenden Jahren eine solche Blase erzeugt.
Dass das investierte Risikokapital irgendwann das NASA-Budget übersteigt wage ich zu bezweifeln, immerhin sind 18 Milliarden schon eine Hausnummer. Sollten aber die gegenwärtig in der Entwicklung befindlichen Mikrolauncher Erfolg haben, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass die Summe des investierten Kapitals noch kräftig ansteigt, immerhin arbeiten die meisten Startups mit Cubesats bzw. recht kleinen Satelliten
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Klakow am 23. Februar 2016, 11:43:32
Ich denke wir sehen heute schon dass das Marktvolumen sich vergrößert, zumindest interpretiere ich das daraus das große Anbieter immer mehr mit SpaceX machen wollen.
Dabei geht es nicht um eine einfache Weiterentwicklung, sondern um ganz neue Sachen. Sowas zeigt sich auch an aktuellen Nachrichten z.B. mit Imasat (der wie die Firma heist)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 23. Februar 2016, 12:50:44
..., immerhin können die meisten Startups mit einem vernünftigen Geschäftsplan aufwarten. ...

Aber gerade da liest man in den Medien immer wieder Meldungen von Investoren/Geldgebern, dass viele "mit einer fixen Idee" kommen, aber eben nicht mit ordentlichen geschäftsideen ... und schon gar nicht mit richtigen Geschäftsplänen.

Ich interpretiere das so, dass da viele unterwegs sind und teilhaben wollen ... aber eben sehr viel nicht gut genug sind, um wirklich Investoren anzulocken.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Magellan am 23. Februar 2016, 13:36:39
Könnte es sein, daß sich ein großer "Sponsor" sagt - ok, das bissel Geld was die brauchen, kann ich jetzt noch aus der Portokasse hinlegen.
Wenns weg ist - Pech. Aber wenns was Profitables wird, hab ich den Fuß drin.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: TWiX am 23. Februar 2016, 15:00:19
[...]
Aber gerade da liest man in den Medien immer wieder Meldungen von Investoren/Geldgebern, dass viele "mit einer fixen Idee" kommen, aber eben nicht mit ordentlichen geschäftsideen ... und schon gar nicht mit richtigen Geschäftsplänen.
[...]
Im Vergleich zu Internet-Startups haben aber die allermeisten Raumfahrt-Startups (die auch tatsächlich finanziert werden) meines Erachtens von Anfang an konkrete Vorstellungen, wie sie Geld verdienen wollen. Sei es der Verkauf von gewonnenen Daten oder Raketenstarts
Könnte es sein, daß sich ein großer "Sponsor" sagt - ok, das bissel Geld was die brauchen, kann ich jetzt noch aus der Portokasse hinlegen.
Wenns weg ist - Pech. Aber wenns was Profitables wird, hab ich den Fuß drin.
Genau so funktioniert Risikokapital-Investment: man investiert viele Gründungen, davon gehen die meisten wieder unter, aber die wenigen, die durchstarten, steigen enorm im Wert, sodass der Investor sein Kapital wieder drinne hat. Da gibt es spezielle Investmentfonds, die sich genau auf sowas spezialisiert haben
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Sensei am 23. Februar 2016, 15:37:15
Und wenn nur 20 von den 50 Unternehmen 10 Jahre überleben dann ist das schon ein Erfolg - und kein Ende einer Blase.

Si arbeiten neue Märkte nun einmal. Insbesondere in den USA
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 23. Februar 2016, 23:49:37
Die Basis ist eine Studie der Tauri Group. Die spricht u.a. von Accion Systems, Planet Labs, Rocket Lab, Skybox Imaging, SpaceX, Spire Global, and The Climate Corporation.
Unternehmen wurde gekauft von:
Monsanto acquired the Climate Corporation for $930 million in 2013, Google acquired Skybox Imaging for $478 million in 2014, ViaSat acquired WildBlue for $568 million in 2009, and Uber acquired deCarta in 2015 for an undisclosed amount.

http://space.taurigroup.com/news/start-up-space.html (http://space.taurigroup.com/news/start-up-space.html)

Ein etwas älterer Bericht aus Mitte 2015 nennt diese Top-10-Startups:
SpaceX, Planet Labs, Spaceflight Industries, Windward, Moon Express, Orbital Insight, Astroscale, OmniEarth, GeoOptics
http://spectrum.ieee.org/view-from-the-valley/aerospace/satellites/venture-money-flows-to-space-startups (http://spectrum.ieee.org/view-from-the-valley/aerospace/satellites/venture-money-flows-to-space-startups)

Die ansonsten sehr bekannten (Stratolaunch, GoldenSpike, 612, WorldView, etc.) sind in der Aufzählung nicht dabei, warum auch immer.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Doc Hoschi am 24. Februar 2016, 00:55:23
Interessanterweise konzentrieren sich ja in der von CB Insight aufgeführten TopTen 5 von 10 Unternehmen auf die Erdbeobachtung. Das Thema scheint Geldgeber ja geradezu magisch anzuziehen, wahrscheinlich da unmittelbare Profite locken.

Mit 612 meinst du sicherlich die Non-Profit-Organisation B612 Foundation, oder? Also die hätte ich persönlich jetzt auch nicht gerade zu den bekannteren NewSpace-Firmen gezählt,  aber "bekannt" ist eben oftmals relativ.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: TWiX am 09. März 2016, 16:35:32
Skybox Imaging, das 2014 von Google aufgekaufte Startup heißt nun Terra Bella (kein Witz...)
Das Unternehmen will in den nächsten Jahren über ein Dutzend weitere Satelliten in den Orbit bringen und sich vom reinen Bereitsteller von Bildern zu einem Dienstleister entwickeln, der verschiedenste Informationsprodukte verkaufen will, in die auch andere Datenquellen einfließen sollen. Da passt ja Google mit seinem datenschatz rein wie die Faus auf`s Auge  :-X
Quelle: http://spacenews.com/googles-skybox-imaging-has-new-name-business-model/ (http://spacenews.com/googles-skybox-imaging-has-new-name-business-model/)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 06. April 2016, 15:02:10
wahnsinn, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) feiert "NewSpace" und "SpaceX" in einer Studie und verdrahtet das ganze gleich mit der Digitalisierungsagenda. ;)

http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/Publikationen/bmwi-new-space-geschaeftsmodelle-an-der-schnittstelle-von-raumfahrt-und-digitaler-wirtschaft,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf (http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/Publikationen/bmwi-new-space-geschaeftsmodelle-an-der-schnittstelle-von-raumfahrt-und-digitaler-wirtschaft,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf)

Genauer hinschauen muß ich nochmal, wo da jetzt genau die deutsche Raumfahrtindustrie vorkommt.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 06. April 2016, 15:14:32
wahnsinn, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) feiert "NewSpace" und "SpaceX" in einer Studie und verdrahtet das ganze gleich mit der Digitalisierungsagenda. ;)

http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/Publikationen/bmwi-new-space-geschaeftsmodelle-an-der-schnittstelle-von-raumfahrt-und-digitaler-wirtschaft,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf (http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/Publikationen/bmwi-new-space-geschaeftsmodelle-an-der-schnittstelle-von-raumfahrt-und-digitaler-wirtschaft,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf)

Genauer hinschauen muß ich nochmal, wo da jetzt genau die deutsche Raumfahrtindustrie vorkommt.

Ich weiß nicht, wieviele 1000e Euro dieser Bericht gekostet hat, aber beim Layout hätte ich da mehr erwartet als ein 0815 Word Layout.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 06. April 2016, 15:25:47
Ich weiß nicht, wieviele 1000e Euro dieser Bericht gekostet hat, aber beim Layout hätte ich da mehr erwartet als ein 0815 Word Layout.

jetzt wissen wir auch, was Commercial Space bedeutet. ;)

Bei dem Inhalt mache ich mir ernsthaft Sorgen über die bemannte Raumfahrt - obwohl SpaceX war doch die Firma, die bemannt fliegen wollte.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 06. April 2016, 15:50:43
3 der 4 Autoren haben sogar einen Doktortitel. Oh man. ::) War deren Dissertation auch so schlampig?
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: stillesWasser am 06. April 2016, 16:06:42
Oh man, wird sich hier jetzt wirklich darüber beschwert, dass der Text ein Word-Layout hat und auf dieser Basis den Autoren die Qualität ihrer Dissertationen bewertet?!
Man man man, hätten die Leute besser mal die Standart LaTeX Vorlagen genommen, die sehen zwar noch mehr 0815 aus, vermitteln aber die wahre Wissenschaft und Qualität!
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 06. April 2016, 16:13:41
Oh man, wird sich hier jetzt wirklich darüber beschwert, dass der Text ein Word-Layout hat und auf dieser Basis den Autoren die Qualität ihrer Dissertationen bewertet?!
Man man man, hätten die Leute besser mal die Standart LaTeX Vorlagen genommen, die sehen zwar noch mehr 0815 aus, vermitteln aber die wahre Wissenschaft und Qualität!

Das ist eine Unternehmensberatung, die dürften sich diese Berichte einiges kosten lassen. #Das Layout ist ein starkes Indiz für die Energie, die in diesen Bericht investiert wurde.

Kleiner Vergleich mit einem NASA Bericht: https://www.nasa.gov/pdf/396093main_HSF_Cmte_FinalReport.pdf (https://www.nasa.gov/pdf/396093main_HSF_Cmte_FinalReport.pdf)

Das dürfte auch Word sein, aber manche können es halt und andere nicht.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: stillesWasser am 06. April 2016, 16:19:33
Ja, und wenn das Layout super aufwändig wäre, wärst du doch einer der ersten, der sich darüber beschwert, dass so viel Geld ins Layout gesteckt wird. Denn egal was Europa/Deutschland macht, es ist falsch!

Was passt dir denn an dem Layout nicht? Es ist strukturiert, wichtige Teile sind fablich hervorgehoben, es sind beschreibende Grafiken an den entsprechenden Stellen usw.
Ich habe beim schnellen durchgucken absolut nichts störendes gesehen! Und wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum das angeblich ein Standard Word Layout ist: Es ist gut! Warum dann was anderes benutzen?
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 06. April 2016, 16:27:04
Also anhand des Layouts auf Energie und Aufwand schließen? ... dabei steht da doch Inhalt drin, über den man stattdessen diskutieren und urteilen kann ... Aber Lesen kostet auch Energie für diese Diskussion ...

@tomtom
Ja, die bemannte Raumfahrt hat derzeit wohl einen schweren Stand in der Diskussion ... dabei waren wir viele Jahre Treiber für das Ganze in Europa.

Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 06. April 2016, 17:40:30
Reden wir über den Inhalt:
(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up066871.png)

Das trifft doch auf SpaceX nicht zu. SpaceX macht alles selbst, weil es günstiger ist. Und gerade die traditionelle Raumfahrtindustrie hat die vielen Zulieferer für große Systeme (Antrieb, etc..) im Raumtransport.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: blackman am 06. April 2016, 17:47:22
Naja doch das erste trifft auf SpaceX zu. Sie machen keine perfekte Einzellösung sondern nehmen überall eine gleich starke Falcon 9 her. Nicht wie bei der Atlas V konfigurierbar mit Booster.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 06. April 2016, 18:07:34
"New space" ist doch nicht nur oder gar gleich Trägertechnologie (obwohl sie dort SpaceX anführen als Beispiel). Da geht es vielmehr um Satellitentechnologie und Entwicklungsmethodik für Systeme im All. Und dort gibt es klare Tendenzen weg von "custom (self-)made" hin zu: einkaufen und integrieren.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 06. April 2016, 18:35:38
"New space" ist doch nicht nur oder gar gleich Trägertechnologie (obwohl sie dort SpaceX anführen als Beispiel). Da geht es vielmehr um Satellitentechnologie und Entwicklungsmethodik für Systeme im All. Und dort gibt es klare Tendenzen weg von "custom (self-)made" hin zu: einkaufen und integrieren.

Wenn ich mir den Umsatz anschaue, dann ist NewSpace = SpaceX. Aber vermutlich wird man in Deutschland eher an dem kleinerem Satellitenanteil interessiert sein.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 06. April 2016, 18:50:07
Seite 99, Newspace Made in Germany = Komponenten/Subsysteme, Robotic/Automaten und Erdbeobachtungsinformationswirtschaft.

Wenn letzteres kommerziell läuft und nicht 30% ESA-Budget verschlingt, wäre es doch toll. Steht aber nicht drin, wie das gehen soll.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 06. April 2016, 19:00:41
...
Wenn letzteres kommerziell läuft und nicht 30% ESA-Budget verschlingt, wäre es doch toll. Steht aber nicht drin, wie das gehen soll.

Ich denke, da schaut man mehr auf die Bereiche "vor der Raumfahrt" und "nach der Raumfahrt" und nicht direkt auf die Erdbeobachtungsmissionen an sich:
- Welche technologischen Kompetenzen haben wir, u.a. bei Sensoren, die in solche Missionen einfließen?
- Was machen wir danach mit den Daten, wenn sie am Boden sind? Welche Datenprodukte erzeugen wir? Was kann man damit machen/schaffen/verkaufen?

Ein Problem der ESA ist ja (sagen die Leute selbst): sie realisiert Raumfahrtmission ... aber hat oft kein vollständiges Konzept für danach: Und was machen wir damit?

Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 06. April 2016, 19:18:51
@tomtom
Ja, die bemannte Raumfahrt hat derzeit wohl einen schweren Stand in der Diskussion ... dabei waren wir viele Jahre Treiber für das Ganze in Europa.

Da muß man ja froh sein, dass die Studie keinen Bezug nimmt auf die CASIS-Thematik (ISS-Kommerzialisierung), die ja nur als leicht desaströs bis mindestens ernüchternd gesehen werden kann. Der Untertitel "Untersuchung zu internationalen Kommerzialisierungstendenzen in der Raumfahrt..." wird jedenfalls nur sehr begrenzt behandelt, weil SpaceX so toll ist.

Da ich jetzt die Begeisterung der Autoren für SpaceX teile, die selbst einen Steve Jobs in den Schatten stellt, sehe ich die Erfolgskomponente aber doch mehr in der Innovation und Iterationsbereitschaft. Was dazu an Analyse und Empfehlung in dem Papier steht, ist eher allgemein und unkonkret.

Die erste Seite zeigt Raumfahrt in Bildern - das erfreut das Herz des Raumfahrtfans:
Lunar-Base, bemannte Marserkundung, ARM, irgendein Satellit, Ionentriebwerk, Solarpower?; Dream Chaser, Dragon, Venturestar, Falcon9, etwas Digitales, Europamap, subtiles Netz und ein landwirtschaftliches Nutzfahrzeug. (Tendenz Argarstaat?)

Das hat dann aber doch wenig bis nichts mit der Vorstellung zu tun, wie man sich deutsche/europäische Newspace vorzustellen scheint.

ok, interessante Definition, "Newspace" ist, was "nach der Raumfahrt" kommt. ;)

btw, letzter Satz in der Studie, die Regierung sollte ein nationales Weltraumgesetz verabschieden. Egal wie wichtig das jetzt wäre, auf der Agenda stand das ja schon 2010 und es geht nur um Papierarbeit an der Stelle.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 06. April 2016, 21:53:00
...
ok, interessante Definition, "Newspace" ist, was "nach der Raumfahrt" kommt. ;)
...

Na dort ist zumindest der große Markt und das Geld. Alles "davor" ist, aus Sicht der Kommerzialisierung, nichts in sich selbst.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 06. April 2016, 22:12:35
Ich zitiere dazu mal aus der BMWi-Studie ...

Zitat
Die Beispiele zeigen, dass Raumfahrtinfrastruktur vorwiegend als Mittel zum Zweck gesehen wird - Drohnen oder hochfliegende Ballonsysteme werden eingesetzt, wenn diese bessere Lösungen bieten. Raumfahrt der Raumfahrt wegen wird es bei NewSpace nicht mehr geben. Stattdessen erfolgt eine nüchterne Abwägung des Verhältnisses von Kosten und Nutzen aus rein kommerzieller Perspektive.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 06. April 2016, 23:18:19
Hm, das ist doch wohl ein gefährlicher Satz, möglicherweise reine Rethorik. Ich halte mal dagegen, dass es "Raumfahrt" wohl nie um seiner selbst gegeben hat, eine Kosten/Nutzen Betrachtung in der jeweiligen Situation immer gegeben hat.

Ok, diese würde zukünftig kommerziell stattfinden, was aber nicht notwendigerweise Gewinn bedeutet, offensichtlich auch Nutzenkategorien wie Marktanteil, Prestige, Informationsmacht, Monopolisierung beinhaltet. Der Folgesatz zeigt es wohl:
Zitat
Die schon heute viele Lebensbereiche dominierenden Internetgiganten sind weiter auf dem Vormarsch. Sie werden sich auch Bereiche vornehmen, die im Zentrum der europäischen und deutschenIndustrie und Wirtschaft stehen.
Da wird wohl Newspace noch zum Wegbereiter dieses Scenarios. ;)

Die Betrachtung des Digitalisierungsaspekts find ich durchaus interessant, ich bin nur noch nicht überzeugt, das in der IT-Thematik eine überzeugende D- und EU-Politik gefahren wird.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 06. April 2016, 23:21:47
Ich zitiere dazu mal aus der BMWi-Studie ...

Zitat
Die Beispiele zeigen, dass Raumfahrtinfrastruktur vorwiegend als Mittel zum Zweck gesehen wird - Drohnen oder hochfliegende Ballonsysteme werden eingesetzt, wenn diese bessere Lösungen bieten. Raumfahrt der Raumfahrt wegen wird es bei NewSpace nicht mehr geben. Stattdessen erfolgt eine nüchterne Abwägung des Verhältnisses von Kosten und Nutzen aus rein kommerzieller Perspektive.

Und schon wieder nicht auf SpaceX oder Blue Origin zutreffend.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Collins am 06. April 2016, 23:31:44
Ich zitiere dazu mal aus der BMWi-Studie ...

Zitat
Die Beispiele zeigen, dass Raumfahrtinfrastruktur vorwiegend als Mittel zum Zweck gesehen wird - Drohnen oder hochfliegende Ballonsysteme werden eingesetzt, wenn diese bessere Lösungen bieten. Raumfahrt der Raumfahrt wegen wird es bei NewSpace nicht mehr geben. Stattdessen erfolgt eine nüchterne Abwägung des Verhältnisses von Kosten und Nutzen aus rein kommerzieller Perspektive.

Ich bin der Meinung das im letzten Satz das Wort Kosten durch das Wort Aufwand ersetzt werden sollte.
Firmen fragen meist nicht was etwas kostet, sondern wie der Aufwand im Verhältnis zum Nutzen steht.

Mfg Collins
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Klakow am 07. April 2016, 01:37:33
Die Studie finde ich erstmal ziemlich gut, vor allem weil sie viele Aspekte gut beleuchtet.
Das gesagt wird es entsteht ein neuer Markt, dem stimme ich vollständig zu und der wird sicher viel größer sein als man sich das gedacht hat.

Wirtschaftlichkeit ist aber bei weitem nicht alles, nicht nur das es Forschung gibt die vielleicht nicht Profit abwerfen wird, es gibt auch die Neugier die Fragt was ist da draußen alles zu entdecken.
Ok, dabei wird nicht von vorne herein ausgeschlossen, dass man auf dem Weg was entdeckt, womit man Profit im weitesten Sinn machen kann.

Die zentrale ist dabei kann man so ein Ziel finanzieren, das richtet sich natürlich daran wieviele Mittel hat man selber zu Verfügung.
Meine persönliche Antwort auf meine Neugier ist sicher ein Andere, als die von einem Multimillionär.

Es wäre naiv anzunehmen das sich niemand finden würde der zu einem nächsten Stern fliegen würde wenn es dazu eine Möglichkeit ergibt.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 07. April 2016, 09:50:47
Zitat
Die Beispiele zeigen, dass Raumfahrtinfrastruktur vorwiegend als Mittel zum Zweck gesehen wird - Drohnen oder hochfliegende Ballonsysteme werden eingesetzt, wenn diese bessere Lösungen bieten. Raumfahrt der Raumfahrt wegen wird es bei NewSpace nicht mehr geben. Stattdessen erfolgt eine nüchterne Abwägung des Verhältnisses von Kosten und Nutzen aus rein kommerzieller Perspektive.

Es ist die etablierte Raumfahrtbranche, die eine reine Kosten/Nutzenabrechnung macht. Welche Firma macht derzeit Raumfahrt der Raumfahrt wegen? Airbus, Boeing, Lockheed? Hahaha. ;D

Ohne Staatsgelder machen die so gut wie nichts. Es ist SpaceX, welches Wiederverwendbarkeit auf eigene Rechnung entwickelt und ein immens hohes Risiko eingeht. Es ist SpaceX, das spannende Bilder von Starts/Nutzlastverkleidungen/Dronen etc... zeigt um die Öffentlichkeit für die Sache zu begeistern. Bei Arianespace sitzen die kommerziellen Geizkragen, denen selbst die Onboardkamera zu teuer ist, obwohl sie nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, was die Kosten angeht.

Es ist SpaceX, das Raumfahrt der Raumfahrt wegen macht. Und noch einige andere wie Blue Origin, Planetary Ressources etc... . Klar es gibt auch Firmen, die es des Geldes wegen machen in New Space. Aber bei den klassischen Etablierten, da sehe ich nur Firmen, die es wegen des Geldes machen.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 07. April 2016, 10:00:28
Hallo Tobi,

in den ganzen "NewSpace"-Startup steckt fast ausschließlich Venture-Capital. Diese Geldgeber wollen verdienen. Die wollen nicht Raumfahrt an sich machen (dann könnten sie ja einfach spenden). Venture-Capital schaut auf Produktideen, Marktgröße und das Team.

Natürlich stecken da auch intrinsisch motivierte Personen drin. Aber die Firmen selbst funktionieren über das Geschäftsmodell und das Geld ...
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Klakow am 07. April 2016, 12:35:29
Da hast du recht Schillrich,

zwar verdient SpaceX heute wohl Geld, aber die Wirtschaftlichkeit ist dort Mittel zum Zweck und kein Selbstzweck.
BO will damit in Zukunft wohl viel Kohle damit machen, wie es viele andere aus der "New Space Economy", ja auch machen.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: NotTheAndroidYouSearching am 07. April 2016, 13:39:31
Man sollte nicht vergessen das, wenn z.b. es eine Kolonie auf dem Mars gibt, auch SpaceX sich eine Goldene Nase verdienen dürfte. Auch wenn natürlich andere Ziele im Vordergrund stehen wird jede Kolonie ( Mit Menschen oder Robotern ) am ende viel Geld in die Kassen von denen Spühlen welche Wiederverwendbare Raketen haben.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Spike77 am 07. April 2016, 18:11:01
Also was den Bericht angeht, ist es wohl wirklich nur ein Bericht. Ich kann mir nicht vorstellen dass der sooo viele "tausende Euros" gekostet haben soll. Er ist eine ziemlich okaye Zusammenfassung der aktuellen Entwicklung. Wenn man von der Rechtschreibung, Grammatik und Polemik absieht, könnte man auch einige Threads hier aus dem Forum in einer .pdf-Datei bündeln und hätte so ziemlich die gleiche Überblicksdarstellung.

Insbesondere das Thema Space/Asteroid Mining entspricht dem Informationsstand, den ich mir auch in der Mittagspause bei Spiegelonline anlesen kann.

Der zum Projekt gehörige Workshop wird bestimmt genauso viel kosten, wie der Bericht selbst.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 08. April 2016, 06:44:19
Ich finde das Dokument in der Summe gut geschrieben. Es erfasst viele Aspekte, nutzt (auch im Detail der Experten) die richtigen Begriffe aus der deutschen Raumfahrtpolitik. Da steckt wenig Neues drin (wobei die Betonung der methodischen Konvergenz mit der IT-Branche interessant ist). Es stellt den Sachstand gut dar. Ob man das Urteil zur Positionierung und den Chancen der deutschen Industrie teilt, ist vielleicht zu hinterfragen ...

An einer Stelle bin ich aber kritisch (u.a. da ich weiß welcher Tenor bei uns im Haus hängen bleiben wird ...). Die Studie leitet Appelle an die deutsche, staatliche Raumfahrt ab: Projektmethoden der Agenturen reduzieren/entschlacken und agil vorgehen ... so wie "NewSpace" das macht! Aber warum? "NewSpace" sind gerade nicht die Agenturprojekte, sondern privates Risikokapital sucht neue Anwendungen, wachstumsfähige Produkte und große Märkte. Diese Methoden kann man nicht direkt parallel zu einmaligen Wissenschaftsmissionen einer Agentur ziehen. Auch NASA baut eine Jupitersonde nicht "agil". Überhaupt ist die Industrie durch Agenturmethoden im kommerziellen Umfeld nicht gebunden. Wenn sie etwas anders machen wollen, und ein Kunde das akzeptiert, dann hält sie keiner auf.
Daher ist dieser Appell ein Kurzschluss ...
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 10. April 2016, 22:23:56
Am 7+8. April fand in Bremen das disruptspace Veranstaltung statt, ein Treffen von Startups und Businesspartnern.

http://disruptspace.io/startups (http://disruptspace.io/startups)

Diese Startups befassen sich mit:
Transportservice, Dienstleistung, Software/Apps, Klimadaten, Nutzlastbetrieb, Asteroiden, Luftfahrt, Ionenantriebe, EO-Services, Personal, Networking.

Am 7+8. April fand in London auch der Innovationscongress statt, der das Kommerzialisierungsthema ebenfalls im Fokus hatte.
http://www.spaceinnovationcongress.com/ (http://www.spaceinnovationcongress.com/)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Tom Segert am 12. April 2016, 16:24:49
Hallo ich bin gerade über dieses Forum gestolpert. Meine Firma Berlin Space Technologies ist eine dieser ominösen NewSpace Firmen  ;) Wir haben im letzten Dezember unseren ersten Satelliten ins All gestartet und bauen gerade 4 weitere.

Die hier im Forum erwähnte NewSpace Studie ist für die Deutsche Industrie sehr bedeutsam, da sie im Prinzip eine Abkehr von allem bedeutet, was in der Vergangenheit zum Thema Weltraum in Deutschland Gültigkeit hatte.

Ich habe zu diesem Thema auf Linkedin auch schon ein paar Artikel geschrieben:

https://www.linkedin.com/pulse/new-space-germany-night-always-darkest-before-dawn-tom-segert?trk=mp-author-card (https://www.linkedin.com/pulse/new-space-germany-night-always-darkest-before-dawn-tom-segert?trk=mp-author-card)

https://www.linkedin.com/pulse/disrupt-space-why-grade-weed-invented-week-tom-segert?trk=mp-author-card (https://www.linkedin.com/pulse/disrupt-space-why-grade-weed-invented-week-tom-segert?trk=mp-author-card)

https://www.linkedin.com/pulse/days-200-meur-satellites-over-tom-segert?trk=mp-author-card (https://www.linkedin.com/pulse/days-200-meur-satellites-over-tom-segert?trk=mp-author-card)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 12. April 2016, 18:19:01
Hallo Tom und willkommen bei uns ...

...
Die hier im Forum erwähnte NewSpace Studie ist für die Deutsche Industrie sehr bedeutsam, da sie im Prinzip eine Abkehr von allem bedeutet, was in der Vergangenheit zum Thema Weltraum in Deutschland Gültigkeit hatte.
...

Das sagt die Studie so. Aber ist das auch die einzige oder vollständige oder ausreichend nuancierte Wahrheit? Es ist halt die Frage, ob man die Schlüsse der Studie vollständig mit trägt (also einmal tabula rasa! und dann nichts anderes mehr zulassen!) ... und wer sich welche Schuhe aus der Studie anzieht.

Ich wage mal zu prognostizieren: Agenturraumfahrt wird nie so "new spacig" sein, wie die Studie es beschreibt. Öffentliche Gelder sind kein Risikokapital und die öffentliche Hand hat auch nichts von hohen Renditen in solchen Produkten.

Falls NewSpace im kommerziellen Bereich aber langfristig und so groß funktioniert (und auch das ist noch nicht ausgemacht), dann wird die Agenturraumfahrt kleiner werden ... z.B. sich in wissenschaftlichen Nischen behaupten. Alle Felder, die ein direkter Anwendungsmarkt sind, wird sie dann verlassen (müssen).


Ach ja: Viel Erfolg! :)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Spike77 am 12. April 2016, 18:27:27
Herzlichen Willkommen Tom Segert!

Deine Artikel sind natürlich genau in dieser spezifischen Gründersprache geschrieben, die Startups ausmachen. :-)

Viel mehr als dass Kent Ridge 1 erfolgreich gestartet (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/mittelstand/berlin-space-technologies-kent-ridge-1-antwortet-nicht/12733722.html) ist, kriegt man in der Öffentlichkeit leider kaum zu hören. Funktioniert er denn wie gehofft und habt ihr schon viele weitere Aufträge?
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 13. April 2016, 00:25:52
Hallo Tom und willkommen hier im Forum,

es ist immer schön auch in der Raumfahrt Aktive hier zu haben, die Mischung machts halt.

Deine Artikel sind sehr aufschlußreich.

Gründersprache, Agentursprache, Politikersprache, Konzernsprache, Businesssprache, Investorensprache, Fansprache, Wissenschaftssprache, Techniksprache - es gibt doch einen guten Überblick zur Materie und das nicht immer die Vorstellungen in Deckung zu bringen sind.

Das (auch Startup-) Unternehmen von Exportbeschränkungen betroffen sind, greife ich mal auf. Ist das eine Forderung nach regulierenden Erleicherungen, die die Studie im allgemeinen fordert?
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Axel_F am 14. April 2016, 00:05:47
Wurde überhaupt schon vom geplanten Start der deutschen Parrafin-Rakete berichtet? Die an der Uni Bremen entwickelte "Zaphyr" mit Hybrid-Triebwerk soll in den nächsten Tagen von Kiruna aus starten. Bis zum All ist es aber noch ein weiter Weg. Aber schön in DL solche Entwicklungen zu sehen (auch wenn es hier keine Firma ist).
http://m.heise.de/newsticker/meldung/Kiruna-Start-der-Bremer-Oeko-Rakete-erneut-verschoben-3171946.html (http://m.heise.de/newsticker/meldung/Kiruna-Start-der-Bremer-Oeko-Rakete-erneut-verschoben-3171946.html)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Lumpi am 14. April 2016, 00:16:04
Wurde überhaupt schon vom gestrigen Start der deutschen Parrafin-Rakete berichtet? Die an der Uni Bremen entwickelte "Zaphyr" mit Hybrid-Triebwerk startete gestern früh von Kiruna aus.

Wie denn auch? Der Start wurde 2x verschoben (steht auch in deinem Link  ;) ), 3. Versuch soll heute (14.04.) zwischen 07.00 und 10.00 Uhr sein.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Lumpi am 14. April 2016, 17:22:44
Der Start der ""Zephyr" wurde erneut abgesagt. Aus einem Leck an der Rakete sei Helium ausgetreten. Am Sonnabend gebe es einen weiteren, letzten (außerplanmäßigen) Startversuch. Daumen drücken! http://www.radiobremen.de/wissen/nachrichten/paraffin-rakete-dritter-countdown100.html (http://www.radiobremen.de/wissen/nachrichten/paraffin-rakete-dritter-countdown100.html)

Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Spike77 am 14. April 2016, 18:02:34
Wurde überhaupt schon vom geplanten Start der deutschen Parrafin-Rakete berichtet? Die an der Uni Bremen entwickelte "Zaphyr" mit Hybrid-Triebwerk soll in den nächsten Tagen von Kiruna aus starten. Bis zum All ist es aber noch ein weiter Weg. Aber schön in DL solche Entwicklungen zu sehen (auch wenn es hier keine Firma ist).
http://m.heise.de/newsticker/meldung/Kiruna-Start-der-Bremer-Oeko-Rakete-erneut-verschoben-3171946.html (http://m.heise.de/newsticker/meldung/Kiruna-Start-der-Bremer-Oeko-Rakete-erneut-verschoben-3171946.html)
Ja wurde. Siehe hier im dazugehörigen Thread: http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=13105.0 (http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=13105.0)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 15. April 2016, 07:44:11
Aus dem Space Symposium in Colorado kann man diese Worte hören:

Zitat
Porteous cautioned that the investment climate can change quickly depending on the overall economic picture as well as industry-specific events. He didn’t name any specific threats, but his comments come among recent concerns that there is a “bubble” of investment in technology firms in general that could soon burst.

“We counsel all of our companies in this sector to brace themselves for the potential for that,” he said. “You read about these private space companies doing big rounds, but they’re probably not spending a lot of that capital. They’re storing it away for the potential of winter.”
- See more at: http://spacenews.com/continued-space-investment-growth-not-guaranteed-investors-caution/#sthash.NirrznLN.dpuf (http://spacenews.com/continued-space-investment-growth-not-guaranteed-investors-caution/#sthash.NirrznLN.dpuf)

Man diskutiert, ob es eine "Investment-Blase" in der Raumfahrt gibt. Die Entwicklung sei sehr empfindlich und könne sich schnell ändern. Investmentfirmen beginnen offenbar erste Warnungen auszusprechen. Man vermutet/unterstellt, dass manche Firmen das Geld nicht ausgeben/investieren, sondern bunkern ... in Erwartung eines Zusammenbruchs/einer Marktbereinigung.

In 2015 seien 1,8 Milliarden USD Venture-Capital in die Raumfahrt geflossen, mehr als in den 15 Jahren davor zusammen. Man sieht derzeit eine weitere Beschleunigung/weiteres Wachstum bei den Gründungen. Auf der anderen Seite würden heute weniger Firmen, nach der Gründungsphase, an die Börse gehen. Und dort würden die meisten dann Wertverluste ihrer Aktien erfahren.

Also das Investment läuft ... aber der Betrieb/das Geldverdienen ist noch nicht in trockenen Tüchern ...

Zitat
“Markets generally break later and faster than you think they’re going to,” he said. “We tend to overestimate how soon things are going to happen, and then when it happens, it tends to happen faster.” - See more at: http://spacenews.com/continued-space-investment-growth-not-guaranteed-investors-caution/#sthash.NirrznLN.dpuf (http://spacenews.com/continued-space-investment-growth-not-guaranteed-investors-caution/#sthash.NirrznLN.dpuf)
Die Märkte brächen später und dann schneller zusammen, als man gemeinhin erwartet. (Das liest sich sehr risikobehaftet ... eher nicht vertrauenswürdig/robust.)


Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: hp6300 am 13. Mai 2016, 17:23:37
Brauch SpaceX Erdöl für die Raketen ?
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Pirx am 13. Mai 2016, 17:45:05
Brauch SpaceX Erdöl für die Raketen ?
Was denkst Du, wo das benötigte Kerosin herkommt? Wir müssen und sollten das aber nicht in diesem Thread besprechen ...

Da Du die Frage eh´ im passenden Thread gestellt hast, werde ich hier umgehend löschen, wenn jemand hier darauf eingeht.

Gruß    Pirx
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 03. Juni 2016, 08:03:28
Eine interessante Panel-Diskussion auf der ILA zwischen ESA, DLR, Politik und Airbus zum Thema "Herausforderungen und Chancen in der Raumfahrt", weil Newspace jetzt doch so angesagt ist.

https://www.facebook.com/esa.deutsch/videos/vb.296822727158101/589033024603735/?type=2&theater (https://www.facebook.com/esa.deutsch/videos/vb.296822727158101/589033024603735/?type=2&theater)

Man könnte es gepflegte Unterhaltung nennen, aber auch Streitgespräch, vielleicht sogar man-redet-schön-aneinander-vorbei.

1. Feststellung: es braucht mehr Inspiration

2. Feststellung: es braucht mehr Fluggelegenheiten

3. Feststellung: Agenturen müssen loslassen (können)

4. Feststellung: es braucht mehr Risikobereitschaft

5. Feststellung: es braucht weniger Produkte als viel mehr Business Cases, am besten durch Endkunden finanziert

6. Feststellung: es braucht ein neues Denken

und am Ende: Newspace braucht kein Budget ?!

Ganz schön viel Forderungen für diese neuen, kleinen Firmen. ;)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 03. Juni 2016, 08:41:16
"Agenturen müssen loslassen können ..."

Tja, will die europäische Industrie, dass die öffentliche Hand deren "NewSpace" antreibt? Wo ist denn da der skalierbare Businesscase? NewSpace-Businesscases funktionieren außerhalb der klassischen, öffentlichen (wissenschaftlichen Raumfahrt.
Und was bedeutet "loslassen" am Ende? Die Industrie streicht die (betriebswirtschaftlichen) Chancen ein, die öffentliche Hand trägt das Missionsrisiko? Bei anderen öffentlichen Ausgaben, mit Entwicklungsrisiko, erwartet man doch auch, dass der Staat die Projekte überwacht und kontrolliert ... aka "nicht loslässt" und die Industrie mal einfach machen lässt. Wenn es dann schief geht, geht das eben nur zu Lasten der Agentur.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 24. Juni 2016, 23:27:08
Das neue DLR-Magazin fragt, "ob wir bereit für New Space" sind ? - Die deutsche Raumfahrtlandschaft muss mehr riskieren.

Und geht dabei auf die Entstehung der deutschen New Space Studie ein.

Man sieht im autonomen Fahren (von Autos) als Turöffner (...ohne New Space-Entwicklungen wird das nicht laufen).

http://www.dlr.de/rd/desktopdefault.aspx/tabid-4788/7944_read-46745/ (http://www.dlr.de/rd/desktopdefault.aspx/tabid-4788/7944_read-46745/)

Ziemlich taffe Ansichten. ;)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 24. Juni 2016, 23:32:58
Autonomes Fahren mit Satelliteninternet. Das ist der einzige Zusammenhang, den ich sehe.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Doc Hoschi am 27. Juni 2016, 18:14:27
Zitat
NewSpace Global estimates that the number of private space exploration companies grew from 125 in 2011 to 900 in 2015.
Ok, vielen war sicherlich bekannt, dass sich gerade in jüngerer Zeit zahlreiche neue Unternehmen gegründet haben, aber diese Zahlen hauen dann eventuell nicht nur mich vom Hocker. Eine Steigerung um 620% (!) zwischen 2011 und 2015.

Zitat
That's in large part due to the decreasing cost of space travel as pioneers like Elon Musk improve reusable rocket technology
Quelle: http://www.inc.com/kevin-j-ryan/why-this-former-nasa-manager-is-building-a-private-space-station.html (http://www.inc.com/kevin-j-ryan/why-this-former-nasa-manager-is-building-a-private-space-station.html)

Trend übrigens anhaltend, da es 2016 laut NewSpace Global nun bereits über..beinahe 1000 Unternehmen sein sollen.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 28. Juni 2016, 07:00:48
Der letzte Punkt (bzw. unterstellte Zusammenhang) stimmt so aber nicht. Wie viel billiger sind Starts denn schon geworden? Und welche der vielen "NewSpace"-Firmen sind auf Falcon gestartet.

Nein, billig und einfach ist die Satellitentechnologie und Entwicklungsmethodik geworden ... und als kleiner Mitflieger wird quasi jeder Start preiswert.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Doc Hoschi am 28. Juni 2016, 07:57:20
Wie viel billiger sind Starts denn schon geworden?
Naja, daher heißt es ja auch "aufgrund der sinkenden Preise" und nicht "aufgrund der gesunkenen Preise", d.h. es wird auf eine laufende Entwicklung hingewiesen (die ja tatsächlich SpaceX zu verdanken ist), welche eine zukünftige unternehmerische Fokusierung auf den Weltraum für viele Unternehmer lukrativer erscheinen lässt, auch wenn wir da heute noch am Anfang der Entwicklung stehen.
So ganz von der Hand weisen lässt sich diese Aussage daher also nicht unbedingt, auch wenn ich selbst diesen Punkt nur als einen von vielen Faktoren sehe.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 28. Juni 2016, 08:38:18
SpaceX beflügelt vieles, ja. Aber gilt die Umkehrung: ohne SpaceX kein NewSpace? ... Nein, NewSpace würde immer noch passieren. NewSpace zielt auf neue Anwendungen und Produkte am Endkunden. Raketen sind dabei nur Mittel zum Zweck, und nicht NewSpace an sich.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Doc Hoschi am 28. Juni 2016, 10:50:20
Eben das meinte ich mit vielen Faktoren. Auch mir ist nur die eine Aussage als Erkärung zu kurz gedacht...;)

Gerade NewSpace-Unternehmen wie Zero 2 Infinity, World View, Ad Astra, sowie unzählige Firmen im Ingenieurdienstleistungssektor (Space Tech Partners, Stellar Engines, STAR, um nur einige zu nennen), und spezialisierte Zulieferer von Subsystemen (u.a. Toth Technology, Spacebel oder Orbital Outfitters) haben absolut nichts mit dem Trägermarkt zu tun sind, sind aber sehr wohl Teil der NewSpace-Economy.
All diese Unternehmen hätten sich sicherlich auch ohne SpaceX entwickelt, welches aber heute als Gallionsfigur der NewSpace-Szene hinhalten muss. Das Unternehmen mag vielen Gründern auch durchaus als Vorbild gedient haben, aber Hawthorne ist eben nicht die Keimzelle der NewSpace-Bewegung.
Tethers Unlimited zählt z.B. zu meinen NewSpace-Favoriten und wurde bereits 10 Jahre vor SpaceX gegründet. Andere Aushängeschilder wie Bigelow Aerospace sind ebenfalls älter (1999).
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 28. Juni 2016, 11:02:34
SpaceX ist unabhängig von den anderen Newspace-Firmen. Man hat nicht wirklich Überschneidungen. Die F9 ist zu groß für deren Minisatelliten.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Doc Hoschi am 28. Juni 2016, 11:21:05
Man hat nicht wirklich Überschneidungen. Die F9 ist zu groß für deren Minisatelliten.
Auf wen beziehst du dich denn mit "deren"? Von den von mir aufgezählten Unternehmen hat doch eigentlich nur Spacebel thematisch u.a. mit Minisatelliten zu tun und die wollte ich eigentlich nur als Beispiel eines Softwarezulieferers aufzählen.
Oder hast du World View mit WorldVu (heute ja OneWeb) verwechselt?
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 01. Juli 2016, 09:57:01
Guten Morgen,

tja, ist das jetzt noch "NewSpace":
http://spacenews.com/orbital-insight-raises-20-million-to-wring-earth-imagery-for-actionable-intelligence/ (http://spacenews.com/orbital-insight-raises-20-million-to-wring-earth-imagery-for-actionable-intelligence/)

Orbital Insight hat keine eigenen Satelliten. Sie kaufen einfach Erdbeobachtungsdaten aus mehreren Quellen, entwickeln clevere Analysealgorithmen und erstellen Datenprodukt, u.a. "Autos zählen" und "Füllstände von Öltanks schätzen". Wenn die Daten nicht aus dem Orbit kämen, könnten die auch eine Analysen von Börsenkursen erzeugen ...

"Space" hin oder her ... was passt: sie schauen auf einen Markt mit Endkunden, den sie mit ihren (Daten-)Produkten bedienen können. Die Primärdaten erhalten sie halt aus dem All ... aber prinzipiell ginge das Geschäftsmodell auch ohne Raumfahrt.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Doc Hoschi am 05. Juli 2016, 14:56:37
In der ersten Phase des globalen (!) Startup-Wettbewerbs SPACE RACE, wurden von 300 Anwärtern nun offensichtlich 37 Kandidaten ausgesucht, die in der zweiten Phase einen zehnseitigen Businessplan erstellen und einreichen müssen.
Der SPACE RACE-Wettbewerb dreht sich um 11 NASA-eigene Erfindungen, die vom CAI (Center for Advancing Innovation) aus dem Fundus tausender NASA-Entwicklungen ausgesucht wurden und zukünftig einer kommerziellen Nutzung zugeführt werden sollen.
Am 9. September startet dann die dritte Phase, deren Gewinnern eine NASA-Lizenz winkt nebst 1,2 Millionen $ Anschubfinanzierung.
Am Ende ergibt das somit 11 neue Start-Ups.

Meldung:
http://www.benzinga.com/pressreleases/16/07/p8180881/the-space-race-startup-challenge-advances-37-teams-to-write-business-pl (http://www.benzinga.com/pressreleases/16/07/p8180881/the-space-race-startup-challenge-advances-37-teams-to-write-business-pl)

Zu den Halbfinalisten:
http://www.space-race.org/semi-finalists/ (http://www.space-race.org/semi-finalists/)

Die Idee ist eigentlich super. Vielleicht sollte man national am DLR mal etwas ähnliches versuchen. Genügend kommerzialisierbare Technologien dürften sicherlich auch dort in so mancher Schublade schlummern.

Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 05. Juli 2016, 23:38:59
Nach deiner Beschreibung stelle ich mir adhoc die Frage, warum ein (junger) Unternehmer eine NASA-Erfindung benötigt, denn eigentlich ist diese ja Kern eines Start-up (Idee). Ein Start-up ist ja nun normalerweise kein Dienstleister in der Vermarktung einer externen Erfindung.

Die genannten Startups befassen sich dann auch mit allem Möglichen der Technologiescene und nicht mit Raumfahrt.

Im Sinne der Definition von New Space gehört das hier eigentlich nicht rein, es sei den, alles ist New Space, was das NASA-Logo bekommt.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Doc Hoschi am 06. Juli 2016, 00:20:13
Im Sinne der Definition von New Space gehört das hier eigentlich nicht rein, es sei den, alles ist New Space, was das NASA-Logo bekommt.
Da muss ich dir Recht geben. Der Gedanke, dass da am Ende nicht unbedingt NewSpace-Unternehmen dabei rauskommen, kam mir ebenfalls direkt nach dem Posten. My bad... ;D
Dann vielleicht doch lieber kurzerhand in den NASA-Thread verschieben?

Was mich an der Sache übrigens ohnehin etwas verwundert:
Es heißt die CAI hat das umfangreiche Technologie-Portfolio der NASA über einen langen Zeitraum sehr ausgiebig untersucht und die besagten 11 Entwicklungen als diejenigen mit "near-term commercialization potential" definiert. Spektakuläres sucht man da auf den ersten Blick vergebens.
Und wenn man sieht was an so mancher Uni aufgrund unzähliger Bachelor-, Master- oder Doktorarbeiten bisweilen an innovativen Konzepten mit Kommerzialisierungspotential schlummert, fällt es etwas schwer die 11 Themen als Crème de la Crème der NASA-Entwicklungen mit Startup-Potential zu sehen.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 06. Juli 2016, 07:31:14
Die Gedanken hatte ich auch ...

noch ein Punkt zur Umkehrung hier: Das ist wieder typisch Technologie (der NASA) sucht eine Anwendung ...
So wird das schon häufig und klassisch gemacht, und bleibt oft im TRL-Tal des Todes stecken ...

NewSpace ist doch: Anwendungsidee sucht (beliebige) Technologie ...
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 06. Juli 2016, 08:27:30
NewSpace ist doch: Anwendungsidee sucht (beliebige) Technologie ...

Es macht Sinn, den Begriff zu klären. Das Flagschiff der NewSpace-Scene ist SpaceX und paßt nicht in diese Definition.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 06. Juli 2016, 08:48:36
Wieso nicht?

Sie wollen Satelliten preiswerter starten ... und haben sich für Raketentechnologie entschieden (und gegen Railgun oder SpaceElevator).
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 06. Juli 2016, 09:51:10
Weil die Anwendungsidee "Satelliten preiswert starten" nicht besonders neu ist (und die technische Lösung per Rakete auch nicht.)

Das Verständnis der BMWi-Studie zu New Space ist auch fragwürdig und würde SpaceX schlicht in die traditionelle kommerzielle Raumfahrt einordnen. Beim Definieren war da wohl mehr die politische Vorgabe Vater des Gedankens.

Bei Wikipedia bzw. "The evolving ecosystem of NewSpace" von Jeff Foust steht, dass es keine scharfe Definition gibt, da wird von "unternehmerischer Raumfahrt" gesprochen.
- "NewSpace ... is a way of doing business"
- "NewSpace ... is an industry doing business in a new way."
- "NewSpace ... is an industry that’s doing business for a purpose"
- "NewSpace company is a company that is built, formed, operated by, funded by, or has as part of its business plan the opening of the space frontier, and making a profit while doing so "
- "It is the industrial engine that will power the movement towards a more fundamental goal of space settlement".
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 06. Juli 2016, 10:48:41
Weil die Anwendungsidee "Satelliten preiswert starten" nicht besonders neu ist (und die technische Lösung per Rakete auch nicht.)

Die Anwendung muss nicht komplett neu sein. Die Technologie schon gar nicht. Aber der Markt, was man dort erreichen möchte, wen man dort bedienen möchte, wie groß man dort werden möchte ... das sind die Aspekte des NewSpace und Verfahren.

Zitat
Das Verständnis der BMWi-Studie zu New Space ist auch fragwürdig und würde SpaceX schlicht in die traditionelle kommerzielle Raumfahrt einordnen. Beim Definieren war da wohl mehr die politische Vorgabe Vater des Gedankens.
In de Grafik werden doch auch "neue Träger und Startsysteme" unter NewSpace eingeordnet. Das beist sich natürlich etwas unscharf mit "LEO/MEO/GEO Traäger" auf der linken Seite ...


Für mich selbst sind aber "Träger" auch nicht wirklich NewSpace. Die sind Mittel zum Zweck, selbst Satelliten sind nur Mittel zum Zweck ... klassischer "upstream" ... die werden halt etwas mit neuen Technologien bestückt und mit Methoden realisiert, sind aber nicht "an sich neu".
Die intelligenten Produkte und neuen Märkte kommen dahinter, im "downstream".
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 19. Juli 2016, 09:41:41
Das DLR hat eine neue Webseite für ihre "Komponenteninitiative", in der das ganze Kredo der kommerziellen Raumfahrt beschworen wird (weg von staatlichen Aufträgen, neue Geschäftsmodelle, Start-ups, ISS-Raumtransport, etc.).

Die deutsche Industrie soll mit Komponenten für die Raumfahrt kommerziell erfolgreich sein/werden.
"Typische Beispiele sind Drall-Räder, Sternsensoren, Funkverstärker oder Leistungselektronik."

Die Maßnahmen sind dann aber doch sehr klassisch, es werden auf Antrag Zuwendungen (Subventionen) für die Industrie aus dem deutschen Raumfahrtbudget gegeben. Neben Geld soll es auch Unterstützung geben, um zb. die Komponenten in ESA-Programmen unterzubringen.

http://komponenteninitiative.dlr.de/ (http://komponenteninitiative.dlr.de/)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 19. Juli 2016, 09:53:58
Komponenten selbst sind an sich ja auch nicht "new space economy". Das sind erstmal nur Bauteile. Aber deutsche Komponenten/Bauteile sollten in den Satelliten einer NewSpace-Economy arbeiten. Deutschland möchte hier konkurrenzfähige Zulieferer für eine NewSpace-Economy haben.

Ein wichtiger Paradigmenwechsel, beginnend bei Bauteilen, wird sein: Weg von der dedizierten Produktqualifikation (für eine Mission), hin zur allgemeinen Prozessqualifikation (für x Missionen) in der Raumfahrt.

Aber die Frage ist durchaus: was kann oder sollte der Staat hier fördern?
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 10. August 2016, 09:12:48
http://www.businessinsider.de/deutsche-raumfahrt-von-bremen-in-den-orbit-2016-8 (http://www.businessinsider.de/deutsche-raumfahrt-von-bremen-in-den-orbit-2016-8)

Bremens Senator Günthner besucht Kalifornien (aka SpaceX).
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 10. Januar 2017, 23:20:54
Skybox Imaging, das 2014 von Google aufgekaufte Startup heißt nun Terra Bella (kein Witz...)
Das Unternehmen will in den nächsten Jahren über ein Dutzend weitere Satelliten in den Orbit bringen und sich vom reinen Bereitsteller von Bildern zu einem Dienstleister entwickeln, der verschiedenste Informationsprodukte verkaufen will, in die auch andere Datenquellen einfließen sollen. Da passt ja Google mit seinem datenschatz rein wie die Faus auf`s Auge  :-X
Quelle: http://spacenews.com/googles-skybox-imaging-has-new-name-business-model/ (http://spacenews.com/googles-skybox-imaging-has-new-name-business-model/)

Google will wohl wieder verkaufen und zwar an Planet Labs, wobei das wohl mehr eine Konsolidierung ist, wenn sich Google dabei an Planet Labs beteiligt. Ein Wettbewerber weniger im Bereich Satellitenbild-Vermarktung, neben DigitalGlobe Inc. und Airbus DS.

https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-01-09/alphabet-said-in-talks-to-sell-skybox-satellite-business (https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-01-09/alphabet-said-in-talks-to-sell-skybox-satellite-business)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Axel_F am 03. Februar 2017, 23:57:52
Interessanter Artikel in der Wirtschaftswoche:http://app.wiwo.de/technologie/forschung/weltall-das-geschaeft-mit-dem-weltraum/19305922.html (http://app.wiwo.de/technologie/forschung/weltall-das-geschaeft-mit-dem-weltraum/19305922.html)

Dabei werden viele Felder genannt die New Space Economy bedient. Vor allem gehts um Erdbeobachtung mit CubeSats im Speziellen für private Wirtschaftsspionage (Füllhöhe von Tanksilos, Anzahl Container in den internationalen Großhäfen, Einschätzung der Getreideernte,...).
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Doc Hoschi am 04. Februar 2017, 09:53:34
Google will wohl wieder verkaufen und zwar an Planet Labs, wobei das wohl mehr eine Konsolidierung ist, wenn sich Google dabei an Planet Labs beteiligt.

Das Geschäft wurde jetzt am 03. Feburar offiziell verkündet.
Der Verkaufspreis wäre angesichts des Kaufpreises von $500 Millionen im Jahr 2014 interessant zu wissen...:-X
An einer Stelle wird von ca. $300 Millionen gemunkelt.
Alle sieben SkySats und ca. 60-80 Google-Mitarbeiter gehen somit zu Planet Labs.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 07. März 2017, 19:56:33
Laut einer Meldung von der "Satellite 2017"-Konferenz machen sich manche Finanzierer offenbar Gedanken, ob im ganzen NewSpace-Markt (wie immer das genau abzugrenzen ist) eine Finanzblase entstanden ist, z.B. bei den Trägern und der Erdbeobachtung ... oder ob es nur eine beginnende Konsolidierungsbewegung in einige Marktsegmente ist, z.B. Erdbeobachtung.

http://spacenews.com/space-startups-risk-a-bursting-investment-bubble/ (http://spacenews.com/space-startups-risk-a-bursting-investment-bubble/)

Naja, die Frage stellt sich wohl in jedem dynamischen Markt, mit viele Akteuren und viel Geld.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Doc Hoschi am 14. März 2017, 18:03:37
Auch auf russischer Seite möchte man seinen Teil vom NewSpace-Kuchen.
Aktuelles Beispiel hierfür ist das Unternehmen CosmoCourse
http://www.cosmocourse.com (http://www.cosmocourse.com) (leider nur auf russisch)

Man plant gegenwärtig wohl schon ein eigenes Pad in Baikonur: http://tass.com/science/935496 (http://tass.com/science/935496)

Zitat
Pushkin [der Unternehmenschef] says the company hopes to make 115 launches a year.
"In the end we will have about 700 space tourists a year, provided one spaceship seats six," he said. Pushkin is certain there are enough wealthy people around the world capable of paying $200 million - $250 million for a space flight. According to the company’s website, the first suborbital flight may take place in 2021

Zuerst einmal möchte man wohl BO ärgern (allerdings soll es deutlich höher gehen: 180-220km --> 5-6min Schwerelosigkeit). Dagegen scheinen Flüge mit New Shepard von den Kosten her eher für die Armen unter den Reichen zu sein. :)
Das Prinzip der Landebeine kommt einem sehr bekannt vor, aber was soll's...ist ja nicht patentgeschützt. Sowas möchte Musk ja nicht.
 
(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up050746.png)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Klakow am 14. März 2017, 19:35:05
Kommische Idee, 200M$ für sechs Personen und dann gerade mal für 6min Schwerelosigkeit ins All? Dagegen ist ne F9 und Dragon V2 mit bis zu 7 Personen wie lange im All, drei äh Minuten, ne Stunden, ne ach das waren Tage.
Vielleicht bin ja nicht gerade der hellste, aber das scheint mir ne ziemlich bescheuerte Idee zu sein.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Calapine am 14. März 2017, 20:32:31
Ja wirkt überteuert. Laut Medien  (http://www.chron.com/news/houston-texas/article/30-million-buys-Austin-resident-a-ride-on-Soyuz-1763515.php)hat Richard Garriot nur $30 Mio (in 2008 Dollar) für seinen elf tägigen Trip zur ISS bezahlt. Und auch wenns drei mal so viel wäre, noch immer ein besseres Angebot...
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Rücksturz am 20. März 2017, 21:56:50
Bericht zum DisruptSpace-Summit in Berlin vom Gastautor Peter M. Schneider:

"Millionen dringend gesucht - Little NewSpace Berlin
Auf dem DisruptSpace Summit 2017 traf die europäische Raumfahrt-Start-up-Szene auf das große Geld."

Weiter geht es im Portal:
https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/20032017204005.shtml (https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/20032017204005.shtml)

Viele Grüße
Rücksturz
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Axel_F am 20. März 2017, 21:58:57
Bericht zum DisruptSpace-Summit in Berlin vom Gastautor Peter M. Schneider:

"Millionen dringend gesucht - Little NewSpace Berlin

Toller Bericht! Da bekommt man ja richtig Hoffnung auf Innovation in der europäischen Raumfahrt!  :D
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Doc Hoschi am 21. März 2017, 08:21:38
Kann mich nur anschließen, schöner Artikel.

Zitat
Die Norweger lassen derzeit ein Triebwerk in Florida entwickeln, Ende des Jahres sollen Entwicklung und Bau der Rakete in Norwegen starten.

Ist bekannt bei wem genau Ripple sich in Florida ein Triebwerk entwickeln lässt? Es wundert mich, dass man sich hierzu überhaupt geäußert hat.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Youronas am 21. März 2017, 20:12:10
Das Triebwerk wird von Rocketstar (http://rocketstar.nyc/) entwickelt, weitere Details dazu gibt es im Ripple Aerospace Nachbarthread (https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=14410.0).

Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Doc Hoschi am 21. März 2017, 20:35:59
Danke. Sowas...prompt überlesen. ::)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 18. Mai 2017, 13:36:42
DLR und die Initiative InnoSpace Masters haben in einem halbjährigen Auswahlprozess in drei Kategorien jeweils drei Preisträger ausgewählt.

http://www.innospace-masters.de/gewinner-2017/ (http://www.innospace-masters.de/gewinner-2017/)

So sieht also der deutsche/europäische Weg von Newspace aus.

Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Doc Hoschi am 13. Juni 2017, 17:34:26
Der deutsche Frühphaseninvestor HTGF (High-Tech Gründerfond) investiert in das britische NewSpace-Unternehmen Orbex Space Launch Ltd.

Leider gibt es bisher wenig Bekanntes über das Innovationspotential des Unternehmens, aber wenn der HTGF in ein ausländisches Unternehmen investiert, wird man sich dabei wohl etwas gedacht haben.

http://high-tech-gruenderfonds.de/de/high-tech-gruenderfonds-investiert-in-raumfahrtunternehmen-orbex/ (http://high-tech-gruenderfonds.de/de/high-tech-gruenderfonds-investiert-in-raumfahrtunternehmen-orbex/)

Von der Webseite (http://www.orbex.space/#vehicle) von Orbex:
Zitat
Orbex is developing a completely new orbital micro-launch vehicle with a range of innovative technologies.
The Orbex launcher exploits a novel, sustainable fuel strategy to create one of the lowest inert mass fractions of any space launch vehicle.
All vehicle subsystems are being developed in-house, including rocket engines, avionics, GNC, software and patent-pending structures technologies
Zitat
Orbex can accommodate a range of payload capacities between 100kg-220kg, to altitudes of between 200km-1250km, inserted into SSO or polar orbits.

Erfolgreiche Triebwerktests sind wohl laut dem HTGF-Artikel auch schon erfolgt.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Lumpi am 27. Juni 2017, 16:58:41
Der deutsche Frühphaseninvestor HTGF (High-Tech Gründerfond) investiert in das britische NewSpace-Unternehmen Orbex Space Launch Ltd.

Orbex will noch eine 2000 m² große neue Produktionshalle in Schottland bauen und hätte zudem auch schon bei den Behörden die Genehmigung für den Bau eines Weltraumbahnhofs an der Nordküste Schottlands beantragt.
http://www.trendsderzukunft.de/orbex-startup-will-von-schottland-aus-raketen-ins-all-schicken/2017/06/26/ (http://www.trendsderzukunft.de/orbex-startup-will-von-schottland-aus-raketen-ins-all-schicken/2017/06/26/)
http://www.orbex.space/orbex-reveals-1200m2-space-rocket-factory/ (http://www.orbex.space/orbex-reveals-1200m2-space-rocket-factory/)

Peter Beck (Rocket Lab) ist nicht begeistert...   ;)
Zitat
The only criticism I have is that the UK Government needs to stop trying to build a launch site; it doesn’t have the geography for it. The country needs to stop talking about a launch facility in Scotland and focus on what it’s good at: building satellites.
http://www.telegraph.co.uk/connect/small-business/rocket-lab-founder-i-want-to-make-space-accessible/ (http://www.telegraph.co.uk/connect/small-business/rocket-lab-founder-i-want-to-make-space-accessible/)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Sensei am 28. Juni 2017, 09:37:59
Noch ein Mikrolauncher...  ::)

Ein Startplatz in Schottland ist aber durchaus umsetzbar. Für einen Mikrolauncher braucht man da auch nicht soo viel Infrastruktur. Und so lange es nur in einen Polaren Orbit geht.. Nur das Wetter muss dann in Schottland auch mitspielen.

Wobei gerade bei Mikrolaunchern eher Luftstarts IN sind.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Axel_F am 28. Juni 2017, 10:18:59
Grund für Großbritannien als Startplatz wird wohl auch der letztes Jahr (?) verabschiedete Space Act sein. Damit wird man ordentlich Fördergelder bekommen.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Sensei am 20. August 2017, 20:50:12
New Space" - mehr als eine Floskel?

Von Goldrausch und Luftschlössern im Weltraum

http://www.deutschlandfunk.de/new-space-mehr-als-eine-floskel-von-goldrausch-und.740.de.html?dram:article_id=393421 (http://www.deutschlandfunk.de/new-space-mehr-als-eine-floskel-von-goldrausch-und.740.de.html?dram:article_id=393421)

Ein ordentlicher 27 min Beitrag vom DLF zum Thema new Space.

ABER er leidet sehr darunter dass als roter Faden die Prämisse 'Elon Musk, der 'spinner', ist nicht new Space. Sondern eher Airbus mit ihren Satellitenproduktion für one Web und 'planet' mit ihrer Erdbeobachtung.

Da wird sich manches zurecht gebogen und Strohpuppen bekämpft  >:(
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Klakow am 20. August 2017, 22:34:53
Ich habe eben einen Kommentar an den DLF geschickt, bin gespannt über die Antwort.
Bis jetzt war der DLF das Einzige wo ich das Gefühl hatte ich bekomme etwas für mein Zwangsabo bei der GEZ,
selten so einen schlechten Journalismus von denen gesehen. >:( >:( >:(
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 20. August 2017, 23:01:20
Zumindestens journalistisch kann ich eure Kritik nicht teilen. Musk & Co. werden durchaus als Begründer des "New Space" Phänomens herausgestellt und das man das Weltraumgeld auf der Erde verdienen will, ist hierzulande wohl das Verständnis von Newspace.

Ich würde die Deutungshoheit des Begriffs NewSpace nicht allein einem OHB-Mitarbeiter zugestehen, bzw. wir sind ja seit Beginn dieses Threads selbst auf der Suche danach und der erste Beitrag spiegelt sogar ziemlich genau den Inhalt des DLF-Beitrags.

Am Wochenende hab ich mir das DLR-Dokument "Deutsches Raumfahrtprogramm" angesehen, ist von 2001, da war auch schon von mehr kommerzielles Geschäft die Rede und auch der schöne Satz:
"Entscheidendes Ziel für eine zukünftige Generation von Raumtransportern ist die deutliche Senkung der Transportkosten. Es ist zu erwarten, dass dies nur mit teilweise oder vollständig wiederverwendbaren Systemen realisiert werden kann."
http://www.dlr.de/dlr/Portaldata/1/Resources/documents/drp.pdf (http://www.dlr.de/dlr/Portaldata/1/Resources/documents/drp.pdf)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 20. August 2017, 23:19:34
Am Wochenende hab ich mir das DLR-Dokument "Deutsches Raumfahrtprogramm" angesehen, ist von 2001, da war auch schon von mehr kommerzielles Geschäft die Rede und auch der schöne Satz:
"Entscheidendes Ziel für eine zukünftige Generation von Raumtransportern ist die deutliche Senkung der Transportkosten. Es ist zu erwarten, dass dies nur mit teilweise oder vollständig wiederverwendbaren Systemen realisiert werden kann."
http://www.dlr.de/dlr/Portaldata/1/Resources/documents/drp.pdf (http://www.dlr.de/dlr/Portaldata/1/Resources/documents/drp.pdf)

Aber die Plastikflasche, die ist doch auch ein Wegwerfding!!!! ;D [Diesen Witz versteht man nur, wenn man Wörners Interviews liest] Viele Leute entsorgen sie auch im Meer genau wie es Europa mit den Raketen macht.

Das DLR war für Wiederverwendung bevor es dagegen war. Aber halt: 2001 waren ja die Grünen in der Regierung, daran muss es gelegen haben.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 29. August 2017, 20:31:11
Auf dem DGLR e.V. Kongress am 05.09. spricht ESA-Chef Wörner über neue Wege in der Raumfahrt. Nicht mehr der Staat, sondern private Unternehmen machen jetzt die Raumfahrt. Er nennt es Space 4.0, andere NewSpace.

Er will erläutern, wie die ESA darauf reagieren kann.

"Was sind zentrale deutsche Raumfahrtthemen heute und vor allem morgen? Damit Deutschland auch in Zukunft einen signifikanten Beitrag zu internationalen Raumfahrt-Kooperationen leisten kann und nicht den Anschluss zu anderen Raumfahrt-Nationen verliert, ist der Dialog zwischen Experten und Fachkundigen nötig."

http://www.dglr.de/nc/meldungen/dglr_news_meldung/article/dlrk-2017-neue-wege-in-der-raumfahrt/index.html (http://www.dglr.de/nc/meldungen/dglr_news_meldung/article/dlrk-2017-neue-wege-in-der-raumfahrt/index.html)

Was ist der Unterschied zwischen Experten und Fachkundigen.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Doc Hoschi am 01. September 2017, 09:35:18
Es gibt ein neues deutsches NewSpace-Startup: Bake in Space GmbH (Bremen) --> http://bakein.space/ (http://bakein.space/)
Dort möchte man allerdings erstmal nur kleine Brötchen backen...;D
Bei Brot macht uns Deutschen eben keiner was vor!

Siehe auch: http://www.ln-online.de/Nachrichten/Norddeutschland/Galaktische-Erfindung-Nie-wieder-Kruemel (http://www.ln-online.de/Nachrichten/Norddeutschland/Galaktische-Erfindung-Nie-wieder-Kruemel)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 03. September 2017, 22:20:51
Die Sueddeutsche stellt das Start-up German Orbital Systems, Berlin vor, dass Cubesats baut und auf Sojus mitfliegen will. Ariane und SpaceX sind zu teuer.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/gipfelstuermer-per-anhalter-in-den-orbit-1.3620597 (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/gipfelstuermer-per-anhalter-in-den-orbit-1.3620597)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 22. September 2017, 13:07:12
Ach, in Europa gibt es vermutlich auch Menschen wie EM nur schmeißt man denen so viele Knüppel zwischen die Beine das jedes Rennen schon nach zwanzig Entwicklungsmetern im Krankenhaus endet.

Es wäre schwieriger aber nicht unmöglich. Mit genug Startkapital (> 3 Milliarden) könnte man sowas wie SpaceX auch in Europa machen. Die ESA lässt man links liegen, finanziert die Trägerentwicklung komplett selbst und startet kommerzielle Satelliten + EU Satelliten + nationale Satelliten. Die ESA startet eh fast nichts und wenn dann bei einer Partnerbehörde um Kosten zu sparen (siehe ExoMars z.B.).

In Europa ist man auf der Suche nach einem europäischen Elon Musk.

Nja, nicht wirklich, aber man hätte schon gerne den europäischen Weg des New Space.
Die ESA ist stolz auf 500 Startups, die aber meist gar nichts mit Raumfahrt zu tun haben, hauptsache "New" und "Business" eben.

Das ESPI hat sich in seiner Herbstkonferenz dem Thema "Innovation in the New Space Economy" gewidmet.

Viele Präsentationen enthalten viel Selbstdarstellung, aber wenn man sich für das Phänomen "NewSpace" interessiert, auf jeden Fall lesenswert. Man kann die verschiedenen Standpunkte mit viel Zahlen und Argumenten nachvollziehen. (zb. Patente, Budgets, Prozesse, Hype vs. Trend, etc.)

Ich möchte keinen herausgreifen, meine gewonnene Erkenntnis wäre, dass
- das europäische Verständnis (Erwartung) darin liegt, dass private Investments die staatlichen ersetzen während die NASA lediglich von Privat Public Partnership spricht.
- die Beschaffungsprogramme CRS und CCDev zu NewSpace (PPP) geführt haben, während die europäischen Beschaffungsprogramme Galileo/Copernicus keine kommerziellen Anteile haben (bzw. allenfalls nur den späteren downstream-Sektor betreffen) und in der Exploration keine derzeit existent sind.

Die Vorträge sind auf dieser Seite abrufbar:
http://www.espi.or.at/downloads (http://www.espi.or.at/downloads)
 
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 22. September 2017, 14:20:40
Ich möchte keinen herausgreifen, meine gewonnene Erkenntnis wäre, dass
- das europäische Verständnis (Erwartung) darin liegt, dass private Investments die staatlichen ersetzen während die NASA lediglich von Privat Public Partnership spricht.
- die Beschaffungsprogramme CRS und CCDev zu NewSpace (PPP) geführt haben, während die europäischen Beschaffungsprogramme Galileo/Copernicus keine kommerziellen Anteile haben (bzw. allenfalls nur den späteren downstream-Sektor betreffen) und in der Exploration keine derzeit existent sind.

An dieser Stelle sollte man betonen, dass "nur" weil es ein neues Programm gibt, es nicht auch zwangsläufig einen neuen Musk gibt. Wenn man sich die Performance von Orbital/CEO Thompson bei COTS/CRS anschaut, dann ist das genau das, was auch OHB oder Airbus machen würde. Nämlich das minimal notwenige, um den maximalen Gewinn rauszuholen. Nichts perspektivisches, nichts langfristiges, hauptsache der Aktionär bekommt ne dicke Dividende.

Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 22. September 2017, 19:10:04
Natürlich kann man das ganze auch auf die Unternehmerpersönlichkeit fokussieren, aber dann wird das eine gesamtgesellschaftliche Frage und inwieweit wir hier über geeignetes Personal (Unternehmer) verfügen.
Bisher wurde jedenfalls Newspace an anderen Kriterien festgemacht als an persönlichen Eigenschaften bzw. Motiven. Andernfalls macht man es Politikern vielleicht zu leicht, die selbst gerne auf fehlende Unternehmerkultur verweisen.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 22. September 2017, 19:18:36
Natürlich kann man das ganze auch auf die Unternehmerpersönlichkeit fokussieren, aber dann wird das eine gesamtgesellschaftliche Frage und inwieweit wir hier über geeignetes Personal (Unternehmer) verfügen.

Ich sehe kein geeignetes Personal.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 22. September 2017, 19:47:05
Also auch selbst nicht? ^^ ;)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 22. September 2017, 20:22:14
Also auch selbst nicht? ^^ ;)

Nein, ich halte mich nicht für qualifiziert genug ein Unternehmen à la SpaceX zu führen (mal das notwendige Kleingeld vorausgesetzt). ;)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: lngo am 23. September 2017, 03:44:16
Natürlich kann man das ganze auch auf die Unternehmerpersönlichkeit fokussieren, aber dann wird das eine gesamtgesellschaftliche Frage und inwieweit wir hier über geeignetes Personal (Unternehmer) verfügen.

Ich sehe kein geeignetes Personal.

Ich sehe das anders. Personal ist in Europa definitiv und mehr als ausreichend und kompetent vorhanden.

Was hier in den USA so faszinierend ist, ist die Fähigkeit zur Selbstvermarktung. Ich weiß nicht warum, ich habe viele Ideen, aber keine echte Antwort. Ich kenne genug Kollegen und Bekannte, deren Selbsteinschätzung jegliche Realität locker hinter sich gelassen hat und sich im tiefen Raum der puren Fantasie befindet. Das hat auch Vorteile: jemand der sich als sehr fähig einschätzt, wird mehr zugetraut, sie/er erreicht auch mehr.

Ich finde SpaceX aus zwei Gründen faszinierend. Erstens der Führungsstil, der sich nicht daran richtet 'eine hohe Prämie auf unsere Kapitalkosten [zu] verdienen' (PRIMA, genau DESWEGEN bin ich Ingenieur geworden und zu dieser Firma gekommen *kotz*), sondern hat einfach wirklich visionäre Ziele (Zum Mars anstelle von 'Umsatz bis 2020 verdoppeln'). Zweitens ist das Marketing von SpaceX, maßgeblich Elon Musk. Ich weiß (und verstehe) viele die SpaceX deshalb kritisieren, aber ich sehe das so: durch seine bildstarken (die letzte IAA Präsentation hat ihm waitbutwhy unterstützt, lohnenswertes Blog) Visionen besorgen SpaceX die hoch motivierten und hochausgebildeten Mitarbeiter, die für verhältnismäßig wenig Geld viel härter als andere arbeiten. Ich kenne das andere Ende des Spektrums, hier in der City of Oil Houston, TX: man bekommt einen Arsch voll Geld für bereits mittelmäßige Leistung (nunja, vor allem vor 2015 als der Ölpreis noch stimmte....).

Die Europäer sind da zurück haltender. Die Deutschen* sowieso, die sich (wie ich glaube) manchmal erst trauen was zu tun wenn der Erfolg garantiert ist, und zu oft Bewährtes Neuem vorziehen.
*damit meine ich die durchschnittliche Einstellung im Berufsleben. Studenten und Berufsanfänger sind selbstverständlich hier deutlich offener, aber auch hier: keiner meiner Kommilitonen im Studium war Selbstständig (oft als etwas was wir Scheinselbstständigkeit nennen würden, aber das ist immer noch mehr als ich je risikiert habe), von meinen US Kollegen dagegen jeder 5.!

Aber wir Europäer können auch so einiges. Generell sind wir erheblich diverser als unsere amerikanischen Freunde, und auch einfach deutlich billiger. Wir habe die Technologie bereits und die Leute. Wir können auch kopieren, es ist nun gezeigt dass eine Wiederverwendung der Erststufen technologisch und (extrem wahrscheinlich auch) wirtschaftlich erfolgreich ist. Wir kriegen das auch hin, fragt sich nur ob wir das vor den Chinesen schaffen. Der Markt hat sich schon geändert, der Druck ist da. Wer sagt denn das die Arianne 6 nicht parallel mit einem Arianne Next Generation Launcher (überhaupt, A wie Arianne... wie wärs mal mit dem nächsten Buchstaben?!) starten kann.

Ich wünsche mir in der Politik, vor allem in Deutschland, endlich mal wieder etwas mehr Bereitschaft zur Innovation! Hallo, Bayern zieht fast (stimmt nicht, ich weiß) einen Fusionsreaktor durch, der inzwischen erfolgreicher aussieht als der milliardenschwere ITER! Wir können das, uns steht nur eine lahmarschige Verwaltung (und simplen, risikoarmen Zielen ausgerichtete Politik) entgegen!

Ich habe daher Hoffnung. Noch ein, zwei Jahre, bis es richtig weh tut. Dann wird sich auch was bewegen, und es wird schneller gehen als viele denken. SpaceX hat den Weg aufgezeigt, die Nachfolger haben es immer einfacher, vor allem wenn die Infrastruktur und Leute bereits da sind.

Hier im Forum gibt es einige, die in europäischen Weltraumprogrammen arbeiten, ich würde gern eure Meinung hören!
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: MarsMCT am 23. September 2017, 08:13:41
Ich sehe kein geeignetes Personal.
Ich sehe das anders. Personal ist in Europa definitiv und mehr als ausreichend und kompetent vorhanden.

Erstklassige Leute haben wir sicher, das bezweifle ich auch nicht. Ich glaube aber, Tobi hat da eher an die Führung der Firma gedacht. Ein Elon Musk ist einmalig in seiner Kombination von Eigenschaften. Einschließlich der Fähigkeit, die richtigen Leute in Führungspositionen zu bringen. Z.B. Gwynne Shotwell. Ohne ihn geht es auch, spätestens wenn bewiesen ist, daß etwas möglich ist. Aber erst dann und halb so schnell und doppelt so teuer.

Ich habe daher Hoffnung. Noch ein, zwei Jahre, bis es richtig weh tut. Dann wird sich auch was bewegen, und es wird schneller gehen als viele denken. SpaceX hat den Weg aufgezeigt, die Nachfolger haben es immer einfacher, vor allem wenn die Infrastruktur und Leute bereits da sind.

Hier im Forum gibt es einige, die in europäischen Weltraumprogrammen arbeiten, ich würde gern eure Meinung hören!

Ich auch. Ich arbeite zwar nicht im Weltraumprogramm aber:

Ich wünsche mir daß es so kommt, sehr sogar. Es kann auch sein, daß es so kommt. Aber die Möglichkeit besteht, daß man sich zurückzieht auf Ariane 6 und das Programm als Baustein europäischer Unabhängigkeit mit Milliardensubventionen am Leben erhält. Auf kommerzielle Flüge, die man zur Zeit noch sehr erfolgreich durchführt, verzichtet man dann eben. Ich habe in meinem Arbeitsleben immer wieder gesehen, daß die irrsinnigsten Sachen getan werden, weil "Die Verfügungslage ist so". Da ist es nicht mal legitim, etwas anderes auch nur zu denken.

 
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 23. September 2017, 08:55:34
Ich bezog mich auf die Unternehmensführung. Es gibt sicherlich technisch/ betriebswirtschaftlich ausreichend qualifizierte Leute in Europa.
1. Und hier geht es schon los: die Firma muss Talente aus ganz Europa magisch anziehen. Dazu braucht es eine europäische und keine nationale Ausrichtung der Unternehmenskultur.   Daran scheitert schonmal PLD Space. Außerdem ein attraktiver Unternehmensstandort in der Nähe einer Großstadt (wegen dem internationalen Flair).

2. Der/die Chefin muss eher extrovertiert sein und in der Anfangsphase nonstop Interviews geben um Reklame zu machen. Niemand kann bei einem Unternehmen einkaufen oder dort arbeiten, wenn er es nicht kennt. In der europäischen Raumfahrt sind außer Wörner und Le Gall alle sehr öffentlichkeitsscheu.

3. Die Unternehmensführung muss Innovation nicht nur predigen, sondern auch durchziehen. Und damit meine ich nicht Optimierung von bestehendem sondern auch neue Ideen waagen. Die Airbus-Führung ist da z.B. alles anderes als glaubwürdig. Beim A350 muss man sich erst vom Kunden zur Innovation zwingen lassen, Adeline ist nur PR, der Elektroflieger eingestellt. Mutig voranschreiten sieht anders aus.

4. Vision: ja eine Vision für die Zukunft müsste man haben: so wie Apple-Chef Steve Jobs, so wie Elon Musk. Viele "normale" CEOs verwalten doch nur, natürlich gibt es auch Ausnahmen. Hauptsache die Abfindung stimmt.

5. Veränderungen durchzudrücken ist ein enormer Kraftaufwand gegen den inneren Schweinehund, gegen viele Widerstände, da braucht es viel Ausdauer.

6. Und allgemeine Unternehmensführung und technischer Sachverstand, das müsste man auch noch können.


Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Doc Hoschi am 23. September 2017, 09:18:25
Ich bezog mich auf die Unternehmensführung. Es gibt sicherlich technisch/ betriebswirtschaftlich ausreichend qualifizierte Leute in Europa.
1. Und hier geht es schon los: die Firma muss Talente aus ganz Europa magisch anziehen. Dazu braucht es eine europäische und keine nationale Ausrichtung der Unternehmenskultur. Daran scheitert schonmal PLD Space. Außerdem ein attraktiver Unternehmensstandort in der Nähe einer Großstadt (wegen dem internationalen Flair).

Ich verstehe nicht wie man aufgrund einer spanischen Fahne im Hintergrund eines PLD Space-Videos zu dem Schluss kommen kann, das dies Fachkräfte aus anderen EU-Ländern abschrecken könnte. Dabei haben die Spanier und viele andere europäische Länder lediglich eine vollkommen andere Einstellung zum Nationalstolz wie wir. Ich persönlich fände es auch unangebracht wenn jetzt bei jedem Rovertest der PT Scientists die Deutschlandflagge im Hintergrund wehen würde. Spanische NewSpace-Unternehmen wie PLD Space und ZeroIIInfinity heißen kompetentes Personal aus anderen EU-Ländern sicherlich genauso willkommen wie andere europäische NewSpace-Unternehmen.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 23. September 2017, 09:29:51
Die Facebook-Seite von PLD Space ist komplett spanisch. Man hätte wenigstens noch ne englische Übersetzung bereitgestellen können.

Und natürlich ist der Nationalstolz in anderen Ländern viel größer, aber jeder ist auf sein eigenes Land stolz. Und nicht auf Spanien (außer den Spaniern). Warum sollte jetzt also irgendjemand nach Spanien ziehen?

Aber viele junge Leute haben eine viel stärkere EU-Identifizierung, die wären eher bereit in ein anderes Land zu ziehen.

Die europäische Ausrichtung ist übrigens ein starker Punkt von Airbus.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Doc Hoschi am 23. September 2017, 09:46:45
Die Facebook-Seite von PLD Space ist komplett spanisch. Man hätte wenigstens noch ne englische Übersetzung bereitgestellen können.

Das ist allerdings in der Tat etwas was ich auch nicht so ganz verstehe. Kommt Zeit kommt Englisch?
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 23. September 2017, 10:01:38
Airbus + commercial space = Liberty!

(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up066870.jpg)

Ja das wollte man damals bei ATK und Airbus bauen und hat es bei CCDev2 eingereicht!
https://en.wikipedia.org/wiki/Liberty_(rocket) (https://en.wikipedia.org/wiki/Liberty_(rocket))

Die Rakete ist in etwa so sinnvoll wie die Antares...
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 23. September 2017, 10:03:22
Die Facebook-Seite von PLD Space ist komplett spanisch. Man hätte wenigstens noch ne englische Übersetzung bereitgestellen können.

Das ist allerdings in der Tat etwas was ich auch nicht so ganz verstehe. Kommt Zeit kommt Englisch?

Ok eine französische & deutsche Übersetzung wäre natürlich auch schön gewesen aber ich wollte ja nicht zu hohe Anforderungen stellen.

Ich frage mich übrigens, welcher Kunde Spanisch versteht, sehr wahrscheinlich nicht soviele...
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: MpunktApunkt am 23. September 2017, 10:09:40
Ich frage mich übrigens, welcher Kunde Spanisch versteht, sehr wahrscheinlich nicht soviele...

Hallo,

vielleicht Mittel- und Südamerika. ;)

Ich muss dir allerdings zustimmen, wenn es keinerlei englische Internetpräsenz gibt, deutet das nicht wirklich auf eine internationale Ausrichtung des Unternehmens hin. Die Wissenschafts- Business- und Raumfahrtsprache (zumindest im Westen) ist nun mal Englisch.

Gruß

Mario
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 23. September 2017, 10:24:54
Ich find es jetzt nicht so ungewöhnlich, PLD Space ist einfach eine Ausgründung (Startup) einer spanischen Universität und spanisch durchaus eine Weltsprache.

Nja, anderes Beispiel, lassen wir mal einen Unternehmer zu Wort kommen: Craig Clark von Clyde Space glaubt an den schottischen Standort Prestwick Airport für suborbitale Reisen.

Das Unternehmen stellt mit aktuell 70 Mitarbeitern CubeSats her (2016 60 Stück) und ging 2005 von England nach Glasgow. Die Leute dort glauben an das Wachstum in der Raumfahrt.

Um erfolgreich zu sein mußten er und sein Geschäftsführer gut vernetzt sein mit der Regierung und erhält entsprechende Unterstützung.

Zitat
“Obviously working in the space industry is pretty cool, but we’re a business and we need to make money, so it’s all about that.

http://www.heraldscotland.com/business_hq/15552080.Saturday_Interview__Sending_Taylor_Swift_into_orbit_is_just_another_mission_for_space_boss/ (http://www.heraldscotland.com/business_hq/15552080.Saturday_Interview__Sending_Taylor_Swift_into_orbit_is_just_another_mission_for_space_boss/)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Kryo am 23. September 2017, 11:15:17
Ich kenne einen Slowenen, der bei PLD arbeitet. Also ganz so schlimm ist es nicht.^^

Die website von PLD war auf Englisch ist jetzt aber gerade unter bearbeitung. Facebook und Linkedin ist tatsächlich hauptsächlich spanisch und wurde auch schon von einigen moniert. Ebenso die Gehälter. Ein spanisches Startup scheint nicht in der lage zu sein europäische Fachkräfte anzulocken, wenn man max 30000€ brutto Gehalt für Ingenieure bietet. (selbst für berufseinsteiger eher ein Witz).

Ein kleines italienisches Startup mit dem Namen Leafspace bietet sogar nur 14000 bis 20000€ brutto. Kein Wunder sind viele spanische und italienische Ingenieure bei der ESA als contractor oder bei deutschen und französischen Unternehmen!
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 23. September 2017, 13:42:49
Dass man bei einem Startup auf Gehalt verzichten muss und/oder Anteile am Unternehmen bekommt (siehe SpaceX) ist klar. Aber 40.000 Euro für einen Ingenieur mit 1,X Diplom-/Masterabschluss muss schon drin sein.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: proton01 am 23. September 2017, 14:27:14
Dass man bei einem Startup auf Gehalt verzichten muss und/oder Anteile am Unternehmen bekommt (siehe SpaceX) ist klar. Aber 40.000 Euro für einen Ingenieur mit 1,X Diplom-/Masterabschluss muss schon drin sein.

Leute, da bietet sich die Möglichkeit bei einem neuen Space start-up dabei zu sein, und dann zögert ihr aus Geldgier?

Tobi hat ja schon bekundet daß er nicht der europäische Elon ist. Dann muss er leider bei anderen anheuern, zu deren Bedingungen.  ;)

Ich kenne die Lebenserhaltungskosten in Spanien nicht. In D wären 40 kEuro schon knapp.

Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 23. September 2017, 15:33:17
Ich habe mal wieder einen Eindruck vom Buzzword "NewSpace" in Missionskonzepten und Projektskizzen bekommen ... NewSpace ist offenbar eine Erwartungshaltung ... an die "Anderen". Die Anderen sollen doch bitte schön dieses tun und jenes zulassen und anderes erlauben ...
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: MarsMCT am 23. September 2017, 16:20:25
Los Angeles ist sicher etwas teuerer. Aber aus NSF-Diskussionen entnehme ich daß unter 200.000$ im Jahr als Durchschnittsgehalt der Firma schäbige Ausbeutung wäre. Jedenfalls sehen das die Old Space Vertreter so.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 23. September 2017, 16:36:52
Los Angeles ist sicher etwas teuerer. Aber aus NSF-Diskussionen entnehme ich daß unter 200.000$ im Jahr als Durchschnittsgehalt der Firma schäbige Ausbeutung wäre. Jedenfalls sehen das die Old Space Vertreter so.

Los Angeles ist eine der günstigeren amerikanischen Städte. Kein Vergleich zu San Francisco oder New York. Allerdings ist die Lebensqualität auch viel schlechter als in NY oder SF. Die 200.000 Dollar sind vielleicht Schmerzensgeld dafür dass man in Los Angeles leben muss. Wer Beton, gigantische Verkehrsmassen und kein Grün mag, ist in LA richtig.

Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: proton01 am 23. September 2017, 17:00:05

Los Angeles ist eine der günstigeren amerikanischen Städte. Kein Vergleich zu San Francisco oder New York. Allerdings ist die Lebensqualität auch viel schlechter als in NY oder SF. Die 200.000 Dollar sind vielleicht Schmerzensgeld dafür dass man in Los Angeles leben muss. Wer Beton, gigantische Verkehrsmassen und kein Grün mag, ist in LA richtig.

In Europa hat man dann für Ariane die Wahl zwischen z.b. Les Mureaux und Vernon, beide im franz. Niemandsland, Bremen, Lampoldshausen in schwäbisch Sibirien, Ottobrunn bei München im schönen bayerischen Voralpenland, oder Kourou im Urwald.
 ;)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: lngo am 23. September 2017, 18:32:09
Los Angeles ist sicher etwas teuerer. Aber aus NSF-Diskussionen entnehme ich daß unter 200.000$ im Jahr als Durchschnittsgehalt der Firma schäbige Ausbeutung wäre. Jedenfalls sehen das die Old Space Vertreter so.

Los Angeles ist eine der günstigeren amerikanischen Städte. Kein Vergleich zu San Francisco oder New York. Allerdings ist die Lebensqualität auch viel schlechter als in NY oder SF. Die 200.000 Dollar sind vielleicht Schmerzensgeld dafür dass man in Los Angeles leben muss. Wer Beton, gigantische Verkehrsmassen und kein Grün mag, ist in LA richtig.

LA ist immer noch besser als Houston. Es gibt zumindest faszinierende Parks weniger als ein paar Autostunden entfernt.

Dass $200,000 oder weniger Ausbeutung sind, glaube ich nicht, nichtmal weniger als $100,000. Einstellungsgehalt für Ingenieure in Houston (das deutlich günstiger als Kalifornien generell ist) sind $60,000 bis $80,000 pro Jahr, inklusive Krankenkasse durch den Arbeitgeber.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 27. September 2017, 22:06:17
Diskussion über Standorte von ArianeGroup kann ich jetzt nicht dem Thread New Space Economy in Verbindung bringen und hab sie nach "ArianeGroup" verschoben.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: R2-D2 am 27. September 2017, 22:11:16
Diskussion über Standorte von ArianeGroup kann ich jetzt nicht dem Thread New Space Economy in Verbindung bringen und hab sie nach "ArianeGroup" verschoben.
Hierbei ging es aber nicht um Arbeiten bei ArianeGroup, sondern an der Ariane-Rakete... Somit passt das Verschieben nicht!
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: proton01 am 27. September 2017, 22:17:32
Diskussion über Standorte von ArianeGroup kann ich jetzt nicht dem Thread New Space Economy in Verbindung bringen und hab sie nach "ArianeGroup" verschoben.
Hierbei ging es aber nicht um Arbeiten bei ArianeGroup, sondern an der Ariane-Rakete... Somit passt das Verschieben nicht!

Es ist doch schön wenn Ariane bei "New Space Economy" genannt wird.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 27. September 2017, 22:33:17
ArianeGroup ist die Firma, die die Ariane entwickelt und baut. Der Ariane-Thread unter der Rubrik "unbemannte Raumfahrt" sollte eher für technische Aspekte genutzt werden.

Falls man im Zusammenhang mit der Ariane irgend etwas "New Space Economy" diskutieren möchte, lasse ich das sicher gelten, wenn es nur um etablierte Ariane-Standorte geht, sehe ich den Zusammenhang nicht.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: proton01 am 27. September 2017, 22:58:11
ArianeGroup ist die Firma, die die Ariane entwickelt und baut. Der Ariane-Thread unter der Rubrik "unbemannte Raumfahrt" sollte eher für technische Aspekte genutzt werden.

Falls man im Zusammenhang mit der Ariane irgend etwas "New Space Economy" diskutieren möchte, lasse ich das sicher gelten, wenn es nur um etablierte Ariane-Standorte geht, sehe ich den Zusammenhang nicht.
Stimmt.  Für eine Diskussion der Standort (der angeblichen Arbeitsbedingungen daselbst ?) könnte ja eine thread innerhalb von "Organisationen, Unternehmen und Programme" geschaffen werden.

Mein Kommentar "Es ist doch schön wenn Ariane bei "New Space Economy" genannt wird." war gemeint im Sinne von "im Zusammenhang mit New S. E."
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 03. Oktober 2017, 18:11:52
Ich hatte ja schonmal neulich gepostet, dass meiner Meinung nach die kleinen Raketen keine langfristige Zukunft haben, weil auch niemand einen LKW mit 200 kg Nutzlast benutzt.

Hier sehen wir jetzt einen Artikel in diese Richtung:
https://www.spaceintelreport.com/small-satellite-owners-face-much-higher-prices-new-crop-dedicated-rockets/ (https://www.spaceintelreport.com/small-satellite-owners-face-much-higher-prices-new-crop-dedicated-rockets/)

Den Kleinsatellitenbesitzern ist der Start mit einer der Mini-Trägerraketen zu teuer.

Wenn man bei der Sojus, der F9 oder der PSLV mitgenommen wird, fliegt man viel günstiger.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 03. Oktober 2017, 18:27:25
Um bei der Logistikanalogie zu bleiben: es gibt auch die spezialisierten Expresslieferer, die sogar Flugzeuge um die Welt schicken. Denen reicht der Lkw oder das Containerschiff nicht ... aber das ist halt nicht der Massenmarkt, sondern das sind die Spezialisten in der Nische.

Für Kleinträger ist schon ein Platz in der Nahrungskette ... aber ob er so groß ist, wie er derzeit erscheint, kann man wohl bezweifeln.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Kryo am 04. Oktober 2017, 10:37:24
Um bei der Logistikanalogie zu bleiben: es gibt auch die spezialisierten Expresslieferer, die sogar Flugzeuge um die Welt schicken. Denen reicht der Lkw oder das Containerschiff nicht ... aber das ist halt nicht der Massenmarkt, sondern das sind die Spezialisten in der Nische.

Für Kleinträger ist schon ein Platz in der Nahrungskette ... aber ob er so groß ist, wie er derzeit erscheint, kann man wohl bezweifeln.

Genau. Von den 40 Projekten werden sich zum Schluß ne handvoll behaupten können. Vielleicht 1-2 pro kontinent.
Das gute dabei ist doch aber dass neue player den Markt dadurch betreten können, auch ohne Milliarden Vorschuss wie SpaceX und blueorigin.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 04. Oktober 2017, 22:16:55
Anstatt Miniträgern glaube ich, dass das hier die Zukunft ist:
https://twitter.com/SpaceflightInc/status/912753055388463104 (https://twitter.com/SpaceflightInc/status/912753055388463104)

(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up066869.jpg)

Diese Satellitenaussetzeinrichtung fliegt 2018 mit einer F9 und über 50 Kunden. Da kann eine Miniträgerrakete kostenmäßig nicht mithalten.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 24. Oktober 2017, 09:43:51
Die Commercial Spaceflight Federation veranstaltet in Bremen die SpaceExpoEU mit Vorträgen der üblichen Verdächtigen.

Ob es von dort Neuigkeiten geben wird?

http://www.spacetechexpo.eu/forums/forum-agenda (http://www.spacetechexpo.eu/forums/forum-agenda)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 24. Oktober 2017, 09:58:12
Da dürfte nur das übliche bei rauskommen.

Zitat
Panel: Reusability vs Cost-efficient design: What will take off in Europe?

Wie wär es mit beidem so wie es SpaceX macht? Aber in Europa können wir weder das eine noch das andere.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 24. Oktober 2017, 13:57:23
Ausführliche Analyse in der SpaceNews über New Space in Deutschland.

DLR: es gibt zu wenig junge Unternehmer. trotz Förderung durch Preise wie Innospace

Gründer: Innospace Preis dauert lange und ist aufwändig. PTS sagt, man muß praktisch immer noch in der Freizeit arbeiten. DLR ist zwar stolz auf Beteiligung bei Exploration, hätte aber lieber konventionell erdbezogenes. PTS bekam keine öffentlichen Gelder.

Es gibt zwar Start ups, aber keine Investoren und kein Markt.

http://spacenews.com/germany-wants-more-space-startups-but-entrepreneurs-struggle-for-liftoff/ (http://spacenews.com/germany-wants-more-space-startups-but-entrepreneurs-struggle-for-liftoff/)


Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 24. Oktober 2017, 14:11:56
Das Wort Geo-Return kommt nicht vor im Artikel.

In den USA gibt es nicht nur viel Investmentkapital sondern auch jede Menge staatliche Quellen, die man deutlich einfacher anzapfen kann wegen der freien Ausschreibung. In Europa werden staatliche Gelder immer nur den bekannten Unternehmen zugeschoben.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 24. Oktober 2017, 15:27:49
Der letzte Satz ist Quatsch. Kennst du die Zahlen wieviele Kleinvorhaben das deutsche Programm fördert? Bei der EU gibt‘s auch Geld in Horizon 2020. Das alles ist aber sehr anwendungsorientiert ... und eben keine Bühne für persönliche Mondträume.
Wo der Artikel durchaus Recht hat: Sich zu bewerben geht nicht „nebenbei“, sondern man muss die Anträge richtig schreiben können. Aber auch da helfen u.a. die Agenturen selbst. Wenn es eine Uni mit Studenten schafft eine Zuwendung zu bekommen ... sollte ein fähiges Startup das auch schaffen können ... es muss nur inhaltlich halt passen.
Und Ausschreibungen in den USA sind einfacher? Hast du dafür einen Beleg?
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: stillesWasser am 24. Oktober 2017, 16:08:07
Ich glaube auch nicht, dass Geo-Return in diesem speziellen Fall wirklich ein Problem ist. Ich glaube viel eher, dass das Service-Orientierte Modell der NASA der Grund ist, warum COTS so erfolgreich ist. Man könnte eben z.B. den PTS helfen, von einem X-Prize Team zu einem kommerziellen Anbieter zu werden, in dem man bei ihnen den Service bucht, x Tonnen generische Nutzlast auf dem Mond zu landen. Bzw allgemein einen Auftrag für solche Services ausschreibt, anstelle jede Mission inklusive (missionsspezifischem) Landedesign auszuschreiben.

Aber man darf halt auch nicht vergessen, wenn man von New Space spricht, meint man eigentlich SpaceX (und manchmal noch Blue Origin). Das COTS Programm der NASA ist bei den meisten Firmen gescheitert und auch die meisten "New Space" Startups sind weder interessant noch erfolgreich ("Wir sollten dazu mal einen CubeSat machen" und "Wir sollten es machen wie SpaceX" beschreibt 99% aller Startup Ideen).
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 24. Oktober 2017, 16:51:33
Wenn ich das wieder lese:
https://twitter.com/RathausHB_news/status/922831431625248768 (https://twitter.com/RathausHB_news/status/922831431625248768)

Zitat
Die Luft- u. #Raumfahrt ist ein wichtiger Innovationsmotor

Eher eine Innovationsbremse.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 24. Oktober 2017, 23:24:54
DLR-Chefin Ehrenfreund sieht in ihrem Vortrag bis zum Jahr 2030 nur stagnierende Regierungsaktivitäten und einen größeren Anteil an kommerziellen Aktivitäten (75% !?).

https://twitter.com/ShootCapsule/status/922748438739111943 (https://twitter.com/ShootCapsule/status/922748438739111943)

Fällt mir schwer, dass nach dem Newspace Artikel nachzuvollziehen, es sei denn, man nimmt nur die USA.

PTS müßte eigentlich mit der Kooperation mit Audi ein brauchbares Beispiel für NewSpace sein, kommt aber im Artikel eher kritisch rüber. Es fehlt einfach an sichtbaren Beispielen. 
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 25. Oktober 2017, 07:09:06
Das ist wieder mal das Definitions- und Abgrenzungsproblem: Was ist NewSpace?

Meistens versteht man das nicht technologisch, sondern produkt- und endmarktbezogen. Was ist das Produkt von PTS? Wo ist deren Markt? Wer sind die Nutzer ihres Produkts? ... Wenn man diese Fragen (eher) mit Schulterzucken beantwortet, ist es wohl kein "NewSpace", sondern einfach nur eine technische Träumerei ... in die kaum einer Geld investiert, da nix zu gewinnen ist. ... und eine Mission um die PR (für die Partner) willen ist auch kein NewSpace.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 25. Oktober 2017, 08:20:25
Für mich ist nur SpaceX New Space. Nur SpaceX hebt sich wirklich von dem ab, was vorher war bzw. andere machen.

Nur SpaceX ist wirklich radikal "New".
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 25. Oktober 2017, 09:14:23
Jeder kann natürlich sein eigene Definition von NewSpace formulieren, aber wenn ihr das am Produkt/Markt/Kunde festmacht, seit ihr offenbar nicht weit auseinander. Tobi scheint noch Innovation als Merkmal zu sehen.

Der Begriff NewSpace muß natürlich auch passen auf eine Aktivität, die wir vielleicht noch gar nicht kennen. Die Beauftragung von kleinen Firmen ist es nicht, die hat es schon immer mehr oder weniger gegeben.

Für die NASA war NewSpace der große Unterschied, dass die Firmen die Entwicklungsverantwortung haben (Falcon9/Dragon versus SLS/Orion). Insofern passt PTS natürlich in den Begriff NewSpace.

Wie erfolgreich das ist, ist eine andere Sache, aber bitte doch nicht das als Kriterium für die Definition NewSpace.

NewSpace ist auch nicht eine Startup-Scene, die ohne staatliche Aufträge nur im kommerziellen Bereich sich entwickelt. Das mögen sich manche wünschen, aber genauso Wunschtraum wie ein persönlicher Mondtraum.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: AndiJe am 25. Oktober 2017, 09:31:46
Bei erfolgreicher Abwicklung könnten die PTS ein Video oder/und ein Buch herausgeben, eventuell Poster auf Anfrage. Alina und die 2 Audi-Rover sind sicher erst der Anfang.

Weil Mondbesiedlung mit Resourcengewinnung geht halt nur mit Hilfe  von Robotern.. Und PTS steigen dann halt in die industrielle Produktion der Bergbauroboter ein und ein BFF (Big Falcon Freighter) bringt die Dinger dann zum Mond, es wird bald niemanden mehr sonderlich interessieren, wenn man die Schwerindustrie auf dem Mond mit den Materialien nebenan versorgt... und den Bau der Satelitenstädte im Mondorbit.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 25. Oktober 2017, 09:55:11
Jeder kann natürlich sein eigene Definition von NewSpace formulieren, aber wenn ihr das am Produkt/Markt/Kunde festmacht, seit ihr offenbar nicht weit auseinander. Tobi scheint noch Innovation als Merkmal zu sehen.

Genau echter "Innovationsmotor" sein, keine Innovationsbremse wie Airbus. Innovation und konservativ vertragen sich nicht.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 25. Oktober 2017, 10:00:17
Du siehst schon, dass Airbus die OneWeb-Satelliten konstruiert und versucht dort neue Wege zu gehen? Die sagen selbst, dass sie noch nicht wissen, wie gut das funktionieren wird ... es ist ein Wagnis. Sinnigerweise ist diese "neue Linie" aber ausgegliedert/abgegrenzt von anderen, klassischen Produkten bei Airbus.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 25. Oktober 2017, 10:19:55
Du siehst schon, dass Airbus die OneWeb-Satelliten konstruiert und versucht dort neue Wege zu gehen? Die sagen selbst, dass sie noch nicht wissen, wie gut das funktionieren wird ... es ist ein Wagnis. Sinnigerweise ist diese "neue Linie" aber ausgegliedert/abgegrenzt von anderen, klassischen Produkten bei Airbus.

Bei OneWeb hast du recht. Das Projekt wurde aber von Greg Wyler initiiert und nicht von Airbus. Airbus ist dann aufgesprungen. Airbus kann schon Innovation, wenn das Top-Management (also Enders) mal ein Einsehen hat. Dass das Top-Management um Thomas Enders derzeit in einen Schmiergeldskandal verwickelt ist, wundert mich nicht.

Wenn ich an die Geschichte mit dem A350 denke, wo der Kunde erst dem Airbus-Management sagen musste, dass man da mal was innovativeres machen sollte.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 25. Oktober 2017, 11:03:51
Das passt sicher auch hier:
https://www.spaceintelreport.com/european-commission-selects-hps-led-consortium-large-deployable-antenna-development/ (https://www.spaceintelreport.com/european-commission-selects-hps-led-consortium-large-deployable-antenna-development/)

EU finanziert entfaltbare Antenne.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 25. Oktober 2017, 11:45:43
Bei der EU gibt‘s auch Geld in Horizon 2020. Das alles ist aber sehr anwendungsorientiert ... und eben keine Bühne für persönliche Mondträume.

Ich dachte, Horizon2020 wäre forschungsorientiert. Nja, es gibt viel Kritik an dem Programm und die Bundesregierung meint, das nächste Rahmenprogramm müsse mutiger, zielgerichteter, integrativer, ergebnisorientierter, konsistenter, nutzerfreundlicher, näher am Bürger und konsequenter werden.

Das betrifft natürlich die EU-Forschung insgesamt und Raumfahrt ist ja nur ein kleiner Teil. Im Positionspapier findet sich allerdings die konkrete Forderung, dass von deutscher Seite eine Einzelförderung von KMUs auf europäischer Ebene abgelehnt wird.

http://www.horizont2020.de/index.htm (http://www.horizont2020.de/index.htm)

Die derzeitige Praxis, dass Projekte eine europäische Verteilung, eine Laufzeit von 2-3 Jahren und eine Förderung von ca. 2 Mio erhalten, jetzt auch nicht unbedingt erfolgsorientiert.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: stillesWasser am 25. Oktober 2017, 12:37:53
Bei erfolgreicher Abwicklung könnten die PTS ein Video oder/und ein Buch herausgeben, eventuell Poster auf Anfrage. Alina und die 2 Audi-Rover sind sicher erst der Anfang.

Weil Mondbesiedlung mit Resourcengewinnung geht halt nur mit Hilfe  von Robotern.. Und PTS steigen dann halt in die industrielle Produktion der Bergbauroboter ein und ein BFF (Big Falcon Freighter) bringt die Dinger dann zum Mond, es wird bald niemanden mehr sonderlich interessieren, wenn man die Schwerindustrie auf dem Mond mit den Materialien nebenan versorgt... und den Bau der Satelitenstädte im Mondorbit.

Der PTS Business Case ist weder Buch/Poster zu verkaufen noch Bergbauroboter zu bauen (zum Glück nicht, sonst müssten sie ja noch mindestens 50 Jahre warten bis sie Geld verdienen), sondern der Transport von Nutzlast auf die Mondoberfläche. Gerade deswegen finde ich es so schwer begreiflich, dass sie keine vernünftige Förderung aus staatlichen /ESA-Mitteln bekommen haben. Es wäre ja schon mal was gewesen, wenn man als ESA in der Anfangsphase gesagt hätte "Wir buchen bei euch x kg Nutzlast für den ersten Flug, hier ist das Geld, gebt uns Bescheid, wenn ihr denkt, in zwei Jahren startbereit zu sein, dann fangen wir an, uns zu überlegen, welches Demo-Experiment wir da fliegen lassen". Damit hätte man mit relativ geringem Risiko (nämlich den Startkosten, da sind wahrscheinlich einige Studien teurer) eine Anschubfinanzierung liefern können für ein Projekt, dass auf längere Sicht verdammt viele Vorteile gebracht hätte.
Oder alternativ - was allerdings höhere Kosten bedeutet und schwerer zu verhandeln ist - hätte man einen deutlichen Rabatt auf den Erststart geben können. Da hätte man das Investitionsrisiko direkt bis zum Start ausgelagert.
Stattdessen ist es aber so, dass die PTS nun zum Erststart auf einer SpaceX Rakete starten und eine NASA Nutzlast dabei haben. Das heißt sämtliche PR geht an der ESA/europäischen Organisationen vorbei. Man hat es wohl endlich geschafft, in irgendeine Art von Kooperation zu treten, aber das kommt mindestens 2, eher 5 Jahre zu spät, womit man einen interessanten Zug verpasst hat. Meiner Meinung nach hat man da mal wieder eine riesen Chance vertan
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Doc Hoschi am 25. Oktober 2017, 12:40:45
Horizon2020 ist ein Rahmenprogramm.
Zu sagen, dass dieses forschungsorientiert wäre, ist so, als würde man sagen, dass sich die nationale Förderlandschaft nur an KMUs richtet. Es gibt z.B. in Horizon2020 ein Förderprogramm, bei welchem Projekte erst ab TRL6 beginnen, also da wo nationale Förderprogramme in der Regel enden (beim Prototypenstatus)...das "SME Instrument"-Förderprogramm, bei welchem u.a. auch raumfahrtbezogene Themen sehr gute Chancen haben.
Hier ist dann ein ausgearbeiteter Businessplan bei der Antragstellung Pflicht und dass Programm somit eindeutig erfolgsorientiert.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 02. November 2017, 11:28:17
Report zu der im September stattgefundenen Konferenz "Innovation in der New Space Economy"

https://www.espi.or.at/images/2017/Autumn_Conference/ESPI_Autumn_Conference_2017_-_Outcome_Report.pdf (https://www.espi.or.at/images/2017/Autumn_Conference/ESPI_Autumn_Conference_2017_-_Outcome_Report.pdf)

Teil 1: State of the Art of Space Economy
Da wird hauptsächlich die Definition des Raumfahrt-Business beschrieben und viele Buzzwords verwendet.

Teil 2: Space und Innovation
Da find ich nichts erwähnenswertes

Teil 3: langfristige Perspektiven
Da beschreibt man ua. die chinesische Sicht.

Zusammenfassung: es braucht Kooperation von öffentlichen Institutionen und privatem Sektor
Das NASA COTS Programm soll ein gutes Beispiel für die Effektivität alternativer Vorgehen sein.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Doc Hoschi am 05. November 2017, 17:50:54
Ein vielleicht etwas übertrieben positiv gezeichnetes Bild des NewSpace-Sektors, aber dennoch durchaus lesenswert:

https://www.nanalyze.com/2017/11/newspace-trillion-dollars/ (https://www.nanalyze.com/2017/11/newspace-trillion-dollars/)

Man beachte insbesondere den im Artikel verlinkten 2017 “State of the Satellite” Report sowie den 2017 "Start-Up Space" Report von Bryce Space & Technology. Darin finden sich unzählige Infos, manche auch recht überraschend. Für mich z.B., dass der Satellitenfertigungsmarkt im Jahr 2016 um 13% rückläufig war oder dass gegenwärtig sage und schreibe 33 (!) Launcher für LEO-Nutzlasten <500kg weltweit in der Entwicklung sind.
...etc.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Doc Hoschi am 23. November 2017, 22:51:32
Zum Thema Orbex:

Erfolgreiche Triebwerktests sind wohl laut dem HTGF-Artikel auch schon erfolgt.

Und scheinbar mehr als man denkt (mind. 45 Tests). Folgende Aufnahme eines Triebwerktests scheint von Mai diesen Jahres zu sein: https://twitter.com/RAeSTimR/status/933344493612556288 (https://twitter.com/RAeSTimR/status/933344493612556288)

Orbex ist wohl zudem kurz davor einen ersten Vertrag (50 kg Nutzlast) mit einem asiatischem Land abzuschließen.
Arbeitet man außerdem an einem Propanantrieb? Laut Chris Lamour von Orbex wird man nicht mit RP-1 oder Methan arbeiten und verwendet einen Treibstoff, der bei LOX-Temperatur nicht gefriert. Dabei soll ja das eigentlich innovative Know-How von Orbex im Treibstofftankdesign liegen (30% weniger Trockenmasse).
Allerdings ist man leider weiterhin sehr geheim unterwegs. Es gab aber scheinbar gestern einen ersten öffentlichen Vortrag bei der Royal Aeronautical Society President's Conference (Commercialisation of Space) in London.
Bin mal gespannt wann man den Vorhang lüftet.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Kryo am 26. November 2017, 12:47:31
Ein sehr interessanter Artikel. Das Wachstum wird gerade richtig hochgelobt. Wäre genial wenn es eintritt.
https://www.welt.de/wirtschaft/article170838089/Musk-Bezos-Branson-das-All-wird-zur-Arena-der-Milliardaere.html (https://www.welt.de/wirtschaft/article170838089/Musk-Bezos-Branson-das-All-wird-zur-Arena-der-Milliardaere.html)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 06. Dezember 2017, 19:46:51
Schöner Bericht von Jeff Foust über New Space in Europa bzw. dessen Schwierigkeiten aus Anlaß der Luxemburgischen Konferenz.

Europäische Startups bekommen keine Investoren (ist auch in den USA schwierig, aber dort gibt es mehr Pensonsfonds, die sich bei Startups beteiligen) und leiden unter regulatorischen Beschränkungen.

Die Firma Planet sieht die Förderung durch die EU kritisch, man habe große Schwierigkeiten gehabt, als US-Firma an EU-Gelder zu kommen.

Am Ende gewann das US-Startup SustainSpace den Preis.

http://www.thespacereview.com/article/3383/1 (http://www.thespacereview.com/article/3383/1)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 07. Dezember 2017, 18:22:07
Firmen aus NRW wollen auch ein bisschen Raumfahrt machen, speziell in der Erdbeobachtung. Sie werden vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

https://www.openpr.de/news/984192/Viele-Ideen-zur-Staerkung-des-Raumfahrt-Standortes-Nordrhein-Westfalen.html (https://www.openpr.de/news/984192/Viele-Ideen-zur-Staerkung-des-Raumfahrt-Standortes-Nordrhein-Westfalen.html)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tobi am 05. Januar 2018, 00:10:22
Und noch eine Miniträgerrakete, diesmal aus Astralien:
http://www.parabolicarc.com/2018/01/04/gilmour-space-achieves-45000-newtons-thrust-hybrid-rocket-engine-test/ (http://www.parabolicarc.com/2018/01/04/gilmour-space-achieves-45000-newtons-thrust-hybrid-rocket-engine-test/)

Es geht um eine Hybridrakete mit H2O2 als Oxidator und unbekanntem Feststoffbrennstoff. 45kN wurde getestet.

Zitat
“There was almost instant ignition in our large-diameter (46 cm) single port motor, and we generated over 45 kN of thrust,” he added. That’s enough force to lift two of SUVs off the ground.
Auch hier träumt man davon Autos ins All zu schießen. Musk kann nur einen Tesla, hier gehts gleich um zwei schwere SUVs!
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Kryo am 05. Januar 2018, 08:45:50
Nö, hier geht es um einen Vergleich für das Schub-Niveau. Hat nix mit SUV ins All zu tun, sondern ist ein herkömlicher Vergleich um anschaulich zu machen, wieviel Schub ein Triebwerk erzeugt.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: TWiX am 29. Dezember 2018, 14:49:27
Da ich finde, nicht jedes Startup sollte gleich einen eigenen Faden bekommen, poste ich das mal hier: https://spacenews.com/cloud-constellation-lines-up-100-million-investment/ (https://spacenews.com/cloud-constellation-lines-up-100-million-investment/)
Das Unternehmen Cloud Constellation aus den USA hat sich 100 Mio USD (aus China) in einer (zweiten) Finanzierungsrunde gesichert. Das Gedl soll in eine Konstellation namens SpaceBelt fließen, die im Endeffekt 480 Mio USD kosten soll und deren genauen Nutzen ich aus dem Artikel nicht verstanden habe. Irgendwie Kommunikation mit Boden und GEO-Satelliten, Speicherung und Aufbearbeitung der Daten anbord der Satelliten (-> Cloud), aber wo man damit dann Geld machen kann... ???
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 29. Dezember 2018, 15:35:32
Deren Webseite gibt praktisch auch keine technischen Details preis. Sie zitieren IBMs Architektur für Datenspeicherung, ergänzt um "the fast dimension of space" ... ja Wahnsinn ...

Sie werben/argumentieren mit "mehr Sicherheit" für und "mehr Hohheit" über die Daten, wenn sie im Weltraum gelagert werden. Für mich ist das auf keiner Ebene irgendwie glaubwürdig. Es ist doch egal wo ich die Daten physikalisch speichere/lokalisiere, es muss Zugangspunkte auf der Erde/in der Hand von Menschen geben ... und wenn ich "dort einbreche", komme ich auch an alle Daten im Netzwerk, egal wo sie lokalisiert sind. Nur hat jedes Rechenzentrum auf der Erde zig Vorteile bei Betriebssicherheit, Skalierbarkeit, Nachrüstbarkeit ...
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Sensei am 29. Dezember 2018, 16:01:57
Anderer seits... welche jurisdiktion unterliegen denn Daten (und Services) im Orbit? Kann es sein dass diese im Datensinne Rechtslos sind?
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 29. Dezember 2018, 18:14:24
Die meinst den Punkt "Hohheit"? Könnte man das mit der Rechtslage auf der hohen See vergleichen ... bzw. auch dort realisieren (und keiner hat das bisher gemacht)?
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Stefan307 am 29. Dezember 2018, 18:38:39
Das wirft ja eine grundsätzliche Frage auf, die ich mir schon lange stelle, da ich allerdings kaum erwarte hierauf eine ausführliche Antwort zu bekommen, habe ich sie bisher nicht Öffentlich gestellt:
Wie wird eigentlich der Zugriff auf Satelliten/Raumsonden authentifiziert?
Es ist ja keinesfalls ausgeschlossen das jemand versucht die Kontrolle über den Betrieb zu übernehmen. Aus der "allgemeinen Komunikations- und Computertechnik würde man erwarten das hier Kryptografische Verfahren zum Einsatz kommen, nun zeigt sich allerdings in der Praxis immer wieder das solche Verfahren anfällig sind insbesondere wenn seit ihrer Einführung bereits einige Zeit vergangen ist. Außerdem sind die Bordcomputer der meisten Raumfahrzeuge ja nur begrenzt leistungsfähig was allzu aufwendige Verfahren unmöglich macht. Wenn man jetzt also die Daten selber im Weltraum "lagern" will müsste man hier schon ein sehr ausgefeiltes System haben, da es sicher um Daten geht, die eben nicht in die falschen Hände gelangen sollten...

MFG S
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: MillenniumPilot am 30. Dezember 2018, 03:41:30
Ich denke mal, einen Forschungssatelliten zu hacken, ist nicht lukrativ. Ausserdem wird wohl das noetige Equipment teuer. Kommunikationssatelliten sind permanent ueberwacht. Wenn da jemand anfaengt, da rumzuwurschteln, wird das schnell entdeckt.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: cullyn am 01. Januar 2019, 12:56:48
Die meinst den Punkt "Hohheit"? Könnte man das mit der Rechtslage auf der hohen See vergleichen ... bzw. auch dort realisieren (und keiner hat das bisher gemacht)?

Auf hoher See fahren die Schiffe immer unter eine Flagge einer Nation und unterliegen deren nationalen Gesetzen.
Datenserver auf hoher See unter der Flagge einer Nation die extrem liberale Vorstellungen von Datenschutz, Urheberrecht oder Jugendschutz hat lohnen sich bisher deshalb nicht, weil die Daten dort nicht sinnvoll an das Internet angebunden werden können.

Bei Konstellationen im All ist das Problem der Anbindung ans Internet vernachlässigbar. Und die Frage welche nationalen Gesetze für Daten im All anwendbar sind ist zumindest umstritten. Klar wird jeder Satellit irgendo gefertigt und gestartet. Aber was ist, wenn die Fertigung und Starts aus verschiedenen Nationen erfolgen (z.B. jeweils 50% Fertigung und Start der Konstellation in USA und China. Am Ende wird es schwer zu sagen, ob die Daten im US oder China-Teil der Konstellation liegen, sofern diese Nationen nicht harte Regeln aufstellen.

Noch interessanter wäre die Frage, wie man diese Server dann beschlagnahmt um zu untersuchen, wer die Filme hochgeladen hat. Dann kann man lediglich Backups und Logdateien versuchen zu beschlagnahmen, hat aber keine Chance gelöschte Daten einfach zu rekonstruieren.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: TWiX am 09. Januar 2019, 17:30:32
Zahlungsschwierigkeiten bei Sky und Space Global?
https://spacenews.com/sky-and-space-global-misses-payment-to-gomspace-on-200-cubesat-order/ (https://spacenews.com/sky-and-space-global-misses-payment-to-gomspace-on-200-cubesat-order/)
Sie haben auf jeden Fall eine Bezahlung für den dänisch-schwedischen Cubesat-Hersteller GomSpace verpasst, der deswegen auch schon die Arbeiten an dem Auftrag reduziert...
Über Gründe, warum die Bezahlung nicht geleistet wurde, schweigt sich der Artikel aus, vllt war man ja auf Kundenseite nicht zufrieden mit der erbrachten Leistung...
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: TWiX am 05. Februar 2019, 09:15:40
Auch 2018 sind die Investitionen in Raumfahrt-Startups wieder gestiegen: https://spacenews.com/space-startup-investments-continued-to-rise-in-2018/ (https://spacenews.com/space-startup-investments-continued-to-rise-in-2018/)
Größter Anteil nahmen wieder die Trägerraketenentwickler und -Produzenten ein, aber auf dem gleichen Niveau wie im vorangegangen Jahr. Wachstum fand ergo anderswo statt. Ebenfalls erfreulich, der Anteil der europäischen Unternehmen ist gestiegen, hier ist man zudem besonders stark vertreten bei Komponenten und Satelliten...
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: TWiX am 12. Februar 2019, 19:04:23
...Ferner gehen einige Analysten davon aus, dass auch in diesem Jahr das Wachstum erstmal anhalten wird: https://spacenews.com/investors-cautiously-optimistic-about-continued-space-industry-growth/ (https://spacenews.com/investors-cautiously-optimistic-about-continued-space-industry-growth/)
In dem Artikel kommen allerdings auch Analysten zur Sprache, die, analog zum sich ankündigenden Abschwung in der Gesamtwirtschaft, auch einen Einbruch bei den Investorengeldern in der Raumfahrt in den nächsten 12 bis 18 Monaten befürchten.
Interessant auch der in dem Artikel angesprochene Aspekt, dass viele StartUps im Moment noch Probleme haben, ihren Umsatz zu vergrößern, was sie allerdings brauchen, um sich früher oder später selbst zu tragen. Positiv ist in der Hinsicht allerdings, dass Investoren in der Hinsicht heute wohl mehr Geduld mitbringen als früher...
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 20. Februar 2019, 17:09:00
Ein ESPI-Report befaßt sich mit der europäischen Startup-Scene und befragte 300 Newspace-Unternehmen.

Es beschreibt das Newspace-EcoSystem. Als Space-Startups sind darin definiert:
- Unternehmen nicht älter als 10 Jahre (wobei man alles nach Jahr 2000 zugelassen hat)
- mit innovativen Konzepten, deren Geschäft noch nicht etabliert ist
(Kein Startup ist, wer übernommen oder börsennotiert ist, wer mehr als 50 Mio. € umsetzt oder/und mehr als 250 Mitarbeiter hat)

2018 sind in Europa ca. 140 Mio. € Privatkapital in 5 Unternehmen (Orbex, Reaction Engines, Iceye, Goonhilly, Kayrros) geflossen.

Es wird ein Vergleich von Space-Startups und anderen Startups gezogen.

https://espi.or.at/news/new-espi-report-space-venture-europe-2018 (https://espi.or.at/news/new-espi-report-space-venture-europe-2018)

Der Report gibt also einen ganz guten Überblick zum Thema. Zumindestens wird darin kein Bezug auf SpaceX, BO und Co gezogen.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 21. Februar 2019, 21:22:53
Was macht eigentlich unser Raumfahrtkoordinator außer SpaceX-Besuchen? ::)

Der diskutiert in Frankreich in der deutschen Botschaft über die private Raumfahrt "Newspace" und will das zusammen mit Frankreich gestalten.

https://twitter.com/BMWi_Bund/status/1098593033862463488 (https://twitter.com/BMWi_Bund/status/1098593033862463488)

Die Herren Wörner, Pelzer, Dittus waren auch dabei. Und auch pbdes.

https://twitter.com/i_montaigneEN/status/1098570585557422080 (https://twitter.com/i_montaigneEN/status/1098570585557422080)

Der Glaube an eine kommerzielle Raumfahrt scheint mir aber schwer nachvollziehbar zu sein, jedenfalls, wenn es immer noch kein Konzept gibt.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Atlanx am 11. März 2019, 10:05:00
Hier ein aktueller Bericht in n-tv über den aktuellen Stand der chinesischen New Space Economy bzw. Start-ups.
https://www.n-tv.de/wissen/Chinas-Startups-bauen-Raketen-im-Eiltempo-article20887029.html (https://www.n-tv.de/wissen/Chinas-Startups-bauen-Raketen-im-Eiltempo-article20887029.html)

Vielleicht nicht besonders detailreich, aber immerhin bemerkenswert, das unsere Mainstream Medien die Entwicklung zur Kenntnis nehmen.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 11. März 2019, 11:52:55
Am 19.03 diskutiert die Industrie in Friedrichshafen das Thema Newspace, ua. ob es eine neue Industrie braucht.

https://bodensee-meeting.aero/programm/ (https://bodensee-meeting.aero/programm/)

Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: tomtom am 15. April 2019, 19:02:06
Bei Startup-NewSpace Finanzierung in Deutschland sieht es finster aus.
Der Berliner Unternehmer Sebastian Straube will das mit Lobbyarbeit ändern.

„Wir haben kein ambitioniertes öffentliches Programm, das etwa zum Mond will und Dienstleistungen bei New-Space-Unternehmen einkauft, sie in der Technologieentwicklung unterstützt und zu ersten Ankerkunden macht“

Datenbasierte Anwendungen, ein Weltraumbahnhof in Deutschland, Weltraumbergbau, alles drin.

Interstellar Ventures soll 80-100 Mio € akquirieren, um sie investieren zu können.

https://www.gruenderszene.de/automotive-mobility/new-space-interstellar-ventures?interstitial (https://www.gruenderszene.de/automotive-mobility/new-space-interstellar-ventures?interstitial)
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Schillrich am 10. Mai 2019, 07:49:00
Hier mal eine interessante Aussage vom Telesat Vice President:

https://spacenews.com/telesats-leo-plan-dedicated-satellite-factory-bulk-launch-contracts-and-a-variety-of-antennas/ (https://spacenews.com/telesats-leo-plan-dedicated-satellite-factory-bulk-launch-contracts-and-a-variety-of-antennas/)

Zitat
"Our satellite is a software-defined payload; it’s got software-defined radios, the inflight router is software — it’s basically some antennas, a few computers and some laser beams,” he said. “The satellite doesn’t have a whole lot of parts anymore."
Unser Satellit hat eine software-definierte Nutzlast: Funkgeräte und Router sind software-definiert - grundsätzlich sind das (der Satellit) ein paar Antennen, ein paar Computer und Laserstrahlen ... Der Satellit hat nicht mehr so viele Bauteile.

Das fasst wohl ziemlich gut die Technologie- und Designparadigmen zusammen, die jetzt gelten. Das wird den Zuliferern dedizierter Bauteile/Hardware für die Nutzlsat das Leben schwerer machen.
Titel: Re: New Space Economy
Beitrag von: Sensei am 06. August 2019, 16:46:02
Der Bericht passt hier wohl noch am ehesten rein:

Jeff Foust auf Twitter:
Zitat
Euroconsult’s latest report on the smallsat market, being released today, includes assessments of more than 200 smallsat _constellations_ (not 200 smallsats.) #smallsat

Der neue Bericht über den smallsat Markt wurde von Euroconsult veröffentlicht und beinhaltet dabei 200 smallsat Konstellationen!

(Wobei eingeschränkt wird, dass jede Version einer Konstellation dabei als eine neue gezählt wird und außerdem wohl viel vaporware dabei ist)