Raumcon

Allgemein => Veranstaltungen/Events/Reiseberichte => Thema gestartet von: fl67 am 14. August 2019, 01:30:22

Titel: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 14. August 2019, 01:30:22
Wie schon im "Sonnenfinsternis"-Thread (https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=908.msg455119#msg455119) kurz erwähnt wurde, fand am 2. Juli dieses Jahres eine Totale Sonnenfinsternis über dem Süd-Pazifik und Südamerika statt.

Ich nehme Sonnenfinsternisse gern zum Anlass, Länder zu besuchen, in die ich sonst wohl nicht reisen würde. Eine Rundreise durch Chile hatte ich allerdings schon länger ins Auge gefasst, mit Besichtigung der diversen Observatorien, und um mal den südlichen Sternenhimmel zu sehen.

Aber wird die Sonnenfinsternis überhaupt gut zu sehen sein ? Wie lang dauert die Totalität ? Wie sind die Wetteraussichten ?

Verlauf der Sonnenfinsternis
(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up068799.gif)
Bild: Wikimedia / NASA

Der Kernschatten des Mondes trifft die Erde im südlichen Pazifik 2000 km östlich von Neuseeland, bewegt sich dann an Polynesien und den Pitcairn-Inseln vorbei über das unbewohnte Atoll Oeno. Das Totalitätsmaximum ist mitten im Pazifik und dauert dort 4:33 Minuten. Um 16:38 Uhr Ortszeit trifft der Schatten auf den südamerikanischen Kontinent bei La Serena in Nordchile. Die Dauer der Totalität beträgt dort noch etwa 2:35 Minuten, die Sonne steht dann nur noch 14° über dem Horizont. Der Schatten bewegt sich weiter über die Anden und Argentinien, und endet bei Buenos Aires, wo die Totalität mit dem Sonnenuntergang zusammenfällt.
In Chile also ganz gute Werte, nicht das Optimum, aber die Himmelsmechanik kann man nicht ändern.

Schattenpfad
(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up068800.jpg)
Bild: Eclipsophile (https://eclipsophile.com/total-solar-eclipse-july-2-2019/), Jay Anderson and Jennifer West


Im Juli ist Winter auf der Südhalbkugel, da kann das Wetter schon mal schlecht sein und der Himmel bewölkt. Leider kann man das Wetter nicht Monate im voraus vorhersagen, so muss man auf Klimastatistiken zurückgreifen. Aber die Statistiken sehen gar nicht so schlecht aus: während der Himmel an der Küste bei La Serena durchschnittlich zu 60% bewölkt ist, sind es etwas landeinwärts nur noch ca. 38%.

Mittlerer Bewölkungsgrad nachmittags im Juli
(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up068801.png)
Bild: Eclipsophile (https://eclipsophile.com/total-solar-eclipse-july-2-2019/), Jay Anderson and Jennifer West / NASA

Das gleiche als Graph; bei Vicuña sieht es ganz gut aus:
(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up068802.jpg)
Bild: Eclipsophile (https://eclipsophile.com/total-solar-eclipse-july-2-2019/), Jay Anderson and Jennifer West

Wie immer bei Reisen zu Sonnenfinsternissen muss man beim Wetter auf sein Glück hoffen...


Ich habe mich für die Reise von Kultur, Astronomie & Wissenschaftsreisen (http://www.wissenschafts-reisen.de) aus Nürnberg entschieden, durchgeführt von Ikarus Tours (https://www.ikarus.com), eine zweiwöchige Gruppenreise durch Chile mit abwechslungsreichem Programm mit Fokus auf astronomische Themen.

Ich möchte in diesen Thread in lockerer Folge über die Reise berichten, wobei ich auf die Programmpunkte mit astronomischem Hintergrund detaillierter eingehen (aber die anderen Punkte auch erwähnen) werde.
Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 16. August 2019, 04:51:44
20.06.2019, Tag 1: Anreise

Die Reise beginnt nachmittags am Flughafen Frankfurt, wo sich die Gruppe trifft. Wir fliegen mit der chilenisch-brasilianischen Fluggesellschaft LATAM über Madrid nach Santiago de Chile.

Der Flieger in Frankfurt

Chile ist verdammt weit weg...
Der Flug dauert incl. Zwischenlandung in Madrid 18 Stunden, davon 13 Stunden nonstop Madrid - Santiago.  :P
Der Versuch zu schlafen ist nur teilweise erfolgreich. Zum Glück hat das Bord-Entertainment der Boeing 787 "Dreamliner" eine umfangreiche Filmauswahl, u.a. gibt es "Hidden Figures" und eine Doku über Apollo.

Verspätung in Madrid

Dank der Zeitverschiebung von -6 Stunden erreichen wir schon gegen 10:00 Uhr morgens Ortszeit das Hotel "Fundador" in der Innenstadt von Santiago.
Fotos: fl67

Die Zimmer sind noch nicht bereit. Aber es ist eh keine Zeit zum Ausruhen, denn die Stadtrundfahrt durch Santiago steht auf dem Programm.
Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: pilotace am 16. August 2019, 22:19:19
Klasse, das verspricht interessant zu werden! :)


Gruß
Daniel
Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 21. August 2019, 00:53:04
Freitag, 21.06.2019, Tag 2: Santiago de Chile

Santiago de Chile ist die Hauptstadt Chiles und hat im Ballungsraum über 7 Millionen Einwohner, d.h. etwa 44% aller Chilenen leben hier. Santiago liegt am Rande der Anden in einem Talkessel, wodurch häufig Bewölkung und Smog auftreten.
Im Hintergrund die Anden, kaum zu sehen durch Dunst und Smog:

Unser Stadtrundgang beginnt am Palast La Moneda, der einstigen Münzprägeanstalt Chiles und heute der chilenische Präsidentenpalast. Hier fand 1973 der Militärputsch gegen Salvador Allende durch den General und späteren Diktator Augusto Pinochet statt.

Präsidentenpalast...

...mit schmuckem Wachpersonal.

Endlich sehen wir auch den ersten Stern am Südhimmel - wenn auch nur den auf der chilenischen Flagge.  ;)

Unser lokaler Reiseleiter (ein Berliner der seit 12 Jahren in Chile lebt) erzählt, dass die kommende Sonnenfinsternis in der chilenischen Öffentlichkeit und in den Medien ein großes Thema ist ("es passiert ja sonst nichts interessantes").

Nächstes Ziel ist die Straße der Wechselstuben. Wir brauchen chilenisches Geld, hier kann man legal und sicher tauschen. 1 Euro = 780 Pesos.  Die 100-Pesos-Münze (=12 Cent) sieht genauso aus und ist genauso groß wie eine 1-Euro-Münze, und soll in hiesige Geldautomaten passen...  ;)

Kurzer Halt am Parlamentsgebäude:

In den meisten lateinamerikanischen Städten gibt es einen zentralen Platz, die Plaza de Armas, meist parkähnlich angelegt mit Bäumen, Palmen, Brunnen und Sitzgelegenheiten, um den herum sich die administrativen Gebäude wie Rathaus, Gericht, Post und Kirche befinden.

In der Catedral Metropolitana de Santiago:

Die Philatelisten in der Gruppe besuchen die Post, um nach Eclipse-Sondermarken zu fragen. Allerdings ohne Erfolg, Sondermarken gibt es erst ab dem Tag der Sonnenfinsternis.
Hauptpost:

Denkmal des Stadtgründers Pedro de Valdivia:

Weiter geht der Rundgang zum Mercado Central, einer großen Markthalle mit Fischmarkt und Restaurants.

Klischee-erfüllendes Quoten-Lama  (das einzige Haus-Lama, das wir auf der Reise sehen; dagegen sehen wir noch häufig die wildlebenden Vicuñas und Guanacos):
Fotos: fl67


Die Stadtbesichtigung endet im modernen Geschäfts- und Finanzzentrum mit dem Gran Torre Santiago, dem höchsten Gebäude Südamerikas.

(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up069221.jpg)
Bild: Bjørn Christian Tørrissen / Wikimedia (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:CostaneraCenter2016.jpg)

Morgen geht es an die Pazifikküste, nach Valparaíso.
Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 29. August 2019, 01:14:06
Samstag, 22.06.2019, Tag 3: Valparaíso

Wir fahren heute ca. 120 km westwärts zur Pazifikküste nach Valparaíso.
Valparaíso (deutsch: Paradiestal) ist eine Hafenstadt mit ca. 250.000 Einwohnern und erstreckt sich über eine Vielzahl von Hügeln. Der historische Stadtkern mit seinen bunt bemalten Häusern gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Im 19. Jahrhundert war Valparaíso einer der bedeutendsten Häfen an der Westküste Amerikas, für alle Schiffe, die Salpeter und Kupfer um das Kap Hoorn herum nach Europa brachten. Mit der Eröffnung des Panama-Kanals verlor der Hafen an Bedeutung.


Wir besuchen zunächst das Haus des chilenischen Nationaldichters und Literaturnobelpreisträgers Pablo Neruda, La Sebastiana, der hoch auf den Hügeln eine tolle Aussicht über die Stadt hatte.

Wir gehen zu Fuß weiter durch die Stadt nach unten Richtung Hafen.
 
 

An einer Hauswand sehen wir dieses Plakat - ein erstes Anzeichen der Sonnenfinsternis!

Übersetzung:
Zitat
Vorbereitet auf diesen 2. Juli?
TOTALE SONNENFINSTERNIS
ein Tanz der kosmischen Harmonie

Erleben Sie es live in La Serena
Abfahrt von Valparaíso, Viña del Mar und Santiago

Programm
05:30 Abfahrt von Valparaíso
06:00 Halt in Viña del Mar
13:00 Ankunft in La Serena und Eintritt ins Stadion
15:30 - 17:30 Sonnenfinsternis
18:00 Rückfahrt
20:00 Halt zum Abendessen
01:00 Ankunft am Zielort

Was ist enthalten ?
- Transport
- Führung
- Eintritt ins Stadion
- zertifizierte Sonnenfinsternisbrille (ISO 12312-2)
- Snack (Sandwiches, Obst, Nüsse, Saft, Wasser und Kekse)

$60.000 Pesos  = 77 Euro   (10% Rabatt bis zum 20. Juni)

Unter den Teilnehmern wird ein kostenloses Taucherlebnis verlost!
Verpasse es nicht !
Ein ganz gutes Angebot für alle, die nicht nur eine partielle Sonnenfinsternis sehen wollen. Im Stadion von La Serena findet ein "Public Viewing" mit einem bekannten Astronomieprofessor statt.

Weiter geht es mit dem Ascensor Concepción von 1883, einem der noch 16 erhaltenen Schrägaufzüge, den Hügel runter.

Unten erwartet uns lautes Getrommel und Blasmusik. Die indigenen Völker der Gegend feiern die Fiesta del Sol - das Fest der Sonne - mit einem großen Umzug durch die Stadt, tanzend in bunten Kostümen zu lauter Musik. Das erinnert ein wenig an den Karneval in Rio. (ein Albtraum für unseren Guide, der die Gruppe durch das Getümmel der Menschenmassen leiten muss...)

Auf der Rückfahrt nach Santiago machen wir Halt in einem Weingut im Valle de Casablanca. Der chilenische Wein hat eine lange Tradition, die klimatischen Bedingungen in vielen Gegenden eignen sich gut zum Weinanbau. Als typisch chilenisch gilt die Rebsorte Carménère, die im 19. Jahrhundert überall sonst auf der Welt durch die Reblausplage ausgerottet wurde und nur in Chile überlebte. Wir bekommen eine Führung durch das Weingut und machen natürlich eine Weinprobe (Chardonnay, Sauvignon Blanc und Carménère). Prost.  ::)
Fotos: fl67


Ab morgen geht es in die Atacama, da wird's dann endlich astronomisch...


Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: Gertrud am 29. August 2019, 19:07:42
Hallo fl67,

auch die Aufnahmen von Land und Leute sind für mich eine große Freude. :)
Danke Dir für das Mitnehmen.

Auf die nächsten Folgen bin ich schon ganz gespannt und warte gerne.
Beste Grüße
Gertrud
Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 05. September 2019, 02:06:54
Sonntag, 23.06.2019, Tag 4: Atacama

Wir fliegen von Santiago 1200 km in den Norden Chiles, und landen auf dem winzigen Wüstenflughafen von Calama.
Wir befinden uns hier in der Atacama-Wüste auf 2400 m Höhe, da wird die Luft schon dünn und die Sonne knallt besonders stark.
Hier regnet es fast nie, und so gibt es auch nahezu keine Vegetation.

Im Flughafen:

... und draußen:

Calama ist mit 150.000 Einwohnern eine ziemlich große Stadt. Viele ihrer Bewohner arbeiten in der nahegelegenen Kupfermine Chuquicamata, einem der größten Kupfertagebaue der Welt.
Das Loch, was hier in den letzten 100 Jahren gegraben wurde, ist 4300 m lang, 3000 m breit und 1000 m tief  :o, es wurden bis jetzt etwa 3 Milliarden Tonnen Erz gefördert, das einen durchschnittlichen Kupferanteil von 1,53 Gew.% hat.
Calama ist als Bergarbeiterstadt aber nicht besonders interessant - so lassen wir sie links liegen und fahren Richtung unseres Zielorts San Pedro de Atacama.

Unterwegs halten wir im Valle de la Luna - dem Tal des Mondes.
Erster Stop ist der Aussichtspunkt Piedra del Coyote mit einem schönen Überblick über das Tal mit seinen schroffen Felsen und Sanddünen.


Das weiße ist kein Schnee, sondern Salz...

Beliebtes Fotomotiv im Tal des Mondes sind die Tres Marias, die drei Marien, eine bizarre Salzformation:

Salzkristalle bedecken den Boden:

Wir gehen zu Fuß ein Stück durch das Tal, während die Sonne langsam hinter den Felsen untergeht.

Links der Bilderbuchvulkan Licancabur, 5920 m hoch, inaktiv und sozusagen Hausberg des Dorfes San Pedro de Atacama, den wir noch oft sehen werden.
Der Vulkan ist fast 40 km entfernt; durch die trockene klare Luft wirkt er viel näher.

Die untergehende Sonne wirft lange Schatten...

Zum Sonnenuntergang gibt es einen kleinen Imbiss.

Hier können wir schon mal einen entfernten Blick auf unser morgiges Besuchsziel werfen: einige Gebäude am Berghang gegenüber, von unserem Standort über 30 km entfernt.
Das ist die Operations Support Facility von ALMA, dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array Observatorium.

Die untergehende Sonne lässt die Gipfel der Andenkette (die fast alle Vulkane sind) in bunten Farben leuchten, erst orange, dann rot, violett und schließlich blau.
(Bild anklicken und ganz groß ansehen!)

Nachdem die Sonne untergegangen ist, erscheinen die ersten Sterne am Himmel. Als erstes der helle Jupiter, dann Sterne wie Antares, Fomalhaut, Arktur, Spica, Wega, schließlich auch Alpha und Beta Centauri.
ein Vogel? ein Flugzeug? ein Meteor? Superman? ...

...nein, das Kreuz des Südens! Unten links der Mitte stehen Alpha und Beta Centauri, die die Richtung zum Kreuz des Südens weisen (Bild anklicken zum vergrößern, dann wird's deutlicher).

Der erste echte Blick auf den südlichen Sternenhimmel!  ::) 8)
Es wird kalt, und wir fahren nach San Pedro ins Hotel. 
Morgen abend werden wir noch Gelegenheit zu weiteren Sternbeobachtungen haben.

Fotos: fl67
Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: Mim am 05. September 2019, 07:38:07
Was für eine atemberaubende Landschaft!  :o
Danke!  :D
Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: Rücksturz am 08. September 2019, 18:41:20
Danke fl67 dass Du uns mit auf deine Reise nimmst!
Ganz tolle Bilder.
Ich bin schon auf die Fortsetzung gespannt.  8)

Viele Grüße
Rücksturz
Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: Pirx am 08. September 2019, 20:57:02
....
Ich bin schon auf die Fortsetzung gespannt.  8)
....
Auch so. Klasse!

Danke fl67 und Gruß   Pirx
Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 14. September 2019, 21:20:13
Montag, 24.06.2019, Tag 5: ALMA

Heute besuchen wir das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array, kurz ALMA.
ALMA besteht aus 66 hochpräzisen Antennen und beobachtet bei Wellenlängen zwischen 0,3 und 9,6 mm. Diese Wellenlängen werden eigentlich vom Wasser in der Erdatmosphäre absorbiert. Hier auf 5000 m Höhe und bei der extrem trockenen Luft kommen die Wellen trotzdem durch.
Die Antennen befinden sich auf dem Chajnantor-Plateau und können dort individuell bewegt und in Abständen von 150 m bis 16 km auf betonierten Grundplatten positioniert werden. Das Radioteleskop wird in einer internationalen Kooperation betrieben, 25 Antennen wurden von der Europäischen Südsternwarte (ESO) gebaut, weitere 25 Antennen vom US-amerikanischen National Radio Astronomy Observatory, und 16 Antennen vom National Astronomical Observatory of Japan. Die einzelnen Antennen werden zusammengeschaltet und bilden so ein Interferometer mit sehr hoher Empfindlichkeit und Auflösung.

Wie besuchen die Operations Support Facility (OSF) von ALMA auf 2900 m Höhe. Die ALMA-Antennen selbst liegen noch 30 km weiter entfernt und 2100 m höher. Wir dürfen sie leider nicht besuchen, denn der Sauerstoffmangel in der Höhe kann zu Gesundheitsproblemen führen; außerdem (der wahrscheinlichere Grund) wollen sie einfach keine Touristen da oben haben...

ALMA ist nicht weit von San Pedro entfernt. Nach wenigen Kilometern auf der Straße Richtung Süden geht es links zum Observatorio ALMA:

Direkt an der Kreuzung steht das Wachgebäude, wo man sich anmelden muss.
Wir sehen uns dort ein Video mit den Sicherheitsregeln an, die bei ALMA gelten. Jeder muss unterschreiben, dass er den Film gesehen und alles verstanden hat.

Im Wachgebäude an der Wand hängt dieses schöne Satellitenbild von der OFS:

Wüstenklima herrscht schon hier unten; aber es regnet auch mal, sonst gäbe es nicht solche ausgetrockneten Flächen:
Oben ist die Sonne noch stärker. Wir machen Gebrauch von der in der Wache bereitgestellten Sonnencreme...

Dann dürfen wir schließlich die Schranke passieren und fahren etwa 16 km den Berghang hoch bis zur OSF auf 2900 m Höhe.

Wir beginnen unsere Führung dort, wo auf dem Satellitenbild "Safety" steht.
Dort hat man einen schönen Überblick über das Gelände und die Flaggen der an ALMA beteiligten Länder. Im Hintergrund sieht man die Unterkünfte der Wissenschaftler und Techniker, die hier arbeiten.

Ein Stück weiter links eine ausgemusterte Antenne und ein Wildesel:



Was macht eigentlich der eine Hauptdarsteller der Vorstellung in ein paar Tagen - der Mond ?
Er steht hoch am morgendlichen Himmel und zeigt sich 2/3 voll.


Kurz die bekannte Eselsbrücke angewandt: z wie zunehmend, oder ) wie Klammer zu:  es ist also zunehmender Mond.

(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up069320.png)
Bild: Kalenderland.com

Aber halt - da kann was nicht stimmen. In ein paar Tagen ist Sonnenfinsternis, und die findet bekanntlich bei Neumond statt.  ???
Die Lösung ist einfach; wir befinden uns auf der Südhalbkugel, da steht der Mond der Beobachter auf dem Kopf - die Regel gilt dann nicht bzw. andersrum...
Der Mond nimmt ab.  Ein Glück, die Sonnenfinsternis kann stattfinden !   :)



In diesem Gebäude befindet sich unten die Krankenstation, und oben das Besucherzentrum; wo anhand von Modellen und Plakaten erklärt wird, wie ALMA funktioniert.

How does ALMA work ?
Die Signale werden von der Antenne empfangen, im sogenannten Front-End verarbeitet und verstärkt, und im Back-End digitalisiert. Über eine Glasfaserleitung wird das Signal dann zum Correlator geleitet. Dieser Supercomputer ist ein Rechner mit 134 Millionen Prozessoren, welche die empfangenen Signale mit 17 Peta-Flops aufarbeiten können; die Signale mehrerer Antennen werden verglichen und die Zeitdifferenzen ermittelt, woraus sich die interferometrischen Daten ergeben.

Wenn man sich die App "AReader" auf seinem Smartphone installiert und damit dann dieses Punktemuster abfotografiert, kann man ein 3D-Modell einer Antenne auf dem Bildschrm betrachten:

Auf einem Bildschirm wird per Webcam das aktuelle Bild vom Antennenplateau angezeigt  (AOS=Array Operations Site):
Das weiße ist Schnee, kein Salz...

Im Nachbargebäude können wir in die Labore und Werkstätten blicken.
Hier sehen wir einige der Front-Ends, der Empfangsgeräte in den Antennen. In den blauen Zylindern befinden sich unterschiedliche tiefgekühlte Geräte um verschiedene Frequenzen zu empfangen.

Hier ein Cryostat des Rutherford Appleton Laboratory, aber auch ein Modell aus Japan stand in der Halle.

Das Innere eines Cryostats:

Im gleichen Gebäude können wir den Kontrollraum von ALMA besuchen; im Grunde nur Computer und viele Monitore. ;)
Die einzelnen Antennen werden von hier überwacht und gesteuert.

Wer weiß was hier auf einem der Bildschirme zu sehen ist ?

Diese Tafel im Kontrollraum zeigt anschaulich für jedermann, wie Interferometrie funktioniert:
 ;D

Zum Schluss besuchen wir die große Halle, die schon bei der Fahrt zur OSF ins Auge fiel.

Wir haben Glück, denn in der Halle steht gerade eine der Antennen, die hier gewartet und repariert wird. So können wir sie aus der Nähe erkunden.

Otto ist auch da. Otto hat die Antenne vom Plateau hier runter in die Halle gefahren.
Es gibt zwei dieser riesigen Transportfahrzeuge, die von der deutschen Firma Scheuerle kontruiert und gebaut wurden. Sie heißen Otto und Lore und sind entweder nach den Kindern oder den Eltern des Chefkonstruktuers benannt.

Das war ein interessanter Besuch bei einem der modernsten und größten Observatorien der Welt.
ALMA ist ein zentraler Teil des Event Horizon Telescope Projekts und war eines der Teleskope des weltweiten Netzwerks, mit dem 2017 (veröffentlicht im April 2019) die ersten direkten Bilder eines schwarzen Lochs in M 87 gelangen. Der EHT-Kooperation wurde der Breakthrough Prize in Fundamental Physics 2020 zugesprochen.

Links:
Raumcon-Thread zu ALMA, wo man gut die Entstehungsgeschichte nachvollziehen kann: https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=1164.0 (https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=1164.0)
Wikipedia-Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/Atacama_Large_Millimeter/submillimeter_Array (https://de.wikipedia.org/wiki/Atacama_Large_Millimeter/submillimeter_Array)
Offizielle Website (englisch): https://www.almaobservatory.org/en/home/ (https://www.almaobservatory.org/en/home/)


Auf der Rückfahrt sehen wir noch diese Herde wilder Esel:

Fotos: fl67


Gegen Mittag kommen wir zurück nach San Pedro.   Fortsetzung folgt...

Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: -eumel- am 15. September 2019, 19:08:47
Sehr schöne Fotos und gute Berichterstattung!
Danke, fl67 !  :D
Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 16. September 2019, 00:42:04
Montag, 24.06.2019, Tag 5 (nachmittags): San Pedro de Atacama

Den Nachmittag nutzen wir für einen Rundgang durch San Pedro de Atacama.
San Pedro hat etwa 2000 Einwohner und ist eine Oase in der Wüste. Ein sehr rustikaler Ort - Häuser und Straßen sind aus Lehm gebaut (auch unser Hotel), und kein Haus hat mehr als 2 Stockwerke.
Das Gemeindegebiet umfasst noch einige Dörfer mehr und erstreckt sich über mehr als 23.000 km² - das ist etwa so groß wie Mecklenburg-Vorpommern!  :o

San Pedro ist das touristische Zentrum der Gegend. Die Hauptstraße ist gesäumt von Restaurants, Souvenir-Läden und Agenturen, die Ausflüge in die Umgebung anbieten.

Ich fand die selbstgemalte "Astro-Tour"-Tafel besonders schön:

Eine der Ausflugsagenturen bewirbt die Sonnenfinsternis am 2. Juli. Hier in San Pedro wird die maximale Verfinsterung 85% betragen. Das ist uns nicht genug...

Auch in San Pedro gibt es eine Plaza de Armas:

...mit Polizei, Rathaus und Kirche:

Die Kirche ist eine der ältesten in Südamerika (erbaut 1557) und hat ein Dach aus Kaktusholz.

Der Vulkan Licancabur überragt alles:

Der kleine Markt bietet jede Menge Souvenirs...

...und anregende Süßigkeiten:
Koka-Blätter werden hier vielfältig verwendet. Im Hotel gab es Tee aus Koka-Blättern, und in einer Eisdiele Koka-Eis.
Koka soll angeblich gegen die Höhenkrankheit helfen.

So aufgeputscht können wir noch den Abend für einige Sternbeobachtungen nutzen.

Fotos: fl67


Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 21. September 2019, 01:11:58
Montag, 24.06.2019, Tag 5 (abends): Space Obs

Am Abend haben wir einen Termin bei Space Obs.

Etwas außerhalb von San Pedro, wo keine Straßenlampen stören, hat ein Franzose sein privates Observatorium eingerichtet. Auf dem Grundstück steht eine eindrucksvolle Anzahl Amateurteleskope mit wirklich bemerkenswerten Spiegeldurchmessern zwischen 25cm und 70cm.
Er bietet Führungen für Gruppen an, aber man kann die Teleskope auch als erfahrener Amateurastronom für visuelle oder fotografische Beobachtungen mieten, demnächst soll man sogar Beobachtungszeit online über das Internet buchen können.

Ein Foto mit einigen der Teleskope bei Tageslicht, im Hintergrund wieder der Licancabur:
(https://www.spaceobs.com/var/spaceobs/storage/images/media/images/diapositivas/location-de-telescopes/1247-1-fre-FR/Location-de-telescopes.jpg)
Bild: Space Obs
Offizielle Webseite: https://www.spaceobs.com/en (https://www.spaceobs.com/en)

(https://sanpedroatacama.com/wp-content/uploads/2016/09/agencia_space_obs_san_pedro_atacama_02.jpg)
Bild: sanpedroatacama.com
https://sanpedroatacama.com/en/agencia/space-obs/ (https://sanpedroatacama.com/en/agencia/space-obs/)


Der Sternenhimmel ist wirklich spektakulär. Das Band der Milchstraße ist sehr deutlich sichtbar. Besonders fällt auf, dass es bis runter zum Horizont sehr viele Sterne gibt, die alle nur sehr wenig funkeln. So sieht man das bei uns nie, durch den Horizontdunst dringen allenfalls die hellsten Sterne durch.

Nach einer Einweisung in den südlichen Sternenhimmel können wir verschiedene interessante Objekte durch die Teleskope beobachten.
Jupiter, Saturn, der Lagunennebel M8 / NGC 6523, das "Schmuckkästchen" NGC 4755, der Schmetterlingshaufen M6 / NGC 6405 und der Carinanebel NGC 3372 sind in den Teleskopen eingestellt.

Nach einer Pause mit warmen Getränken haben wir noch die Möglichkeit, eigene Fotos mit unseren Kameras zu machen.
Obwohl ich kein besonderes astrofotografisches Equipment dabei habe, und die Sternfotografie mit meinem Fotoapparat (Panasonic Lumix DMC-FZ200) noch nie ausprobiert habe, bin ich mit den Ergebnissen ganz zufrieden. Bei einer Belichtungszeit von 15 Sekunden, manuellem Fokus auf unendlich und Zoom gelingen ganz gute Bilder.

Milchstraße und Skorpion:

Kreuz des Südens, Zentaur und Carina:

Kreuz des Südens, Kohlensack, und Eta Carinae:

Nachts wird es doch langsam kalt...  gegen 23:00 Uhr geht es zurück ins Hotel.

Astrofotos: fl67


Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 25. September 2019, 02:26:21
Dienstag, 25.06.2019, Tag 6: Nationalreservat Los Flamencos

Wir besichtigen heute die Natur der Umgebung.
Verschiedene interessante Landschaften und Biotope in der riesigen Gemeindefläche von San Pedro sind zum Nationalreservat Los Flamencos zusammengeschlossen. Das Valle de la Luna, das wir am Sonntag abend besucht haben, gehört auch dazu.
https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalreservat_Los_Flamencos (https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalreservat_Los_Flamencos)

Wir fahren als erstes zur Laguna Chaxa, ein Salzsee innerhalb der über 3000 km² großen Salzebene Salar de Atacama auf 2300m Höhe. Es gibt mehrere solcher Feuchtgebiete in der Salzebene, die wichtige Brutgebiete verschiedener Vögel sind. Bemerkenswert darunter sind die Flamingos, nach denen das Nationalreservat benannt ist.

Blick in die Salzebene:

Auf markierten Wegen kann man die Landschaft erkunden und die Vogelwelt beobachten.

Zwei Chile-Flamingos:
Die Flamingos ernähren sich von kleinen Krebsen, die ihnen auch die rosa Farbe geben.

Punaregenpfeifer:

Sehr flaches salziges Wasser:
Im Hintergrund in der Mitte wieder der Vulkan Licancabur.

Andensäbelschnäbler:



Was macht eigentlich der Mond ?  Er ist ein bisschen schmaler geworden. Die Sofi rückt näher!



Noch ein Chile-Flamingo:

...und ein James-Flamingo, erkennbar am gelben Schnabel:

Salzkrusten-Landschaft bis zum Horizont:


Von der Lagune fahren wir weiter und kommen langsam immer höher. Die Landschaft wird karg, hier wachsen fast nur noch diese gelben Grasbüschel. Das Gras dient als Nahrung für die wild lebenden Lamas, die Vicuñas.
Vicuñas sind gut getarnt, wie man auf diesem Bild (nicht) sehen kann:

Der Kamerazoom macht die Gruppe besser erkennbar:


Auf 4100m Höhe befinden sich zwei Salzseen, die Lagunas Miscanti und Miñiques, am Fuße der gleichnamigen, fast 6000m hohen Vulkane.
Laguna Miscanti:

Der Himmel ist bedeckt, es ist windig und ziemlich kalt (das weiße ist Schnee, kein Salz... :P).
Bei Sonnenschein leuchten die Seen in kräftigem Blau.

Im Hintergrund die Laguna Miñiques:

Auf dem Rückweg nach San Pedro machen wir Halt in dem Dorf Toconao.
Toconao hat etwa 650 Einwohner. Der Ort wird von der Schlucht Quebrada de Jerez durchzogen, durch die ein Bach fließt. Der Bach wird zur Bewässerung von Obst- und Gemüseplantagen verwendet und macht den Ort zu einer Oase.

Der Glockenturm auf der Plaza de Armas ist das Wahrzeichen von Toconao. Er kann etwas Farbe vertragen.

Fotos: fl67

Morgen werden wir noch mehr Natur sehen.


Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 30. September 2019, 23:56:09
Mittwoch, 26.06.2019, Tag 7: Geysire von El Tatio

Heute heißt es früh aufstehen. Wir besuchen die Geysire von El Tatio, und da sollte man vor Sonnenaufgang da sein, um das Schauspiel in ganzer Schönheit zu erleben. Die Luft muss kalt sein, damit die Dampfschwaden hoch aufsteigen.

Wir fahren um 5 Uhr morgens los. (https://www.cosgan.de/images/smilie/muede/a045.gif)
Gegen 7 Uhr kommen wir an. Die Lufttemperatur beträgt -11 °C. Ich hätte Handschuhe mitnehmen sollen. :-\

Am Fuß des gleichnamigen Vulkankraters befindet sich das Geothermalgebiet El Tatio mit Geysiren, Fumarolen und heißen Quellen. Von 110 eruptierenden Quellen wurden mehr als 80 als echte Geysire identifiziert, davon sind über 30 andauernd aktiv. Es handelt sich mit 4200m um das höchstgelegene Geysirfeld der Welt, außerdem das größte der Südhalbkugel und das drittgrößte der Welt. Hier befinden sich schätzungsweise 8 % der Geysire der Welt. Das Wasser kommt kochend aus der Erde, in dieser Höhe kocht Wasser bei 86 °C.

Man darf sich die Geysire nicht so vorstellen, wie man es vielleicht von Yellowstone oder aus Island kennt. Hier spritzt keine Wasserfontäne in regelmäßigen Abständen viele Meter hoch aus der Erde. Die Geysire hier sprudeln, zischen, dampfen und spritzen die ganze Zeit, mal mehr, mal weniger, aber nur etwa 3 bis 4 Meter hoch.


Thermophile Bakterien färben die heißen Quellen bunt:

Reihen aus Feldsteinen zeigen dem Besucher, wie weit er gehen darf:

Die aufgehende Sonne beleuchtet die umgebenden Berggipfel:



Nachdem die Sonne herauskam, wurde es schnell wärmer:

Gegenlicht:

Zischender, dampfender, spritzender Geysir:

Eis und heiß - an der kalten Luft gefriert selbst kochendes Wasser ziemlich schnell:

Unsere Reiseleiterin (vorn links im Bild) hat ein Open-Air-Frühstück mit geröstetem Brot, Rührei und heißem Kaffee organisiert:
[Limit reached]
Der Dampf steigt hoch auf:
[Limit reached]
In einem Becken mit badewannen-warmem Wasser konnte man sich aufwärmen:
[Limit reached]

Fotos: fl67


Auf der Rückfahrt nach San Pedro besichtigen wir Flora und Fauna.

Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: Mim am 01. Oktober 2019, 20:15:28
Ja Wahnsinn!! Was für eine irre Landschaft. Das Photo mit den Menschen im Gegenlich ist ein Traum.

Viele Grüße und danke für deine Berichterstattung,
Mim  :)
Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 01. Oktober 2019, 23:57:38
Danke Mim !   :)


Anscheinend haben wir irgendeine Grenze in der Forumssoftware bezüglich der übertragenen Datenmenge oder maximalen Anzahl Bilder erreicht,  ???
und statt eines Fotos wird nur "[Limit reached]" angezeigt  (betrifft die letzten 3 Fotos im letzten Post). 
Die Fotos werden i.d.R. angezeigt, wenn man die Seite nochmal neu lädt.
Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 02. Oktober 2019, 01:42:52
Mittwoch, 26.06.2019, Tag 7 (mittags): Flora und Fauna

Auf der Rückfahrt von den Geysiren nach San Pedro besichtigen wir die Flora und Fauna der Gegend.

Eine Gruppe Vicuñas:
[Limit reached]
Zwei Andenfüchse warten an der Straße auf ein paar Snacks von den Touristen. Bei uns gehen sie leer aus...
[Limit reached]
Viel Landschaft mit Vulkanen:
[Limit reached]
Dieser Vulkan ist noch aktiv. Man sieht die Rauchwolken und die gelben Schwefelablagerungen im Krater:
[Limit reached]
Fotos: fl67

Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 03. Oktober 2019, 00:04:54
An einem teilweise zugefrorenen Fluss sehen wir allerlei Federvieh:
[Limit reached]
Andenenten:
[Limit reached]
Andengans:
[Limit reached]
Riesenblässhuhn:
[Limit reached]

Fotos: fl67

Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 03. Oktober 2019, 00:05:32
Blick von oben in die Ebene von San Pedro. Die dunkle Fläche in der Ebene rechts der Mitte ist die Oase San Pedro:
[Limit reached]
Tiefe Schlucht mit Bach und Säulenkakteen:
[Limit reached]
Wehrhafte Pflanzen:
[Limit reached]
Die Stacheln wurden früher als Stricknadeln verwendet:
[Limit reached]
Wir haben Glück und können eine Herde der seltenen Weißen Kurzhalslamas sehen:
[Limit reached]

Fotos: fl67

Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 03. Oktober 2019, 00:06:00
Der Mond ist wieder ein Stückchen schmaler geworden:
[Limit reached]
Foto: fl67

Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 04. Oktober 2019, 15:30:40
Mittwoch, 26.06.2019, Tag 7 (nachmittag): Meteoritenmuseum

Weil wir heute morgen so früh losgefahren sind, kommen wir schon am frühen Nachmittag wieder nach San Pedro zurück.
Die Zeit können wir für einen Besuch im kleinen Museo del Meteorito nutzen.
Es herrscht ziemlich großer Andrang im Museum. So viele Touristen sind sonst zu dieser Jahreszeit sicher nicht in San Pedro. Die meisten Touristen sind wie wir Sonnenfinsternisjäger und an astronomischen Themen interessiert.
Gestern gab es eine Stunde Wartezeit, bis man in die Ausstellung konnte. Wir haben Glück und müssen nur ein paar Minuten warten.

[Limit reached](wenn hier nur [Limit reached] zu sehen ist, die Seite neu laden...)

Auf mehreren Bildschirmen werden kurze Videos über die verschiedenen Meteoritenarten gezeigt, per Audioguide (sogar auf deutsch!) hört man die Erläuterungen zu den in den Vitrinen zu sehenden Ausstellungsstücke, und an den Wandplakaten gibt es weitere Informationen in spanisch und englisch.
[Limit reached]
Die in den Vitrinen ausgestellten Meteoriten wurden über die letzten 4 Jahrzehnte von zwei Brüdern in der Atacama-Wüste gefunden.
[Limit reached]
Widmanstättensche Figuren:
[Limit reached]
An einigen ziemlichen großen Meteoriten kann man mit Magneten den Unterschied zwischen Stein- und Eisenmeteoriten testen:
[Limit reached]
Ein kleines, aber feines Museum.  8)


Fotos: fl67

Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: Mim am 04. Oktober 2019, 20:49:26
Da stehen 2 verstaubte geodätische Kuppeln irgendwo mitten im Nirdendwo  - und dann so eine Ausstellung!  :D

Was für einen spannende Reise!
LG, Mim  :)
Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: pilotace am 08. Oktober 2019, 21:18:16
Die Landschaft ist ja wirklich atemberaubend. Diese Weite...wunderschön!
Ein sehr schöner und kurzweilig geschriebener Reisebericht, bin gespannt wie es weiter geht. :)

Gruß
Daniel
Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 09. Oktober 2019, 02:38:15
Donnerstag, 27.06.2019, Tag 8: Fahrt nach Antofagasta

Wir verlassen San Pedro und fahren mit dem Bus etwa 300km nach Antofagasta an die Küste.
Unterwegs halten wir in der Geisterstadt Chacabuco und am Eisenbahnmuseum Baquedano.

Zunächst fahren wir durch die staubtrockene Wüstenlandschaft.
[Limit reached](wenn hier nur [Limit reached] zu sehen ist, die Seite neu laden...)

Wir sehen die riesigen Abraumhalden (genannt "Torten") der nahen Kupfertagebaue.
[Limit reached]Der Berg im Hintergrund ist künstlich aus dem Abraum der Kupfermine entstanden.
Man beachte den Lieferwagen vor der "Torte" als Größenvergleich (Bild gaaanz groß anzeigen).

Einmal müssen wir rechts ranfahren und anhalten, weil ein Convoy von Tiefladern mit Überbreite entgegen kommt.
Die Tieflader sind mit neuen gewaltigen Muldenkippern beladen, mit denen das Kupfererz aus den Tagebauen transportiert wird.
An einer Raststätte sehen wir so einen Muldenkipper. Dieser ist offenbar (so verstaubt wie er ist) ein gebrauchter.
Es fehlt die Kippmulde, die separat auf einem anderen Tieflader transportiert wird. Die Reifen haben ein Durchmesser von etwa 4 Metern.
[Limit reached]Dies ist ein Modell 789D der Firma Caterpillar. Der Motor hat 2100 PS bei 78 Liter Hubraum.  :o
Er wiegt leer ohne Mulde, wie hier zu sehen, 99 Tonnen, und kann 181 Tonnen Erz aufnehmen. Es gibt andere Modelle, die doppelt soviel Nutzlast haben.
https://www.cat.com/de_DE/products/new/equipment/off-highway-trucks/mining-trucks/18107706.html (https://www.cat.com/de_DE/products/new/equipment/off-highway-trucks/mining-trucks/18107706.html)

Diese Tankwagen bringen Schwefelsäure zur Kupfermine. Die Schwefelsäure wird benötigt, um das Kupfer aus dem Erz zu lösen.
[Limit reached]"Evite el contacto del ácido con el agua" = "Vermeiden Sie Kontakt der Säure mit Wasser"

Zur Technik der Kupfergewinnung aus dem Erz gibt es hier eine gute Beschreibung:
https://www.geo.fu-berlin.de/geol/institutsleben/exkursionen/chile/tag10/5_kupfergewinnung/index.html (https://www.geo.fu-berlin.de/geol/institutsleben/exkursionen/chile/tag10/5_kupfergewinnung/index.html)


Fotos: fl67


Fortsetzung folgt...

Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: Gertrud am 11. Oktober 2019, 21:29:00
Hallo fl67,
nach meinem Urlaub habe ich jetzt Deine wunderbare Erzählung mit Worten und den aussagekräftigen Bildern der sagenhaften Reise nachgelesen.
Diese wunderbare Weite, diese karge Landschaft mit den schnurgraden Straßen beeindrucken mich sehr. An den Grasbüscheln ist toll zu sehen, woher der Wind weht.
Du bringst uns die Natur und Tiere so anschaulich nahe. :)

Bei dem Bild von den Kakteen habe ich einige kleinere Steine gesehen.
War es Euch erlaubt einen kleinen Stein als Andenken mitzunehmen.?
Da hätte ich arg mit meiner Versuchung kämpfen müssen. ::)

Danke für das Mitnehmen in diesen Teil unserer Welt, :)
von Gertrud
Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 12. Oktober 2019, 15:40:51
Bei dem Bild von den Kakteen habe ich einige kleinere Steine gesehen.
War es Euch erlaubt einen kleinen Stein als Andenken mitzunehmen.?

Freut mich, dass es dir gefällt, Gertrud !   :D
Wir hätten jede Menge Steine mitnehmen können, es gibt da ja genug davon !
Ich habe aber stattdessen einen Kaktusstachel als Souvenir mitgenommen.  8)
Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 13. Oktober 2019, 18:35:48
Donnerstag, 27.06.2019, Tag 8: Fahrt nach Antofagasta

Zwischenstop in Chacabuco

Chacabuco ist eine der vielen verlassenen ehemaligen Siedlungen um Salpeterminen in Chile.
Salpeter werden verschiedene Nitratsalze genannt. In Chile kommt es vor allem in Form von Natriumnitrat NaNO3 vor.
Salpeter wird u.a. zur Herstellung von Dünger und Sprengstoff verwendet. Bereits 1870 wurde von Chile aus 147.000 t Chilesalpeter nach Liverpool und Hamburg verschifft. Die zunehmende Profitabilität der Salpeterexporte führte zwischen 1879 und 1884 schließlich zum Salpeterkrieg zwischen Chile einerseits und Peru und Bolivien andererseits um die Gebiete im heutigen Norden Chiles, wo die ergiebigsten Vorkommen von Chilesalpeter zu finden waren. Chile hat den Krieg gewonnen, und die Gebiete fielen Chile zu, wodurch Bolivien den Zugang zum Pazifik verlor.
Das Salpeterwerk Chacabuco wurde zwischen 1922 und 1924 von der britischen Firma The Lautaro Nitrate Co. Ltd. für mehr als 1 Mio Pfund gebaut. Monatlich wurden etwa 15.000 t Salpeter produziert. Hier arbeiteten zwischen 1400 und 1700 Menschen, meist unter schlechten Bedingungen und bei niedriger Bezahlung. Alles in allem zählte Chacabuco 5-7000 Einwohner.
Durch die zunehmende industrielle synthetische Herstellung von Nitraten kam der Abbau von Salpeter zum Stillstand. Die Produktion hielt nur bis 1940 an, dann wurde Chacabuco geschlossen.
Nach dem Militärputsch durch Pinochet 1973 wurde Chacabuco für 2 Jahre als Gefängnis für politische Gefangene genutzt.
Heute ist Chacabuco ein Nationales Historisches Monument und ein Open-Air-Museum.

[Limit reached]
Alles ist verfallen, aber es gibt Bestrebungen, die Gebäude zu erhalten und z.T. wieder aufzubauen. Das Goethe-Institut und das deutsche Entwicklungshilfeministerium tragen zur Finanzierung bei.
[Limit reached]
Blick zu den Arbeiterhäusern:
[Limit reached]
Das ehemalige Theater ist das am besten erhaltene Gebäude und beherbergt auch eine kleine Ausstellung.
[Limit reached]
Vom Dach des Theaters hat man einen ganz guten Überblick über das Gelände:
[Limit reached]
Der ehemalige Supermarkt:
[Limit reached]
Wassertürme gibt es nicht nur in Boca Chica, sondern auch in Chacabuco. Dieser hier ist fast 100 Jahre alt, kann aber nicht fliegen.
(Die Namensähnlichkeit zwischen Boca Chica und Chacubuco ist kein Zufall, da bin ich sicher.)
[Limit reached]
Reste der Produktionsanlagen, gebaut in England:
[Limit reached]
[Limit reached]
Die gehobenen Angestellten hatten auch ein Kaminzimmer:
[Limit reached]
Die Stadt ist ein Paradies für Freunde von "Lost Places"....   einige Impressionen:
[Limit reached]
[Limit reached]
[Limit reached]
[Limit reached]


Fotos: fl67


Fortsetzung folgt...

Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 17. Oktober 2019, 01:22:26
Donnerstag, 27.06.2019, Tag 8: Fahrt nach Antofagasta

Zwischenstop in Baquedano

Baquedano ist ein weiteres Relikt der Salpeterära. Der Bahnhof liegt an der Bahnstrecke zwischen Calama und Antofagasta. Von hier führt ein Abzweig Richtung Norden.
Die großen Mengen des abgebauten Salpeters wurden mit Güterzügen zur Küste gebracht, wo sie auf Schiffe verladen und in alle Welt exportiert wurden. Nach dem Ende des Salpeterabbaus verlor der Bahnhof an Bedeutung.
Das abgebaute Kupfer wird aber weiterhin per Bahn transportiert, allerdings hält kein Zug mehr in Baquedano.

1873 wurde mit dem Bau der Eisenbahnlinie begonnen. Das Bahnhofsgebäude wurde Anfang des 20. Jahrhunderts eröffnet.
[Limit reached]
Heute beherbergt das Gelände ein Eisenbahnmuseum, das Museo Ferroviario de Baquedano, und ist ein Nationales Historisches Monument.
Die Lokomotiven und Waggons scheinen dem Verfall preisgegeben zu sein, der Zustand ist z.T. ziemlich erbärmlich.

Alte verfallene Personenwaggons:
[Limit reached]
Jede Menge alter Güterwaggons:
[Limit reached]
Wo es Dampfloks gibt, darf ein Wasserturm nicht fehlen:
[Limit reached]
In einem halbrunden hölzernen Lokschuppen stehen sechs alte Dampfloks aus deutscher und nordamerikanischer Produktion:
[Limit reached]
...mit einem Drehteller in der Mitte:
[Limit reached]
Lokomotive Nr. 3525  (die 6 Loks haben die Nummern Nr. 3511, Nr. 3518, Nr. 3501, Nr. 3525, Nr. 3523 und Nr. 3573):
[Limit reached]
Der Zustand der Lokomotiven lässt zu wünschen übrig, diese ist besonders verstaubt:
[Limit reached]
Position auf Google Maps: https://www.google.com/maps/place/23%C2%B020'05.8%22S+69%C2%B050'20.8%22W/@-23.334931,-69.839106,1112m/data=!3m1!1e3!4m5!3m4!1s0x0:0x0!8m2!3d-23.334931!4d-69.839106 (https://www.google.com/maps/place/23%C2%B020'05.8%22S+69%C2%B050'20.8%22W/@-23.334931,-69.839106,1112m/data=!3m1!1e3!4m5!3m4!1s0x0:0x0!8m2!3d-23.334931!4d-69.839106)


Gegen 17:30 Uhr erreichen wir unser Hotel in Antofagasta, unsere Station für die nächsten drei Nächte, mit Blick auf den Pazifik.  8)

Fotos: fl67

Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 01. November 2019, 06:03:33
Durch die Unruhen und den Ausnahmezustand in Chile musste dieser Reisebericht etwas pausieren...   ;)


Freitag, 28.06.2019, Tag 9: Antofagasta

Wir besichtigen heute die Stadt Antofagasta.
Antofagasta ist eine Stadt im Norden Chiles mit etwa 350.000 Einwohnern. Sie erstreckt auf etwa 18 km Länge zwischen Pazifikküste und dem Gebirgszug der Küstenkordillere.
Antofagasta wurde 1868 gegründet, damals noch zu Bolivien gehörend. Der Hafen der Stadt wurde früher als Verladehafen für Salpeter benutzt. Heute wird insbesondere Kupfer und Nitrat exportiert. Die Stadt ist ein Zentrum des Exports von Bergbauerzeugnissen. Große Firmen aus dem Sektor Kupfer und Salpeter liegen im Gebiet der Stadt, z. B. Empresa Minera de Mantos Blancos (Kupfer), SQM (Borax), Compañía Minera Zaldivar (Kupfer), Minera Escondida (Kupfer) und Atacama Minerals (Salpeter).
In Antofagasta gibt es mehrere Universitäten. Die wichtigsten sind die Universidad de Antofagasta und die Universidad Cátolica del Norte, die mit dem Astronomischen Institut "Instituto de Astronomía de la Universidad Católica del Norte" in Zusammenarbeit mit Astronomen des Astronomischen Instituts der Ruhr-Universität Bochum das Hexapod-Teleskop auf dem etwa 100 km entfernten Berg Cerro Armazones in der Atacama-Wüste betreibt.

[Limit reached]
Wir besuchen als erstes das Wahrzeichen von Antofasta, La Portada.
La Portada ist ein natürlicher Felsbogen im Meer nördlich der Stadt.
[Limit reached]
Das dunkle auf dem Fels sind hunderte von Vögeln. Unten am Fuß des Bogens sieht man (in der Vergrößerung) eine ganze Menge Robben, die sich dort ausruhen.
[Limit reached]
Unterschiedlichste Seevögel fliegen vorbei:
[Limit reached]

Fotos: fl67
Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 01. November 2019, 06:18:48
Ganz im Süden der Stadt liegt der kleine Ort Puerto Coloso. Hier ist ein zweiter Hafen von Antofagasta. Das Bergbauunternehmen Minera Escondida verschifft hier Kupfer aus der 170km entfernten Kupermine. Außerdem betreibt das Unternehmen hier die größte Meerwasserentsalzungsanlage Chiles, wo Frischwasser produziert wird, das in der Kupfermine benötigt und per Pipeline dorthin transportiert wird.
[Limit reached]
Antofagasta hat auch einen kleinen Fischereihafen mit Fischmarkt:
[Limit reached]
An der Hafenpromenade...
[Limit reached]
...sonnen sich ein paar Seelöwen.
[Limit reached]
Fotos: fl67

Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 01. November 2019, 06:19:53
Auch Antofagasta hat eine Plaza del Armas. Der Uhrenturm in der Mitte stammt aus England.
[Limit reached]
In der Stadt-Bibliothek hängt dieses Plakat:
[Limit reached]
Übersetzung:
Zitat
Astrotourismus-Messe
SONNENFINSTERNIS 2019
Informatives Gespräch
"Sonnenfinsternis 2019" von Eduardo Unda-Sanzana
Direktor des Zentrums für Astronomie
der Universität Antofagasta

Bastelwerkstatt
Bauen Sie Ihre Sonnenfinsternisbrille

außerdem
Imbisswagen und Kunsthandwerk

22. Juni
Kroatien-Park: Amphitheater
von 12:00 bis 18:00 Uhr
Kroatien-Park  ??? ?  Tatsächlich leben in Chile etwa 140.000 Menschen kroatischer Herkunft, das sind etwa 1% der Bevölkerung. Viele Kroaten sind um 1900 nach Chile ausgewandert.
Unsere Reiseleiterin erwähnte auch, dass sie kroatischer Abstammung ist.

Schon ist der Tag zuende. Sonnenuntergang über dem Pazifik... 
[Limit reached]
[Limit reached]
Fotos: fl67


In Brasilien wird gerade die Copa América ausgetragen, die südamerikanische Fußballmeisterschaft.
Die Spiele werden auf Großbildschirmen im Hotelkasino gezeigt. Heute abend spielt Titelverteidiger Chile gegen Kolumbien. Das Spiel endet 0:0, Chile gewinnt das Elfmeterschießen mit 5:4. Die Party im Hotel geht bis 4 Uhr morgens...


Morgen besichtigen wir etwas sehr großes...

Titel: Re: Reise zur Sonnenfinsternis in Chile 2019
Beitrag von: fl67 am 05. November 2019, 02:37:13
Samstag, 29.06.2019, Tag 10: Paranal

Wir besichtigen heute das Paranal-Observatorium auf dem Berg Cerro Paranal.
Das Observatorium wird von der Europäischen Südsternwarte (ESO) betrieben und ist Standort des Very Large Telescope (VLT), des Very Large Telescope Interferometer (VLTI) sowie der Survey Teleskope VISTA und VST.
Der Cerro Paranal liegt etwa 120km südlich von Antofagasta und 12km von der Pazifikküste entfernt. Der Berg ist 2635m hoch.

Wir haben unseren Besichtigungstermin um 9:00 Uhr, so müssen wir ziemlich früh morgens losfahren.
Schnell mal nach dem Mond sehen...  er steht hoch am morgendlichen Himmel und wird von der Sonne angestrahlt, die hinter dem Nordost-Horizont auf ihren Aufgang wartet. Der Mond ist schon ziemlich schmal geworden. Es sind nur noch wenige Tage bis zur Sonnenfinsternis.
[Limit reached]
Der Weg hoch zum Paranal ist lang und führt z.T. über die Panamericana.
[Limit reached]
Irgendwann geht es rechts ab über eine Serpentinenstraße hoch auf den Berg. Das Schild besagt, dass nur autorisierte Besucher hier hochfahren dürfen.
Für Besichtigungen, die immer samstags stattfinden, muss man sich mindestens drei Tage vorher anmelden.
[Limit reached]
Wie bei ALMA müssen wir uns erstmal am Wachgebäude anmelden. Hier sehen wir einen Film über die Geschichte des VLT und die Sicherheitsbestimmungen. Eine der Bestimmungen besagt, dass in den Teleskopgebäuden ein Helm getragen werden muss. So bekommt jeder von uns einen Plastikhelm ausgehändigt. Der UV-Index steht auf 11, der höchsten Stufe. Wir machen Gebrauch von der Sonnencreme, die in Sonnencremespendern bereitsteht.
[Limit reached]
Von hier unten können wir schon mal einen Blick zu den Teleskopgebäuden auf dem Berggipfel werfen. Der Gipfel ist noch etwa 5km entfernt und 200m höher.
[Limit reached]
Wir sind nicht die einzige Besuchergruppe. Das VLT hat zwei Busse, mit denen die Besucher auf den Gipfel gefahren werden. Doch beide sind schon voll, so dass wir (nach einigem hin und her) mit unserem eigenen Bus fahren dürfen.
Die Landschaft erinnert an den Mars, selbst die rote Färbung des Bodens stimmt, nur der blaue Himmel passt nicht dazu.
[Limit reached]
Oben angekommen, bekommt man erst einen Eindruck, wie groß diese Kuppeln sind.
[Limit reached]
Das Very Large Telescope ist ein aus vier Einzelteleskopen ("Unit Telescopes" - UT) bestehendes astronomisches Großteleskop, dessen Spiegel zusammengeschaltet werden können. Das VLT ist für Beobachtungen im sichtbaren Licht bis hin zum mittleren Infrarot ausgerichtet. Die Teleskope können mit Hilfe des VLT Interferometer (VLTI) zur Interferometrie zusammengeschaltet werden.
[Limit reached]
Die einzelnen UTs wurden in Mapudungun, der Sprache des indigenen Volkes der Mapuche, Antu (Sonne), Kueyen (Mond), Melipal (Kreuz des Südens) und Yepun (Venus) getauft. Das erste montierte UT, Antu, lieferte am 25. Mai 1998 die ersten Bilder mit einer Testkamera, der wissenschaftliche Beobachtungsbetrieb begann am 1. April 1999; das vierte UT, Yepun, begann erste Beobachtungen am 3. September 2000.
Wir besuchen das UT Nummer 2, Kueyen.


Fotos: fl67


Fortsetzung folgt...