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Raumfahrt => Organisationen, Unternehmen und Programme => Thema gestartet von: tobi am 02. März 2016, 15:04:01

Titel: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tobi am 02. März 2016, 15:04:01
HE Space möchte eine deutsche Astronautin zur ISS starten:
https://www.hespace.com/vacancies/die-erste-deutsche-astronautin (https://www.hespace.com/vacancies/die-erste-deutsche-astronautin)

Man sammelt Bewerbungen bis 1. Mai 2016. Nur wer zahlt das Kleingeld für den Sojusplatz?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Spike77 am 02. März 2016, 15:40:13
oh sind das die gleichen, über die Spiegel-Online hier schreibt:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/astronautin-gesucht-initiative-will-deutsche-frau-ins-all-bringen-a-1080070.html (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/astronautin-gesucht-initiative-will-deutsche-frau-ins-all-bringen-a-1080070.html) 

... im Prinzip dürfte diese Initiative ja offene Türen einrennen, da die deutschen Stellen ja schon seit Jahren dafür werben (oder zumindest darüber sprechen), als nächstes eine deutsche Raumfahrerin ins All zukriegen.

siehe hier: http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=13174.0 (http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=13174.0)

Zitat
Man sammelt Bewerbungen bis 1. Mai 2016. Nur wer zahlt das Kleingeld für den Sojusplatz?

Wenn ich das bei Spiegel-Online richtig verstehe geht es bei der ersten Bewerbungsphase erst einmal darum die Öffentlichkeit für das Anliegen zu schaffen und die Diskussion mit dem Beweis in Gang zu halten, das es genügend geeignete Kandidatinnen gibt.
Um die konkrete Finanzierung würde sich die Kampagne wohl später kümmern. Wenn 2020 das Ziel ist, ist ja noch etwas Zeit. Wenn es wirklich nur zur ISS gehen soll, ist der Zeitrahmen aber nicht unendlich groß, denn deren Ende rückt ja langsam näher.

Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Spike77 am 08. April 2016, 17:56:33
ich hab mal gesucht wie es bei dieser Initiative bisher im vergangenen Monat weitergegangen ist:

die Kampagne hat inzwischen auch eine eigene Facebook- und eine Webseite.
- http://dieastronautin.de (http://dieastronautin.de)
- https://www.facebook.com/DieAstronautin/ (https://www.facebook.com/DieAstronautin/)

zudem hat die Initiatorin auch gerade einen Artikel im Handelsblatt (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/beruf-und-buero/mission-possible-for-women-in-space-die-mission-kostet-circa-40-millionen-euro/13323830-3.html) veröffentlicht, indem sie das Projekt noch ein wenig vertieft.


wenn das so hinhaut, fände ich das eine sehr tolle Sache! Auch dass nach 11 Männern auch mal eine Frau an der Reihe sein sollte. Vor allem um zu Zeigen das Gleichberechtigung nicht nur ein leeres Versprechen ist.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 18. Mai 2016, 18:30:14
Die Bewerbungsphase ist beendet, 408 Frauen wollen ins All! Gibt es genug Sponsoren?
http://www.presseportal.de/pm/119819/3329983 (http://www.presseportal.de/pm/119819/3329983)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Voyager_VI am 19. Mai 2016, 00:31:51
Es würde der deutschen und europäischen Raumfahrt sehr gut zu Gesicht stehen, wenn es mal klappen würde. Soweit mir bekannt, gab es schon früher gute Bewerberinnen, die leider nie mit einem Raumschiff gestartet sind.

Bei dem genannten Preis scheint es ein Kurztripp von 1-2 Wochen zu sein, oder ist etwas anderes bekannt?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Zyklotrop am 19. Mai 2016, 01:28:09
Es würde der deutschen und europäischen Raumfahrt sehr gut zu Gesicht stehen, wenn es mal klappen würde. Soweit mir bekannt, gab es schon früher gute Bewerberinnen, die leider nie mit einem Raumschiff gestartet sind.
Es ist ja nicht so, dass bislang noch keine Europäerin im All war. Ganz im Gegenteil, zwei weibliche Angehörige des ESA Astronautenkorps waren ja bereits im All  - lediglich Deutschland hat von den 3 "Großen" noch keine Frau im ESA Astronautenkorps untergebracht. 

Ich sage es frei heraus: Ich sehe das ganze Vorhaben zum Scheitern verurteilt, die 40Mio.€ wird man niemals zusammen bekommen. Zeit und Mühe wären sinnvoller in Lobbyarbeit in Bezug auf die nächte ESA Astronautenklasse angelegt, zumal die ESA-Ministerratentscheidung von 1998 immer noch auf ihre endgültige Umsetzung wartet. Ein deutsches "Project Juno" ist in meinen Augen der falsche Weg, denn selbst wenn man das Geld zusammenbringen würde, wäre die Astronautin nichts weiter als eine Weltraumtouristin. Diesen Makel würde ich der ersten Deutschen im All gerne erspart sehen. Wenn schon Astronautin, dann richtig!


Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 15. Juli 2016, 12:29:53
Noch 90 Bewerberinnen sind im Rennen die erste deutsche Astronautin zu werden. Eine davon ist Thorid Zierold aus Chemnitz. Die in Chemnitz erscheinende "Freie Presse" widmet ihr in der heutigen Ausgabe eine ganze Seite und meint, dass sie gute Chancen hätte. Noch ist es aber ein weiter, steiniger Weg durchs Auswahlverfahren.
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/TOP-THEMA/Die-Astronautin-aus-Chemnitz-artikel9576144.php (http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/TOP-THEMA/Die-Astronautin-aus-Chemnitz-artikel9576144.php)

Bewerbungsvideo von Dr. Thorid Zierold
https://www.youtube.com/watch?v=sDLfb8FN4bY (https://www.youtube.com/watch?v=sDLfb8FN4bY)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 15. Juli 2016, 13:23:18
Meiner Meinung nach ist das ein riesen PR-Abwasch von HE Space Operations um noch mehr auf sich aufmerksam zu machen. Und so wie ich das sehe war der eigentliche Aufruf an "alle Frauen, aus allen Schichten und Arbeitsfeldern" schlichtweg eine Augenwischerei. Wenn alleine Kampfpilotinnen in die Endauswahlrunde kommen, dann ist das wiedermal der klassische Gang und so wie es eig geplant war, das auch normale Frauen die Chance bekommen sollten schlichtweg nicht gegeben.

Letztendlich muss die ESA einen Bedarf anmelden... es nützt nix wenn HeSO da so nen wind drum macht und die ESA nachher sagt... nö... brauchen wir nicht...

Ist letztendlich ne gute idee gewesen aber die Umsetzung ist echt Mau!
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 01. März 2017, 11:50:36
Die 6 Finalistinnen, von den 2 zu Astronautinnen ausgebildet werden sollen, sind gekürt:

Nicola Baumann, 31 Jahre, Pilotin;
Lisa Marie Haas, 33 Jahre, Physikerin;
Magdalena Pree, 28 Jahre, arbeitet im Satellitenkontrollzentrum des DLR;
Susanne Peters, 32 Jahre, macht gerade ihren Doktor als Ingenieurin in der Luft- und Raumfahrttechnik;
Suzanna Randall, 37 Jahre, Astrophysikerin;
Insa Thiele-Eich, Meteorologin;
http://www.n-tv.de/wissen/Das-sind-die-sechs-toughesten-Frauen-article19724699.html (http://www.n-tv.de/wissen/Das-sind-die-sechs-toughesten-Frauen-article19724699.html)

Für Ausbildung und Flug zur ISS werden 30 Mill. Euro veranschlagt, die von Sponsoren kommen sollen. Doch zunächst braucht man lt. focus.de (http://www.focus.de/wissen/weltraum/universum-erste-deutsche-astronautin-im-all-sechs-frauen-im-casting-finale_id_6722204.html) mind. 50.000 Euro über Crowdfunding für den ersten Trainingsabschnitt...

(https://www2.pic-upload.de/img/32773762/Astronautinnen.jpg)
Quelle: https://twitter.com/hashtag/Astronautin?src=hash (https://twitter.com/hashtag/Astronautin?src=hash)





Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tobi am 01. März 2017, 12:03:12
Das wird nichts. Nichtmal 50.000 Euro kann man auftreiben und sucht das Crowdfunding dafür? Eieiei. ::)

Ich dachte da steckt ne Personalfirma dahinter, ist das ne UG (haftungsbeschränkt) oder was?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: einsteinturm am 01. März 2017, 14:52:35
Warum muss es eigentlich immer Astronautin und nicht Raumfahrerin heissen?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 01. März 2017, 15:49:47
Warum sollte es nicht Astronautin heissen?? 

Raumfahrer/in ist ein schönes Wort, klingt so weitläufig ... aber im westlichen Sprachgebrauch hat sich Astronaut/in durchgesetzt.
Das EAC ist das Europäische Astronautenzentrum. Man wird dort zum/zur Astronaut/in ernannt.
Es ist nicht das ERC.
Gib' es zu, das ist forumstechnischer Lokalpatriotismus...  ;D
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: -eumel- am 01. März 2017, 17:44:56
Raumfahrer ist richtig.
Wir sind ein deutschsprachiges Forum und sollten deutsche Wörter verwenden.
Das Wort Raumfahrer bezeichnet die Person klar und eindeutig.
Astronaut oder Kosmonaut nicht - da weiß man nicht, ob die Person in den Weltraum fährt, oder sich nur für Astronomie oder den Kosmos interessiert.

Nun ist es aber schon seit vielen Jahren modern, möglichst viele englischsprachige Wörter zu verwenden.
So haben viele europäische Länder die amerikanische Bezeichnung Astronaut übernommen, auch wenn sie als klare Bezeichnung nicht so viel taugt.

Komplizierter wird es, wenn auch andere Nationen in den Weltraum fahren.
In Russland und China heißen sie muttersprachlich Kosmonauten und Taikonauten.
Die Presse stürzt sich gern auf sowas, um stolz zu verkünden, dass sie ein paar neue ausländische Wörter gelernt haben. 8)
Die betroffenen selbst nutzen diese Wörter in ihrer Muttersprache.
Sie erwarten aber nicht, dass sie vom fremdsprachigen Ausland auch so bezeichnet werden.
Vom Ausland lassen sie sich lieber auch als Astronauten bezeichnen, um gleichwertig angesehen zu werden.

Was tun wir, wenn noch 25 weiter raumfahrende Nationen hinzukommen?
Lernen wir dann 25 weitere fremdsprachige Begriffe, oder müssen wir dann immer in langen Listen nachschlagen, um eine fremde Bezeichnung für ein und die selbe Sache zu finden?
Es gibt überhaupt keinen Grund für eine weitere sprachliche Trennung der Nationen.
Vielmehr sollten die Kollegen dieses Berufes gleichwertig zusammenarbeiten und sich nicht sprachlich auseinanderdividieren lassen.

Raumfahrer aller Länder vereinigt Euch!
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 01. März 2017, 18:12:02
Der Begriff ist doch letztendlich egal, entscheidend ist in diesem Falle ob was hinten rauskommt...
Laut SPON kalkuliert man sogar mit 40 Mill. Euro.
http://www.spiegel.de/karriere/iss-eine-dieser-frauen-wird-die-erste-deutsche-astronautin-a-1136657.html (http://www.spiegel.de/karriere/iss-eine-dieser-frauen-wird-die-erste-deutsche-astronautin-a-1136657.html)

Zum Crowfunding: https://www.startnext.com/dieastronautin (https://www.startnext.com/dieastronautin)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: McPhönix am 01. März 2017, 20:12:58
Da wollte doch auch ein Däne .... na gut ist still geworden um das Projekt.  ;)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 01. März 2017, 21:06:25
25 weitere Nationen, die Menschen beiderlei Geschlechts in den Weltraum befördern?
Oh ja, bitte... dafür lerne ich jede Liste auswendig. ;)

Ich mag durchaus die regionsspezifischen Berufsbezeichnungen... aber, wie gesagt, Raumfahrer/in ist absolut ein schönes Wort.

Allgemein:

Dieses Forum hat manchmal die Tendenz raumfahrttechnische Unternehmungen außergewöhnlicherer Sorte zu belächeln. Das fällt mir nicht zum ersten Mal auf.  Raketen aus dem Baumarkt mögen ambitioniert sein... aber sie sind eben ambitioniert.
Und es spricht absolut nichts dagegen diese Ambition zu würdigen, selbst wenn die Kopenhagener Rakete noch weit vom Weltraum entfernt fliegt.
Man hat auch die Gebrüder Wright belächelt und ein Genie namens Tesla.
Ohne Menschen, die den Mut haben Ideen anzustoßen und ihre Verwirklichung anzustreben wäre die Welt grottenlangweilig und bei weitem nicht auf dem heutigen Stand ihrer Technik.

Eine deutsche Astronautin in den Weltraum zu bringen ist ein fantastisches Projekt. Und wenn das nicht von staatlicher Seite vorangetrieben wird, dann begrüße ich jede zusätzliche Initiative, die sich darum anspruchsvoll kümmert.
Das Projekt ist für die Raumfahrt ein Gewinn - selbst, wenn es scheitern sollte.
Und diese Betrachtungsebene fehlt mir hier des öfteren.

Ich finde nicht, dass die menschliche Raumfahrt weit genug entwickelt ist, als dass ihre Fans... und das sind wir hier alle... Raumfahrenthusiasten belächeln sollten.
Jeder einzelne von ihnen und jedes dazu angestoßene Projekt, tut der Raumfahrt gut.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: bluemchen am 01. März 2017, 22:49:24
Das ist alles großartig, dennoch wage ich einen Einwurf:

Walentina war die Erste - 1963
nach einer Pause Svetlana bei 2 Flügen mit 19 Tagen + 1 EVA  (!) eine Weitere 1984 ...
 +, +, +,
und Peggy mit durchaus Langzeiterfahrung hoch geschätzt und geachtet ...

   Was will Deutschland,
vor allem, was will nun Deutschland in 10 Tagen (!) herausfinden, was alle anderen noch nicht gefunden haben ?
Auge? Haut? Stress? Kompetenz? Ob es nicht manchmal besser wäre, mit Anderen wissenschaftlich zusammen zuarbeiten?
~ 40 Mio kostete dies aller Wahrscheinlichkeit nicht (mit der Fragwürdigkeit des Aufbringens dieser Summe) und Erkenntnisse gäbe es sicher über Maßen - jetzt schon
Bei aller Ehre und den Mut deutscher Kandidatinnen, die mit Sicherheit niemandem nachstehen
Die Fragen bleiben - vor allem, diese Mio für fragwürdige 10 Tage
Grüße
Rainer
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: McPhönix am 01. März 2017, 23:21:26
@XWing - ich bin weit entfernt davon, die Dänen mit ihrem Projekt zu belächeln. Und wenn ichs hätte , würde ich sogar Geld da rein stecken. Einfach so - eben weil sie das tapfer angehen ohne eine große Organisation im Hinterland. Aber ein bissel Augenzwinkern muß erlaubt sein :)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 02. März 2017, 00:17:02
Die Fragen bleiben - vor allem, diese Mio für fragwürdige 10 Tage

Das spielt eigentlich keine Rolle, weil es soll ja eine kommerzielle Veranstaltung sein und wer es bezahlt wird schon wissen, ob es nützlich ist oder nicht.

Mir scheint hier nur der zweite Schritt vor dem ersten gemacht, es ist ja keine Frage, jemanden zu finden, wohl aber das Vorhaben zu finanzieren und das wird mit einer ausgewählten Kandidatin nicht leichter.

Crowdfunding ist jetzt auch nicht mehr so revolutioär und sicher nix für ein 30 Mio Vorhaben, die 50000 sind jedenfalls eher fragwürdig. Aber Frau Zypries kann das ja mit ihrem aufgebesserten Ministergehalt unterstützen.

Was macht eigentlich Frau Rohde (Virgin Galactic) ?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: -eumel- am 02. März 2017, 02:24:26
@xwing2002: Wie kommst Du darauf, dass die Aktion belächelt wird? ???

Meinst Du etwa tobis Posting:
Das wird nichts. Nichtmal 50.000 Euro kann man auftreiben und sucht das Crowdfunding dafür? Eieiei. ::)

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Tobi die Aktion belächelt, oder abwerten will.
Ganz im Gegenteil - er wünscht sich viel mehr Raumfahrt in Deutschland.
Tobi ist verbittert darüber, das wir in Deutschland und Europa in Sachen Raumfahrt nichts zustande bringen.
Dabei hätten wir die besten Voraussetzungen, nutzen sie aber nicht.

Der deutsche Staat schmeißt für andere Dinge mit Milliarden nur so um sich - ohne zu fragen, ob sich das lohnt, oder irgendetwas dabei herausspringt.
Die CDU will die Steuern senken, weil sie nicht mehr wissen, wohin mit dem vielen Geld.
Plötzlich haben sogar die Gemeinden so viele Milliarden Überschüsse, dass sie sie nichtmal mehr zählen können (20 Milliarden, oder doch eher 30?)
Aber wenn es um Raumfahrt geht, halten sie sofort fest entschlossen die Taschen zu.

Vor etwa 10 Jahren wollte Deutschland in Eigenregie eine Mondlande Forschungsmission durchführen.
Alles selbst entwickeln, testen und durchführen, Technologie demonstrieren.
Für die ganze Mission hätte das DLR 350 Millionen € gebraucht.
Da ist der deutsche Staat fast zusammengebrochen, und sah sich nicht in der Lage, das zu finanzieren.
Man verwies an die ESA - die anderen Länder sollten zusammenlegen - aber nichtmal zusammen konnte man lächerliche 350 Millionen € für eine Mondlandemission aufbringen.
Dabei hätte sich das durchaus gelohnt, wenn Deutschland in Sachen Raumfahrt mal was bewegen würde.
Institute und Firmen könnten sich in Entwicklung und Durchführung üben und weiterentwickeln.
Man könnte bei jungen Leuten (Nachwuchs) Interessen wecken, sie schulen und einbinden.
Und wir könnten unsere Leistungsfähigkeit demonstrieren.
Später einzelne Komponenten, Systeme oder ganze Missionen verkaufen und daran verdienen.
Aber nein - das sollte eingespart werden.
So wird das nichts! >:(

Mir tun die sechs Kandidatinnen leid.
An ihrer Ausbildung und Tätigkeiten sieht man schon, dass sie es ernst meinen und voller Tatendrang sind.
Wenn sie in Deutschland keine Chance erhalten, werden sie wohl auch abwandern müssen. :-\
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: -eumel- am 02. März 2017, 02:52:34
Dabei kann es durchaus auch ohne Staat funktionieren.
In den USA und sogar im kleinen Dänemark gibt es Raumfahrt-Firmen,
die seit Jahren nur durch private Spenden finanziert werden.

Nur in Deutschland geht das nicht, weil sich hier niemand für Raumfahrt interessiert.
Und wenn sich mal jemand findet, für den Raumfahrt interessant ist, verhält es sich so, wie in bluemchens Posting (https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=14161.msg387006#msg387006):
Ja, mal gucken, was die anderen so machen - aber selber machen? Ich weiß nicht :-\
Kostet das auch nichts?
Oh, wenn es was kostet, dann lieber nicht, dann ist ja alles fragwürdig.
Ja lohnt sich das denn überhaupt? Was genau wird denn dabei herausspringen?
Nein - lieber nicht.

So kann es nicht funktionieren!

Offensichtlich gehört die Raumfahrt nicht zu Deutschland.
Unser Präsident und die Bundeskanzlerin sagen ja, der Islam gehört zu Deutschland.
Also zurück ins Mittelalter! Vielleicht kommen wir ja da auf einen grünen Zweig! 8)
Ich habe mir schon einen Koran gekauft! ;)
Frauen spielen dann aber keine Rolle mehr. :(
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 02. März 2017, 04:54:50
Ich würde nicht sagen wollen, dass Deutschlands integrative Haltung gegenüber Religionen dafür verantwortlich ist, dass wir in der Raumfahrt weniger auf die Beine stellen, als wir könnten und sollten - ich stimme aber zu, dass dem so ist.
Ich mache dafür aber mehr eine Mentalität verantwortlich, die Preisschilder auf Projekte klebt... und wenn es um Kultur geht (für mich sind Bildung, Wissenschaft und Kunst zusammen Kultur), dann ist diese Mentalität sowohl hemmend, als auch gesellschaftlich verarmend.

Was dieses Projekt angeht...

...mir ist lieb, dass dieser Schritt gemacht wird, egal wohin er führt und egal ob er kostspielig oder der zweite vor dem ersten ist. Wege beginnen mit einem Schritt.
Irgendwo muss man anfangen. Und wenn man erst Kandidatinnen sucht nachdem das Projekt zur Gänze finanziert ist... dann vergeht enorm viel Zeit.
Das Projekt übt einen gewissen themenbezogenen Druck auf die ESA und speziell die DLR aus. Das gefällt mir. Mir gefällt auch die Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit, die es generiert... für Raumfahrt generell, Frauen in der Raumfahrt und als Vorbildfunktion für junge Mädchen.
Ich erinnere gerne an die erste Lufthansapilotin Evi Hetzmannseder, die von einem völlig perplexen Controller via Funk gefragt wurde: "Are you a madam, sir?".  ;D
Irgendwer muss anfangen, bevor etwas außergewöhnliches normal wird.
Und eines hat dieses Projekt bereits erwiesen... es besteht kein Mangel an Kandidatinnen... WENN man sie sucht.

@eumel
Wenn Deine "tobi-Interpretation" zutrifft... dann ahnst Du gar nicht, wie sehr ich seinen Frust teile und seiner Meinung bin.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 02. März 2017, 06:49:50
Zitat
Ich würde nicht sagen wollen, dass Deutschlands integrative Haltung gegenüber Religionen dafür verantwortlich ist, dass wir in der Raumfahrt weniger auf die Beine stellen, als wir könnten und sollten ...

Was hat denn bitte die Religion damit zu tun? Guckt euch mal Indian an. Die sind 1000 mal religiöser als die ewig Schlauen hier. Und die haben nen eigenes Raumfahrtprogramm.

Es ist eindeutig die Politik die den Entwicklungstand zu verwantworten hat, nicht die Religion oder die Kultur! So einen Schwachsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen.

Wenn ständig gesagt wird "wozu brauchen wir eig Raumfahrt?" dann wird das auch nix. Wenn sich Große Unternehmen, wie bspw. Airbus Bremen ( die btw. Federführend in der Oberstufentechnologie der Ariane WAREN, oder in der bemmanten Raumfahrt, siehe Columbis) ihre Axt aus der Hand  durch die Franzosen nehmen lassen... Ja dann wird das nix! Und da hat Religion ja wohl am wenigsten damit zu tun? 

Ich selbst bin Wissenschaftler, Raketeningenieur und ein tief gläubiger Mensch... wieso soll sich sowas nicht vereinigen lassen?

Und was es die erste Deutsche Astronautin angeht... sag ich nur ARMES DEUTSCHLAND! Wie viel steuert denn Frau Kessler und HE Space den 40 Mio€ bei? Das ist doch alles nur PR und hat nichts mit einer richtigen Astronautin zu tun!

Da haben auch schon andere behauptet erste deutsche Astronautin zu werden. Die Hagenerin Sonja Rohde hat damals auch so nen Abwasch gemacht nur weil Sie mal Richard Brandson kennenlernen durfte... und? Nix draus geworden, nur heisse luft und viel Publicity... und genauso wirds hier auch sein.

Astronaut ist ein Beruf... das hier ist nur ein Tourist! Oder ist Dennis Tito jetze auch Astronaut?  :o
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Rücksturz am 02. März 2017, 07:04:11
"Die Astronautin: Finalistinnen vorgestellt
Am 1. März 2017 fand in der Mock-Up Halle des Airbus Standortes Bremen die Vorstellung der Finalistinnen der Initiative „Die Astronautin“ statt."

Weiter geht es im Artikel von Ingo Muntenaar:
https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/02032017050601.shtml (https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/02032017050601.shtml)

Viele Grüße
Rücksturz
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 02. März 2017, 07:43:48
@Invicta
Das von Dir gewählte Zitat aus meinem Beitrag bezieht sich auf eumel, der schrieb:
Zitat
Offensichtlich gehört die Raumfahrt nicht zu Deutschland.
Unser Präsident und die Bundeskanzlerin sagen ja, der Islam gehört zu Deutschland.
Also zurück ins Mittelalter! Vielleicht kommen wir ja da auf einen grünen Zweig! 8)
Ich habe mir schon einen Koran gekauft! ;)
Frauen spielen dann aber keine Rolle mehr. :(

Natürlich ist Astronautin ein Beruf.

Astronautin ist aber auch ein in Deutschland unterrepräsentierter Beruf - um mal charmant zu formulieren, dass er in Deutschland nicht existiert.
Frankreich, Italien, Großbritanien, China, die Sovietunion bereits 1963 und über 40 Amerikanerinnen sind uns voraus. Das sollten wir besser machen, besser können.

Und was den Beruf angeht: Noch gibt es keine Richtlinien für eine kommerzielle Ausbildung. Fest steht, dass wer derzeit in der ISS leben und arbeiten will, den Kriterien der internationalen Raumfahrtagenturen entsprechen muss. Vollkommen egal, ob es sich um eine herkömmlich ausgebildete oder gecastete Astronautin handelt.

Ich sehe sehr wohl einen Unterschied zwischen einem suborbitalen mehrstündigen Flug und einem ISS-Aufenthalt, der langwieriges Training mit sich bringt. Das Auswahlverfahren ist fundiert... eine recht aufwendige PR-Aktion und ein Deinerseits sehr geringschätzig gewählter Name für ein überfälliges Projekt... für das ich mir Staatsmittel wünschen würde, ja, ganz sicher.
Aber wenn der Staat nicht zu bewegen ist... was dann? Warten?
Oder tun was möglich ist?
Manchmal muss man handeln, um überhaupt erst herauszufinden, was möglich wäre.

Nebenbei... Weltraumtouristin Sonja Rohde... was heisst "nichts 'draus geworden"?
Du weißt, Virgin Galactic hatte einen fatalen Unfall zu beklagen... sie steht auf der Liste, wie viele... die genauso wenig fliegen können wie sie. Oder wurde das SpaceShipTwo eingestampft? Meines Wissens nach nicht.

Ich würde es begrüßen, wenn eine Deutsche zur ISS fliegt noch bevor Frau Rohde die 100km-Grenze überquert.
Weil die deutsche Raumfahrt jedes Mal einen Aufmerksamkeitsschub bekommt, wenn da oben jemand aus unserem Land herumschwebt. Und sie hat solche Beliebtheitsimpulse bitter nötig um etwas politisch guten Willen der Unterstützung anzuschieben.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 02. März 2017, 07:57:57
Nochmal... das hier ist nichts weiteres als wie ein DSDS Casting. Mehr nicht! Die ESA hat keinen Bedarf an neuen Astronauten. Das was hier gemacht wird dient alleine HE Space um hinterher behaupten zu können dass Sie sogar Astronauten ausbilden... was sie nicht tun!

'Tourist bleibt eben Tourist. Das würde sonst die Arbeit und den Wert des echten Astronauten veringern! Nur weil jemand ein paar Klavierstunden geschenkt bekommen hat kann ist er noch lange kein Pianist!

Und nochmal. Die Haltung in der Politik muss sich ändern. Man muss sich auf sich selbst und nicht auf andere konzentrieren. Wenn ich Grichenland und Co Geld hinterherwerfe... ja dann hab ich kein Geld um mich selbst weiter zu entwickeln!(Als Beispiel)

Und was es Sonja Rohde angeht... Sie hat sich selbst so sehr gehyped das es jetzt mehr oder weniger ne Klatsche für Sie sein muss. Jeder hat Sie als erste deutsche Astronautin titulliert... Ja es gab nen Crash... und? Sie ist trotzdem auch KEINE Astronautin. Sie ist auch wenn iwann nur eine Touristin.

Mag sein das Du als Frau es toll findest und Sympathien für die erste deutsche vielleicht "Astronautin" hegst. Ja... ansich eine tolle Sache... nichtsdestotrotz ist die Frau keine berufliche Astronautin... Sie wird nur auf den Flug vorbereitet, darf auf der ISS wenn überhaupt ein paar Knöpfe drücken... mehr nicht. Wenn wird es bei einem Flug bleiben, es wird kein weiterer wie bei echten Astronauten kommen, die Spezialisten auf Ihrem Gebiet sind. Und wofür? um eine Unsumme an Geld herauszuwerfen nur weil sich HE Space profillieren will?

Nö!
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tobi am 02. März 2017, 08:11:49
Nochmal... das hier ist nichts weiteres als wie ein DSDS Casting. Mehr nicht! Die ESA hat keinen Bedarf an neuen Astronauten. Das was hier gemacht wird dient alleine HE Space um hinterher behaupten zu können dass Sie sogar Astronauten ausbilden... was sie nicht tun!

DSDS  = Deutschland sucht die Scheinaustronautin.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 02. März 2017, 08:19:34
Zitat
DSDS  = Deutschland sucht die Scheinaustronautin

kurz und präzise ausgedrückt! (http://emoji.fileformat.info/gemoji/thumbsup.png) tobi
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Wilga35 am 02. März 2017, 09:32:24

Nochmal... das hier ist nichts weiteres als wie ein DSDS Casting. Mehr nicht! Die ESA hat keinen Bedarf an neuen Astronauten. Das was hier gemacht wird dient alleine HE Space um hinterher behaupten zu können dass Sie sogar Astronauten ausbilden... was sie nicht tun!

DSDS  = Deutschland sucht die Scheinaustronautin.

Der Vergleich hinkt jetzt aber kollossal! Bei DSDS kann so ziemlich jeder teilnehmen (und sich blamieren). Die Siegerin der jetzigen Auswahl dürfte da schon einiges mehr an Qualitäten vorzuweisen haben, als all die Möchtegernsternchen von DSDS.
Kam nicht einst Helen Sharman auf ähnlichem Wege zu ihrem Raumflug? Eine richtige Berufsastronautin war auch sie nicht, hat ihren Job aber dennoch gut gemacht.
Eure Häme ist jedenfalls völlig unangebracht!
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Doc Hoschi am 02. März 2017, 09:36:45
Wenn eine der Damen, die allesamt offensichtlich über einen recht imposanten und insbesondere einen technischen bzw. sogar wissenschaftlichen Hintergrund verfügen, es tatsächlich schaffen sollte einen (gerne auch gesponserten) Raumflug zu ergattern, so what?

Sie wird nur auf den Flug vorbereitet, darf auf der ISS wenn überhaupt ein paar Knöpfe drücken...

Was ist daran verkehrt? Ich kenne Unternehmen, die Knöpfchendrücker zur Bedienung von Multimillioneneuro-Anlagen einsetzen, die kaum einen Schimmer über die Prozesstechnik haben, die sie eigentlich in Gang setzen. Ist nur DER Astronaut, der den kompletten Durchblick hat? Ich bezweifle, dass die offiziellen Astronauten sich über die vollständigen Mechanismen hinter ihren durchgeführten Experimenten, bzw. die zugrundeliegenden Theorien im Klaren sind. Sie haben sich eben eingehend zur Durchführung des Experiments briefen lassen. Eventuell hat der eine oder andere je nach Interessenslage ja tiefer nachgefragt oder eben nicht.

Auch "Knöpfchen drücken" kann die Arbeit der regulären Besatzung erleichtern. So abschätzig dürfte wohl keine Agentur und kein Unternehmen, mit denen u.U. verhandelt werden soll, über die Mädels denken. Schon deren Hintergrund berechtigt für mehr unterstützende Aufgaben für die offiziellen Astronauten an Bord der ISS oder wo immer es hingehen könnte, als es bei Touristen wie Tito oder Ansari der Fall war.
Wenn HE Space sie tatsächlich mal so weit gebracht haben wird (was allerdings abzuwarten ist), hat man zur Not sicherlich auch eigens organsierte Experimente dabei (Schülerwettbewerb, was weiß ich...ist ja auch alles nicht neu). Das ließe sich ebenfalls prima verkaufen.

Astronaut ist per definitionem auch kein Beruf, sondern die amerikanische Bezeichnung für einen Raumfahrer, der nun einmal als Teilnehmer an einer bemannten Expedition in den Weltraum gilt. Wenn Invicat oder tobi darin einen Beruf sehen möchten, zu dem ja auch noch nur die offiziellen Astronauten oder Anwärter befähigt sind, dann ist das deren Recht, aber meine Sicht der Dinge ist da anders. In China sind anfangs bekanntlich primär Militärangehörige ins All geflogen....waren das richtige "berufliche Astronauten/Taikonauten"? Ist man "beruflicher Astronaut" wenn man nur einmal geflogen ist?

Die Frage ob Scheinastronaut oder nicht, stellt sich hier gar nicht. Entweder die Finanzierung klappt und man kann eine Transportübereinkunft erzielen.....dann ist die Person bei einem Flug zum Astronauten geworden (so sehr dies dann einige scheinbar schmerzen mag), oder alles scheitert, und man bleibt wer man war.....mit ein paar netten Zusatzskills und Erfahrungen.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tobi am 02. März 2017, 09:41:48

Nochmal... das hier ist nichts weiteres als wie ein DSDS Casting. Mehr nicht! Die ESA hat keinen Bedarf an neuen Astronauten. Das was hier gemacht wird dient alleine HE Space um hinterher behaupten zu können dass Sie sogar Astronauten ausbilden... was sie nicht tun!

DSDS  = Deutschland sucht die Scheinaustronautin.

Der Vergleich hinkt jetzt aber kollossal! Bei DSDS kann so ziemlich jeder teilnehmen (und sich blamieren). Die Siegerin der jetzigen Auswahl dürfte da schon einiges mehr an Qualitäten vorzuweisen haben, als all die Möchtegernsternchen von DSDS.
Kam nicht einst Helen Sharman auf ähnlichem Wege zu ihrem Raumflug? Eine richtige Berufsastronautin war auch sie nicht, hat ihren Job aber dennoch gut gemacht.
Eure Häme ist jedenfalls völlig unangebracht!

Die Bildung der beteiligten Personen macht das Projekt doch nicht zwangsläufig glaubwürdiger, ich erinnere an GoldenSpike ( https://en.wikipedia.org/wiki/Golden_Spike_Company (https://en.wikipedia.org/wiki/Golden_Spike_Company) ) . Die Astronautin bekommt doch nur das weltraumtouristische Schnelltraining. Dazu braucht es die hohe Bildung nicht.

Außerdem der Unterschied zwischen DSDS (RTL) und "Deutschland sucht Astronautin" ist der, dass RTL immerhin das Geld hat. Die könnten die gerade per Crowdfunding gesuchten 50.000 Euro aus der Portokasse zahlen. DSDS ist vielleicht eine Spaßveranstaltung aber viel glaubwürdiger als dieses PR Event hier. Die Sieger von DSDS konnten immerhin auch ab und zu einen von Dieter Bohlen komponierten Song in den Charts positionieren.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 02. März 2017, 11:05:02
Zitat
Bei DSDS kann so ziemlich jeder teilnehmen (und sich blamieren). Die Siegerin der jetzigen Auswahl dürfte da schon einiges mehr an Qualitäten vorzuweisen haben, als all die Möchtegernsternchen von DSDS

Konnte das bei Die Astronautin nicht auch jeder? Ich habe dieses Casting von Anfang an verfolgt. Damals hieß es noch dass sich JEDE Frau bewerben könne und NICHT das technische Grundwissen mitbringen müsste! Also offen für jeden der sich sowas zutraut.

Defacto sind aber bislang nur Frauen mit einem technisch hohen Hintergrundwissen im Finale. Daher Augenwischerei Nr. 1

2.
Zitat
Astronaut ist per definitionem auch kein Beruf, sondern die amerikanische Bezeichnung für einen Raumfahrer, der nun einmal als Teilnehmer an einer bemannten Expedition in den Weltraum gilt.
Ungleich der Bezeichnung ob nun Astronaut oder nicht bleibt diejenige die hochfliegt eine Touristin die nicht offiziel von einer Raumfahrtbehörde als Mitglied einer solchen anerkannt ist. Da mag sie heißen wie sie will...
Ein offizielles Teammitglied einer Raumfahrtmission darf sich dann nach deiner Aussage so nenne, ja. Aber Sie wird weder zum europäischen Corps gehören noch sonst wo... Daher weiterhin Touristin! Oder bist du auch gleich ein Matrose oder Steuermann weil Du mal auf nem Schiff mitgefahren bist? Nein Du bleibst Passagier...  aber gegen Beratungsresistenz kann man nichts tun.

3. Es ist und bleibt eine riesen PR Geschichte und es bleibt nichts anderes als ein Casting. Aber da verhält es sich so wie wenn einer ein Arzt ist und dazu ausgebildet wurde und Erfahrung hat... oder ob er nur ein Heilpraktiker ist (so darf sich übrigens jeder nennen) der ein Stetoskop halten kann und denkt ein Arzt zu sein.

An der Idee an sich ist nichts verwerfliches. Aber wie es dargestellt wirdist nicht korrekt. Und so wie es auch Laien in den Medien dargestellt wird, die dann denken... WOW... ne echte Astronautin. Man macht einen Hype um etwas was nicht ist.
Wer das nicht differenzieren kann, will oder möchte, dem kann man wohl auch Birnen als Äpfel verkaufen.

Wieso nannte man das Ding nicht "Deutschlands erste Weltraumtouristin"? Genau, weil sich das schlechter verkaufen lässt. Weil das nicht so spektakulär wäre wie "Astronautin", und weil da wohl kaum so viele mitgemacht hätten. Und weil HE Space sich dann in eine Riege mit Virgin Galactic, Golden Spike, Denmark Orbitals und Co stellen müsste. Astronautin kling heldenhaft...

Wenn Du hier schon die Begrifflichkeit "Astronaut" differenzierst, kannst du ja gegen Weltraumtouristin, oder Raumfahrttouristin nichts einzuwenden haben, oder?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: fl67 am 02. März 2017, 13:47:34
Das ist doch Definitionssache, was ein Astronaut ist. 
In den USA gilt als Astronaut, wer höher als 50 Meilen geflogen ist. Eine andere Definition setzt die Grenze bei 100 km. Noch eine andere Definition besagt, dass man mindestens eine ganze Erdumrundung gemacht haben muss.
Wenn man den deutschen Astronauten Hans Schlegel fragt, so wird er antworten, dass es doch längst eine deutsche Astronautin gibt - nämlich seine Ehefrau Heike Walpot, die damals Ende der 80er als Astronautenanwärterin beim DFVLR angestellt war (und damit "offiziell von einer Raumfahrtbehörde als Mitglied einer solchen anerkannt" war).


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Auf der Crowdfunding-Seite https://www.startnext.com/dieastronautin (https://www.startnext.com/dieastronautin) sind immerhin schon 1.965 Euro zusammengekommen....  mal sehen wie viel es noch wird.
Ziel sind 125.000 Euro,  um das Training für 2 der Kandidatinnen zu finanzieren.

Eine von den 6 Kandidatinnen, Insa Thiele-Eich, ist übrigens die Tochter von Astronaut Gerhard Thiele.


Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 02. März 2017, 14:02:33
@Invicta
Zitat
Und weil HE Space sich dann in eine Riege mit Virgin Galactic, Golden Spike, Denmark Orbitals und Co stellen müsste. Astronautin kling heldenhaft...
Du verstehst den Unterschied zwischen einem suborbitalen Hüpfer und einem Aufenthalt auf der ISS?

Du verstehst den Unterschied zwischen Golden Spike (und der derzeit technischen Unmöglichkeit den Mond zu erreichen) und dem regulären Crewtransfer zur Raumstation?

Du weißt, dass Helen Sharman auf der ISS wissenschaftliche Experimente in ihrer Verantwortung hatte und für ihren sechstägigen Aufenthalt eine eineinhalbjährigen Ausbildung absolviert hat - was der Bezeichnung "Knöpfchendrücken" in etwa so entspricht, als ob ich Dich "Technikbastler" nenne?

Dir ist auch klar, dass sich zwar jede Frau bewerben konnte, die Kriterien aber so sorgfältig und anspruchsvoll gesteckt waren, dass man sehr wohl von hohen Bildungsvoraussetzungen sprechen kann - von unbeeinflussbaren Faktoren wie Knochendichte mal abgesehen?

Und wenn Du schon mit dem "du als Frau"-Argument anrückst... kannst Du als Deutscher wenigstens nachvollziehen, dass es der deutschen Raumfahrt keinerlei Schaden zufügt, wenn dieses Projekt angestrebt wird... wohl aber Nutzen bringt, den sie bitter braucht?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 02. März 2017, 14:07:56
Eine von den 6 Kandidatinnen, Insa Thiele-Eich, ist übrigens die Tochter von Astronaut Gerhard Thiele.

Interessant auch: Magdalena Pree hat die deutsche Staatsangehörigkeit, ist aber gebürtige Österreicherin. Sie wäre also auch die erste Austronautin!   ::)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 02. März 2017, 14:12:17
Jetzt ist Australien sauer, dass ihnen das nicht eingefallen ist.  ;D
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: stillesWasser am 02. März 2017, 14:17:26
Meine Sicht auf die Dinge:

Wer ehrlich ist, muss zugeben, dass sich die ISS vom rein wissenschaftlichen Standpunkt kaum rechnet. Ein wichtiger Faktor ist hier der kulturelle Aspekt einer bemannten Station außerhalb des Planetens.
Umso wichtiger finde ich es, Mädchen und jungen Frauen durch eine weibliche Astronautin/Raumfahrerin/wasauchimmer eine Vorbildfigur zu geben.

Eben deswegen finde ich aber, dass diese Kampange falsch ist! Denn sollte wirklich genug Geld zusammen kommen, damit der Flug klappt, wird die Ausgewählte immer das Makel anhaften haben, nicht eine "echte" Astronautenausbildung abgeschlossen zu haben und eigentlich nur eine Raumfahrerin zweiter Klasse zu sein. Vollkommen unabhängig davon, ob das wirklich stimmt oder nicht, dieser Eindruck wird haften bleiben.

Wenn man sich die übrig gebliebenen 6 Kannidatinnen anschaut, merkt man, dass eigntlich alle top ausgebildet sind! Die Unterschiede auf diesem Niveau sind so marginal, dass alle nahezu gleich gut in der Lage sind, alle Aufgaben eines Raumfahrers durchzuführen. Und genau deswegen finde ich, dass es ein Fehler der ESA war, 2009 in ihr Korps nur eine Frau aufzunehmen. Denn selbst wenn die technische Qualifikation der besten nicht gewählten Frauen eventuell minimal schlechter gewesen wäre, die Erfüllung der kulturellen Aufgaben (sprich die Öffentlichkeit zu begeistern) hätte ein eher Geschlechter-ausgeglichen gewähltes Korps besser erfüllt.
(Das hätte natürlich nicht zwangsweise zur Folge gehabt, dass eine deutsche Frau ausgewählt worden wäre, aber das ist nicht die Aufgabe der ESA)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 02. März 2017, 14:33:06
Denn sollte wirklich genug Geld zusammen kommen, damit der Flug klappt, wird die Ausgewählte immer das Makel anhaften haben, nicht eine "echte" Astronautenausbildung abgeschlossen zu haben und eigentlich nur eine Raumfahrerin zweiter Klasse zu sein. Vollkommen unabhängig davon, ob das wirklich stimmt oder nicht, dieser Eindruck wird haften bleiben.

Das glaube ich nicht.
Die beiden touristischen "Mondfahrer" von Elon Musk (etwas salopp ausgedrückt) werden nach ihrer Rückkehr zur Erde bestimmt auch keine Minderwertigkeitskomplexe haben.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Sensei am 02. März 2017, 14:50:34
Raumfahrer sind Raumfahrer sind Raumfahrer.
Egal ob als Tourist oder als offiziell Angestellter einer Argentur, wichtig ist doch nur, ob sie den 'Weltraum befahren' haben.

Ich wundere mich ernsthaft woher dieser starke Widerstand gegen Weltraumtouristen o.ä. kommt. Seht es doch als Bereicherung der Brange. Den bisherigen Raumfahrern wird doch dadurch nichts weggenommen.. oder?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 02. März 2017, 14:57:03
@stillesWasser
Ich weiß nicht, ob es ein Makel ist, wäre... ich hoffe nicht.
Anousheh Ansari war eine gute Botschafterin ...sowohl als Rollenvorbild, als auch generell als Gesicht der Raumfahrt. Sie hatte und hat ein Talent ihre eigene Begeisterung und Raumfahrt mitreißend zu verbinden. Immer wieder für die Notwendigkeit der Entdeckung und Arbeit im Weltraum zu werben, Aufmerksamkeit dafür zu schaffen.
Ihre Website beschreibt sie übrigens als "First Female Private Space Explorer".
Auf ihrem patch stand "Imagine * Be the change* Inspire".
Das mag technisch orientierten Ingenieur/innen fast schon esoterisch spirituell erscheinen - aber darum geht genauso wie um die technischen Voraussetzungen.
Raumfahrt braucht Botschafter und kann weitere Botschafterinnen gut vertragen.

Ich sehe die Hürden in diesem Projekt - schlicht finanzieller Natur. Es gibt 22 deutsche Milliardärinnen, ich fände es beispiellos grandios, wenn jede 2 Millionen beisteuern und sich dafür feiern lassen würde.
Ich fände es genauso großartig, wenn sich technologisch orientierte Konzerne hinter dem Projekt versammeln würden.
Und wer weiß was passiert.
Nur dafür muss es das Projekt geben. Dafür muss man mit dem warten aufhören und es einfach anzetteln. Jemand muss anfangen. Derjenige kann scheitern. Aber wenn niemand anfängt, dann bewegt sich nichts.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: GG am 02. März 2017, 17:13:05
Warum sollte es nicht Astronautin heissen?? 

Raumfahrer/in ist ein schönes Wort, klingt so weitläufig ... aber im westlichen Sprachgebrauch hat sich Astronaut/in durchgesetzt.

Ich verwende in meinem Unterricht den Begriff Raumfahrer, da er die Bedeutung besser und richtiger beschreibt.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 02. März 2017, 17:38:13
In meiner Schullaufbahn... von 1976-1989... kann ich mich an keine Gelegenheit erinnern, keinen Moment, wo wir jemals über den Weltraum gesprochen haben.
Ich erinnere aus einem anderen Thread, dass Du unterrichtest ... und ganz ehrlich, ich finde JEDE Benennung wunderbar, die Weltraumreisende in einen Unterricht trägt.  ;)

In meiner Kindheit aber spielen Bücher über die NASA eine große Rolle, die meine Mutter aus Amerika mitgebracht hatte. Ich bin sehr an "astronaut" gewöhnt. Persönliche Prägung.

Aber nochmal - "Raumfahrer" ist ein schönes Wort.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Captain-S am 02. März 2017, 17:52:40
Also von der Optik her würde ich die zweite von links, oder die zweite von rechts auswählen.
Die langen Haare schauen in der Schwerelosigkeit immer ganz lustig aus.  :)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: GG am 02. März 2017, 18:05:54
Ich habe bereits 1983 das Thema in die Schule getragen, damals als Wandzeitung zur allgemeinen Information. Seit 2005 gibt es das Thema Raumfahrt bei uns als Unterrichtsfach im naturwissenschaftlichen Profil (1 Wochenstunde in Klasse acht). Die meisten Schüler sind von dem Thema genauso fasziniert wie ich, darunter auch etliche Mädchen. Meiner Meinung nach hätte längst eine Frau aus unserem Land eine Reise in den erdnahen Weltraum unternehmen müssen. Hoffentlich klappt das nun bald mal.

Dafür könnte sich ja auch mal die Kanzlerin stark machen.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 02. März 2017, 21:06:33
@Captain-S
Frauen können fies sein... manchmal greifen sie zur Schere, zum Haargummi oder zum Basecap... manchmal nutzen sie die Haarlänge allerdings auch um physikalische Gesetze zu demonstrieren...  ;)

https://www.youtube.com/watch?v=fHQU92nGE1Y (https://www.youtube.com/watch?v=fHQU92nGE1Y)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: McPhönix am 02. März 2017, 21:19:37
Zitat
Dafür könnte sich ja auch mal die Kanzlerin stark machen.

Wuuuaaahahahahahahahahahahaha  ;D ;D ;D ;D ;D

Guter Witz , GG :)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: ZeT am 03. März 2017, 14:44:44
Ich seh die ganze Aktion als ziemlich sinnfrei an. Da wird doch nur sinnlos Geld verbrannt was man sinnvoller anderweitig hätte einsetzen können bzw einsetzen könnte. Blos weil noch keine "deutsche" Frau im All war... so what?

Es ist ja nicht so das bisher keine Frauen in das All geflogen sind.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 03. März 2017, 18:03:04
Wo könnte man es denn sinnvoller einsetzen?
Um die gender pay gap eine Winzigkeit zu schließen?

Scherz beiseite...

Ich fand es schon immer kein Zeichen logischer Intelligenz, wenn eine zweigeschlechtliche Spezies es sich leistet 50% ihres Potentials nicht auszunutzen indem sie eine Hälfte vom Zugang zu Bildung und absolut gleichberechtigter Berufswahl ausschließt.
Das ist nicht klug... wurde und wird aber von der Menschheit so betrieben.
In einigen Teilen der Welt ist man auf dem Weg das zu ändern. In diesem Prozess ist Deutschland gerade.
Dazu gehört es zu inspirieren und Zeichen zu setzen. Vorbilder haben eine Bedeutung. Vorreiter/innen bringen auf eigene Ideen. Verwirklichte Träume beflügeln die eigenen.
Was ist das wert? Nun meiner Ansicht nach einiges.
Was es auf keinen Fall wert ist, ist es sinnfrei zu nennen.

Nebenbei... ich finde es immer lustig, wenn Männer beurteilen, was für Frauen Sinn zu ergeben hat.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: ZeT am 03. März 2017, 19:59:50
Ich verstehe worauf du hinaus willst. Aber im Endeffekt verursacht man damit mehr Schaden als Nutzen. Dann wird höchstens das Bild aufrechterhalten das "Frauen maximal als Touristen dahin kommen".

Die USA schicken Frauen in den Orbit, Russland ebenfalls... in China fliegen Frauen auch mal zu ihrer Station...

Wir haben viel eher das Problem, dass Deutschland an bemannter Raumfahrt keinerlei Interesse zeigt. Wie viele deutsche Astronauten waren auf der ISS? Würde man sich in diesem Bereich stärker engagieren und mehrere deutsche Astronauten auf die ISS bringen, dann hätte sich das "Problem" schon längst erledigt.

Wenn jetzt über so eine Aktion eine Frau ins All gelangt, dann ist das nichts anderes als eine "Quotenfrau". Eine Frau die nicht wegen ihrer Fähigkeiten ausgewählt wurde (was so ja eigentlich nicht stimmt) sondern nur bezüglich ihres Geschlechts.

Damit tut man imho der bemannten Raumfahrt in Deutschland keinen Gefallen. Ich sehe das als kontraproduktiven Genderschwachsinn. Im Zuge dessen, darf man sich auch gerne Fragen weshalb der nächste offizielle Kandidat für die ISS wieder ein Mann und keine Frau ist. Gibt doch sicher qualifizierte Frauen die dazu auch in der Lage wären.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: ZeT am 03. März 2017, 20:16:04
Nebenbei... ich finde es immer lustig, wenn Männer beurteilen, was für Frauen Sinn zu ergeben hat.

Ich bin mal so arrogant und sage, das es für Frauen Sinn ergibt so wie Männer behandelt zu werden um damit eine Gleichstellung zu erreichen. Wie oben angedeutet wäre es viel sinnvoller, für die nächste ISS Mission eine Frau auszuwählen die die gleiche Qualifikation hat.

Alles andere ist ein Almosen was mehr Schaden anrichtet als es nutzen bringt.

Ich mag ja starke Frauen, nicht umsonst ist meine Lieblingsband eine japanisch all Girl Powermetal Band die sich Bridear nennt. ;)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 03. März 2017, 20:40:13
Schau' Dir mal bitte die Biografien der sechs an... was daran "Quotenfrau" sein soll weiß ich nicht. Alle haben eine beeindruckende Qualifikation. Wer sie als "Quotenfrau" niedertiteln will, der wird argumentativ baden gehen.

Frauen hatten lange enorme Hürden zu überwinden, wenn sie in Männerdomänen eingestiegen sind. Von der Automechanikerin bis zur Astrophysikerin ... und auch als (mit lieben Grüßen an GG :) ) Raumfahrerin. Diese Hürden waren nicht qualitativer, sondern gesellschaftlicher Natur.
Noch heute ist der Weg in technische Berufe für Mädchen und Frauen beschwerlicher. 2015 wollte der britische Nobelpreisträger Hunt folgende Aussage als Scherz verstanden wissen:
Zitat
"Drei Dinge passieren, wenn sie im Labor sind: Du verliebst dich in sie, sie verlieben sich in dich, und wenn du sie kritisierst, fangen sie an zu heulen"
So funny...
Da ist noch ein bißchen was zu tun bis wir gleich auf sind.
Bedenkt man, dass erst am 1. Juli 1977 das „paritätischen Ehemodell“ in Deutschland in Kraft trat, das fürderhin erlaubte:
Zitat
„Die Ehegatten regeln die Haushaltsführung in gegenseitigem Einvernehmen. […] Beide Ehegatten sind berechtigt, erwerbstätig zu sein.“
... dann zugegeben... da ist ein Weg zurückgelegt worden.

Aber wenn jemand lange Zeit größere Hürden zu überwinden hatte als andere, dann finde ich persönlich es sehr in Ordnung ein Projekt zu starten, das hilft die Lücke zu schließen.

Schau' mal in diese Statistik:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/316064/umfrage/nationen-mit-den-meisten-astronautinnen/ (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/316064/umfrage/nationen-mit-den-meisten-astronautinnen/)
Deutschland fehlt mir da.
Ich finde es würde unsere Gesellschaft und Deutschland besser wiederspiegeln, wenn wir Teil dieser Statistik werden. Ich befürworte jede Anstrengung dafür.

Natürlich wünsche ich mir, wie Du, ein viel größeres Interesse an deutscher bemannter Raumfahrt. Ich hab' 2010 bei damals noch EADS Astrium gestanden und es ging darum ob das ATV mal in etwas bemanntes gewandelt werden kann. Ich hatte Gänsehaut bei der Vorstellung... :)
Wurde dann abgewrackt... sorry für das Wort, aber so empfinde ich es.

Aber unabhängig davon... Vorbilder sind wichtig. Gesellschaftliches Umdenken ist wichtig. Inspiration ist wichtig.

Weißt Du, als ich mit Playmobil gespielt habe musste ich immer die langen Plastikhaare von den Röcke tragenden weiblichen Figürchen abbekommen, um sie auf 'ne Hosen tragende Spielfigur zu übertragen... war nervig... entsprach' mir aber besser... :)

Gestern habe ich DAS gefunden:

http://www.blick.ch/news/ausland/wuerdigung-fuer-astronautinnen-nasa-frauen-werden-zu-lego-figuren-id6304220.html (http://www.blick.ch/news/ausland/wuerdigung-fuer-astronautinnen-nasa-frauen-werden-zu-lego-figuren-id6304220.html)   ;)

Ja, die Zeiten ändern sich. Das ist gut so. Lasst sie uns weiter ändern, bis alle alles dürfen was sie können und die gesellschaftliche Lücke geschlossen ist.
Could be fun!

Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: bluemchen am 04. März 2017, 01:25:38
xwing, jetzt tut es mir leid, aber genau das scheint des Pudels Kern zu sein:

Ein teutsches Land ohne Programm ... muß wieder in die Statistik kommen... . Dafür 10 Tage ISS, noch weiß keiner wie.
Genau das ist das Gift für unsere engagierten Frauen mi dem Raumfahrt-Anspruch . Das haben sie nicht verdient.
Nein nein, hier hat - und tut sie es immer noch - unsere Politik glatt versagt im EU Gewusel. Ich muß nichts wiederholen, es tut mir einfach leid
Rainer
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: ZeT am 04. März 2017, 02:29:23
Schau' Dir mal bitte die Biografien der sechs an... was daran "Quotenfrau" sein soll weiß ich nicht. Alle haben eine beeindruckende Qualifikation. Wer sie als "Quotenfrau" niedertiteln will, der wird argumentativ baden gehen.

Wenn du eine Frau als Tourist ins All schiesst nur weil es noch keine deutsche Frau im All gab, dann ist das eine "Quotenfrau" - egal ab sie dafür qualifiziert ist oder nicht. ;)

Als Tourist is im Endeffekt jeder qualifiziert der den körperlichen Belastungen standhalten kann. Es geht im Kern aber doch darum, das wir "echte" Astronautinnen brauchen die offiziell an einer ESA Mission teilnehmen. Da haben es andere Nationen leichter, denn wer viele Leute ins All schickt hat natürlich die Möglichkeiten beide Geschlechter ins All zu schicken. Die Kombination aus "keine Kapazitäten" und "geringerer Anteil an Frauen als Männer" führt gerade hier dazu, das eher Männer als Frauen die Chance bekommen.

Als überspitztes Beispiel könnte man anführen, das wenn Liz Mohn heute beschliesst ins All zu fliegen, sie morgen auf einer Soyus sitzt und zur ISS fliegt. In diesem Kontext muss man imho auch diese Initiative betrachten. Mit genug Geld kommt jeder ins All.

Daher bin ich kein Fan von diesen Initiativen, denn am Ende schadet das mehr den weiblichen Raumfahrerinnen als das es ihnen nützt.

Ich will keine Frau als Touristin für ein paar Tage im All sehen sondern als offizielle ESA Astronautin die eine richtige Mission im Stile von Gerst durchführt.  8)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 04. März 2017, 11:39:36
Wenn Liz Mohn es innerhalb eines Fingerschnipsens in eine Sojus und zur ISS schafft, dann bedeutet das vorallem eins: dass das russische Weltraumprogramm in ernsten finanziellen Schwierigkeiten steckt!!!

 ;D

Bleiben wir faktisch - eine sorgfältige Auswahl, eine beeindruckende Qualifikation und 1,5 Jahre Training durch eine staatliche Raumfahrtagentur machen niemanden zur "Quotenfrau".
Anousheh Ansari war weniger qualifiziert und hat erwiesen, wozu es jemanden macht - zum Vorbild für andere an ihre Träume zu glauben. Und darum geht es.

Zitat
Ich will keine Frau als Touristin für ein paar Tage im All sehen sondern als offizielle ESA Astronautin die eine richtige Mission im Stile von Gerst durchführt.
Deine Argumentation ist also: ich WILL, dass deutsche Frauen einen Führerschein machen, aber ich will dass sie es erst tun, wenn sichergestellt ist, dass sie danach Porsche fahren... sonst brauchen wir gar nicht damit anzufangen!!!

Du siehst das Problem dieser Logik?

Apropos Logik. Wenn jemand sich vehement gegen etwas ausspricht, dann frage ich mich immer zwei Dinge:

1. Wird dieser Mensch durch das, wogegen er sich ausspricht eingeschränkt oder beschädigt?
In diesem Fall lautet die Antwort "Nein.".

2. Wird die Gesellschaft durch das wogegen er sich ausspricht eingeschränkt oder beschädigt?
In diesem Fall lautet die Antwort wieder "Nein.".

Wenn die Antwort in beiden Fragen "Nein." lautet, dann liegt der Grund für den Widerspruch nie in der Sache an sich - sondern immer in der Verletzung des persönlichen Wertesystems dessen, der sich gegen die Sache ausspricht.

Wenn Du nicht erklären kannst wo dieses Projekt Dich oder die Gesellschaft schädigt, dann solltest Du nachschauen, warum Du es für keine gute Idee hältst... und zwar in Deinem Wertesystem. ;)


Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Gertrud am 04. März 2017, 14:48:01
Hallo Zusammen,

wenn man die Qualifikation der Frauen betrachtet, ist diese Aktion für die Männer der ESA sehr blamabel.
 
Die Denkweise von einigen Usern zu den hochqualifizierten Frauen dieser Initiative  zeigt genau die gesellschaftliche Einordnung. Die Frauen dürfen, egal wie gut sie sind, keine festzementierten Stellungen des Mannes anstreben und einnehmen.
 
An sich habe ich bei dieser Initiative von Euch erwartet,
das ihr sagen würdet, bei diesen geballten Qualifikationen sollten alle sechs Frauen, eine passende, gleichwertige Ausbildung erhalten und es sollte eine Mitfluggelegenheit mit SpaceX und Boeing, aber auch mit Russland und China ermöglicht werden.
https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/02032017050601.shtml (https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/02032017050601.shtml)

Der Punkt ist doch, welche Tätigkeiten ist für Raumfahrer so körperlich anstrengend,
das sie für Frauen im All wegen der geringeren Muskelkraft nicht durchführbar ist.?

Wozu brauchen wir überhaupt Männer als Raumfahrer.?
 
Die Frauen sind nicht nur in diesem Beruf gleichwertig und/oder wesentlich besser.
Es gab auch viele Raumfahrer, die nur 14 Tage im All waren und "Knöpfchen" gedrückt haben. ;) ;D
Das war dann aber natürlich eine Heldentat. ;)

Bis die Frauen die Anzahl der Männer im All egalisiert haben,
dürfen sich die Männer gerne hinten an stellen.

Mit nicht nur einem  ;)
grüßt Euch Gertrud
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 04. März 2017, 16:11:13
Bis die Frauen die Anzahl der Männer im All egalisiert haben,
dürfen sich die Männer gerne hinten an stellen.

Um das mal in Zahlen darzustellen:

Zitat
Mittlerweile sind 60 Frauen ins All geflogen, von über 500 Astronauten insgesamt. Aus den USA waren es 45. Beim NASA-Nachwuchs ist mittlerweile genau die Hälfte weiblich.
http://www.br.de/radio/bayern2/politik/radiowelt/frauen-raumfahrt-astronautin-weltraum-100.html (http://www.br.de/radio/bayern2/politik/radiowelt/frauen-raumfahrt-astronautin-weltraum-100.html)

Um das mal in lokalen Zahlen auszudrücken. Deutschland hat seit 1978 elf Männer in den Weltraum geschickt. Ende der Statistik.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Rücksturz am 05. März 2017, 09:38:53
Um es mal als Mann ganz deutlich zu sagen:
Diese Aktion ist wichtig, wir brauchen mehr davon und wenn es tatsächlich gelingt eine der Kandidatinnen für (auch nur 10 Tag) auf die ISS zu schicken, dann werden auch die männlichen Vertreter, die hier so heftig dagegen wettern, bei passender Gelegenheit um ein Autogramm anstehen!

Die Aktion hat jetzt schon mehr Aufmerksamkeit für die fehlenden weiblichen deutschen und generell zu wenigen weiblichen Astronautinnen (Raumfahrerinnen  ;) ) gebracht, als alles was davor kam!

Die Auswahlkriterien gingen und gehen weit über das hinaus was für einen reinen Touristenflug gebraucht würde.
Die Lebensläufe der Damen zeigen, dass sie auch bei einer entsprechenden Auswahlrunde der ESA gute Chancen hätten.
Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass diese Kandidatinnen sich bei einer entsprechenden Ausschreibung der ESA auch bewerben würden.
Nur steht momentan keine Auswahlrunde der ESA an.
Es gibt genug aktive Astronaut/innen, um die anstehenden Missionen durchzuführen.
Matthias Maurer wurde zum aktiven Astronauten befördert, weil Deutschland eigentlich Anspruch auf vier Astronauten im ESA-Corps hätte, Schlegel aber wahrscheinlich (wegen des Alters) nicht mehr zu einer Mission starten wird.
Maurer wurde gewählt, weil er die letzte Auswahlrunde der ESA erfolgreich durchlaufen hat, aber es damals noch nicht ganz geschafft hat.
Er war seit dem bei der ESA angestellt und war quasi im "Stand By".
Eine Frau hatte es damals leider nicht so weit geschafft und steht deshalb heute leider nicht zur Verfügung.

Wie schon geschrieben brauchen wir wesentlich mehr Aktionen und Anstrengungen in diese Richtung.
Allerdings halte ich die Crowdfunding-Aktion für etwas blamabel und ich fürchte, dass wenn nicht kurzfristig ein finanzkräftiger Sponsor gefunden wird, das ganze sang und klanglos einschlafen wird.

Auch wenn ich nicht glaube dass Frau Merkel persönlich in dieser Sache aktiv wird, wäre es angemessen wenn Frau Ehrenfreund vom DLR hier massiv auf die politischen Entscheidungsträger einwirkt, um eine finanzielle Unterstützung zu erwirken.
Es wäre ein starkes Signal für Deutschland, wenn das DLR (ähnlich der italienischen ASI) einen zusätzlichen Startplatz für eine deutsche Astronautin einkaufen würde, zusätzlich zu den ESA-Startplätzen.
Mit diesem Signal könnte man viele Menschen und insbesondere junge Frauen für technische Berufe begeistern.
In Richtung der MINT-Berufe gibt es bereits zahlreiche auch staatlich geförderte Maßnahmen, von denen der größte Teil der Bevölkerung trotzdem nichts weiß.
Eine deutsche Astronautin im All wäre ein Signal das keinER übersehen kann.  :)

Ich wünsche jedenfalls der Aktion und den 6 Finalistinnen alles gute und Good Speed!

Viele Grüße
Rücksturz
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Nebulon am 05. März 2017, 12:15:24
Also mir ist es egal wer zur ISS fliegt oder ob der erste, nächste oder letzte dort ein Deutscher oder ein Grönländer ist, ein Mann, eine Frau oder ein Gartenzwerg.

Jeder Cent der darin investiert wird, ist ein Cent weniger, der für die erste bemannte Landung auf dem Mars zur Verfügung steht.

Und auch dann wäre es mir egal, ob es ein Mann oder eine Frau wäre. Ein Europäer wäre schon ganz nett, aber das kriegen wir ja wohl leider nicht gebacken.

Wir schicken lieber eine Frau auf die ISS. Und dann direkt danach natürlich auch noch jemand mit dem dritten Geschlecht - wir wollen doch schließlich niemanden diskriminieren, oder?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 05. März 2017, 12:35:00
Die Aktion hat jetzt schon mehr Aufmerksamkeit für die fehlenden weiblichen deutschen und generell zu wenigen weiblichen Astronautinnen (Raumfahrerinnen  ;) ) gebracht, als alles was davor kam!

Das kann ich absolut bestätigen. In meinem Umfeld bin ich die einzige, die sich mit Raumfahrt beschäftigt und fast alle Kollegen oder Freunde wissen das. Ich kann sehr gut unterscheiden wann Raumfahrt das Interesse der Öffentlichkeit packt ... ich werde dann nämlich oft darauf angesprochen und kriege einen Haufen Mails mit Links. Rosetta war das vorletzte Mal, die Suche nach einer Raumfahrerin das letzte Mal.

Der Tenor, von Männern wie Frauen, war durchweg "Na, hoffentlich klappt das!" und "Zeit wird's!".
Das ist eigentlich auch die Rückmeldung, die ich erst recht in einem Raumfahrerforum erwarte.

Denn diese Unternehmung generiert eine Menge Vorteile ohne Nachteile.

Rücksturz hat das in sachlicher Perfektion zusammengefasst. Danke Dir dafür.

@Nebulon
Du möchtest mir jetzt ernsthaft erzählen, dass dieses Projekt, das ZUSÄTZLICH zum staatlichen Raumfahrtprogramm bis zum Jahr 2020 40 Millionen Euro ausgeben will die Marslandung gefährdet, die datiert wird auf irgendwann nach 2030?

Wow.

Wenn man solche Argumente, die bar jeder Logik operieren, ins Feld führen muss, dann beweist man damit vorallem eins: an dem Projekt an sich findet sich kein plausibles Gegenargument.

Dass die ISS der Hemmschuh auf dem Weg zum Mars ist wäre mir, abgesehen davon, generell neu.

Edit: (Weil es vielleicht doch nicht ignoriert, sondern angemerkt werden sollte)
Zitat
Wir schicken lieber eine Frau auf die ISS. Und dann direkt danach natürlich auch noch jemand mit dem dritten Geschlecht - wir wollen doch schließlich niemanden diskriminieren, oder?
Du begibst Dich mit dieser Bemerkung auf ein unterirdisches Niveau, das jede Bemerkung Deinerseits diskreditiert. Das ist eigentlich nicht die Ebene auf der ich in diesem Forum diskutieren möchte.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Sensei am 05. März 2017, 17:06:48
Es bleibt aber dabei: eine Frau zu bevorzugen weil sie eine Frau ist und die Quote von weiblichen Raumfahrern zu schlecht ist macht man diese zu einer Quotefrau.

Ob man dies dann als ausgeichende Gerechtigkeit, als Vorbildfunktion oder aufgrund anderer Erwägungen trotzdem möchte ist dann wieder die nächste Ebene der Diskussion.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 05. März 2017, 19:13:37
Von Bevorzugung könnte man sprechen, wenn beide Geschlechter schon lange Zeit identisch behandelt würden und deswegen absolute Chancengleichheit gegeben ist.

Würdest Du das so ausdrücken?

In einem Szenarium, das diese Voaraussetzungen nicht erfüllt, würde ich nicht von "Bevorzugung" sprechen, sondern von Förderung um eine bestehende Lücke zu schließen.

Gleichstellung bedeutet - gleich. Wenn dieses Projekt gezielt "Raumfahrerinnen" suchen würde und Gleichstellung zwischen Mann und Frau gesellschaftlicher Alltag wäre... dann würde ich Deine Meinung gelten lassen.

Ansonsten übersieht sie Jahrzehnte bis Jahrhunderte von Ungleichstellung und das legitime Bemühen diese auszugleichen.

"Ouotenmännermajorität" scheint also in Deinen Augen normal - aber die erste Deutsche im Weltraum ist trotz herausragender Qualifikation eine "Quotenfrau"?

Deine Sichtweise ist irritierend.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 05. März 2017, 19:41:31
@Sensei

Mir ist eingefallen, wie ich das noch simpler fassen kann:

Wenn eine Gesellschaft Männer bevorzugt ist das okay.
Wenn ein Projekt Frauen bevorzugt hat man eine "Quotenfrau"?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: bluemchen am 05. März 2017, 19:51:24
Ich meine, Rücksturz oben, hat die (Rahmen)-Situation richtig analysiert.
Wir haben eine blutleere Politik, eine mit Blutarmut gesegnete ESA und wohl auch genau so eine DLR Führungsspitze - oder, was hat man zur bemannten Raumfahrt  von Frau Ehrenfreund gehört (oder gesehen)?

Zur ESA: Hat sie denn die Finanzierung der ISS bis ´24 schon in Sack und Tüten? Ich glaube, es sind nur die finanzgebeutelten Russen, die nach dem angedachten Ausstieg als erste den Siegel drauf gemacht haben, Nasa nun auch.

Und ich hoffe im Weiteren auf das Aussetzen der Versenkung und eine gute Kooperation mit den Russen, um auch nur ansatzweise dem Raumfahrerinnen-Corps eine Chance zu geben.
Jede Privatinitiative ist willkommen, allerdings nicht im Sinne von Quote und Statistik! Das wäre zum  :'(
Grüße
Rainer
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 05. März 2017, 20:13:45
@bluemchen

Das europäische Astronautenchor umfasst 29 aktive und ehemalige Mitglieder.
27 davon sind männlich.
Derzeit aktiv sind 14.
13 davon sind männlich.

Dieses Ungleichgewicht allein auf Qualifikation zurückzuführen ist gewagt.
Besonders, wenn man sich die Qualifikationen der Kandidatinnen anschaut, die man gefunden, weil man gezielt gesucht hat.
Dieses Ungleichgewicht hat einen gesellschaftlichen Ursprung und Hintergrund.

Und es sieht nicht danach aus, als würde es in absehbarer Zeit durch die ESA beseitigt, geschweige denn durch die DLR.

Das kann man als bedauerlich hinnehmen oder handeln.

Dieses Projekt hat sich für handeln entschieden. Ich sehe darin die bessere Option.

Es ist ein Impuls für die Raumfahrt generell, für die deutsche besonders, es generiert Aufmerksamkeit und kann Vorbildfunktion übernehmen.
Das ist kein statistischer Umstand... das ist ein Symbol für einen gesellschaftlichen Wandel.
Und was ich von "Quote" diesbezüglich halte - habe ich ja bereits ausgeführt.

Mir ist der Widerstand und die anteilige Geringschätzung in diesem Forum nicht vollständig allein dadurch erklärlich, dass es ein gekaufter Flug zur ISS ist (jeder nicht russische Flug ist das) oder dass es eine private Initiative ist ...die der ohnehin dümpelnden staatlichen europäischen Raumfahrt nun wirklich keinerlei Schaden zufügt.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 05. März 2017, 20:54:46
... wenn man sich die Qualifikationen der Kandidatinnen anschaut, die man gefunden, weil man gezielt gesucht hat.

Wenn eine sehr qualifizierte deutsche Astronautin zur ISS fliegt im Rahmen einer privat finanzierten Mission, wie kommt dann ihre Qualifikation zur Geltung ? Sprich, welche Experimente wird sie durchführen zu welchen die Qualifikation nötig ist ? Werden diese Experimente auch privat finanziert ? Oder beteiligen sich dann staatliche Forschungsinstitutionen ? Wenn ja mit welcher Finanzierung ?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Sensei am 05. März 2017, 21:11:03
@Xwing: versteh mich nicht falsch: ich finde diese Imitative gut und auch wenn es ein schwieriges Thema ist, finde ich schon dass es mal zeit für eine 'Quotenfrau' wäre

Aber wenn man einen besser Qualifizierten Herren nicht nimmt, einfach weil er ein Mann ist, dann bleibt das einfach auch Diskriminierung! Selbst wenn dies mit guter Absicht erfolg und auch erfolgt um vorhergehende Diskriminierung etwas entgegen zu setzen.

Ja, ich glaube der DLR dass sich schlicht viel mehr Männer gemeldet hatten. Und dass unter diesen vielen Bewerbern letztendlich die Besten eben Männlich waren (auch deswegen, weil Aufgrund der höheren Anzahl die Chance dazu viel höher war).
Aber ich finde nicht dass man dem DLR vorwerfen kann dass es kurzfristig mit dem vorgefunden Bedungen umgehen muss.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Prodatron am 05. März 2017, 21:57:05
Ich verstehe das Ganze gerade nicht. Auf welche Weise werden in Deutschland Frauen in Sachen Raumfahrt-Karriere ("Astronauten") benachteiligt?

Gibt es eine solche Benachteiligung?

Wenn ja, warum wurde darauf nicht längst spätestens in diesem Thread eingegangen?
Wenn nein (und wenn es also so ist, wie Sensei es im letzten Beitrag geschrieben hat), warum gibt es dann eine solche Quoten-Forderung? (denn nichts anderes ist das dann)

Quoten sind immer diskriminierend für die, die nicht zur Quote dazugehören mit gleicher oder höherer Qualifikation. Wenn vor Jahrzehnten Menschen ungleich behandelt wurden, dann kann das erst recht kein Grund sein, sich jetzt genauso zu verhalten nur andersherum - denn dann wäre das wieder genau das selbe nur mit vertauschten Rollen.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Rücksturz am 05. März 2017, 22:24:14
Was soll diese ganze Diskussion um eine vermeintliche "Quote"? :o

Keiner hat eine Quote gefordert, schon gar nicht bei dem Projekt um das es hier im Thread eigentlich gehen sollte.
Es geht darum eine (oder besser viele) Frau(en) zusätzlich auf die ISS zu bringen.
Um mehr Forschung zu betreiben.
Um ein Zeichen zu setzen.
Um zu zeigen, dass Frauen in MINT-Berufen erfolgreich sein können.
Um andere Frauen zu motivieren es ihnen gleich zu tun oder ihre eigenen Ziele zu verwirklichen.
Um dringend benötigte zusätzliche (weibliche) Fachkräfte zu gewinnen.
....
Man könnte die Liste sicherlich noch länger fortsetzen!

Was spricht dagegen?
Stirbt deswegen ein Mann?
Wird einem Mann der Arbeitsplatz weggenommen?
Wird einem Mann das Gucken von Raketenstarts dadurch vergällt?
Kann ein brünftiger PS-Junkie deswegen sein aufgemotztes Killergerät auf vier Monsterrädern nicht mehr aufheulen lassen?
 >:(

Hallo geht´s noch?

Man kann an der Aktion von HE Space sicherlich einiges kritisieren, aber den Untergang des männlichen Abendlandes werden sie sicherlich nicht schaffen.
Es ist fast peinlich wie hier die männliche Spezies aufheult, nur weil AUCH Frauen in den Weltraum wollen.

Bitte entschuldigt wenn ich "etwas" polemisch geworden bin, aber bitte kommt zurück zum Thema.
Viel interessanter sind doch ganz andere Fragen.
Werden sie es schaffen?
Vor allem werden sie genug Geld und einen großen Sponsor finden?
Wer hat eine Idee, wer das sein könnte?
Sollten staatliche Stellen das Projekt unterstützen? Ich finde ja!
...

Ich werde jedenfalls das Projekt mit jetzt noch größerem Interesse verfolgen und kommentieren.  8)

Viele Grüße und gute Nacht
Rücksturz



Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Nemoss am 05. März 2017, 22:29:57
Zur ESA-Klasse von 2009:

8.413 Bewerbungen, davon
1.430 Frauen (17%).

6 Auserwählte  ;), davon
1 Frau (16,7%).

Die Zahlen für Deutschland:
310 Frauen, 1.523 Männer.

Quelle http://m.esa.int/Our_Activities/Human_Spaceflight/European_Astronaut_Selection/Applicants_from_all_ESA_Member_States_to_become_European_astronauts (http://m.esa.int/Our_Activities/Human_Spaceflight/European_Astronaut_Selection/Applicants_from_all_ESA_Member_States_to_become_European_astronauts)

Ich finde jeden bemannten oder befrauten Raumflug großartig, ebenso wie jede Aufmerksamkeit für den Weltraum und seine Erkundung. Ich bewundere solche Frauen wie Susan Helms (Rekord für den längsten Weltraumspaziergang), Eileen Collins (Kommandantin der STS-114 Return to Flight-Mission) oder Peggy Whitson, die gerade zum zweiten Mal die ISS kommandiert, genauso wie alle anderen Männer & Frauen, die die Erde von so weit oben sehen durften.
Allerdings finde ich es ziemlich traurig, dass man den zahllosen ESA-Mitarbeitern, die im Auswahlprozess involviert sind, unterstellt, sie würden eher auf das Geschlecht achten, als auf die Qualifikation und die Fähigkeiten der Kandidaten/Kandidatinnen.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Prodatron am 05. März 2017, 22:33:55
Hallo geht´s noch?
Das hab ich mich nach Deinem wutschäumenden Beitrag auch gefragt  :o

Ich finde jeden bemannten oder befrauten Raumflug großartig, ebenso wie jede Aufmerksamkeit für den Weltraum und seine Erkundung. Ich bewundere solche Frauen wie Susan Helms (Rekord für den längsten Weltraumspaziergang), Eileen Collins (Kommandantin der STS-114 Return to Flight-Mission) oder Peggy Whitson, die gerade zum zweiten Mal die ISS kommandiert, genauso wie alle anderen Männer & Frauen, die die Erde von so weit oben sehen durften.
Allerdings finde ich es ziemlich traurig, dass man den zahllosen ESA-Mitarbeitern, die im Auswahlprozess involviert sind, unterstellt, sie würden eher auf das Geschlecht achten, als auf die Qualifikation und die Fähigkeiten der Kandidaten/Kandidatinnen.
Volle Zustimmung.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tobi am 05. März 2017, 22:48:00
Ich finde bei der ersten deutschen Astronautin hätte man erst die Finanzierung des Raumflugs klären sollen. Wenn das Geld dann da ist, hätte man die Auswahlrunde machen können. Dadurch wären peinliches Crowdfunding nach 50.000 Euro erspart geblieben.

Abgesehen davon hätte die ESA natürlich von Anfang an festlegen können, dass man bei der letzten Auswahlrunde drei Männer und drei Frauen sucht, so wie bei der letzten NASA-Runde. Leider ist die ESA konservativer als die CSU, daher sehe ich keine Hoffnung für die nächsten Jahrzehnte. Es werden wohl auch in Zukunft in Europa vor allem Männer ins All fliegen.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 05. März 2017, 22:57:30
@proton01
Zitat
Wenn eine sehr qualifizierte deutsche Astronautin zur ISS fliegt im Rahmen einer privat finanzierten Mission, wie kommt dann ihre Qualifikation zur Geltung ? Sprich, welche Experimente wird sie durchführen zu welchen die Qualifikation nötig ist ? Werden diese Experimente auch privat finanziert ? Oder beteiligen sich dann staatliche Forschungsinstitutionen ? Wenn ja mit welcher Finanzierung ?

Anousheh Ansari brachte weniger Qualifikation mit als die zur Auswahl stehenden Kandidatinnen.
Sie war trotzdem an diversen ESA-Experimenten aktiv beteiligt.
http://m.esa.int/Our_Activities/Human_Spaceflight/International_Space_Station/ESA_experiments_with_spaceflight_participant_Ansari_to_ISS (http://m.esa.int/Our_Activities/Human_Spaceflight/International_Space_Station/ESA_experiments_with_spaceflight_participant_Ansari_to_ISS)
Die Zeit JEDES Menschen auf der ISS ist kostbar und wird verplant. Die ESA selbst, aber auch Forschungsinstitutionen lecken sich die Finger nach dieser Zeit und füllen sie sinnvoll.
Däumchendrehen und Knöpfchendrücken gehört nicht zu den Aufgaben an Bord, JEDER hat auf der Station einen dicht gedrängten Zeitplan und sinnvolle Aufgaben.

@Podatron
Zitat
Ich verstehe das Ganze gerade nicht. Auf welche Weise werden in Deutschland Frauen in Sachen Raumfahrt-Karriere ("Astronauten") benachteiligt?
Gibt es eine solche Benachteiligung?

Sie belieben angesichts der Fakten zu scherzen?
Zahlen lügen nicht...

Zitat
Quoten sind immer diskriminierend für die, die nicht zur Quote dazugehören mit gleicher oder höherer Qualifikation. Wenn vor Jahrzehnten Menschen ungleich behandelt wurden, dann kann das erst recht kein Grund sein, sich jetzt genauso zu verhalten nur andersherum - denn dann wäre das wieder genau das selbe nur mit vertauschten Rollen.
Ich übersetze mal Deine Logik: Weil Männer sich seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten selbst bevorzugen ist es jetzt Frauen definitiv verboten ihre Gleichstellung durch eigene Projekte zu fördern.

Interessanter Gedankenansatz.
Wie wär's, wenn wir erstmal die Defizite aufarbeiten, die durch die so langandauernde "Männerquote" entstanden sind?
Und wenn alle gleich auf sind - dann reden wir neu.

@tobi
Ich bin über dieses Crowdfunding auch nicht glücklich. Zumal Raumfahrt eben kein Breitensport ist und die Fans eher eine kleinere Truppe bilden.
Aber so ein Projekt vorab zu finanzieren ist auch kein leichter Idealweg. Es kann hilfreich sein es erst ins Leben zu rufen und die geschaffene Aufmerksamkeit als Pluspunkt zu nutzen.
Beispielsweise könnten sich Firmen eher zum Sponsorung bereiterklären, wenn diese Aufmerksamkeit bereits existiert. PR hat einen finaziellen Gegenwert und ist eine Überzeugungshilfe, wenn man sich an Institutionen und Unternehmen wendet.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Nemoss am 05. März 2017, 23:13:33
Die NASA hatte, soweit ich das verstanden habe, keine Quote für die Auswahl ihrer Kandidaten der 2013er Klasse. Siehe in diesem Artikel:

http://www.sciencealert.com/the-latest-class-of-nasa-astronauts-is-50-female (http://www.sciencealert.com/the-latest-class-of-nasa-astronauts-is-50-female)

Zitat
"We never determine how many people of each gender we're going to take, but these were the most qualified people of the ones that we interviewed,"
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 06. März 2017, 00:06:49
Interessant.

Jetzt wäre die Frage - wenn man schlicht die am meisten qualifizierten Kandidatinnen/Kandidaten nimmt... wieso kommt die NASA im aktuellen Chor auf ein 50%/50% -Verhältnis und bei der ESA steht's 13:1 ??

Ich kenne das amerikanische Bildungssystem... ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die amerikanischen Frauen um so vieles klüger, besser ausgebildet und geeigneter sind.

Also muss es am Auswahlverfahren liegen. Oder?
Denn eine private Initiative, die gezielt gesucht hat, hatte keine Schwierigkeiten qualifizierteste Kandidatinnen aufzustöbern.

Du hast geschrieben:
Zitat
Allerdings finde ich es ziemlich traurig, dass man den zahllosen ESA-Mitarbeitern, die im Auswahlprozess involviert sind, unterstellt, sie würden eher auf das Geschlecht achten, als auf die Qualifikation und die Fähigkeiten der Kandidaten/Kandidatinnen.

Ich möchte das nicht unterstellen... aber Du musst zugeben - der Unterschied ist ungewöhnlich. Und er ist groß.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Prodatron am 06. März 2017, 00:12:57
Sie belieben angesichts der Fakten zu scherzen?
[...] Ich übersetze mal Deine Logik: Weil Männer sich seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten selbst bevorzugen
Geht's auch mal ohne irgendwelche Unterstellungen? ::)
Einem Unternehmer, der frei von religiösen und kulturellen Zwängen ist, ist es herzlich egal, von welchem Geschlecht seine Mitarbeiter sind. Sich "selbst bevorzugen" in Sachen Geschlecht ist hier sowas von weltfremd, wer soll denn davon irgend etwas haben?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 06. März 2017, 00:42:36
Zitat
Sich "selbst bevorzugen" in Sachen Geschlecht ist hier sowas von weltfremd, wer soll denn davon irgend etwas haben?
Mal ins unreine gedacht... diejenigen, die bevorzugt werden??

Also ernsthaft... Du möchtest ausdrücken, dass wir eine absolute Chancengleichheit und Gleichstellung in unserer Gesellschaft verwirklicht haben, da jeder frei ist einzustellen wen er möchte?
Ist es das, was Du sagen möchtest?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 06. März 2017, 00:51:48
@proton01
Zitat
Wenn eine sehr qualifizierte deutsche Astronautin zur ISS fliegt im Rahmen einer privat finanzierten Mission, wie kommt dann ihre Qualifikation zur Geltung ? Sprich, welche Experimente wird sie durchführen zu welchen die Qualifikation nötig ist ? Werden diese Experimente auch privat finanziert ? Oder beteiligen sich dann staatliche Forschungsinstitutionen ? Wenn ja mit welcher Finanzierung ?

Anousheh Ansari brachte weniger Qualifikation mit als die zur Auswahl stehenden Kandidatinnen.
Sie war trotzdem an diversen ESA-Experimenten aktiv beteiligt.
http://m.esa.int/Our_Activities/Human_Spaceflight/International_Space_Station/ESA_experiments_with_spaceflight_participant_Ansari_to_ISS (http://m.esa.int/Our_Activities/Human_Spaceflight/International_Space_Station/ESA_experiments_with_spaceflight_participant_Ansari_to_ISS)
Die Zeit JEDES Menschen auf der ISS ist kostbar und wird verplant. Die ESA selbst, aber auch Forschungsinstitutionen lecken sich die Finger nach dieser Zeit und füllen sie sinnvoll.
Däumchendrehen und Knöpfchendrücken gehört nicht zu den Aufgaben an Bord, JEDER hat auf der Station einen dicht gedrängten Zeitplan und sinnvolle Aufgaben.
Also wenn man sich den verlinkten Artikel der ESA durchliest ist es doch wohl so daß A. Ansari bei den ESA-Experimenten diejenige war an welcher Experimente durchgeführt wurden und nicht diejenige, welche Untersuchungen durchgeführt hat. Das kann man zwar als aktive Beteiligung ansehen, aber nicht so richtig als qualifizierten Beitrag. Wohlgemerkt, ich will nicht den Beitrag von A. Ansari herabwürdigen. Mir geht es darum daß die ESA selbst Astronauten aussucht für ihre Belange, sprich Flug zur ISS und Durchführung von Experimenten daselbst. Dafür gibt es Auswahlkriterien. Ob diese Kriterien zu denen von HE Space passen oder nicht wissen wir nicht.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Nemoss am 06. März 2017, 01:51:53
Zitat
Jetzt wäre die Frage - wenn man schlicht die am meisten qualifizierten Kandidatinnen/Kandidaten nimmt... wieso kommt die NASA im aktuellen Chor auf ein 50%/50% -Verhältnis und bei der ESA steht's 13:1 ??

Ich bin ein Zahlenfan und in Anbetracht der späten Stunde ist es vielleicht nur ein Formulierungsfehler, aber das aktuelle NASA-Astronautenkorps besteht aus 45 Personen, davon 14 Frauen. (Handzählung auf der JSC-Seite, stimmt hoffentlich).

Ich glaube einfach nicht, dass das Geschlecht eine bedeutende Rolle spielt. So ein Auswahlverfahren ist ein hochkompetativer Wettbewerb, einige NASA-Astronauten wurden drei- oder viermal abgelehnt, ehe sie doch durchkamen. Die Astronauten der ESA von 2009 sind alle höchstqualifiziert, wie der obercoole Luca Parmitano mit seinem vollgelaufenem Helm oder unser Alexander Gerst, der die Öffentlichkeit so begeistern konnte. Wahrscheinlich hätten zwanzig, dreißig, fünfzig genommen werden können, aber diese Sechs waren wohl die Geeignetsten.

Für Spacelab D2 wurden bsw. fünf deutsche Raumfahrer ausgewählt. Walter, Schlegel, Thiele (männlich) und Walpot, Brümmer (weiblich). Walter und Schlegel flogen mit DTD-55 ins All, Brümmer und Walpot verließen das Raumfahrtprogramm, Thiele blieb und flog sechs Jahre später doch noch.

Oder die ESA-Klasse von 1992. Fünf Männer, eine Frau, Marianne Merchez. Sie schied aus eigenem Wunsch aus, ohne je im All gewesen zu sein, die Männer flogen alle.

Wären sie jeweils geblieben, sähe die Statistik schon wieder etwas anders aus.

Was will ich mit dem gesamten Sermon sagen? Die Zahlen der aktiven Raumfahrer können eine Menge verdeutlichen, aber zu einer ganzheitlichen Bewertung gehört m.E. noch mehr dazu und mir fehlen da Fakten für viele Auswahlklassen (Wie viele Männer / Frauen? Qualifikationen der Kandidaten nur zum Beispiel).

Die letzte Auswahl der ESA ist auch schon wieder fast 10 Jahre her, da gab es z.B. gerade die ersten weiblichen Piloten bei der Bw, in Italien flogen sie schon Jahre eher, gut für Cristoforetti, von den Sechs hier genannten Frauen waren damals bis auf Suzanna Randall wohl alle zu jung und noch zu unqualifiziert. Wie gesagt, es ist ein komplexes Thema :)

Godspeed für die sechs Frauen und ihre Mission!
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Rücksturz am 06. März 2017, 07:29:08
Ich denke Nemoss ist mit seiner Statistik schon auf der richtigen Spur:
Zur ESA-Klasse von 2009:

8.413 Bewerbungen, davon
1.430 Frauen (17%).

6 Auserwählte  ;), davon
1 Frau (16,7%).

Die Zahlen für Deutschland:
310 Frauen, 1.523 Männer.

Quelle http://m.esa.int/Our_Activities/Human_Spaceflight/European_Astronaut_Selection/Applicants_from_all_ESA_Member_States_to_become_European_astronauts (http://m.esa.int/Our_Activities/Human_Spaceflight/European_Astronaut_Selection/Applicants_from_all_ESA_Member_States_to_become_European_astronauts)

Die Frage ist doch, warum haben sich bei der letzten ESA-Ausschreibung so wenig Frauen beworben?
In seinem letzten Beitrag hat Nemoss schon ein paar Antworten gegeben.

Als ich in den 1980ern Maschinenbau studiert habe, hatten wir bei 360 Studierenden im Jahrgang drei Frauen!
Ich arbeite jetzt an einer bayerischen Hochschule.
Der Freistaat Bayern gibt jedes Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag aus, um die Hochschulen für Frauen in MINT-Fächern (Mathematik, Informtionswissenschaften, Naturwissenschaften und Technik) attraktiver zu machen, ihnen den Übergang zu erleichtern und überhaupt Interesse bei jungen und jüngsten Mädchen zu wecken.
Ja! Total ungerecht, für die Männer gibt es keinen Cent!  ;D
(Ok, das war wieder polemisch und stimmt auch nicht.
Es gibt z.B. Programme wie den Boys Day um soziale Berufe für Jungs interessanter zu machen).

Ich bin sicher in anderen Bundesländern und im Bund gibt es ähnliche Programme.
Allerdings immer noch mit mäßigem Erfolg.
Bei Maschinenbau wäre heute wahrscheinlich das Verhältnis nicht mehr 100:1 sondern eher 10:1 oder vielleicht sogar 5:1.
Aber generell sind die MINT-Fächer für Frauen aus vielerlei Gründen immer noch zu unattraktiv.
Da die Industrie und die Forschung händeringend nach qualifiziertem Personal sucht (bei uns sind Professorenstellen oft jahrelang unbesetzt und müssen drei oder viermal ausgeschrieben werden, bis man geeignete Bewerber/innen findet), sind wir (damit das Abendland nicht untergeht  ;)) darauf angewiesen, dass wir den Anteil der Frauen deutlich erhöhen.

Nur wenn uns das gelingt, KÖNNEN sich überhaupt genügend Frauen z.B. bei der ESA in der nächsten Runde bewerben.
Und deshalb wäre ein Erfolg bei dieser Aktion so wichtig, um Mädchen und junge Frauen für Technik und Wissenschaft zu begeistern.
Wenn man weiß wieviel Geld an anderer Stelle für diesen Zweck ausgegeben wird, wäre es durchaus angemessen auch in dieses Projekt staatliches Geld zu stecken!

Viele Grüße
Rücksturz
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Sensei am 06. März 2017, 07:51:17
Danke, Rücksturz. Volle zustimmung.

Zum einen darin, dass die Ursachen sehr tiefgehend liegen (und sich nicht auf ein: "Mehh! Die DLR stellt nur Männer ein!!" reduzieren lassen)

Und zum anderen dass es Trotzdem (oder gerade deswegen) wichtig wäre, dass die ESA/DLR hier mal Zeichen setzt.

;)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 06. März 2017, 10:53:12
...

Zu silber - @Nemoss:
Rücksturz hat eine Ursache des Problems beschrieben. Du indirekt auch:
Zitat
8.413 Bewerbungen, davon
1.430 Frauen (17%).
Diese 17% fußen in dem Umstand, dass die Berufe, aus denen sich Raumfahrt-Anwärter/innen rekrutieren traditionell und seit sehr langer Zeit Männerdomänen sind. 
Der Pool, aus dem geschöpft werden kann, ist also bei Frauen tatsächlich kleiner - auch wenn er sich seit 2008 sicher bedeutend vergrößert hat und in Zukunft noch weiter vergrößern wird.
Da die ESA aber gerade keine Raumfahrer-Azubis sucht, ist dieser Umstand irrelevant und wird es in naher Zukunft auch bleiben.
Dieses Projekt greift bereits auf den vergrößerten Pool zu und will dazu beitragen ihn weiter zu vergrößern.

Die 50%/50% bezieht sich offenbar nur auf das Geschlechterverhältnis der neuen NASA-Rekruten. Jeweils vier Frauen und Männer schafften es 2013 ins Ausbildungsprogramm. Deine Korrektur ist also richtig. Danke Dir.
https://futurezone.at/digital-life/nasa-bildet-gleich-viele-frauen-wie-maenner-aus/176.354.372 (https://futurezone.at/digital-life/nasa-bildet-gleich-viele-frauen-wie-maenner-aus/176.354.372)

Die NASA schafft damit ihrerseits extrem breite Voraussetzungen für einen Pool aus dem sie für Langzeitmissionen schöpfen kann.
Denn es gibt Hinweise darauf, dass der höhere Östrogenspiegel von Frauen sie besser gegen Herzprobleme in der Schwerelosigkeit schützt. Auch gegen den Muskelabbau sind sie widerstandsfähiger.
https://www.theguardian.com/science/2005/jul/01/spaceexploration.research (https://www.theguardian.com/science/2005/jul/01/spaceexploration.research)

Die Datenlage ist, was Frauen angeht, dünner - auch da ist man um jede Frau dankbar an der man im Weltraum experimentieren kann. Es machte deswegen Sinn (@proton01) Anousheh Ansari anteilig zum Studienobjekt zu machen.

Diskussion übers nicht Diskutieren entfernt. Pirx
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Sensei am 06. März 2017, 13:10:45
Mehrere Beiträge wurden hier Persönlich und wurden durch die Moderation rausgenommen (was in Ordnung ist). Ich erlaube mir mal die Topic-Anteile hierher zurück zu kopieren:

Sensei:
Zitat
Dass Frauen bei MINT unterrepräsentiert ist ist halt ein tief verhaftetes soziales 'Phänomen' das eben schon bei der Farbwahl von Babysachen und der Auswahl von Spielzeug anfängt. Das zu bekämpfen wird sich über Generationen hinziehen und verlangt auch die Mitarbeit von jedem einzelnen! ;)

(Gutes Beispiel sind ja auch Kinder am Klettergerüst, wo bei Mädchen häufig gesagt wird 'Sei vorsichtig. Mach dich nicht dreckig..' und Jungen dagegen eher angespornt werden)

just my 2 ct

Xwing:
Zitat
Oh Gott ja, die pinke Albtraumspielzeugecke in jeder Spielwarenabteilung...  ;D

Aber ernsthaft...  es ist tatsächlich eine gesellschaftliche Struktur, die wesentlich darüber entscheidet wie hoch der Anteil von Frauen in technisch orientierten Berufen ist.
Hier mal diagnostiziert am Beispiel der Schweiz:
http://svin.ch/cms/fileadmin/user_upload/presseartikel/art_bernerzeitung_2-0709.pdf (http://svin.ch/cms/fileadmin/user_upload/presseartikel/art_bernerzeitung_2-0709.pdf)

Interessant daran u.a. der Hinweis, dass heterogene Teams oft bessere Resultate erzielen. Auch das stellt einen Vorteil dar, den die NASA in ihrem Ausbildungsprogramm mitnimmt.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 06. März 2017, 13:18:24
Danke Dir... ich hatte gerade schon bei tomtom angefragt.
Die Löschung ist vollkommen in Ordnung - ich würde mir aber wünschen, dass sie nicht kommentarlos vorgenommen wird.
Wenn eine Moderation durch kritikwürdige Gesprächsbeiträge notwendig wird, dann möchte ich bitte, dass dies kenntlich gemacht wird. Die "blaue Schrift" ist in anderen Threads ja auch üblich - und es würde diesem Forum gut zu Gesicht stehen, wenn man sich transparent und öffentlich für eine stilvolle Gesprächskultur zu diesem Thema äußert... und es nicht einfach stillschweigend korrigiert. Danke.

Danke auch nochmal für die "Rettung" der on topic Elemente.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 06. März 2017, 13:50:53
Beiträge mit persönlichen Angriffen wurden verschoben:
https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=14809.msg387174;boardseen#new (https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=14809.msg387174;boardseen#new)

Bitte auch beim Thema Raumfahrt bleiben.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Nemoss am 06. März 2017, 13:57:33
Zitat
Da die ESA aber gerade keine Raumfahrer-Azubis sucht, ist dieser Umstand irrelevant und wird es in naher Zukunft auch bleiben.
Dieses Projekt greift bereits auf den vergrößerten Pool zu und will dazu beitragen ihn weiter zu vergrößern.

Ich glaube auch, dass eine neue ESA-Klasse, die hoffentlich nicht ewig auf sich warten lassen wird, einen deutlich höheren weiblichen Bewerberanteil haben wird.

Bei den Kanadiern, die das ausgezeichnet dokumentieren, gab in der jetzigen Auswahlrunde 3.772 Bewerbungen.

Reduziert auf 1.706 Kandidaten waren 68,6% männlich, 25,3% weiblich - die Geschlechtsangabe war hier optional, erklärt die fehlenden Prozentpunkte.
Reduziert auf 163 Kandidaten waren 66,3% männlich, 33,7% weiblich.
Reduziert auf 100 Kandidaten waren 65% männlich, 35% weiblich.
Jetzt sind noch 72 im Rennen, davon 68% männlich, 32% weiblich.

http://www.asc-csa.gc.ca/fra/recherche/images/resultats.asp?search=derni%C3%A8res+donn%C3%A9es#1 (http://www.asc-csa.gc.ca/fra/recherche/images/resultats.asp?search=derni%C3%A8res+donn%C3%A9es#1) Leider französisch, die englische Version bekam ich nicht hin.

Insgesamt keine großen Verschiebungen. Zur jetzigen NASA-Klasse, die 18.000 !!! Bewerbungen bekommen hat, fand ich leider gar keine Daten zum Geschlechterverhältnis.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 06. März 2017, 14:21:02
@Sensei
Das Kompliment gebe ich gerne zurück. Ich finde auch, dass gerade sehr unterschiedliche Sichtweisen sehr erhellend auf die Mitte zwischen ihnen wirken, wenn man sie austauscht.

@Nemoss
Du bist echt gut im Zahlen beschaffen... :)
Ich glaube, die Tendenz ist ziemlich eindeutig. Viele Gesellschaften, Deutschland eingeschlossen, beginnen geschlechterübergreifend Talent dort abzuschöpfen, wo es auftaucht - und ermöglichen auch zunehmend die Voraussetzungen, dass es sich frei entwickeln kann.
Egal ob ein Mann jetzt Kindergärtner werden will oder eine Frau Mechanikerin.

Ich stimme Dir zu... jede neue Auswahlrunde der Raumfahrtagenturen wird einen höheren Frauenanteil hervorbringen.
Aber wie oft finden die statt?
Der Bedarf an Raumfahrern ist so.... unerfreulich klein.
Der hält einfach nicht Schritt bei der Spiegelung von gesellschaftlichen Entwicklungen.
Dieses Projekt ist eine Abkürzung, ein DS-9 Wurmloch, ein Tweak...  ;D

Manches daran ist nicht optimal - besonders die Finanzierung.
Die Idee dahinter ist aber sinnvoll... viel zu sinnvoll um es nicht zu versuchen.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 06. März 2017, 15:43:39
Nebenbeifund meiner Recherchen:
The next generation...
(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up062921.jpg)

 ;D
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: MaxBlank am 06. März 2017, 15:52:07
Vielleicht in diesem Zusammenhang auch interessant: ein Rückblick in SpiegelOnline auf den Raumflug von Walentina Tereschkowa, der ersten Kosmonautin der SU:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/walentina-tereschkowa-die-erste-frau-im-weltall-wird-80-a-1136923.html (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/walentina-tereschkowa-die-erste-frau-im-weltall-wird-80-a-1136923.html)

Teaser : "Walentina Tereschkowa flog 1963 als erste Frau ins All. Der Flug war voller Pannen, ihr Chef sah seine Vorurteile bestätigt - und verhinderte weitere Frauen an Bord."
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 06. März 2017, 16:26:34
Schon gelesen - scheint in der Tat suboptimal gelaufen zu sein so einige Aspekte betreffend.

Aber interessant ist doch:

Zitat
Zudem stellte sie schnell fest, dass ihre Wostok-6-Kapsel falsch programmiert war. Erst am zweiten Tag erhielt sie die korrekten Daten. Wäre das nicht passiert, hätte ihr Flug durchaus in einer Katastrophe enden können, wie Tereschkowa erst vor zehn Jahren verriet. Koroljow habe sie angefleht, diese Panne für sich zu behalten.
Und sie hat tatsächlich sogar die Presse gemieden um nicht lügen zu müssen.

Trotzdem:
Zitat
"Mir kommen keine Weiber mehr ins All", soll Koroljow in kleinem Kreise gewettert haben. Wobei das Wort Weib wohl von Journalisten stammt, um den eigentlich viel derberen Ausspruch überhaupt abdrucken zu können.

Bilanzieren wir.... Raketengenie Koroljow baut lebensgefährlichen Mist, fleht seine Kosmonautin um Geheimhaltung an - die tut ihm den Gefallen und er flucht über "Weiber" im Weltraum??

Leicht bigotte Tendenz, könnte man sagen.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Pirx am 06. März 2017, 16:46:04
Sie belieben angesichts der Fakten zu scherzen?
[...] Ich übersetze mal Deine Logik: Weil Männer sich seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten selbst bevorzugen
Geht's auch mal ohne irgendwelche Unterstellungen? ::)
Einem Unternehmer, der frei von religiösen und kulturellen Zwängen ist, ist es herzlich egal, von welchem Geschlecht seine Mitarbeiter sind. Sich "selbst bevorzugen" in Sachen Geschlecht ist hier sowas von weltfremd, wer soll denn davon irgend etwas haben?
Das darfst Du Dir gerne vom einen oder anderen Personaler oder Abteilungsleiter erklären lassen.

Hast Du in solchen Bereichen praktische Erfahrungen? Ich habe nicht gerade selten erlebt, dass es sg. Entscheidern gar nicht egal war.

Gruß   Pirx

Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 06. März 2017, 17:07:25
Dazu nur informationshalber als genereller gesellschaftlicher Kontext:
http://derarbeitsmarkt.ch/de/artikel/Ungewollt-diskriminiert (http://derarbeitsmarkt.ch/de/artikel/Ungewollt-diskriminiert)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: ZeT am 06. März 2017, 19:04:08
Also ernsthaft... Du möchtest ausdrücken, dass wir eine absolute Chancengleichheit und Gleichstellung in unserer Gesellschaft verwirklicht haben, da jeder frei ist einzustellen wen er möchte?

Die besten bekommen den Job. Dir sagt der Name Lisa Su etwas?

Mag sein das wir in Deutschland da eher Probleme mit haben Führungspositionen mit Frauen zu besetzen. Aber genau DAS ist ja der Punkt der mir sauer aufstösst. Wenn es um Gleichstellung geht, dann sollte die Frau bei einer offiziellen Mission da hoch geschossen werden und nicht durch eine private Initiative weil noch keine deutsche Frau im All war.

Das Problem sitzt doch ganz woanders. Ein Umdenken wird nur stattfinden wenn Frauen gleich behandelt werden. Diese Aktion ist doch gefühlt ein Almosen und ist imho eher kontraproduktiv.

Ganz abgesehen davon freue ich mich natürlich für jede Frau und jeden Mann der die Chance hat ins All zu fliegen. Wenn es über so eine Aktion erfolgt, dann seh ich das zwar eher als kontraproduktiv an - persönlich wünsche ich den Mädelz natürlich das das funktioniert und sie - wenns die ESA nicht auf die Reihe bringt, eben über solche Wege ihre Träume verwirklichen können.

Aber am Ende bin ich mir sicher; würde man die Frauen fragen was ihnen lieber wäre - private Crowdfundinginitiative oder offizielle ESA Mission, das alle lieber an einer offiziellen ESA Mission beteiligt wären.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 06. März 2017, 19:34:36
Wir sind uns doch gar nicht uneinig darüber, dass eine offizielle ESA Mission mit einer deutschen Raumfahrerin großartig wäre.
Wir sind uns uneinig darüber, ob man tatenlos auf diese Mission warten  - oder eine Initiative ergreifen sollte.

Wann würde eine Mission, wie Du sie beschreibst, mit einer staatlich berufenen, ausgebildeten und einsatzbereiten deutschen Raumfahrerin möglich?
Noch vor 2024? Haben wir dann überhaupt noch eine ISS? (Oh, bitte, ja!)
Zu schlagen wäre 2020 bei diesem Projekt.

Du sagst... wait for the real mission!
Ich finde... go launch and inspire! ;)

Und ich finde wirklich nicht, dass dieses Projekt, das eng mit staatlichen Raumfahrtagenturen kooperieren will, auf kritikwürdigem Niveau angesiedelt ist. Das ganze Konzept verdient weder Beinamen von "Tourismus" oder "Knöpfchendrücken".
Ich bin sicher, sollte es realisiert werden, dann werden die Tage auf der Raumstation sinnvoll und wissenschaftlich gefüllt. Es gibt immer mehr dort oben zu tun, als getan werden kann... kein Mangel an Möglichkeiten.

Zitat
Aber am Ende bin ich mir sicher; würde man die Frauen fragen was ihnen lieber wäre - private Crowdfundinginitiative oder offizielle ESA Mission, das alle lieber an einer offiziellen ESA Mission beteiligt wären.
Wer würde Dir da widersprechen wollen?
Aber das Leben ist kein Ponyhof und Wünsche werden nur bei Disney immer wahr.

Und auch wenn dieses Projekt erfolgreich ist - steht einer offiziellen ESA Mission mit weiblicher Beteiligung ja deswegen nichts im Weg. Im Gegenteil, vielleicht wird sie dadurch vielleicht sogar begünstigt.



Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Prodatron am 06. März 2017, 19:56:20
Sie belieben angesichts der Fakten zu scherzen?
[...] Ich übersetze mal Deine Logik: Weil Männer sich seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten selbst bevorzugen
Geht's auch mal ohne irgendwelche Unterstellungen? ::)
Einem Unternehmer, der frei von religiösen und kulturellen Zwängen ist, ist es herzlich egal, von welchem Geschlecht seine Mitarbeiter sind. Sich "selbst bevorzugen" in Sachen Geschlecht ist hier sowas von weltfremd, wer soll denn davon irgend etwas haben?
Das darfst Du Dir gerne vom einen oder anderen Personaler oder Abteilungsleiter erklären lassen.
Nein, andersrum. Ich erklär's meinen HR-Leuten. Wobei es da sowieso nichts zu erklären gibt. Uns ist das Geschlecht herzlich egal, wichtig sind die Leistung, der Teamgeist und das Zusammenarbeiten. Kriterien, die hier in meinem Falle mutwillig unterstellt werden, machen meiner Ansicht nach in keinem Unternehmen Sinn. Und wenn andere so blöd sind, schön für mich als Wettbewerber.

Hast Du in solchen Bereichen praktische Erfahrungen? Ich habe nicht gerade selten erlebt, dass es sg. Entscheidern gar nicht egal war.
Mal ganz im Ernst, in welchen Branchen arbeitet ihr eigentlich alle? :o
Ich würde in meiner Firma (IT, Online-Marketing) den Teufel tun, und Programmierer abweisen, weil sie vom "falschen" Geschlecht sind. Eine unserer besten Entwickler ist eine Frau, die den Großteil der Männer in der Pfeiffe raucht um es mal überspitzt zu sagen. Trotzdem sind die Mehrzahl der Entwickler Männer, weil 90% der Bewerber mit passender Qualifikation Männer sind. Wir würden uns aus dem Wettbewerb schießen, wenn wir Bewerber aufgrund des Geschlechts ablehnen, auf der anderen Seite wäre es genauso sinnlos, auf biegen und brechen Quoten durchzudrücken, die mit dem Verhältnis bei den Bewerbungen nichts mehr zu tun haben.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Rücksturz am 06. März 2017, 21:19:46
Zur Frage was man wissenschaftlich in 10 Tagen machen kann und sollte vielleicht noch ein paar Gedanken.
In diesem Blogbeitrag wird die Sinnhaftigkeit eines Kurztrips für medizinisch-physiologische Forschung an der Astronautin in Zweifel gezogen:
http://scilogs.spektrum.de/leaving-orbit/die-astronautin-ich-bin-verwirrt/ (http://scilogs.spektrum.de/leaving-orbit/die-astronautin-ich-bin-verwirrt/)

Zitat
Forschung also? Was denn, und vor allem für wen? „… Um dort unter anderem „Aufschlüsse zu hormonellen Veränderungen, Sehbeeinträchtigung und psychologische Auswirkungen zu liefern“, heißt es in der Pressemitteilung des DLR. Prompt taucht bei mir schon das nächste Fragezeichen auf. Der weibliche Zyklus hat eine durchschnittliche Länge von ca. 28 Tagen und umfasst die Follikelphase (~50%), den Eisprung und die Lutealphase(~50%). Was sollen da zehn Tage auf der ISS bringen? Und sollte man dann nicht auch mehrere Zyklen hintereinander, damit der Körper sich überhaupt erst einmal umstellen kann…?

Das stimmt natürlich wenn man die langfristigen Auswirkungen der Schwerelosigkeit und von beengten Stresssituation in kleinen Blechdosen erforschen will.
Aber umgekehrt wird ein Schuh daraus:
Man kann natürlich auch fragen, wie schnell und wie gut passt sich der weibliche Körper (die weibliche Psyche) an diese veränderten Umweltbedingungen an?
Wie sind die Unterschiede zu Männern?
Für Männer gibt es schon viele medizinische, biologische und auch psychologische Mess- und Erfahrungswerte auch bei kurzen Aufenthaltszeiten (ob statistisch ausreichend kann ich nicht beurteilen).
Für Frauen wird es mit verlässlichen Daten dann schon wesentlich dünner...  ::)

Viele Grüße
Rücksturz
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 07. März 2017, 02:59:10
Du hast recht, da ist noch einiges medizinisch unverstanden.
Neben den weiblichen Vorteilen beim Herzkreislauf und Muskelabbau in Schwerelosigkeit erfahren nur männliche Raumfahrer im Weltraum eine Schwächung der Sehkraft. Man weiß augenscheinlich ( :) ) nicht genau wieso und man versteht auch nicht, wieso Frauen davon nicht betroffen sind.
Dafür nimmt die Knochendichte bei Frauen ab 30 rapider ab als bei Männern. Auch der monatliche weibliche Zyklus sorgt für mancherlei Nachteil.

Gabriel Perez-Giz, NSF Astronomy & Astrophysics Postdoctoral Fellow PhD - und absoluter Schnellsprecher obendrein - hat das in einem breitentauglichen YouTube-Video am Beispiel einer bemannten Marsmission mal zusammengefasst - weil auf Langzeitmissionen ein weiterer Frauenvorteil greift: die physische Leistungsfähigkeit kann bei Frauen mit weniger Kalorien erhalten werden ...was weniger Nutzlast bedeutet, weniger Gewicht und deswegen weniger Treibstoff.
https://www.youtube.com/watch?v=gEagBK4Xb1w (https://www.youtube.com/watch?v=gEagBK4Xb1w)

Hier auch die NASA-Studie von 2014, auf die er sich dabei bezieht:
http://online.liebertpub.com/doi/pdfplus/10.1089/jwh.2014.4914 (http://online.liebertpub.com/doi/pdfplus/10.1089/jwh.2014.4914)

Bei aller Gleichwertigkeitig... Männer und Frauen haben "bauliche Unterschiede" und es könnte von Vorteil sein die Auswirkungen von Schwerelosigkeit auf beide Geschlechter genau zu kennen um die Stärken optimal zu kombinieren.

Den Blogbeitrag kann ich nicht nachvollziehen. Manche physiologischen Veränderungen treten binnen Tagen auf, manche Ausnahmezustände normalisieren sich in 7-10 Tagen wieder.
Hier ein sehr umfangreicher und spannender Beitrag über Gravitationsbiologie dazu:
http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/gravitationsbiologie/29337 (http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/gravitationsbiologie/29337)
Er führt u.a. aus:
"Aus biologischer Sicht kann ein kurzer Aufenthalt im Weltraum im Umfeld des Tourismus problematischer sein als ein langer während eines interplanetaren Fluges, da langsame Adaptationsprozesse aktiviert, aber nach Rückkehr des Touristen zur Erde nicht zu Ende geführt werden. Die Folge sind nachhaltige physiologische Beeinträchtigungen."

So oder so sind also eine Menge Daten zu gewinnen... ich würd's nicht so auf den Eisprung reduzieren... :D
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: McPhönix am 07. März 2017, 10:40:54
Zitat
die physische Leistungsfähigkeit kann bei Frauen mit weniger Kalorien erhalten werden
Das verstehe ich nicht. Woran wird das festgemacht/gemessen?

Vielleicht daran, dass über längere Zeit hinweg Knöppchen gedrückt und Laborarbeiten durchgeführt werden können? Sind gleichwertig ausgeführte EVA's mit jedenfalls Pausen dazwischen schon ein Maß? Aber was ist mit langzeitlich erforderlichen großen Anstrengungen bei Havarien oder wenn langzeitlich anstrengende schwere Arbeiten durchgeführt werden müssen, mit denen man vorher nicht gerechnet hat?

Was für ein Bild soll uns da gezeichnet werden ?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Doc Hoschi am 07. März 2017, 11:09:58
Nur der Vollständigkeit halber zur medizinischen Seite:
Schöner Artikel mit Übersichtsgrafik zu den gesundheitlichen Unterschieden: http://earthsky.org/space/men-and-women-adapt-differently-to-spaceflight (http://earthsky.org/space/men-and-women-adapt-differently-to-spaceflight)
Frauen haben zudem weniger Strahlungsresistenz und sind da besonders im Brustgewebebereich sehr anfällig. Mit ein Grund für die unterschiedlichen NASA-Strahlungslimits bei Männlein und Weiblein.

(http://2.bp.blogspot.com/-1aMpQLYd84A/U4juViErsbI/AAAAAAAADWI/Q-4dvePHQ8I/s1600/NASA+Astronaut+Career+Limits.PNG)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Sensei am 07. März 2017, 11:24:12
^dass Frauen durchschnittlich weniger Körpermasse haben und deswegen weniger Cal für deren Erhalt brauchen.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 07. März 2017, 11:43:34
@McPhönix
Du Glücklicher hast noch nie eine Diät gemacht, oder?  ;D

Muskeln verbrauchen mehr Energie. Männer haben mehr davon.

Zitat
Unterschiedlicher Stoffwechsel
Zwischen Männern und Frauen bestehen hinsichtlich des Stoffwechsels relativ geringe Unterschiede. Der Gesamtenergieumsatz von Frauen, das heißt die Anzahl der Kalorien, die verbrannt werden, um den Stoffwechsel (einschließlich Atmung, Blutkreislauf, Verdauung und körperliche Aktivität) aufrechtzuerhalten, ist durchschnittlich ungefähr 5 bis 10 % geringer als der von Männern.i Der geringere Energieumsatz kann zum Teil auf die andere Zusammensetzung der Körpergewebe zurückgeführt werden.

Die Zusammensetzung des Körpergewebes, das heißt die Anteile an Muskeln, Knochen und Fett, unterscheidet sich bei Männern und Frauen jedoch erheblich. Männer verfügen in der Regel über eine größere Muskelmasse, schwerere Knochen und weniger Körperfett als Frauen. Bei einem Mann, Mitte 20, der 154 Pfund wiegt, sind ungefähr 69 Pfund Muskeln, 23 Pfund Knochen und 23 Pfund Fett. Bei einer Frau im gleichen Alter, die 125 Pfund wiegt, sind ungefähr 45 Pfund Muskeln, 15 Pfund Knochen und 34 Pfund Fett. Der für Frauen empfohlene Körperfettanteil beträgt zwischen 20 und 30 % und ists damit höher als der für Männer, der zwischen 12 und 20 % liegt. Grund für diesen Unterschied ist der höhere Energiebedarf von Frauen während einer Schwangerschaft. Aufgrund des höheren Anteils an Muskelmasse verbrennen Männer mehr Kalorien als Frauen, und zwar auch dann, wenn sie sich nicht körperlich betätigen.

Die Unterschiede in Bezug auf die körperliche Aktivität scheinen eine Rolle zu spielen. Frauen sind körperlich oft weniger aktiv als Männer. Eine Studie zur Untersuchung des Stoffwechsels von Männern und Frauen hat ergeben, dass der Hauptgrund für den niedrigeren Energieumsatz von Frauen der geringere Kalorienverbrauch bei körperlicher Aktivität war.

Weil Männer also sowohl in Ruhephasen als auch bei körperlicher Betätigung mehr Kalorien verbrennen als Frauen, können sie auch mehr essen, ohne zuzunehmen, und nehmen auch schneller ab als Frauen.
http://www.weightwatchers.de/util/art/index_art.aspx?tabnum=1&art_id=120599 (http://www.weightwatchers.de/util/art/index_art.aspx?tabnum=1&art_id=120599)

Der Grundumsatz eines Mannes liegt also immer höher als der einer Frau.

Du stimmst mir sicher zu, dass alle Weltraumreisenden körperlich austrainiert sein müssen und fit. Im Leistungssport unterscheidet sich die körperliche Leistungsfähigkeit im Schnitt um 10-20%. In der Schwerelosigkeit dürfte der Unterschied marginal sein.
Die schwerste reguläre Arbeit im Weltraum ist wohl ein Außeneinsatz. Da gab es bisher keine Probleme.
Ich weiß nicht, welche Art von Havarie Du meinst, bei der Frauen im Nachteil wären.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: McPhönix am 07. März 2017, 14:56:25
Siehe den Satz in meinem Zitat oben. Dort steht nix von mehr Muskelmasse und dadurch mehr Grundumsatz. Das ist bekannt und unbestritten, da brauchen wir nicht diskutieren.
Aber es ging um ERHALT der ph. Leistungsfähigkeit. Erhalt für was? Für eine im Notfall abrufbare Höchstleistung? Ich denke doch für den Normalbetrieb, wozu auch kurze Spitzenleistungen gehören. Aber darüber wird nix gesagt.
Abgesehen davon bin ich selbstverständlich dafür, daß zu jeder Zeit, egal ob nix los im Schiff oder Hochbetrieb im Labor, Frauen in genau sinnvollem Maß arbeiten. Und das Maß muß von Wissenschaftlern festgelegt werden, nicht von Genderkäten. Irgendwelche Genderei hat im Weltraum nix zu suchen.

Frauen im Nachteil bei Havarie hab ich eigentlich nicht gesagt. Bei Havarien wird nämlich weder Mann noch Frau danach fragen, wo seine/ihre Grenze liegt.
Aber dieser von mir zitierte Satz geht so ein kleines bissel in die Richtung "Oh, dieses Auto braucht weniger Benzin. Da nehmen wir doch das. Da brauchen wir nicht so viel Benzin mitschleppen."
Ok, Satire ;)
Aber überhaupt öffentlich den "Verbrauch" einer Frau ins kalkül zu ziehen, find ich halt unhöflich.
Was die Logistiker berechnen, sollen sie machen, aber im Hintergrund....

PS: Eine Diät habe ich noch nie gemacht. Ist das Pflicht beim dem Thema ? ;)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 07. März 2017, 15:13:06
Siehe den Satz in meinem Zitat oben. Dort steht nix von mehr Muskelmasse und dadurch mehr Grundumsatz. Das ist bekannt und unbestritten, da brauchen wir nicht diskutieren.
Entschuldige, dann habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Mit "Leistungsfähigkeit erhalten" war hier die Kalorienzufuhr gemeint, die ein Mensch braucht seinen Grundumsatz abzudecken und damit seine Normleistungsfähigkeit zu erhalten anstatt abzubauen.

Zitat
"Oh, dieses Auto braucht weniger Benzin. Da nehmen wir doch das. Da brauchen wir nicht so viel Benzin mitschleppen."
Naja... Gewicht führt in der Tat auch beim Auto zu höherem Benzinverbrauch. Weswegen ja empfohlen wird keine unsinnigen Lasten im Kofferraum aus Faulheit spazieren zu fahren, sondern nur was eben nötig ist.
In der Raumfahrt ist es ein ungleich teurerer Teufelskreis - mehr Last = mehr Treibstoff, mehr Treibstoff = mehr Last = mehr Treibstoff - naja, weißte ja.

Zitat
Aber überhaupt öffentlich den "Verbrauch" einer Frau ins kalkül zu ziehen, find ich halt unhöflich.
Pragmatismus kennt keine Höflichkeit...  ;)

Zitat
PS: Eine Diät habe ich noch nie gemacht. Ist das Pflicht beim dem Thema ? ;)
Hell no!  ;D
Aber viele, die sich darin schon mal versucht haben, finden heraus, dass der effektivste Weg die Figur ansehnlicher zu gestalten nicht weniger essen ist, sondern die Erhöhung der Muskelmasse gegenüber dem Fettanteil. Man steigert den natürlichen Grundumsatz (sogar in Ruhephasen).
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: McPhönix am 07. März 2017, 20:14:08
Naja meine Muskelmasse zu erhöhen, habe ich verpaßt ;)

Jedenfalls sieht man immer wieder, daß Raumfahrt nicht nur aus Raketen und Astronauten besteht. Eine Unmenge von Leuten im Hintergrund müssen sich notwendigerweise mit Unmengen von Themen befassen. Da hilft alles nichts...
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: GG am 07. März 2017, 22:07:43
Meiner Meinung nach sollte man eine Ausschreibung für Frauen und getrennt eine für Männer machen. Dann kommt zumindest eine Raumfahrerin sicher dabei heraus.

Ich habe bisher 9 Leistungskurse Physik betreut. Dort nahmen 17% Mädchen teil. Dreimal war der erfolgreichste Schüler weiblich. Damit ergibt sich eine Quote von 33%, knapp doppelt so hoch wie die Teilnehmerzahl. Sie waren die Besten bzgl. Wissen, Können, Fähigkeiten zur Schlussfolgerung sowie Planung und Durchführung von Experimenten (und Simulationen).

Vielen Dank Ulrike, Anita und Tanita.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 07. März 2017, 23:26:26
Plausibler Gedanke - ABER dann schreien die einen wieder "Quote" und die anderen nennen es "Astronautenausbildung light"... oder was dergleichen mehr.
Astronautinnen werden eh immer noch anders wahrgenommen.
Weißt Du (ähm, IHR sollte ich schreiben, oder? :) ), wie oft CNN & Co. bei Karen Nyberg "mom in space" oder "mom's mission" eingeblendet haben??
Und wie oft sie beantworten musste, ob es ihr schwer gefallen sei ihren Sohn so lange allein zu lassen?
https://www.youtube.com/watch?v=nWZ_KyT722s (https://www.youtube.com/watch?v=nWZ_KyT722s)
https://www.youtube.com/watch?v=xa2C1RN38ts (https://www.youtube.com/watch?v=xa2C1RN38ts)
https://www.youtube.com/watch?v=otwdUaIRg_Q (https://www.youtube.com/watch?v=otwdUaIRg_Q)

u.v.m.

Hast Du/Habt Ihr schon mal die Einblendung "father in space" gesehen? Oder dass eine Mission "father's mission" genannt wurde?
Und warum nimmt jeder automatisch an, dass es für einen Vater mit Langzeitmission auf der ISS einfacher ist sein(e) Kind(er) auf der Erde zu lassen?
Warum macht das überhaupt einen Unterschied? Ist wahrscheinlich nie einfach.

Ich glaube, man tut der Sache keinen Gefallen, wenn man die Ausbildung trennt.
Bei der ESA wäre es auch ineffizient, dann hätte Samantha Cristoforetti die Ausbildung ganz für sich allein gehabt.

Übrigens:
Noch was interessantes gefunden zu der Frage, warum Frauen so verspätet in die Raumfahrt eingestiegen sind:

Zitat
Das wußte vor über 40 Jahren auch jener legendäre Fliegerarzt Randolph Lovelace, der anno 1959 die amerikanische Überschall- und Rekordpilotin Geraldyne "Jerrie" Cobb und weitere Frauen den gleichen brutalen Tests unterwarf wie die ersten männlichen Kandidaten des US-Raumfahrtprojekts "Mercury" - allerdings unter größter Geheimhaltung und ohne Wissen der US-Raumfahrtbehörde. Das Ergebnis: Die Testfrauen waren so gut, manchmal sogar viel besser als kommende männliche Raumfahrtstars wie Alan Sheppard oder John Glenn.

Die Nasa lehnte Lovelaces spätere Anträge auf Unterstützung jedoch knallhart ab: Nur männliche Testpiloten der Luftwaffe dürften in den Weltraum fliegen, hieß es, und US-Vizepräsident Johnson erklärte die Diskussion um weibliche Astronauten für erledigt.
http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/forschung/article107025606/Die-Nasa-setzt-auf-Frauen.html (http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/forschung/article107025606/Die-Nasa-setzt-auf-Frauen.html)

Sowas könnte man "Quotenmann" nennen...
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 08. März 2017, 01:33:29
Nochmal etwas genauer zum "Nichtwerdegang" von Jerrie Cobb als Astronautin:

Zitat
Although she successfully completed all three stages of physical and psychological evaluation that were used in choosing the first seven Mercury astronauts, this was not an official NASA program and she was unable to rally support in Congress for adding women to the astronaut program based solely on their gender. At the time, Cobb had flown 64 types of propeller aircraft, but had made only one flight, in the back seat, of a jet fighter. She had also set world records for speed, distance and absolute altitude.[4]

In 1962, Cobb was called to testify before a Congressional hearing, the Special Subcommittee on the Selection of Astronauts, about women astronauts.[7] Astronaut John Glenn stated at the hearing "men go off and fight the wars and fly the airplanes," and "the fact that women are not in this field is a fact of our social order." [8] Only a few months later, the Soviet Union would send the first woman into space,[2] Valentina Tereshkova. Soon afterward, Tereshkova ridiculed Cobb for her religious beliefs.[9]

Cobb argued, along with other Mercury 13 participants including Jane Briggs Hart, to be allowed to train alongside the men. However, at the time NASA requirements for entry into the astronaut program were that a pilot be a military test pilot, experienced at high speed military test flying, and have an engineering background enabling the pilot to take over controls in the event it became necessary. An exception was not made for Cobb.[10] Executive Assistant to Vice President Lyndon Johnson, Liz Carpenter, drafted a letter to NASA administrator James E. Webb questioning these requirements, but Johnson did not send the letter, instead writing across it, "Let's stop this now!"
https://en.wikipedia.org/wiki/Jerrie_Cobb (https://en.wikipedia.org/wiki/Jerrie_Cobb)

Dokumentation über "Mercury 13" in 5 Teilen:
(ich verlinke den ersten, die anderen 4 könnt ihr bei Youtube fortlaufend weiteransehen...)
https://www.youtube.com/watch?v=WWySNMbGz0w (https://www.youtube.com/watch?v=WWySNMbGz0w)

Frauen waren und sind qualifiziert in den Weltraum zu fliegen. Ihr geringerer Anteil an der bemannten Raumfahrt hat langwierige soziologische Gründe und die liegen in einem gesellschaftlichen Wertesystem und Rollenverständnis begründet, welches sich außerhalb ihrer Eignungskriterien befindet.

Dem Rechnung tragend fände ich es schön den Begriff "Quotenfrau" ad acta zu legen.
Dem Rechnung tragend finde ich es sinnvoll jede mögliche Anstrengung und jedes Projekt zu unternehmen, das hilft eine Lücke zu schließen, die keineswegs durch mangelnde Eignung, sondern schlicht durch Diskriminierung entstanden ist.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: AN am 08. März 2017, 07:25:17
...
Frauen waren und sind qualifiziert in den Weltraum zu fliegen. Ihr geringerer Anteil an der bemannten Raumfahrt hat langwierige soziologische Gründe und die liegen in einem gesellschaftlichen Wertesystem und Rollenverständnis begründet, welches sich außerhalb ihrer Eignungskriterien befindet.
Sehe ich auch so.

Zitat
Dem Rechnung tragend fände ich es schön den Begriff "Quotenfrau" ad acta zu legen.
Ja bitte! Gute Idee! Weg mit dem Begriff ...

Axel
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 08. März 2017, 10:44:32
Womans Day 2017  ;D ;D ;D

Und weil das gut in diesen Thread passt erlaube ich mir DAS:

(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up062919.jpg)

(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up062920.jpg)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: McPhönix am 08. März 2017, 12:31:14
Ich nehme an, alle Fachleute in NASA und anderswo weltweit wissen schon jetzt und genau, daß es schlicht albern ist,  eine Raumfahrt in Zukunft ohne Frauen zu planen oder auch nur diesbezgl. Probleme und Restriktionen anzuhäufen. Senatoren und Präsidenten können sich noch ein paar Jahre ihre Strunzdoofheit erhalten.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 16. April 2017, 17:00:42
Oh, oh...

...14 Tage vor dem Ende der Crowdfounding-Kampagne sind erst 26.395 Euro von minimal benötigten 50.000 Euro zugesagt. Das ist aus meiner Sicht schon sehr enttäuschend. Vielleicht bringt die Bekanntgabe der beiden Finalistinnen in 3 Tagen noch mal einen Schub. Um aber wirklich 2020 Richtung ISS abzuheben, bräuchte man dann ja noch Sponsorengelder in Höhe des bis zu tausendfachen Betrages der Fundingschwelle.   :-\
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: FlyRider am 16. April 2017, 21:08:22
...14 Tage vor dem Ende der Crowdfounding-Kampagne sind erst 26.395 Euro von minimal benötigten 50.000 Euro zugesagt. Das ist aus meiner Sicht schon sehr enttäuschend.

Nachdem ja hier mehrere Stimmen das bisherige Ergebnis als enttäuschen bezeichnen bzw. es sinnvoll wäre - ich zitiere - "jede mögliche Anstrengung" zu unternehmen frage ich mal ganz frech: hat sich hier irgendjemand an der Finanzierung beteiligt?

Ich für meinen Teil: NEIN! Ich halte von der ganzen Aktion gar nichts. Ich finde Raumfahrt inspirierend und auch wichtig - sozusagen "Horizonterweiterung" für die gesamte Menschheit. Ob nun ein Mann oder eine Frau als erstes am Mars ist, wen kümmert das? Wichtiger wäre es, endlich mal wieder was in der bemannten / befrauten  ;) Raumfahrt voran zu bringen! Ob dann Frauen / Männer / Weiße /Schwarze / Deutsche / Amerikaner / Russen / Franzosen / Chinesen / ..... oder sonst wer unterwegs ist..... ist VÖLLIG EGAL!!!!

Jedefalls gebe ich dafür kein Geld aus. Nur meine Meinung....
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 19. April 2017, 15:34:10
Ulrich Walter gab gerade die beiden Gewinnerinnen bekannt: Nicola Baumann + Insa Thiele-Eich.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 19. April 2017, 16:25:54
Frau Kessler sagte auf der Veranstaltung, sie sei völlig davon überzeugt, die 40 Mill. € zusammenzubekommen. Frau Brigitte Zypris, Koordinatorin der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, will die Unternehmung ideell unterstützen. Herr Thadden, der Vertreter von Airbus, hat Trainingsmöglichkeiten und Sachleistungen zugesagt. Nike hat die Schuhe gesponsert, aber von irgendwelchen konkreten Finanzierungszusagen konnte man nichts hören. Vorbild für Frau Kessler in Sachen Finanzierung/ Sponsorengewinnung sind die PTScientists. Wir werden sehen...  @FlyRider: Ja, hab ich.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Steffen am 19. April 2017, 18:08:38
Hallo

hier ist ein Artikel dazu. Man erfährt einiges über den Werdegang von Nicola Baumann.

eine etwas merkwürdige Argumentation:
Zitat
Noch nie zuvor hat es eine deutsche Frau ins All geschafft. Nur zur Erinnerung: Die Russen schickten mit Laika 1957 sogar einen Hund in den Orbit.

http://www.tagesspiegel.de/wissen/erste-deutsche-astronautin-zwei-frauen-dem-ziel-ihrer-traeume-so-nah/19689870.html (http://www.tagesspiegel.de/wissen/erste-deutsche-astronautin-zwei-frauen-dem-ziel-ihrer-traeume-so-nah/19689870.html)

viele Grüße
Steffen
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 19. April 2017, 18:51:51
Ulrich Walter gab gerade die beiden Gewinnerinnen bekannt: Nicola Baumann + Insa Thiele-Eich.

Keine Frage, es gibt interessante, tolle Kandidatinnen, aber mir ist jetzt nicht ganz klar, was die Gewinnerinnen eigentlich gewonnen haben.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: HausD am 19. April 2017, 21:34:45
Die Astronautinnen...

(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up060573.jpg)
Nicola Baumann, Insa Thiele-Eich                  Foto: fb-Die Astronautin (https://www.facebook.com/DieAstronautin/?hc_ref=NEWSFEED)

Gruß, HausD
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 20. April 2017, 03:32:55
...Wichtiger wäre es, endlich mal wieder was in der bemannten / befrauten  ;) Raumfahrt voran zu bringen! Ob dann Frauen / Männer / Weiße /Schwarze / Deutsche / Amerikaner / Russen / Franzosen / Chinesen / ..... oder sonst wer unterwegs ist..... ist VÖLLIG EGAL!!!!

Jedefalls gebe ich dafür kein Geld aus. Nur meine Meinung....
Die Argumentation ist nicht stichhaltig. Sie wäre es, wenn es nur Entweder Oder gäbe. Gibt es aber nicht.
Das ist hier kein Ausschlußprinzip. Es geht beides.

Wenn ich Dich frage "Willst Du Raumfahrt mit der Sojus oder der Dragon?" dann gibt's darauf auch nur eine raumfahrtbegeisterte Antwort: "Ich will die Sojus UND die Dragon fliegen sehen!".

Es findet zu wenig Raumfahrt statt. Machen wir daraus nicht auch noch einen Verdrängungskonkurrenzbetrieb.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: jok am 20. April 2017, 09:05:27
Hallo,

Beide Gewinnerinnen waren heute Früh in diversen Frühstücksfernsehformaten zu Gast.
Es wurden kleine Filmchen vom Auswahlverfahren gezeigt und natürlich die üblichen falschen Einspieler von SLS , Orion und Falcon 9 die mit der Sache nix zu tun hatten.
Gesprochen wurde von der nun anstehenden Ausbildung.Erstaunlicherweise wurde das Thema der ungeklärten Finanzierung nich klar angesprochen.Im TV wäre das doch eine Chance gewesen nochmal darauf aufmerksam zu machen. Wer weiß,  eventuell wurde es ihnen ja auch untersagt ?

Gruß jok
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: FlyRider am 20. April 2017, 09:15:28
Die Argumentation ist nicht stichhaltig. Sie wäre es, wenn es nur Entweder Oder gäbe. Gibt es aber nicht.
Das ist hier kein Ausschlußprinzip. Es geht beides.

Da hast du schon recht. Ich sag ja auch nicht, dass man das Programm nicht unterstützen kann. Mir ist es insgesamt aber zu wenig zielführend. Wer sagt denn, dass eine der beiden wirklich zum Zug kommt? Warum gehen die nicht den "normalen" Weg über die ESA? Zudem frag ich mich, was man wirklich erreicht hat, wenn man einen Tauchschein für 10400 € (hallo!) und ein Überlebenstraining für 19600 € absolviert hat? Wollen die im Dschungel Höhlentauchen? Vom Belastungstraining für 40 k€ und die Parabelflüge für 90 k€ mal abgesehen....

Ich glaube, dass da eher viel Geld verbrannt wird. Tauchschein für 10000 € ... geht's noch? Sind da 14 Tage Bahamas mit drin, oder wie kommen die auf die Preise und was hat das mir Raumfahrt zu tun...???
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Schillrich am 20. April 2017, 09:22:52
Hallo Jok,

die Moderatoren im Fernsehen haben ja von den Hintergründen/Randbedingungen, u.a. bemannte Raumfahrt in der ESA, Finanzen und Budgets, Beruf Raumfahrer eher keine Ahnung. Da können sie kaum kritisch nachfragen, ohne vorher das recherchiert zu haben. Morgenmagazine sind auch nicht gerade investigative Formate, sondern wollen eher dazu beitragen, dass wir den Tag gut beginnen ... da passen schöne Bilder und nette Geschichten. Die liefert eine PR-Agentur natürlich problemlos.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 20. April 2017, 09:24:43
Ulrich Walter gab gerade die beiden Gewinnerinnen bekannt: Nicola Baumann + Insa Thiele-Eich.

Keine Frage, es gibt interessante, tolle Kandidatinnen, aber mir ist jetzt nicht ganz klar, was die Gewinnerinnen eigentlich gewonnen haben.

Vieleicht quasi gar nichts. Von der erwarteten Finanzierung sind bisher nur etwa 0,05%, also ein Zweitausendstel, vorhanden. Wie weit kommt man damit ins All?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 20. April 2017, 09:38:48
... ich bleib dabei... Deutschlands erste Weltraum-TOURISTN! Hat absolut nix mit einem Astronauten zu tun! Alles nur viel TAMTAM um HE Space mehr nicht!
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Presto am 20. April 2017, 14:19:34
Meiner Meinung nach hat Ministerin Zypries einen besonders wichtigen Grund, der neben anderen Gesichtspunkten für das Projekt "Die Astronautin" spricht, wie folgt gut auf den Punkt gebracht:

„Mit Insa Thiele-Eich und Nicola Baumann schickt Deutschland zwei hervorragende Frauen in die Ausbildung zur Astronautin. Ich bin mir sicher, sie werden viele Frauen und Mädchen ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen. Sie sind gute Vorbilder, um auch andere junge Frauen für technisch-naturwissenschaftliche Berufe zu begeistern. Unsere Wirtschaft braucht mehr hochqualifizierte Fachkräfte insbesondere in der Hochtechnologiebranche der Luft- und Raumfahrt, die so wichtig für den Standort Deutschland ist."

Ich finde, dass dieses Projekt Unterstützung verdient. Für die erste Etappe der Ausbildung gibt es bekanntlich eine Crowdfunding-Kampagne, die noch bis zum 30. April 2017 läuft; siehe hier:

https://www.startnext.com/dieastronautin (https://www.startnext.com/dieastronautin)

"Auch eine Reise von 1000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt."

Lao-Tse
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 20. April 2017, 14:50:05
... ich bleib dabei... Deutschlands erste Weltraum-TOURISTN! Hat absolut nix mit einem Astronauten zu tun! Alles nur viel TAMTAM um HE Space mehr nicht!
Verächtlichkeit ist eine Mode, die immer den schlecht aussehen lässt, der sich ausgesucht hat sie zu tragen. Nicht sehr kleidsam.

@Flyrider
Beim tauchen kommt es ein bisschen darauf an, wo man es tut. In Köln gibt es beispielsweise ein Becken, das sehr teuer wird, wenn man darin "baden geht"... Du findest es im EAC, im Europäischen Astronautenzentrum. Nur mal so als Überlegung, wie Kosten entstehen können wenn Astronauten zu Ausbildungszwecken tauchen.

Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: -eumel- am 20. April 2017, 15:54:06
Meiner Meinung nach hat Ministerin Zypries einen besonders wichtigen Grund gut auf den Punkt gebracht:

„Mit Insa Thiele-Eich und Nicola Baumann schickt Deutschland zwei hervorragende Frauen in die Ausbildung zur Astronautin.
Unsere Wirtschaft braucht mehr hochqualifizierte Fachkräfte insbesondere in der Hochtechnologiebranche der Luft- und Raumfahrt, die so wichtig für den Standort Deutschland ist."

Hat denn Frau Zypries eine Finanzierung organisiert?
Schickt wirklich Deutschland die beiden in die Ausbildung?
Wird Deutschland auch ein Raumschiff bauen, mit dem die beiden fliegen können?

Wenn das alles so "besonders wichtig" ist, genügt es nicht, zwei Frauen auszusuchen und vor den Medien zu präsentieren
- da gehört schon mehr dazu.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 20. April 2017, 15:57:26
Meiner Meinung nach hat Ministerin Zypries einen besonders wichtigen Grund, der neben anderen Gesichtspunkten für das Projekt "Die Astronautin" spricht, wie folgt gut auf den Punkt gebracht:

„Mit Insa Thiele-Eich und Nicola Baumann schickt Deutschland zwei hervorragende Frauen in die Ausbildung zur Astronautin. Ich bin mir sicher, sie werden viele Frauen und Mädchen ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen. Sie sind gute Vorbilder, um auch andere junge Frauen für technisch-naturwissenschaftliche Berufe zu begeistern. Unsere Wirtschaft braucht mehr hochqualifizierte Fachkräfte insbesondere in der Hochtechnologiebranche der Luft- und Raumfahrt, die so wichtig für den Standort Deutschland ist."

Ich finde, dass dieses Projekt Unterstützung verdient. Für die erste Etappe der Ausbildung gibt es bekanntlich eine Crowdfunding-Kampagne, die noch bis zum 30. April 2017 läuft; siehe hier:

https://www.startnext.com/dieastronautin (https://www.startnext.com/dieastronautin)

" ... schickt Deutschland..."
Solange sich die deutsche Regierung nicht mit deutlich mehr als warmen Worten daran beteiligt ist das so wohl irreführenden. Noch fehlen weit über 99% der anvisierten Kosten. Oder hat Fr. Zypressen da was zugesagt?
Womöglich hat die Bundesregierung Gründe diese Kampagne nur sehr wenig zu unterstützen. HE Space selbst ist ein Privatunternehmen und sollte keine Subvention bekommen.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Schillrich am 20. April 2017, 17:12:45
Ich hatte heute ein Gespräch mit einem "nicht konkret Informierten". Aus Sicht der (Firmen-)PR ist die öffentliche Wahrnehmung perfekt. Aus Sicht einer "informierten Sachlage" ist das katastrophal ...

Dass auf allen Plakaten und Mitteilungen DLR und ESA prangen, dass hochrangige Persönlichkeiten sich äußern und dem Ganzen einen quasi-offiziellen Anstrich geben, kommt öffentlich so an, dass hier echte, ordentliche Astronauten für das deutsche Raumfahrtprogramm und die Raumfahrtagentur aufgebaut werden. Dass dem beiweitem noch lange nicht so ist, kann der Bürger zwischen den Zeilen nichtmal erahnen. Dazu muss man sich im Raumfahrtprogramm und den Organisationen auskenne.

PR-seitig ist das erstmal intelligent. Man platziert beim DLR einen Auftrag ("untersucht die Kandidaten") und nimmt dann "DLR" in jeder Meldung mit den Mund. Ordentlich nach außen dargestellt ist das nicht. Es stellt sich halt wirklich die Frage: was haben die Kandidatinnen davon? Welche Perspektive soll das sein?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 20. April 2017, 17:42:01
Ich hatte heute ein Gespräch mit einem "nicht konkret Informierten". Aus Sicht der (Firmen-)PR ist die öffentliche Wahrnehmung perfekt. Aus Sicht einer "informierten Sachlage" ist das katastrophal ...

Dass auf allen Plakaten und Mitteilungen DLR und ESA prangen, dass hochrangige Persönlichkeiten sich äußern und dem Ganzen einen quasi-offiziellen Anstrich geben, kommt öffentlich so an, dass hier echte, ordentliche Astronauten für das deutsche Raumfahrtprogramm und die Raumfahrtagentur aufgebaut werden. Dass dem beiweitem noch lange nicht so ist, kann der Bürger zwischen den Zeilen nichtmal erahnen. Dazu muss man sich im Raumfahrtprogramm und den Organisationen auskenne.

PR-seitig ist das erstmal intelligent. Man platziert beim DLR einen Auftrag ("untersucht die Kandidaten") und nimmt dann "DLR" in jeder Meldung mit den Mund. Ordentlich nach außen dargestellt ist das nicht. Es stellt sich halt wirklich die Frage: was haben die Kandidatinnen davon? Welche Perspektive soll das sein?

(Hervorhebungen von mir)

Das ist noch ein sehr weiter Weg, klar. Aus unserem Portalartikel kann man das aber so auch nicht herauslesen, da wurde die Pressemitteilung nur 1:1 kopiert...   :-\
https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/20042017072751.shtml (https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/20042017072751.shtml)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Doc Hoschi am 20. April 2017, 17:43:46
Man platziert beim DLR einen Auftrag ("untersucht die Kandidaten") und nimmt dann "DLR" in jeder Meldung mit den Mund.

Ich möchte ja fast behaupten, dass der Bürger mit der Abkürzung DLR noch nicht einmal viel anfangen kann.
Einen Herrn Walter und eine Frau Zypries zur Teilnahme in der Bewertungsjury zu überreden, DAS sehe ich als PR-Geniestreich an. Eine Frau Ministerin und ein medienbekannter Altastronaut (auch noch schick im Berufsoverall), die auf dem Präsentationsevent auftreten...PR-Herz, was willst du mehr?
Was soll denn ein Bürger da sonst denken? "Offizieller" geht's ja fast nimmer.

Edit:: Sehe gerade, dass Frau Ehrenfreund vom DLR da übrigens auch drin saß, ebenso wie Herr von Thadden von Airbus Defense and Space.

(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up060572.jpg)
Quelle: Collectspace
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 20. April 2017, 22:08:38
Ich hatte heute ein Gespräch mit einem "nicht konkret Informierten". Aus Sicht der (Firmen-)PR ist die öffentliche Wahrnehmung perfekt. Aus Sicht einer "informierten Sachlage" ist das katastrophal ...

Dass auf allen Plakaten und Mitteilungen DLR und ESA prangen, dass hochrangige Persönlichkeiten sich äußern und dem Ganzen einen quasi-offiziellen Anstrich geben, kommt öffentlich so an, dass hier echte, ordentliche Astronauten für das deutsche Raumfahrtprogramm und die Raumfahrtagentur aufgebaut werden. Dass dem beiweitem noch lange nicht so ist, kann der Bürger zwischen den Zeilen nichtmal erahnen. Dazu muss man sich im Raumfahrtprogramm und den Organisationen auskenne.

PR-seitig ist das erstmal intelligent. Man platziert beim DLR einen Auftrag ("untersucht die Kandidaten") und nimmt dann "DLR" in jeder Meldung mit den Mund. Ordentlich nach außen dargestellt ist das nicht. Es stellt sich halt wirklich die Frage: was haben die Kandidatinnen davon? Welche Perspektive soll das sein?

Darf man sich denn wundern daß die Kandidatin Thiele nicht von ihrem Vater gelernt hat wie das so laufen kann ? Und daß sie sich dann dafür hergibt ? Daß Fr. Kessler das geschickt vermarkten kann ist ja nicht wirklich überraschend.
Aber man wird ja sehen wie weit die wirklich kommen. Tauchschein im DLR-Kölner Swimmingpool überzeugt ja nicht die Öffentlichkeit. Letztendlich nützt das alles nichts wenn das Ziel, eine Astronautin zur ISS fliegen zu lassen, nicht erreicht wird, und sei es deshalb nicht weil das DLR eben nicht voll dahinter steht. (wie würde man das auch in der ESA vertreten wollen ?)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tobi am 20. April 2017, 22:23:33
Dass das Ganze von einer Firma (HE Space) gemacht wird, die selber nicht über das notwendige Kapital verfügt, dürfte sich als fatal erweisen. Wer könnte denn in Deutschland für diese Sache Geld geben?

a) eine reiche Person. Frage: Warum sollte eine reiche Person HE Space Geld geben?
b) eine Stiftung. Frage: Warum sollte eine Stiftung einer Firma 40 Millionen geben?
c) eine andere Firma: Warum sollte eine andere Firma HE Space soviel Geld geben?
d) der Staat. Frage: Warum sollte der Staat HE Space das Geld geben, wenn er stattdessen mit dem Geld auch eine "richtige" Astronautin schicken könnte.

Wenn die ganze Aktion von einer nicht-kommerziellen Stiftung/Initiative/Verein vorangetrieben worden wäre, dann hätte sich vielleicht ein Mäzen oder eine reiche Stiftung erbarmt da was zu geben.

Aber damit HE Space besser darsteht? Das floppt doch, da gibt niemand Geld.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 20. April 2017, 23:16:57
Ich muß immer an das Video von Adobe denken, wo der Raketenstart immer wegen irgendwelcher Sponsoren verschoben wurde.

Also, Option d) wird schon klappen, der Staat ist dann froh, auf eine ausgebildete Astronautin zurückgreifen zu können und ausgebildete Mitarbeiter zu verkaufen ist ja das Geschäft jedes Personaldienstleisters.

Aber man will ja gar kein Staatsgeld sondern Sponsoren, die im letzten Jahr seit Beginn der Aktion nicht wirklich in Erscheinung getreten sind.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: bluemchen am 20. April 2017, 23:23:29
Es würde mir für die Mädels leid tun, wenn Hoffnungen geschürt werden, die letztendlich nicht erfüllt werden würden.
Mein Bauchgefühl mag unrichtig sein, wie aber ein Personaldienstleister ohne entsprechende Kapitaldecke und nur mit -gut gemachter- PR Astronauten pushen will, erschließt sich mir auch nicht (ganz).  Im Erfolgsfalle sähe ich eine clevere Promotion fürs  Unternehmen, hoffe nicht , das dieses der Hintergrund der Aktion war/ist. Das unternehmerische Risiko da drin haben wir ja nicht zu beurteilen, aber gepokert wird hier doch - in der Hoffnung, ...die Mädels kann man nicht hängen lassen...
Nochmal: Alle Achtung FÜR die KandatINNEN,
aber Raumfahrtpolitik sollte anders aufgehangen sein - Taue, nicht Angelschnüre
 :'(
Rainer
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 20. April 2017, 23:33:05
Dass das Ganze von einer Firma (HE Space) gemacht wird, die selber nicht über das notwendige Kapital verfügt, dürfte sich als fatal erweisen. Wer könnte denn in Deutschland für diese Sache Geld geben?

a) eine reiche Person. Frage: Warum sollte eine reiche Person HE Space Geld geben?
b) eine Stiftung. Frage: Warum sollte eine Stiftung einer Firma 40 Millionen geben?
c) eine andere Firma: Warum sollte eine andere Firma HE Space soviel Geld geben?
d) der Staat. Frage: Warum sollte der Staat HE Space das Geld geben, wenn er stattdessen mit dem Geld auch eine "richtige" Astronautin schicken könnte.

Wenn die ganze Aktion von einer nicht-kommerziellen Stiftung/Initiative/Verein vorangetrieben worden wäre, dann hätte sich vielleicht ein Mäzen oder eine reiche Stiftung erbarmt da was zu geben.

Aber damit HE Space besser darsteht? Das floppt doch, da gibt niemand Geld.

zur Option c)
War nicht mal die Firma Bruno Banani in solchen Sachen aktiv ? Allerdings um Größenordnungen geringer.
Ich verstehe nur nich was sich DLR (Ehrenfreund) und die Regierung (Zypris) davon versprechen, dort aktiv mit zu machen. Da stellt man doch sein eigenes Personal und eigenen Programme in Frage. Unser Alex wurde wohl völlig überflüssigerweise solange ausgebildet. (ach so, wäre er eine Frau ging's schneller)
Verzeiht, ich tue mich schwer damit das ganze wirklich ernst zu nehmen.

Es würde mir für die Mädels leid tun, wenn Hoffnungen geschürt werden, die letztendlich nicht erfüllt werden würden.
Mein Bauchgefühl mag unrichtig sein, wie aber ein Personaldienstleister ohne entsprechende Kapitaldecke und nur mit -gut gemachter- PR Astronauten pushen will, erschließt sich mir auch nicht (ganz).  Im Erfolgsfalle sähe ich eine clevere Promotion fürs  Unternehmen, hoffe nicht , das dieses der Hintergrund der Aktion war/ist. Das unternehmerische Risiko da drin haben wir ja nicht zu beurteilen, aber gepokert wird hier doch - in der Hoffnung, ...die Mädels kann man nicht hängen lassen...
Nochmal: Alle Achtung FÜR die KandatINNEN,
aber Raumfahrtpolitik sollte anders aufgehangen sein - Taue, nicht Angelschnüre
 :'(
Rainer
Da ist es doch gut daß die Kandidaten schnell wieder in den Schoß der bisherigen Beschäftigung zurück fallen können, als Pilotin bei der Luftwaffe und als Meteorologin. So hat HE Space da kein Problem, wenn sich keine Sponsoren in erwarteter Zahlungskraft einstellen. Sie können dann mit der Schulter zucken und behaupten sie hätten alles getan, aber das böse DLR und die böse Ministerin haben sie leider hängen lassen. Airbus hat ja kein Raumschiff für welches Astronauten benötigt werden. (und wenn gäbe es eigene Testpiloten, vermutlich aus Frankreich)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 20. April 2017, 23:35:32
Ich muß immer an das Video von Adobe denken, wo der Raketenstart immer wegen irgendwelcher Sponsoren verschoben wurde.

Also, Option d) wird schon klappen, der Staat ist dann froh, auf eine ausgebildete Astronautin zurückgreifen zu können und ausgebildete Mitarbeiter zu verkaufen ist ja das Geschäft jedes Personaldienstleisters.

Aber man will ja gar kein Staatsgeld sondern Sponsoren, die im letzten Jahr seit Beginn der Aktion nicht wirklich in Erscheinung getreten sind.
Das wäre natürlich elegant, HE Space lässt die Ausbilfdung beider Kandidatinnen von DLR und Ministerium finanzieren und verkauft anschließend die ausgebildeten Astronautinnen an die ESA via DLR als deutscher Beitrag.

Gibt es eigentlich einen Kommentar von der ESA dazu ?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 20. April 2017, 23:52:31
Das DLR macht nur, was das BMWi sagt. Die ESA hatter erklärt, dass es ein bestehendes Astronautencorp gibt und Wörner gab im Spiegel mal eine Empfehlung, wie Deutschland zu einer Astronautin kommen kann.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/esa-chef-woerner-so-kann-deutschland-eine-astronautin-haben-a-1052053.html (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/esa-chef-woerner-so-kann-deutschland-eine-astronautin-haben-a-1052053.html)
Thomas Reiter als ISS-Koordinator schweigt, betrifft ihn wohl auch erst, wenn es eine offizielle Anfrage von HE Space gibt.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 21. April 2017, 00:03:51
Das DLR macht nur, was das BMWi sagt. Die ESA hatter erklärt, dass es ein bestehendes Astronautencorp gibt und Wörner gab im Spiegel mal eine Empfehlung, wie Deutschland zu einer Astronautin kommen kann.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/esa-chef-woerner-so-kann-deutschland-eine-astronautin-haben-a-1052053.html (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/esa-chef-woerner-so-kann-deutschland-eine-astronautin-haben-a-1052053.html)
Thomas Reiter als ISS-Koordinator schweigt, betrifft ihn wohl auch erst, wenn es eine offizielle Anfrage von HE Space gibt.
Danke, das ist allerdings 1 1/2 Jahre alt.
Derzeit wäre eine Anfrage von HE Space ja mangels Finanzierung nicht ersthaft denkbar.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Sensei am 21. April 2017, 00:12:06
Das DLR macht nur, was das BMWi sagt. Die ESA hatter erklärt, dass es ein bestehendes Astronautencorp gibt und Wörner gab im Spiegel mal eine Empfehlung, wie Deutschland zu einer Astronautin kommen kann.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/esa-chef-woerner-so-kann-deutschland-eine-astronautin-haben-a-1052053.html (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/esa-chef-woerner-so-kann-deutschland-eine-astronautin-haben-a-1052053.html)
Thomas Reiter als ISS-Koordinator schweigt, betrifft ihn wohl auch erst, wenn es eine offizielle Anfrage von HE Space gibt.

Thomas Reiter wurde im letzten Countdown Podcasts auch genau dazu gefragt.
Sein Tenor war auch eher: es gibt ein bestehendes Prozedere. Bei der letzten Auswahlrunde waren in etwa relativ gesehen in etwa jeder Auswahlstufe gleich viele Frauen vertreten - um die 16%. Es müssen sich halt mehr melden und außerdem wird nach können und nicht nach geschlecht ausgewählt.
Aber er wünscht den Frauen generell viel erfolg.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 21. April 2017, 00:22:14
d) der Staat. Frage: Warum sollte der Staat HE Space das Geld geben, wenn er stattdessen mit dem Geld auch eine "richtige" Astronautin schicken könnte.

Hat er denn eine? Bildet er eine aus?

Ist dieses Projekt nicht aus genau dem Unwillen darüber entstanden, dass er das eben nicht tut?

Und deswegen... @Proton... "unser Alex" ist nicht vergebens ausgebildet worden. Aber als Frau wäre er vielleicht gar nicht ausgebildet worden. Mal so 'rum gedacht?



Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 21. April 2017, 02:09:20
Thomas Reiter wurde im letzten Countdown Podcasts auch genau dazu gefragt.
Sein Tenor war auch eher: es gibt ein bestehendes Prozedere. Bei der letzten Auswahlrunde waren in etwa relativ gesehen in etwa jeder Auswahlstufe gleich viele Frauen vertreten - um die 16%. Es müssen sich halt mehr melden und außerdem wird nach können und nicht nach Geschlecht ausgewählt.
Aber er wünscht den Frauen generell viel erfolg.
Da wäre es ja interessant zu wissen wieviele der "Die Astronautin"-Kandidaten sich schon an der ESA-Auswahl beteiligt haben, und wie weit sie dabei gekommen sind. Wenn ihr Wunsch so groß ist Astronautin zu werden haben es sicher einige versucht. Von zumindest einer weiß ich es (keine der Finalistinnen).
Die ESA hat die besten aus allen Kandidaten ausgewählt, für Deutschland war das Alexander Gerst, und zwar unabhängig davon ob er Mann oder Frau ist. Mit der gleichen Qualifikation wäre er nach den Regeln genauso auch als Frau (Alexandra G.  :) ) ausgewählt worden. Und für den Zweck, für den die ESA-Astronaut(inn)en augewählt wurden war eine lange und intensive Ausbildung nötig. Mit einer Minimum-Ausbildung kann man dann wohl den Raumflug sicher durchleben, aber nicht soweit wissenschaftlich und ingenieursmäßig nützlich sein wie die voll ausgebildeten ESA-Astronauten.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 21. April 2017, 07:23:43
Zitat
.... ich bleib dabei... Deutschlands erste Weltraum-TOURISTN! Hat absolut nix mit einem Astronauten zu tun! Alles nur viel TAMTAM um HE Space mehr nicht!

Zitat
Verächtlichkeit ist eine Mode, die immer den schlecht aussehen lässt, der sich ausgesucht hat sie zu tragen. Nicht sehr kleidsam.

Wenigstens trage ich etwas und laufe nicht splitterfasernackt durch die Gegend vor Begeisterung. Ist aber interessant zu sehen das viele hier Ihre Kritik äußern.  Naja ein Schaf läuft halt gern in der Herde statt den Wolf zu Hinterfragen...

Man kann es sich schönreden wie man will. Es ist keine echte Astronautin. Aber man muss ja froh sein was man hat und sich immer nach unten vergleichen statt nach oben. Typisch deutsches Ducken und klappe halten...
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Sensei am 21. April 2017, 08:11:42
Wie wäre es mit weniger unkonkreter Kritik an an Mitmenschen (sie als Schaf bezeichnen) und mit mehr Begründungen und Argumenten?

Ich bin immer offen für Kritik. Aber dann muss schon gesagt werden wen genau man meint und was man ihm vorwirft.

Zitat
Man kann es sich schönreden wie man will. Es ist keine echte Astronautin.

Und das kann hier noch drei mal wiederholt werden. Es ändert nichts daran dass die grundsätzliche Definition nur eine Mindestflughöhe (manchmal zuätzlich: erreichen des Orbits) vorraussetzt.

Man kann 'Astronaut' auch als Berufsbezeichnung nehmen. Aber demnach wäre dann wohl auch so mancher NASA Astronaut kein Astronaut gewesen.
--

Mich verwundert einfach wo hier teilweise der starke Wiederstand und die Emotionen herkommen.
Den bisherigen Astronauten wird hierdurch doch nichts weggenommen.
Wenn HE Space genügend Gelder einsamelt um ihre Astronautenanwärter als Touristen in den Weltraum zu schießen ist das doch okay oder sollte zumindest nicht all zu doll stören.
Wenn das ganze Projekt nichts wird (außer der HE Space etwas PR zu geben) dann erledigt sich die Sache schon von selbst.

Was haben die/wir Weltraumbegeisterte denn zu verlieren?!
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Schillrich am 21. April 2017, 09:55:22
Ich sehe hier schon eine Gefahr durch die unsaubere/vermischte Darstellung:

Ich sehe hier deutliche Gefahren in der öffentlichen Darstellung der Sachlage und der Verantwortung.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: FlyRider am 21. April 2017, 10:11:24
Ich sehe hier schon eine Gefahr durch die unsaubere/vermischte Darstellung:

Ich hab meine Kritik am Programm ja schon geäußert und würde aus mehreren Gründen persönlich auch kein Geld dafür ausgeben.

Aber so manche Kritik geht mir jetzt doch ein bisschen zu weit. Es geht hier halt auch um Marketing und da klingt "Die erste deutsche Astronautin" halt besser als "Private Initiative um evtl. eine deutsche Frau mit unklarer Finanzierung irgendwie auf die ISS zu bekommen". Dass man sprachlich und von der Darstellung her (Ministerin / bekannter Astronaut) bewusst den Eindruck einer "offiziellen" Mission erwecken will, ist unsauber - aber für mich dennoch nachvollziehbar. Würd ich auch so machen  ;)

Ich glaube aber ehrlich gesagt nicht an einen Erfolg der ganzen Aktion.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Schillrich am 21. April 2017, 10:18:32
Dass die versuchen, das so zu inszenieren, verstehe ich. Klar. Aber dass die "offizielle Raumfahrt" da so mitmacht? Will man nicht vorschnell als "Bremser" dastehen? Dann ist man aber schon Geisel der PR-Kampagne und gibt das Ruder aus der Hand.

Wenn jemand das Geld gibt, ist das DLR durchaus bereit so eine Mission zu managen. Dann stellt sich noch die Frage, wie politisch opportun das gegenüber den ESA-Partnern wäre.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: bluemchen am 21. April 2017, 10:47:39
Ich sehe hier schon eine Gefahr durch die unsaubere/vermischte Darstellung:
  • Es ist eine private Initiative ... ohne ausreichend eigene Finanzierung ... die sich "erste deutsche Astronautin" auf die Fahne schreibt.
  • Damit rückt das Ganze begrifflich in die Nähe der staatlichen, offiziellen deutschen Raumfahrt, die ja zwei aktive Astronauten beschäftigt.
  • Es gibt aber kein öffentliches Budget für dieses Vorhaben. Es ist auch nicht förderwürdig im Sinne irgendeiner Förderstrategie des Bundes.
  • Wenn es dann hart auf hart kommt (niemand zahlt --> kein Flug möglich), dann wird man das öffentlich so wahrnehmen (und durch HE Space so steuern?), dass der Bund und das nationale Raumfahrtprogramm den schwarzen Peter bekommen ... dabei waren die nie mit im Boot.
  • Schlimmstenfalls setzt man so öffentlich dem Ministerium fast noch eine Pistole auf die Brust: Gebt uns öffentliches Geld!
Ich sehe hier deutliche Gefahren in der öffentlichen Darstellung der Sachlage und der Verantwortung.
Ich gebe/muß hier der Betrachtung vom Daniel unumwunden Recht (geben).
Mein Problem ist NICHT das Silicon-Valley´sche Querdenken, mein Problem ist eben das Unternehmen von Frau Kessler. Ein Unternehmen, das niemanden sucht, um Querdinge stemmen  zu können (die ja erst mal etwas kosten) Letztes Jahr brauchte man -  Recruiter/in in Vollzeit + Marketing Assistent/in
Punkt (!) Diese Seiten sind nicht mehr da, na gut. Ich hatte Marketing als Querstud. mir angeeignet, behaupte nicht, Fachmann zu sein, aber hier suche ich eine, nee, genau diese  Substanz, aus der so etwas Großes entstehen soll.
Tut mir leid, heiße Luft aus Bremen, die vermutlich schneller abkühlt, als gedacht.
R.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 21. April 2017, 12:21:20
Ich sehe hier schon eine Gefahr durch die unsaubere/vermischte Darstellung:
  • Es ist eine private Initiative ... ohne ausreichend eigene Finanzierung ... die sich "erste deutsche Astronautin" auf die Fahne schreibt.
  • Damit rückt das Ganze begrifflich in die Nähe der staatlichen, offiziellen deutschen Raumfahrt, die ja zwei aktive Astronauten beschäftigt.
  • Es gibt aber kein öffentliches Budget für dieses Vorhaben. Es ist auch nicht förderwürdig im Sinne irgendeiner Förderstrategie des Bundes.
  • Wenn es dann hart auf hart kommt (niemand zahlt --> kein Flug möglich), dann wird man das öffentlich so wahrnehmen (und durch HE Space so steuern?), dass der Bund und das nationale Raumfahrtprogramm den schwarzen Peter bekommen ... dabei waren die nie mit im Boot.
  • Schlimmstenfalls setzt man so öffentlich dem Ministerium fast noch eine Pistole auf die Brust: Gebt uns öffentliches Geld!
Ich sehe hier deutliche Gefahren in der öffentlichen Darstellung der Sachlage und der Verantwortung.
Gemau so ist es. Aber wieso lassen sich dann DLR und Ministerium vor den Karren spannen ? Da sollten sie sich doch vorher überlegt haben ob sie im Bedarfsfall (und der tritt 100% ein) auch ausreichend Förderung bereitstellen wollen. Aber ich stimme zu, dazu sind keine Vorraussetzungen im Sinne der Förderwürdigkeit gegeben (außer Politik, wenn das zählen sollte).

Eigentlich soll doch HE Space (technisches, projekt-bezogenes) Raumfahrtpersonal nach Anforderung bereitstellen. Wer hat denn denen die Anforderung "1. deutsche Astronautin" gegeben ?  Der zahlt dann auch.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 21. April 2017, 12:45:46
Man platziert beim DLR einen Auftrag ("untersucht die Kandidaten") ...
Hat HE Space das DLR für diese Dienstleistung bezahlt ?  Weiß man in welcher Höhe ?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Schillrich am 21. April 2017, 12:48:26
Gute Frage. Das ist meine Vermutung derzeit. Wenn jemand mehr weiß, gerne her mit zugänglichen Informationen.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 21. April 2017, 13:10:24
Zitat
Ich bin immer offen für Kritik. Aber dann muss schon gesagt werden wen genau man meint und was man ihm vorwirft.

Die letzten 7 Posts liefern Argumente genug.

Zitat
Mich verwundert einfach wo hier teilweise der starke Wiederstand und die Emotionen herkommen.
... wie gesagt... die letzten 7 Posts liefern Erklärung genug
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 21. April 2017, 14:10:02
Ist aber interessant zu sehen das viele hier Ihre Kritik äußern.  Naja ein Schaf läuft halt gern in der Herde statt den Wolf zu Hinterfragen...

Man kann es sich schönreden wie man will. Es ist keine echte Astronautin. Aber man muss ja froh sein was man hat und sich immer nach unten vergleichen statt nach oben. Typisch deutsches Ducken und klappe halten...

Jetzt nicht nur Raumfahrtexperte, sondern auch noch Soziologe, Politologe und Psychotherapeut? Anspruchsvolle Aneignungen, die Du Dir da gönnst.
Ich glaube, das Problem ist hier weniger das spezielle Projekt, sondern ein enormes Frustrationsniveau bei widersprechender Argumentation.

Fakten ändern sich nicht durch Fuß aufstampfen. Und Fakt ist: dieses Projekt schädigt Dich nicht. Es schädigt auch die Raumfahrt nicht.
Es spiegelt aber sehr wohl ein behebbares Defizit und wird, egal ob es obsiegt oder nicht, helfen Gedankengänge anzustoßen.

Genrell: ich bin über den Crowdfundingstand herzlich unglücklich. Ehrlich gesagt... für die dort aufzutreibende Summe fragt man in der Schweiz einmal geschickt bei Migros an.
Die zahlen diese Summe aus der Portokasse und erweitern ihr Generationenversprechen dann gerne um einen zukunftsträchtigen Werbeslogan, der dann wahrscheinlich irgendwann auf ihren Einkaufstüten auftaucht, mit Weltraum im Hintergrund. Ich verstehe die deutschen Unternehmen da nicht, das ist gute PR.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 21. April 2017, 15:31:04
Und Fakt ist: dieses Projekt schädigt Dich nicht. Es schädigt auch die Raumfahrt nicht.
Es spiegelt aber sehr wohl ein behebbares Defizit und wird, egal ob es obsiegt oder nicht, helfen Gedankengänge anzustoßen.
Doch, das Projekt schädigt uns alle, wenn dort Geld unsinnig ausgegeben wird was woanders für viel sinnvollere Aktivitäten fehlt.
Raumfahrt wird ja nicht mit dem enormen Aufwand betrieben um Gedankengänge anzustoßen. Dafür haben wir ausreichend philosophische Lehrstühle an deutschen und europäischen Universitäten. Die kosten bedeutend weniger.
Welches Defizit haben wir ?  Gibt es einen leeren Sitz in einem Flug zu ISS, weil kein Astronaut da ist ihn zu füllen ?  Nein, den gibt es nicht. Jetzt ist Soyuz mit nur zwei statt drei Astronauten geflogen, aber nicht weil kein dritter da war sondern weil für ihn das Geld fehlte. Dies beschafft aber HE Space auch nicht.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Doc Hoschi am 21. April 2017, 15:43:12
Doch, das Projekt schädigt uns alle, wenn dort Geld unsinnig ausgegeben wird was woanders für viel sinnvollere Aktivitäten fehlt.
???
Hier wird doch nicht aus einem Topf Geld abgezogen, welches anderen Raumfahrtprojekten dann nicht mehr zur Verfügung steht.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Schillrich am 21. April 2017, 16:14:18
Die Gefahr besteht (wurde zumindest schonmal andiskutiert), sobald das Ministerium meint einspringen zu müssen.

Aber unabhängig von der Quelle des Geldes stellt sich doch immer die Frage: Ist es sinnvoller in A oder in B oder in ... angelegt? Wenn man damit ein konkretes Entwicklungs- oder Forschungsziel verfolgt, kann man da noch gut über den Nutzen argumentieren. Wenn da aber nur "ich will ins Weltall" steht, ist das doch arg mau. Wenn jemand das Geld übrig hat, darf er da spenden. (Und auch bei einer Spende frage ich mich persönlich: ist das sinnvoll?) Aber auch das tut hier offenbar kaum jemand.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 21. April 2017, 16:20:11
@proton01

1. Wenn uns unsinnige Geldausgaben beschädigen würden... dann wären wir allesamt zerstört... aber nicht durch dieses Projekt...

2. Wer Raumfahrt, oder Wissenschaft generell, unabhängig von der Gesellschaft betrachtet, der entzieht ihr die Basis auf der sie ermöglicht wird.
Wir alle beklagen, und zu recht, dass Raumfahrt gesellschaftlich so wenig wahrgenommen wird. Jetzt wird dieses Projekt raumfahrttechnisch UND gesellschaftlich wahrgenommen.
Du kannst einen Kuchen nur einmal essen, entweder oder.

3. Gedankengänge und gesellschaftliche Entwicklungen anstoßen ist nicht auf Philosophen begrenzt. Man nennt es schlicht Fortschritt und es ist für alle. Und nötig. Wäre dem anders hätten wir erst gar keine Raumfahrt erreicht.

4. Jeder Euro, der von diesem Projekt ausgegeben wird, verhindert nirgendwo sonst etwas... kann sich aber rentieren. So wie jeder Dollar, der in die Mondlandung investiert wurde sich siebenfach ausgezahlt hat. Es spricht nichts dagegen ihn auszugeben.

5. Dass das Projekt unsinnig ist mag Deine Meinung sein und somit Dein gutes Recht. Es ist aber keine allgemeingültige Beurteilung und macht das Projekt damit nicht unsinnig.

@Schillrich
Und wenn es das tut? Welche Katastrophen könnten daraus erwachsen?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Schillrich am 21. April 2017, 16:25:59
@Schillrich
Und wenn es das tut? Welche Katastrophen könnten daraus erwachsen?

Hallo xwing,

leg mir da doch bitte keine Worte in den Mund. Das ist Framing, was du mit diesen Begriffen betreibst.

Wenn Fördergelder bisher für n Forschungsvorhaben ordentlich geplant sind, dann bauen Vieles darauf auf. Teams wurden zusammengestellt. Projekte wurden geplant. Ergebnisse werden erwartet. Wenn man diesen n Forschungsvorhaben jetzt das Geld kürzt/wegnimmt, ist das offensichtlich ein lokaler Schaden für die daran arbeitenden Menschen, und ein globaler Schaden im Förderprogramm, wenn da kein gleichartiger oder besserer Mehrnutzen gegenübersteht. In dem Ziel "eine deutsche Astronautin auf die ISS bringen" sehe ich keinen ausreichenden Mehrnutzen gegenüber konkreten Forschungsvorhaben.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Sensei am 21. April 2017, 16:39:45
In dem Ziel "eine deutsche Astronautin auf die ISS bringen" sehe ich keinen ausreichenden Mehrnutzen gegenüber konkreten Forschungsvorhaben.

Außer, dass die DLR, ESA und irgendwie auch die gesammte Menschheit einen Menschen mehr im Weltall macht und dieser Mensch zusätzliche Forschung betreiben kann die sonst nicht erbracht worden wäre (unter der Annahme dass einer der leeren russischen Plätze eingenommen wird UND das Geld von außerhalb der DLR Forschungsabteilung zusätzlich ins System kommt - entweder über ein anderes Ministerium oder über Private Mittel).

Wenn das so klappt sehe ich nur Vorteile in der Forschung UND in der Außenwahrnehmung.


Und davon ab finde ich schon das es ein paar Millionen wert ist Europa und Deutschland zu zeigen dass Raumfahrt nicht nur in alten, starren, staatlichen Systemen stattfinden kann sondern auch andere Modelle (ppp ect) möglich sind.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: bluemchen am 21. April 2017, 17:07:47
N´ja  @ Sensei, das ist schon eine süße Annahme mit "den leeren russischen Sojus-Plätzen", denn die sind ja nicht leer. Entweder kosten sie (berechtigter Weise) ihre ... zig Mio. $ oder werden mit Fracht bestückt, zum Einen. Zum Anderen werden diese, wenn es mal soweit ist, wieder regulär beflogen - wissen wir doch.
Deswegen frug ja auch der G. Kowalski die Initiatorin der Aktion ( http://www.gerhardkowalski.com/?p=13909 (http://www.gerhardkowalski.com/?p=13909) ) , mit wem man denn zu starten gedenke ....
- Wenn dann neben den Amerikanern auch noch die Chinesen in das Gedankenfeld gehoben werden , die per Augenblick vermutlich 1000 Kandidaten hätten  ::) , frage ich mich schon - oder lieber doch nicht, inwieweit  ...Space im Weltraumgeschäft involviert ist.
R.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 21. April 2017, 17:50:26
@proton01
1. Wenn uns unsinnige Geldausgaben beschädigen würden... dann wären wir allesamt zerstört... aber nicht durch dieses Projekt...
Das ist ein Totschlag-Argument, darauf einzugehen sprengt hier den Rahmen. Meine Äußerung dazu war beschränkt auf Geldausgeben im Rahmen von Weltraumprogrammen. Natürlich kann man damit auch Kindergärten betreiben, wäre ja auch mal ein Denkansatz (bitte ncht weiter vertiefen). Die Budgets für Raumfahrtprogramme sind begrenzt, also muss damit das Optimum erreicht werden.

2. Wer Raumfahrt, oder Wissenschaft generell, unabhängig von der Gesellschaft betrachtet, der entzieht ihr die Basis auf der sie ermöglicht wird.
Wir alle beklagen, und zu recht, dass Raumfahrt gesellschaftlich so wenig wahrgenommen wird. Jetzt wird dieses Projekt raumfahrttechnisch UND gesellschaftlich wahrgenommen.
Du kannst einen Kuchen nur einmal essen, entweder oder.
Diese Wahrnehmung muss aber positiv sein, um etwas für die Raumfahrt und ihre Akzeptanz zu bewirken. Diese Wahrnehmung sehe ich nicht so eindeutig.
Wenn du mit Kuchen das Geld meinst, dann unterstellst du, daß für HE Space das Budget aus dem gleichen Topf kommt wie für DLR, ESA, usw. Das soll aber bei deren Initiative gerade nicht der Fall sein, aber es funktioniert (noch) nicht.

3. Gedankengänge und gesellschaftliche Entwicklungen anstoßen ist nicht auf Philosophen begrenzt. Man nennt es schlicht Fortschritt und es ist für alle. Und nötig. Wäre dem anders hätten wir erst gar keine Raumfahrt erreicht.
Welcher Fortschritt wird denn mit dieser Initiative erreicht ? Daß Frauen auch ins Weltall fliegen können ? Ist doch bereits bewiesen, und der deutsche Organismus ist nicht so grundverschieden daß man es dafür auch noch nachweisen müsste. Gleichberechtigung ? Mindestens 99,99999% der Frauen in D dürfen nicht ins Weltall fliegen. Zum Ziel der Gleichberechtigung wäre ja ein weiter Weg zurück zu legen.

4. Jeder Euro, der von diesem Projekt ausgegeben wird, verhindert nirgendwo sonst etwas... kann sich aber rentieren. So wie jeder Dollar, der in die Mondlandung investiert wurde sich siebenfach ausgezahlt hat. Es spricht nichts dagegen ihn auszugeben.
Um dich sinngemäß zu zitieren:  Du kannst einen Euro nur einmal ausgegeben, entweder hier oder sonst.
Gib mal ein Beispiel für eine zu erwartende Rentabilität davon, daß eine nicht offiziell ausgebildete Frau privat zur ISS fliegt.

5. Dass das Projekt unsinnig ist mag Deine Meinung sein und somit Dein gutes Recht. Es ist aber keine allgemeingültige Beurteilung und macht das Projekt damit nicht unsinnig.
Stimmt genau, das ist meien Meinung, andere können da andere Meinungen vertreten, ich respektiere alle. Genauso ist aber auch die Meinung daß es sich rentieren wird (heute rentiert es sich höchstens für die PR von HE Space) usw. keine allgemeingültige Beurteilung.

Außer, dass die DLR, ESA und irgendwie auch die gesammte Menschheit einen Menschen mehr im Weltall macht und dieser Mensch zusätzliche Forschung betreiben kann die sonst nicht erbracht worden wäre (unter der Annahme dass einer der leeren russischen Plätze eingenommen wird UND das Geld von außerhalb der DLR Forschungsabteilung zusätzlich ins System kommt - entweder über ein anderes Ministerium oder über Private Mittel).
Wenn das so klappt sehe ich nur Vorteile in der Forschung UND in der Außenwahrnehmung.

Und davon ab finde ich schon das es ein paar Millionen wert ist Europa und Deutschland zu zeigen dass Raumfahrt nicht nur in alten, starren, staatlichen Systemen stattfinden kann sondern auch andere Modelle (ppp ect) möglich sind.
Wenn diese Forschung so wichtig wäre (welche überhaupt ?), dann würde sich dafür auch leicht die Finanzierung finden. Üblicherweise ist sowas aber so speziell, daß es eine spezielle Ausbildung erfordert. Kann HE Space das zusichern ? Auf welcher Basis wenn es die Anforderung dazu gar nicht gibt ?
Gerne kann HE Space zeigen daß dafür ppp (public private partnership) möglich ist. Dann aber bitte auch ohne jegliche Beteiligung des Ministeriums und des DLR, sprich keine Steuergelder dafür. Aber was wird denn damit gewonnen, was in den 'alten starren Systemen' nicht geht ? Und wem ist dies ein paar Millionen Euro (wir reden von 50 Mio) wert ? Der findet sich dummerweise gerade nicht, oder hat noch nichts von der Initiative gehört.

Eine Frage in die Runde:
Wir haben hier einige weibliche Mitleserinnen und -schreiberinnen. Hattet ihr euch mal überlegt euch zu bewerben ? Wenn ja wie ist es gelaufen ?

Zum Schluss, ich gönne es jeder Kampfpilotin, noch höher fliegen zu wollen. Und ich verstehe jede Astronautentochter, es ihrem Vater nachmachen zu wollen. Aber das ist deren Privatvergnügen, oder bekomme ich auch ein Ticket ? (oder werde ich als Mann benachteiligt ?)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 21. April 2017, 23:29:57
@Schillrich
Ich wollte Dir ganz sicher keine Worte in den Mund legen. Ich habe überspitzt gefragt, ob es so "katastrophal" wäre, wenn es Brücken zwischen staatlichen Organisationen und diesem Projekt geben würde.
Angenommen es ist erfolgreich... dann hast Du eine, nach staatlichen Maßstäben, "vorausgebildete" Raumfahrerin, die im Ausbildungsprogramm der ESA gut aufgehoben wäre.
Und wegen diesem Projekt werden ganz sicher keiner bestehenden Forschungsplanung Gelder entzogen... das ist ein ungestütztes Argument, eine Schwarzmalereiannahme gegen das Projekt, die rein spekulativ funktioniert.

@proton01
Deine Argumente sind seitenweise in diesem Thread besprochen und größtenteils widerlegt. Verzeih mir bitte, dass ich es anstrengend finde, wenn Du wieder Keulen wie "Männerdiskriminierung" auspackst, wo dieser Thread bereits detailiert nachvollzogen hat wie unsinnig die Gesellschaftsstrukturen in der Vergangenheit gegen Frauen gearbeitet haben und es anteilig noch tun.
Was ist denn das für eine Irrwegsargumentation zu sagen, dass das Projekt nichts bringt, weil 99,99999% der Frauen nicht fliegen dürfen???
Raumfahrer sind so selten - die 99,99999% gelten glatt auch für Männer... sollen wir niemanden mehr schicken?
Wir bilden hier argumentative Schlaufen... der Thread war schon weiter und fällt durch solche Argumente zurück.

Zum Schluß beantworte ich aber gerne Deine Frage. :)
Mein Beruf ist...hm, rar. Für einen Ausbildungsplatz bewerben sich etwa 1200 Menschen. Die Ausbildungsjahrgänge umfassen 7-10 Studierende. Ich kenne also harte Auswahlverfahren.
Mein Beruf ist aber auch so weit von Raumfahrt entfernt wie irgendetwas nur sein kann. Ich bin sicher eine der amüsantesten Bewerbungen verfassen zu können, die der ESA jemals zugegangen sind... aber beim schmunzeln würde es dann auch bleiben. ;)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 22. April 2017, 00:37:02
@proton01
Deine Argumente sind seitenweise in diesem Thread besprochen und größtenteils widerlegt. Verzeih mir bitte, dass ich es anstrengend finde, wenn Du wieder Keulen wie "Männerdiskriminierung" auspackst, wo dieser Thread bereits detailiert nachvollzogen hat wie unsinnig die Gesellschaftsstrukturen in der Vergangenheit gegen Frauen gearbeitet haben und es anteilig noch tun.
Was ist denn das für eine Irrwegsargumentation zu sagen, dass das Projekt nichts bringt, weil 99,99999% der Frauen nicht fliegen dürfen???
Raumfahrer sind so selten - die 99,99999% gelten glatt auch für Männer... sollen wir niemanden mehr schicken?
Wir bilden hier argumentative Schlaufen... der Thread war schon weiter und fällt durch solche Argumente zurück.
Natürlich ist es quasi schwachsinnig mit 99.9..% zu argumentieren. Aber du solltest mal genau lesen. Ich habe dies auf die Spekulation bezogen daß du mit dem Fortschritt eventuell Gleichberechtigung meinen könntest. Du darfst gerne ausführen welche Gedankengänge und gesellschaftliche Entwicklungen du meinst, bisher steht es nicht da. Wäre besser als mir unterstellen zu wollen ich würde eine argumentative Keule auspacken. Habe ich nicht. (So wie du dich von Schillrich falsch verstanden siehst hast Du auch mich falsch vestanden.)
Wie weit oder nicht der thread ist entscheidest ja nun nicht du, sondern diejenigen, die sich beteiligen. Die Schlaufen entstehen z.B. dadurch daß Pauschalbehauptungen aufgestellt werden die dann nicht detailiert sind, dann wird eben nachgehakt, bzw. Missverständnisse erzeugt.
Und Pauschalaussagen meine Argumentation sei größtenteils widerlegt bedürfen dann doch einer näheren Erläuterung. Da kann ich ja auch pauschal sagen daß du nicht verstehst wie das ganze läuft, und daher nicht recht hast.

Zum Schluß beantworte ich aber gerne Deine Frage. :)
Mein Beruf ist...hm, rar. Für einen Ausbildungsplatz bewerben sich etwa 1200 Menschen. Die Ausbildungsjahrgänge umfassen 7-10 Studierende. Ich kenne also harte Auswahlverfahren.
Mein Beruf ist aber auch so weit von Raumfahrt entfernt wie irgendetwas nur sein kann. Ich bin sicher eine der amüsantesten Bewerbungen verfassen zu können, die der ESA jemals zugegangen sind... aber beim schmunzeln würde es dann auch bleiben. ;)
Wie rar dein Beruf auch sein mag, von Raumfahrt ist er laut deinem Bekunden sehr weit weg. Respekt dass du dich gegen so viele Bewerber durchgesezt hast. Was macht dich dann aber so sicher daß du das alles verstehst wie derartige Verfahren, Förderungen und Projektfinanzierungen laufen ? Da gibt es hier Leute die weit näher an der Materie dran sind.

Egal wie, wir werden ja alle erleben wie weit eine der beiden Kandidatinnen zum Schluss vom Boden abhebt, und durch wessen Geld.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Schillrich am 22. April 2017, 08:21:08
@Schillrich
...
Und wegen diesem Projekt werden ganz sicher keiner bestehenden Forschungsplanung Gelder entzogen... das ist ein ungestütztes Argument, eine Schwarzmalereiannahme gegen das Projekt, die rein spekulativ funktioniert.


Hallo xwing,

ich kann jetzt nicht die Internas erläutern. Aber es ist nicht ungestützt.

Und nur mal so vom Grundsatz: Öffentliche Budgets sind begrenzt und verplant. Es gibt keine freien Mittel, die nur rumliegen. Wenn man von dort etwas nimmt, fehlt das natürlich automatisch an einer anderen Stelle ... auch ganz ohne Interna.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 22. April 2017, 09:20:49
Da kann ich Dir jetzt schwer erwidern... weil die Fakten nicht offen liegen. Ich weiß aber, dass bewilligte öffentliche Gelder nicht nachträglich verschoben oder umverteilt werden. Ein Forschungsprojekt bekommt keine, sagen wir, 500.000 € Finanzierung für zwei Jahre zugesagt und dann mitgeteilt: nö, im zweiten Jahr gibt's nur noch 250.000€. Dies könnte NACH zwei Jahren passieren, wenn der Budgetplan neu angesetzt wird. Der Einfluß, den Du beschreibst, könnte also nur für zukünftige Budgetplanungen gelten. Und die sind immer veränderlich.

@proton01
Viele jetzt neu angeführte Argumente, nicht nur von Dir, sind schon bei der ersten "Diskussionswelle" verhandelt worden (lies noch mal nach, da findest Du ganz viel). Sie erbrachten damals kleinste, winzige gemeinsame Nenner. Das meinte ich mit "der Thread war weiter). Jetzt kommen sie wieder als wäre sie neu... dadurch bilden sich diese Argumentationsschleifen.
Ich finde es okay, dass wir hier nicht alle einer Meinung sind (solange wir hier stilvoll nicht einer Meinung sind ;) )... ich verweise nur darauf, weil ich Sachen lese, bei denen ich mir schon mal die Finger wundgetippt habe... und es nicht nochmal tun will. Wäre ja auch langweilig und redundant. Deswegen der Verweis auf den bisherigen Verlauf.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Schillrich am 22. April 2017, 09:35:39
Größere Raumfahrtprojekte sind allgemein in Phasen organisiert und finanziert, eben da Finanzbedarf und Erfolg nicht genau absehbar sind. Man legt das nie schon am Anfang bis zum Ende konkret fest. Wenn man aber etwas beginnt, sollte es bis zum Beweis des erfolglosen Gegenteils finanzierbar sein (also in Aussicht gestellt). Man kann dann innerhalb einer Programmlinie zwischendrin zwischen Projekten/Vorhaben umplanen und Mittel umschichten. So wurden schon Vorhaben gestrichen, um andere zu retten.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 22. April 2017, 15:24:13
Zu Deiner Antwort ein paar Überlegungen:

Leider ist Deutschland und auch die ESA ziemlich gut darin Projekte anzustoßen, sie bis zu einer vielversprechenden Reife zu bringen - und dann einzustellen um andere oder neue voranzutreiben.
Diese unbefriedigende Situation besteht also bereits... auch schon ganz ohne dieses Projekt. Es wäre somit nichts was durch dieses Projekt entstünde.

Wie wir auch beim NASA-Budget immer merken - wir haben alle unsere Lieblingsprojekte und Raumfahrtprioritäten. Fließt mehr Geld dorthin sind viele nicht begeistert, fließt es drübenhin sind wieder andere nicht angetan.
Man müsste alles, was denkbar und möglich ist finanzieren um alle in Glückszustände zu versetzen... aber das passiert eben nie und bei keinem Raumfahrtbudget.

Wenn ich Deine Befürchtungen mal als Fakt behandle... dann muss ich sagen mich würde eine Förderung durch staatliche Gelder nicht unbedingt bis auf die Knochen schockieren. ;)
Es käme auf die Art der Umverteilung an... und vielleicht würde sie mich gar nicht stören. Mir ist klar, so einige hier wären alles andere als begeistert... aber ohne das Projekt zu kennen von dem Gelder abfließen würden kann ich gar nicht beurteilen, ob ich es überhaupt kritisierungswürdig fände.
Zudem... bei Staatsfinanzierung tauchen auch ab und an auf magische Weise Sondertöpfe auf... die vorher noch in überhaupt keiner Planung einbezogen waren und dann aufgemacht werden... oft aus politischen Gründen oder Notwendigkeit.
Ich habe das schon bei Institutionen meines Berufes erlebt... Schließungsabwendung durch Millionenzuwendungen. Und die wurden nicht irgendwo abgezogen. Die wurden zusätzlich bereitgestellt.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Presto am 22. April 2017, 16:29:34
Ich sehe das Projekt "Die Astronautin" nach wie vor sehr positiv. Die Gegenargumente überzeugen mich in keiner Weise. Dass es sich nicht um ein Projekt der öffentlichen Hand, sondern um eine private Initiative handelt, finde ich besonders begrüßenswert. Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass sich auch in Europa ein Teil der Raumfahrtaktivitäten schrittweise mehr und mehr in den privaten Sektor verlagern wird. Auch ist überhaupt nichts daran auszusetzen, wenn eine Raumfahrtinitiative von einem Unternehmen außerhalb der Luft- und Raumfahrtindustrie ausgeht.

Und weshalb soll es eine deutsche Astronautin sein und nicht z. B. eine Französin, Britin oder Italienerin? Warum ist es überhaupt wichtig, dass auch einmal eine Frau aus Deutschland ins All fliegt, wo doch weltweit schon 60 Frauen im Weltraum waren? Die Antwort liegt für mich auf der Hand:

Bekanntlich gibt es in Deutschland zwar unzählige Lehrerinnen, Erzieherinnen, Dolmetscherinnen, Fachanwältinnen für Familienrecht usw., aber viel zu wenige Frauen, die in naturwissenschaftlichen oder technischen Berufen tätig sind, und viel zu wenige junge Mädchen, die sich für Naturwissenschaft und Technik interessieren. Eines der Hauptziele des Projekts "Die Astronautin" ist es daher, für junge Mädchen und Frauen in Deutschland ein Vorbild zu schaffen, um sie für naturwissenschaftlich-technische Berufe zu begeistern.

Damit dieses Vorbild seine Funktion erfüllen kann, muss es aber auch wahrgenommen werden. Wenn eine französische, britische oder italienische Astronautin zur ISS fliegt, wird hierüber erfahrungsgemäß in den deutschen Medien nur ein- oder zweimal kurz berichtet. Fliegt dagegen die erste deutsche Astronautin ins All, ist damit zu rechnen, dass hierüber in den Medien in einer Vielzahl von Beiträgen und Interviews berichtet wird. In diesem Zusammenhang erinnere ich an den Hype, den der deutsche Astronaut Alexander Gerst seinerzeit ausgelöst hat.

Ich bin davon überzeugt, dass der erste Flug einer deutschen Astronautin ein geeignetes Mittel ist, um speziell in unserem Land junge Mädchen und Frauen für Naturwissenschaft und Technik im Allgemeinen und für Astronomie und Raumfahrt im Besonderen zu begeistern.

Daher erlaube ich mir, nochmals auf die laufende Crowdfunding-Kampagne verlinken:

https://www.startnext.com/dieastronautin (https://www.startnext.com/dieastronautin)

Mit dem Geld sollen die ersten Abschnitte der Astronautinnen-Ausbildung finanziert werden. Die Crowdfunding-Kampagne läuft noch bis zum Monatsende. Ich fände es sehr schade, wenn die Fundingschwelle von € 50.000.- nicht erreicht würde und dies zum Scheitern dieser privaten Initiative, die auch im öffentlichen Interesse liegt, führen würde.

Auch wenn es nur ein winziger erster Schritt ist: Wenn die laufende Crowdfunding-Kampagne Erfolg hat, wird das Projekt "Die Astronautin" nach meiner Überzeugung eine Eigendynamik entwickeln, die dazu führen wird, dass auch das Gesamtprojekt gute Erfolgsaussichten hat.

Auch eine Reise von 1000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt. (Lao-Tse)

Anmerkung: Ich bin Amateurastronom und allgemein an der Raumfahrt interessiert. Ich habe keinerlei Verbindung zu den Initiatoren der Initiative "Die Astronautin" und keinerlei kommerzielle Interessen im Zusammenhang mit diesem Projekt, bin aber davon überzeugt, dass das Projekt unsere Unterstützung verdient.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Gertrud am 22. April 2017, 16:31:47
Hallo Zusammen,

ihr schreibt etwas zu schnell für mich. ;) ;D
(..........)
 Da wäre es ja interessant zu wissen wieviele der "Die Astronautin"-Kandidaten sich schon an der ESA-Auswahl beteiligt haben, und wie weit sie dabei gekommen sind. Wenn ihr Wunsch so groß ist Astronautin zu werden haben es sicher einige versucht. Von zumindest einer weiß ich es (keine der Finalistinnen).
Die ESA hat die besten aus allen Kandidaten ausgewählt, für Deutschland war das Alexander Gerst, und zwar unabhängig davon ob er Mann oder Frau ist. Mit der gleichen Qualifikation wäre er nach den Regeln genauso auch als Frau (Alexandra G.  :) ) ausgewählt worden. Und für den Zweck, für den die ESA-Astronaut(inn)en augewählt wurden war eine lange und intensive Ausbildung nötig. Mit einer Minimum-Ausbildung kann man dann wohl den Raumflug sicher durchleben, aber nicht soweit wissenschaftlich und ingenieursmäßig nützlich sein wie die voll ausgebildeten ESA-Astronauten.

Kann jemand diese Frage von @proton01 beantworten.?

Hat bei der Auswahl der ESA eine von den letzten sechs Frauen teilgenommen.?
Ok, den Grund des Scheiterns wird kaum öffentlich bekannt werden/sein.
Lag es wirklich an der fehlenden fachlichen Eignung ? und warum würde es dann für diese "Mission" reichen.?

Mit interessierten Grüßen
Gertrud
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Sensei am 22. April 2017, 17:29:44
Es ist ja nicht so dass alle Teilnehmer an dem ESA-Auswahlverfahren, bis auf die Finalisten, komplett ungeeignet wären. Ich geh eher davon aus dass fast alle in den späteren Auswahlphasen gute ESA Astronauten geworden wären.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Rücksturz am 23. April 2017, 22:09:58
Hallo Zusammen,

es kam zwischenzeitlich die Frage auf warum sich Frau Zypries (Bundeswirtschaftsministerin) und Herr von Thadden (Geschäftsführer Airbus Defence & Space) für "Die Astronautin" zur Verfügung gestellt haben, obwohl es sich um eine private Initiative von HE Space handelt.
Hier halte ich die Aussage von Frau Zypries für zutreffend und ausschlaggebend: "Sie sind gute Vorbilder, um auch andere junge Frauen für technisch-naturwissenschaftliche Berufe zu begeistern. Unsere Wirtschaft braucht mehr hochqualifizierte Fachkräfte insbesondere in der Hochtechnologiebranche der Luft- und Raumfahrt, die so wichtig für den Standort Deutschland ist."
Spaßeshalber habe ich mal auf der Website von Airbus D&S geguckt, allein der Standort Friedrichshafen hat bei rund 900 Beschäftigten derzeit mehr als 30 offene Stellen ausgeschrieben.
Das dürfte sehr schwer werden diese in absehbarer Zeit mit guten Leuten zu besetzen.
Das dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit der Antrieb von Herrn von Thadden sein. Er und seine Kollegen (gibt es in der Führungsebene von Airbus D&S auch Frauen?) haben erkannt, dass ihnen der Rohstoff Geist bzw. die Fachkräfte ausgehen.
Eine "Ressource" die man noch "ausbeuten" kann sind Frauen und Mädchen, die immer noch viel zu wenig in MINT-Fächern aktiv werden.

Bezeichnenderweise ist in Deutschland die Raumfahrtpolitik im Wirtschaftsministerium "aufgehängt" und nicht im Forschungsministerium.
Auch wenn die meisten Vorposter sich um Forschungsprogramme sorgen, denen evtl. Geld abgezogen werden könnte, geht es hier um knallharte Wirtschaftspolitik.
Insoweit halte ich es für durchaus angemessen, dass sich DLR und Wirtschaftsministerium engagieren.
Leider bisher offensichtlich ohne finanzielle Mittel, die aber dringend notwendig wären.

Kleiner OT-Ausflug:
Zitat von proton1:
Zitat
Gerne kann HE Space zeigen daß dafür ppp (public private partnership) möglich ist. Dann aber bitte auch ohne jegliche Beteiligung des Ministeriums und des DLR, sprich keine Steuergelder dafür. Aber was wird denn damit gewonnen, was in den 'alten starren Systemen' nicht geht ? Und wem ist dies ein paar Millionen Euro (wir reden von 50 Mio) wert ? Der findet sich dummerweise gerade nicht, oder hat noch nichts von der Initiative gehört.
Public-private-partnership (PPP) zeichnet sich üblicherweise dadurch aus, dass die öffentliche Hand eine Aufgabe die sie sonst selbst erbringen müsste an eine private Firma übergibt und langfristig mit öffentlichen Geldern dafür bezahlt.
Oder anders gesagt, wenn keine Steuergelder, Abgaben (oder anderes Geld der Steuerzahler) fließt, ist es auch kein ppp sondern "nur" privat.
/OT-Ende

Insoweit könnten HE Space und DLR oder Bundeswirtschaftsministerium durchaus ein gemeinsames ppp-Projekt starten.
HE bildet zwei Astronautinnen aus und lässt eine (von wem auch immer) ins All schießen und die öffentliche Hand übernimmt zumindest einen Teil der Kosten.

Nach meiner Meinung ist das auch der einzige realistische Weg, außer es tut sich noch ein GROSS-Sponsor auf, der bereit ist mehrere 10 Mio. € dazuzugeben.
Die Crowdfunding-Aktion halte ich dagegen für verfehlt.
Crowdfunding wurde eigentlich dafür erfunden, um alternative Finanzierungsmöglichkeiten für Startups und neue Ideen zu finden.
Auch wenn es meist hochspekulative Aktionen sind, besteht meist doch die kleine Chance dass ein Crowdfunding-Projekt auch ein wirtschaftlicher Erfolg wird, der dann auch den Geldgebern zu gute kommt.
In diesem Fall ist es aber keine Investition sondern eine Spende, insoweit auch ein Etikettenschwindel.
Blöderweise ist HE Space aber eine private Firma mit Gewinnerzielungsabsicht und keine gemeinnützige Aktion!
Neben dem bereits eingesammelten Geld hat HE sicherlich auch im Sinne der Aufmerksamkeitsökonomie einen großen Erfolg erzielt.
Mir persönlich waren HE Space und Frau Kessler vor dieser Aktion nicht bekannt, jetzt schon.

Die beiden ausgewählten Kandidatinnen sind sicherlich sehr gut qualifiziert, um das ganze Ausbildungsprogramm zu durchlaufen und dann auch "richtige" Forschung auf der ISS zu machen.
Ich fürchte nur, wenn jetzt kein Wunder geschieht, dann geht es nicht aus wie das Hornberger Schießen sondern eher wie Mars One...  :o

Mit traurigen Grüßen
Rücksturz

Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: ZeT am 23. April 2017, 22:32:50
Ich seh da aktuell genau 0,0% Chance das die Finanzierung klappt. Die haben eine Woche vor Ende der CF Kampagne weniger als 40000€ gesammelt. Hätte ein Sponsor wirklich Interesse an diesem Projekt, dann zahlt der das doch aus der Portokasse.

PS: das es kein öffentliches Interesse gibt beweist auch der Blick auf den Youtube Kanal von "die Astronautin". 33 Abonnenten... alleine der erste Trailer is so inhaltslos... ja man kann im Netz mit Absicht sehr gut etwas an die Wand fahren. Man merkt halt sofort wohin die Reise geht - es geht nicht um Wissenschaft und Forschung, sondern einzig und allein darum, eine deutsche Frau ins All zu bringen.

Da stellen sich die Menschen nicht umsonst die Frage, "wo" bei so einer Investition eigentlich der Mehrwert liegt. Bei so einer Werbung wird auch die Aussage "wir wollen junge Frauen dazu bewegen..." infrage gestellt. Diese Trailer wollen garantiert nicht junge Frauen ansprechen sondern nur Leute mit Geld die in das Projekt investieren.

Ganz blöd gesagt, würden die wirklich junge Menschen ansprechen wollen, dann hätten die sich Youtube "Stars" ala LeFloid mit ins Boot geholt. Damit erreicht man die junge Generation.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 23. April 2017, 23:10:53
Kleiner OT-Ausflug:
Zitat von proton1:
Zitat
Gerne kann HE Space zeigen daß dafür ppp (public private partnership) möglich ist. Dann aber bitte auch ohne jegliche Beteiligung des Ministeriums und des DLR, sprich keine Steuergelder dafür. Aber was wird denn damit gewonnen, was in den 'alten starren Systemen' nicht geht ? Und wem ist dies ein paar Millionen Euro (wir reden von 50 Mio) wert ? Der findet sich dummerweise gerade nicht, oder hat noch nichts von der Initiative gehört.
Public-private-partnership (PPP) zeichnet sich üblicherweise dadurch aus, dass die öffentliche Hand eine Aufgabe die sie sonst selbst erbringen müsste an eine private Firma übergibt und langfristig mit öffentlichen Geldern dafür bezahlt. Oder anders gesagt, wenn keine Steuergelder, Abgaben (oder anderes Geld der Steuerzahler) fließt, ist es auch kein ppp sondern "nur" privat.
/OT-Ende

Insoweit könnten HE Space und DLR oder Bundeswirtschaftsministerium durchaus ein gemeinsames ppp-Projekt starten.
HE bildet zwei Astronautinnen aus und lässt eine (von wem auch immer) ins All schießen und die öffentliche Hand übernimmt zumindest einen Teil der Kosten.
Danke für die Klarstellung zu ppp. Ich hatte mit meiner Bemerkung auf sensei geantwortet, der ppp als mögliche Alternative Finanzierung angemerkt hatte. Momentan verstehe ich die Initiative von HE Space dergestalt daß sie es ohne staatliche Gerlder schaffen wollen. Zitat von der crowdfunding website: "Lasst uns gemeinsam Geschichte schreiben und die erste privat finanzierte deutsche Raumfahrtmission verwirklichen."
Daher sehe ich auch nicht warum sich das Ministerium beteiligen soll (direkt oder via DLR ist dabei egal)

Das programmatische Problem wäre ja auch daß man dann eine deutsche Raumfahrmission außerhalb der ESA-Beteiligung an der ISS durchführen müsste, ansonsten hätten ja ESA-Astronauten den Vorrang. Das wird dann leicht ein Konkurrenzprojekt.

Ich seh da aktuell genau 0,0% Chance das die Finanzierung klappt. Die haben eine Woche vor Ende der CF Kampagne weniger als 40000€ gesammelt. Hätte ein Sponsor wirklich Interesse an diesem Projekt, dann zahlt der das doch aus der Portokasse.
Sehe ich auch so.
Derzeit hat HE Space 70% der Fundingschwelle und 28% des Fundingziels erreicht. Und dafür gibt es nur die allererste Basisausbildung.
Daß HE Space mit der Aktion mehr Geschäft generiert ist mir auch nicht klar. In der Raumfahrtindustrie sind sie bekannt als Zeitarbeitskräfte-Dienstleister. Bei schwindenden Budgets sinkt auch der Bedarf an solche Zeitarbeitern, punktuell kann es den natürlich immer geben. Neue Geschäfte außerhalb der Raumfahrt ist doch nicht deren primäres Intereresse. Also was soll das ganze ?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tobi am 23. April 2017, 23:20:53
Das mit dem Sponsoring hat doch schon bei MarsOne nicht wirklich geklappt, obwohl bei MarsOne immerhin eine Studie finanziert werden konnte. Aber MarsOne hat ja auch weltweit Geld eingesammelt und die Astronautin muss ja eine Deutsche sein, da gibt es weniger mögliche Spender. National geht halt weniger als auf europäischer oder weltweiter Ebene.

Im Übrigen ist mir als überzeugtem Europäer das mit der "deutschen" Astronautin ohnehin befremdlich. Samantha Cristoforetti spricht ja auch Deutsch. ;)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 23. April 2017, 23:56:50
Im Übrigen ist mir als überzeugtem Europäer das mit der "deutschen" Astronautin ohnehin befremdlich. Samantha Cristoforetti spricht ja auch Deutsch. ;)
S. Christoforetti hat u.a. in München an der TU studiert. Daher kann sie so gut deutsch. Außerdem französisch und russisch (und natürlich italienisch)
https://de.wikipedia.org/wiki/Samantha_Cristoforetti (https://de.wikipedia.org/wiki/Samantha_Cristoforetti)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 24. April 2017, 08:31:31
Zitat
Jetzt nicht nur Raumfahrtexperte, sondern auch noch Soziologe, Politologe und Psychotherapeut?

EXAKT! Endlich mal etwas richtig erkannt!

Ich sehe eher die Frustration anderer die wie vernarrt himmelhochjauchzend dieses "Vorhaben" so positiv loben und dabei die Hintergründe garicht verstehen. Aber ich biete gerne Beratungsstunden ;D, obwohl gegen Beratungsresistenz hilf nicht viel  :-\
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Schillrich am 24. April 2017, 08:42:34
Hört bitte auf euch gegenseitig persönliche Spitzen zuzuspielen, mit der Intention "des letzten Wortes". Die wenigsten von uns kennen sich persönlich ... also die Person am anderen Ende. Man kann das Thema selbst auch diskutieren, ohne zu piesacken.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Rücksturz am 24. April 2017, 10:45:43
Im Übrigen ist mir als überzeugtem Europäer das mit der "deutschen" Astronautin ohnehin befremdlich. Samantha Cristoforetti spricht ja auch Deutsch. ;)
S. Christoforetti hat u.a. in München an der TU studiert. Daher kann sie so gut deutsch. Außerdem französisch und russisch (und natürlich italienisch)
https://de.wikipedia.org/wiki/Samantha_Cristoforetti (https://de.wikipedia.org/wiki/Samantha_Cristoforetti)

Und Englisch nicht vergessen...  ;)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 25. April 2017, 00:01:10
Irgendwo in diesem Thread wird ja mein Blogbeitrag zitiert, in dem ich unter anderem die Forschungsambitionen aufs Korn nahm. (Stichwort "Weiblicher Zyklus") Ich finde den Beitrag gerade leider nicht wieder, wollte mich aber doch mal zu Wort melden, denn ich verfolge seit dem 1. März diese ganze seltsame Chose recht aufmerksam.

Die Crowdfunding-Aktion hat mich ziemlich misstrauisch gemacht, was die Finanzen von HE Space angeht. Wie kann es sein, dass bei einem solchen Millionenprojekt diese paar Tausend Euro entscheidend sein sollen? Ich fragte einen der Organisatoren, der mir zweimal mitteilte "The crowdfunding is mostly aimed at public engagement." - Heißt also, sie leiern den Leuten Geld aus den Rippen, obwohl sie es gar nicht brauchen? Beide Tweets wurden übrigens fix wieder gelöscht (ja, ich habe Screenshots...) und nach dem zweiten Mal wurde ich per Direktnachricht angepflaumt, meine Fragen würden ihn, den Organisator, sich schlecht fühlen lassen, was dieses Projekt angeht.) Auf Facebook stellte ich dieselben Fragen, aber man weigerte sich, sie mir öffentlich zu beantworte. Bitte nur per Mail, damit man "in Ruhe" antworten könne. Soso...

(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up061688.jpg)

Nun gut. Es gibt ja noch andere Informationsquellen.

Beim Bundesanzeiger und bei Creditreform wurde ich fündig: Die Eigenkapitaldecke von HE Space liegt im letzten Bericht bei 9% (empfohlen sind ca. 30), seit Jahren steigt die Verschuldungsrate, Bilanzbonitäts-Rating im tiiiiefroten Bereich. Zumindest diese Firma kraucht anscheinend am Limit. Die zahlen gar nichts aus der Portokasse, das steht mal fest, und denen leiht wahrscheinlich derzeit auch keine Bank mehr was.

Allerdings hat HE Space mehrfach versteckt darauf hingewiesen, dass die beiden Astronautinnen später in ihrem Auftrag - also als Leiharbeiter bei HE Space - an Kunden verliehen werden sollen. (Quelle: http://www.zeit.de/wissen/2017-03/die-astronautin-deutschland-iss-raumfahrt/komplettansicht (http://www.zeit.de/wissen/2017-03/die-astronautin-deutschland-iss-raumfahrt/komplettansicht) , „... nicht als Angestellte einer staatlichen Einrichtung wie der NASA oder ESA, sondern im Auftrag von HE Space, die die Astronautenzeit dann an potenzielle Nutzer verkaufen kann“) Da ist also handfestes geschäftliches Interesse vorhanden. Nur: Man stelle sich vor, Randstad, Serco oder Manpower würden bei der Bevölkerung klinken putzen und um Geld betteln, um einen Buchhalter auszubilden, der dann lukrativ an andere Unternehmen vermietet wird. Würde da jemand Geld geben? Eher nicht. ^^

Was haben sie also gemacht? Eine neue GmbH und eine Stiftungs-GmbH gegründet, die seit einigen Tagen offiziell verantwortlich für das Projekt sind - aber ebenfalls völlig leere Kassen haben. Wie kommt man nun am besten an Eigenkapital, und zwar bitte ohne irgendwem ein Mitspracherecht einräumen zu müssen? Richtig: Man geriert sich nicht als Geschäftsmann, sondern als als Wohltäter ("Wir geben den Frauen eine Chance!") und lässt sich die Kohle schenken. Ohne Umsatz- oder Gewinnbeteiligung, ohne dass einem später ein neuer Teilhaber mit reinreden kann. Ein Crowdfunding muss her! Insofern ein schlauer Schachzug. Dumm nur, dass das Interesse der Öffentlichkeit nicht einmal für die 50.000€-Peanuts ausreicht. Nach meiner aktuellen Hochrechnung werden sie bei max. 45.000 landen, und dann ist Feierabend.

Allerdings ist es bei dieser Crowdfundingplattform "Startnext" so: Wird der Schwellenwert nicht erreicht, gehen alle Spenden zurück an die Spender bzw. werden gar nicht erst eingezogen. Die Organisatoren bekommen dann gar nichts. Nicht mal die Euronen, die bis dahin eingegangen sind. Interessant wird also der letzte oder vorletzte Tag des Crowdfundings: Geht dann in allerletzter Sekunden noch eine großzügige - natürlich anonyme - Spende in Höhe des Restbetrags ein? Ich bin gespannt.

Nun haben sie ja immer wieder Andeutungen fallen lassen, dass sie das DLR und den Bund germe mit im Boot hätten. Daraus entstehen dann willkommene Missverständnisse wie das folgende: https://twitter.com/AuerSusan/status/855030354280935424 (https://twitter.com/AuerSusan/status/855030354280935424) Prompt steht das DLR als angeblicher Geldgeber da & die Aktion scheint zur Staatsangelegenheit geadelt. Was sie definitiv nicht ist. Endeffekt: Die Initiative segelt ungefragt im Windschatten des DLR, während dieses sich erklären muss, wieso es den Kram angeblich unterstützt.

Ja, das Ganze ist durchaus legal. Aber es ist unsauber, lebt von Halbwahrheiten und ist nicht wirklich ehrlich im Sinne von transparent. Weil sonst nämlich offensichtlich würde, was ich weiter oben schon beschrieb: Eine Leiharbeitsfirma will unter dem Deckmäntelchen des feministischen Patriotismus (oder des patriotischen Feminismus?) die Öffentlichkeit heranziehen, um die Ausbildung für zwei ihrer zukünftigen Angestellten zu finanzieren.

Das DLR war auf Twitter und Facebook in die Diskussionen um die geschönte Außenwahrnehmung übrigens mit einbezogen. Mittendrin erhielt ich von den Herrschaften eine Direktnachricht: "Hallo Ute, „Die Astronautin“ ist und bleibt eine private Initiative von HE Space."

Interpretiere ich mal als "Von uns sehen die im weiteren Verlauf keinen Cent."

Von mir übrigens auch nicht.

Schönen Abend noch allerseits.

Ute
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tobi am 25. April 2017, 00:09:59
@Ute: Gute Recherche! :)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 25. April 2017, 01:14:14
Beim Bundesanzeiger und bei Creditreform wurde ich fündig: Die Eigenkapitaldecke von HE Space liegt im letzten Bericht bei 9% (empfohlen sind ca. 30), seit Jahren steigt die Verschuldungsrate, Bilanzbonitäts-Rating im tiiiiefroten Bereich. Zumindest diese Firma kraucht anscheinend am Limit. Die zahlen gar nichts aus der Portokasse, das steht mal fest, und denen leiht wahrscheinlich derzeit auch keine Bank mehr was.
...

Ja, das Ganze ist durchaus legal. Aber es ist unsauber, lebt von Halbwahrheiten und ist nicht wirklich ehrlich im Sinne von transparent. Weil sonst nämlich offensichtlich würde, was ich weiter oben schon beschrieb: Eine Leiharbeitsfirma will unter dem Deckmäntelchen des feministischen Patriotismus (oder des patriotischen Feminismus?) die Öffentlichkeit heranziehen, um die Ausbildung für zwei ihrer zukünftigen Angestellten zu finanzieren.

Schönen Abend noch allerseits.

Ute
Vielen Dank für diese Recherche. Ich habe mir sowas gedacht. Viele heiße Luft aber nix dahinter.

Schade nur für die Kandidatinnen, denen Hoffnungen gemacht werden die HE Space wohl nie erfüllen werden kann. Und DLR, Airbus, ESA und Ministerium müssen sich dann nachher auch noch rechtfertigen warum sie das ganze zwar verbal unterstützt haben aber dannnicht die Finanzoierung stemmen. Obwohl es doch offensichtlich ist. Es git ein ESA-Astronaut(in)en Korps. Das wird finanziert, nicht noch ein zweiter Ast nebenher.
@Ute:  kannst da sagen wer vom DLR geantwortet hat, und ob von HE Space Fr. Kessler selber geantwortet hat ?

Allerdings ist es bei dieser Crowdfundingplattform "Startnext" so: Wird der Schwellenwert nicht erreicht, gehen alle Spenden zurück an die Spender bzw. werden gar nicht erst eingezogen. Die Organisatoren bekommen dann gar nichts. Nicht mal die Euronen, die bis dahin eingegangen sind. Interessant wird also der letzte oder vorletzte Tag des Crowdfundings: Geht dann in allerletzter Sekunden noch eine großzügige - natürlich anonyme - Spende in Höhe des Restbetrags ein? Ich bin gespannt.
Kann man den bisherigen Spendern empfehlen ihre Spende vor dem Stichtag zurück zu ziehen ? Geht das ?  So könnte ja HE Space (eventuell via Strohfrauen)  die fehlenden zig Tausend Euro dazu 'spenden' um an alle Gelder zu kommen, die dann sinnlos ausgegeben werden, da nichts dahinter folgt.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 25. April 2017, 08:01:59
@Ute:  kannst da sagen wer vom DLR geantwortet hat, und ob von HE Space Fr. Kessler selber geantwortet hat ?

Das weiß ich leider nicht. Man kann es aber sicher in Erfahrung bringen. Bei "Die Astronautin" auf Facebook wird es wahrscheinlich einer der auf der Webseite genannten Partner sein, die ja viel für die Öffentlichkeitsarbeit eingespannt wurden, soviel ich von dem genannten Organisator erfuhr. (Er selbst betreut zum Beispiel zumindest zeitweilig den Twitteraccount.)

Überhaupt, die Öffentlichkeitsarbeit... Wenn man noch einen Beweis benötigt, dass denen nur ihr eigenes Business am Herzen liegt und "Frauen in STEM" sonstwo vorbei geht, muss man sich nur ihre Kommunikation in den Sozialen Medien angucken. Sie gehen keine Dialoge ein, sondern blasen nur alle paar Stunden einen Link zu ihrem Crowdfunding oder Links zum neuesten Zeitungsartikel über ihre eigene Initiative in den Äther - und das war's. Fast komplett selbstreferenziell.
Wer die ernsthaft für einen großzügigen Frauenförderverein hält, dem Gleichberechtigung der Frauen in den Wissenschaften am Herzen liegt, der hat nicht richtig hingeguckt. Mit welchem Anrecht sie nun auf Steuergelder von Bund, ESA oder DLR für ihre Leiharbeiter hoffen, erschließt sich mir wirklich nicht. Zumal gerade mal zwei weibliche Individuen betroffen wären, nicht Frauen allgemein. Der ganze Wirbel ist ja nicht Ziel, sondern Nebeneffekt für HE Space - und obendrein eine kurzfristige Sache. Dafür gibt sich kein Förderprogramm her, das können sie vergessen.

Die genannten Businesspartner geben mir übrigens auch ein Rätsel auf. Mitte März war habe ich mir mal deren Webseiten angesehen und weitere Infos gesucht. Drei von ihnen erwähn(t?)en das Projekt gar nicht erst, oder ihre Webseite war permanent down. Oder sie haben gar nicht erst eine und tauchen auch in den großen Unternehmensdatenbanken nur mit minimalen Infos als GbR auf. Bei einer Firma leitete der einzige Link der ganze Webpräsenz weiter auf eine Facebookseite, wo sich plötzlich der Firmenname änderte und aus einem Fitness- ein Kochstudio geworden war - oder wie auch immer. Es war nicht ganz nachzuvollziehen. Jedenfalls wunderte mich da dann auch nicht mehr, dass diese fünf oder sechs Partner zusammen die 50.000 wohl auch nicht stemmen konnten oder wollten.

Kann man den bisherigen Spendern empfehlen ihre Spende vor dem Stichtag zurück zu ziehen ? Geht das ?  So könnte ja HE Space (eventuell via Strohfrauen)  die fehlenden zig Tausend Euro dazu 'spenden' um an alle Gelder zu kommen, die dann sinnlos ausgegeben werden, da nichts dahinter folgt.

Rein technisch betrachtet können die Spender ihre Spenden zurückziehen. Laut FAQ ist in der Bestätigungsmail nach der Spende ein Link, den sie dafür verwenden können. Einige haben das auch schon getan. Mir fiel das auf, weil ich über das Crowdfunding eine grobe tägliche Statistik führe. Da waren an zwei oder drei Tagen plötzlich kurzzeitig die Spenderzahlen gesunken und der Gesamtbetrag auch. Bei einem flüchtigen Blick fällt das natürlich nicht auf, weil danach ja wieder jemand spendet und die Zahl somit absolut betrachtet am Ende des Tages wieder gestiegen ist.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 25. April 2017, 08:13:18
So könnte ja HE Space (eventuell via Strohfrauen)  die fehlenden zig Tausend Euro dazu 'spenden' um an alle Gelder zu kommen, die dann sinnlos ausgegeben werden, da nichts dahinter folgt.

Genau damit rechne ich aktuell. Sie würden das Geld ja praktischerweise anschließend direkt wiederbekommen.
Auch hier wären sie natürlich im Bereich der Legalität. Ob sowas ehrlich und vertrauenerweckend wäre, ist die andere Frage. Aber noch bleibt natürlich erstmal abzuwarten, ob das überhaupt passiert.

Ich habe auch Grund zu der Annahme, dass sie bereits vor ca. 2 Wochen die ganzen ehemaligen Kandidaten bzw. deren Familien zum Spenden angehalten haben. In der Liste der Spender fanden sich nämlich plötzlich einige der Kandidatennamen und auch ein Herr Thiele. (Allerdings nicht der Astronaut.)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 25. April 2017, 09:17:13
Eine Leiharbeitsfirma will unter dem Deckmäntelchen des feministischen Patriotismus (oder des patriotischen Feminismus?) die Öffentlichkeit heranziehen, um die Ausbildung für zwei ihrer zukünftigen Angestellten zu finanzieren.
Liebe Ute, wen meinst Du mit "Leiharbeitsfirma"?

Desweiteren... was findest Du verwunderlich daran, wenn Kandidaten und/oder ihre Familien ein Projekt unterstützen, an das sie glauben - sonst hätten sie sich ja schließlich nicht dafür beworben?
Ich spende beispielsweise auch immer wieder an einen Verein, in dem ich Mitglied bin... das reflektiert meine Überzeugung, dass dessen Arbeit sinnvoll ist und wenn er Geld für Sonderaufgaben braucht, dan tue ich's eben, damit er seine Arbeit machen kann.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 25. April 2017, 09:27:41
Liebe Ute, wen meinst Du mit "Leiharbeitsfirma"?
HE Space. Genau das sind sie ja. Sie firmieren unter "Personalüberlassung" und machen da auch keinen Hehl draus. HE Space ist faktisch ein auf Raumfahrtbelange spezialisiertes Randstad-Äquivalent.

Desweiteren... was findest Du verwunderlich daran, wenn Kandidaten und/oder ihre Familien ein Projekt unterstützen, an das sie glauben - sonst hätten sie sich ja schließlich nicht dafür beworben?

Gegenfrage: Wo steht, dass ich das verwunderlich finde?

Ich habe lediglich die Beobachtung geschildert, dass die Namen ehemaliger Kandidaten und die Familiennamen aktueller Kandidaten urplötzlich und gehäuft in der Spenderliste standen. Was den Schluss nahelegt, dass HE Space bzw. "Die Astronautin" ganz gezielt bei ihnen auch nochmal gebettelt hat. Meines Erachtens wissen die seit Wochen, dass das Crowdfunding nicht zu schaffen ist.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 25. April 2017, 09:30:18
Ich teile die Kritik, sehe das aber nicht so kritisch oder eher in einer anderen Richtung.

Der Vergleich mit MarsOne wurde ja schon gemacht (großes PR-Vorhaben + kein Geld). In diesem Fall muß man aber anerkennen, das das Geschäftsmodell "DieAstronautin" eine erstaunlich große Unterstützung der Politik hat (Frau Ministerin will eine deutsche Astronautin).

Die Crowdfunding Sache ist faktisch unerheblich, entweder geht sie durch, weil im Hintergrund dafür gesorgt wird, dann ist deren Umfang gemessen am Vorhaben ein nichts oder nicht, dann kann es dennoch in angemessenem Umfang kommerziell oder staatlich finanziert werden.

Man kann HE Space schlecht das eigene Business Modell vorwerfen. Es ist jedem überlassen, mit wem er zusammenarbeiten will. Ich würde aus der Entfernung Frau Kessler auch ehrliche Begeisterung unterstellen.

Die Unlogik ist, eine kommerzielle Aktion zu organisieren für eine politisch gesellschaftlich nationales Zielsetzung.

Weniger Verständnis aufbringen kann ich da gegenüber dem Ministerium/DLR. Da macht man sich den schlanken Fuß, eine Aktion zu wollen, ohne es vernünftig zu organisieren.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 25. April 2017, 09:45:47
Die Crowdfunding Sache ist faktisch unerheblich, entweder geht sie durch, weil im Hintergrund dafür gesorgt wird, dann ist deren Umfang gemessen am Vorhaben ein nichts oder nicht, dann kann es dennoch in angemessenem Umfang kommerziell oder staatlich finanziert werden.

Auch da habe ich Informationen: Frau Kesslers vollmundige Ankündigungen, bis Ende des Jahres die großen Sponsoren an Bord zu haben, wurden vor genau einem Jahr auch schon so formuliert. Ende 2016 hat aber wohl nicht hingehauen... Es gibt mehrere Aussagen, dass noch keine Verträge mit großen Sponsoren vorliegen. (Auch schnell wieder gelöscht. Auch da habe ich Screenshots. ^^) Bei Fragen ggf. mal @zerog2002 auf Twitter folgen. Sie war damals selbst Kandidatin, hat die ganzen Versprechungen damals auch schon gehört und schüttelt inzwischen nur noch den Kopf.

Man kann HE Space schlecht das eigene Business Modell vorwerfen. Es ist jedem überlassen, mit wem er zusammenarbeiten will. Ich würde aus der Entfernung Frau Kessler auch ehrliche Begeisterung unterstellen.

Was ich denen vorwerfe ist, dass sie mit Halbwahrheiten und Missverständnissen bzgl. DLR und Bund spielen, um ihr Image aufzupolieren und sich in den vermeintlichen Bereich einer staatlichen Aktion zu rücken. Das ist nicht "Deutschlands" Astronautin, sondern das sind Astroazubis mit deutschem Pass, so wie ich IT-ler mit deutschem Pass bin. Was ich ihnen des weiteren Vorwerfe ist ihr Umgang mit gezielten kritischen Fragen. Erst beantworten, dann löschen, dann den Frager angreifen: "Thank you for making me feel bad about my job!" WTF? Das ist hochgradig unprofessionell.

Weniger Verständnis aufbringen kann ich da gegenüber dem Ministerium/DLR. Da macht man sich den schlanken Fuß, eine Aktion zu wollen, ohne es vernünftig zu organisieren.

Exakt. Beim DLR kann ich die Hilfestellung bzgl. der Auswahl sogar noch halbwegs verstehen. Im Gegenzug haben sie ja die medizinischen Daten der 80 Kandidaten aus der 2. Runde bekommen. Wenn sie das als ausreichend für ein Win-Win erachten -- fein, alles in Butter.

Warum sie sich allerdings samt Ministerin auch danach noch vor den PR-Karren spannen ließen und nicht endlich mal ein öffentliches Statement zu ihrer Nicht-Beteiligung raus hauen, würde mich in der Tat auch mal interessieren. Zumal eine finanzielle Beteiligung vor den Steuerzahlern nicht zu rechtfertigen wäre. Frau Kessler tut allerdings ihr Möglichstes, um es genau so aussehen zu lassen. Diese Entwicklung haben DLR und Ministerium wohl wirklich nicht auf dem Schirm gehabt. Nachträglich knebeln können sie Frau Kessler ja schlecht, wenn die nun unbedingt dauernd die Namen Zypries und DLR im Mund führen will.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 25. April 2017, 09:53:59
Zitat
Zitat von: LeavingOrbit am Heute um 00:01:10

    Eine Leiharbeitsfirma will unter dem Deckmäntelchen des feministischen Patriotismus (oder des patriotischen Feminismus?) die Öffentlichkeit heranziehen, um die Ausbildung für zwei ihrer zukünftigen Angestellten zu finanzieren.

Zitat
Liebe Ute, wen meinst Du mit "Leiharbeitsfirma"?

Und genau hier liegt das Problem. Viele kennen die Hintergründe nicht und Ute hat vollkommen recht. HESO ist eine Leiharbeitsfirma das steht ja auch auf ihrer Homepage. Nichts anderes wie AKKA oder Europropulsion, nur das HESO sich am besten Vermarktet da Frau Kessler überallhin Kontakte knüpft und diese auch pflegt. UTE hat es ganz genau beschrieben und ich kann es immernoch nicht verstehen warum einige hier es so befürworten. Das ist dann wohl doch mehr der Feminismus als der Rationalismus, anders kann ich es mir nicht erklären.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 25. April 2017, 10:12:12
Sehr guter, umfangreicher Portalartikel zum Thema von Andreas Weise!  :)

Zitat
Wir sollten den weiteren Fortgang des Projektes aufgeschlossen beobachten und im Rahmen unserer Möglichkeiten auch unterstützen.
https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/25042017083852.shtml (https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/25042017083852.shtml)

Das sehe ich auch so, trotz der noch vielen berechtigten "?" zum Projekt.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 25. April 2017, 10:24:55
(...) und ich kann es immernoch nicht verstehen warum einige hier es so befürworten. Das ist dann wohl doch mehr der Feminismus als der Rationalismus, anders kann ich es mir nicht erklären.

Ich kann den Zwiespalt sogar verstehen. Auch ich würde gerne mehr Frauen im Astronautencorps sehen. Aber eben nicht um jeden Preis, und ganz sicher nicht so. Solche Aktionen wie die von HE Space führen beim derzeitigen Stand der Raumfahrt nicht zu Gleichberechtigung. Thiele-Eich oder Baumann könnten zum Beispiel mit so einem Projekt nie Kommandantin werden, wie aktuell Peggy Whitson es ist. Vielleicht reicht "Ich war auf der ISS" für die Erfüllung ihres persönlichen Traumes ja aus. Das wäre allerdings keine ausreichende Rechtfertigung für öffentliche finanzielle Beteiligung. Für Frauen allgemein und deutsche Frauen speziell tut die Aktion nicht wirklich etwas Nachhaltiges, und darum verbietet sich eine weitere Beteiligung seitens des Bundes. Und die ESA wird einen Teufel tun und gezielt eine deutsche Frau fördern, nachdem sie gerade erst Maurer als zweiten Deutschen geschluckt haben. Was Frau Kessler garantiert auch alles bewusst ist. Sie weiß aber eben auch, dass das Gros der Bevölkerung die ganzen Strukturen gar nicht durchschaut und nur "Erste Deutsche" oder "Erste deutsche Frau" hört und reflexartig jubelt. Kaiser, Kleider und so weiter.

Diese beiden Damen sind hochqualifiziert und hätten - wenn es jetzt eine neue Bewerbungsrunde gäbe - garantiert auch bei der ESA eine Chance bekommen. Ihr Pech ist halt, dass die ESA derzeit genug Astronauten hat und die letzte Bewerbungsrunde zu einem Zeitpunkt lief, als sie selbst noch nicht ausreichend qualifiziert waren. Ich hoffe, sie bewerben sich nach Möglichkeit auch dort noch irgendwann. Ich würd's ihnen wirklich gönnen. Und zwar auf Augenhöhe und mit allen Chancen, die ein ESA-Astronaut auch hat.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tobi am 25. April 2017, 10:26:01
Also bei MarsOne ging es um den Aufbau einer teuren Marke, vielleicht ist das hier dasselbe Ziel.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 25. April 2017, 10:35:02
Also bei MarsOne ging es um den Aufbau einer teuren Marke, vielleicht ist das hier dasselbe Ziel.

Möglich, dass das das Ziel ist. Nur: Bisher sind ja keine Sponsoren aufgesprungen (außer Nike für die Schuhe der Damen. Ausgerechnet...), obwohl eigentlich schon vor einem halben Jahr alles unter Dach & Fach sein sollte.
Daraus schließe ich, dass a) der Bedarf überschätzt wurde und b) HE Space sich mit der Herumlaviererei und den undurchsichtigen Konzepten unter Umständen sogar bei den Bestandskunden schon ins Knie geschossen hat.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tobi am 25. April 2017, 10:50:43
Ich zitiere mal einen Beitrag aus dem Mars One Thema:
Hää wie geht das? Ich dachte Mars One wäre non profit organisation gewesen? Wie kann die einfach in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt werden? :o

Steht doch im Artikel, das Merchandising ist eine kommerzielle Angelegenheit und die wurde verkauft an InFin, die sich jetzt umbenennt.

Die Marke "Mars One" ist wirklich was wert (im Gegensatz zum Inhalt dahinter), ich halte das für ein prima Geschäft.

@AndiJe, Glückwunsch zur Teilhabe an einer Merchandisingfirma. Aber Schalke 04 oder FC Bayern ist auch eine starke Merchandise-Marke.

Danke für die Aufklärung. Es ging also von Anfang an um den Aufbau einer Marke?

Zitat
Im Rahmen des Vertrags über die exklusiven Monetarisierungsrechte zahlt Mars One Ventures der Mars One Foundation 6 Millionen Euro aus dem im Rahmen des Börsengangs. Zusätzlich erhält die Stiftung eine 5-prozentige Lizenzgebühr auf alle Einnahmen.

Sind die Millionenbeträge aus dem Artikel eigentlich eine reale Bewertung der Marke oder fiktive Zahlen, die eh nur in Aktien beglichen werden.

Aber das hat der Gründer ja geschickt gemacht. Aus mehreren 100.000 Euro Spendengeldern hat er eine millionschwere Marke aufgebaut. Nur die Spender sehen nichts. Und zum Mars fliegt auch nichts.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 25. April 2017, 11:02:25
Sehr guter, umfangreicher Portalartikel zum Thema von Andreas Weise!  :)

Zitat
Wir sollten den weiteren Fortgang des Projektes aufgeschlossen beobachten und im Rahmen unserer Möglichkeiten auch unterstützen.
https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/25042017083852.shtml (https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/25042017083852.shtml)

Das sehe ich auch so, trotz der noch vielen berechtigten "?" zum Projekt.

Nein. Der Autor geht nämlich von den falschen Prämissen aus:

Zitat
Es geht also darum, die Sache richtig zu verkaufen. Und dazu muss man sich in Deutschland klar positionieren: Will man oder will man nicht?

Deutschland hat mit der Sache ja eben gar nichts zu tun. Frau Kessler hat es nur durch geschickte Suggestion bzw. Auslassung von Fakten so aussehen lassen. Der Autor ist drauf reingefallen - kann ich leider nicht anders sagen.

Zitat
Es hätte dem Bundesministerium gut zu Gesicht gestanden, die restlichen paar Tausend Euro für den Fortbestandes des Projektes auf den Tisch zu blättern. Und wenn es aus dem Werbeetat gewesen wäre. Statt dessen muss die Initiative buchstäblich betteln gehen. Aber warum ist das so? Offensichtlich besteht kein Interesse von Seiten der Politik, hier ernsthaft unterstützend weiter zu helfen.

Auch das ist nicht korrekt. Frau Kessler hätte - wie in einem anderen Beitrag schon erklärt - einfach gerne zwei Astronautinnen unter ihren Angestellten, die sie an Kunden aus Industrie und Lehre gewinnbringend vermieten möchte. Offensichtlich besteht aber von deren Seite kein Interesse, hier ernsthaft unterstützend weiter zu helfen. Gäbe es da draußen potenzielle Kunden, die solche Astronautinnen dringend bräuchten, dann könnten die ja mal eben in ihr Werbe- oder Förderbudget (oder die sprichwörtliche Portokasse) greifen. Tun sie aber nicht, trotz all des Wirbels, der in den Medien veranstaltet wird. Tja. Das Desinteresse wird seinen Grund haben. Wahrscheinlich sogar nicht nur einen.

Die Politik hat hiermit nichts zu tun, und HE Space macht auch nicht deren Job. Denen geht es nur um ihren eigenen Profit, aber sie möchten das gerne tarnen, indem sie das Medienecho zum Beweis für ihre Gemeinnützigkeit deklarieren. Sorry. Echte, nachhaltige Förderung für Frauen in STEM sieht anders aus.

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So, ich klinke mich fürs Erste mal wieder hier aus und melde mich ggf. nochmal, falls ich noch neue Infos erhalten sollte.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 25. April 2017, 11:17:00
Also bei MarsOne ging es um den Aufbau einer teuren Marke, vielleicht ist das hier dasselbe Ziel.

Ich weiß nicht, ob es das Ziel war, aber es war das Ergebnis.
Ich hab mich viel über MarsOne aufgeregt, weil viele daran glaubten. Bei der Deutschen Astronautin bin ich entspannter.

Gegen eine starke Marke kann man nichts haben, ich trage kein MarsOne-TShirt und kein D-Astronautin TShirt und kein SpaceX-TShirt, wohl aber manchmal eins von Raumcon.

Enttäuscht bin ich von Frau Zypries, die durch Samantha Christoforetti auf den nationalen Geschmack gekommen ist und das Ziel vor die Wand fährt. Leider.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 25. April 2017, 12:08:01
... Frau Kessler hätte - wie in einem anderen Beitrag schon erklärt - einfach gerne zwei Astronautinnen unter ihren Angestellten, die sie an Kunden aus Industrie und Lehre gewinnbringend vermieten möchte. Offensichtlich besteht aber von deren Seite kein Interesse, hier ernsthaft unterstützend weiter zu helfen. Gäbe es da draußen potenzielle Kunden, die solche Astronautinnen dringend bräuchten, dann könnten die ja mal eben in ihr Werbe- oder Förderbudget (oder die sprichwörtliche Portokasse) greifen. Tun sie aber nicht, trotz all des Wirbels, der in den Medien veranstaltet wird. Tja. Das Desinteresse wird seinen Grund haben. Wahrscheinlich sogar nicht nur einen.

Das kann doch nicht funktionieren. LeiharbeiterInnen benötigt man wenn man kurzfristigen Arbeitsanfall nicht selbst bewältigen kann und dafür Hilfe braucht, ohne gleich selbst neue Mitarbeiter langfristig einzustellen. Eine Ausbildung zum Astronauten dauert aber mehrere Jahre, dann folgt ein missions-spezifisches Training und die Mission selber. Das macht die ESA so, unterstützt von den ESA-Mitgliedsländern. Hätten die kurzfristig Bedarf könnte sie auch Astronauten aus anderen Ländern anheuern (Padalka ?). Aber es gibt ja ausreichend ESA-Astronauten und -innen, die teilweise schon lange auf eine Flugmöglichkeit warten. Und der letzte Zustand macht es dem DLR und dem Ministerium eigentlich unmöglich, die Inititiative "Die Astronautin" zu unterstützen, den dann würden sie das von ihnen mitgetragene ESA-Programm unterlaufen. (Gelder für ein deutsch-nationales Programm fehlen dann im ESA-Budget.)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Nitro am 25. April 2017, 12:14:57
Das kann doch nicht funktionieren. LeiharbeiterInnen benötigt man wenn man kurzfristigen Arbeitsanfall nicht selbst bewältigen kann und dafür Hilfe braucht, ohne gleich selbst neue Mitarbeiter langfristig einzustellen. Eine Ausbildung zum Astronauten dauert aber mehrere Jahre, dann folgt ein missions-spezifisches Training und die Mission selber. Das macht die ESA so, unterstützt von den ESA-Mitgliedsländern. Hätten die kurzfristig Bedarf könnte sie auch Astronauten aus anderen Ländern anheuern (Padalka ?). Aber es gibt ja ausreichend ESA-Astronauten und -innen, die teilweise schon lange auf eine Flugmöglichkeit warten. Und der letzte Zustand macht es dem DLR und dem Ministerium eigentlich unmöglich, die Inititiative "Die Astronautin" zu unterstützen, den dann würden sie das von ihnen mitgetragene ESA-Programm unterlaufen. (Gelder für ein deutsch-nationales Programm fehlen dann im ESA-Budget.)

DAs kommt auf die Art der Leiharbeit an. Die ESA (und auch andere europaeische Organisationen wie z.B. die EZB oder EUMETSAT) beschaeftigt z.B. im grossen Stil Leiharbeiter, oder anders gesagt Consultants, ueber Jahre hinweg und ganze Missionen lang. Bin selber einer und arbeite auch mit Leuten von HE Space zusammen. Ich mach das seit mittlerweile fast 9 Jahren, also nix mit kurzfristig. ;)

Bei Leiharbeit wird immer schnell an Zeitarbeit gedacht, da gibt es allerdings starke Unterschiede.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 25. April 2017, 13:06:55
Das kommt auf die Art der Leiharbeit an. Die ESA (und auch andere europaeische Organisationen wie z.B. die EZB oder EUMETSAT) beschaeftigt z.B. im grossen Stil Leiharbeiter, oder anders gesagt Consultants, ueber Jahre hinweg und ganze Missionen lang. Bin selber einer und arbeite auch mit Leuten von HE Space zusammen. Ich mach das seit mittlerweile fast 9 Jahren, also nix mit kurzfristig. ;)

Bei Leiharbeit wird immer schnell an Zeitarbeit gedacht, da gibt es allerdings starke Unterschiede.
O.k., wieder was gelernt.
Bleibt noch das Problem für DLR und Ministerium daß sie gerade Hr. Maurer ins ESA-Astronautenteam entsandt haben, da ist wohl kein weitere slot frei. Und Finanzierung wird jetzt dort benötigt.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: bluemchen am 25. April 2017, 14:31:54
Ohne weitere Finanzierung wäre ja auch ein Gennadi Padalka zu engagieren - ein Mann, der alles kann  ;) .

Zudem: Wenn die deutsche Medizin (angeblich) schon  ein so hohes Interesse zeigt, wie wäre es denn, eine Untersuchung nach 1.000 Tagen Weltall auf die (eigene) Reihe zu bekommen? Das wäre ein Alleinstellungsmerkmal ...  nur mal quer gedacht und als Gegenpol zu Astronautinnen-Stunden in der Schwerelosigkeit.
R.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 25. April 2017, 14:45:44
Ich habe lediglich die Beobachtung geschildert, dass die Namen ehemaliger Kandidaten und die Familiennamen aktueller Kandidaten urplötzlich und gehäuft in der Spenderliste standen. Was den Schluss nahelegt, dass HE Space bzw. "Die Astronautin" ganz gezielt bei ihnen auch nochmal gebettelt hat. Meines Erachtens wissen die seit Wochen, dass das Crowdfunding nicht zu schaffen ist.

Solange Du mit den jeweiligen Personen kein Gespräch darüber geführt hast kannst Du nur spekulieren, ob sie "angehalten" wurden oder es eigenständig als Notwendigkeit aus dem Stand des Crowdfunding abgeleitet haben.
Du kannst ihre Motive nicht "beobachten" und erst recht keine Schlüsse ziehen, die Du dann halbfaktisch zur Grundlage weiterer Spekulationen machst. Das ist unseriös und nicht statthaft.

@Invicta
Wenn ich einen Bezug kläre, dann kläre ich lediglich einen Bezug, der unklar gelassen hat was gemeint war. Denn die Spekulation was Frau Kessler will oder nicht ist Unterstellung, bis sie belegt ist und solange würde ich dieses Projekt ungern als "Leiharbeit" deklariert sehen.
Über mein Wissen sagt das wenig und ich wäre entzückt, wenn Du das genauso handhaben würdest. Danke Dir.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 25. April 2017, 15:24:22
Ich habe lediglich die Beobachtung geschildert, dass die Namen ehemaliger Kandidaten und die Familiennamen aktueller Kandidaten urplötzlich und gehäuft in der Spenderliste standen. Was den Schluss nahelegt, dass HE Space bzw. "Die Astronautin" ganz gezielt bei ihnen auch nochmal gebettelt hat. Meines Erachtens wissen die seit Wochen, dass das Crowdfunding nicht zu schaffen ist.
Solange Du mit den jeweiligen Personen kein Gespräch darüber geführt hast kannst Du nur spekulieren, ob sie "angehalten" wurden oder es eigenständig als Notwendigkeit aus dem Stand des Crowdfunding abgeleitet haben.
Du kannst ihre Motive nicht "beobachten" und erst recht keine Schlüsse ziehen, die Du dann halbfaktisch zur Grundlage weiterer Spekulationen machst. Das ist unseriös und nicht statthaft.
Daß Angehörige von Bewerbern ein Interesse haben das dazu nötige crowdfunding zu unterstüzten ist doch nicht ungewöhnlich. Ich mache privat Musik, bei jedem Konzert werden viele Tickets von Angehörigen der Musiker gekauft, da die wissen daß privat organisierte Konzerte nur zustande kommen wenn es quasi ausverkauft ist. Sonst können die Unkosten nicht gedeckt werden. Und crowdfunding ist doch eine Werbeaktion Das finde ich alles in Ordnung.

Augenwischerei ist dann eher daß eventuell der Eindruck entsteht, mit Erreichen der Fundingschwelle von 50 TEuro wäre es geschafft, während tatsächlich das erste Ziel für die erste Basis-Ausbildung 125 TEuro ist, und die gesamte Mission ca. 50 Mio Euro benötigt. Sollte die erste Promille schon ein Problem sein ?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Nitro am 25. April 2017, 15:29:23
Wenn ich einen Bezug kläre, dann kläre ich lediglich einen Bezug, der unklar gelassen hat was gemeint war. Denn die Spekulation was Frau Kessler will oder nicht ist Unterstellung, bis sie belegt ist und solange würde ich dieses Projekt ungern als "Leiharbeit" deklariert sehen.
Über mein Wissen sagt das wenig und ich wäre entzückt, wenn Du das genauso handhaben würdest. Danke Dir.

Das hat doch niemand behauptet, lediglich dass HE Space eine Leiharbeitsfirma ist und das ist nunmal eine Tatsache, was meiner Meinung nach allerdings nichts direkt mit dieser Initiative zu tun hat, an der HE Space lediglich beteiligt ist.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 25. April 2017, 15:52:56
Deswegen habe ich nachgefragt, wie es gemeint war... ;)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 25. April 2017, 16:34:20
...  dieser Initiative zu tun hat, an der HE Space lediglich beteiligt ist.
nach meinem Verständnis ist HE Space der Initiator der Kampagne "Die Astronautin", namentlich mit Claudia Kessler als Proponentin. Wenn HE Space nur "lediglich beteiligt ist", wer ist dann der Initiator und Treiber ?  Um nicht zu fragen, an wen geht dann das Geld des crowdfunding ?
Oder habe ich da was übersehen ?

Ob die Kandidatinnen dann HE Space Leiharbeiterinnen werden oder nicht ist eine andere Frage. Das mag jetzt unklar sein mangels eindeutiger Äußerung.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 25. April 2017, 16:50:23
Wenn ich einen Bezug kläre, dann kläre ich lediglich einen Bezug, der unklar gelassen hat was gemeint war. Denn die Spekulation was Frau Kessler will oder nicht ist Unterstellung, bis sie belegt ist und solange würde ich dieses Projekt ungern als "Leiharbeit" deklariert sehen.
Über mein Wissen sagt das wenig und ich wäre entzückt, wenn Du das genauso handhaben würdest. Danke Dir.

Das hat doch niemand behauptet, lediglich dass HE Space eine Leiharbeitsfirma ist und das ist nunmal eine Tatsache, was meiner Meinung nach allerdings nichts direkt mit dieser Initiative zu tun hat, an der HE Space lediglich beteiligt ist.

Hatte ich in meinem ersten Posting von gestern Abend doch bereits geschrieben und mit Quelle belegt:

Zitat
Allerdings hat HE Space mehrfach versteckt darauf hingewiesen, dass die beiden Astronautinnen später in ihrem Auftrag - also als Leiharbeiter bei HE Space - an Kunden verliehen werden sollen. (Quelle: http://www.zeit.de/wissen/2017-03/die-astronautin-deutschland-iss-raumfahrt/komplettansicht (http://www.zeit.de/wissen/2017-03/die-astronautin-deutschland-iss-raumfahrt/komplettansicht) , „... nicht als Angestellte einer staatlichen Einrichtung wie der NASA oder ESA, sondern im Auftrag von HE Space, die die Astronautenzeit dann an potenzielle Nutzer verkaufen kann“)
Das ist ein Zitat von Frau Kessler.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 25. April 2017, 16:56:01
Solange Du mit den jeweiligen Personen kein Gespräch darüber geführt hast kannst Du nur spekulieren, ob sie "angehalten" wurden oder es eigenständig als Notwendigkeit aus dem Stand des Crowdfunding abgeleitet haben.
Du kannst ihre Motive nicht "beobachten" und erst recht keine Schlüsse ziehen, die Du dann halbfaktisch zur Grundlage weiterer Spekulationen machst. Das ist unseriös und nicht statthaft.

Das ist nun allerdings deinerseits ein Ablenkungsmanöver. Erstens habe ich nur von naheliegend gesprochen, nicht von Fakt. Zweitens ist es in Anbetracht der penetranten Bettelei doch ziemlich wahrscheinlich, dass es da nochmal ein Rundschreiben gab, wenn urplötzlich an 2 Tagen so gehäuft Namen aus dem Teilnehmerkreis auftauchen. Mehr habe ich gar nicht gesagt, also verdreh meine Aussagen bitte nicht bzw. lies sie bitte gründlich. Dann wäre dir bereits auch die Nachfrage erspart geblieben, wen ich mit "Leiharbeitsfirma" meine und ob HE Space tatsächlich die Damen vermieten möchte. Das hatte ich alles längst erklärt und belegt, und ich möchte es ungerne dreimal tun, nur weil du mir nun aus Unkenntnis deinerseits falsche Aussagen unterstellst. Vielen Dank.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Nitro am 25. April 2017, 16:56:09
nach meinem Verständnis ist HE Space der Initiator der Kampagne "Die Astronautin", namentlich mit Claudia Kessler als Proponentin. Wenn HE Space nur "lediglich beteiligt ist", wer ist dann der Initiator und Treiber ?  Um nicht zu fragen, an wen geht dann das Geld des crowdfunding ?
Oder habe ich da was übersehen ?

Das waere dann die Astronautin GmbH i.G bzw die Stiftung erste Astronautin gemeinnutzige GmbH

Neben HeSpace sind auch Hill Media, LoeschHundLiepold, VIVID, Five & Fit, sowie Bamberg & Bamberg Communication & Consulting beteiligt. Es mag zwar sein dass He Space der Hauptakteur bei dieser Initiative ist und Frau Kessler daher am meisten im Rampenlicht steht, aber dennoch ist es keine reine Firmeninterne Aktion.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 25. April 2017, 16:58:32
aber dennoch ist es keine reine Firmeninterne Aktion und man kann daher auch nicht direkt darauf schliessen dass die Gewinnerin bei He Space am Ende als Astronautin angestellt wird.

Nochmal: Frau Kessler selbst wird in der "ZEIT"mit ihren Absichten zitiert:

Zitat
Allerdings hat HE Space mehrfach versteckt darauf hingewiesen, dass die beiden Astronautinnen später in ihrem Auftrag - also als Leiharbeiter bei HE Space - an Kunden verliehen werden sollen. (Quelle: http://www.zeit.de/wissen/2017-03/die-astronautin-deutschland-iss-raumfahrt/komplettansicht (http://www.zeit.de/wissen/2017-03/die-astronautin-deutschland-iss-raumfahrt/komplettansicht) , „... nicht als Angestellte einer staatlichen Einrichtung wie der NASA oder ESA, sondern im Auftrag von HE Space, die die Astronautenzeit dann an potenzielle Nutzer verkaufen kann“)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Nitro am 25. April 2017, 17:06:01
Nochmal: Frau Kessler selbst wird in der "ZEIT"mit ihren Absichten zitiert:

Ah, das klassische Problem wenn man quer in eine Diskussion einsteigt. Verzeihung, das Zitat hatte ich uebersehen und damit nehme ich meine vorherige Aussage zuerueck, zumindest was die Einstellung beo HE Space angeht.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 25. April 2017, 17:17:12
Bietet sich ja auch für die Astronautinnen an. Sie haben ja nur die Wahl zwischen ESA -- die keinen Bedarf hat -- und eben HE Space, die immerhin seit 16 Jahren mit knapp 80 Mitarbeitern auf dem deutschen Markt in der passenden Branche agiert. (Die Muttergesellschaft sitzt in den Niederlanden. Die hätte die 50.000 ja auch zuschießen können. Ich wundere mich immer wieder über diesen geradezu albernen Betrag in diesem Kontext. Jeder Häuslebauer muss doppelt soviel an Eigenkapital vorlegen. Mindestens... )

Die neu gegründete Stiftungs-GmbH hat es steuerlich und buchhalterisch leichter, am Ende die Spenden entgegen zu nehmen, ohne dass es Ärger gibt. Darum ist ein solcher Umweg über diese neuen Firmen gar nicht mal so doof.

(Zur Info: Ich bin von der Ausbildung her Volkswirtin.)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Rücksturz am 25. April 2017, 17:31:53
Nur aus Interesse, ist eine Stiftungs-GmbH das gleiche wie eine gemeinnützige GmbH (gGmbH)?
Letztere kenne ich, Stiftungs-GmbH ist mir neu.

In einem früheren Post war auch die Rede von einer Stiftung.
Ist/wird die Stiftung die Gesellschafterin der GmbH? Blickt bei dem Konstrukt schon jemand durch?

Viele Grüße
Rücksturz
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 25. April 2017, 17:41:45
Ja, in diesem Fall ist Stiftung nur eine Art Namensbestandteil. Die Rechtsform ist die gGmbH. Die Stiftungsaufsicht hat hier nichts zu melden, Steuerbefreiung und mehr gibt es je nach Satzung aber trotzdem.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 25. April 2017, 19:22:00
Die neu gegründete Stiftungs-GmbH hat es steuerlich und buchhalterisch leichter, am Ende die Spenden entgegen zu nehmen, ohne dass es Ärger gibt. Darum ist ein solcher Umweg über diese neuen Firmen gar nicht mal so doof.
Mit wem bzw. warum könnte es Ärger geben wenn HE Space das crowdfunding selbst entgegen nimmt ?  Gilt crowdfunding als Spende im steuerliche Sinne ?
Dann wollen wir mal hoffen daß sie die Gelder dann auch zweckdienlich verwenden muss und dies nachweisen muss.

..., Steuerbefreiung und mehr gibt es je nach Satzung aber trotzdem.
Steuerbefreiung ? Wofür ? Gilt das dann auch als gemeinnützig ? Oder werden die ungedeckten Kosten als Verlustvortrag betrachtet ? Da tun sich ja ungeahnte Möglichkeiten auf. (ich bin kein Volkswirt o.ä. und mag da finanztechnische Zusammenhänge falsch sehen)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 25. April 2017, 19:33:18
Steuerbefreiung ? Wofür ? Gilt das dann auch als gemeinnützig ? Oder werden die ungedeckten Kosten als Verlustvortrag betrachtet ? Da tun sich ja ungeahnte Möglichkeiten auf. (ich bin kein Volkswirt o.ä. und mag da finanztechnische Zusammenhänge falsch sehen)

Eigentlich bräuchten wir hier so langsam eher einen Betriebswirt.  ;D
Ich verlinke jetzt mal der Einfachheit halber auf Artikel, die das ganz gut beschreiben:
 
1. https://www.gruenderkueche.de/fachartikel/checkliste-gemeinnuetzige-gmbh-ggmbh-und-verein-im-vergleich/ (https://www.gruenderkueche.de/fachartikel/checkliste-gemeinnuetzige-gmbh-ggmbh-und-verein-im-vergleich/)
2. https://www.fuer-gruender.de/wissen/existenzgruendung-planen/recht-und-steuern/rechtsform/ggmbh/ (https://www.fuer-gruender.de/wissen/existenzgruendung-planen/recht-und-steuern/rechtsform/ggmbh/)

Zwischen der im Impressum genannten Astronautin GmbH i.G. (ernsthaft? Immer noch in Gründung, oder noch nicht aktualisiert?) und der Stiftung erste Astronautin gGmbH gibt es garantiert einen geschäftlichen Zusammenhang. Da kommen wir jetzt aber in einen Bereich, wo nur die Organisatoren wirklich Licht rein bringen könnten. Da bin ich völlig überfragt.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: ZeT am 25. April 2017, 22:03:39
Würde mich nicht wundern, wenn die selbst am Ende die 10k Euro draufhauen um die 50er Marke zu reissen um an die Kohle zu kommen. Danach wird die Kohle wieder "zurück geführt". Das Projekt wird scheitern weil sie niemals die 40 Mio erreichen werden - blöd für die Spender, denn die wurden dann legal abgezockt.

Will man die erste Deutsche Frau im All haben, dann würde ich empfehlen, das sich Bianca Heinicke in ihrem YT Chan bei jedem ihrer 4,4 Mio Abonnenten 10 Euro aus dem Kreuz leiert. Die macht dann halt eine Beauty und Schmink Show auf der ISS. ^^
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 25. April 2017, 23:27:58
Würde mich nicht wundern, wenn die selbst am Ende die 10k Euro draufhauen

Es wird weniger sein als 10.000. Eher irgendwas zwischen 2.000 und 7.000.

Wenn ich die aktuelle (Zeitpunkt des Postings) Spendensumme durch die bisherige Laufzeit teile und das für den Rest der Laufzeit jeden Tag draufschlage, kommen sie am Ende regulär auf ca. 44.000.

Berechne ich von allen bisherigen Tagesdurchschnittswerten wiederum den Durchschnitt und nehme das Ergebnis als  Grundlage für die noch verbleibenden 4 Tage, kämen ca. 43.000 zusammen.

Nehme ich nur den Durchschnitt der letzten 7 Tage und rechne den für jeden noch verbleibenden Spendentag auf die schon vorhandene Summe drauf, kommen sie auf ca. 48.000. Bei dieser Berechnung ist der enorme Rummel direkt nach der Verkündung der Finalistinnen mit reingerechnet. Es ist eher unwahrscheinlich, dass sie diesen Schnitt bis Sonntag halten können.

Sie bräuchten so oder so nun jeden verbleibenden Tag 2.150 Euro, um die 50.000 noch zu knacken. In welcher Verteilung auch immer. Und wenn am Ende auch nur ein Euro fehlt, dann war's das.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 25. April 2017, 23:33:06
Zweitens ist es in Anbetracht der penetranten Bettelei doch ziemlich wahrscheinlich, dass es da nochmal ein Rundschreiben gab, wenn urplötzlich an 2 Tagen so gehäuft Namen aus dem Teilnehmerkreis auftauchen.
Nein... Du hast... ich zitiere "den Schluss nahegelegt" und diesen Schluss kannst Du eben nicht ziehen, solange Du nicht mit den Geldgebenden Gespräche über ihre Motivation geführt hast - wovon ich nicht ausgehe.
Nebenbei... auch "Wahrscheinlichkeiten" sind nichts weiter als Spekulationen und damit im Kristallkugelbereich... und weit weg von Fakten. Sie bleiben Unterstellungen.
Mehr habe ich gar nicht gesagt, also verdreh meine Aussagen bitte nicht bzw. lies sie bitte gründlich. Dann wäre dir bereits auch die Nachfrage erspart geblieben, wen ich mit "Leiharbeitsfirma" meine und ob HE Space tatsächlich die Damen vermieten möchte. Das hatte ich alles längst erklärt und belegt, und ich möchte es ungerne dreimal tun, nur weil du mir nun aus Unkenntnis deinerseits falsche Aussagen unterstellst. Vielen Dank.
Darf ich Deine Kenntnisse mit meiner Unkenntnis erweitern?
Ich kann längst für geringe Summen experimentelle Spacetime erwerben...
https://www.fastcompany.com/3017534/got-5000-do-a-science-experiment-in-space (https://www.fastcompany.com/3017534/got-5000-do-a-science-experiment-in-space)
Sind Raumfahrtunternehmen deswegen Makler weil sie Platz verkaufen?

Merck, Novartis oder Proctor & Gamble und ihre Projekte auf der ISS - ist die NASA jetzt auch eine Leiharbeiterfirma?
https://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/news/commercial_research (https://www.nasa.gov/mission_pages/station/research/news/commercial_research)

Swiss-Israeli SpacePharma verkauft Experimentalzeit in Space...
http://space4p.com/#/updates (http://space4p.com/#/updates)

Von Satelliten will ich gar nicht erst anfangen...

Tun wir doch bitte mal nicht so, als wäre Raumfahrtpersonal im commerziellen Einsatz ein Novum und grenzenlos verwerflich. Es ist längst Realität in der Raumfahrtbranche Menschen und Material in den den Dienst einer wirtschaftlichen Nutzung zu stellen.

Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 26. April 2017, 07:33:46
Tun wir doch bitte mal nicht so, als wäre Raumfahrtpersonal im commerziellen Einsatz ein Novum und grenzenlos verwerflich. Es ist längst Realität in der Raumfahrtbranche Menschen und Material in den den Dienst einer wirtschaftlichen Nutzung zu stellen.

 ::) Du hast schon wieder nicht richtig meine Beiträge gelesen:

Zitat
Man kann HE Space schlecht das eigene Business Modell vorwerfen. Es ist jedem überlassen, mit wem er zusammenarbeiten will. Ich würde aus der Entfernung Frau Kessler auch ehrliche Begeisterung unterstellen.
Was ich denen vorwerfe ist, dass sie mit Halbwahrheiten und Missverständnissen bzgl. DLR und Bund spielen, um ihr Image aufzupolieren und sich in den vermeintlichen Bereich einer staatlichen Aktion zu rücken. Das ist nicht "Deutschlands" Astronautin, sondern das sind Astroazubis mit deutschem Pass, so wie ich IT-ler mit deutschem Pass bin. Was ich ihnen des weiteren Vorwerfe ist ihr Umgang mit gezielten kritischen Fragen. Erst beantworten, dann löschen, dann den Frager angreifen: "Thank you for making me feel bad about my job!" WTF? Das ist hochgradig unprofessionell.

Ich hab' jetzt langsam die Nase voll davon, mich von dir in Strohmann-Diskussionen zerren zu lassen oder deine Torpfosten nach jedem Eintrag woanders wiederzufinden.
https://yourlogicalfallacyis.com/special-pleading (https://yourlogicalfallacyis.com/special-pleading) 
https://yourlogicalfallacyis.com/strawman (https://yourlogicalfallacyis.com/strawman)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: hadron am 26. April 2017, 07:57:49
...was ich so überlege...
Den beiden Kandidatinnen gehen doch die hier diskutierten Punkte ebenfalls durch den Kopf.
Ich kann mir vorstellen, daß sie dieser erfolglosen Aktion die Stange halten um vielleicht später
einen Fuß in die Tür zur ESA, DLR zu bekommen.
(Wenn die Damen durch diese PR nicht verbraten werden.)

mfg
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 26. April 2017, 08:19:10
Bitte wenn möglich wieder etwas mehr Versachlichung. Wiederholungen um einen persönlichen Aspekt bringen uns nicht weiter.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 26. April 2017, 08:36:26
Ich kann mir vorstellen, daß sie dieser erfolglosen Aktion die Stange halten um vielleicht später
einen Fuß in die Tür zur ESA, DLR zu bekommen.
(Wenn die Damen durch diese PR nicht verbraten werden.)

mfg

Ja, das haben sie auch an verschiedenen Stellen schon gesagt. So wie ich die Herrschaften bei der ESA kenne, würde bei ausreichender Qualifikation die Vorgeschichte keine Rolle spielen, denn was sie da tun, ist ja völlig legal und legitim. Vielleicht hilft es sogar, wenn sie schon Erfahrung mit dem Rummel haben.

Fragen, die mir gerade so durch den Kopf schießen:

1. Wie lange im voraus müssen Plätze auf der ISS eigentlich eingekauft/gebucht/reserviert werden? Bis einschließlich 2019 sind derzeit alle Plätze schon vergeben, soviel ist mir bekannt. Bei 2020 bin ich nicht sicher, aber da müssten die Buchungen ja dann auch langsam mindestens losgehen. Damit zusammenhängend dann

2. Wieviel Zeit darf sinnvollerweise zwischen den einzelnen Trainingseinheiten bzw. dem Trainingsabschluss und dem Flug liegen?

3. Das Training an sich könnte man notfalls auf ein Jahr verkürzen, aber welche Kompromisse muss man dann bei den Inhalten eingehen?

Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tobi am 26. April 2017, 09:22:16
@Alle: Ganz ruhig bleiben. 8)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 26. April 2017, 09:29:53
@LeavingOrbit
Krieg' Dein Forumsverhalten ein bißchen in den Griff, bitte.

Du hast HE als Leiharbeiterfirma tituliert, weil die Astronautinnenzeit erkauft werden kann. Ich habe lediglich deutlich gemacht, dass dies eine Fehlbenennung ist, da der Vorgang an sich in der Raumfahrt längst weitläufig etabliert ist. Entweder die NASA ist demnach genauso eine Leiharbeiterfirma oder niemand in der Raumfahrt sollte auf diese Weise verächtlich gemacht werden.

@Invicta
Also entweder ich habe von Raumfahrt keine Ahnung oder ich repräsentiere und arbeite bei HE Space - Du musst Dich mit Deinen Vermutungen entscheiden, beides kannst Du nicht haben.

Generelle Anmerkung:

- Ich wundere mich über den zunehmenden Umgangston mancher Beiträge

- Ich habe selber vor langer Zeit mal dafür plädiert in diesem Forum mehr spekulieren zu dürfen. Das Credo war damals einhellig, dass dies im Forum nur höchst begrenzt Platz haben soll, weil man sich an Fakten orientieren möchte.
Ich bin verwundert, wieviele unbelegten Mutmaßungen zu diesem Thema hier gerade Platz finden.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 26. April 2017, 10:03:43
zur allgemeinen Beruhigung schließe ich den Thread mal für einen Tag.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Pirx am 27. April 2017, 08:06:04
Guten Morgen Zusammen!

Thread ist wieder auf.

Wollen wir etwas versuchen? Und zwar so zu schrieben , dass wir hier dann anschließend mehr lesen können: "ich sehe das so und so, weil ...." und weniger "Du hast das und das behauptet ....". Nachfragen könnten beginnen mit "Also ich hab´dich jetzt so und so verstanden ...."

Pirx
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 27. April 2017, 08:48:44
Wollen wir etwas versuchen? (...)

Ist eine gute Idee. Aber das ist inzwischen alles im Hintergrund geklärt und soll auf Bitten der Moderatoren nicht weiter verfolgt werden.

Es gibt Neues zum eigentlichen Thema, nämlich ein paar weitere Infos direkt von Frau Baumann zu Sinn und Zweck der Unternehmen, die bei "Die Astronautin" im Impressum stehen. Daniel Fischer hat die Damen auf Facebook ausgefragt und zumindest in einem Fall auch eine Antwort erhalten: https://www.facebook.com/collectspace/posts/10155332202529636?comment_id=10155332217519636&reply_comment_id=10155348338104636&comment_tracking={%22tn%22%3A%22R%22} (https://www.facebook.com/collectspace/posts/10155332202529636?comment_id=10155332217519636&reply_comment_id=10155348338104636&comment_tracking={%22tn%22%3A%22R%22})

(Und hier der Eintrag, der leider nicht beantwortet wurde. Schade eigentlich, denn das waren in etwa die Fragen, die ich mir hier gestern ja auch schon gestellt hatte: https://www.facebook.com/Galileo/posts/10156109068254535?comment_id=10156109154864535&comment_tracking={%22tn%22%3A%22R9%22} (https://www.facebook.com/Galileo/posts/10156109068254535?comment_id=10156109154864535&comment_tracking={%22tn%22%3A%22R9%22}) )

Die Postings sind öffentlich und hoffentlich auch ohne FB-Account einsehbar.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 27. April 2017, 08:49:34
Aktuell fehlen nur noch 2.918 € bis zur Fundingschwelle. Zumindest diese Minimalziel dürfte als erreicht werden.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 27. April 2017, 09:25:30
@pirx
Das ist eine gute Anregung, die ich gleich mal versuchen werde umzusetzen. Let's try.  :)

Ich weiß, dass HE Space eine Personalvermittlung ist. Das ist auch das Wort, was ich für ihren Geschäftsbereich verwenden würde. Denn Leiharbeit bedeutet für mich, die Arbeitskraft eines Menschen zeitlich begrenzt zur Verfügung zu stellen.
Die Vermittlung hochkarätiger Fachkräfte, wie z.B. Andreas Enevold Mogensen an (damals noch) EADS sehe ich nicht als "Leiharbeit".

Das Geschäftsfeld von HE Space ist aber in der Diskussion dieses speziellen Projektes unerheblich. Das begründe ich wie folgt: Mir ist keine Personalvermittlung oder auch "Leiharbeitsfirma" bekannt, die zwei Arbeitskräften eine höchst kostspielige 18 monatigen Ausbildung zukommen lassen würde... um dann ihre Arbeitskraft zu vermitteln. Das rentiert sich nicht.
HE Space bildet sonst nicht aus, sondern arbeitet mit bereits voll ausgebildeten, erfahrenen Fachkräften. Das ist bei diesem Projekt vollkommen anders.
Sowohl die Funktion von HE Space, als auch die Ambitionen, bei diesem speziellen Projekt können deswegen meiner Meinung nach nicht auf "Leiharbeit" reduziert werden.
Die Absicht und Ursache dieses Projektes wird damit ganz ungenügend beschrieben.
Ganz gleich welches Tätigkeitsfeld HE Space also verfolgt und wie man das betrachten mag - für dieses Projekt finde ich die Benennung falsch und nicht respektvoll, denn es geht um weit mehr als Arbeitsvermittlung... und deswegen habe ich mich daran gestoßen dieses Projekt mit "Leiharbeit" zu assoziieren.

Dies nur zu Erklärung, warum ich da so vehement insistiert habe.

@Lumpi
"Der Mann, der den Berg abtrug war der, der den ersten Stein nahm."

Ich bin sehr erfreut über den aktuellen Stand beim Crowdfunding. Es mag ein Minimalziel sein, aber es ermöglicht den Fortgang des Projektes und verschafft weitere Zeit.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 27. April 2017, 09:37:03
Aktuell fehlen nur noch 2.918 € bis zur Fundingschwelle. Zumindest diese Minimalziel dürfte als erreicht werden.

Ja, davon gehe ich mittlerweile auch aus. Die Hälfte, also 25.000 Euro, waren jeweils Einzelspenden à 5.000 Euro. Zwei davon erfolgten jeweils gestern und vorgestern.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 27. April 2017, 13:42:13
Das Geschäftsfeld von HE Space ist aber in der Diskussion dieses speziellen Projektes unerheblich. Das begründe ich wie folgt: Mir ist keine Personalvermittlung oder auch "Leiharbeitsfirma" bekannt, die zwei Arbeitskräften eine höchst kostspielige 18 monatigen Ausbildung zukommen lassen würde... um dann ihre Arbeitskraft zu vermitteln. Das rentiert sich nicht.
HE Space bildet sonst nicht aus, sondern arbeitet mit bereits voll ausgebildeten, erfahrenen Fachkräften. Das ist bei diesem Projekt vollkommen anders.
Sowohl die Funktion von HE Space, als auch die Ambitionen, bei diesem speziellen Projekt können deswegen meiner Meinung nach nicht auf "Leiharbeit" reduziert werden.
Die Absicht und Ursache dieses Projektes wird damit ganz ungenügend beschrieben.
HE Space sammelt Geld ein für eine kostspielige Ausbildung, die nach obige Darstellung aber gar nicht rentable in das Geschäftsmodell von HE Space (Personalvermittlung) reinpassen. Was ist dann die Funktion von HE Space bei diesem Projekt ?

Konsequenterweise brauchen sie nach meinem Verständnis jetzt einen Kunden für ihre spätere Beauftragung einer dieser beiden, bis 2020 als Astronautinnen hoch ausgebildeten Fachkräfte. Gibt es den ? Wenn ja wer ?
Wenn es den derzeit nicht gibt, wer trägt das Risiko in die Ausbildung umsonst zu investieren ?

Oder habe ich das falsch verstanden ?
Oder erledigt sich alles von alleine da das crowdfunding bestenfalls 0,25% der Gesamtsumme aufbringt (125 Teuro von 50 Mio Euro) ? Oder hofft HE Space auf ein Wunder ?

Für potentielle Kunden wäre ja die Alternative sich eines bereits ausgebildeten  ESA-Astronauten zu bedienen, da gibt es auch Astronautinnen (na gut, nur eine). Und für alle Forschungsvorhaben auf der ISS ist es egal ob Mann oder Frau, außer die Astronautin selbst wird zum Forschungsobjekt.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 27. April 2017, 14:15:44
Konsequenterweise brauchen sie nach meinem Verständnis jetzt einen Kunden für ihre spätere Beauftragung einer dieser beiden, bis 2020 als Astronautinnen hoch ausgebildeten Fachkräfte. Gibt es den ? Wenn ja wer ?
Wenn es den derzeit nicht gibt, wer trägt das Risiko in die Ausbildung umsonst zu investieren ?

Wenn ich das richtig verstanden habe, soll das ja durch die Spenden abgedeckt werden? Das würde HESO bzw. "Die Astronautin" also erstmal "nur" den administrativen Aufwand kosten, oder übersehe ich da was? (Durch die Gründung der gGmbH könnten ja auch nach dem Crowdfunding noch weiter Spenden gesammelt werden.)

Zudem hatten die beiden Damen in einem Interview von letzter Woche erwähnt, dass sie erstmal in ihren jeweiligen Berufen bleiben und das Training in ihrer Freizeit absolvieren würden. Der Verlust von Freizeit wäre also erstmal das Hauptrisiko in dieser Angelegenheit. Das Gesamtrisiko ist somit auf die Spender und die Astronautinnen ausgelagert, wenn ich das richtig sehe. HESO hat da außer Glaubwürdigkeit nicht so viel zu verlieren, falls das Ganze scheitert.

Für potentielle Kunden wäre ja die Alternative sich eines bereits ausgebildeten  ESA-Astronauten zu bedienen, da gibt es auch Astronautinnen (na gut, nur eine). Und für alle Forschungsvorhaben auf der ISS ist es egal ob Mann oder Frau, außer die Astronautin selbst wird zum Forschungsobjekt.

In dem Zusammenhang ist die Aussage von Frau Baumann (Link auf S. 9) auf Facebook interessant:

Zitat
The other great opportunity we have with this project is to show how slim and efficient you can do training for astronauts when you do it "commercially". We won't need to "be kept happy" as we wait years for our launch and do extra training.

Ich interpretiere das so, dass sie einen dicken Preisvorteil ggü. der ESA bieten wollen. Inwiefern das gelingen kann, ohne sich selbst oder das Projekt des Kunden in Gefahr zu bringen, kann ich allerdings nicht beurteilen. Das käme wohl drauf an, was der Kunde überhaupt vor hat und wie seine Gewichtung der Kriterien ausschaut: "Ist in allen Facetten mehrfach trainiert und hat viel Routine" vs. "kostet nicht so viel".
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Sensei am 27. April 2017, 14:33:55
Was müssen Astronauten eigentlich (missionsunspezifisch) trainieren?

Auf dem Weg hoch und runter sind sie meist nur passive Passagiere.
Wenn sie oben sind werden sie wohl experimente betreuen in die sie erst direkt vor der Mission eingewiesen werden. Und bei der sie zumeist nur 'Knöpfchendrücker' (nicht abwertend gemeinst) sein werden.

Muss man dazu Astronauten wirklich jahrelang auf der Gehaltsliste halten?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 27. April 2017, 15:17:45
... In dem Zusammenhang ist die Aussage von Frau Baumann (Link auf S. 9) auf Facebook interessant:
Zitat
The other great opportunity we have with this project is to show how slim and efficient you can do training for astronauts when you do it "commercially". We won't need to "be kept happy" as we wait years for our launch and do extra training.
Ich interpretiere das so, dass sie einen dicken Preisvorteil ggü. der ESA bieten wollen.

Ginge das auch mit männlichen Astronauten ?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 27. April 2017, 19:23:36
Ginge das auch mit männlichen Astronauten ?

Private Rekrutierung, und die Preise der ESA privat unterbieten? Ich denke schon. Theoretisch jedenfalls. Es wird genug Enthusiasten geben, die - damit sie mal auf die ISS kommen - bei sowas mitmachen würden, wenn's bei der ESA nicht klappt. Nur werden halt insgesamt nicht so viele Astronauten gebraucht, weil man im Zweifelsfall nicht weiß, wohin mit ihnen. Der Markt bzw. die Möglichkeiten für solche Businesses sind also schon von extern begrenzt. Die ISS ist auf die Dauer für 7 Leute ausgelegt, wobei es natürlich beim Crewwechsel auch mal kurzzeitig zwei mehr werden können. Die Japaner, Amerikaner und die Russen wollen ja auch noch Plätze haben. Und nach 2024, spätestens 2028, ist mit der ISS in der bisher bekannten Form eh Schluss. Wer dann überhaupt noch dahin fliegt, für wen und wofür, steht buchstäblich in den Sternen, und das scheint mir das eigentliche Problem zu sein.

Das ist ja noch so ein Punkt, wo ich mich frage, wie HESO sich das dann vorstellt. Was machen die beiden Damen, wenn drei oder vier Jahre nach ihrem ersten Aufenthalt die ISS verschrottet werden sollte? (Frau Baumann deutet ja schon jetzt an, dass es vielleicht doch erst 2021 werden könnte. Soso...) In ihre alten Berufe zurück kehren, oder für PR durch die Lande tingeln? Sich bei der ESA bewerben? Eine neue Raumstation wird HESO ihnen wohl kaum bauen können. Das stemmt man derzeit nur als Staat oder Staatengemeinschaft. Darum kann die ESA sich ja auch leisten, Astronauten eben nicht im Holladihopp-Verfahren sondern so gründlich wie möglich auszubilden und auch in Wartezeiten auf diesem Stand zu halten, bis wieder ein Einsatz kommt. Klar ist das dann vielleicht teurer. Aber auch sicherer. Für die Astronauten, für deren internationale Kollegen, und auch für die Kunden. Wie HESO sich das in ihrem Fall vorstellt, ist mir nicht klar. Aber sie antworten ja auch nicht auf Fragen zu den Zukunftsperspektiven. *achselzuck*

Nun gibt es ja einige, die da meinen, man könne dann doch einfach auf die neue chinesische Raumstation ausweichen. Vor allem, falls die ISS nach 2024 dann doch kontrolliert zerstört wird. Die haben nur leider wohl so gar nicht auf dem Schirm, dass die aktuelle Tiangong2 noch viel kleiner ist als die ISS, und außerdem nur ein Testläufer für eine neue Station, die 2023 überhaupt erst starten soll. Und die zunächst für noch weniger Leute konzipiert sein wird - nämlich für langfristig nur 3, in Stoßzeiten für 6. China wird diese Station aber sicher nicht hauptsächlich Astronauten mit Minimal-- pardon "slim and efficient" Training überlassen, sondern vor allem in der Anfangsphase erfahrenen Experten. Ein bisschen mehr als sich da hoch schleudern zu lassen und ab und zu ein paar Knöppkes zu drücken, steckt nämlich schon dahinter. Dazu gibt's auf der ESA-Webseite einiges an Info. Also: Noch weniger Chancen für Private. Und die sowieso auch erst in 8 - 10 Jahren.

In diesem speziellen Fall hier hätte es mit Männern natürlich überhaupt nicht funktioniert. Weil ja schon das ganze Konzept darauf basiert, Empörung und Spendenbereitschaft aus der Tatsache zu generieren, dass noch keine deutsche Frau im All war. Dieser doch äh... etwas nationalistisch angehauchte Ansatz war ein weiterer Faktor, der mich persönlich vom Spenden abgeschreckt hat. In Zeiten, wo die EU kurz davor steht, auseinander zu brechen und den Frieden in Europa zu gefährden, braucht sowas nach meiner persönlichen Ansicht kein Mensch.

Gäbe es eine Initiative, die sämtliche Frauen Europas uneigennützig ermutigt und evtl. sogar trainiert, um sich bei der ESA zu bewerben, mit Einkommenssicherheit und Verträgen, die ohne Wenn und Aber auch über Durststrecken hinweg tragen, und mit allen Chancen, die eben nur staatliche Astronauten haben (Kommandantenposten!) -- ich wäre sofort mit 100 Euro dabei. Mindestens. Aber so? Wo nur Deutsche gefördert werden und es auch noch als Tugend verkauft wird, dass man Durststrecken selbst überbrücken muss und das Training aufs Minimum runtergefahren wird, damit man schön billig ist? No way.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Presto am 27. April 2017, 22:21:29
Bei der Crowdfunding-Kampagne wurde die Fundingschwelle von € 50.000.- heute Abend überschritten. Herzlichen Glückwunsch an die Initiatorinnen dieses faszinierenden Projektes!
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Doc Hoschi am 28. April 2017, 09:00:12
Und die zunächst für noch weniger Leute konzipiert sein wird - nämlich für langfristig nur 3, in Stoßzeiten für 6.
Da sollten wir schon etwas genauer sein. Geplant ist eine maximale Stammbesatzungsstärke von 3 Taikonauten (übrigens auch ursprünglich die maximale Kapa bei den kleineren Tiangong 1 und 2) und mit Stoßzeiten meinst du wohl Gastcrews (3 Personen und da wären somit immer potentiell Möglichkeiten da). Bei der MIR war es ja nicht anders: Die Stammbesatzung bestand aus zwei oder drei Kosmonauten. Sie wurde zeitweise durch eine dreiköpfige Gastmannschaft ergänzt. Und da waren nun bekanntlich wirklich sehr viele ausländische Gäste an Bord.

China wird diese Station aber sicher nicht hauptsächlich Astronauten mit Minimal-- pardon "slim and efficient" Training überlassen, sondern vor allem in der Anfangsphase erfahrenen Experten.
Welche Experten? Denkst du es gibt einen Führerschein zum Führen einer Raumstation für Astronauten und dass dieser dann gleich auch für chinesische Varianten gilt? Jeder Astronaut/Taikonaut müsste sich bei einer eventuellen Mission auf der neuen modularen chinesische Raumstation einem entsprechenden und für alle Raumfahrer (ob nun "Berufsastronaut" oder nicht) gleich langen und komplexen Training in China unterziehen.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 28. April 2017, 09:36:10
Welche Experten? Denkst du es gibt einen Führerschein zum Führen einer Raumstation für Astronauten und dass dieser dann gleich auch für chinesische Varianten gilt? Jeder Astronaut/Taikonaut müsste sich bei einer eventuellen Mission auf der neuen modularen chinesische Raumstation einem entsprechenden und für alle Raumfahrer (ob nun "Berufsastronaut" oder nicht) gleich langen und komplexen Training in China unterziehen.

Ist ja noch besser. Da kann der preisbewusste Kunde dann auch gleich die Chinesen mit seinem Projekt beauftragen. ^^
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 28. April 2017, 09:43:37
Bei der Crowdfunding-Kampagne wurde die Fundingschwelle von € 50.000.- heute Abend überschritten. Herzlichen Glückwunsch an die Initiatorinnen dieses faszinierenden Projektes!

Noch ist nicht Sonntag. Noch können Spenden auch wieder zurückgezogen werden.

Ich unterhielt mich übrigens gestern in meinem beruflichen Umfeld mit einem Unternehmer & Raumfahrtfan über das Projekt allgemein und das Crowdfunding insbesondere. Er sieht das CF etwas differenzierter als nur nach dem Gesichtspunkt, ob der anvisierte Mindestbetrag zusammen kam. Erstens fand er selbigen verwundernd gering. Darauf aufbauend meinte er, dass es ihn eher bedenklich stimmt, wenn man 2 ganze Monate gebraucht hat, um mit so viel Medienwirbel gerade mal 400 Leute zu aktivieren, um so eine Mini-Summe zusammen zu kriegen. Nach seiner Ansicht (die ich durchaus teile) ist das ein Zeichen, dass das Interesse durch das ganze Medienblabla nur simuliert und künstlich gepusht wurde, aber in der breiten Öffentlichkeit nie wirklich ankam. Dass die Hälfte der Summe auf das Konto von gerade mal 5 einzelnen Spendern geht (die wohl eher nicht den Otto-Normalverbraucher repräsentieren dürften), unterstreicht das nur noch. Für ihn käme eine Beteiligung da auch nicht in Frage, weil er den Eindruck hat, dass bei HESO das Verhältnis zwischen Aufwand und Ergebnis hinten und vorne nicht passt.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Doc Hoschi am 28. April 2017, 09:59:41
Ist ja noch besser. Da kann der preisbewusste Kunde dann auch gleich die Chinesen mit seinem Projekt beauftragen. ^^
Klar, wenn man denen alle technischen bzw. wissenschaftlichen Details überlassen möchte.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 28. April 2017, 10:19:03
Klar, wenn man denen alle technischen bzw. wissenschaftlichen Details überlassen möchte.

Die kriegen sie wahrscheinlich eh mit. A) weil sie garantiert vorab Rechenschaft über Zweck und Aufbau der geplanten Experimente auf ihrem Territorium fordern würden. Alleine schon aus Sicherheitsgründen. B) weil von ihrer Station wenig Daten je nach außen dringen werden, ohne dass China das mitbekommt. Egal, wer sie versendet.

Aber OK, das gleitet jetzt in Spekulationen über zukünftige Aktivitäten auf noch zu bauenden Raumstationen ab. Gehört wahrscheinlich eher in den Thread über die ISS-Nachfolge.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: ZeT am 28. April 2017, 10:22:51
Kann natürlich durchaus sein, das sie auf günstige Preise mit SpaceX spekulieren. Wen die bis dahin iwas manrated auf die Reihe gebracht haben und ihre anvisierten Preise auch anbieten können, dann wäre das doch eine sinnvolle Option.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 28. April 2017, 10:45:17
Zunächst einmal: Glückwünsche an das Projekt zum erfolgreichen Crowdfunding für den nächsten Abschnitt des Weges. Ich habe mich, das überrascht jetzt hier niemanden, sehr gefreut das zu lesen. :)

Ich sehe es so: wenn jemand z.B. ein Crowdfunding macht für eine clever konzipierte Reisejacke, dann können dabei schon mal 45.000 Unterstützer und 9,19 Millionen zusammenkommen.
http://www.wiwo.de/erfolg/trends/crowdfunding-die-9-millionen-dollar-jacke/12275864.html (http://www.wiwo.de/erfolg/trends/crowdfunding-die-9-millionen-dollar-jacke/12275864.html)
Denkt man nicht, ist aber so - weil jeder diese Jacke nutzen kann.

Dieses Projekt ist in vielen Aspekten anders.

Raumfahrt ist kein Masseninteresse... wir bedauern das alle, es ist aber leider so.
Und aus dieser kleineren Interessengruppe spenden nur jene, die sich mit den Zielen und Ambitionen identifizieren können... OBWOHL es sie direkt nicht betreffen wird, denn sie fliegen nicht zur ISS.

Summe und Spenderzahl sind somit erklärlich.
Daraus die Zukunft dieses Projektes abzuleiten halte ich für unmöglich. Denn es wird bei den Gesamtkosten auch darum gehen Wirtschaftsunternehmen und Organisationen auf die Spenderliste zu bekommen. Und das braucht PR bis der Arzt kommt - denn Unternehmen finden nur attraktiv, was ihnen Aufmerksamkeit und gutes Image einbringt.
Ich betrachte die PR als ein sehr sinnvolles Werkzeug diese Aufmerksamkeit zu kreieren.

Low-Cost-Aspekt:
Die Raumfahrt ist in einem Umbruch. Der kommerzielle Sektor wächst und erobert sich Raum durch Preisgünstigkeit. Das muss Grenzen haben... Sicherheitsaspekte betreffend zum Beispiel.
Es wird immer Bereiche geben, die den staatlichen Raumfahrtorganisationen vorbehalten bleiben (was ich ausdrücklich gut finde), aber Raumfahrt wird auch zu einem privaten Wirtschaftssektor. Auch darin sehe ich sinnvolle Aspekte, weil sie Raumfahrt erweitern.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 28. April 2017, 11:00:44
Kann natürlich durchaus sein, das sie auf günstige Preise mit SpaceX spekulieren. Wen die bis dahin iwas manrated auf die Reihe gebracht haben und ihre anvisierten Preise auch anbieten können, dann wäre das doch eine sinnvolle Option.
Aber das gilt doch nur für den Flug hin und zurück zur ISS. Wenn der Flug mehr als nur eine reine show sein soll, dann doch durch wissenschaftliche Experimente. Dazu braucht man eine entsprechende Infrastruktur und auch Flugdauer. Kann Dragon autonom 10 Tage im Orbit bleiben und eine crew versorgen ? Wieviel Experiment-Gerätschaften passen dann rein ?  Geht vielleicht alles, wohl mit einigen Einschränkungen.

Eine andere Frage ist bei mir durchs Hirn gekrochen:
Wenn beide die Ausbildung zunächst (bis wann ?) in ihrer Freizeit absolvieren, das aber quasi als Vorbereitung auf eine späteren kommerziellen Einsatz, dann ist das doch eine Nebentätigkeit, die der Arbeitgeber genehmigen muss. Auch wenn sie heute dafür nicht bezahlt werden dient es nicht der Erholung zwischen den Arbeitszeiten, die ist aber gesetzlich zu gewährleisten bzw. muss ermöglicht werden. Ist wohl alles eine Frage des zeitlichen Umfangs und der Tätigkeit. (Tauchkurs als Sport oder Sprachkurs ist wohl unkritisch, ich habe auch Hobbys).  Aber so gesehen würden Bundeswehr und Uni Bonn die Initiative unterstützen, außer sie verbieten es kategorisch. Das würde ich jetzt erstmal weniger erwarten.
(Im schlimmsten Fall beeinträchtigt die Nebentätigkeit einer Kampfpilotin der Bundesluftwaffe die Verteidigungsfähigkeit Europas und der NATO ?   ;))
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: AN am 28. April 2017, 11:55:21
...
(Im schlimmsten Fall beeinträchtigt die Nebentätigkeit einer Kampfpilotin der Bundesluftwaffe die Verteidigungsfähigkeit Europas und der NATO ?   ;))
Kaum - oder ist eh so, je nach Betrachtungsweise. Denn diese Jets, die Eurofighter, dürfen ja gar nicht so intensiv genutzt werden, wie ursprünglich geplant . Anders vertragen es angeblich die "modernen" Materialien des Fliegers nicht .... hat´ich mal gehört. Man könnte auch behaupten, die PilotInnen haben Zeit über ....

Axel
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 28. April 2017, 12:05:33
Bitte nur noch posten, wenn es zum Thema paßt und sachlich ist.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 28. April 2017, 13:14:47
Aber so gesehen würden Bundeswehr und Uni Bonn die Initiative unterstützen, außer sie verbieten es kategorisch. Das würde ich jetzt erstmal weniger erwarten.
Ich nutze die Gelegenheit Dir zuzustimmen.
Ich äußere die Vermutung, denn ich kann es nicht wissen, dass das Ausbildungskonzept individuell abgestimmt wird und sich der Doppelbelastung bewusst ist.
Und gerade von diesen beiden Arbeitgebern würde ich maximale Kooperation erwarten, denn der Imagegewinn beider ist im Falle eines Erfolges enorm.
Von der Bundeswehr ist ja bekannt, dass sie beispielsweise Spitzensportler aus ihren Reihen fördert - aus eben genau dem Grund.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: rok am 28. April 2017, 14:49:21
Wer sich von der Möglichkeit eines Aufenthalts auf der ISS (oder auch bei anderen vergleichbaren Projekten) dadurch abhalten lässt, dass seine/ihre Karriere einen Knick bekommen könnte, der hat in der Raumfahrt nicht unbedingt was verloren. Wenn allen Wissenschaftlern oder Ingenieuren eine bruchfreie Karriere wichtiger wäre als beispielsweise die Beteiligung an "startup"-Unternehmen, langen Messfahrten mit ungewissem Ausgang usw., dann hätten wir heute eine Mainstream-Forschung, die vermutlich viele Jahrzehnte hinter dem heutigen Stand zurück läge.

Und für die zwei betreffenden Frauen wird sich der Hype um "die erste deutsche Astronautin" bei einer späteren beruflichen Bewerbung sicherlich positiv auswirken, es sei denn, frau ist damit zufrieden nach einigen Jahren als Kampfpilotin Ausbilderin zu werden und die Karriere schließlich am Schreibtisch als Planerin für Piloteneinsätze oder im Beschaffungswesen zu beenden. Oder auch von einem wissenschaftlichen Projekt ins nächste zu wechseln, jeweils mit befristeten oder drittmittelabhängigen Verträgen, was prinzipiell auch ein "Schleudersitz" ist.

Robert
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 28. April 2017, 16:23:55
Noch ist nicht Sonntag. Noch können Spenden auch wieder zurückgezogen werden.

Eher das Gegenteil, eben ist eine Spende von 15.000 € eingegangen!  Aktueller Stand Crowdfunding jetzt: 66.000 €   
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: ZeT am 28. April 2017, 17:06:08
Ich sehe es so: wenn jemand z.B. ein Crowdfunding macht für eine clever konzipierte Reisejacke, dann können dabei schon mal 45.000 Unterstützer und 9,19 Millionen zusammenkommen.

Es kann halt auch mal so ausgehen: FUNDS RAISED 147,961,215$ - STAR CITIZENS 1,796,209 :D

Die Frage die sich die meisten stellen ist der Mehrwert der sich daraus ergibt.

Okay, die erste Hürde ist genommen, nur wie geht es weiter? Da ich mich mit dem Projekt nur ganz am Rande beschäftige, hab ich da keinen Überblick. Gibt es einen offiziell einsehbaren Businessplan? Wo kommen die restlichen 40 Mio her. Also konkrete Aussagen.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 28. April 2017, 17:29:03
Das BMWi verlinkt offiziell auf die Initiative:
Zitat
Mit gezielten Initiativen wie „Die Astronautin“, dem Wettbewerb Ideenflug und dem „ILA Future Lab“ unterstützt Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries die Förderung von MINT-Berufen auch in der Luft-und Raumfahrtindustrie.
http://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/luft-und-raumfahrt.html (http://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/luft-und-raumfahrt.html)


Ich vermute mal, dass man beim DLR zum Förderprogramm "Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen 2008-2020" einen Projektantrag gestellt hat.
http://www.dlr.de/pt/desktopdefault.aspx/tabid-9471/19680_read-43920 (http://www.dlr.de/pt/desktopdefault.aspx/tabid-9471/19680_read-43920)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: rok am 28. April 2017, 18:34:47
Naja, ich zitiere mal die beiden Sätze aus dem verlinkten Artikel, in denen Frau Zypries erwähnt wird:

Brigitte Zypries, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie und Koordinatorin der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, zur Entscheidung: „Mit Insa Thiele-Eich und Nicola Baumann schickt Deutschland zwei hervorragende Frauen... " und so weiter.

Brigitte Zypries, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie und Koordinatorin der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, unterstützte die Auswahl als außerordentliches Jury-Mitglied und traf die beiden Frauen noch am Morgen.

Das ist echte Wissenschafts- und Genderförderung, aber sie kostet zumindest nichts außer der Reiskosten für Frau Z.

Robert
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 28. April 2017, 21:14:48
Ich vermute mal, dass man beim DLR zum Förderprogramm "Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen 2008-2020" einen Projektantrag gestellt hat.

Einen konkreten Antrag in einem bestimmten Programm sah ich bisher noch nicht erwähnt. Könnte aber natürlich sein.  Ich habe allerdings wie gesagt die Info direkt vom DLR, dass das "eine Privatinitiative ist und bleibt" Die Unterstützung erschöpfte sich hier auf die Hilfe bei der Auswahl. Im Gegenzug gab's eine Ladung medizinische Daten. Eventuell auch Geld - das weiß ich nicht.
Von einer anderen Dame, die selbst Kandidatin war und für eigene Projekte Förderung beim DLR beantragt hat, verlinke & zitiere ich hier mal Folgendes:

Zitat
Das DLR hat gar kein Geld dafür. Dafür kann man gerne mal bei der Abteilung "Bemannte Raumfahrt und Exploration" nachfragen. Was ich im übrigen letztes Jahr für #MIRIAM2 getan habe. Und da wurde es mir gesagt.

https://twitter.com/zerog2002/status/855133593991094272 (https://twitter.com/zerog2002/status/855133593991094272) und https://twitter.com/zerog2002/status/855133901823541248 (https://twitter.com/zerog2002/status/855133901823541248)

Für die Motivation potenzieller Geldgeber ist es natürlich günstiger, sie weiter glauben zu lassen, da ginge vielleicht noch was. Nur können die ja schließlich auch lesen...

Zitat von: rok
Wenn allen Wissenschaftlern oder Ingenieuren eine bruchfreie Karriere wichtiger wäre als ...

Nun ja. In ca. 400 km Höhe sausen einige Herrschaften um die Erde, bei denen das eben auch anders geht. Die ESA-Astronauten haben faire und unbefristete Verträge. Sie verdienen zwar nicht die Unsummen, die man ihnen gerne andichtet, aber keiner von denen muss nebenher noch seine und seiner Familie Brötchen in einem anderen Beruf verdienen. Weder während der Ausbildung, noch zwischen seinen Flügen, noch nach der aktiven Phase.
 
Eine Frau ohne finanzielles Polster oder Rückhalt hätte bei diesem Projekt hier jedoch verloren, egal wie perfekt sie sonst geeignet wäre. Das gesamte unternehmerische Risiko ist hier auf die Damen (und die Spender) ausgelagert. Bei der ESA nicht. Das zum Thema "Gleichberechtigung". Dass die beiden Finalistinnen es sich irgendwie leisten können, macht's imho keinen Deut besser. Sie sind in dieser Hinsicht ziemlich privilegiert.

Aber mal was anderes in dem Zusammenhang: Wurden die Damen Baumann und Thiele-Eich eigentlich in irgendeinem Interview schon gefragt, wie lange sie bereit bzw. verpflichtet sind, auf eine Fluggelegenheit zu warten? Die Antwort auf diese Frage würde mich sehr interessieren.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tobi am 28. April 2017, 21:19:03
Das BMWi verlinkt offiziell auf die Initiative:
Zitat
Mit gezielten Initiativen wie „Die Astronautin“, dem Wettbewerb Ideenflug und dem „ILA Future Lab“ unterstützt Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries die Förderung von MINT-Berufen auch in der Luft-und Raumfahrtindustrie.
http://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/luft-und-raumfahrt.html (http://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/luft-und-raumfahrt.html)

Was hat der Weihnachtsmann mit "die Astronautin" zu tun?

Der Nachwuchs bekommt immer die Wahrheit heraus. Danach fühlt man sich betrogen und dreht der Raumfahrt oder MINT doch lieber den Rücken zu.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 28. April 2017, 21:46:01
Okay, die erste Hürde ist genommen, nur wie geht es weiter? Da ich mich mit dem Projekt nur ganz am Rande beschäftige, hab ich da keinen Überblick. Gibt es einen offiziell einsehbaren Businessplan? Wo kommen die restlichen 40 Mio her. Also konkrete Aussagen.

Ja, ich bekam in der zweiten Märzwoche die sehr konkreten Aussagen, dass es noch keine Verträge gebe und man den Businessplan daher noch nicht erläutern wolle. Diese Aussage kam vom selben Organisator, der mir hintenrum vorwarf, ich würde ihm mit meinen Fragen seinen Job miesmachen. Und beim nächsten Blick auf Twitter war auch diese Antwort... gelöscht. Genau wie bei anderen Gelegenheiten die Antworten zum Crowdfunding.
(Ich habe von allen Aussagen Screenshots.)

Kann man nur hoffen, dass sie den Plan wenigstens den potenziellen Geldgebern erläutern. Einfach nur "Deutsche Frau im All!!einself!" wird denen eher nicht genügen.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Schillrich am 28. April 2017, 21:51:00
Ich vermute mal, dass man beim DLR zum Förderprogramm "Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen 2008-2020" einen Projektantrag gestellt hat.

Einen konkreten Antrag in einem bestimmten Programm sah ich bisher noch nicht erwähnt. Könnte aber natürlich sein.  Ich habe allerdings wie gesagt die Info direkt vom DLR, dass das "eine Privatinitiative ist und bleibt" Die Unterstützung erschöpfte sich hier auf die Hilfe bei der Auswahl. Im Gegenzug gab's eine Ladung medizinische Daten. Eventuell auch Geld - das weiß ich nicht.
Von einer anderen Dame, die selbst Kandidatin war und für eigene Projekte Förderung beim DLR beantragt hat, verlinke & zitiere ich hier mal Folgendes:

Zitat
Das DLR hat gar kein Geld dafür. Dafür kann man gerne mal bei der Abteilung "Bemannte Raumfahrt und Exploration" nachfragen. Was ich im übrigen letztes Jahr für #MIRIAM2 getan habe. Und da wurde es mir gesagt.

https://twitter.com/zerog2002/status/855133593991094272 (https://twitter.com/zerog2002/status/855133593991094272) und https://twitter.com/zerog2002/status/855133901823541248 (https://twitter.com/zerog2002/status/855133901823541248)

...


Da muss man etwas das DLR kennen und über welches Geld wir hier reden. Das ist nicht alles eins in einem Topf:
Mit dem ersten Geld forschen die Forschungsinstitute im und für das DLR. Das ist quasi direktes DLR-Geld.
Das zweite Geld der Förderprogramme wird treuhänderisch von sog. Projektträgern verwaltet, für ganz Deutschland. Das heißt, das ist kein DLR-Geld. Drei dieser Projektträger sitzen im DLR, der Projektträger Luftfahrt für das Luftfahrtforschungsprogramm, das Raumfahrtmanagement für das nationale Raumfahrtprogramm und der "große Projektträger" für allerhand andere Forschungsförderung, u.a. dieses o.a. MINT.

Also, für neue Astronauten gibt es kein Budget im nationalen Programm im Raumfahrtmanagement (da sitzt auch die Abteilung "Astronautische Raumfahrt und Exploration"). Für Gender- und Bildungsforschung gibt es ein Budget im großen Projektträger. Man kann versuchen dort eine Zuwendung zu ergattern, wenn Geld da ist und das Thema im Bundesinteresse ist. Damit finanziert man aber keine Raumfahrtmission, sondern Gender-Bildungsarbeit.

Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 28. April 2017, 22:18:10
Also, für neue Astronauten gibt es kein Budget im nationalen Programm im Raumfahrtmanagement (da sitzt auch die Abteilung "Astronautische Raumfahrt und Exploration"). Für Gender- und Bildungsforschung gibt es ein Budget im großen Projektträger. Man kann versuchen dort eine Zuwendung zu ergattern, wenn Geld da ist und das Thema im Bundesinteresse ist. Damit finanziert man aber keine Raumfahrtmission, sondern Gender-Bildungsarbeit.

Das passt zur Antwort, die Frau Baumann vor ein paar Tagen auf Facebook gab, bzgl. der beiden Unternehmen im Impressum von "Die Astronautin":

Zitat
The creators of the project have founded a startup (commercial) company and a nonprofit organization now (two different entities!). The money from the crowdfunding will be used to kickstart that startup and gives us two things: time to find bigger sponsors and opportunities to start with the training. Of course it will never be enough to go all the way to space. But it can also be demonstrator to other big companies that people are interested and support this project.
The non-profit is then supposed to enable us to work with schools, students and other groups that could benefit from positive encouragement.

Wenn es Geld von den Projektträgern gibt, würde das also an die neue gemeinnützige GmbH fließen, für die Arbeit an Schulen. Während die kommerzielle neue GmbH das Geld vom Crowdfunding erhält. Das allerdings würde ja auch bedeuten, dass es für den Flug der Damen oder ihre Ausbildung  - wie du schon sagst - eben tatsächlich keine Unterstützung gibt, richtig?

Zitat
I think by the beginning of 2018 we will know a lot more. Talks are happening right now and should yield (preliminary) results latest by that time.

Preliminary. Währenddessen laufen anderswo dann aber schon konkrete Buchungen für ISS-Plätze in 2021.
Das äh... wird noch spannend, scheint mir.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tobi am 28. April 2017, 22:29:28
Wer zur ISS fliegt, entscheiden die beteiligten Agenturen und niemand anderes. Realistischerweise bleibt eigentlich nur der Weg über Roskosmos. NASA, ESA, JAXA und CSA starten nämlich nur ihre eigenen Astronauten.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 28. April 2017, 22:48:33
Wer zur ISS fliegt, entscheiden die beteiligten Agenturen und niemand anderes. Realistischerweise bleibt eigentlich nur der Weg über Roskosmos. NASA, ESA, JAXA und CSA starten nämlich nur ihre eigenen Astronauten.

Ach wo. Mit dieser App sind wir bald alle Astronauten, und er fliegt uns dann da hoch, verspricht neuerdings ein Finne: https://www.wired.de/collection/science/space-nation-astronauten-trainings-app-interview (https://www.wired.de/collection/science/space-nation-astronauten-trainings-app-interview)

Zitat
Die Idee: Mit einer Game-App kann jeder die Fähigkeiten trainieren, die ein Astronaut haben muss. Der Clou: Nach einem mehrstufigen Auswahlprozess fliegt ein Gewinner tatsächlich ins All. Spätestens 2019 soll es den ersten suborbitalen Flug geben, später – so der Plan – werden die Gewinner in den Erdorbit und darüber hinaus geschickt.

Sorry. Kleiner Scherz am Rande.
(Wobei der Typ das aber wohl ernst meint. ^^)

Gute Nacht!
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 28. April 2017, 22:59:35
Ach wo. Mit dieser App sind wir bald alle Astronauten, und er fliegt uns dann da hoch, verspricht neuerdings ein Finne: https://www.wired.de/collection/science/space-nation-astronauten-trainings-app-interview (https://www.wired.de/collection/science/space-nation-astronauten-trainings-app-interview)

Zitat
Die Idee: Mit einer Game-App kann jeder die Fähigkeiten trainieren, die ein Astronaut haben muss. Der Clou: Nach einem mehrstufigen Auswahlprozess fliegt ein Gewinner tatsächlich ins All. Spätestens 2019 soll es den ersten suborbitalen Flug geben, später – so der Plan – werden die Gewinner in den Erdorbit und darüber hinaus geschickt.

Sorry. Kleiner Scherz am Rande.
(Wobei der Typ das aber wohl ernst meint. ^^)

Gute Nacht!
Gut daß wir ein langes Wochenende haben, So können wir jetzt alle spielend Astronaut werden. 2019 oder 2020 gibt es dann den ersten Raumcon in-space Stammtisch. Geht also doch ohne 50 Mio.   ;)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Presto am 29. April 2017, 09:24:34
Bis Freitagabend wurde bereits ein Betrag von mehr als 66.000 Euro erreicht. Die Crowdfunding-Kampagne läuft noch bis Sonntagabend:

https://www.startnext.com/dieastronautin (https://www.startnext.com/dieastronautin)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Presto am 29. April 2017, 10:42:40
Ich bin immer wieder überrascht darüber, mit welcher Beharrlichkeit und mit welchem geradezu missionarischen Eifer Einzelne in diesem Forum immer wieder gegen das Projekt "Die Astronautin" predigen, wobei die Beiträge dieser "Prediger" nicht selten Ignoranz und Überheblichkeit erkennen lassen.

Diese "Prediger" erkennen nicht, dass es zunächst ein ganz entscheidender Schritt ist, das Projekt anzuschieben, und dass solche Projekte häufig eine starke Eigendynamik entwickeln, wenn die ersten kleinen Schritte erfolgreich gegangen wurden.

In den kommenden 18 Monaten werden die beiden Siegerinnen des vom DLR durchgeführten Auswahlverfahrens ihre Astronautenausbildung absolvieren. Zeitlich parallel hierzu kann eine detaillierte Planung für das Projekt erarbeitet werden, deren Kern ein anspruchsvolles wissenschaftliches Programm sein wird. Spätestens dann werden sich auch Sponsoren aus der Industrie finden, die den Flug einer Astronautin zur ISS finanzieren. Im Hinblick auf den Werbewert dieser Mission, die in der Öffentlichkeit auf große Aufmerksamkeit stoßen wird, ist der für die Durchführung voraussichtlich erforderliche Betrag von 30 bis 50 Mio. Euro geradezu bescheiden.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 29. April 2017, 12:04:17
Ich bin immer wieder überrascht darüber, mit welcher Beharrlichkeit und mit welchem geradezu missionarischen Eifer Einzelne in diesem Forum immer wieder gegen das Projekt "Die Astronautin" predigen, wobei die Beiträge dieser "Prediger" nicht selten Ignoranz und Überheblichkeit erkennen lassen.

Die Moderatoren hatten doch darum gebeten solch unsachliche Vorwürfe nicht zu bringen. Da ist es doch eher Ignoranz diese Bitte nicht zu befolgen.
Im Übrigen:  'Ignoranz' bedeutet, bestehende Fakten oder Schlussfolgerungen nicht wahrhaben zu wollne beziehungsweise diese einfach nicht zu befolgen. @Presto:  Bitte erläutere dann mal welche Fakten die von dir titulierten Prediger nicht zur Kenntnis nehmen.
'Überheblichkeit' bedeutet, zu behaupten es besser zu wissen. @Presto:  Dann erläutere bitte im Detail welche Behauptungen der Prediger du mit existierenden Fakten widerlegen kannst.

Diese "Prediger" erkennen nicht, dass es zunächst ein ganz entscheidender Schritt ist, das Projekt anzuschieben, und dass solche Projekte häufig eine starke Eigendynamik entwickeln, wenn die ersten kleinen Schritte erfolgreich gegangen wurden.

Anscheinend stimmt du zu daß diese Eigendynamik benötigt wird damit das ganze Projekt überhaupt funktioniert. Mein Verständnis ist daß die Prediger diese mögliche Eigendynamik wohl erkennen, sie aber für falsch halten, da das Geld auf andere Weise eher zum Ziel führt.


In den kommenden 18 Monaten werden die beiden Siegerinnen des vom DLR durchgeführten Auswahlverfahrens ihre Astronautenausbildung absolvieren. Zeitlich parallel hierzu kann eine detaillierte Planung für das Projekt erarbeitet werden, deren Kern ein anspruchsvolles wissenschaftliches Programm sein wird. Spätestens dann werden sich auch Sponsoren aus der Industrie finden, die den Flug einer Astronautin zur ISS finanzieren. Im Hinblick auf den Werbewert dieser Mission, die in der Öffentlichkeit auf große Aufmerksamkeit stoßen wird, ist der für die Durchführung voraussichtlich erforderliche Betrag von 30 bis 50 Mio. Euro geradezu bescheiden.

Das DLR hat nicht die Kandidaten ausgewählt sondern die Inititative unter der Führung von HE Space. Das DLR hat lediglich bei der medizinischen Beurteilung mitgearbeitet, und zwar für die Initiative kostenlos da man ein eigenenes Interesse an den Daten hat. Im Gegenteil, das DLR hat ja eindeutig gesagt daß deren Unterstützung lediglich ideel ist und nicht zu finanzieller Unterstützung führt. Mal sehen ob es dabei bleibt. Den Werbewert sehe ich nicht, da der Normalverbraucher sich nichts kaufen kann was durch diese Mission ermöglicht wurde (außer bisher überteuerte T-shirts). Die berühmte Teflonpfanne aus der Raumfahrt (stimmt aber nicht) kann jeder kaufen. Einen Mitflug in Begleitung von Fr. Baumann oder Fr. Thiele nicht. Für was soll geworben werden ?
Das anspruchsvolle wissenschaftliche Programm muss ja ein Interessent hervorbringen. Das ist nicht HE Space. Und DLR auch nicht, jedenfalls nicht für die beiden Damen, denn dafür hat DLR ja gerade Hr. Maurer ins ESA-Astronautenteam entsandt. Wieso sollte eine Industrie an DLR und ESA vorbei einen eigenen Raumflug zur Durchführung von Experimenten finanzieren, wenn sie das auch bei der ESA via DLR haben können. Du kannst gerne Beispiele anführen, wenn das Interesse belegbar ist.
Vom bescheidenen Betrag 30-50 Mio sind ja bis jetzt weniger als 2 Promille eingeworben worden. Das ist bescheiden. (da sieht man mal wie wenig Alkohol im Blut schon die Fahrtüchtigkeit entscheidend einschränkt.)
Da gibt es sicher Projekte im Bereich Chancengleichheit, MINT, usw. die mit 30-50 Mio deutlich größere Schritte machen könnten, die letztendlich viel nachhaltiger wären als ein 10-tägiger Raumflug einer privat finanzierten Astronautin.

Frage:  welchen Werbewert hatte der Raumflug von Anousheh Ansari vor fast 11 Jahren ?  Welche Forschungsergebnisse ?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 29. April 2017, 14:25:23
Ich bin immer wieder überrascht darüber, mit welcher Beharrlichkeit und mit welchem geradezu missionarischen Eifer Einzelne in diesem Forum immer wieder gegen das Projekt "Die Astronautin" predigen...
Das Forum bietet jedem Interessieren die Möglichkeit, seine Meinung zu bestimmten Aspekten zu äußern. Manche Wiederholungen sind vielleicht nicht so sinnvoll, aber dass kann man auch einfach mal zur Kenntnis nehmen. Ich mache mal den Versuch einer Zusammenfassung:

Die Initiative DieAstronautin findet viele Befürworter, auch hier im Forum und viele, die hier zwar lesen, aber nicht mitschreiben, finden die Aktion wirklich super - auch ganz im Sinne von "Raumfahrerinnen, dass wollen wir doch alle."
Es gibt aber auch manche, die sich aus verschiedenen Gründen kritisch geäußert haben:
- mit Blick auf den Organisator HE Space, weil privat/kommerziell, weil unkommunikativ, weil noch unfinanziert, ein staatliches Interesse privatisiert werden soll, weil hoher Erwartungshaltung aufgebaut wurde.
- mit Blick auf die Politik, weil die Zielsetzung nicht kommerziell, sondern national/genter/MINT-politisch angelegt ist.
- mit Blick auf das DLR(ESA), weil Forschung an anderer Stelle evtl. die Mittel fehlen könnten

Ich würde mich jedenfalls leichter tun, dass Projekt toll zu finden, wenn bestimmte Unklarheiten im Ansatz nicht vorlägen. (Denn ansonsten erinnert es doch schon sehr an die MarsOne Aktion).

Presdo spricht hier von anschieben, Eigendynamik, erste Schritte, parallel eine detaillierte Planung, Industriesponsoren, die zu einem erforderlichen Zielbetrag von 20-50 Mio € führen soll.

Einverstanden. Allerdings...

Ich bin jetzt auch kein Sponsoren-Experte, aber in solchen Fällen verweise ich gerne auf Sponsoring in Fußballvereinen. Ok, Schalke04 bekommt von Gazprom im Jahr 20 Mio €, aber der 1FC Köln auch nur noch 5 Mio €. Dahinter stehen klare Medienkennzahlen.

Also, ja, denkbar ist vieles, aber ein Pappenstiel ist es nicht gerade und da darf man mE. schon mal erwarten, welche konkreten Vorstellungen dazu existieren oder geprüft wurden, als man die Aktion in die Welt setzte.

Initative und neue Chancen sind toll, ein zweites Mars One können wir mE. nicht gebrauchen.


Edit tomtom: und weil es um Nationales und Frauen geht, der Hauptsponsor Allianz hat sich 2011 das Sponsoring der DFB-Frauen in einem 5-Jahres Vertrag 6 Mio € kosten lassen.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Rücksturz am 29. April 2017, 15:57:44
Auf facebook wird jetzt für Parabelflüge mit den beiden Astronautinnen-Kandidatinnen geworben:
https://www.facebook.com/plugins/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2FDieAstronautin%2Fposts%2F1180675455378150%3A0&width=500 (https://www.facebook.com/plugins/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2FDieAstronautin%2Fposts%2F1180675455378150%3A0&width=500)

Demnach kann man sich für 10.500 € einen der limitierten Plätze ergattern, wenn man sich bis zum 10.05.2017 anmeldet.
Damit würde auch das weitere Training der Kandidatinnen unterstützt.

Sehen wir da gerade das nächste kleine Puzzelstück des Bussines-Plans von HE Space?  8)

Kann jemand den genannten Betrag einschätzen, was kostet so ein Parabelflug für Otto-Normal-Raumfahrtfan?  ::)

Viele Grüße
Rücksturz

Edit: Schreibfehler korrigiert.
Edit 2: Sehe gerade, dass das mein 1000ster Post war!  :)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Nitro am 29. April 2017, 16:13:04
Ein einfacher Parabelflug kostet um die 6000 Euro pro Person. Mit einem Zusatz wie ein paar Tagen "Astronautentraining" kann der Preis schon mal auf 12000 - 15000 Euro ansteigen.

Es kommt also ein wenig darauf an, was genau hier geboten wird. Leider gibt der Eintrag auf Facebook dazu nicht genug Informationen her.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: ZeT am 29. April 2017, 22:02:10
Es kommt also ein wenig darauf an, was genau hier geboten wird. Leider gibt der Eintrag auf Facebook dazu nicht genug Informationen her.

" Nehmt gemeinsam mit den zwei #AstronautinTrainees Nicola Baumann und Insa Thiele-Eich an einem exklusiven Parabelflug teil."

Klingt wie ein Parabelflug.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Doc Hoschi am 29. April 2017, 22:22:52
Ich denke den eigentlichen Parabelflug hat Nitro ja nicht in Zweifel gestellt, sondern sich über die begleitenden "Extras" bzw. den Umfang des Parabelflugpakets gefragt. Darüber gibt der Eintrag keinen Hinweis.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 29. April 2017, 22:50:10
Also, ja, denkbar ist vieles, aber ein Pappenstiel ist es nicht gerade und da darf man mE. schon mal erwarten, welche konkreten Vorstellungen dazu existieren oder geprüft wurden, als man die Aktion in die Welt setzte.

Die Vorstellungen im crowdfunding-Aufruf sind doch:
Zitat
Mit Erreichen der Fundingschwelle von 50.000 Euro finanzieren wir:
    Tauchschein 10.400 Euro
    Training Grundlagen Raumstation 19.600 Euro
    Überlebenstraining 19.600 Euro

Mit Erreichen des Fundingsziels von 125.000 Euro finanzieren wir außerdem:
    Trainings für Fitness, Russische Sprachkenntnisse und Medienkompetenz 21.400 Euro
    Belastbarkeitstraining 43.400 Euro
    Technische Grundlagenkenntnisse – Raumfahrttechnik Seminare 10.700 Euro

Mit Überschreiten des Fundingsziels verwirklichen wir:
    Parabelflüge 87.500 Euro
    Sozialkompetenz-Training 16.000
Die ersten drei Abschnitte sind wohl finanziert. Vom zweiten Block dazu fast 'Trainings für Fitness, Russisch und Medienkompetenz', bzw. sicher finanziert 'Grundlagen Raumfahrttechnik' (das könnte man auch an der BW-Uni in ein paar Vorlesungen lernen, wäre dort billiger und zumindest für Fr. Baumann kostenlos.)

Für den Parabellflug werden weitere 87,5 Tsd Euro benötigt. Dazu gibt es nun eine Aufruf, gegen 10500 Euro pro Person mitzufliegen:

" Nehmt gemeinsam mit den zwei #AstronautinTrainees Nicola Baumann und Insa Thiele-Eich an einem exklusiven Parabelflug teil."
Klingt wie ein Parabelflug.

Ein entscheidender Satz in der Parabelflug-Einladung ist doch:
"Mit eurer Teilnahme unterstützt ihr zudem weitere Trainingsprozesse."

Also müssen sich mindestens 8-9 Leute zu je 10,5 TsdEuro beteiligen um den Parabelflug selbst zu finanzieren. Und dann so weiter um die restlichen 99,5% der Gesamtkosten aufzubringen ?

Wenn das so weiter geht und in (großzügig geschätzten) 100 Tsd Euro Häppchen gefördert werden muss, dann benötigt man weitere 500 solcher Häppchen. Aber was will man bieten bei der Einwerbung von viel Geld zur Bezahlung des Flugs ? Reise zum Start ? Das geht billiger und verursacht auch Zusatzkosten für die Reisenden. Passfoto mit ins All senden ?

Schon jetzt haben viele Förderer insgesamt 67 Tsd Euro zusammengetragen ohne dafür eine Gegegnwert zu bekommen, die dürfen dann zusehen wie die nächsten Förderer für ihre Spenden wenigstens einen Parabelflug geboten bekommen. Ob die das toll finden ? Sie wussten es ja nicht und konnte sich ihr Geld nicht aufsparen für den Parabelflug.

..., eben ist eine Spende von 15.000 € eingegangen!  Aktueller Stand Crowdfunding jetzt: 66.000 €   
Diese Spenderin (Spender) hätte eine Parabelflug bekommen wenn er es gewusst hätte und entsprechend gewartet hätte.

Und bei all dem ist das Reiseziel überhaupt nicht klar. Auf der ISS sind die PLätze begrenzt und werden schon bis fast zum Ende der Nutzungsdauer vergeben. Andere Raumstationen sind nicht verfügbar. Und ohne eine irgendwie existierende Station kann man nicht forschen. Dann wird es eine rein politischer Stunt "Deutschland hat auch eine Frau ins Weltall entsandt" (nur kurz, ohne Ergebnis ?)

ich bin sehr für Raumfahrt, auch für astronautische. Aber es solte doch im Rahmen der notwendigen internationalen Zusammenarbeit erfolgen, so wie sie in der ISS durch NASA, ESA, Roskosmos JAXA existiert. Nicht privatisiert ohne Vereinbarung.

Es gibt übrigens schon zwei Gewinner der Aktion:
Lt. Gebührenordnung gehen 4% der Spenden an die Banken und im Durchschnitt 3 % and die Organisation Startnext. Also derzeit 2700 bzw. 2000 Euro.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Schillrich am 29. April 2017, 23:15:30
Hallo Proton,

warum sollten Seminare an der Bw-Uni preiswerter sein? Die Wissensschaftler und Lehrkräfte dort sind doch nicht irgendwie "billiger" ... die sind voll ausgebildet, arbeiten wie an einer normalen Uni und haben genug zu tun. Jeder Zusatz erzeugt Aufeand, muss dort erstmal geplant, organisiert und mit Ressourcen ausgestattet werden. Und auch für Offiziere ist da nicht einfach, und gar kostenlos, ein Platz verfügbar. Außerdem, Piloten studieren im Normalfall nicht. Das sind schon so teure und wertvolle Spezialkräfte.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 29. April 2017, 23:27:23
Hallo Proton,

warum sollten Seminare an der Bw-Uni preiswerter sein? Die Wissensschaftler und Lehrkräfte dort sind doch nicht irgendwie "billiger" ... die sind voll ausgebildet, arbeiten wie an einer normalen Uni und haben genug zu tun. Jeder Zusatz erzeugt Aufeand, muss dort erstmal geplant, organisiert und mit Ressourcen ausgestattet werden. Und auch für Offiziere ist da nicht einfach, und gar kostenlos, ein Platz verfügbar. Außerdem, Piloten studieren im Normalfall nicht. Das sind schon so teure und wertvolle Spezialkräfte.
o.k., war wohl eher eine Vermutung oder eine anscheinend falsche Vorstellung, daß die Bundeswehr die eigenen Offiziere zu ihren Vorlesungen zulässt ohne nach Bezahlung zu fragen. Das wäre natürlich nur wenn die Grundlagen-Vorlesung sowieso stattfindent und dann zwei Zuhöhrerinnen mehr hat. Für spezielle Unterrichtunge ist das dann was anderes. Und die Qualifikation und Kompetenz der dortigen Professoren wollte ich in keiner Weise bezweifeln.
Ich gehe schon davon aus daß die angegebenen Kosten realistisch sind.

Im Übrigen, die Anmerkung mit der BW-Uni war in Klammern gesetzt, ich hätte wohl noch ein smiley dazufügen sollen. Es war nicht ganz ernst gemeint.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: ZeT am 30. April 2017, 02:00:35
Man sollte nicht vergessen, das die ihr Fundingziel noch lange nicht erreicht haben und nur knapp über die hälfte des anvisierten Betrags eingesammelt haben. Aktuell haben die noch 22 Stunden für 60000 Euro.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 30. April 2017, 19:43:35
Diese Spenderin (Spender) hätte eine Parabelflug bekommen wenn er es gewusst hätte und entsprechend gewartet hätte.

Diese Spender werden auf der Facebookseite erwähnt. Ist irgeneine Firma. Sie haben sich damit einen Tag mit der Astronautin gekauft. Da allerdings als Zeitraum "voraussichtlich Mai - Dezember 2017" genannt wird, ist es ein Tag mit einer Astronautin, die noch gar nicht im All war und auch vielleicht nie sein wird.

Und bei all dem ist das Reiseziel überhaupt nicht klar. Auf der ISS sind die PLätze begrenzt und werden schon bis fast zum Ende der Nutzungsdauer vergeben. Andere Raumstationen sind nicht verfügbar.

Sie können ja warten, bis Axiom mit ihrer Station fertig sind. Deren Launchdate war doch auch 2020. Vielleicht kann man das Ding ja gleich bemannt hoch schießen. ;D

ich bin sehr für Raumfahrt, auch für astronautische. Aber es solte doch im Rahmen der notwendigen internationalen Zusammenarbeit erfolgen, so wie sie in der ISS durch NASA, ESA, Roskosmos JAXA existiert. Nicht privatisiert ohne Vereinbarung.

Auf die Dauer wird die Privatisierung auch auf dem Sektor voran schreiten, und ich persönlich bin gar nicht mal zwangsläufig dagegen. Aber dann wäre wenigstens eine plausible Bedarfsanalyse und ein tragfähiger Finanz- und Zeitplan wünschenswert.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 30. April 2017, 20:00:56
ich bin sehr für Raumfahrt, auch für astronautische. Aber es solte doch im Rahmen der notwendigen internationalen Zusammenarbeit erfolgen, so wie sie in der ISS durch NASA, ESA, Roskosmos JAXA existiert. Nicht privatisiert ohne Vereinbarung.
Auf die Dauer wird die Privatisierung auch auf dem Sektor voran schreiten, und ich persönlich bin gar nicht mal zwangsläufig dagegen. Aber dann wäre wenigstens eine plausible Bedarfsanalyse und ein tragfähiger Finanz- und Zeitplan wünschenswert.
Wie gesagt, Privatisierung nicht ohne Vereinbarung. Bei einer Vereinbarung mit den die Raumstation betreibenden Agenturen, so wie SpaceX mit NASA, ist es durchaus machbar. Dann ergeben sich auch die Finanz- und Zeitpläne.
Was ich für nicht praktikabel halte ist eine Astronautin auszubilden (mit Ersatzfrau), ohne das klar ist wohin geflogen wird. Oder es gibt bereits eine Vereinbarung die (noch) nicht bekanntgegeben wurde.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 01. Mai 2017, 11:13:55
@Flyrider
Beim tauchen kommt es ein bisschen darauf an, wo man es tut. In Köln gibt es beispielsweise ein Becken, das sehr teuer wird, wenn man darin "baden geht"... Du findest es im EAC, im Europäischen Astronautenzentrum. Nur mal so als Überlegung, wie Kosten entstehen können wenn Astronauten zu Ausbildungszwecken tauchen.

Das mit dem EAC war wohl nur ein Beispiel und nicht konkret, aber nach einem Bericht soll der Tauchschein unter Weltraumbedingungen bei einem Anbieter in Frankreich gemacht werden.

http://www.weser-kurier.de/startseite_artikel,-mit-crowdfunding-ins-all-_arid,1591006.html (http://www.weser-kurier.de/startseite_artikel,-mit-crowdfunding-ins-all-_arid,1591006.html)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 01. Mai 2017, 13:15:19
Gespräche mit Boeing und SpaceX also. Und erste(!) Resultate werden (lt. Frau Baumann) in einem Jahr(!) erwartet. Und dann erst wollen sie auf Sponsoren zugehen? Sehe ich das richtig? Kann das irgendjemand hier detaillierter einschätzen/einordnen?

Wenn ich mir das Ende des Crowdfundings ansehe, hat die Initiative wohl ziemlich die Zielgruppe verfehlt. Von den 68.590 Euro gehen 40.750 auf das Konto von nur 7 Spendern. Spender Insgesamt: 458. Wie mein "Kollege" schon sagte: Nicht gerade viel, wenn man sich anguckt, was für ein Mordswirbel um die Sache veranstaltet wurde.

Der Satz "Für den ersten Trainingsabschnitt entstehen Kosten in einer Gesamthöhe von 228.600 Euro für zwei Astronautin-Anwärterinnen." unter "Was passiert mit dem Geld ..." hat mich etwas verwirrt. Stand der schon immer da? Dann fehlt für das Training ja noch viel mehr Geld als die Differenz zum offiziellen Fundingziel?

Goodies/Dankeschöns wurden im Umfang von 52.740 Euro in Anspruch genommen. Weiß jemand, ob deren Nettowert samt Verpackung & Versand von der Spendensumme abgezogen werden muss, oder ob es sich da um Dinge handelt, die ihrerseits von irgendwelchen Firmen, Museen etc. gespendet wurden?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Rücksturz am 01. Mai 2017, 18:47:22
Jetzt geht es aber Schlag auf Schlag!  :o
Auf Facebook wir jetzt ein Tag im Trainingslager der Kandidatinnen im Sternenstädtchen für 3.500 € angeboten.
Allerdings sind die Plätze wieder limitiert und die Anmeldung bis 10.05.2017 begrenzt:
https://www.facebook.com/DieAstronautin/posts/1181873018591727 (https://www.facebook.com/DieAstronautin/posts/1181873018591727)

Nicht ganz klar ist, ob es sich um einen Tag oder einige Tage handelt.
Da widerspricht sich der Text etwas.

Auch hier wird ein Teil der Einnahmen für das Training der Astronautinnen verwendet.
Zeichnet sich da ein Business-Plan ab?
Sozusagen Raumfahrt-Tourismus auf der Erde mit leicht "feministischem" Touch?
Das könnte sogar funktionieren.
Allerdings werden sich die Spender die ohne(?) Gegenleistung an der Crowdfunding-Aktion mitgemacht haben u.U. ärgern.

Viele Grüße
Rücksturz
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 01. Mai 2017, 19:35:13
Der Satz "Für den ersten Trainingsabschnitt entstehen Kosten in einer Gesamthöhe von 228.600 Euro für zwei Astronautin-Anwärterinnen." unter "Was passiert mit dem Geld ..." hat mich etwas verwirrt. Stand der schon immer da? Dann fehlt für das Training ja noch viel mehr Geld als die Differenz zum offiziellen Fundingziel?

Die 228.600 Euro sind die Summe aller im crowdfunding-Aufruf gelisteten Trainigseinheiten. Ich hatte diese in meinem post vom 29. April 2017, 22:50:10, daraus zitiert. Das Fundingziel von 125.000 Euro ist nur ein Teil davon. Jetzt haben sie aber erstmal nur ca. 68.590 Euro. Davon können sie 53.590 Euro direkt verwenden, für die restlichen 15.000 Euro möchte ja ein Förderer aus Bayern eine Astronautin in spe auf einem Event beschäftigen. Da muss HE Space liefern und Reisekosten, Verdienstausfall, usw. bezahlen. Aber es gehört vielleicht zum Ausbildungsziel Medienkompetenz.

Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 01. Mai 2017, 20:03:17
Auch hier wird ein Teil der Einnahmen für das Training der Astronautinnen verwendet.
Zeichnet sich da ein Business-Plan ab?

Kommt drauf an, was das Paket alles beinhaltet. Flug, Transfer, Hotel, Dolmetscher, Verpflegung...
Was bleibt da wohl noch an Profit übrig?

Ich frage mich auch, ob das "Sternenstädtchen" überhaupt schon gebucht ist, oder ob diejenigen, die für das Paket bezahlen, da quasi in Vorlage treten - damit es überhaupt gebucht werden kann?
Denn rechnen wir mal durch: 68.000 minus Betrag X für mindestens einen Teil der Dankeschöns, minus das Tauchtraining in Frankreich... Da bleibt doch für Russland erstmal gar nichts mehr übrig?

Ich finde die Chose inzwischen eher noch undurchsichtiger als vorher. Aber lassen wir sie mal machen. Unterhaltsam wird es allemal. ^^
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Rücksturz am 01. Mai 2017, 20:25:54
Nicht ganz klar ist, ob es sich um einen Tag oder einige Tage handelt.
Da widerspricht sich der Text etwas.

Auf einen Hinweis in den Kommentaren hin, haben sie den Text korrigiert, jetzt ist durchgängig die Rede von Tagen!

Viele Grüße
Rücksturz
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: bluemchen am 01. Mai 2017, 20:34:40
Ein einfacher Parabelflug kostet um die 6000 Euro pro Person. Mit einem Zusatz wie ein paar Tagen "Astronautentraining" kann der Preis schon mal auf 12000 - 15000 Euro ansteigen.

Es kommt also ein wenig darauf an, was genau hier geboten wird. Leider gibt der Eintrag auf Facebook dazu nicht genug Informationen her.
Zu Facebook: Hat sich doch nicht etwa ein Kaffee-Fahrt-Promoter eingeklinkt  ??? War nur ein flüchtiger Gedanke.
Welche Parabel-Preislisten sind denn hier in Augenschein genommen worden?

- Da hätten wir ja die neue ESA "Zero-G" Maschine, als ex. INTERFLUG A-310 DDR-ABA / ex. Luftwaffe 10+21 / und jetzige
F-WNOV der NOVOSPACE - CNES Tochter
oder
der Iljushin IL-76 MDK des Kosmonauten-Trainings-Centers in Chkalovsky /b. Moskau.
Hier gibt es den ultimativen Mitflug für 200.000 Rubel - 1 Person / in der nationalen Gruppe (verm. GUS) und 1 (ein) Trainingsflug (kein Wochenlehrgang :) )
Vielleicht wäre bei harter Währung eine Verhandlung möglich.
Nur mal so
Grüße
Rainer
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 01. Mai 2017, 20:45:11
Auf einen Hinweis in den Kommentaren hin, haben sie den Text korrigiert, jetzt ist durchgängig die Rede von Tagen!
Viele Grüße
Rücksturz
Zum Sternenstädchen hin und zurück und dann noch was dort sehen geht ja nicht in einem Tag. Und Start und Zielpunkt der Reise ist ja wohl Deutschland, also einer der großen Flughäfen mit Direktverbindung nach Moskau. Dann braucht man mindestens drei Tage um eine Tag im Sternenstädchen was zu sehen. Dafür wäre es aber nicht wirklich billig.

Die Frage ist auch was bedeutet "die Teilnahme ist limitiert" ?  Vielieicht gibt es eine Mindestteilnehmerzahl unter der es nicht durchgeführt wird ?  Damit nach Abzug aller Unkosten für die Teilnehmer noch die Bezahlung des Trainings übrigbleibt ?  Aber wir alle haben ja noch 9 Tage Zeit um uns ein Mitmachen zu überlegen (und das nötige Kleingeld zusammen zu sammeln)  ;)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: hadron am 01. Mai 2017, 22:56:36
.....man hangelt sich von Euro zu Euro. Ich weiß nicht, irgendwie kommt das Ganze lächerlich rüber.
Wie Leaving Orbit schon richtig bemerkt, da muß die eigene Logistik auch bezahlt werden. Es hängt ja ein ganzer Troß daran. Der macht es auch nicht umsonst.
Ich wollte mir den Satz "die Damen tun mir leid" eigentlich verkneifen....aber....

mfg
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: ZeT am 02. Mai 2017, 00:18:25
Yo, mit diesem "von Euro zu Euro hangeln" gefällt mir auch nicht wirklich. Das Projekt könnte jederzeit scheitern bzw jede Verzögerung kostet mehr Geld und zieht dadurch einen Rattenschwanz bezüglich der Finanzierung mit sich.

Was das Projekt braucht ist ein Gönner der genug Geld hat und dem 40 Mio nicht weh tun würden. In diesem Falle eine Gönnerin ala Mohn oder Springer. Das würde ich nicht mal als unrealistisch erachten. Das sind Geschäftsfrauen und beiden würde diese Publicity sicher gefallen. Aber in ein Wackelprojekt investieren sie sicher nicht - dazu sind die viel zu viel Profis. Die erste Hürde hat das Projekt immerhin geschafft, jetzt geht es darum die Ausbildung (nicht den Flug) auf finanziell sichere Beine zu stellen. Wenn sie das schaffen, dann besteht imho durchaus die Möglichkeit das Gönner einsteigen und das Projekt bis zum Ende finanzieren.

Man stelle sich die Headline vor... "BILD bringt die erste Deutsche ins All!"   :D
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 02. Mai 2017, 10:34:42
Aber in ein Wackelprojekt investieren sie sicher nicht - dazu sind die viel zu viel Profis. Die erste Hürde hat das Projekt immerhin geschafft, jetzt geht es darum die Ausbildung (nicht den Flug) auf finanziell sichere Beine zu stellen. Wenn sie das schaffen, dann besteht imho durchaus die Möglichkeit das Gönner einsteigen und das Projekt bis zum Ende finanzieren.

Naja, selbst wenn sie einen Flug finanzieren könnten, hätten sie damit noch keinen Platz auf der ISS und auch noch keinen Forschungsauftrag.

Eine andere - und die in meinen Augen fast schon realistischere - Möglichkeit wäre die, dass Ehrenfreund und Zypries Druck auf die ESA ausüben, die Dame(n) gefälligst mit ins echte Astronautencorps zu übernehmen. Sowas Ähnliches soll ja schon mal vorgekommen sein. ^^ Allerdings wäre das eine Brüskierung sondergleichen all der Astronauten, die das reguläre Auswahlverfahren und die volle Ausbildung durchlaufen mussten. Obendrein hat die ESA ja gerade erst Maurer schlucken müssen, als zweiten Deutschen. Insofern ist die Übernahme einer Dritten also auch nicht sooo wahrscheinlich.

Wie sieht denn eigentlich das Marketing für diese "Erleben Sie einen Tag mit... in... bei..." aus? Läuft das nur auf Facebook? Ich zumindest habe bisher noch keine andere Webseite gesehen, die darauf hinweist. Auf Twitter steht gar nichts davon. Da ist der Account so ziemlich tot, seit das Crowdfunding beendet ist.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 02. Mai 2017, 12:04:15
Eine andere - und die in meinen Augen fast schon realistischere - Möglichkeit wäre die, dass Ehrenfreund und Zypries Druck auf die ESA ausüben, die Dame(n) gefälligst mit ins echte Astronautencorps zu übernehmen. Sowas Ähnliches soll ja schon mal vorgekommen sein. ^^ Allerdings wäre das eine Brüskierung sondergleichen all der Astronauten, die das reguläre Auswahlverfahren und die volle Ausbildung durchlaufen mussten. Obendrein hat die ESA ja gerade erst Maurer schlucken müssen, als zweiten Deutschen. Insofern ist die Übernahme einer Dritten also auch nicht sooo wahrscheinlich.

Zumal Hr. Maurer schon 2009 in der engsten Wahl war, einer der letzten 6, und damit quasi Nachrücker ist. Neben Gerst und Maurer gibt es dann noch 4 weitere - alle männliche - Kandidaten, falls weiterer Bedarf entsteht. Und die sind alle bereits vom DLR als in allen Aspekten fähig befunden worden. Bei den Astronautinne hat das DLR anscheinend nur den medizinischen Teil abgedeckt.
An eine Wiederholung des Vorgehens wie bei Maurer für die Astronautinnen glaube ich eher nicht, aber wer weiß was hinter der Bühne läuft.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: xwing2002 am 02. Mai 2017, 13:34:21

Naja, selbst wenn sie einen Flug finanzieren könnten, hätten sie damit noch keinen Platz auf der ISS und auch noch keinen Forschungsauftrag.

Wie bereits in diesem Thread ausgeführt war die Vorbereitung von Anousheh Ansari bedeutend weniger aufwendig. Trotzdem war sie in wissenschaftliche Forschung eingebunden.
Astronautenzeit auf der ISS ist vielfach begehrt, von wirtschaftlich wie wissenschaftlicher Seite.
Wenn man sie zu vergeben hat, dann dürfte man die Auswahl haben unter den Möglichkeiten sie zu füllen.
Es darf als sicher angenommen werden, dass Langeweile bei Arbeitskräften auf der ISS nicht vorkommt.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 05. Mai 2017, 15:20:46
Huch, heute kam eine Dankesmail von hespace für meine (eher bescheidene) Unterstützung beim Crowdfunding, gern geschehen! Im Juli sollen die Trainees von Nicola Baumann und Insa Thiele-Eich offiziell beginnen, ab Mitte August sind Parabelflüge in Russland geplant. Frau Insa Thiele-Eich ist überzeugt, dass die Finanzierung klappt. Es gäbe da Sponsoren im "Hintergrund", wir werden sehen ob's so kommt, schön wär's ja.
Zitat
Ob Sie fliegen werden, ist aber völlig unklar. Wie steht es um die Finanzierung?
Ich bin fest überzeugt, dass es klappt. Im Hintergrund gibt es viele Sponsoren, die im Gespräch sind, über die ich aber noch nicht sprechen darf. 
https://kurier.at/wissen/die-astronautin-wenn-frauen-nach-den-sternen-greifen/261.996.727 (https://kurier.at/wissen/die-astronautin-wenn-frauen-nach-den-sternen-greifen/261.996.727)

PS: Kennt jemand die Firma "Blueorange"?  ;)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: bluemchen am 05. Mai 2017, 23:23:27
Entschuldigung,

was ist denn das für ein Schwachsinn vom Dr. Gunga im kurier.at ?
Wenn er wissen will, wie Frauen schwitzen im Orbit, braucht er doch nur Samantha (die war ja eben zu Yuris Night in Wien) oder die Peggy fragen. Die haben doch schon Langzeit-Schwitzen gemacht, bzw. Peggy tut es immer noch.
Und Erkenntnisse zum Marsflug, egal ob Female oder Manuale gewinnt man doch wohl nicht mit Stunden-Missionen. Pfffffffff.
Das ist mir zu unterbelichtet für Kesslers Mission.
R.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 06. Mai 2017, 19:49:49
Entschuldigung, Wörter wie "Schwachsinn" mögen wir hier nicht.

Dein Argument, dass es da auch andere gibt und es keine Kurzzeitmission benötigt, mag ja sein, aber die Rechtfertigung stellt sich dann ja auch für alle Missionen und kann durchaus auch fraglich sein.

Die Rechtfertigung ist hier aber gar nicht das Problem, weil die Mission ja per Sponsor finanziert werden soll.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 28. Mai 2017, 11:57:17
Jetzt geht es aber Schlag auf Schlag!  :o
Auf Facebook wir jetzt ein Tag im Trainingslager der Kandidatinnen im Sternenstädtchen für 3.500 € angeboten.
Allerdings sind die Plätze wieder limitiert und die Anmeldung bis 10.05.2017 begrenzt:
https://www.facebook.com/DieAstronautin/posts/1181873018591727 (https://www.facebook.com/DieAstronautin/posts/1181873018591727)

Nicht ganz klar ist, ob es sich um einen Tag oder einige Tage handelt.
Da widerspricht sich der Text etwas.

Auch hier wird ein Teil der Einnahmen für das Training der Astronautinnen verwendet.
Zeichnet sich da ein Business-Plan ab?
Sozusagen Raumfahrt-Tourismus auf der Erde mit leicht "feministischem" Touch?
Das könnte sogar funktionieren.
Allerdings werden sich die Spender die ohne(?) Gegenleistung an der Crowdfunding-Aktion mitgemacht haben u.U. ärgern.

Viele Grüße
Rücksturz

Habe dazu (erst jetzt) noch folgendes gefunden:

Reisedatum: 13. - 17. August, Unterkunft mit HP, Tranfers, englischsprachige Reiseleitung.
Kosten: 3.500 €, mit Zero-G-Flug sind es 10.500 €
Anmeldeschluss: 10. Juni 2017

Zitat
Are you interested in joining the trainees on their trip to Star City and their Zero-G flight from 13-17th August? This experience could be yours and includes: hotel (half board), transfers, English-speaking space experts, trip organisation (visas, travel papers and preliminary talks), a visit to the Gagarin Cosmonaut Training Center and the opportunity to watch the trainees during their training session. The price, including the Zero G flight is 10.500 euros. Without the flight, it is 3.500 euros.
If this is for you, contact Inka Helmke (Inka.helmke@dieastronautin.de). Interested parties must sign up before June 10.
https://spacewatchme.com/2017/05/claudia-kessler/ (https://spacewatchme.com/2017/05/claudia-kessler/)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: bluemchen am 28. Mai 2017, 22:34:46
... Dann sollte bei Inka rasch gebucht werden, solange noch Restplätze verfügbar sind.

Im Gagarin Cosmonaut Training Center schlägt der Team-Mitflug in der IL-76 MDK mit günstigen 3.150 € grob gerechnet zu Buche. Das wären dann an jedem der 3 Tage jeweils ein kommunikativer Mitflug.
Da es aber nicht Selbst- , sondern dem guten Zweck dient, wird es sicher ein Erlebnisflug sein, der möglicherweise dem ungeübten Magen auch reichen wird.
Ein Erlebnis unbestritten
R.

Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 02. Juni 2017, 11:21:19
Da ja schon lange nichts mehr zu meinem Lieblingsthema auf RF.net gepostet wurde wollte ich mall Fragen wie es nun um das Vorzeigetouristikprojekt steht... Doch nur alles Schall und Rauch... und bitte profeministische Äußerungen vermeiden... Danke :)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Mork am 02. Juni 2017, 16:10:15
Die Rechnung mit den 3 Flügen kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Von den 10500,- müssen ja die 3500,- abgezogen werden - macht 7000,- Zuzahlung, was dann bei den grob geschätzten Kosten von 3150,- doch nur für 2 Flüge reichen würde?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: bluemchen am 02. Juni 2017, 19:58:11
Da hat Mork natürlich absolut recht, ich bin ein Dummdei. Zwei! Klar, dann bliebe als Spende nur einer.

Warum allerdings Frau Kessler dazu die (unsere) "Zero G" -Maschine als Bild  gepostet hat - eben noch mal nachgesehen - ist mir nicht schlüssig. Denn die steht nicht im Gagarin-Cosmonaut-Trainings-Center und wird mit größter Wahrscheinlichkeit nach auch nicht dorthin überführt. ;)

Trotzdem guten Flug
R.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 07. Juni 2017, 11:35:11
In diesem Interview von gestern wird vom Fragesteller drauf hingewiesen, dass die Sache noch immer nicht finanziert ist und ggf. auch noch scheitern kann. Auch Frau Baumann erkennt das an: http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-wirtschaft_artikel,-ich-mache-das-nicht-fuer-mein-ego-_arid,1609351.html (http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-wirtschaft_artikel,-ich-mache-das-nicht-fuer-mein-ego-_arid,1609351.html)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 12. Juli 2017, 19:49:48
Frau Kessler hofft, dass bis Jahresende 5 Millionen Euro an Sponsorengeldern zusammenkommen, damit der Flug angemeldet werden kann. http://www.focus.de/wissen/weltraum/raumfahrt/vor-flug-zur-iss-parabelflug-tauchschein-ueberlebenstraining-das-steht-den-astronautinnen-nun-bevor_id_7316141.html (http://www.focus.de/wissen/weltraum/raumfahrt/vor-flug-zur-iss-parabelflug-tauchschein-ueberlebenstraining-das-steht-den-astronautinnen-nun-bevor_id_7316141.html)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 21. Juli 2017, 11:44:06
Ja, und laut Frau Baumann "steht" angeblich die wissenschaftliche Seite mit mehreren Interessenten, inklusive DLR.

https://m.facebook.com/DieAstronautin/posts/1254959117949783 (https://m.facebook.com/DieAstronautin/posts/1254959117949783)

Ich habe beim DLR mal nachgehakt und nach deren Antwort eher den Eindruck, dass außer nett gemeinten Absichtserklärungen noch nicht viel vorzuweisen ist:

https://twitter.com/Leaving_Orbit/status/887285894243385345 (https://twitter.com/Leaving_Orbit/status/887285894243385345)

Das liest sich doch eher wie: "Stellt ihr erstmal euren Flug auf die Beine, und dann gucken wir mal, ob's passt." Konkret geht anders.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 21. Juli 2017, 14:13:05
Ja, und laut Frau Baumann "steht" angeblich die wissenschaftliche Seite mit mehreren Interessenten, inklusive DLR.

https://m.facebook.com/DieAstronautin/posts/1254959117949783 (https://m.facebook.com/DieAstronautin/posts/1254959117949783)

Ich habe beim DLR mal nachgehakt und nach deren Antwort eher den Eindruck, dass außer nett gemeinten Absichtserklärungen noch nicht viel vorzuweisen ist:

https://twitter.com/Leaving_Orbit/status/887285894243385345 (https://twitter.com/Leaving_Orbit/status/887285894243385345)

Das liest sich doch eher wie: "Stellt ihr erstmal euren Flug auf die Beine, und dann gucken wir mal, ob's passt." Konkret geht anders.

Vielen Dank für das Nachhaken !
Was soll das DLR auch sagen ?  "Wir geben schon mal Geld aus um Experimente zusammenzustellen in der Hoffnung daß sich die Mission der Astronautin privat finanziert" ? Da das DLR mit Steuergeldern handelt dürften die wohl keine solche Ausgaben ohne ausreichend Chance auf Ergebnisverwertung tätigen. Und eine Gewähr gibt es nicht daß eine Mission stattfindet. Das steht "in den Sternen." Die Bundeswehr hat Nicole Baumann für drei Monate freigestellt, auf wessen Kosten eigentlich ?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: bluemchen am 13. August 2017, 23:23:12
N´abend in die Diskussionsrunde - der  letzter Stand:

Vor zwei Tagen von dpa gemeldet, daß nun am 15. August die erste "Trainingseinheit" im Kosmonautenausbildungscenter "Juri Gagarin" begänne.
>>> https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/wissenschaft_nt/article167589759/Astronautinnen-beginnen-Ausbildung-in-Moskau.html (https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/wissenschaft_nt/article167589759/Astronautinnen-beginnen-Ausbildung-in-Moskau.html)

Das Spenden-Kto. (derzeit 65 T€) soll damit noch nicht belastet werden, da ein Sponsor diese Zero-G-Einheit finanziert, wie geschrieben steht. Touristisch ist diese Iljushin ja buchbar, drei Maschinen stehen zur Verfügung.

Für den Fall, daß ... werde 2020 ein Sojus-Platz (?) reserviert.
Bis dahin muß eine Aspirantin noch das Fliegen lernen, die Andere die Wissenschaft studieren und vor allem wird noch "der" Großsponsor gesucht. Klein-klein kann ich mir schlecht vorstellen.  Auch wenn es nicht ganz 50 Mio werden sollten (wie weit die deutsch-russische Freundschaft heute reicht, weiß ich nicht), ist es schlicht kein Pappenstiel und es kann einem schon schwindelig werden dabei.
Deswegen wird die Ausbildung auch pö a´pö geplant.
Dann schau´n wir mal
Grüße soweit
Rainer
 
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 18. August 2017, 12:58:44
Interview mit Deutschlandfunk Kultur
http://www.deutschlandfunkkultur.de/raumfahrt-wer-wird-die-erste-deutsche-im-all.1008.de.html?dram:article_id=393670 (http://www.deutschlandfunkkultur.de/raumfahrt-wer-wird-die-erste-deutsche-im-all.1008.de.html?dram:article_id=393670)

Die Gleichstellung durch eine gleiche Anzahl von männlichen und weiblichen Astronauten wird im Jahr 2133 erreicht.

Der Fragesteller behauptet: "es gibt ja immer mehr Diskussionen darüber, ob sich die Finanzierung durch reine Steuergelder noch rechtfertigen lässt.", um zu fragen, ob die bemannte Raumfahrt in Zukunft privatfinanziert wird.

Frau Thiele-Eich bestätigt das faktisch, in dem sie sagt: "Da tut sich gerade ganz viel im Raumfahrtbereich." und verweist auf SpaceX.

Ich frage mich nur, wo die Unternehmen in Europa und in Deutschland sind, die die bemannte Raumfahrt finanzieren sollen.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tnt am 18. August 2017, 13:42:47
Interview mit Deutschlandfunk Kultur

Ich frage mich nur, wo die Unternehmen in Europa und in Deutschland sind, die die bemannte Raumfahrt finanzieren sollen.
 (http://www.deutschlandfunkkultur.de/raumfahrt-wer-wird-die-erste-deutsche-im-all.1008.de.html?dram:article_id=393670)

Da fehlt im Moment der Business Case für. Unter anderem auch weil bemannte Raumfahrt im Moment zu teuer ist. Ich hoffe, dass SpaceX auch daran was ändert.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: -eumel- am 18. August 2017, 15:20:53
Ich frage mich nur, wo die Unternehmen in Europa und in Deutschland sind, die die bemannte Raumfahrt finanzieren sollen.

Naja, Daimler Benz und VW könnten ja ein neues Geschäftsfeld entdecken, wenn es mit den Autos nix mehr wird. ;) ;D
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tobi am 18. August 2017, 15:34:20
Ich frage mich nur, wo die Unternehmen in Europa und in Deutschland sind, die die bemannte Raumfahrt finanzieren sollen.

Naja, Daimler Benz und VW könnten ja ein neues Geschäftsfeld entdecken, wenn es mit den Autos nix mehr wird. ;) ;D

Na die würden es auch nicht besser machen als Airbus aktuell.

Wahrscheinlich würde VW erstmal auf den Selbstzünder N2H4/N2O4 zurückwechseln bei der Ariane... ::) Der ist schließlich gut fürs Klima, weil kein Kohlenstoff vorkommt und somit kein CO2 gebildet werden kann.  (Dafür aber Dinge wie NOx, psst!!!)

Wasserstoff wäre zwar auch möglich, aber ernsthaft, wer glaubt bei VW schon an Wasserstoff.  :D

Ich schmeiß mich weg. ;D
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: hadron am 18. August 2017, 16:00:22
.....Volksrakete....klingt nicht schlecht - kann sich Otto Normalverbraucher auch mit der Raumfahrt identifizieren.....
mfg
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Rücksturz am 18. September 2017, 21:46:38
Ich sehe gerade, dass wir das noch nicht hatten...
Frau Kessler war bei Alpha-Forum, die Sendung wurde am 28.07.2017 ausgestrahlt:
http://www.ardmediathek.de/tv/alpha-Forum/Claudia-Kessler-Luft-und-Raumfahrtingen/ARD-alpha/Video?bcastId=14912942&documentId=44795502 (http://www.ardmediathek.de/tv/alpha-Forum/Claudia-Kessler-Luft-und-Raumfahrtingen/ARD-alpha/Video?bcastId=14912942&documentId=44795502)

Viele Grüße
Rücksturz


Hatten wir im Thread TV-Vorschau schon einmal.
https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=4915.msg399358#msg399358 (https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=4915.msg399358#msg399358)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 11. Oktober 2017, 20:43:56
Im September wurde bekannt gegeben, dass Airbus die Initiative unterstützt - was im Grund ja schon klar war.

Wenn ich jetzt die erneuerte Webseite mit der "über uns"-Seite anschaue, scheint die Initiative jetzt eine Airbus Angelegenheit geworden zu sein.

Das Impressum gibt eine GmbH i.G. und eine Stiftung (gGmbH) an.
Man soll durch Spenden die Sache unterstützen.

Sammelt jetzt Airbus Spenden für Raumfahrt ein?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 21. Oktober 2017, 19:23:55
Zusammenfassung der ersten Trainingswoche im Sternenstädtchen:

https://www.youtube.com/watch?time_continue=2&v=9GjYxCLSExw (https://www.youtube.com/watch?time_continue=2&v=9GjYxCLSExw)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 26. Oktober 2017, 18:24:03
Ebenfalls etwas seltsam auch der Countdown auf der Startseite: 20. Dezember 2020.
Wäre mein 17. Hochzeitstag, aber den werden sie ja wohl eher nicht meinen.  ;D
Wenn sie Plätze auf der ISS für 2020 wollen, müssen sie aber bald mal Flug & Platz auf der ISS reservieren und dementsprechend Anzahlungen leisten. Denn 2019 ist meines Wissens schon verplant.

So oder so haben sie die Kohle aber wohl immer noch nicht beisammen, auch nicht von Airbus. Seit April heißt es nur vage, man sei "in Gesprächen", alles wäre total "vielversprechend" und es würde "bald" was bekannt gegeben. Nun das Zitat aus dem Video: "Wir brauchen immer noch 49 Millionen... hrrrngh ... und 'n bisschen mehr..."
Jo. Im Grunde also wenig Fortschritt, bis auf das bisschen Training. Für die Damen tut's mir immer noch leid. Zukunftsperspektiven sind das, wenn man ehrlich ist, immer noch nicht.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 23. November 2017, 16:13:13
So oder so haben sie die Kohle aber wohl immer noch nicht beisammen, auch nicht von Airbus.

Die SZ schreibt, dass das Geld auch von "Ministerien" bereitgestellt werden soll. Um den Flug anzumelden, hoffte Frau Kessler ja bis Jahresende ca. 5 Mill. € an Sponsorengeldern zusammenzubekommen.
Zitat
Die 50 Millionen Euro, die sie jetzt noch brauchen, sollen von Ministerien und Unternehmen bereit gestellt werden, die dafür auch mitbestimmen dürfen, was in der Schwerelosigkeit erforscht wird.
  http://www.sueddeutsche.de/karriere/plan-w-pech-kann-sie-akzeptieren-ungleichheit-nicht-1.3760853 (http://www.sueddeutsche.de/karriere/plan-w-pech-kann-sie-akzeptieren-ungleichheit-nicht-1.3760853)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Mork am 14. Dezember 2017, 11:59:05
Auf spiegel online ist eben zu lesen, dass Nicola Baumann "hingeschmissen" hat.
Sie selbst hat sich aber noch nicht dazu geäußert.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 14. Dezember 2017, 12:18:56
Auf spiegel online ist eben zu lesen, dass Nicola Baumann "hingeschmissen" hat.
Sie selbst hat sich aber noch nicht dazu geäußert.

Rückt dann eine andere Kandidatin der letzten Auswahlrunde nach ?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 14. Dezember 2017, 12:26:47
Rückt dann eine andere Kandidatin der letzten Auswahlrunde nach ?

Das ist wohl zumindest der Plan. Sie habe noch nicht so viel Training absolviert, heißt es, so dass man sie noch leicht ersetzen kann.
Lasse ich mal so stehen.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Wilga35 am 14. Dezember 2017, 12:52:35
Es waren ja noch vier weitere Frauen in der Endauswahl. Eine von ihnen wird wohl jetzt anstelle von Frau Baumann nachrücken, vorausgesetzt, sie stehen noch für den Raumflug zur Verfügung. Auch ihre Lebensplanung kann sich ja mittlerweile geändert haben. Den Trainingsrückstand aufzuholen dürfte aber nicht das Problem sein, bis zum voraussichtlichen Starttermin ist ja noch recht viel Zeit vorhanden. Das A und O der Missionsplanung dürfte immer noch die Finanzierung sein, auch wenn sich wohl mittlerweile Ministerien und Unternehmen an der Finanzierung beteiligen wollen.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 14. Dezember 2017, 13:29:55
Zitat
"Ich möchte weiterhin Astronautin werden, aber dieser Weg ist einfach nicht der richtige für mich", sagte Baumann dem SPIEGEL. "Die Initiative und ich passen nicht zusammen. Aber es gibt ja zum Glück viele kommerzielle und staatliche Alternativen, und da ich nun schon einmal eine Auswahl bestanden habe und auch das Training bislang sehr gut gelaufen ist, bin ich optimistisch, dass ich den richtigen Weg ins All für mich finden werde"

Steht doch da als Grund... Übersetzt bedeutet dies dass Baumann und HESO sich nicht einig wurden. Wahrscheinlich hat HESO Frau Baumann einen Zeitvertrag angeboten, der der Majorin aber nicht zugesagt hat.

Ich habs schon immer skeptisch gesehen und sehe mich jetzt bestätigt. Das ist nur eine Marketingkampagne von HESO und Frau Kessler. Vielleicht wird das private Finanzierungsziel nie erreicht, das weiß man vielleicht jetzt schon. Und um ein Gesicht zu wahren und nicht zum Gespött zu werden wirft Frau Baumann den Federhandschuh...

Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: -eumel- am 14. Dezember 2017, 13:39:08
Sie ist hochqualifiziert und zielstrebig - sie wird einen Weg ins All finden.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 14. Dezember 2017, 13:46:54
was wurde eigentlich aus der selbsternannten ersten deutschen Astronautin Sonja Rohde. Von Ihr hört man ja jetze garnix mehr und ist sogesehen auch nur eine Finte
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Nitro am 14. Dezember 2017, 13:48:57
was wurde eigentlich aus der selbsternannten ersten deutschen Astronautin Sonja Rohde. Von Ihr hört man ja jetze garnix mehr und ist sogesehen auch nur eine Finte

Was soll man von der auch hoeren? Die wartet immer noch darauf das Virgin Galactic endlich kommerzielle Fluege startet.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 14. Dezember 2017, 13:53:30
Jetzt ist ja ein Platz frei geworden... Kann Sie sich da nicht einkaufen...

Ui... auf "dieastronautin.de" hat man jedenfalls noch Frau Baumann "ausgestellt"...  Tja... HESO schmeckt das garnicht, da wette ich drum...
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Nitro am 14. Dezember 2017, 13:56:03
Jetzt ist ja ein Platz frei geworden... Kann Sie sich da nicht einkaufen...

Wenn es um das reine "Einkaufen" geht dann duerfte ihr das noetige Kleingeld fehlen. So ein Sitzplatz in der Soyuz ist doch ein wenig kostspieliger als ein Ticket fuer SpaceShipTwo. ;-)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 14. Dezember 2017, 14:08:01
Ui... auf "dieastronautin.de" hat man jedenfalls noch Frau Baumann "ausgestellt"...  Tja... HESO schmeckt das garnicht, da wette ich drum...

Potenziellen Sponsoren wahrscheinlich auch nicht.

Frau Baumann ist ja noch ziemlich jung. An ihrer Stelle würde ich warten, bis die ESA wieder rekrutiert, und in der Zwischenzeit zusehen, dass ich nebenbei Russisch lerne und evtl. schon mal den Tauchschein etc. mache. Dann kommt am Ende wenigstens eine handfeste 1a-Ausbildung dabei raus. Nicht so halbgares Zeug.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Mork am 14. Dezember 2017, 15:08:53
@Invicta:
Ja, spiegel online ist am Ball geblieben und hat den Artikel aktualisiert, nachdem sie von Frau Baumann ein Statement bekommen haben.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 14. Dezember 2017, 17:17:47
Eine überraschende Neuigkeit. Letzte Woche im ARD-Alpha Interview hörte sich das noch alles positiv an. Halten wir fest:
"Ich möchte weiterhin Astronautin werden, aber dieser Weg ist einfach nicht der richtige für mich". Was immer zu dieser Erkenntnis zum jetzigen Zeitpunkt geführt haben mag.

Die Vorraussetzungen waren/sind in ihrem Fall eher optimal, der interessante Part für mich war immer die Frage wie man es möglich machen will und nicht wie Mars One etc. endet.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tobi am 14. Dezember 2017, 17:23:26
#stillwaiting

Der neue Raumfahrt-Hashtag. ;D
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 14. Dezember 2017, 17:37:03
Zitat
"Ich möchte weiterhin Astronautin werden, aber dieser Weg ist einfach nicht der richtige für mich".

Das ist nicht nur überraschend, sondern auch gleichzeitig mehr oder weniger subtile Anti-Werbung für Kesslers Projekt an sich. So "einvernehmlich" das jetzt auch über die Bühne geht, ein gewisser Image-Schaden ist da, das lässt sich nicht leugnen.

Interessant fand ich vor einigen Tagen dieses Interview mit Thiele-Eich: http://www.hr-inforadio.de/programm/das-interview/das-interview-mit-insa-thiele-eich-meteorologin-und-astronautin-in-ausbildung,die-astronautin-100.html (http://www.hr-inforadio.de/programm/das-interview/das-interview-mit-insa-thiele-eich-meteorologin-und-astronautin-in-ausbildung,die-astronautin-100.html) Ich glaube, es war im Verlauf dieses Gesprächs, dass sie erst erwähnte, es habe sie ja so sehr gefreut, wie "die Bevölkerung" mitgespendet habe, um an anderer Stelle zu berichten, dass ja zig ihrer Freunde und Verwandten daran beteiligt waren. Wohlgemerkt, die Gesamtzahl aller Spender lag sowieso nur bei 458, und es waren ein paar wenige "Großspender", die das Ruder in letzter Minute noch rumgerissen haben. Sonst wäre schon das Crowdfunding gefloppt.

Mir scheint, da wird sich in Bremen viel schöngeredet. Kessler hat wahrscheinlich noch Glück gehabt, dass Baumann schon jetzt abgesprungen ist. Ich wüsste ja gerne, was die Verträge vorsehen, wenn sowas zu einem späteren Zeitpunkt geschieht.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: bluemchen am 14. Dezember 2017, 17:43:34
G. Kowalski hat das Thema ebenfalls aufgegriffen: http://www.gerhardkowalski.com/ (http://www.gerhardkowalski.com/)

- Da scheint es doch nicht etwa eine weitere Wendung zu geben - Parabelflüge mit DLR in Bordeaux, Reisen in die USA- Standorte ?
Das macht mich zumindest etwas stutzig.
# # #
R.
(Ich könnte mir schon vorstellen, wenn "Nauka" tatsächlich in den Orbit gebracht wird, dann werden damit auch verfügbare Plätze für diese etwas unterschwelligen Unternehmungen wohl ein bischen knapp ... )
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 14. Dezember 2017, 19:33:31
Interessant wird zumindest der Bericht des Bundesrechnungshofes nächstes Jahr. Da müssten dann ja alle DLR-Zuwendungen an das Projekt gelistet sein - finanziell und materiell. Vielleicht wird man daraus ein paar mehr Details ersehen können.

Lt. Richtlinien des DLR können sie fremde Projekte finanziell nur dann unterstützen, wenn die Gesamtfinanzierung gesichert ist, soweit ich mich erinnere. (Ich hatte das im Sommer mal recherchiert.) Da genau das hier aber definitiv noch nicht der Fall ist, sind Parabelflüge & Co. möglicherweise die einzige Art, wie Ehrenfreund ihre alte Bekannte unterstützen kann.

Ob und inwieweit das vielleicht sogar das Verhältnis zur ESA belasten könnte...? Keine Ahnung.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 15. Dezember 2017, 09:41:21
Ich kann mich noch eirinnern wie oft ich eine Klatsche bekommen habe (hier im Forum) weil ich von Anfang an der Sache kein vertrauen geschenkt habe und das als moderne Castingshow und Propaganda für Frau Kessler gesehen habe. Jetzt kommt ein bissel Genugtuung dazu und ich kann nur sagen "Ätschebätsch"...

siehe Eintrag vom 24. 4

Zitat
Zitat

    Jetzt nicht nur Raumfahrtexperte, sondern auch noch Soziologe, Politologe und Psychotherapeut?


Zitat
EXAKT! Endlich mal etwas richtig erkannt!
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 15. Dezember 2017, 10:55:18
Hier die Pressemeldung der Initiative zum Ausscheiden von Nicola Baumann und ein Ausblick fürs nächste Jahr:
http://dieastronautin.de/spannende-aussichten-astronautinnen-trainees-absolvieren-die-naechsten-parabelfluege-im-maerz/ (http://dieastronautin.de/spannende-aussichten-astronautinnen-trainees-absolvieren-die-naechsten-parabelfluege-im-maerz/)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Pirx am 16. Dezember 2017, 09:55:05
Hier die Pressemeldung der Initiative zum Ausscheiden von Nicola Baumann und ein Ausblick fürs nächste Jahr:
http://dieastronautin.de/spannende-aussichten-astronautinnen-trainees-absolvieren-die-naechsten-parabelfluege-im-maerz/ (http://dieastronautin.de/spannende-aussichten-astronautinnen-trainees-absolvieren-die-naechsten-parabelfluege-im-maerz/)
Igitt, hinter einer Cockiewall. Ich mag solche Datensammler nicht ....

Gruß   Pirx
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Pirx am 16. Dezember 2017, 09:58:33
https://www.youtube.com/watch?time_continue=4&v=BSd7cPG7ud4 (https://www.youtube.com/watch?time_continue=4&v=BSd7cPG7ud4)

Gruß   Pirx
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: bluemchen am 16. Dezember 2017, 11:31:54
TOP, ein Interview zum Zeitpunkt - maßgeschneiderter geht es nicht.
Ich unterschreibe es sofort
und Dankeschön an G. Kowalski an der Stelle!
(Ist ja auch eingebettet im Sputnik  https://sptnkne.ws/gnDN (https://sptnkne.ws/gnDN) )

Gruß
Rainer
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 16. Dezember 2017, 12:41:14
Interessant wird zumindest der Bericht des Bundesrechnungshofes nächstes Jahr. Da müssten dann ja alle DLR-Zuwendungen an das Projekt gelistet sein - finanziell und materiell. Vielleicht wird man daraus ein paar mehr Details ersehen können.

Lt. Richtlinien des DLR können sie fremde Projekte finanziell nur dann unterstützen, wenn die Gesamtfinanzierung gesichert ist, soweit ich mich erinnere. (Ich hatte das im Sommer mal recherchiert.) Da genau das hier aber definitiv noch nicht der Fall ist, sind Parabelflüge & Co. möglicherweise die einzige Art, wie Ehrenfreund ihre alte Bekannte unterstützen kann.

Ob und inwieweit das vielleicht sogar das Verhältnis zur ESA belasten könnte...? Keine Ahnung.

Soweit ich weiß sind bei einem Parabellflug viele Teilnehmer dabei, es gibt ja Bilder vom Flieger voller Studenten. Wenn der Haupktkunde mit DLR zu tun hätte und die zulassen daß zwei weitere Passagiere mitfliegen, solange sie nicht stören, dann wäre das DLR doch mittelbar beteiligt (quasi Kosten-Aufteilung)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: jdark am 16. Dezember 2017, 13:01:51
Hier die Pressemeldung der Initiative zum Ausscheiden von Nicola Baumann und ein Ausblick fürs nächste Jahr:
http://dieastronautin.de/spannende-aussichten-astronautinnen-trainees-absolvieren-die-naechsten-parabelfluege-im-maerz/ (http://dieastronautin.de/spannende-aussichten-astronautinnen-trainees-absolvieren-die-naechsten-parabelfluege-im-maerz/)
Igitt, hinter einer Cockiewall. Ich mag solche Datensammler nicht ....

Gruß   Pirx

Link im Inkognito-Fenster öffnen. Nach dem Schließen sind alle Coockies weg.
Im Prinzip sollte man immer im Inkognito Modus surfen.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 16. Dezember 2017, 16:40:07

Soweit ich weiß sind bei einem Parabellflug viele Teilnehmer dabei, es gibt ja Bilder vom Flieger voller Studenten. Wenn der Haupktkunde mit DLR zu tun hätte und die zulassen daß zwei weitere Passagiere mitfliegen, solange sie nicht stören, dann wäre das DLR doch mittelbar beteiligt (quasi Kosten-Aufteilung)

Ja, stimmt, aber es gibt da wohl noch einen kleinen Unterschied, ob sie sich finanziell beteiligen oder quasi nur mit "Naturalien". Ich muss das nochmal genauer recherchieren.

Vorgestern hatte ich auf der Facebookseite der Initiative einem Fragenden geantwortet. Es ging um N. Baumanns Ausstieg aus dem Projekt, und ich wies darauf hin, dass Frau Baumann (und auch Frau Dr. Thiele-Eich) ja im Grunde bei weitem noch jung genug ist, um auf die nächste Einstellungsrunde der ESA zu warten und da eine bezahlte Vollzeitausbildung zu durchlaufen. Ich erwähnte des weiteren, dass sie als Mitglied des offiziellen Europäischen Astronautencorps dann auch irgendwann Kommandantin werden könnte - und bei der Privatinitiative eben definitiv nicht.

Der Kommentar wurde gelöscht. Der, auf den ich geantwortet hatte, anscheinend ebenfalls.

'nuff said. ^^
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 16. Dezember 2017, 21:26:13
Vorgestern hatte ich auf der Facebookseite der Initiative einem Fragenden geantwortet. Es ging um N. Baumanns Ausstieg aus dem Projekt, und ich wies darauf hin, dass Frau Baumann (und auch Frau Dr. Thiele-Eich) ja im Grunde bei weitem noch jung genug ist, um auf die nächste Einstellungsrunde der ESA zu warten und da eine bezahlte Vollzeitausbildung zu durchlaufen. Ich erwähnte des weiteren, dass sie als Mitglied des offiziellen Europäischen Astronautencorps dann auch irgendwann Kommandantin werden könnte - und bei der Privatinitiative eben definitiv nicht.

Der Kommentar wurde gelöscht. Der, auf den ich geantwortet hatte, anscheinend ebenfalls.

'nuff said. ^^

Man muss wohl verstehen daß diese Initiative keine negativen Kommentare auf der eigenen facebbook Seite haben möchte. Da gibt's dann halt Zensur.
De facto stimmt es wohl, theoretisch, das Fr. Naumann auch über ESA Astronautin werden kann. Derzeit ist Deutschland im ESA-Astronautenchor wohl gut vertreten mit A. Gerst und dem kürzlich nachgeschobenen M. Maurer. Da ist dann wenig Spielraum für ein weiteres deutsches Mitglied, selbst wenn es weiblich wäre. Die anderen ESA-Länder wollen auch was vom Kuchen abhaben (nennt sich dann geographical return), und dann kann die Wartezeit länger werden.

Interessant finde ich daß jetzt behauptet wird, eine Nachfolgerin hätte nicht viel versäumt, so viel Training gab es bisher noch gar nicht..Wie will man dann in dem Tempo den Start in 2020 erreichen
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 16. Dezember 2017, 22:32:56
Die anderen ESA-Länder wollen auch was vom Kuchen abhaben (nennt sich dann geographical return), und dann kann die Wartezeit länger werden.

Stimmt schon. Aber sie hat noch 5 Jahre, bis sie 37 ist. Da kann noch einiges passieren. Für sowas wie Mars 1 ist sie zu intelligent, denke ich. Und sie ist immerhin beim Militär. Ich könnte mir schon vorstellen, dass ihr langsam auch einfach gedämmert hat, in was für eine Sackgasse sie als Kesslers Leih-Astronautin schlittern würde. Die Unsicherheiten bei der Finanzierung gar nicht erst zu erwähnen.

Interessant finde ich daß jetzt behauptet wird, eine Nachfolgerin hätte nicht viel versäumt, so viel Training gab es bisher noch gar nicht..Wie will man dann in dem Tempo den Start in 2020 erreichen

Gute Frage. Parabelflüge und Tauchscheine sind ja ganz nett, aber so langsam müssten sie mal das Tempo anziehen. Und dann stellt sich weiterhin die Frage nach der Auslastung der ISS. Wenn vor einem dreiviertel Jahr schon 2019 ausgebucht war, wie mir ein Kenner da mitteilte, wie lange hat man dann nun Zeit, in 2020 noch was zu erwischen? Kann das überhaupt noch klappen?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 17. Dezember 2017, 00:00:57
Ich könnte mir schon vorstellen, dass ihr langsam auch einfach gedämmert hat, in was für eine Sackgasse sie als Kesslers Leih-Astronautin schlittern würde. Die Unsicherheiten bei der Finanzierung gar nicht erst zu erwähnen.
Vermutlich ist die Finanzierung die allergrößte Sackgasse bei der ganzen Initiative. Da fehlt ja noch quasi fast alles.

Gute Frage. Parabelflüge und Tauchscheine sind ja ganz nett, aber so langsam müssten sie mal das Tempo anziehen. Und dann stellt sich weiterhin die Frage nach der Auslastung der ISS. Wenn vor einem dreiviertel Jahr schon 2019 ausgebucht war, wie mir ein Kenner da mitteilte, wie lange hat man dann nun Zeit, in 2020 noch was zu erwischen? Kann das überhaupt noch klappen?
Vielleicht lag es ja auch an der mageren vorhandenen Finanzierung daß bisher nicht viel Training stattgefunden hat. Und ob es für 2018 rosiger aussah wissen die beiden (jetzt nur noch eine) Kandidatinnen selbst wohl am besten.

Im April wollen sie bei der ILA auftauchen. Mal sehen was da verkündet wird. Das scheint ja schon fast das wichtigste nächste Event in der nächsten Zeit zu sein. Und die ILA ist kein Trainingsgelände für Raumflüge, eher für PR.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 17. Dezember 2017, 19:36:15
Als Erstes bin ich gespannt, wen sie als Ersatz aussuchen werden bzw. wer noch zur Verfügung steht. Die Kandidaten, die im Frühjahr raus fielen, könnten mittlerweile nicht nur anderweitig verplant sein, wie schon jemand erwähnte. Sondern sie werden ja, selbst wenn sie noch "frei" sein sollten, auch mitbekommen haben, dass das Projekt... nun, sagen wir mal etwas schleppend verläuft.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 17. Dezember 2017, 22:01:57
Als Erstes bin ich gespannt, wen sie als Ersatz aussuchen werden bzw. wer noch zur Verfügung steht. Die Kandidaten, die im Frühjahr raus fielen, könnten mittlerweile nicht nur anderweitig verplant sein, wie schon jemand erwähnte. Sondern sie werden ja, selbst wenn sie noch "frei" sein sollten, auch mitbekommen haben, dass das Projekt... nun, sagen wir mal etwas schleppend verläuft.

Tja, es gibt ja noch keine überzeugende Begründung für den Ausstieg von N. Baumann. "private Gründe" kan es immer geben, sowas klann man aber auch grob erklären ohne die Pr9ivasphäre zu verletzen. So muss man ja den Eindruck behalten daß es nur vorgeschoben war, bzw. daß die Entscheidung aus Gründen erfolgte die nicht unbabhäöngig vom bisherigen Verlauf der Kampagne sind. Und das ist eventuell nicht förderlich für Ersatzastronautinnen. Aber solche Klärungne können auch außerhalb der Öffentlichkeit stattfinden.

Der Zeitplan erscheint mir aber zunehmend utopisch. Erstmal müssen Grundlagen geschaffen werden: Tauchschein, Piloten-Erfahrung (hatte vor allem N. Baumann), Raumfahrttechnik Studium, Basisausbildung Soyuz und ISS, bzw. Dragon oder welches Gefährt man auch immer nehmen will, dann sollte ein wissenschaftliches Programm erstellt werden desen Experimente die Astronautinnen eingiebig trainieren müssen, denn durch die Experiementiermöglichkeit lassen sich Sponsoren gewinnen. Nur PR-Stunts wie 'Astronautin trägt Kleidung eines Sponsors (war nicht mal Bruno Banani aktiv ?), Astronautin futtert bestimmte Lebensmittel eines Sponsors, A. stempelt und signiert Briedumschläge, ...' alleine ergeben doch kein Flugprogramm. Und danach kommt die eigentliche Flugvorbereitung wenn eine Mission definiert ist. Noch sind 3 Jahre = 36 Monate Zeit bis zum avisierten Start am 20. Dez. 2020. Aber bei quasi Null angefangen ist das schon wenig. Außer es geht doch um eine zahlende Passagierin, die nur heil rauf und runter kommen muss und obern für Pubicity sorgt.

Wenn dafür das Gel dauch erst nach und nach (m positiven Falle, sonst gar nicht) kommt, dann wird es noch schwieriger.

Ersatz wird es schon geben. Vielleicht ergreift Claudia Kesssler die Gelegenheit und fliegt selbst ?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 17. Dezember 2017, 23:16:30
Ich glaube, Dr. Thiele-Eich wird sich mit "nur Passagierin" aber auch nicht zufriedengeben. Die will Wissenschaft, so wie ich sie aus den bisherigen Interviews einschätze. Es stimmt aber schon, dass bei den bisherigen Ausbildungsschritten zumindest nach außen der Eindruck entsteht, es gehe weniger um zügiges und konzertiertes Training als vielmehr um maximale PR-Wirksamkeit bei minimalen Kosten.

Zitat
„Wir kommen voran“, sagte Kessler. „Ein Großteil des Geldes fehlt aber noch.“ Auf die Frage unserer Zeitung, wie viel Geld denn noch fehle, gab es jedoch keine Auskunft.
https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/region/nicola-baumann-will-nicht-mehr-mit-projekt-astronautin-ins-all-1.1783199 (https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/region/nicola-baumann-will-nicht-mehr-mit-projekt-astronautin-ins-all-1.1783199)

Ich wünsche Frau Baumann jedenfalls viel Erfolg bei ihrer Suche nach einer Alternative.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 18. Dezember 2017, 00:23:53
Ich glaube, Dr. Thiele-Eich wird sich mit "nur Passagierin" aber auch nicht zufriedengeben. Die will Wissenschaft, so wie ich sie aus den bisherigen Interviews einschätze. Es stimmt aber schon, dass bei den bisherigen Ausbildungsschritten zumindest nach außen der Eindruck entsteht, es gehe weniger um zügiges und konzertiertes Training als vielmehr um maximale PR-Wirksamkeit bei minimalen Kosten.
Gestern flatterte mir das neueste Lufthansa Magazin ins Haus. Darin ein größerer Artikel über die beiden Astronautinnen. Die Parabelflüge im August erfolgten bei einer privaten russischen Firma "Space Affairs" (lt. deren website machen sie Parabelflüge gegen ca. 5000 $ in den USA mit einer Boeing, aber die beiden Astronautinne flogen in einer Illyushin-76 in Russland). Nicola Baumann macht derzeit (oder hat sie abgebrochen ?) ein Fernstudium für Master Luft- und Raumfahrttechnik. Lt. Cl. Kessler fehlt noch der größte Teil der 50 Mio Euro.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 18. Dezember 2017, 17:42:37
Ich hab' mal die Unterlagen vom Sommer nochmal ausgebuddelt. Ab 2018 läuft das sog. Luftfahrtforschungsprogramm "LuFo V-3". Dazu gab es im Sommer einen Workshop, und in diesem wurden vom Bundesministerium für  Wirtschaft und Energie folgende Richtlinien kurz vorgestellt (PDF): http://www.dlr.de/pt-lf/Portaldata/50/Resources/dokumente/lufo-v/lufo_v-3/KMU_Tag_Praesentation_Bonitaetspruefung_02.06.2017.pdf (http://www.dlr.de/pt-lf/Portaldata/50/Resources/dokumente/lufo-v/lufo_v-3/KMU_Tag_Praesentation_Bonitaetspruefung_02.06.2017.pdf)

Es geht hier um die Faktoren, die in die Bonitätsprüfung mit einfließen. Wie ich bereits auf bzw. ab Seite 8 in diesem Thread dargelegt hatte, sieht es da zumindest bei HESO ziemlich mau aus, ihre Bonität wird von Creditreform im tiefroten Bereich verortet. Und die neue gegründete GmbH bzw. Stiftung sind eben genau das: Noch ziemlich neu, mit wenig Kohle.

Für mich pers. liest sich vor allem folgender Absatz wenig vielversprechend für das Projekt:

Zitat
Zuwendungen dürfen nach VV Nr. 1.2 zu § 44 BHO nur vergeben werden, wenn
die Gesamtfinanzierung des Vorhabens gesichert ist (insbesondere muss der
Antragsteller (Ast.) in der Lage sein, seinen Eigenanteil aufzubringen),

Dieser Passus findet sich im Zusammenhang mit diversen Projekten im Web wieder.
Und so weiter: Stammkapital? Liquiditätsplan? Mitarbeiterplanung? Ähm, ooops...?

Mehr als Parabelflüge scheint mir da nicht drin zu sein, denn die kann man zur Not auch so verbuchen, dass im Gegenzug die Kandidatinnen irgendwelche Arbeit dabei verrichten. Nach Aussage von Frau Dr. Thiele-Eich sollen die Parabelflüge im Frühjahr ja mit Forschungsarbeit verbunden werden. Wer also denkt, dass das DLR ordentlich Geld investiert, über das die Initiative dann für weitere Trainingschritte oder gar die Reservierung der Soyuzsitze frei verfügen kann, liegt m. E. falsch. Es soll wohl nur so klingen, um weitere Investoren Sponsoren anzuziehen, ist mein persönlicher Eindruck.

Vielleicht mag sich das alles aber mal jemand mit mehr Fachkenntnis im passenden Bereich anschauen, damit man die Chancen besser einschätzen kann.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 19. Dezember 2017, 11:46:00
Laut der deutschen Volkszeitung mit Bildungsauftrag sagte Baumann
Zitat
Leicht sei ihr die Entscheidung nicht gefallen. „Es ist ein Schritt, der in mir schon seit einigen Wochen reift
.

Einige Wochen? Wow... 100%ig sollte Sie Ihren Job bei der BW aufgeben und bei den HESO Eselstreibern anfangen. Dazu die stetige Medienpräsenz und wahrscheinlich auch das rumgebettel bei Sponsoren hat letztendlich dazu geführt, dass die erfolgversprechenste Kandidatin den Schleudersitz gezogen hat.

Wenn dann wäre sie es geworden. Alleine aus Sympathie, denn die Thiele-Eich ist (mir zumindest) vollig unsympatisch

[So jetze gibts bestimmt wieder saures]
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 19. Dezember 2017, 14:52:47
Frau Baumann hat bereits ziemlich klar gesagt, dass der eingeschlagene Weg der Privatinitiative nicht der ihre ist, alles andere ist aber im Moment Spekulation.

Wir sollten respektvoll umgehen und uns auf den Sachverhalt konzentrieren.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 20. Dezember 2017, 07:04:31
Zitat
Wir sollten respektvoll umgehen und uns auf den Sachverhalt konzentrieren.

ja sehe ich auch so... auch wenn ich nix gegen Frau Baumann gesagt habe.

Es würde mmich natürlich interessieren in wieweit die Nachfolgerin über Baumanns Beweggründe informiert wird und ob diese dann als "Lückenfüller" einspringt. Schließlich hat sich HESO damals im Auswahlverfahren gegen die NAchfolgerin und für Baumann und Thoiele-Eich entschieden.

Ist eigentlich noch ein Finanzierungsmeilenstin vom Datum her festgesetzt oder läuft dass jetze so bis man die Spenden zusammen hat?

Und nochmal... Chapeau vor Frau Baumann... auch dass Sie diesen entschluss für sich getroffen hat, da gehört Mut und Selbstachtung dazu!
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 11. Januar 2018, 12:47:58
Man hat sich nun auch auf der Homepage von "die Astronautin" dazu durchgerungen Frau Baumann zu "entfernen". Nur noch Frau Thiele-Eich ist als einzige Kandidatin zu sehen. Das Profil von Frau Baumann ist weg. Zwar sind noch einige Bilder von Ihr und der Parabelkampagne vorhanden. Allerdings ist das iwie ein unschönes Ende. Man hätte aus Achtung auch diesbezüglich einen Artikel oder eine andere Art finden zu können. Aber selbst zu Frau Baumanns Entscheidung ist nix auf der offiziellen Seite zu lesen..

Pressemitteilung ist wie das Vorhaben wenig durchdacht und nur auf zeigt sich auch nach außen nur im positiven für die Geldgeber.

Ich denke aus dem ganzen wird eh nix! Meine Meinung nicht vielleicht Deine!
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Wilga35 am 11. Januar 2018, 16:37:43
Ich denke aus dem ganzen wird eh nix! Meine Meinung nicht vielleicht Deine!

@Invicta,
die Aussage Deines letzten Satzes kann man unterschiedlich interpretieren, je nachdem ob man das eigentlich nötige Komma vor oder hinter das Wörtchen "nicht" setzt.  ;)
Ansonsten stimme ich Dir voll zu, ich glaube auch nicht mehr, dass aus dem Projekt je etwas wird.

Gruß, Wilga35
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 27. Januar 2018, 11:42:33
Aus dem DLR-Thread:

#siehatwasöffentlichgesagt

Interview mit DLR-Chefin Ehrenfreund über die Erfolge des DLR.
http://www.deutschlandfunk.de/dlr-vorstand-ehrenfreund-wir-sind-extrem-abhaengig-von-der.676.de.html?dram:article_id=409337 (http://www.deutschlandfunk.de/dlr-vorstand-ehrenfreund-wir-sind-extrem-abhaengig-von-der.676.de.html?dram:article_id=409337)

In Sachen Raumfahrt sagt sie, in der Initiative "DieAstronautin" ist eine Kandidatin vom ESO nachgerückt.

Das kann dann eigentlich nur Suzanna Randall sein:
Zitat
Suzanna Randall: Die Münchnerin ist Astrophysikerin an der Europäischen Südsternwarte in Garching. Sie forscht an der Evolution von Sternen und arbeitet außerdem für das Alma-Projekt in Chile – das derzeit größte Teleskop der Welt. Es besteht aus 66 Antennen, von denen die meisten einen Durchmesser von zwölf Metern haben. Randall hat in London studiert und in Montreal, Kanada, ihren PhD gemacht. Sie ist 37 Jahre alt.
https://www.n-tv.de/wissen/Das-sind-die-sechs-toughesten-Frauen-article19724699.html (https://www.n-tv.de/wissen/Das-sind-die-sechs-toughesten-Frauen-article19724699.html)

(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up061687.jpg)
Foto: Die Astronautin/LoeschHundLiepold
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: F-D-R am 30. Januar 2018, 21:08:14
Vielleicht war das hier schon.....

Ich wusste gar nicht, dass Frau Kessler auch die Schwerelosigkeit trainiert. Oder habe ich mich da verguckt/geirrt?
Ansonsten sieht das alles mehr nach einem Event, finanziert durch Spenden, als nach hartem Raumfahrttrainig aus.
Zu buchen bei Space Affairs.

PS: Spendet jemand für mich? Ich möchte auch mal Superman spielen.   ;)

https://www.youtube.com/watch?v=Ln8C6_a2S7o (https://www.youtube.com/watch?v=Ln8C6_a2S7o)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 31. Januar 2018, 07:34:11
Die Schwerelosigkeit wird Frau Kessler kaum trainieren ;D... höchstens in der Schwerelosigkeit.  :D

Dass das gesamte Unterfangen nur eine Show ist und Frau Kesslers Kalkül dies als Werbung für Ihr Unternehmen HE Space zu nutzen, ist denke ich jedem hier schon bekannt.  Letztendlich ists ne moderne Art zu betteln. Ich hab immer beigebracht bekommen wenn ich selbst etwas haben will es mir aber nicht leisten kann, dann kann ichs auch nicht haben... Anders die Ansichten bei "Die Astronautin".
Und so ein Schwerelosigkeitsflug kann sich jeder für 5-7k€ leisten egal ob in Russland oder in den USA. Das ist nix Besonderes und gehört medienwirksam zu dem ganzen Tamtam dazu.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: CosmonautZero am 31. Januar 2018, 13:57:42
Mein erster Beitrag, obwohl ich viele Male besuche und lese.

Deutsch ist nicht meine Muttersprache, also verzeiht bitte kleine Fehler.

Ich bin neugierig, wenn jemand eine andere "Frau im Weltraumprojekt" kennt.

Es handelt sich um eine Frau, die ein Kandidat in "Die Astronautin" war, aber sie wurde im März 2017 eliminiert.

Dann engagierte sie sich in ihrem eigenen Projekt, unterstützt von einem reichen privaten Sponsor, einem großen deutschen Industrieunternehmen und einer Fernsehgesellschaft.

Ich werde heute ihren Namen nicht schreiben. Ich möchte sehen, wer sonst noch von dieser Sache weiß.
Ich werde jedoch sagen, dass sie eine kommerzielle Pilot (Aerologic) und Ingenieur ist. Sie hat eine gemeinsame deutsch-österreichische Staatsbürgerschaft.

Gemäß Informationen zirkuliert ihr Name in Moskau, mit dem Namen ihres TV-Unternehmenspartners - "RedBull TV".  Sie ist auch eine Freundin von Felix Baumgartner.

Kennt jemand dieses Projekt und diese Frau?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Axel_F am 31. Januar 2018, 14:40:41
Ich kenne das Projekt nicht. Aber durch deine Angaben kann ich nur auf eine Person schließen:

Du meinst sicher Magdalena Pree aus Fürstenzell. Sie ist im März 2017 ausgeschieden und hat die deutsche und österreichische Staatsbürgerschaft.

Wenn Red Bull und ein großerer weiterer Sponsor einsteigt dann wird das eher was :D

Hat ja bei der 1. Britin Helen Sharman auch super geklappt.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: bluemchen am 31. Januar 2018, 18:29:12
N´ja, wenn da etwas dran wäre, würde ja einhergehen, daß der ganze deutsche Firlefanz dazu im Eimer wäre. Wollte man das? - Wohl eher nicht.
Zwei Momente:
Denn dann würde dieser Laden unter der dietrich mateschitz-Ägide laufen, anders gäbe es keinen müden Euro.
Und wenn diese Fa. das wollte, hätte sie es schon lange in die Hand genommen. Das Firmen-Logo auf dem Fairing sähe ich ganz deutlich, DLR eher nicht.
Auf der anderen Seite meine ich nach wie vor - es wird einfach keinen Platz geben, wobei ich nicht weiß, unter welchen Launchunternehmen man laviert.  ESA / Nasa / CSF - kann man knicken. Roskosmos wird, wenn Nauka e.t.c. endlich oben ist, keinen solidarischen Platz im bezahlbaren Segment frei halten (können).
Es ist ferner nicht absehbar, das die NASA KEINE zusätzlichen Plätze auch über ´19 ...´20 benötigen würde, ergo Ressourcen frei machen würde.
Damit bleibt wohl der Traum, auch wenn viele es gern realitätsfern anders sehen
Momentan wenigstens
R.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 01. Februar 2018, 08:24:12
Da scheint wohl jemand Red Bull nicht zu mögen. Ja RB hat bei den Athleten auch sein Schattendasein, aber da ist auch jeder Athlet selbst in der Verantwortung wie weit er geht. Ich hab selbst mal für RB gearbeitet und kann nur Gutes von denen berichten ohne hier Werbung machen zu wollen.
Red Bull Stratos hat gezeigt dass wenn Sie mit etwas in die Hand nehmen es auch klappt. Safety first. Nicht umsonst haben Sie den Mann der Verstorbenen Astronautin Laurel Clark mit in Boot geholt...

Übrigens... Jährt es sich heute zum 15. Mal... :'( aber das ist ein anderes Thema.

Ich denke die meisten sind sich hier einig... Firlefanz und Tamtam... eine heisse Blase... mehr ists (leider) nicht und mehr wird daraus m.E. auch nie werden, da schließe ich mich Blümchen an!
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: CosmonautZero am 01. Februar 2018, 10:38:04

Du meinst sicher Magdalena Pree aus Fürstenzell. Sie ist im März 2017 ausgeschieden und hat die deutsche und österreichische Staatsbürgerschaft.


Nein, nicht Magdalena Pree. Sie ist kein Pilot bei Aerologic.

Die Frau, die ich erwähnte, war nicht in den letzten sechs Kandidaten.

Ich werde den Namen, den ich gehört habe, in ein oder zwei Tagen geben. Aber vorerst bin ich neugierig, ob Deutsche Experten diese Frau auch aus Informationen in Deutschland oder Österreich identifizieren können?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Schillrich am 01. Februar 2018, 10:55:12
Hallo CosmonautZero

Was soll dieses Spielchen? Wenn du interessante, relevante Informationen hast, kannst du sie gerne teilen. Aber dieses "mal schauen, ob ihr drauf kommt", ist nicht nett. Das bringt uns nichts.

Oder soll das hier eine versteckte Social-Werbekampagne sein, à la: schaut mal vorbei?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: jdark am 01. Februar 2018, 11:34:56
Ich frag mich auch was das soll. Kurze Google-Suche nach ["aerologic" die astronautin] offenbart Johanna Maislinger.

https://forum.nasaspaceflight.com/index.php?topic=44307.msg1766104#msg1766104 (https://forum.nasaspaceflight.com/index.php?topic=44307.msg1766104#msg1766104)

Hier wirbt der "tonyq" auch für sie:
https://forum.nasaspaceflight.com/index.php?topic=43187.msg1740272#msg1740272 (https://forum.nasaspaceflight.com/index.php?topic=43187.msg1740272#msg1740272)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 01. Februar 2018, 11:44:04
Ja, ich bin jetzt auch auf den Sinn gespannt. Man muß sich ja hier mit immer skurrileren Sachen auseinandersetzen.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: CosmonautZero am 01. Februar 2018, 11:51:49
Hallo CosmonautZero

Was soll dieses Spielchen? Wenn du interessante, relevante Informationen hast, kannst du sie gerne teilen. Aber dieses "mal schauen, ob ihr drauf kommt", ist nicht nett. Das bringt uns nichts.


Entschuldigung! Ich war neugierig, ob irgendein Mitglied irgendwelche originalen Informationen hatte, die mit meinen übereinstimmten.

Aber, jdark hat den gleichen Namen gefunden, den ich gehört habe, so jetzt, alles klarer.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: CosmonautZero am 02. Februar 2018, 18:29:55
Der neue Kandidat, der Nicola Baumann ersetzt, wird am 16. Februar in München bekannt gegeben.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: fl67 am 05. Februar 2018, 10:23:06
Insa Thiele-Eich war am Freitag zu Gast in der NDR Talk Show.

Das kann man sich hier nochmal ansehen:
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ndr_talk_show/Meteorologin-und-Astronautin-Insa-Thiele-Eich,ndrtalkshow4430.html (https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ndr_talk_show/Meteorologin-und-Astronautin-Insa-Thiele-Eich,ndrtalkshow4430.html)

Viel Interessantes gibt es allerdings nicht zu hören... :P
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 14. Februar 2018, 13:43:19
Der neue Kandidat, der Nicola Baumann ersetzt, wird am 16. Februar in München bekannt gegeben.

Ich bin gespannt, in welcher Form sie das bekannt geben werden. Einer der vielen befremdlichen Faktoren an dem Projekt war für mich bisher auch das Riesentamtam bei jeder Veranstaltung; diese Erlöserpose, als hätte die ganze Welt oder zumindest ganz Deutschland nur auf diese Sache und die zwei Kandidaten gewartet. Das mutete etwas seltsam an.

Inzwischen erwähnen sie es aber kaum noch, und auf Twitter wurde in den letzten Tagen, Wochen... nur eine Spendensammlung auf Betterplace verlinkt, wo es um irgendwelche Vorträge geht, nicht aber um den erhofften Flug. Nach der ganzen Hochjubelei letztes Jahr wirkt das nun um so mehr, als sei da auch intern die Luft raus.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 15. Februar 2018, 18:39:00
Das kann dann eigentlich nur Suzanna Randall sein:

SPON bestätigt, dass Suzanna Randall für Nicola Baumann nachrückt.
http://www.spiegel.de/karriere/suzanna-randall-wird-nachfolgerin-von-nicola-baumann-a-1193734.html (http://www.spiegel.de/karriere/suzanna-randall-wird-nachfolgerin-von-nicola-baumann-a-1193734.html)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: wernher66 am 16. Februar 2018, 13:38:21
Und hier das Gesicht zur neuen Kandidatin:

(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up061686.jpg)
Frau Dr. Suzanna Randall

Die Promotion hat sie im Fach Astrophysik erhalten.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 16. Februar 2018, 19:26:14
Einen neuen Versuch zur Finanzierung scheint's auch zu geben: https://astronautin.hyvecrowd.com/overview (https://astronautin.hyvecrowd.com/overview)

Da sollen also Leute ihre Vorschläge für Produkte einreichen. Und für die sucht man dann Produzenten. Und die wiederum sollen dafür Kohle springen lassen, um den Flug zu finanzieren? Ist den Organisatoren nun also langsam klar geworden, dass die erhofften Sponsoren im Projekt an sich keinen Wert für sich selbst sehen? Oder entgeht mir hier irgendein wesentlicher Aspekt?

Die Jury ist noch nicht vollständig und als Preise lobt man z.T. Dinge aus, die man gar nicht wird liefern können, falls das Ganze floppt?

Und wer hat - unabhängig vom Erfolg der Initiative - außerdem am Ende die Rechte an den eingereichten Ideen? Muss der Urheber die abtreten? Kann irgendwer im Umfeld der Initiative die dann einfach vermarkten? Wird der Urheber dann am Umsatz/Gewinn beteiligt? Finde ich bisher nirgendwo beantwortet, dabei gehört gerade diese Info doch wohl dringend auf die Seite dieser Ausschreibung?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 16. Februar 2018, 21:07:16
Einen neuen Versuch zur Finanzierung scheint's auch zu geben: https://astronautin.hyvecrowd.com/overview (https://astronautin.hyvecrowd.com/overview)

Als Symbolfoto für das "Mission Training" nimmt man ein Foto der verunglückten Apollo 1 Mannschaft in ihrer Apollo 1. Ist ja nicht seher vertrauenserweckend.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 16. Februar 2018, 21:41:03
An Hand der Seiten "Überblick", "Beiträge" und "Über Astronautin" hab ich die Sache nicht verstanden, um was es da gehen soll. ("Ideen für Herausforderung oder Wettbewerb").
Die Seite Hintergrundinformationen macht es griffiger.

Grundsätzlich bin ich erstmal einer Bürgerbeteiligung sehr aufgeschlossen, von mir aus auch per Crowdsourcing-Plattform.

Viel interessanter als irgendwelche Kandidaten wäre natürlich im Zusammenhang mit einer Privatinitiative die Frage der Finanzierung.

Ein paar Formulierungen finde ich merkwürdig:
Zitat
Es wurde noch nie im Detail untersucht, wie gefährlich diese Mikroorganismen für die Astronauten und die technische Ausrüstung sind.
Zitat
Der Erfolg eines privat finanzierten Unternehmens im Bereich der bemannten Raumfahrt könnte auch für die Zukunft der Crowdfunding-Förderung von großer Bedeutung sein.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 17. Februar 2018, 08:28:16
Zitat
By entering the Competition, participants irrevocably and unconditionally assign, to the extent legally possible, to HYVE any and all intellectual property rights, i.e. all right, title and interest of whatsoever nature they may have in the material uploaded and thereby made known to HYVE in the course of the Competition (hereinafter referred to as "Materials"), including, but not limited to, rights relating to patentable inventions. After the competition all these rights will be transferred by HYVE to the company hosting the contest.

Danke, keine weiteren Fragen.  ::)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: CosmonautZero am 18. Februar 2018, 12:11:21
Hallo CosmonautZero

Was soll dieses Spielchen? Wenn du interessante, relevante Informationen hast, kannst du sie gerne teilen. Aber dieses "mal schauen, ob ihr drauf kommt", ist nicht nett. Das bringt uns nichts.


Entschuldigung! Ich war neugierig, ob irgendein Mitglied irgendwelche originalen Informationen hatte, die mit meinen übereinstimmten.

Aber, jdark hat den gleichen Namen gefunden, den ich gehört habe, so jetzt, alles klarer.


Entschuldigung für die Verzögerung bei der Fortsetzung dieser Geschichte. (Und bitte denken Sie daran, Deutsch ist nicht meine Muttersprache!)

Ja, es gibt eine andere Frau im Weltraumprojekt, die in Deutschland und Österreich zusammengebaut wird.

Informationen sind sehr fragmentiert. Die gesamte Geschichte ist immer noch geheim. Meine Informationen stammen von Kontakten in Deutschland, Österreich, Großbritannien und natürlich Russland.

Das Projekt konzentriert sich auf eine österreichische Frau namens Johanna Maislinger. Es ist möglich, dass es auch eine Reserve gibt. Ich weiß nichts davon.

Zwei Firmennamen, die mit dem Projekt verbunden wurden, sind Siemens und Red Bull.

Einige Informationen lassen sich auf Maislinger selbst zurückführen.

Biographische Informationen über Maislinger, erscheint hier: -

https://forum.nasaspaceflight.com/index.php?topic=44307.20 (https://forum.nasaspaceflight.com/index.php?topic=44307.20)

Ich weiß, dass dieses ganze Szenario unwahrscheinlich klingt. Ich weiß nicht, wann und wo der Weltraumflug geplant ist. Ich weiß nicht, warum Siemens und Red Bull dies unterstützen. Ich weiß nur, dass dieses Projekt leise und heimlich voranschreitet.

Kann jemand andere zu diesen Informationen hinzufügen?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 18. Februar 2018, 14:03:06
@CosmonautZero: Ein geheimes Geheimprojekt, bei dem Deutschland und Österreich eine fragmentierte Frau im Weltraum zusammenbauen wollen - interessant! Ich habe deswegen mal etwas gegoogelt und bin über ein youtube-Video der angehenden Kandidatin Johanna Maislinger https://youtu.be/Wo9Q4z9tdCY (https://youtu.be/Wo9Q4z9tdCY)  auf die gemeinnützige Organisation "Space for Humanity" gestoßen, die bis Ende 2018 eine heterogene Gruppe von Nicht-Astronauten auswählen will, um mit denen an den Rand des Weltraums zu reisen. Nächste Ziele: bis 2022 die Erdumlaufbahn, bis 2027 der Mond und bis 2030 der Weltraum.   :-X  http://spaceforhumanity.org/ (http://spaceforhumanity.org/)    "Space for Humanity flight on the WorldView vehicle" https://youtu.be/qa174H1jHR4 (https://youtu.be/qa174H1jHR4)  ...sorry für OT.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Ariane 42L am 18. Februar 2018, 18:44:06
Dr. Suzanna Randall ist in Köln geboren, wohnt in München und arbeitet bei der ESO in Garching, diese beide Städte liegen in Bayern und deshalb vermute ich das sich jetzt die Bayrische Landesregierung einschalten wird damit dieses Projekt ein Erfolg wird.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 18. Februar 2018, 19:31:41
Dr. Suzanna Randall ist in Köln geboren, wohnt in München und arbeitet bei der ESO in Garching, diese beide Städte liegen in Bayern und deshalb vermute ich das sich jetzt die Bayrische Landesregierung einschalten wird damit dieses Projekt ein Erfolg wird.

Da sollte man nicht  zuviel Hoffnung hegen. Köln ist der Standort des ESA Atronautenzentrums und einer der großen Standorte des DLR; die ESO ist eine Europäische Institution. Wieso sollte die Bayerische Staatsregierung da besondere Verbundenheit fühlen, solange die ESA selbst nicht entscheidend einsteigt. Die hält sich bisher noch sehr dezent raus. Und auch in Bayern liegen 50 Mio nicht so einfach rum für besondere Verwendung.

Jetzt sollen Ideen gesammelt werden um dann gewinnbringend vermarktet werden zu können. Leute geben die Ideen., der Gewinn landet bei anderen. Wie schon von LeavingOrbit geschrieben muss man alle Rechte an den Ideen bei den Betreibern der Aktion abgeben. Schön blöd wer da mitmacht. Und ob so die nötigen Millionen zusammenkommen ist doch sehr fraglich.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 20. Februar 2018, 13:36:22


Ein paar Formulierungen finde ich merkwürdig:
Zitat
Es wurde noch nie im Detail untersucht, wie gefährlich diese Mikroorganismen für die Astronauten und die technische Ausrüstung sind.
[/quote]

Diese Behauptung ist tatsächlich totaler Mumpitz. Ich habe letztens erst bei der ESA in anderem Zusammenhang nachgefragt: https://twitter.com/Leaving_Orbit/status/961265252477304833 (https://twitter.com/Leaving_Orbit/status/961265252477304833) (Siehe Tweet samt Vorgeschichte und Antworten.)

Aber wenn "Die Astronautin" zugeben würden, dass a) schon zig Frauen im All waren, deren zahlreiche Daten weit mehr hergeben als die von einer kommerziellen Touristin nach nur 7 Tagen und b) auch die Mikroorganismen bereits ausgiebig beforscht wurden und werden... dann können sie das Projekt gleich hier und jetzt beerdigen. (Können sie m.E. sowieso.)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 20. Februar 2018, 17:37:08
Ein paar Formulierungen finde ich merkwürdig:
Zitat
Es wurde noch nie im Detail untersucht, wie gefährlich diese Mikroorganismen für die Astronauten und die technische Ausrüstung sind.

Diese Behauptung ist tatsächlich totaler Mumpitz. Ich habe letztens erst bei der ESA in anderem Zusammenhang nachgefragt: https://twitter.com/Leaving_Orbit/status/961265252477304833 (https://twitter.com/Leaving_Orbit/status/961265252477304833) (Siehe Tweet samt Vorgeschichte und Antworten.)

Aber wenn "Die Astronautin" zugeben würden, dass a) schon zig Frauen im All waren, deren zahlreiche Daten weit mehr hergeben als die von einer kommerziellen Touristin nach nur 7 Tagen und b) auch die Mikroorganismen bereits ausgiebig beforscht wurden und werden... dann können sie das Projekt gleich hier und jetzt beerdigen. (Können sie m.E. sowieso.)

Stimmt. Der Einfluss von Mikroorganismen sollte bekannt sein von Langzeit-Missionen wie der von Peggy Whitson. Für männliche Raumfahrer ist das sicher noch viel besser bekannt, die Übertragung auf weibliche Menschen sollte auch halbwegs klar sein. da müsste man schon ein umwerfend neues Messinstrument haben, welches etwas erfasst was derzeit keiner kennt.

"Einfluss von Mikrorganismen auf technische Ausrüstung"  Ich denke mal technische Ausrüstung ist weder männlich noch weiblich, also macht es keine Unterschied wer diesen Einfluss erfasst. Es wird ja die Ausrüstung beeinflusst, nicht die Experimentdurchführerin.  Und auch da gibt es wohl jahrzehntelange Erfahrung von Saljut, Mir, ISS. Was soll da neues kommen (gezielt Mikroorganismen mitnehmen und einwirken lassen ?)

Und wenn das alles so klar sein sollte, wozu dann der Ideenwettbewerb ?

Aber die Überlegungen sind wohl alle rein hypothetischer Natur, ich kann mir nicht vorstellen wie diese Organisation 50 Mio Spendengelder zusammenkratzen will.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 20. Februar 2018, 20:42:50
Auf der MIR haben sie doch mal eine größere Menge total verdrecktes und verschimmeltes Wasser hinter irgendeinem Wandpanel entdeckt. Da dürften genug Mikroorganismen für drei Forschergenerationen drin gewesen sein!  ;D :P

https://science.nasa.gov/science-news/science-at-nasa/2007/11may_locad3 (https://science.nasa.gov/science-news/science-at-nasa/2007/11may_locad3)

Äh, wo waren wir stehen geblieben...? Ach ja, "wurde noch nie im Detail untersucht"...

Sure.  ::)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 20. Februar 2018, 20:58:24
Im Grundsatz ist der Ansatz, nach Ideen für Verbesserung der Lebensbedingungen auf der ISS im weitesten Sinne zu fragen, gar nicht schlecht. Läuft auf sowas wie die Expressomaschine oder Brotbackautomat hinaus, ua.
Sponsoring über product placement ist denkbar, aber ebenso ambitioniert wie der rest.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 20. Februar 2018, 21:45:52
Auf der MIR haben sie doch mal eine größere Menge total verdrecktes und verschimmeltes Wasser hinter irgendeinem Wandpanel entdeckt. Da dürften genug Mikroorganismen für drei Forschergenerationen drin gewesen sein!  ;D :P
https://science.nasa.gov/science-news/science-at-nasa/2007/11may_locad3 (https://science.nasa.gov/science-news/science-at-nasa/2007/11may_locad3)
Äh, wo waren wir stehen geblieben...? Ach ja, "wurde noch nie im Detail untersucht"...
Sure.  ::)

Aber sicher, so was wird dann gleich im großen Maßstab entsorgt (leere Progress Kapsel oder so) bevor sich die Sporen verteilen. Da ist keine Zeit und Gelegenheit für Detailuntersuchungen.


Im Grundsatz ist der Ansatz, nach Ideen für Verbesserung der Lebensbedingungen auf der ISS im weitesten Sinne zu fragen, gar nicht schlecht. Läuft auf sowas wie die Expressomaschine oder Brotbackautomat hinaus, ua.
Sponsoring über product placement ist denkbar, aber ebenso ambitioniert wie der rest.

Stimmt schon. Aber wenn die Verbesserung wie erwähnt in Espressomaschine und Brotbackmaschine besteht, dann ist für das nötigste wohl bereits gesorgt. Oder sollen wir jetzt eine Dusche vorschlagen (gabs bereits auf Saljut, Skylab und Mir). Wer soll denn besser wissen was gebraucht wird als die Astro- und Kosmonauten selbst die dort oben lange Zeit waren ?  Das lässt sich schnell erfragen ohne Wettbewerb. Cola und Pepsi gab es auch schon im Shuttle. Staubsauger ist auch vorhanden. Filme schauen auch, Musik auch. Kuchen backen fehlt vielleicht (Weihnachststollen und Osterfladen, Matzen, ...). Ikea könnte ja ein paar Regale spendieren zum aufräumen. ("bei uns fliegt nichts weg, auch nicht in der Schwerelosigkeit")

Jetzt wird's mir klar, die brauchen eine Raucherkabine, sowas wie die Glascontainer an Flughäfen. Das hebt die Lebensfreude ungemein.

Für mich ist "Die Astronautin" eine reine "wir wollen auch mal" Kampagne, die mit ihrer Betonung auf deutsch irgendwie nicht ins ESA-Bild passt. Und schon überhaupt nicht wenn man ansonsten nicht weiß wozu. Und auch keinen findet dem sowas 50 Mio Wert ist.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 21. Februar 2018, 08:46:59

Aber sicher, so was wird dann gleich im großen Maßstab entsorgt (leere Progress Kapsel oder so) bevor sich die Sporen verteilen. Da ist keine Zeit und Gelegenheit für Detailuntersuchungen.


Nö, lies mal, die haben das Zeug durchaus mitgenommen und analysiert - und noch viel mehr außer diesen Wasserproben. An Mikroben in Raumfahrzeugen wird somit seit Jahrzehnten geforscht. Völliger Quatsch als, was "Die Astronautin" da schreibt.

Zitat
Wer soll denn besser wissen was gebraucht wird als die Astro- und Kosmonauten selbst die dort oben lange Zeit waren ?  Das lässt sich schnell erfragen ohne Wettbewerb.

Eben. Und was den Staubsauger angeht, der ist inzwischen fast schon ein Multifunktionsgerät! https://twitter.com/AndreasSchepers/status/954726284751491072 (https://twitter.com/AndreasSchepers/status/954726284751491072)  ;D
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: kirsten_on_earth am 01. März 2018, 22:09:23
Insa Thiele-Eich war am Freitag zu Gast in der NDR Talk Show.

Das kann man sich hier nochmal ansehen:
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ndr_talk_show/Meteorologin-und-Astronautin-Insa-Thiele-Eich,ndrtalkshow4430.html (https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ndr_talk_show/Meteorologin-und-Astronautin-Insa-Thiele-Eich,ndrtalkshow4430.html)

Viel Interessantes gibt es allerdings nicht zu hören... :P

Und heute abend ab 23.15 h ist sie im ZDF bei Markus Lanz zu Gast.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: bluemchen am 20. April 2018, 00:59:07
Hallo,
gestern fand sich etwas versteckt im n-tv die etwas eingetrübte Perspektive der Mädels http://www.raumfahrtkalender.de/traegerraketen/zyklon-3-11k68 (http://www.raumfahrtkalender.de/traegerraketen/zyklon-3-11k68)
Auch wenn das nicht meine bevorzugte Quelle ist, sei sie eingefügt.

Ich meine, Nicola Baumann hat nach kühler Überlegung das -für sie- richtige getan (Jagdfliegern muß das Eigen sein).
Das Geld ist inzwischen aufgebraucht für die erfolgreichen Vorprogramme, die USA stehen noch aus zur Hinterfragung von Mitflugmöglichkeiten,  da die ESA wahrlich nicht sicher ist und die meiste Zeit verbringen die Kandidatinnen mit Vorträgen ...
Bis auf die noch fehlenden 49,93 Mio für das Ticket läuft aber alles gut, jedenfalls noch bis Herbst.
Wenngleich die Hoffnung zuletzt stirbt
Grüße aus der skeptischen Ecke
R.


Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Schillrich am 20. April 2018, 06:55:12
Der Link geht aber zu einem Artikel über die Zyklon, in Olafs Raumfahrtkalender ... ;)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 20. April 2018, 07:24:04
Zitat
Der Link geht aber zu einem Artikel über die Zyklon, in Olafs Raumfahrtkalender ...

Das Programm "Die Astronautin" ist wie der Link... eine Finte!
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: R2-D2 am 20. April 2018, 08:26:50
Hallo,
gestern fand sich etwas versteckt im n-tv die etwas eingetrübte Perspektive der Mädels http://www.raumfahrtkalender.de/traegerraketen/zyklon-3-11k68 (https://www.raumfahrer.net/traegerraketen/zyklon-3-11k68)
Auch wenn das nicht meine bevorzugte Quelle ist, sei sie eingefügt.
[..]
wahrscheinlich ist dieser Link gemeint:
https://www.n-tv.de/wissen/Der-Astronautin-fehlen-Millionen-Euro-article20391528.html (https://www.n-tv.de/wissen/Der-Astronautin-fehlen-Millionen-Euro-article20391528.html)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: max-q am 20. April 2018, 08:51:45
Zitat
Der Link geht aber zu einem Artikel über die Zyklon, in Olafs Raumfahrtkalender ...

Das Programm "Die Astronautin" ist wie der Link... eine Finte!

Hey, das nehme ich persönlich  ;)
Mich gibt's genauso wie den Link und die Zyklon. Danke an bluemchen für die Werbung (das nächste Mal aber bitte einen Artikel auswählen, der in den letzten Jahren mal aktualisiert worden ist). Und nein, zu "Die Astronautin" findet sich bei mir (noch) nichts. Da fehlen mir die Worte (und die historische Bedeutung erschließt sich mir auch nicht).

max-q [Olaf]
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: bluemchen am 20. April 2018, 10:41:54
Zitat
Der Link geht aber zu einem Artikel über die Zyklon, in Olafs Raumfahrtkalender ...

Das Programm "Die Astronautin" ist wie der Link... eine Finte!

Hey, das nehme ich persönlich  ;)
Mich gibt's genauso wie den Link und die Zyklon. Danke an bluemchen für die Werbung (das nächste Mal aber bitte einen Artikel auswählen, der in den letzten Jahren mal aktualisiert worden ist). Und nein, zu "Die Astronautin" findet sich bei mir (noch) nichts. Da fehlen mir die Worte (und die historische Bedeutung erschließt sich mir auch nicht).

max-q [Olaf]
Entschuldigung an die Gemeinde,  ich hatte zwei Dinge gleichzeitig gemacht und nicht nachkontrolliert, was im Speicher war.
Ja klar , R2 hat den gemeinten richtigen zugefügt - Dankeschön.
Es soll nicht wieder vorkommen.
Sowas aber auch von Verwirrung
Grüße
R.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 25. Mai 2018, 18:09:37
Laut der deutschen Volkszeitung mit Bildungsauftrag sagte Baumann
Zitat
Leicht sei ihr die Entscheidung nicht gefallen. „Es ist ein Schritt, der in mir schon seit einigen Wochen reift
.

Einige Wochen? Wow... 100%ig sollte Sie Ihren Job bei der BW aufgeben und bei den HESO Eselstreibern anfangen. Dazu die stetige Medienpräsenz und wahrscheinlich auch das rumgebettel bei Sponsoren hat letztendlich dazu geführt, dass die erfolgversprechenste Kandidatin den Schleudersitz gezogen hat.

Wenn dann wäre sie es geworden. Alleine aus Sympathie, denn die Thiele-Eich ist (mir zumindest) vollig unsympatisch

[So jetze gibts bestimmt wieder saures]

Ihren Job bei der Bundeswehr hat Frau Baumann letzten Monat übrigens nun auch geschmissen.
https://de.sputniknews.com/panorama/20180503320564680-luftwaffe-piloten-kuendigung/ (https://de.sputniknews.com/panorama/20180503320564680-luftwaffe-piloten-kuendigung/)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 30. Mai 2018, 08:30:21
Man will wohl mit Boeing oder SpaceX fliegen, weil die in der Bezahlung flexibel sind. Zunächst macht Kandidatin Insa Thiele-Eich erstmal eine Babypause.
Auf der BMWI Webseite ist die Initiative aber erstmal verschwunden.
https://www.sat1regional.de/newsticker/flug-einer-deutschen-ins-all-initiatoren-zuversichtlicher/ (https://www.sat1regional.de/newsticker/flug-einer-deutschen-ins-all-initiatoren-zuversichtlicher/)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 31. Mai 2018, 00:57:29
Man will wohl mit Boeing oder SpaceX fliegen, weil die in der Bezahlung flexibel sind. Zunächst macht Kandidatin Insa Thiele-Eich erstmal eine Babypause.
Auf der BMWI Webseite ist die Initiative aber erstmal verschwunden.
https://www.sat1regional.de/newsticker/flug-einer-deutschen-ins-all-initiatoren-zuversichtlicher/ (https://www.sat1regional.de/newsticker/flug-einer-deutschen-ins-all-initiatoren-zuversichtlicher/)

In der Süddeutschen zeitung ist am Mittwoch dazu ein größeres Interview mit I. Thiele-Eich erschienen:
""Ich hatte anfangs das Gefühl, mich für meine Schwangerschaft entschuldigen zu müssen"
http://www.sueddeutsche.de/panorama/raumfahrt-sorry-fuer-die-umstaende--1.3995837 (http://www.sueddeutsche.de/panorama/raumfahrt-sorry-fuer-die-umstaende--1.3995837) (Probeabo erforderlich)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: bluemchen am 01. Juni 2018, 21:40:03
Nur mal so nebenbei
-beträgt die Frauenquote bei der ISS-Expedition 56/57 immerhin 33% und das bei Stamm- wie Reservecrew.
Das es keine "teutsche" Quote ist, steht wohl auf einem anderen Blatt. Dennoch ließen sich doch, falls wissenschaftlich erwünscht, die Schweißtröpfchen e.t.c. doch auch hier schon messen, undeutsch, gewissermaßen.

Aus der leicht sarkastischen Kurve außerhalb des deutschen Parcour
Rainer
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: bluemchen am 13. Juli 2018, 22:54:51
Man will wohl mit Boeing oder SpaceX fliegen, weil die in der Bezahlung flexibel sind. Zunächst macht Kandidatin Insa Thiele-Eich erstmal eine Babypause.
Auf der BMWI Webseite ist die Initiative aber erstmal verschwunden.
https://www.sat1regional.de/newsticker/flug-einer-deutschen-ins-all-initiatoren-zuversichtlicher/ (https://www.sat1regional.de/newsticker/flug-einer-deutschen-ins-all-initiatoren-zuversichtlicher/)
… Und wie wir jetzt sehen, wird "Boeing" und "SpaceX" nicht fliegen, wie vorgedacht, was aber absehbar war. - Neben Golem
auch G.K. aktuell dazu: http://www.gerhardkowalski.com/ (http://www.gerhardkowalski.com/)

Die Plätze sind damit dermaßen knapp, das gewisse Experimente wohl zurückgestellt werden müssen, wenn sie überhaupt, mit Verlaub, in Frage kommen.
Auf der anderen Seite gut für die Baby-Pause ohne Stress und Zeitdruck
# # #
R.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: MillenniumPilot am 17. August 2018, 17:17:30
Ulrich Walter hat mal von den Frauen verlangt, sich vermehrt fuer den Job als Astronaut zu bewerben. Es waere wohl auch in Deutschland so, dass es kaum weibliche Bewerber gibt.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: F-D-R am 17. August 2018, 19:06:48
Ulrich Walter hat mal von den Frauen verlangt, sich vermehrt fuer den Job als Astronaut zu bewerben. Es waere wohl auch in Deutschland so, dass es kaum weibliche Bewerber gibt.

Interessant. Wo und wann sollen sich Frauen bewerben? Und wie sind die prozentualen Chancen zu Männern, das man auch fliegen drarf?
Alle jemals ausgewählten männliche Raumflugkader  bekamen früher oder später ihren Flug. (E.Köllner mal ausgeschlossen).

So war der Stand vor 16 Monaten.
https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/25042017083852.shtml (https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/25042017083852.shtml)
Manchmal kann mal ruhig so was Altes nachlesen.

Wie kompliziert das in Deutschland ist und wo wir heute stehen, ist hier nachzulesen.
https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=14161.375 (https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=14161.375)

... Zurück zur Russischen Raumfahrt.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: MillenniumPilot am 17. August 2018, 20:29:00
Ulrich Walter hat mal von den Frauen verlangt, sich vermehrt fuer den Job als Astronaut zu bewerben. Es waere wohl auch in Deutschland so, dass es kaum weibliche Bewerber gibt.

Interessant. Wo und wann sollen sich Frauen bewerben? Und wie sind die prozentualen Chancen zu Männern, das man auch fliegen drarf?
Alle jemals ausgewählten männliche Raumflugkader  bekamen früher oder später ihren Flug. (E.Köllner mal ausgeschlossen).

So war der Stand vor 16 Monaten.
https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/25042017083852.shtml (https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/25042017083852.shtml)
Manchmal kann mal ruhig so was Altes nachlesen.

Wie kompliziert das in Deutschland ist und wo wir heute stehen, ist hier nachzulesen.
https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=14161.375 (https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=14161.375)

... Zurück zur Russischen Raumfahrt.

Das war auf einem youtube video. Ich hoffe, es war nicht Koellner, der das gesagt hat. Wuerde aber aufs Gleiche hinauslaufen. Aber ich such es mal raus und schicke es per PN, weil hier ist es glaube ich etwas offtopic.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Wilga35 am 18. August 2018, 12:20:22
Ulrich Walter hat mal von den Frauen verlangt, sich vermehrt fuer den Job als Astronaut zu bewerben. Es waere wohl auch in Deutschland so, dass es kaum weibliche Bewerber gibt.

Interessant. Wo und wann sollen sich Frauen bewerben? Und wie sind die prozentualen Chancen zu Männern, das man auch fliegen drarf?
Alle jemals ausgewählten männliche Raumflugkader  bekamen früher oder später ihren Flug. (E.Köllner mal ausgeschlossen).

So war der Stand vor 16 Monaten.
https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/25042017083852.shtml (https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/25042017083852.shtml)
Manchmal kann mal ruhig so was Altes nachlesen.

Um nochmal auf das Thema der Frauen im DLR-Team zurückzukommen:
Nachdem man für die D2-Mission fünf Kandidaten ausgewählt hatte (zwei Frauen und drei Männer, also fast schon Parität), wurden dann nur vier davon für die Prime- bzw. Backupcrew nominiert. Heike Walpot blieb vorerst ohne Benennung.
Während der D2-Missionsvorbereitungen kam dann auch noch die deutsch-russische Mission Mir-92 auf die Tagesordnung. Dafür wurde vom DLR kein neues Auswahlverfahren in die Wege geleitet, sondern es wurde aus den im D2-Auswahlverfahren bis in die vorletzte Runde gekommenen Kandidaten zwei für Mir-92 ausgewählt: Klaus-Dietrich Flade und Reinhold Ewald.
Meines Wissens nach hat auch Heike Walpot das Angebot erhalten, zur Ausbildung für Mir-92 nach Russland zu gehen. Eine Ausbildung in Russland wurde von ihr jedoch abgelehnt.
Ich hab jetzt Mal versucht, was schriftliches dazu zu finden, leider ohne Erfolg. Ich denke mal, das sich bei dieser Info um Hörensagen handelt.
Heike Walpot hat dann stattdessen, ebenso wie Renate Brümmer und Ulrich Walther nach Abschluss der D2-Mission das deutsche Astronautenkorps verlassen. Von den D2-Mitgliedern blieben nur Schlegel und Thiele dabei. Beide wurden 1998 in das europäische Astronautenkorps EAC übernommen und kamen in der Folge jeweils noch zu einem Raumflug.

Gruß, Wilga35
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: MillenniumPilot am 18. August 2018, 13:35:03
Laut Walter waren zuletzt 17% der Bewerber weiblich. Und aus diesen insgesamt 8500 Bewerbern, die ausgwaehlt wurden, waren 17% Prozent Frauen. Also 6 Maenner und eine Frau, um genau zu sein.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: F-D-R am 18. August 2018, 14:39:57
Die Frage ist: Wil mann Frauen dabei haben? Dann sind Männer und Frauen gesondert auszuwählen und nicht alle in einen Auswahltopf.
Walters Bemerkung ist da nicht Zielführend. So nach dem Motte: Selbst Schuld.
Ebenso könnte man fragen, warum sich so wenige Frauen für den Beruf des Schornsteinfegers bewerben.

Zur Zeit kann man das so machen. Bei längeren Reisen sieht das anders aus. Dazu muss man aber den weiblichen Organismus besser unter Weltraumbedingungen erforschen. Am Manne geht das bekanntlich etwas schwer.  :-)

.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: MillenniumPilot am 18. August 2018, 15:55:10
Die Frage ist: Wil mann Frauen dabei haben? Dann sind Männer und Frauen gesondert auszuwählen und nicht alle in einen Auswahltopf.
Walters Bemerkung ist da nicht Zielführend. So nach dem Motte: Selbst Schuld.
Ebenso könnte man fragen, warum sich so wenige Frauen für den Beruf des Schornsteinfegers bewerben.

Zur Zeit kann man das so machen. Bei längeren Reisen sieht das anders aus. Dazu muss man aber den weiblichen Organismus besser unter Weltraumbedingungen erforschen. Am Manne geht das bekanntlich etwas schwer.  :-)

.

Naja, aber offensichtlich ist ja das Verhaeltnis Bewerber zu erfolgreich ausgewaehlter Bewerber gewahrt. Waere es nicht besser, wenn die ESA einfach ne Stellenausschreibung “Astronaut” herausgibt und nicht wie bis jetzt, Kandidaten oft von Vorgesetzten vorgeschlagen werden. Wer will und vorher definierte Mindestvoraussetzungen erfuellt, soll sich bewerben. Man muss sich halt bewusst sein, dass der Sreeningaufwand steigt, wenn es statt 8.000 eben dann 80.000 Bewerber sind. Ich hab mal so ein 7-taegiges Screening inklusive 1 1/2 Tage Psychotests mitgemacht. Das war krass und wir hatten 2-3 Bewerber die einfach so das Handtuch aufgrund der Belastung geworfen haben. Frauen gabs da nicht und wenn, dann waere es fuer die Damen vielleicht noch schlimmer geworden. Und da gings “nur” um den Beruf Jagdflieger.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Wilga35 am 18. August 2018, 16:21:40
Zur Zeit kann man das so machen. Bei längeren Reisen sieht das anders aus. Dazu muss man aber den weiblichen Organismus besser unter Weltraumbedingungen erforschen. Am Manne geht das bekanntlich etwas schwer.  :-)

Ich denke dass die Wirkungen der Schwerelosigkeit auf den weiblichen Organismus dank Peggy Whitson, Samantha Christoforetti und all der anderen Astronautinnen auf der ISS schon recht gut erforscht sind. Eine deutsche Astronautin braucht man für diese Untersuchungen nicht unbedingt. Und künftige europäische Auswahlgruppen werden sich auch kaum an den deutschen Wünschen einer eigenen Astronautin orientieren. Eine Quote wird es da eher bei der Astronautenanzahl pro Land geben.
Wie von mir oben schon geschrieben, war ja die deutsche D2-Auswahl von 1987 mit 40% Frauen schon recht ausgeglichen. Kaum eine andere Auswahlgruppe weltweit kam damals auf einen derart hohen Frauenanteil. Dass keine der D2-Frauen zu einem Flug gekommen ist steht dabei auf einem ganz anderen Blatt. Wäre Heike Walpot für Mir-92 nach Russland gegangen, dann hätte Deutschland unter Umständen seine eigene Astronautin gehabt. So aber trauert man heute der entgangenen Chance nach.

Gruß Wilga35
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 04. September 2018, 09:35:37
In den Weltraum hat es die Initiative noch nicht geschafft, aber zum Bundespräsidenten - Frau Kessler wird für ihren ehrenamtlichen Einsatz wie 4000 andere auf dem Bürgerfest im Schloss Bellevue geehrt.

https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-bundespraesident-ehrt-bremer-buerger-_arid,1764364.html (https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-bundespraesident-ehrt-bremer-buerger-_arid,1764364.html)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 07. September 2018, 15:17:36
Frau Kessler und Personaldienstleister HE Space gehen getrennte Wege.

https://twitter.com/pbdes/status/1037984188954226688 (https://twitter.com/pbdes/status/1037984188954226688)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tobi am 07. September 2018, 15:43:39
Damit dürfte die deutsche Astronautin sich erledigt haben, oder?
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: FlyRider am 01. Oktober 2018, 19:43:15
Damit dürfte die deutsche Astronautin sich erledigt haben, oder?

Dachte ich auch.... angeblich haben die nun einen Vertrag mit Axiom Space ... was auch immer ein Vertrag mit dieser Firma wert sein mag. Für mich ist das Vorhaben gefühlt auch Geschichte. Aber mal sehen, vielleicht sind die zäher als gedacht.

https://www.sueddeutsche.de/news/wissen/raumfahrt---bremen-us-firma-koennte-deutsche-astronautin-ins-all-bringen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-181001-99-197141 (https://www.sueddeutsche.de/news/wissen/raumfahrt---bremen-us-firma-koennte-deutsche-astronautin-ins-all-bringen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-181001-99-197141)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 02. Oktober 2018, 10:14:37
Wer es nicht auf dem Schirm hat, Axiom Space war die Firma, die eine kommerzielle Raumstation bauen wollte.

Die deutsche Privatinitiative feiert das bisher erreichte in einem Video.

https://www.youtube.com/watch?v=7fzADGJ6RBg (https://www.youtube.com/watch?v=7fzADGJ6RBg)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 11. November 2018, 11:52:07
Ein Lebenszeichen von der Privat-Initiative, in dem Beitrag geht es aber auch um die kommerzielle Raumfahrt.
https://merton-magazin.de/mit-alex-im-all-forschen?tags=CIMON (https://merton-magazin.de/mit-alex-im-all-forschen?tags=CIMON)

Somit wäre die Privatinitiative ein gutes Beispiel als kommerzieller Kunde, aber ...

Im Podcast stellt sich Fr. Kessler vor und die Entwicklung zur Auswahl von Astronauten. Für die Kandidatinnen wurde zwar eine Stelle ausgeschrieben, aber sie machen die Ausbildung in der Freizeit. Am Ende heißt es dann, was fehlt ist das Geld.
Jetzt soll aber das Geld vor allem von der Politik kommen.

Hoffentlich kommt wenigstens Cimon noch zum Einsatz.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tobi am 11. November 2018, 14:52:55
Gestern war eine der Kandidatinnen in der ARD Quizshow um 20:15. Leider kannte sie Mozart nicht gut genug, sodass nach 3 Fragen schluss war.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Rücksturz am 11. November 2018, 18:40:21
Wer es nicht auf dem Schirm hat, Axiom Space war die Firma, die eine kommerzielle Raumstation bauen wollte.

Die deutsche Privatinitiative feiert das bisher erreichte in einem Video.

https://www.youtube.com/watch?v=7fzADGJ6RBg (https://www.youtube.com/watch?v=7fzADGJ6RBg)

Was man vielleicht noch erwähnen sollte, Frau Kessler spricht in dem Video davon, dass sie sich eine Public-Private-Partnership (PPP) vorstellt, d.h. die Stiftung (!) "Die Astronautin" kümmert sich um die Organisation und die Ausbildung und "die Agentur" stellt den Flug zur ISS zur Verfügung.

Viele Grüße
Rücksturz
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 11. November 2018, 22:23:50
"Die Astronautin" kümmert sich um die Organisation und die Ausbildung und "die Agentur" stellt den Flug zur ISS zur Verfügung.

Ja, dass scheint jetzt so zu sein. Ich bin halt die letzten 2,5 Jahre so informiert worden, dass es eine kommerziell/private Sache sein soll.
Wobei ich den Part "Ausbildung" jetzt auch nicht so beeindruckend finde.

Entscheidend ist dann aber, ob "die Agentur" das auch so sieht, andernfalls ist das nur PR in eigener Sache.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 12. November 2018, 07:44:14
"Die Astronautin" kümmert sich um die Organisation und die Ausbildung und "die Agentur" stellt den Flug zur ISS zur Verfügung.

Ja, dass scheint jetzt so zu sein. Ich bin halt die letzten 2,5 Jahre so informiert worden, dass es eine kommerziell/private Sache sein soll.
Wobei ich den Part "Ausbildung" jetzt auch nicht so beeindruckend finde.

Entscheidend ist dann aber, ob "die Agentur" das auch so sieht, andernfalls ist das nur PR in eigener Sache.

Die Public-private-partnership (ppp) ist der Wunsch von Fr. Kessler, keine Vereinbarung mit irgendeiner Agentur. Bisher hat sich die deutsche Agentur DLR da vornehm zurück gehalten. Im Gegenteil, das DLR hat Matthias Maurer als nächsten deutschen Astronauten bei der ESA eingeführt. Der deutsche Steuerzahler unterstützt via seiner Agentur DLR damit eher die Beteiligung an den ESA-Programmen als eine ppp.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 13. November 2018, 13:03:09
Frau Kessler kann wahrscheinlich genausogut einen Brief an den Weihnachtsmann schreiben. Soweit mir bekannt ist, hat es beim DLR ordentlich Ärger gegeben, weil Ehrenfreund sich und das DLR überhaupt in die Sache hat reinziehen lassen. Es sollte mich wundern, wenn die für "Die Astronautin" nochmal den Kopf hinhalten. Und die ESA als europäische Behörde erst recht nicht. Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Zumal sie damit obendrein ihre eigenen Astronauten düpieren und deren Auswahl in Frage stellen würde.

Es ist im Grunde schon grenzwertig, dass die Südsternwarte Frau Randall zu 100% weiter bezahlt, aber zu 30% freigestellt hat, damit sie diese wie auch immer geartete Ausbildung machen kann.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 16. November 2018, 09:28:36
Ich habe jetzt mal in den Berichten des Bundesrechnungshofes gestöbert und einen Hinweis gefunden, dass ganz generell die Ausgaben des DLR seit 2017 verstärkt unter die Lupe genommen werden:

"Institutionelle Förderung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt wird künftig vertieft geprüft"
https://www.bundesrechnungshof.de/de/veroeffentlichungen/bemerkungen-jahresberichte/jahresberichte/2016-band-ii/langfassungen/09/at_download/file (https://www.bundesrechnungshof.de/de/veroeffentlichungen/bemerkungen-jahresberichte/jahresberichte/2016-band-ii/langfassungen/09/at_download/file)

Da steht wohlgemerkt nicht drin, dass das irgendetwas mit "Die Astronautin" zu tun hat. Ich persönlich gehe allerdings davon aus, dass das DLR seitdem noch mehr Vorsicht walten lassen muss bei der Vergabe von irgendwelchen Geldern, Gefallen oder sonstigen Zuwendungen.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 16. November 2018, 11:05:40
Das eine hat mit dem anderen in der Tat nichts zu tun.

Bei der institutionellen Förderung geht es um die Finanzierung des DLR an sich und nicht um irgendwelche Projekte von dritten. Es wird auch nicht die Finanzierung bemängelt, sondern nur die fehlende Kontrolle durch das BMWi.

Interessant wäre schon, ob die Stiftung irgendwelche Projektanträge gestellt hat. Das wäre ja gar nicht mal abwegig wenngleich Anträge in dieser Art und Höhe wohl nicht in das übliche Förderschema passen dürfte.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 16. November 2018, 14:06:28
Interessant wäre schon, ob die Stiftung irgendwelche Projektanträge gestellt hat. Das wäre ja gar nicht mal abwegig wenngleich Anträge in dieser Art und Höhe wohl nicht in das übliche Förderschema passen dürfte.

Dazu habe ich bisher nichts gefunden, aber auch noch nicht sooo gründlich gesucht. Ich weiß auch nicht, ob dabei dann auch Anträge gelistet würden, die den Status "in Bearbeitung" oder "abgelehnt" haben, oder nur die, die auch tatsächlich bewilligt wurden.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 16. November 2018, 14:29:37
Ui, Fragen macht schlau.

Es gibt ein Projekt (50JR1711) "Erstellung eines wissenschaftlichen Programms und realistischen Missionsszenarios für die erste deutsche Astronautin" vom 15.09.17-15.09.18 über 336.737,- € Zuwendungsempfänger ist die Stiftung.

Ok, das Flugticket ist es noch nicht. ;)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 28. November 2018, 12:21:56

Ok, das Flugticket ist es noch nicht. ;)

Ist auch die Frage, ob sie das Geld überhaupt fürs Flugticket nehmen dürften? Wahrscheinlich wohl eher nicht. Wäre aber eh nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: CosmonautZero am 30. November 2018, 10:27:29
Ich frag mich auch was das soll. Kurze Google-Suche nach ["aerologic" die astronautin] offenbart Johanna Maislinger.

https://forum.nasaspaceflight.com/index.php?topic=44307.msg1766104#msg1766104 (https://forum.nasaspaceflight.com/index.php?topic=44307.msg1766104#msg1766104)

Hier wirbt der "tonyq" auch für sie:
https://forum.nasaspaceflight.com/index.php?topic=43187.msg1740272#msg1740272 (https://forum.nasaspaceflight.com/index.php?topic=43187.msg1740272#msg1740272)


Hallo, nach vielen Monaten des Schweigens erscheint Johanna Maislinger wieder auf dieser Website.

www.schoolofsuccess.me (http://www.schoolofsuccess.me)

Sie nennt sich jetzt "Pilotin, Raumfahrtprogramm"

Aber wie und wann sie in den Weltraum fliegen will, weiß ich nicht!
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 03. Dezember 2018, 09:06:14
Aha.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Ariane 42L am 18. Februar 2019, 17:48:28
Die Frankfurter Rundschau hat in ihrer Online-Ausgabe vom 18. Februar 2019 ein Interview mit Claudia Kessler.

"...2020 ist unser Zieltermin, es kann aber auch Anfang 2021 werden. In der Raumfahrt ist es schwer, so etwas genau festzulegen... "

https://www.fr.de/wirtschaft/raumfahrt-managerin-eine-astronautin-deutschland-ganz-viel-symbolkraft-11769035.html (https://www.fr.de/wirtschaft/raumfahrt-managerin-eine-astronautin-deutschland-ganz-viel-symbolkraft-11769035.html)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 08. März 2019, 23:01:53
(Ich muß gestehen das ich heute zuerst dachte, es wäre Weltraumtag, aber es ist doch nur der Welt-Frauentag.)

Die SPD scheint die Initiative immer noch gut zu finden, jedenfalls informierte sich Arbeitsminister Hubertus Heil bei der OHB über die Initiative.
https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-hubertus-heil-fordert-mehr-frauen-in-technischen-berufen-_arid,1812791.html (https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-hubertus-heil-fordert-mehr-frauen-in-technischen-berufen-_arid,1812791.html)

Als Newspace scheint sie nicht mehr zu gelten.
Wobei ich bisher gar keinen Zusammenhang zwischen der Initiative und OHB gesehen habe, wo die doch mit Airbus verbunden ist.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Gertrud am 11. März 2019, 09:32:49
Hallo Zusammen,

am Wochenende hat Frau Insa Thiele-Eich auf einer Veranstaltung anscheinend berichtet, das sie 2020 zur ISS fliegen wird.

Quelle:
https://www.noz.de/lokales/melle/artikel/1674510/die-stadt-hat-zwei-neue-mensch-melle-2019-gekuert (https://www.noz.de/lokales/melle/artikel/1674510/die-stadt-hat-zwei-neue-mensch-melle-2019-gekuert)

Mit besten Grüßen
Gertrud
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: R2-D2 am 11. März 2019, 10:24:46
Hallo Zusammen,

am Wochenende hat Frau Insa Thiele-Eich auf einer Veranstaltung anscheinend berichtet, das sie 2020 zur ISS fliegen wird.

Quelle:
https://www.noz.de/lokales/melle/artikel/1674510/die-stadt-hat-zwei-neue-mensch-melle-2019-gekuert (https://www.raumfahrer.net/lokales/melle/artikel/1674510/die-stadt-hat-zwei-neue-mensch-melle-2019-gekuert)
Zumindest der Artikel gibt aber nicht her, dass sie das selbst gesagt hat, oder noch etwas anderes diesbezüglich.
Es ist einzig folgender Satz dazu zu finden:
Zitat
Mit Tempo unterwegs auf der Bühne und im Leben war auch Laudatorin Insa Thiele-Eich, die 2020 als erste deutsche Astronautin ins All fliegen wird.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: wernher66 am 11. März 2019, 11:45:19
Naja, auf Twitter nennt sich Frau Tochter schon Astro_insa.
Und im Impressum steht tatsächlich "to fly to ISS in 2020", mit dem Hinweis, das sie dafür trainiert.
Für meinen Geschmack wird um sie etwas viel Rummel  gemacht.
Meine erste Wahl für das Projekt wäre Nicole Bauman gewesen, die klugerweise schon zeitig ausgestiegen ist.
Das ganze ist doch eine ziemliche Propagandashow ohne Substanz, bin überrascht, daß sich ausgerechnet Familie Thiele sich für so etwas hergibt.

https://twitter.com/astro_insa?lang=de (https://twitter.com/astro_insa?lang=de)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: F-D-R am 11. März 2019, 12:00:40
 .... Da ist was drann, was Wernher mein.   ???
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 11. März 2019, 12:24:29
... ich habe dieses Programm schon immer skeptisch beäugt und sehe bislang immernoch keinen Mehrwert dafür. Auch musste ich damals harsche Sprüche hinsichlich meiner geäußerten Skepsis einstecken u.a. auch weil ich sagte dass daraus nie was wird...

Letzendlich ist es nur eine PR von HE Space Operations und Werbung im eigenen Sinne. Was damals als Möglichkeit für alle ausgeschrieben wurde, war demnach nur eine Möglichkeit für wenige.  Denn der Plan von der Abiturientin bis zur Hausfrau eine geeignete Kandidatin zu finden, wurde schnell auf wissenschaftliche Akademiker oder avionischer Spezialisten heruntergebrochen. Und das finde ich wiederum schade...

Und nochmal... Insa Thiele Eich wird nie eine richtige Astronautin wie Ihr Vater werden.... sondern nur jemand der wie Dennis Tito eine Mitfluggelegenheit bekommt und hier und da mal ein Knöpfchen drücken darf... Astronaut ist man nur wenn man von zum Chor einer Agentur aktiv gehört... Fliegt man nur aufgrund finanzieller Schubspritze mit, dann bleibt man ein Tourist, basta!
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: F-D-R am 11. März 2019, 13:51:48
Hallo Invicta.

Zum ersten Abschnitt: Tja....... das ist natürlich alles sehr, sehr bedauerlich.

Zum zweiten Abschnitt: Verstehe ich nicht was du da meinst. Was ist da schade? Was erzählen wir denn den Kindern, Schülern, Studenten, wie man Kosmonaut, Astronaut, Raumfahrer, Welterforscher wird? Ich kenne Abiturientinnen, die mit eisernem Willen Ihre Ziele erreicht haben. Ich kenne auch eine Hausfrau, die im nicht mehr ganz jugendlichen Alter noch einmal studiert hat und somit Ihrem Leben eine völlig neue Bahn gegeben hat (Ich bewundere diese Frau.).

Zum Dritten: Da denke ich an Helen Patricia Sharman .... .

Ja, ja ".... Der Mensch ist kein Vogel. Es wird nie ein Mensch fliegen!" (Brecht). Wobei Brecht seinen Bischoff nicht "basta" hat rufen lassen.


Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: wernher66 am 11. März 2019, 16:30:01
Hier noch ein paar Details zu Frau Dr. Insa Thiele-Eich als Mutter, Wissenschaftlerin und Raumfahrer-Kandidatin
und Mitautorin des Buches "Astronauten":

https://www.kaenguru-online.de/themen/familienleben/mama-und-astronautin.html (https://www.kaenguru-online.de/themen/familienleben/mama-und-astronautin.html)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Invicta am 12. März 2019, 06:29:01
Zitat
Verstehe ich nicht was du da meinst. Was ist da schade?

Schade ist dass Sie alle Frauen in Deutschland angesprochen haben sich auch ohen Vorkenntnisse zu bewerben aber letztendlich nur Frauen mit Vorkenntnis oder Spezialausbildung in die engere Wahl gezogen haben.  Da lässt es sich natürlich auch besser mit dem eingesammelten Budget arbeiten... wenn man jemanden alles erstmal beibringen muss oder man schon jemanden hat der eine gewisse Vorkenntnis hat... HESO und die Astronautin haben dieses Ziel, jemanden aus der Mitte zu nehmen, klar verfehlt... Denn so haben sie es einst beworben... und das wäre der eigentliche Sinn gewesen, jemanden wie Tereshkova bspw. die möglichkeit zu geben. So hätten Sie es nämlich zeigen können dass es wirklich jeder schaffen kann. Wenn aber nur Doktoren, Pilotinnen oder ähnliches genommen werden, schreckt das viele (junge) im Vorfeld ab...
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: F-D-R am 13. März 2019, 14:32:55
Na ja... mit Mathe 4 und Physik 3- klappt das natürlich nicht.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Voyager_VI am 13. März 2019, 15:32:08
Chancen muss man nutzen, sie kommen sehr selten noch einmal

Als die damals zuständige Staatssekretärin für Raumfahrt nur warme Worte und kein Geld in ihrem Budget für die Unterstützung dieses Projektes fand, war dies de facto der Todesstoß. Als Bundesministerin hätte sie noch in der Mittelfristigen Haushaltsplanung die Weichen für die Zukunft stellen können. Aber es gab ja im BMWi kein Vorhaben mit entsprechenden „Verpflichtungsermächtigungen“ (spezielles Instrument in der Haushaltsführung der öffentlichen Haushalte) für die Folgejahre.

Frauen brauchen keine warmen Worte zum 8. März sondern konkretes Handeln.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: F-D-R am 13. März 2019, 16:21:49
Ja, ich kann mich noch sehr, sehr gut an die "tolle" Rede von Frau Zypries 2017 in Berlin erinnern. Da hätten alle Politiker sofort vor Scham im Teppich versinken müssen!
https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/25042017083852.shtml (https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/25042017083852.shtml)
Ich hatte im Vorfeld zu diesem Artikel mit einigen bekannten Größen in der Raumfahrtberichterstattung geredet. Auf die Frage: "Wird das was werden?" kam einhellig die Antwort: "Zweifellos, selbstverständlich!". Als ich dann fragte, ob ich das so namentlich zitieren darf, kam ein einhelliges "NEIN!".

Trotzdem möchte ich diesen schönen Traum noch nicht als gescheitert begraben... .
Obwohl im Moment für den Außenstehenden alles dagegen spricht.   
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Schillrich am 13. März 2019, 19:12:25
Hallo zusammen,

sorry, dass ich das sagen muss, aber die letzten Beiträge sind eine Verklärung der Tatsachen.

Es gibt ein ordentliches, deutsches Raumfahrtprogramm, dass über die ESA bemannte Raumfahrt finanziert. Das Astronautencorps ist klein, aber es gab eine große, offene Ausschreibung. Da durfte sich jeder berufen fühlen, sich zu bewerben. Es wurden gute Kandidaten ausgewählt. Diese Raumfahrer wurden dann ordentlich ausgebildet und mit ihnen betreiben wir, zusammen mit unseren Partnern, die ISS im Orbit.
Und dann kommt da eine private, laute Initiative und fordert ein Extra-Budget und eine Sonderrolle ... mit viel PR-Tamtam ... und setzt der Politik fast schon "die Pistole auf die Brust". Es war ganz klar, dass das nicht durchkommt (alle, die was anderes sagten, kennen sich mit dem deutschen Raumfahrtprogramm nicht aus). So eine Sonderbehandlung wäre unfair allen anderen Kandidaten und Mitwirkenden im echten Raumfahrtprogramm gegenüber.
Außerdem vermute ich: so eine reine PR-Kampagne (Wir bringen eine Frau hoch ... egal wofür ... egal wo das Geld herkommt ... Hauptsache eine Frau) täte auch der Frauenrolle keinen guten Dienst. Wenn, dann doch unter gleichen Bedingungen, und gerade nicht "weil Frau eine Frau ist".

Diese Kampagne darf ja gerne weitermachen und auf einen Spender hoffen ... aber nicht auf Steuergelder ... für eine "Ein-Frau-Show".
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Gertrud am 13. März 2019, 19:34:23
Hallo Schillrich,

deine Worte geben meine Gedanken wieder und ich stimme dir voll zu.

Mit dankenden Grüßen dafür
Gertrud

Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 13. März 2019, 20:09:04
sorry, dass ich das sagen muss, aber die letzten Beiträge sind eine Verklärung der Tatsachen.

sorry, deine ist jetzt aber auch eine etwas verklärende Darstellung.

Vor zwei Jahren wurden die Kandidatinnen vorgestellt und voraus gingen mindestens zwei Jahre und seit 2008 und auf absehbare Zeit gibt es keine andere Auswahlrunde. Ich sehe nicht, dass der Politik die Pistole auf die Brust gesetzt wurde, da war Frau Zypries gerne dabei, nachdem Samantha Cristoforetti so gut ankam. Tamtam macht die ESA auch gerne. Gender wird in den Medien rauf und runter thematisiert.

Wenn es also darum geht, in erster Linie eine deutsche Frau als nationales Ziel einen Flug zu ermöglichen, ist das natürlich ein Fall für Steuergelder. Welcher Sponsor sollte sonst daran ein Interesse haben.

Genau darin liegt der Fehler des ganzen. Es ist einfach nur schlecht organisiert.

Diese Initiative, Bavaria One, Weltraumgesetz, Newspace - ich bin gespannt, ob Deutschland nochmal was zustande bringt.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Schillrich am 13. März 2019, 20:31:08
Warum soll die Politik das für diese Kampagne machen und finanzieren? Für viel Geld brächte man eine Frau zur ISS. Und danach? Sie wäre nicht Teil des Astronautencorps, sie würde nicht nochmal fliegen, sie würde keinen Beitrag zur Nutzung der ISS bringen. Sie wäre praktsich auf keiner Stufe vergleichbar mit den anderen Astronauten Europas. Welches Zeichen wäre das: Wir machen Symbole, aber keine tatsächliche, nachhaltige Entwicklung in der Frage? ... Für so einen "Stunt" darf sich eine privater Spender finden.

Anders herum wäre es wohl möglich gewesen bei der damaligen Aufstockung des Astronautencorps Deutschland anders aufzustellen: 2 deutsche Astronauten, einer wird aus den männlichen und eine aus den weiblichen Kandidaten bestimmt. Dann hätte man eine echte Astronautin, an die dieselben Anforderungen gestellt wurden, die dieselbe Ausbildung durchlaufen und dieselbe Befähigung erlangt hat und die dasselbe im Orbit leistet wie die männlichen Astronauten.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tobi am 13. März 2019, 20:39:42
@tomtom: Also die Initiative war schon etwas zweifelhaft, oder? Mir war das ganze etwas zu sehr national und zu wenig europäisch. Und dass es mit dem Geld nicht hinhaut, war doch recht offensichtlich oder?

Die Schuld bzgl. eines Mangels an weiblichen Astronauten ist eindeutig bei der ESA zu suchen, denn die Amis schaffen es weibliche Astronauten zu finden. Wie kann das nur sein?

Aktuell gibt es keine einzige aktive weibliche europäische Astronautin. Denn Samantha Cristoforetti ist wohl aus dem aktiven Flugprogramm ausgestiegen und macht nur noch Bodenzeugs.

Zitat
Diese Initiative, Bavaria One, Weltraumgesetz, Newspace - ich bin gespannt, ob Deutschland nochmal was zustande bringt.
Nix wird da klappen. Bei der nächsten Ministerratskonferenz wird Deutschland von Frankreich richtig abserviert. Nur noch die EU kann die europäische Raumfahrt retten.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: proton01 am 14. März 2019, 06:40:44
Beim IAC Kongress 2018 in Bremen hat ein Professor der Initiative die Experimente dargestellt, welche für den Flug der "Astronautin" angedacht sind. Dabei war höchstens eines, für welches in der iSS die Anwesenheit einer weiblichen Testperson erforderlich ist. Alle anderen können genauso gut von männlichen Astronauten durchgeführt werden.

Im Übrigen, Deutschland hat bei der ESA den neuen Astronauten Matthias Maurer nachgemeldet. der ist nun offiziell ESA-Astronaut und es besteht null Notwendigkeit einen weiteren Kandidaten oder Kandidatin nachzureichen.

Schillrich hat völlig recht, die ganze Aktion ist m.E. überflüssig.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Rücksturz am 14. März 2019, 22:13:48
Anders herum wäre es wohl möglich gewesen bei der damaligen Aufstockung des Astronautencorps Deutschland anders aufzustellen: 2 deutsche Astronauten, einer wird aus den männlichen und eine aus den weiblichen Kandidaten bestimmt. Dann hätte man eine echte Astronautin, an die dieselben Anforderungen gestellt wurden, die dieselbe Ausbildung durchlaufen und dieselbe Befähigung erlangt hat und die dasselbe im Orbit leistet wie die männlichen Astronauten.

Natürlich wäre das besser gewesen, aber es ist halt nicht passiert. Momentan gibt es soweit ich weiß keine Frau "im Wartestand", so wie Mathias Maurer auf seine Chance gewartet hat.

Wegen der fehlenden Finanzierung, glaube ich momentan nicht an einen Erfolg der Initiative.
Ich würde mich aber freuen, wenn es doch noch klappen sollte.
Schade dass ich es nicht geschafft habe Suzanna Randall zu einem Vortrag beim Raumcon-Treff zu bekommen, eine Einschätzung aus erster Hand wäre nicht schlecht gewesen.

Generell denke ich, die ESA müsste langsam darüber nachdenken für den Mond zu planen und eine neue Astronauten-Bewerbungsrunde starten.
Das wäre dann auch die Gelegenheit deutlich mehr Frauen für eine Bewerbung zu motivieren und dann auch mehr Frauen auszuwählen.

Viele Grüße
Rücksturz
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Voyager_VI am 15. März 2019, 00:24:45
Man kann es drehen und wenden wie man will, die Tür für eine deutsche Astronautin ist m. E. auf der ISS bis zum Ende der Station zu.

Die erste deutsche Astronautin wird vermutlich Sonja Rohde auf einem ballistischen Flug sein, dessen Finanzierung sie organisiert hat.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: LeavingOrbit am 15. März 2019, 12:42:43
Danke, Schillrich. Ganz meine Meinung. Inklusive des Blickwinkels auf den Nutzen für uns Frauen allgemein. Eine Einmal-Astronautin, die erst jahrelang um Spenden betteln muss, damit auch nur der Parabelflug stattfinden kann, hat nichtmal eine Alibi-Funktion in der Emanzipation.

Und dass es ausgerechnet eine deutsche Frau sein muss, geht mir auch gegen den Strich. Das ist un-europäisch. (Verstanden hätte ich diese Fixierung auf die Nationalität bestenfalls noch bei Ländern wie Luxemburg, aus dem sich 2008 keine Frau überhaupt auch nur bei der ESA beworben hat.) Aber einfach "Frau ins All" hätte ja nicht gezogen - es waren ja schon viele oben.  ::)

Aus einem "Zeit"-Artikel nach der damaligen Wahl der Kandidatinnen wurde deutlich, dass HE-Space bzw. Kessler wohl hoffte, "Die Astronautin" später für weitere Flüge quasi vermieten zu können, um Forschungsarbeiten für Firmen und Institute durchzuführen. Leih-Astronautin einer Leiharbeitsfirma, gewissermaßen. Im Grunde war die ganze Aktion also ein Versuch, die Aus- bzw. weiterbildung einer verdammt teuren Mitarbeiterin von Spendern und der Kandidatin selbst bezahlen zu lassen und alle Beteiligten auch noch glauben zu machen, sie hätten damit etwas für die Rechte der Frau getan.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 30. März 2019, 18:25:38
Insa Thiele-Eich sagt, dass zu 99 Prozent im nächsten Jahr die erste deutsche Frau ins All fliegt. Keine schlechte Quote...

Zitat
Die Wahrscheinlichkeit, dass eine der beiden Frauen im Jahr 2020 zur Internationalen Raumstation abheben wird, bezifferte die Meteorologin und mittlerweile dreifache Mutter auf 99 Prozent.
https://www.presseportal.de/pm/58964/4232090 (https://www.presseportal.de/pm/58964/4232090)

Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: FlyRider am 30. März 2019, 19:35:07
Insa Thiele-Eich sagt, dass zu 99 Prozent im nächsten Jahr die erste deutsche Frau ins All fliegt. Keine schlechte Quote...

Zitat
Die Wahrscheinlichkeit, dass eine der beiden Frauen im Jahr 2020 zur Internationalen Raumstation abheben wird, bezifferte die Meteorologin und mittlerweile dreifache Mutter auf 99 Prozent.
https://www.presseportal.de/pm/58964/4232090 (https://www.presseportal.de/pm/58964/4232090)

Ähh.. wer, womit, wann? Hab ich da irgendwas nicht mitbekommen? Wer soll das bitte sein und auf welchem Flug? Sowas sollte doch inzwischen in PLanung sein...
 ???
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: fl67 am 31. März 2019, 18:20:30
Insa Thiele-Eich war heute morgen im NDR2-Radio bei "Tietjen talkt":   https://www.ndr.de/ndr2/programm/podcast2970.html (https://www.ndr.de/ndr2/programm/podcast2970.html)

Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Gertrud am 01. April 2019, 11:56:20
Hallo Zusammen,

ich habe ein erweitertes Interview von Frau Thiele-Eich gelesen.

Zu der Frage, mit welchem Unternehmen sie möglicherweise ins All fliegen könnte, gab es diese Aussage:
Zitat
Steht fest, mit welchem Vehikel Sie im Fall des Falles abheben werden?
Nein, auch wenn ich hier gerade zufällig im SpaceX-Shirt sitze.

Und hinten steht Dragon drauf, der Name der SpaceX-Raumkapsel …
Wir haben im vergangenen Jahr drei mögliche Anbieter identifiziert. Einer davon ist SpaceX mit Dragon, Boeing mit Starliner stellt eine andere Option dar. Und die russische Sojus gibt es natürlich auch noch. Sehr wichtig für uns war jüngst die SpaceX-Mission, die erstmals einen Dummy zur Internationalen Raumstation gebracht hat.
Quelle:
https://www.noz.de/deutschland-welt/vermischtes/artikel/1680523/astronautin-insa-thiele-eich-will-als-erste-deutsche-frau-ins-all (https://www.noz.de/deutschland-welt/vermischtes/artikel/1680523/astronautin-insa-thiele-eich-will-als-erste-deutsche-frau-ins-all)

Mit besten Grüßen
Gertrud
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: fl67 am 01. April 2019, 13:24:54
....  ich habe ein erweitertes Interview von Frau Thiele-Eich gelesen. ....

Sie macht ja ganz gute PR-Arbeit....  Von der zweiten Kandidatin hört man dagegen nichts.  Gibt's die noch ?

Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Rücksturz am 09. April 2019, 21:46:03
Suzanna Randall gibt es noch, sie "lebt" auch, zumindest reagiert sie auf Email sehr zügig.
Sie macht mindestens soviel PR wie Insa Thiele-Eich, was mich nicht verwundert, da die PR ja von der gleichen Organisation gemacht wird.
Auf facebook sind beide ständig aktiv.

Allerdings wie das nach menschlichem Ermessen möglich sein soll nächstes Jahr eine deutsche Astronautin zur ISS zu schicken....???
Momentan können das überhaupt nur die Russen.
SpaceX arbeitet schwer daran überhaupt Astronauten/inne zur ISS zu bringen und Boeing hat momentan auf vielen Gebieten Probleme.
Es hakt also schon technisch bei zwei Anbietern bzw. braucht noch Zeit.
Bei den Russen muss man eigentlich zwei Jahre im voraus buchen, also hätte man letztes Jahr schon einen Sitz reservieren/buchen müssen.
Selbst wenn man sehr kurzfristig den Platz von Ripley in einem der nächsten Flüge der Dragon 2 für wenig Geld ergattern könnte, auch dafür müsste ein Millionenbetrag hingeblättert werden, wie soll der in wenigen Monaten, eher Wochen zusammenkommen??  :-\

Viele Grüße
Rücksturz
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: tomtom am 07. Mai 2019, 08:15:49
Es gibt weiter PR und weiter offene Fragen zur Finanzierung, man spricht mit "Regierung und Wirtschaft".
Zur Ausbildung gehört das Fliegen, wobei ich mich frage, ob Gerst, Maurer & Co. den Flugschein gemacht haben, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass dabei Fähigkeiten erlernt werden, die man als Raumfahrer braucht.

Der Bericht scheint dem Thema "Astronautin" aber keine besondere Achtsamkeit entgegen zu bringen, es ist vom Vorbild Sally Right die Rede, anstatt Sally Ride. ;)

https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/die-astronautin-suzanna-randall (https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/die-astronautin-suzanna-randall)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: HausD am 07. Mai 2019, 08:46:15
... Zur Ausbildung gehört das Fliegen, wobei ich mich frage, ob Gerst, Maurer & Co. den Flugschein gemacht haben, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass dabei Fähigkeiten erlernt werden, die man als Raumfahrer braucht...
Es ist schon nützlich ... HausD
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: F-D-R am 07. Mai 2019, 09:27:49
Ich konnte in Wien letzten Monat mit Fr. Thiele-Eich ein paar Worte wechseln.
Die Finanzierung sieht man heute optimistischer als letztes Jahr.
Es scheint da eine gewisse Bewegung zu geben hinter den Kulissen.

Genaues gibt es dazu noch nicht zu erzählen.   ???
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Lumpi am 11. Mai 2019, 10:31:23
Ich konnte in Wien letzten Monat mit Fr. Thiele-Eich ein paar Worte wechseln.
Die Finanzierung sieht man heute optimistischer als letztes Jahr.

Mmmh, in einem Interview mit Suzanna Randall  in der SZ vor 2 Wochen sagte sie, dass man Zusagen über mehrere hunderttausend Euro hätte und die erste Million ja die schwierigste sei.

Zitat
Wenn wir die beisammen haben, dann wird's auch laufen.
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/landkreismuenchen/interview-auf-dem-sprung-ins-all-1.4427043 (https://www.sueddeutsche.de/muenchen/landkreismuenchen/interview-auf-dem-sprung-ins-all-1.4427043)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: TonyQ am 18. Juni 2019, 00:34:20
Hallo, mein erster Beitrag, obwohl ich hunderte Male zu diesen berühmten Websites beigetragen habe:

https://forum.nasaspaceflight.com/ (https://forum.nasaspaceflight.com/)

http://novosti-kosmonavtiki.ru/forum/ (http://novosti-kosmonavtiki.ru/forum/)

Ich teile Informationen über ein zweites "Die Astronautin" -Projekt, das ich seit fast zwei Jahren gesammelt habe.

Ich hoffe, dass dies der am besten geeignete Thread ist!

https://spacesleuth2.blogspot.com/2019/01/could-this-pilot-be-europes-next-woman.html (https://spacesleuth2.blogspot.com/2019/01/could-this-pilot-be-europes-next-woman.html)

Entschuldigung, nur in Englisch!

Kommentare sind willkommen. Vielen Dank
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: TonyQ am 28. Juni 2019, 12:29:05
Profil von Johanna Maislinger, von der angesehenen russischen Website www.astronaut.ru (http://www.astronaut.ru) :-

http://www.astronaut.ru/index/in_pers3/11_068.htm (http://www.astronaut.ru/index/in_pers3/11_068.htm)

Auch ihre Sicht auf "Die Astronautin" :-

http://www.astronaut.ru/as_germn/as_germn_0.htm (http://www.astronaut.ru/as_germn/as_germn_0.htm)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: wernher66 am 30. Juni 2019, 19:47:44
Die ehemalige Kandidatin für das Projekt "Die Astronautin", Nicola Baumann, wird am 3.7.2019 in Ingolstadt im Audi Forum einen
Vortrag "Welt-Traum" über sich selbst und die Raumfahrt halten.
Lohnt sich vielleicht, mal hinzugehen und zuzuhören.

https://www.facebook.com/events/894109940922756/ (https://www.facebook.com/events/894109940922756/)
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: wernher66 am 14. September 2019, 21:55:43
Frau Dr. Thiele-Eich hat am Donnerstag (12.9.2019) im Neo Magazin Royal (ZDF) behauptet, dass Ende 2020 oder 2021 ihr Flug  mit der
Crew Dragon von SpaceX stattfinden könnte.  Was Jemand genaueres?
Verstörend fand ich, daß nur ihr Name erwähnt wurde.  Von Frau Randall wurde überhaupt nicht gesprochen.  Ziemlich unkollegial, ehrlich gesagt.
Welche Art von Ausbildung hat Frau Thiele-Eich inzwischen absolviert, dass sie sich mit der Bezeichnung "Astronautin" schmücken darf?
Symphatien erzeugt sie auf diese Art (bei mir) nicht.
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: HausD am 14. September 2019, 22:32:30
... Welche Art von Ausbildung hat Frau Thiele-Eich inzwischen absolviert, dass sie sich mit der Bezeichnung "Astronautin" schmücken darf? ...
"Astronaut" / "Astronautin" ist man, wenn man mindestens einen Orbit um die Erde hinter sich gebracht hat ... und eine Ausbildung dazu erfolgreich absolviert hat.

Gruß, HausD
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: Rücksturz am 15. September 2019, 08:14:57
Auch bei Marthias Maurer wird immer davon gesprochen oder geschrieben, dass er Astronaut IST.
Erst im weiteren Text oder Zusammenhang erschließt sich, dass er noch nicht geflogen ist.
Allerdings hat er seine Grundausbildung als Astronaut bereits erfolgreich abgeschlossen.
Er wartet auf die Zuteilung einer konkreten Mission, um in das missionsspezifische Training einzusteigen.
Ihn könnte man vielleicht als "Astronaut in Vorbereitung" oder im Vorbereitungsdienst bezeichnen.

Frau Thiele-Eich und Frau Randall würde ich als "Astronautinnen in Ausbildung" ansehen.

Viele Grüße
Rücksturz
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: HausD am 15. September 2019, 08:56:41
... Auch bei Marthias Maurer wird immer davon gesprochen oder geschrieben, dass er Astronaut IST....
Nach den Regeln der International Astronautical Federation (IAF) IST er es noch nicht.

Das schmälert jedoch die Leistungen der "Astronauten in Ausbildung"  [oder kurz und knapp für Verwaltungszwecke vereinfacht nur "AsinAusi und *in"] überhaupt nicht...
Wie auch aus den "Azubis" z.B. des Back- und Konditoreiwarenherstellungsfacharbeiterhandwerks ganz schnell "Ich werde mal Bäcker" wird, sollen sie , die AsinAusis und *innen, sagen dürfen "Wir werden mal Astronauten" ... und dafür schinden wir uns Tag für Tag ...

Mit freundlichen Grüßen, HausD
Titel: Re: Die erste deutsche Astronautin?
Beitrag von: wernher66 am 15. September 2019, 10:37:17
Auch bei Marthias Maurer wird immer davon gesprochen oder geschrieben, dass er Astronaut IST.


Frau Thiele-Eich und Frau Randall würde ich als "Astronautinnen in Ausbildung" ansehen.



Mich stört, daß Frau Thiele-Eich nicht widerspricht, wenn man sie als Astronautin bezeichnet. Sie kokettiert nach meinem Eindruck ein wenig zuviel mit den
Vorschusslorbeeren.
Herr Maurer geht damit ganz anders um, da erkenne ich eine andere, professionelle Qualität.