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Raumfahrt => Organisationen, Unternehmen und Programme => Thema gestartet von: H.J.Kemm am 10. November 2005, 08:54:10

Titel: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 10. November 2005, 08:54:10
Moin,

das NASA-Budget für das Jahr 2006 wurde heute bekannt gegeben.

Unteranderem wurde festgeschrieben:

- für 2006 stehen etwa 200 Millionen US $ für die Versorgung und den Transport von Personal zur ISS zur Verfügung
- der Träger und das CEV werden weiterentwickelt bzw. gebaut
- das Weltraumteleskop HUBBLE soll repariert werden, hierfür stehen etwa 270 Millionen US $ zur Verfügung.
- die Mission zum JUPITER-Mond EUROPA soll nicht mit dem Nuklearantrieb JIMO erfolgen, hierfür ist jetzt ein                 konventioneller Antrieb vorgesehen.


Jerry  
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Gero_Schmidt am 10. November 2005, 12:52:45
Ist das schon die finale Version? Ich dachte Repräsentantenhaus und Senat müssten sich erst noch einigen. Hast du einen Link?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Sven(Guest) am 10. November 2005, 20:44:12
Guckst du hier:
http://raumfahrt.blogg.de/eintrag.php?id=67
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Gero_Schmidt am 11. November 2005, 01:07:42
Ok, danke. Kleine Ergänzungzu deinem Bericht. Beim Commercial Crew/Cargo Programm denkt man neben SpaceX vor allem an t/space (Zusammenschluss von Scaled Composites, AirLaunch, HMX,...).


http://www.transformspace.com/

Die Firma hat bereits Studien für die NASA durchgeführt und sogar echte Hardware getestet. Mit Burt Rutan und Gary Hudson vereint t/space zwei der klügsten Köpfe der Raumfahrt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: S.B.J.Praetz am 14. November 2005, 20:24:08
Ist das viel was da für die NASA ausgegeben wird? Ich kenne mich damit nicht aus, aber ich schätze mal nicht, da ja bei der Raumfahrt ziemlich gespart wird.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 14. November 2005, 21:47:17
Moin,

@: S.B.J.Praetz

Du kennst doch den Begriff *relativ*. Wir in Europa würden sagen, das ist aber *relativ viel*, die NASA sagt natürlich, das ist aber *relativ wenig*.

Ich habe schon in einigen älteren Berichten festgestellt, dass die Summen der NASA absolut unrealistisch sind, aber das tut jetzt hier nichts zur Sache.

Schau Dir mal allein die Flüge der Shuttle an:
2006
STS-121 – Discovery – May 3
[STS-300 – Atlantis – June 15]
STS-115 – Atlantis – July 1
STS-116 – Endeavour – October 1
STS-117 – Atlantis – December 7
 
2007
STS-118 – Endeavour – March 15
STS-119 – Discovery – May 3
STS-120 – Atlantis – June 14
STS-122 – Endeavour – August 23
STS-123 – Discovery – October 11
STS-124 – Atlantis – November 29
 
2008
STS-125 – Endeavour – February 7
STS-126 – Discovery – April 3
STS-127 – Atlantis – May 22
STS-128 – Endeavour – July 3
STS-129 – Discovery – October 2
STS-130 – Endeavour – December 4
 
2009
STS-131 – Discovery – March 19
STS-132 – Endeavour – May 14
STS-133 – Discovery – August 20

Wenn da nur ein Tank wieder spinnt, dann war´s das.

Die Summen stimmen absolut nicht!


Jerry
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Gero_Schmidt am 15. November 2005, 00:09:36
Die NASA ist dieses Jahr wie auch schon letztes Jahr ziemlich gut weggekommen. Budgetkürzungen gab es schon lange nicht mehr (waren unter Clinton die Norm). 16,5 Milliarden wurden beantragt, 16,5 Millliarden wurden bewilligt.

Höchst ärgerlich sind allerdings die so genannten 'earmarks' (auch 'pork' genannt), mit dem die Politiker im Kongress Mittel aus dem NASA-Budget für irgendwelche Projekte (Museen, Forschungslabore, Unis etc.) in ihren jeweiligen Heimatstaaten abzweigen. Der NASA gehen dadurch etwa 500 Millionen pro Jahr verloren. Aber wenn man bedenkt, dass allein die earmarks mehr also doppelt soviel hergeben wie das gesamte deutsche Raumfahrtbudget, kann man wohl nicht klagen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 15. November 2005, 00:43:44
Moin Gero,



Höchst ärgerlich sind allerdings die so genannten 'earmarks' (auch 'pork' genannt), mit dem die Politiker im Kongress Mittel aus dem NASA-Budget für irgendwelche Projekte (Museen, Forschungslabore, Unis etc.) in ihren jeweiligen Heimatstaaten abzweigen

mein Ex-Geschäftspartner lebt schon seit langem in Tacoma und der kennt sich so ein wenig mit dem *Geschachere* um Geld aus.

Der hatte mir schon vor kurzem erklärt, dass dies Geld fliessen muß, sonst kommt von dem jeweiligen Politiker auch kein oK. Also wird daswohl von vornherein so eingeplant.


Jerry
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Gero_Schmidt am 16. November 2005, 23:20:09
Schon klar, dass die earmarks in gewisser Hinsicht eine Notwendigkeit sind, nur glaube ich nicht, dass die NASA das bei ihrer Budgetplanung berücksichtigt: Wissentlich zuviel Geld zu beantragen ist ihr natürlich verboten. O'Keefe und Griffin haben sich jedenfalls sehr negativ über diese Praxis geäußert. Immerhin sind die Projekte, denen das Geld zugute kommt, nicht ganz unsinnig. Museen sind ja eigentlich was feines, nur hat das eben nur wenig mit Raumfahrt zu tun.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Gero_Schmidt am 16. November 2005, 23:22:07
Ach ja, wo ist Tacoma? Wahrscheinlich in einem der 'Raumfahrtstaaten' (Kalifornien, Florida, Texas usw.), oder?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Martin am 16. November 2005, 23:40:10
Ist es das? :  http://www.cityoftacoma.org/10Home/default.asp
Schöner Vulkan da.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 16. November 2005, 23:48:40
Moin,

Tacoma liegt im Staate Washington.

Den Vulkan habe ich in natura gesehen, beeindruckend, leider nur von Süden.

Das solche Dinge nicht öffentlich gemacht werden ist ja wohl klar, bei uns laufen doch Schmiergeldzahlungen
über das Gehaltskonto des Empfängers, oder?


Jerry

Titel: Re: NASA
Beitrag von: JP_McIntosh am 17. November 2005, 16:20:51
Hier ein Zitat von Micheal Griffins:


The following is a statement by NASA Administrator Michael Griffin on the passing of NASA’s fiscal year 2006 funding bill.

"I offer my sincere thanks to the House and Senate for endorsing and funding, for the second straight year, our activities to implement America’s Vision for Space Exploration. NASA’s FY 2006 funding bill of $16.5 billion—0.7 percent of the federal budget—will enable continued space shuttle operations and International Space Station assembly; initiate development of the next generation Crew Exploration Vehicle and Crew Launch Vehicle; and support key science and aeronautics programs vital to our nation. We will work to ensure the President's exploration priorities are maintained as we move forward in setting program and investment priorities."

Quelle: http://www.nasa.gov/home/hqnews/2005/nov/HQ_05408_Griffin_budget_statement.html

Sieht er recht optimistich... mal sehn was draus wird!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: jungt am 18. November 2005, 18:06:56
Schade das wieder nur von amerikanischen Firmen die Rede ist.
Wenn das so kommt und gut geht, wuerden sich die Amerikaner damit wieder mal die Vormachtstellung fuer viele Jahrzehnte sichern.
Wann wacht Europa endlich auf!!???
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Gero_Schmidt am 18. November 2005, 22:00:53
Na ja, es gibt nun mal keine europäischen Firmen, die in der Lage wären, die Anforderungen zu erfüllen. Einzige Ausnahme wäre vielleicht EADS, aber auch die haben keine Erfahrung mit bemannter Raumfahrt und wären vom Preis her mit Sicherheit keine Konkurrenz für t/space, Spacedev oder SpaceX. Davon abgesehen ist doch wohl klar, dass amerikanische Firmen bevorzugt werden (sollten) - es sind schließlich auch amerikanische Steuergelder!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: GG am 18. November 2005, 23:25:19
Ob aus den ganzen hochfliegenden Plänen am Ende überhaupt was wird, muss sich noch zeigen. Wenn die "kleinen" Firmen ins Raumfahrtgeschäft einsteigen wollen, müssen sie sich früher oder später mit den Großen anlegen. Ob dafür dann die Puste ausreicht?

Außerdem muss man immer auch mit technischen Komplikationen rechnen. Da ist schon so manches Projekt ins Museum gewandert.

Ich wünsche den Entwicklern allen denkbaren Erfolg, bezweifle jedoch, dass es so "einfach" wird, wie es heute mitunter klingt. Immerhin war der Falcon-1-Start ursprünglich für März 2005 geplant.

GG
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Gero_Schmidt am 19. November 2005, 00:16:31
Zitat
Immerhin war der Falcon-1-Start ursprünglich für März 2005 geplant.

Äh, nein, ursprünglich war der Start für Ende 2003 geplant! :) Gut Ding will Weile haben. Drei Jahre sind immer noch eine kurze Entwicklungszeit, verglichen mit dem was sonst üblich ist.

Zum Vergleich: Der Vega-Träger der Esa wird mindestens *fünfmal* so teuer und wird eine midestens doppelt solange Entwicklungszeit haben wie Falcon 1 - bei vergleichbarer Nutzlastkapazität und wahrscheinlich geringerer Sicherheit. Und sowas nennt sich dann bei der Esa 'low cost program' - ein Witz.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: GG am 19. November 2005, 13:52:47
Aha, wieder 'was dazu gelernt. Danke für die Aufklärung. Heute dauert ja ohnehin (fast) alles länger als ursprünglich geplant. Wie haben die das nur in den Sechzigern gemacht?

GG
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 19. November 2005, 13:56:10
Moin Günther,

weil dieses Kompetenzgerangel da ist.

Bevor die sich geeinigt haben, wer was wann macht, sind die anderen schon fertig.

So war das auch zu Beginn der Raumfahrt, da hat *einer* was bestimmt und die anderen haben es gemacht, heute bestimmen *alle* was einer machen soll.


Jerry
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 24. November 2005, 09:03:00
Moin,

zu diesem Titel habe ich soeben eine neue Nachricht gefunden:

@:RU=WASHINGTON, 24. November (RIA Nowosti). Das Weltraumprogramm George Bushs, das die Landung auf dem Mond und den darauf folgenden Marsflug vorsieht, ist wegen mangelnder Finanzierung gefährdet, schreibt die Zeitung "Washington Post" am Donnerstag unter Hinweis auf eigene Quellen bei der US-Administration.

Zurzeit verhandeln das Weiße Haus und die NASA (US-Luft- und Raumfahrtbehörde) darüber, wie das zu erwartende Haushaltsdefizit der amerikanischen Weltraumagentur zu decken ist, das im Zeitraum von 2006 bis 2010 sechs Milliarden Dollar betragen kann.

Vorläufig will das Weiße Haus keine zusätzlichen Mittel bereitstellen. Aber ohne sie wird die NASA das bemannte Weltraumschiff einer neuen Generation nicht bis 2012 entwickeln und bauen können. Es soll die veralteten Shuttles ablösen, und ohne die neuen Shuttles ist der Mondflug, den Bush zum Jahr 2020 geplant hat, unmöglich.

"Das Weiße Haus, das nur mit Mühe mit den Kosten für den Irak-Krieg und den Orkan ‚Katrina' zurande kommt, wird kaum zusätzliche Milliarden Dollar für Weltraumflüge ausfindig machen können", schreibt die "Washington Post". Nach ihren Angaben wurde in den Verhandlungen sogar die Frage über einen möglichen vollen Abbau des Shuttle-Programms zur Einsparung von Mitteln aufgeworfen.

Es sind allein außenpolitische Erwägungen, die das Weiße Haus letztlich bewegten, im Zusammenhang mit den US-Verpflichtungen bezüglich der internationalen Raumstation die Shuttle-Programme vorläufig nicht abzubauen, betont die Zeitung




Jerry
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 24. November 2005, 18:22:24
Moin,

im Raumfahrer.net hat unser Autor Gero Schmidt zu diesem Thema einen Bericht verfasst,

click hier >>>>>   :o (http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/24112005170429.shtml)  <<<<<


Jerry
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 25. November 2005, 08:57:56
Moin,

zu diesem Thema ein Bericht in der Washingtonpost.net:  >>>>>   8-) (http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2005/11/23/AR2005112301970.html)  <<<<<.


Jerry
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Gero_Schmidt am 25. November 2005, 13:51:18
Ich bin ja eigentlich kein Anhänger von Verschwörungstheorien aber könnte es nicht sein, dass einige Leute bei der NASA und im Weißen Haus bei der Formulierung der VSE genau wussten, dass es mit den Einsparungen im Shuttleprogramm bis 2010 nichts werden würde, sie das Budget aber trotzdem so auslegten als gäbe es solche Einsparmöglichkeiten, um das Shuttle-Programm noch vor 2010 beenden zu können, wenn die ganze Sache ans Licht käme? So eine Art Budget-Zeitbombe...Dafür spricht, dass das OMB die NASA vor ein paar Monaten ganz konkret gefragt hat, wieviel es kosten würde das Shuttle-Programm sofort einzustellen.

Das Problem ist, dass die ganze Sache jetzt nach hinten loszugehen scheint. Anstatt das Shuttle-Programm einzustellen und die VSE (CEV, HLV usw.) zu beschleunigen, wird das Shuttle-Programm nun auf Kosten der VSE saniert. >:(

Vielleicht wäre es besser gewesen, die Karten von Anfang an auf den Tisch zu legen. Interessant wäre auch, wer davon wusste. Könnte mir vorstellen, dass O'Keefe hier relativ ahnungslos war, von der technischen Seite hatte er schließlich keine Ahnung. Griffin muss die ganze Sache jetzt ausbaden.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 25. November 2005, 13:58:36
Wohin das letztlich führt, kann man sich an 5 Fingern abzählen. Schon einmal (Ende der 70er / Anfang der 80er) war die NASA so blank, das man sich kaum noch Ersatz für defekte Wettersateliten leisten konnte, weil fast das ganze Budget für die Entwicklung des Shuttles draufging.

Diesmal dürfte es nicht viel anders werden. Zum Glück sind es nur noch 2 Monate bis zum Start von New Horizon (Die Mission kostet mit 550 Mio gerade mal so viel wie ein einziger Shuttlestart, und kam nur zustande, weil sich der Kongress explizit dafür eingesetzt hatte), so das diese Mission vermutlich nicht mehr betroffen ist. Allerdings werden vermutlich alle später geplanten Sonden Probleme bekommen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Roland am 25. November 2005, 19:26:14
Guten Abend;
Wie wärs wenn die Amis mal ihre Kriegsausgaben kürzen würden???
Über 400 Milliarden im Jahr für Krieg und Waffen-Mann!!!
Damit fliegt man ja bemannt bis zum Pluto!
Aber es müssen ja eben genau diese 6 Milliarden sein über die sich der Steuerzahler aufregen soll.
Das oben sind auch Steuergelder,aber Machtpolitisch whl nicht antastbar!?
Mit mir ist da solange nicht zu reden,solange das verschwiegen wird.Nicht nur das sehen was man bekommt,auch das was einem vorenthalten wird!

Titel: Re: NASA
Beitrag von: Gero_Schmidt am 25. November 2005, 22:57:19
1. Wo wird was verschwiegen? Die Verteidigungsausgaben der USA sind kein Geheimnis.

2. Es macht keinen Sinn, unrealistische Forderungen wie die nach der Umleitung von Mitteln fürs Militär zur NASA zu erheben, weil sie eben zu nichts führen.

3. Die USA geben, gemessen an ihrer enormen Wirtschaftsleistung, noch relativ wenig fürs Militär aus. Sehr gute Informationen hierzu gibt's hier:
http://www.truthandpolitics.org/military-relative-size.php


Sechs Milliarden mehr klingt nach nicht viel, aber in Zeiten, wo fast alle Behörden Kürzungen wegstecken müssen und die NASA als eine von ganz wenigen verschont bleibt, ist sowas trotzdem extrem schwer durchzudrücken...Ich persönlich wäre jedenfalls gegen eine übermäßige Anhebung des NASA-Budgets. Die Mittel sind ausreichend wenn sie richtig eingesetzt werden.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 25. November 2005, 23:09:31
Moin,

ich bin auch der Meinung, dass die NASA ausreichend Geld zur Verfügung hat.

Sie hat aber ein anderes Problem: Die Vertragspartner der NASA bestimmen den Preis und die holen unverschämt viel raus ohne entsprechende Leistung. Beispiel ET vom Shuttle; schon mehrfach überarbeitet, gegen horrende Bezahlung natürlich, und nichts ist bei rausgekommen. Da wären noch viel mehr andere Beispiele.


Jerry
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Gero_Schmidt am 26. November 2005, 01:12:27
Stimmt. Die Konzerne verlangen horrende Preise. Zeit für mehr Konkurrenz, und mit Michael Griffin scheinen die Dinge jetzt endlich in die richtige Richtung zu gehen (Commercial Crew Cargo Programm, privat betriebene Treibstoffdepots im Erdorbit etc.). Wenn Boeing oder LM mit dem CEV wieder Mist bauen, gleichzeitig aber das CCC Programm erfolgreich verläuft, dürften sie sich damit auf absehbare Zeit aus dem Raumfahrtgeschäft herauskatapultieren. Ein solch offensichtliches Versagen kann selbst mit guten politischen Beziehungen nicht kompensiert werden.

In Europa ist das Programm übrigens ähnlich groß, EADS hat ja quasi eine Monopolstellung - und entsprechend schlecht ist das Preis-/Leistungsverhältnis. Das ewige Gejammer ("Qualität hat ihren Preis!") wird in dem Moment aufhören, wo eine kleine Firma beweist, dass es auch anders geht (vielleich schon morgen? :)).
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 26. April 2006, 23:09:29
Moin,

aus : derStandard.at vom 26. April 2006 / 15:52 Uhr MEZ


Zitat gelöscht


Jerry

Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 27. April 2006, 18:47:28
Auf http://www.spaceref.com/news/viewpr.html?pid=19702 gibt es neue Informationen zum Phoenix Lander der NASA.

Zusammenfassung auf Deutsch:
Der Phoenix Mars Lander soll August 2007 gestartet werden. Im Moment werden die einzelnen Komponenten zusammengebaut. Phoenix wird in der Nähe des Mars-Nordpols landen, um gefrorenen Boden zu untersuchen. Besonderes Interesse gilt der Suche nach Leben, da am Nordpol gefrorenes Wasser vorhanden ist.
Phoenix ist die erste Mars-Mission des NASA's Mars Scout Program. Der Lander ist besonders billig, weil er der Entwurf auf einem gerstrichenem für 2001 geplantem Lander basiert. Die Missione kostet inklusive Start 386 Millionen Dollar. Der Lander benutzt anstatt Airbags Bremstriebwerke.
Während Phoenix an Fallschirm auf die Marsoberfäche heruntergleitet, wird eine Kamera Bodenaufnahmen machen. Der Roboterarm von Phoenix wird 2m lang sein und mit Kamera und Schaufel ausgestattet sein. Diese kann 50cm tief graben und wird Proben auf die Oberfläche des Landers heben, wo die Instrument angebracht sind.
Phoenix wird im Mai 2007 zum NASA Kennedy Space Center, Florida, gebracht, um letzte Startvorbereitungen zu treffen. Vorher soll der Lander in Colorado getestet werden, wo die Bedingungen auf der MarsOberfläche simuliert werden kann.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 27. April 2006, 18:58:42
China und die NASA wollen laut http://www.raumfahrt24.de/Artikel2/200604260838.html enger Zusammenarbeiten:

Zitat:
26. April 2006. Die NASA nähert sich einer Zusammenarbeit mit China im Weltraum. Trotz der politischen und wirtschaftlichen Streitpunkte, die eine frühere Zusammenarbeit zwischen den USA und China verhinderten, bestätigte NASA Chef Michael Griffin Bestrebungen, Möglichkeiten einer zukünftigen Zusammenarbeit auszuloten.

„Ich denke, dass Amerika in jedem Fall von Gesprächen profitieren wird,“ sagte Griffin vor einem Senatsunterausschuss für Wissenschaft und Weltraum. „Ich sehe nicht, wie uns das schaden könnte.“

Griffin wird China im Laufe des Jahres auf Wunsch des US Präsidenten besuchen und Gespräche über eine Zusammenarbeit der beiden Länder im Weltraum beginnen. Vergangene Woche hatte der chinesische Präsident Hu Jintao die USA besucht und mit Bush eine Zusammenarbeit im Weltraum vereinbart.

Diese Woche besuchen Vertreter der chinesischen Raumfahrtagentur ein NASA Seminar in Washington. Thema sind die Experimente und Forschungen, die Menschen auf dem Mond durchführen sollten.

Die NASA plant die Rückkehr zum Mond mit vierköpfigen Teams, möglicherweise schon im Jahr 2018. Mit den Ideen des Seminars soll bis Ende des Jahres eine Strategie für die weitere Erforschung des Mondes erstellt werden.

Als US Senator Bill Nelson den NASA Chef fragte, ob er China als einen Wettbewerber oder einen Verbündeten betrachte, verwies Griffin an das Außenministerium. Er fügte jedoch hinzu: „Wer hätte vor 20 Jahren behauptet, dass einer unserer besten Partner bei der Internationalen Raumstation die Russen sein würden?“. Nach dem langen Kalten Krieg arbeiteten Russen und Amerikaner schließlich bei der Raumstation Mir zusammen. Später transportierten Russland und die USA die ersten Bauteile der ISS in die Umlaufbahn.

„Eine Kooperation Chinas und der USA hätte einen Nutzen über die Zusammenarbeit im Weltraum hinaus,“ sagt der amerikanische Asienspezialist Dean Cheng. „Aus der Marketingperspektive ist der Weltraum ein großartiges Produkt, es ist sehr öffentlichkeitswirksam und es hat so gut wie keine negativen Nebenwirkungen.“

Die beiden Länder sollten mit einem relativ kleinen Projekt wie einem Datenaustausch oder einer gemeinsamen Satellitenmission beginnen, so Cheng. „Bemannte Missionen stehen eher am Ende des Prozesses, nicht am Anfang,“ sagt Cheng.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 28. April 2006, 18:31:34
Laut http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltraum/0,1518,413509,00.html sollen NASA-Mitarbeiter demnächst nach Kadavern ausschauhalten, damit diese keine Aasfresser mehr anlocken, welche dann unter Umständen mit startenden Shuttles zusammenstoßen könnten.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 02. Mai 2006, 15:41:09
Laut http://www.aviationnow.com/avnow/news/channel_awst_story.jsp?id=news/aw050106p02.xml hat der NASA-Chef in einer Rede die Ineffizienz des amerikanischen Raumfahrtprogramms kritisiert. Vor allem kritisert er, dass mehrere Leute eine Arbeit tun, die auch von einem getan werden könnte. Er selbst hat schon mal gesehen, wie ein Arbeiter gearbeitet hat und drei Leute ihm über die Schulter gekuckt haben, um aufzupassen, dass er keinen Fehler macht. Deswegen will er das Raumfahrtprogramm mehr kommerzialisieren(->> COTS). Noch in diesem Frühling sollen Raumfahrtfirmen, die sich für das COTS-Programm beworben haben, erste Demonstrationsverträge erhalten. Er selbst hat auch schon angefangen, unnötige Institutionen der NASA zu entfernen und Bürokratie abzubauen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 08. Mai 2006, 20:45:03
Moin,

Nasa startet Mondlande-Wettbewerb

Mit einem Preisgeld für Tüftler will die US-Raumfahrtbehörde Nasa den Bau einer neuen Mondfähre beschleunigen. Insgesamt zwei Millionen US-Dollar winken Teams, die eine simulierte Mondlandung schaffen - in der Wüste von New Mexico.


Weiter nachzulesen >>>>>> (http://www.planet-smilies.de/lesen/lesen_005.gif) (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltraum/0,1518,415064,00.html)



Jerry
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 09. Mai 2006, 21:31:28
Ich habe gerade hier http://procurement.jsc.nasa.gov/cots/ vollgendes gesehen:

Zitat:
05/08/06 Notice to all COTS Lead Participants:
Detailed evaluations of COTS proposals have been completed.  A representative from your company, referenced in the proposal, will be contacted by the COTS Agreements Officer to provide the status of your proposal between the hours of 9:00 a.m. and noon Central Time on May 09, 2006.


Dass heißt dann doch hoffentlich, dass bald der Gewinner/die Gewinner des COTS-Programms der NASA bekannt gegeben wird/werden.

PS:Ich tippe auf SpaceX oder t/space.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: roger50 am 09. Mai 2006, 22:39:22
tobi453
Zitat
PS:Ich tippe auf SpaceX oder t/space

Da wette ich mal kräftig dagegen . . . aus folgendem Grund: NASA braucht eine gesicherte Versorgung der ISS ab 2010/2011. Also in nur 4-5 Jahren. Und obwohl ich den kleinen privaten Firmen einiges zutraue, erscheint es mir absolut unmöglich, daß eine der von Dir genannten Firmen ein Fahrzeug entwickeln kann (mal ganz abgesehen von der Trägerrakete), das sicher genug (!) eine brauchbar große Nutzlast zur ISS bringen kann. Aus jahrelanger, manchmal echt frustrierender Erfahrung kenne ich den notwendigen Aufwand zur Entwicklung eines Fahrzeuges, das die Sicherheitsanforderungen der ISS erfüllt UND Rendezvous & Docking durchführen kann.
Also meine Prognose: Lockheed oder Boeing. Nicht weil sie die besseren Kontakte zur NASA haben, sondern weil SpaceX oder t/space die nötigen Voraussetzungen nicht erfüllen (können).
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 10. Mai 2006, 17:37:17
Zitat
tobi453
Zitat
PS:Ich tippe auf SpaceX oder t/space

Da wette ich mal kräftig dagegen . . . aus folgendem Grund: NASA braucht eine gesicherte Versorgung der ISS ab 2010/2011. Also in nur 4-5 Jahren. Und obwohl ich den kleinen privaten Firmen einiges zutraue, erscheint es mir absolut unmöglich, daß eine der von Dir genannten Firmen ein Fahrzeug entwickeln kann (mal ganz abgesehen von der Trägerrakete), das sicher genug (!) eine brauchbar große Nutzlast zur ISS bringen kann. Aus jahrelanger, manchmal echt frustrierender Erfahrung kenne ich den notwendigen Aufwand zur Entwicklung eines Fahrzeuges, das die Sicherheitsanforderungen der ISS erfüllt UND Rendezvous & Docking durchführen kann.
Also meine Prognose: Lockheed oder Boeing. Nicht weil sie die besseren Kontakte zur NASA haben, sondern weil SpaceX oder t/space die nötigen Voraussetzungen nicht erfüllen (können).


Dem kann ich nicht zustimmen. Auf jeden Fall SpaceX kann diese Vorraussetzungen erfüllen. Boeing und Lockhead schaffen es für das für dieses Geld doch nicht einmal ein Triebwerk zu entwickeln.

Aber warten wir mal ab wie die NASA sich entscheidet. Bin mal gespannt wer recht hat ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 10. Mai 2006, 18:03:24
Hier gibts neue Infos:
http://michaelbelfiore.com/blog/2006/05/nasa-makes-first-round-of-cuts-for.html

Zitat:
NASA makes first round of cuts for COTS
No one I've spoken with is going on record yet, but I'm hearing from reliable sources that NASA made the first round of cuts for its Commercial Orbital Transportation Services (COTS) contracts with phone calls this morning.

Out of an estimated 24 companies that applied for NASA's new program to supply the International Space Station with crew and supplies, an unofficial six have made the first round of cuts, my sources tell me. Companies reported to have made this cut are:

Andrews Space
Rocketplane Kistler
SpaceDev
Space Exploration Technologies (SpaceX)
SpaceHab
Transformational Space Corporation (t/Space)

No money will be awarded until NASA makes the final round of cuts, possibly in June or July, when one to three of these companies will get money out of a $500 million pot NASA has allocated to servicing Space Station with commercial spaceships.

My own feeling is that COTS is NASA's best hope for maintaining its manned presence in space. NASA has relied on the Russian Soyuz spaceships for space access since space shuttle Columbia broke up on reentry in February 2003.

NASA has flown only one shuttle flight since then, its much heralded "return to flight" mission last July. Even after $1 billion in fixes, that flight was marred by the same flying external tank foam problem that doomed Columbia, and the shuttles were again indefinitely grounded.

Meanwhile, a cadre of small, nimble companies has been making steady progress toward comparatively inexpensive commercial access to space.

Stay tuned.

--UPDATE at 5:35 ET--
The sixth and final company on my list, SpaceDev, has fallen into place.

--UPDATE at 7:21--
Just heard from Chuck Lauer, new business development manager at Rocketplane. He confirms that Rocketplane Kistler is a finalist for COTS. He says he's very encouraged by the fact that Big Aerospace stayed off the list; it shows that "NASA has really seen the value of New Space." Referring to the big, multibillion dollar contracts to be awarded to major aerospace firms for building NASA's new manned moon ships, he says that NASA should go further, and "take $500 million out of the Lockheed-Boeing welfare fund" to fund more entrepreneurial space efforts.


Also von Lockheed und Boeing sehe ich da nichts!!

Meine Prognose: SpaceX oder t/space wird es! :)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 10. Mai 2006, 18:10:57
Hier gibts noch einen weiteren Artikel:
http://msnbc.msn.com/id/12706352/
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Gero_Schmidt am 10. Mai 2006, 18:29:26
"Ausgezeichnet." (Mr. Burns Stimme)

Lockheed Martin und Boeing draußen, SpaceX und t/space drin, sehr schön. Die NASA scheint verstanden zu haben, welches Potential die kleineren Firmen haben. Bleibt noch abzuwarten, wer letztlich zu den 1-3 Gewinnern gehört, das ist ja erstmal nur eine Vorauswahl (6 aus 24).

Ich stimme tobi übrigens zu, die großen sind viel zu teuer und ineffizient. Vor kurzem gab es Meldungen, dass sich die Entwicklungskosten des CEV-Trägers schon um ein paar hundert Millionen (oder auch zwei Milliarden, je nachdem welcher Quelle man glaubt) erhöht haben. Das fängt gut an. Und dieses System beruht auf bereits vorhandener Technik (Shuttle-Booster)!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: roger50 am 10. Mai 2006, 22:00:07
Okay, ich gebe mich geschlagen, Wette verloren. :'(

Na, dann sollen die "Kleinen" mal zeigen, was sie können. ::)

Übrigens, es geht hier nur um COTS-1, dem ersten Teil des Programms. Noch nicht um einen Auftrag zur Versorgung der ISS, also für eine bestimmte Anzahl von Missionen. Der Auftrag kommt erst (irgendwann) mit COTS-2.

Aber ich muß zugeben, daß mich die erste Vorauswahl etwas ratlos zurückläßt. Was will die NASA mit COTS erreichen? Eine Förderung kleinerer Unternehmen, oder eine sichere Versorgung der ISS? Wer immer jetzt am Ende einen Entwicklungsauftrag erhält, muß bereits 2009 eine vollwertige Demo-Mission fliegen, allerdings aus Sicherheitsgründen NICHT zur ISS. Und mal sehen, ob der Gewinner das schafft.

Ich befürchte aber, daß NASA jetzt wieder eines der vielen Programme anschiebt, die dann mittendrin wieder gestoppt werden. Muß ich sie aufzählen? X-33, X-34, X-38,.....

Schaun mer mal.....
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Gero_Schmidt am 10. Mai 2006, 22:18:20
Der entscheidende Unterschied ist, dass die NASA diesmal nur die Mission vorgibt, nicht das Design. Die Firmen habe weitgehend freie Hand, was sie mit dem Geld machen.

Und wer sagt, dass private Firmen eine Demomission bis 2009 nicht auf die Beine stellen können? Das sehr schnelle Entwicklungstempo bei SpaceX gibt Anlass zur Hoffnung.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: roger50 am 10. Mai 2006, 22:51:49
Ich sag ja: Schaun mer mal....

Ich drücke den Winnern ja sogar die Daumen. Aber: wer immer den COTS-1 Auftrag erhält, braucht bis 2009 ja nicht nur ein Versorgungsfahrzeug, sondern auch die dazugehörige Trägerrakete. Und die muß nicht nur (mit hoher Zuverlässigkeit) einige 100 kg in die Umlaufbahn bringen, sondern einige Tonnen. Und das Versorgungsfahrzeug muß alle Sicherheitsanforderungen der NASA für die ISS erfüllen. Wer die extremen Anforderungen der NASA hinsichtlich des Test- und Qualifikationsaufwandes des Systems, der Untersysteme und jeder einzelnen Komponente, sowie der notwendigen Fehlertoleranz, kennt, wird  - wie ich - skeptisch bleiben.

Okay, noch kennen wir den Winner, und vor allem sein Konzept nicht.  Also warten wir mal ab, bis wir mehr wissen. Erst dann wird sich zeigen, ob das Konzept seriös ist, oder ob ob das eintrifft, was ich in meinem vorigen posting geschrieben habe.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 25. Mai 2006, 21:48:34
So, der Termin für die Bekanntgabe des/der Gewinner des COTS-Programms der NASA steht fest. Laut dieser Seite http://www.michaelbelfiore.com/blog/ soll dies am 8. August stattfinden.

Zitat:
NASA's schedule calls for awarding Commercial Orbital Transportation Services (COTS) funding for servicing the International Space Station with private spaceships on August 8.

Six commercial space companies have made it to the final round for consideration by NASA, but as Gwynne Shotwell, business development manager for Space Exploration Technologies (SpaceX), one of the finalists, cautioned me today, "It's not a win yet until we get an award. It's not clear whether they're going to pick all six."

I've heard speculation from other reps at companies among the six finalists that anywhere from one to three companies will get funding from NASA to aid development of their spaceships-in-progress, but no word yet from NASA on the actual number.

NASA's next step is to begin negotiations with the finalists. SpaceX has its "kick-off telecon" tomorrow.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 01. Juni 2006, 16:07:46
Auf http://space.com/businesstechnology/060531_techwed_cots.html gibt es einen Artikel, der die Projekte der Finalisten des COTS-Programms der NASA noch einmal vorstellt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 23. Juni 2006, 19:59:30
Ich habe gerade hier: http://cosmiclog.msnbc.msn.com/archive/2006/06/22/618.aspx einen Artikel gefunden, der den aktuellen Status der Programme der Finalisten des COTS-Programms zusammenfasst.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: jps-fan am 26. Juli 2006, 23:15:00
Das habe ich in der Russian News & Information Agency gelesen und bin der Meinung, dass diese Nachricht doch gut hier reinpasst, zumal ja schon oft darüber gesprochen wurde, dass die NASA langsam aufhören sollte sich um Dinge zu kümmern, die von Privat-Unternehmen viel effektiver erledigt werden können.

Nebenbei: Was ist eigentlich die Space Frontier Foundation, darüber habe ich leider nichts gefunden.


jps

 <<<WASHINGTON, 25. Juli (RIA Novosti). Die amerikanische Space Frontier Foundation hat die NASA-Strategie (NASA - US-Raumfahrtbehörde) zur Entwicklung von neuen Trägermitteln für den Transport von Weltraumapparaten auf einen Orbit als "lebensunfähig und finanziell unerschwinglich" bezeichnet.

Der neuste Bericht der Foundation enthält 18 Seiten scharfer Kritik an der NASA-Politik zur Umsetzung des Programms von US-Präsident George Bush für die Weltraumforschung.

Im Bericht wird betont, dass die NASA in den letzten 30 Monaten bei der Umsetzung des Programms des Präsidenten grundlegende Fehler begangen hat. Für die Foundation folge daraus die Notwendigkeit, die NASA zu verlassen und ihre Beziehungen wesentlich auf den privaten Sektor zu orientieren.

Die Verfasser des Berichts rufen das Weiße Haus und den Kongress auf, per Entscheidung festzustellen, dass die NASA unfähig ist, einen neuen Weltraumapparat für Flüge zur Internationalen Raumstation oder zu anderen Teilen des erdnahen Orbits zu entwickeln, zu bauen, zu unterhalten und zu steuern. Deshalb solle die NASA die Dienste privater Organisationen nutzen.

Außerdem wird im Bericht betont, die US-Regierung müsse die bewilligten 500 Millionen Dollar, die die NASA bis 2010 für das Programms des "Kommerziellen Transportorbitaldienstes" verausgaben wird, um zwei bis drei Milliarden Dollar aufstocken. Die NASA soll umgehend Unternehmen nennen, die an diesem Programm beteiligt werden.

Schließlich soll die NASA die Arbeiten am Block Nr. 1 für einen bemannten Weltraumapparat einstellen, mit dem Raumsonden auf eine Bahn zur ISS gebracht werden sollten.

Diese Aufgabe könne die Privatwirtschaft erfüllen. Die NASA soll ihre Kräfte auf die Entwicklung des Blocks Nr. 2 konzentrieren, denn der werde für Mondflüge gebraucht, so der Bericht. >>>
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 27. Juli 2006, 13:53:45
Mm, wenn ich so etwas lese, dann klappt mir immer das Messer in der Tasche auf. Da fehlt wirklich das letzte bisschen Verstand.

Das sich die NASA keinen Kopf mehr über die Versorgung der ISS macht, dürfte klar sein, immerhin ist der Rückzug aus diesem Projekt ab 2010 schon beschlossene Sache. Alles, was nach 2010 noch zur ISS geht, dürften die Testflüge für das CEV sein.

OK, da sollen also Privatfirmen die Versorgung der ISS übernehmen! Aber, oh Schreck, welche Privatfirmen denn überhaupt? Es gibt keine Privatfirma, die je einen Träger in der nötigen Größe entwickelt hätte. Und man darf zweifeln, ob überhaupt eine private Firma einige Milliarden aufbringen könnte, um einen Träger und einen Zubringer zu entwickeln. Vor allem bei einem Projekt wie der ISS, die sowohl NASA als auch weißes Haus lieber heute als morgen in den Pazifik schicken würden, wäre das ein völlig unkalkulierbares Risiko. Daneben darf man auch nicht vergessen, dass bei allen bisher privat finanzierten Trägerprojekten exakt 0  herausgekommen ist. Und das wird sich die nächsten 15 Jahre auch nicht ändern. Und dann ist die ISS bereits Geschichte.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: roger50 am 30. Juli 2006, 23:53:45
Hi MR,

Zitat
OK, da sollen also Privatfirmen die Versorgung der ISS übernehmen! Aber, oh Schreck, welche Privatfirmen denn überhaupt? Es gibt keine Privatfirma, die je einen Träger in der nötigen Größe entwickelt hätte. Und man darf zweifeln, ob überhaupt eine private Firma einige Milliarden aufbringen könnte, um einen Träger und einen Zubringer zu entwickeln.

Volle Zustimmung, siehe meine Antworten 35, 40 und 42 weiter vorne im Thread.
Nun wird es ja demnächst ein europäisches Versorgungsfahrzeug namens ATV geben, das bis 2010 definitiv einsatzreif sein wird, selbst wenn es vielleicht beim Erstflug 2007 noch Probleme geben sollte. Weiß man ja nie... 8-)

Das sieht auch eine der großen US-Raumfahrtfirmen so, und hatte für COTS das ATV auf einem US-Träger mit Starts von Cape Canaveral aus angeboten.

Und was passierte? NASA jaulte erschrocken auf: "Bloß keine Ausländer, COTS ist nur für amerikanische Firmen!!!" - und lehnte das Angebot ab.

Muß ich noch mehr sagen ?? >:(
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 31. Juli 2006, 13:49:30
COTS ist doch eh nur ein Feigenblatt. Keiner der Finalisten hat auch nur die Spur einer Chance, die NASA Anforderungen überhaupt zu erfüllen.

SpaceX hat große Pläne, aber außer einem 30 sec Flug der Falcon 1 bisher nichts vorzuweisen. Die Planungen der Falcon 5 und 9 sollten mit sehr großer Vorsicht betrachtet werden, ich glaube nicht, dass daraus jemals ein einsatzfähiger Träger hervorgeht. Daneben halte ich die Vorstellungen hinsichtlich Entwicklungskosten, Startpreis und Wiederverwendbarkeit für Übertrieben optimistisch.

Kistler (mittlerweile von Rocketplane aufgekauft) arbeitet seid 9 Jahren an einem Träger, hat aber außer ihrer Pleite absolut nichts vorzuweisen. Es wurden 800 Mio verbraten, ohne das etwas flugfähiges herauskam. Dabei wurden sogar die Triebwerke zugekauft (russische NK-33 der N1). Rocketplane selbst arbeitet an einer Art Space Ship One für Weltraumtouristen, das von einem Flug in die Umlaufbahn so weit entfernt ist wie Pluto von der Sonne.

Das gleiche trifft auch auf Scaled Composites zu. Diese haben zwar schon einige erfolgreiche Entwicklungen im Luftfahrtbereich hinter sich, aber auch Space Ship One hat nicht die Spur einer Chance, jemals die Umlaufbahn zu erreichen.

Bei den anderen Firmen sieht es teilweise noch düsterer aus.

Ich vermute aber mal, dass das der NASA durchaus recht ist. Die ISS ist eh abgeschrieben und interessiert keinen mehr. Allerdings sind die NASA und auch die großen Raumfahrtunternehmen dank Kistler, SpaceX und co ziemlich in die Kritik geraten, das die Träger angeblich völlig überteuert sind. Das mag in Grenzen stimmen, aber auch eine Ariane 5 ist mit 130 Mio nicht wirklich preiswert, zudem sind die hohen Preise der US Träger kein Zufall, sondern werden praktisch gefördert. Schaffen es jetzt die COTS Firmen nicht, die Forderungen der NASA zu erfüllen, könnte auch die Öffentlichkeit langsam mitbekommen, das die Privatanbieter zwar immer den Mund groß aufreißen, aber im nachhinein nie das erfüllen können, was sie vorab versprochen haben. Dann verstehen sicher auch einige, das es zuverlässige Träger und Redundanz eben nicht zum Spottpreis gibt und das die hochgelobten Privatanbieter noch nie etwas brauchbares hervorgebracht haben. Warum also ein realistisch erscheindende System eines großen Anbieters verwenden, wenn man so mal die Möchtegern-Raumfahrtfirmen. die außer den Mund aufreißen noch nie etwas zustande gebracht haben, in der Öffentlichkeit mal so richtig blos stellen kann.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Gero_Schmidt am 31. Juli 2006, 14:26:59
COTS ist ein sehr sinnvolles Projekt, das beste was der NASA seit Jahren eingefallen ist. leider sind 500 Millionen bis 2010 etwas wenig, zwei oder drei Milliarden wären besser, aber die grundsätzliche Idee ist gut.

Die Kritik, dass die kleinen Firmen noch nie was geleistet haben, während die Großen zwar teure aber brauchbare Hardware abliefern, ist nicht haltbar. Suborbitale Raumflüge, vergleichbar denen der X-15, und das für 25 Millionen Dollar Gesamtkosten ist doch wohl eine Leistung? Space X wird früher oder später erfolgreich sein, davon bin ich überzeugt, und das zu einem Bruchteil der Preise, die man bei Boeing und Co zahlen muss. Das Personal der Firma besteht zum großen Teil aus abgeworbenen Mitarbeitern der großen Unternehmen, warum sollten sie das also nicht schaffen?
Und die Großen haben in der Vergangenheit genug Mist gebaut, trotz Milliardenausgaben. Denk nur mal an X-33, X-34, NASP, Erstflug Ariane V, Erstflug Delta III etc. etc.

Wenn COTS scheitert, dann weil Gelder aus dem Programm abgezogen werden, um Finanzlöcher im CEV-Programm zu stopfen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Gero_Schmidt am 31. Juli 2006, 14:33:53
@jps-fan

http://www.space-frontier.org/
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 31. Juli 2006, 17:49:27
Es ist schon etwas blauäugig, die Space Ship One mit der X-15 zu vergleichen. Beide erreichten zwar die gleiche Höhe, von der Geschwindigkeit her war die X-15 aber (mit fast Mach 7 statt Mach 2,5) um Welten vorne. Im Vergleich dazu ist die Space Ship One nicht viel mehr als eine bemannte Höhenforschungsrakete. Für die, die in dieser Materie nicht so bewandt sind, das bedeutet, das die X-15 sowohl strukturell als auch beim Thermalschutz weit höhere Anforderungen hatte. Ich will die Leistung der Space Ship One Entwickler nicht schmälern, aber für ein orbitales Zubringersystem ist davon praktisch nichts verwendbar, ein orbitales System stellt weit härtere Anforderungen, die auch die X-15 nicht hätte erfüllen können. Wobei das zugegebenermaßen auch nicht die Aufgabe des Space Ship One war, dessen Aufgabe ist es, mit so wenig Aufwand wie möglich eine Höhe von über 100 km zu erreichen. Das Fazit bleibt aber dasselbe, ich sehe Scaled Composites nicht in der Lage, bis zur geplanten Ausmusterung der ISS (also 2018) ein wirklich flugfähiges System für einige Tonnen Nutzlast zur ISS zu entwickeln.

Zu SpaceX: Ich würde mir wirklich wünschen, dass sie mit ihren Planungen Erfolg haben (ein billiger Schwerlastträger wäre genau das, was man braucht um  das unbemannte Programm wieder in Schwung zu bringen), aber mir fehlt der Glaube daran. Einen Träger für knapp 600 kg Nutzlast zu entwickeln ist ein was, einen Träger für 25 t dagegen etwas völlig anderes. Sieht man sich die Daten an, die bisher zur Falcon 9 veröffentlicht wurden, so glaube ich nicht daran, das der Träger überhaupt flugfähig ist, geschweige denn, dass er jemals die projektierte Nutzlast erreichen kann. Von den niedrigen Startpreisen dank Wiederverwendbarkeit mal zu schweigen. Hier hätte es schon bei der Falcon 1 riesige Probleme gegeben. Abgesehen davon, das es schon schwer werden dürfte, eine durch Druck versteifte Stufe unbeschadet zu landen scheint man keinen Gedanken daran verschwendet haben, wie aggressiv Salzwasser ist. Der Fehlstart geht auf Kontaktkorrosion einer Alu Mutter zurück. Hat man da bedacht, das es im Salzwasser zu galvanischer Korrosion kommt und sich das unedlere Metall auflöst (bei Schiffen z.B. müssen die Schrauben durch Opferanoden geschützt werden, um die im Salzwasser auftretende galvanische Energie abzuleiten)? Vermutlich nicht. Wie zuverlässig ist ein Träger, der in der Heavy Version 27 Triebwerke in der Startstufe einsetzt? Die einzige (ernüchternde) Erfahrung gibt es hier mit der N1, bei der auch wegen der massiven Triebwerksbündlung alle Starts scheiterten. Ist ein Träger, der auf minimalen Preis optimiert ist, so zuverlässig, dass man ihm später einmal Menschen anvertrauen kann?

Ich sehe das gesamte COTS Programm mit sehr gemischten Gefühlen. Schon zu viele Firmen haben billige Raketen versprochen, aber bisher konnte keine auch nur ein flugfähiges Modell vorzeigen. Man denke an die ganzen einstufigen Entwicklungen (Delta Clipper, Rotery), die alle sang- und klanglos von der Bildfläche verschwunden sind. OK, hier hat die NASA auch satt daneben gelegen (Venture Star). Aber Venture Star hat zumindest einige neue Technologien erforscht (Treibstofftanks aus Kohlefasern, Metallischer Hitzeschild, Aerospike Triebwerke), auf denen man später aufbauen kann. Das gleiche gilt für das NASP (X-30), wo man signifikante Fortschritte beim Thema Staustrahltriebwerken und leichte und hochwarmfeste Werkstoffe gemacht hatte. Man übersieht leicht, das auch bei derartigen, wegen der extremen Komplexität abgebrochen Projekten sehr viel Grundlagenforschung betrieben wurde.

Das alles sehe ich bei den privaten Anbietern nicht. Die Falcon 1 ist so innovativ wie eine Doppeldeckerflugzeug. Das gleiche trifft auf Kistler und die anderen zu. Klar mag es SpaceX mal schaffen, die Falcon 1 erfolgreich zu starten, aber daraus dann einen Träger zu entwickeln, der die nötige Nutzlast hat und geradezu superbillig sein soll, daran zweifle ich.

Die preiswerteste westliche Rakete ist aktuell die Ariane 5 (russische und chinesische Träger lasse ich wegen des anderen Preis-Lohn Gefüges mal außen vor). Das wird erreicht durch effiziente Fertigung und vor allem mehrjährige Bestellungen (praktisch Produktion auf Halde anstatt auf Abruf). Damit kann Ariane die Preise relativ niedrig halten und zudem auch schnell zusätzliche Starts übernehmen, weil ja immer Raketen in der Produktion sind. Solange es genügend Aufträge gibt, funktioniert das wunderbar.

Das die US-Träger so teuer sind, liegt am System. Man hatte es ja mit dem EELV Projekt versucht (und zumindest die teure Titan ersetzen können) aber konnte sich dann doch nicht zu einer effizienten Entwicklung durchringen. Anstatt einen Träger zum Sieger zu erklären hat man praktisch beide genommen, so dass man jetzt 2 Träger hat, die um Nutzlasten kämpfen. Hätte man sich für einen Träger entschieden, so wären allein durch die höhere Stückzahl schon erhebliche Einsparungen möglich gewesen. Daneben hätte man auch gleich noch die Delta 2 ersetzen können. Eine CBC Grundstufe mit der alten Delta Oberstufe hätte die Nutzlast auf Delta 2 Heavy Niveau verringert. Man hätte dann für alle Nutzlasten ab Delta 2 die gleiche Grundstufe verwenden können und damit die Preise vermutlich so weit senken können, das man in den kommerziell interessanten  Bereich hineinstößt und vermutlich auch dort noch einige Nutzlasten erhalten hätte. Mehrjährige Bestellungen im Voraus und mehr Planungssicherheit hätten die Kosten noch einmal senken können. Damit hätte man Preislich Ariane in jedem Fall Konkurrenz machen können.

Hier kommen dann allerdings wieder Erwägungen der nationalen Sicherheit (Abhängigkeit von einem Träger) und auch die Unfähigkeit, die politischen Genehmigungsverfahren zu ändern (aktuell steht praktisch jedes Projekt Jahr für Jahr neu auf dem Prüfstand, jahrelange Planungssicherheit wie bei der ESA gibt es nicht) ins Spiel. Hier nützen dann auch die tollsten Träger nichts, wenn sie nicht die Startraten erreichen, die für eine effiziente Produktion nötig sind.

Ehe man hoffnungslose Projekte wie das COTS anleiert, hätte man dort erst mal etwas ändern sollen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: ILBUS am 31. Juli 2006, 19:16:58
MR, du hast recht, wenn du sagst, dass bei statlich finanzierten Projekten auch ein weiterer Nutzen besteht: Grundlagenforschung.

Jedoch bin ich der Meinung, dass es gerade eine konktrete, pragmatische Zielsetzung unmöglich macht. Es wird immer ein Geld in irgendwelche seitenzweige fliessen, welche mit dem vorgegebenen Endziel weniger zu tun haben.

Das ist aber eben die Stärke der privaten Anbieter: sie sind darauf ausgeleget, zu optimieren. Das vorhandene Wissen und Technolige möglichst effezient einzusätzen.

Deswegen könnte ich es schon in Kauf nehmen, dass es keine neue Erkenntnisse über Werkstoffe oder Hyperschalfluiddynamik zu Stande kommen. Dafür aber das versehene Potential des Vorhandenes zum Vorschein kommt.

Und soll der Wiedereintrittsgleiter ein Doppeldecker sein, habe ich auch kein Problem mit ;) so lange er heil runter kommt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Gero_Schmidt am 31. Juli 2006, 22:23:35
Zu SS1: Wie du richtig bemerkst, war es nicht das Ziel von Rutan, Geschwindigkeitsrekorde (SS1 erreichte übrigens eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 3,5 und nicht 2,5 oder hast du dich da vertippt? Schon das ist sehr beeindruckend, ich weiß noch wie all die Skeptiker meinten, es würde SS1 beim Durchbrechen der Schallmauer zerlegen)  aufzustellen, sondern bemannte Flüge in 100 Kilometer Höhe durchzuführen, nicht mehr nicht weniger. Der feather-Mechanismus ist dafür ein geniales, innovatives Konzept.

Zu SpaceX: Die Sache mit dem Salzwasser hat man selbstverständlich berücksichtigt, für wie blöd hälst du die Leute denn? Google mal eine bisschen, Musk hat sich mehrfach dazu geäußert.

Dass die Falcon 1 nicht innovativ ist, stimmt auch nicht. Welche Trägerrakte hat denn sonst noch eine wiederverwendbare Erststufe oder kommt mit einer so kleinen Startmannschaft aus?


Es sitmmt, dass staatliche Forschungsprogramme viel Grundlagenforschung leisten, aber was bringt das konkret? Die Technik kommt ja nie zur Anwendung! Was ist mit den Aerospike-Triebwerken der X-33? Sind kürzlich demontiert worden. Was ist mit den neuen Hitzeschild-Technologien der X-33 oder X-38? Sind nie in der Praxis getestet worden. Was ist mit der scramjet-Forschung? Die praktische Anwendbarkeit ist heute zwanzig Jahre entfernt - wie vor zwanzig Jahren auch.

Die NASA und die etablierten Firmen haben seit Apollo soviel Mist gebaut, dass sie überhaupt kein Recht haben Firmen wie SpaceX oder Scaled zu kritisieren.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 01. August 2006, 02:26:11
Zitat
Zu SpaceX: Die Sache mit dem Salzwasser hat man selbstverständlich berücksichtigt, für wie blöd hälst du die Leute denn? Google mal eine bisschen, Musk hat sich mehrfach dazu geäußert.

Wenn ich mir die Absturzursache anschaue, dann hat man dieses Problem möglicherweise nicht bedacht. Oder wie konnte es sonst zu galvanischer Korrosion kommen, allein dadurch, das der Träger unter Normalbedingungen in einer Halle stand? Es sollte klar sein, das im Salzwasser noch weitaus höhere galvanische Energien wirken, die Gefahr für Korrosion also noch um einiges größer ist. Frage: Wie viele dieser Zeitbomben stecken wohl noch in diesem Träger? Was Musk sagt, ist hier nebensächlich, der ist natürlich bemüht, seinen Träger immer nur im besten Licht darzustellen!

Zitat
Dass die Falcon 1 nicht innovativ ist, stimmt auch nicht. Welche Trägerrakte hat denn sonst noch eine wiederverwendbare Erststufe oder kommt mit einer so kleinen Startmannschaft aus?

Du wolltest wohl eher schreiben, die Falcon 1 hätte gerne eine wiederverwendbare Erststufe. Noch steht nicht fest, ob die Stufe überhaupt wiederverwendet werden kann, bzw was das kostet. Auch beim Space Shuttle hoffte man am Anfang durch Wiederverwendung die Startkosten drücken zu können. Was daraus geworden ist, sehen wir heute.

Zitat
Es sitmmt, dass staatliche Forschungsprogramme viel Grundlagenforschung leisten, aber was bringt das konkret? Die Technik kommt ja nie zur Anwendung! Was ist mit den Aerospike-Triebwerken der X-33? Sind kürzlich demontiert worden. Was ist mit den neuen Hitzeschild-Technologien der X-33 oder X-38? Sind nie in der Praxis getestet worden. Was ist mit der scramjet-Forschung? Die praktische Anwendbarkeit ist heute zwanzig Jahre entfernt - wie vor zwanzig Jahren auch.

Wer kann heute einschätzen, was in 20 oder 30 Jahren ist? Als man Anfang der 60er die Technologie für flüssigen Wasserstoff erarbeitet hat, was auch nicht vorauszusehen, das einmal eine derartig breite Anwendungspallete daraus werden würde und fast die gesamte westliche Raumfahrt auf Wasserstoff aufgebaut ist. Wer konnte einmal ahnen, als man die ersten Rechner in Betrieb nahm, das 60 Jahre später einmal ohne Rechner nichts mehr laufen würde. Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Den Wert von Grundlagenforschung darf man nicht unterschätzen. Klar, es kommt nicht immer eine verwendbare Technologie raus, aber ohne Grundlagenforschung gäbe es keine Raumfahrt. Die X-33 hat zum Beispiel gezeigt, das Aerospike Antriebe und ein metallener Hitzeschild grundsätzlich funktionieren. Nur leider ist bei der heutigen Struktur der Raumfahrt, die sich aktuell auf Resteverwertung beschränkt, kein Platz für diese Technologie.

Zitat
Die NASA und die etablierten Firmen haben seit Apollo soviel Mist gebaut, dass sie überhaupt kein Recht haben Firmen wie SpaceX oder Scaled zu kritisieren.

Was genau so auch auf die neuen privaten Raumfahrtfirmen zutrifft. Aus dieser Richtung jedenfalls sind bisher nur große Töne und sehr wenig handfeste Ergebnisse gekommen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 01. August 2006, 02:51:31
Moin MR und Gero,

Euer Disput bereichert unser Forum, bitte macht weiter so.

Wie schon längst bekannt, bin ich besser in Astro oder Kosmo aufgehoben, aber ich möchte mir doch einen Einwand erlauben.

Wir haben bereits vor sehr langer Zeit die Vor- und Nachteile für wiederverwendbare Booster, Erst- oder weitere Stufen diskutiert und kamen doch zu der Überzeugung, dass Folgeproduktion günstiger sind als Wiederaufbereitung.

Gibt es eigentlich eindeutige Zahlen für die beiden unterschiedlichen Überlegungen?

Jerry



Wer kann diese Kostenstruktur eigentlich sicher eindeutig nachweisen oder belegen bzw. widerlegen?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Marauder am 01. August 2006, 11:34:39
Mal ein Einwurf von der Tribüne aus:

Ich störe mich ein wenig an dieser "Entweder-Oder"-Haltung, die ich an einigen Stellen herauslese. Ich möchte beides sehen: gut strukurierte Forschungsprogramme und konkrete, optimierte praktische Anwendungen.

Ich denke aber, das Kernproblem auf der staatlichen Seite liegt an einer ganz anderen Stelle. Seit etwa den 70ger Jahren wird nahezu jedes Konzept im Raumfahrtbereich, insbesondere in der bemannten Raumfahrt und insbesondere in den USA und bei der ESA, regelrecht totgeplant. Man versucht, tausenderlei teils widersprüchliche Anforderungen unter einen Hut zu bekommen, sucht die eierlegende Wollmilchsau und wundert sich, daß nichts dabei herauskommt. Das korrekte Vorgehen wäre, klare (und zusammenpassende) Anforderungen und Ziele zu definieren und auf diese Ziele hin ein System zu entwickeln. Wenn aber nach der Hälfte der Entwicklungszeit die Anforderungen über den Haufen geschmissen werden, dann kann man meist auch einen Großteil der bisherigen Entwicklungsarbeit wegwerfen. Wenn mans cih entscheidet, einen Mannschaftstransporter zu bauen, dann baut man eben einen solchen und keinen Schwerlastfrachter - und umgekehrt. Und zu irgendeinem Zeitpunkt muß man sich dann auch entscheiden, ob das Ding nun ein Gleiter sein soll oder am Fallschirm landet.

Es ist, so scheint mir, im Prinzip ein ganz simples Problem, dem ich selbst in den verschiedensten Bereichen, sei es als Informatiker, bei der Ausrichtung von Veranstaltungen oder beliebigen anderen Projekten immer wieder begegne: In Laufe eines Projektes sind an bestimmten Punkten Entscheidungen zu treffen, die den weiteren Fortgang des Projektes beeinflussen. Diese Entscheidungen sind ab einem gewissen Punkt nichtmehr umkehrbar ohne einen erheblichen Zusatzaufwand von Ressourcen wie Zeit, Arbeitsleistung, Geld, etc. Wird eine solche Grundastzentscheidung dennoch wieder gekippt, muß man oft einen erheblichen Teil der schon erbrachten Leistung wegwerfen. Dies sollte daher nur in absoluten Ausnahmefällen geschehen, wenn es gute und triftige Gründe dafür gibt. Es muß auch klar sein, daß getroffene Entscheidungen nicht endlos wieder neu zur Disposition gestellt werden können, esseidenn es gibt hierfür sehr wichtige Gründe, weil man sonst keine Planungssicherheit hat und ohne Boden unter den Füßen "herumentwickelt". Und genau hier scheint mir bei vielen großen öffentlichen Projekten, nicht nur in der Raumfahrt, das eigentliche Problem zu liegen: Es treffen so viele verschiedene Interessen und auch Einflußbereiche (Wirtschaft, Forschung, Politik, etc.) aufeinander, daß jeder jedem reinredet, Vorgaben auch in fortgeschrittenem Projektstadium ohne eigentliche Notwendigkeit mehrfach umgeworfen werden und das Projekt so astronomische Kosten verursacht, wenn es nicht gar ganz an sich selbst erstickt. Nicht umsonst werden die effektivsten und günstigsten Problemlösungen oft von relativ kleinen Teams ohne Wasserkopf erbracht.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 01. August 2006, 16:41:36
Zuerst zum Thema Wiederverwendbarkeit: Es gibt hier nur die Erfahrungen des Space Shuttles, und die sind alles andere als positiv. Selbst bei den Boostern scheint es fraglich, ob sich die Bergung und Aufarbeitung finanziell lohnt, obwohl die Booster extrem einfache und sehr stabile Raketen sind. Das sich eine empfindliche Flüssigkeitsstufe, die noch nicht einmal komplett selbst tragend ist, kostengünstig wieder verwenden lässt, daran habe ich erhebliche Zweifel.

Was den Vorteil einer billigen Entwicklung im kleinen Team betrifft, das sehe ich leider nicht so positiv. Das Discovery Programm der NASA hat hier gezeigt, das das Sparsamkeit an der falschen Stelle ist, insgesamt gingen 4 Totalverluste auf das Konto von schlampiger Planung (Contur), Rechenfehler eines unerfahrenen Teams (Mars Climate Orbiter) und aus Kostengründen weggelassene Tests (Mars Polar Lander, Genesis).

Was das Totplanen angeht, diesen Eindruck muss ich mich allerdings anschließen. Das scheint aber mittlerweile ein grundsätzliches Problem bei amerikanischen Regierungsaufträgen zu sein. Beispiel Flugzeuge: Für ein neues Passagierflugzeug benötigt Boing ca 6 – 7 Jahre, vom Beginn der Planung bis zur Erstauslieferung. An der F-22 bastelt man dagegen schon über 20 Jahre rum. Offenbar neigt man bei Regierungsaufträgen dazu, das Rad jedes Jahr neu erfinden zu müssen.  
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Marauder am 01. August 2006, 17:26:34
Zitat
Was den Vorteil einer billigen Entwicklung im kleinen Team betrifft, das sehe ich leider nicht so positiv. Das Discovery Programm der NASA hat hier gezeigt, das das Sparsamkeit an der falschen Stelle ist, insgesamt gingen 4 Totalverluste auf das Konto von schlampiger Planung (Contur), Rechenfehler eines unerfahrenen Teams (Mars Climate Orbiter) und aus Kostengründen weggelassene Tests (Mars Polar Lander, Genesis).

Das liegt aber nicht zuerst in der Größe des Teams begründet, sondern in seiner inneren Struktur. Du selbst führst die Ursachen an: Schlamperei, mangelnde Erfahrung und grobe Fahrlässigkeit unter dem Deckmantel der Sparsamkeit. Ich rede hier auch nich dem Minimalteam um jeden Preis das Wort: Es geht mir vor allem darum, keinen Wasserkopf zu bilden und nicht zu viele Entscheidungsträger zu haben. Das Team sollte IMHO genau so groß und mit solchen Leuten besetzt sein, daß effizientes, effektives und qualitativ gutes Arbeiten ermöglicht wird. Es sollte nicht zu klein sein, das führt zu Überlastung, Hektik, Streß und Qualitätsverlusten. Es sollte aber auch nicht zu groß sein, sonst wird es unübersichtlich, man verzettelt sich und eine Hand weiß nicht, was die andere tut. Auch Organisation und Hierarchie müssen stimmen, zu viele Entscheidungsträger fördern eine "Zerplanung" und Ergebnislose Endlosdebatten, zu wenige führen zu mangelnder Kontrolle. Unklare Kompetenzverteilung fürt zu internen Reibungsverlusten. Man könnte die Liste noch weiter fortsetzen. Mich beschleicht einfach der Eindruck, daß bei vielen zerplanten oder überteuerten Projekten strukturelle Fehler vorliegen, die nicht das Projekt ansich betreffen, sondern vor allem seine Organisation.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: roger50 am 01. August 2006, 19:42:19
N'abend Marauder,

Generell triffst Du den Nagel auf den Kopf. Ich könnte da auch einige Beispiele aus realen europäischen Projekten beisteuern, will mich aber auf eines beschränken: weil die NASA vor einigen Jahren ihre ISS-Requirements hinsichtlich Sicherheit verschärfte, mußten nachträglich jede Menge Änderungen zusätzlich in das ATV implementiert werden, was das Projekt natürlich verteuerte. Aber ESA als Auftraggeber des ATV mußte dem Auftragnehmer diese neuen Anforderungen weiterreichen, weil das ATV sonst die ISS nicht anfliegen dürfte. Und ESA mußte dafür natürlich zahlen....

Es gibt aber noch zwei Punkte, die die Kosten von Raumfahrtprojekten in die Höhe treiben:

Da ist zum einen die Dauer von Projekten, 10-15 Jahre sind da ja keine Seltenheit. Und da das Arbeitsleben eines normalen Ingenieurs ja beschränkt ist (ja, auch wir dürfen noch mit 65 in Rente gehen :D), kann er während dieser Zeit an einem, maximal aber an 2 Projekten mitarbeiten, da diese ja leider nicht lückenlos aufeinander folgen. Folge ist, das jedes Team viele Fehler seines Vorgängerteams wiederholt.

Und da ist zum anderen die notwendige Zuverlässigkeit von H/W und S/W, gerade in der bemannten Raumfahrt. Wenn ein Modul ersteinmal gestartet ist, sind keine Änderungen oder Reparaturen mehr möglich, dann muß alles perfekt funktionieren. Ein Service-Pack 1, 2, 3 .... wie bei Windows können wir uns nicht leisten. ::)

Und deshalb wird nach jeder Analyse noch eine Analyse gemacht, und nach jedem Test noch ein weiterer. Was den Endpreis auch nicht gerade senkt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Gero_Schmidt am 01. August 2006, 22:01:23
Zitat
Wir haben bereits vor sehr langer Zeit die Vor- und Nachteile für wiederverwendbare Booster, Erst- oder weitere Stufen diskutiert und kamen doch zu der Überzeugung, dass Folgeproduktion günstiger sind als Wiederaufbereitung.
 
Gibt es eigentlich eindeutige Zahlen für die beiden unterschiedlichen Überlegungen?


Nein, und die wird es so lange nicht geben, wie es kein wirklich voll wiederverwendbares ausgereiftes System gibt, das nicht hundert sondern einige tausend mal geflogen ist.  Das Space Shuttle ist ein ganz schlechtes Beispiel, um daran die Unwirtschaftlichkeit wiederverwendbarer Systeme zu demonstrieren. Die K1 könnte was werden oder eben die Falcon-Reihe.

Langfristig ist Wiederverwendbarkeit IMHO sicher der bessere und günstigere Weg, Massenproduktion von Wegwerfraketen könnte aber eine vernünftige Zwischenlösung sein.



@MR

Warum warten wir nicht einfach ab, was SpaceX und Co noch zustande bringen? Wenn der zweite Start erfolgreich ist, müsstest doch auch du Anlass zu Optimismus sehen, oder?

Es sollte mich jedenfalls wundern, wenn das CEV fliegt, bevor ein privater Anbieter bemannte Flüge in die Umlaufbahn anbietet, wenn es überhaupt jemals fliegt...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 13. August 2006, 22:13:15
Ich habe gerade hier http://www.hobbyspace.com/nucleus/index.php?itemid=2108 gelesen, dass laut einer nicht näher genannten Quelle der/die Gewinner des COTS-Programms der NASA am Freitag, den 18. August 2006 bekannt gegeben werden soll(en). Diese Information ist aber noch mit Vorsicht zu genießen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 14. August 2006, 17:33:13
Auf dem oben genannten Link gibt es nun ein Update. Die neuste Ausgabe von Aviation Week bestätigt das Datum 18. August 2006. Ende dieser Woche werden wir also wissen wer den Zuschlag erhält. Mein Typ ist übrigens SpaceX.

Hier zur Erinnerung nochmal die Finalisten:
Andrews Space
Rocketplane Kistler
SpaceDev
Space Exploration Technologies (SpaceX)
SpaceHab
Transformational Space Corporation (t/Space)

Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 14. August 2006, 19:10:14
Nun bestätigt auch spaceref.com das Datum.

Link:
http://www.spaceref.com/news/viewpr.html?pid=20594

Für alle, die interessiert sind, man kann die Pressekonferenz live bei NASA TV sehen. Die Konferenz beginnt um 4 p.m. EDT (21:00 MEZ ??) am Freitag, den 18. August 2006.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Gero_Schmidt am 14. August 2006, 22:28:29
Müsste eigentlich 22 Uhr heißen...

Ich tippe auf SpaceX, Kistler und t/space, wenn nur zwei Teams ausgewählt werden SpaceX und Kistler. Schade, dass nicht alle gewinnen können.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Marauder am 15. August 2006, 12:18:24
Mal was anderes - das ist doch hofentlich nur ein schlechter Witz:

Zitat
(SPON)

PEINLICHES GESTÄNDNIS

Nasa hat Mondlandungs-Videos verbummelt

Es klingt wie in einem schlechten Film: Die Kassetten mit den Bildern der ersten Mondlandung sind weg. Nasa-Mitarbeiter haben über ein Jahr nach den Videos gesucht - und sie nicht gefunden.
--> ganzer Artikel (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltraum/0,1518,431742,00.html)

Man faßt es nicht: eines der bedeutensten Dokumente der letzten Jahrhunderte einfach verschlampt...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Roland am 15. August 2006, 21:57:25
Mit welchem Material hat Spacecraftfilms gearbeitet?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: chris am 16. August 2006, 09:52:02
Hallo Marauder!
Ja, diese Geschichte habe ich auch gehört. Das ist wieder mal der "Stoff" für die Verschwörungstheoretiker, aber wir wissen es doch besser!
Es gab ja noch einen kompletten Satz von Kopien, ...oder hat man die auch verbummelt??
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rolli am 16. August 2006, 10:18:05
Der schweizer Prof. Bruno Stanek meint dazu kurz und bündig:

Zitat
Ach ja - auch von der "neuesten NASA-Panne" gelesen? Schwachsinn des Jahrhunderts: Würden Sie nach 37 Jahren TV- und Computertechnik die Zeitdokumente auf Medien aufbewahren, die es nicht mehr gibt oder die nicht mehr lesbar sind, oder wie bei der NASA auf moderneren, die es noch gibt und die länger halten? Nichts ist verloren bei NASA - nur findet man aus gutem und harmloseren Grund nicht mehr alle obsoleten Bänder für das Museum! Heilige Euro-Einfalt: warum gingen, wie ich schon vor 20 Jahren erfuhr, von Euro-Sonden (ich erinnere mich an Helios 1+2) zum Teil alle Daten verloren, bevor sich auch nur jemand für sie interessierte, ohne dass dies den Weg in die Presse fand, während damals von triumphalen Erfolgen berichtet wurde?

He, he, recht hat er

 8-)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Marauder am 16. August 2006, 10:33:25
Naja, nicht ganz: Es ging wohl darum, Kopien auf aktuellen Datenträgern in besserer Qualität anzulegen, als die derzeit vorhandenen TV-aufzeichnungen. Insofern ist das schon ärgerlich.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: neo am 16. August 2006, 12:24:19
hmm. das bedeutenste Ereignis der NASA, ja gesamt Amerika, die Original Bänder der Mondlandung sind verschwunden...das wäre ja so, als ob man Miss Liberty verlegt und vergisst, wo man sie bloß versteckt hat!?!

Hat von denen schon mal jemand in den Kühlschrank geschaut?  Ok ok. bei 700 Kisten ist das zwar unwahrscheinlich aber probieren würd ich es schon mal.

Melde mich freiwillig für eine SWAT Einheit (search where are they?)

 :P neo
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 16. August 2006, 22:36:29
Moin,

ich kopiere hier den Beitrag von Rolli ein:

Hallo Minshara
 
Zitat:
Und was noch ärgerlicher ist: die Aufnahmen von der Landung und den Mondspaziergängen sollen von einer weitaus besseren Qualität sein, als das was wir im TV gesehen haben!!!

 
Nö, das glaube ich kaum. Die Original-TV Bilder sind ja auf der ganzen Erde empfangen worden und von ziemlich schlechter Qualität. Hingegen sind die Original-Filme, die nach den Landungen der Apollo-Raumschiffe entwickelt wurden perfekt, und die sind ja nicht verloren.
 
darf ich Dich trösten mit den Hasselblad Original-Fotos?
 
http://www.lpi.usra.edu/resources/apollo/catalog/70mm/
 
Diese angeblich verlorenen Aufnahmen betreffen ja nur die sowieso schlechten Original TV- Aufnahmen. Und auch davon gibt es natürlich längst sehr gute Kopien.



Jerry
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Minshara am 18. August 2006, 15:14:25
Danke Jerry!  :)
(...und sorry für meinen neuen Thread zum Thema, hab diesen hier wohl übersehen.  :-[ )

An der ganzen Sache scheint aber wohl was dran zu sein, ich habe diesen Artikel dazu gelesen:
http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/welt/54,51-10968966.html

Bin mal gespannt was draus wird. Ob die noch was davon wiederfinden??

Falls nicht, gibt es eine ganz einfache Lösung des Problems:
Früher als geplant zum Mond fliegen und neues Material drehen!  ;)

L.G.
Minshara  :)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 18. August 2006, 21:05:21
Für die, die es vergessen haben: Heute werden die Gewinner des COTS-Programms bekanntgegeben. Die Pressekonferenz beginnt heute in ca. 1 Stunde um 22:00 und kann bei NASA TV verfolgt werden. Link>>> http://www.nasa.gov/multimedia/nasatv/index.html

Ich werde live von der Konferenz hier berichten.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 18. August 2006, 22:07:25
Die Gewinner sind:
SpaceX (278 Millionen $)

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up016724.jpg)

und

Rocketplane Kistler!!!! (207 Millionen $)

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up016725.jpg)



NASA-Pressemitteilung
http://www.nasa.gov/mission_pages/exploration/news/COTS_selection.html


PS: Glückwunsch an Gero_Schmidt für den richtigen Tipp! ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 18. August 2006, 23:10:36
Nun noch ein paar weitere Fakten zur Pressekonferenz:
- insgesamt haben 20 Firmen sich beworben
- viele beeindruckende Vorschläge
- 2 Phasen: Phase 1: Demonstration der Raketen(SpaceX und Rocketplane Kistler) und Phase 2: Fracht/Personentransport zur ISS
- SpaceX und Kistler haben keine Garantie, dass sie auch einen Vertrag für Phase 2 bekommen
- andere Firmen können sich für Phase 2 bewerben
- 2008 erste Testflüge
- Ausschlaggebende Argumente für die Gewinner
  - gut technische Entwicklungsfähigkeit
  - Wiederverwendbarkeit
  - Geschäftspläne und finanzielle Faktoren
- Bezahlung eines vorher vereinbarnten Betrages für das Erreichen eines Meilensteins, bei Fehlschlag kein Geld
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Gero_Schmidt am 19. August 2006, 07:46:39
Danke. Die NASA hat eine sehr gute Wahl getroffen. Schade, dass t/space es nicht geschafft hat. Der Coolness-Faktor lag hier eindeutig am höchsten, und AirLaunch hatte ja auch schon einiges an Vorarbeit für den CXV-Booster geleistet.

Musk hat jedenfalls einen Riesencoup gelandet.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: chris am 19. August 2006, 10:09:03
Äußerst interessant!  Besonders die SPACE X-Variante.  Aber wie stehen die Chancen im Vergleich zum (offiziellen) NASA-Projekt "CLV/ARES 1"?  Wann fällt da eine Entscheidung?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 19. August 2006, 10:44:37
Hallo chris,

auf der Pressekonferenz wurde betont, dass die Priorität für das CEV bei den Mondmissionen liegt. Natürlich könnte das CEV auch zur ISS fliegen, aber das wird es höchstens zu Testzwecken. Für die Flüge zur ISS sollen in Zukunft private Firmen sorgen. Sollten natürlich alle privaten Firmen scheitern wird die NASA wohl das CEV benutzen müssen. Aber die privaten Firmen haben bei der ISS eindeutigen Vorrang.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: chris am 19. August 2006, 14:06:15
Hallo tobi!
Ok, aber mir ging es eigentlich darum, wie die Chancen im direkten Vergleich stehen.
Dafür müßte man dann den technischen Aufwand und die Kosten der einzelne Projekte direkt gegenüberstellen.  Das Ergebnis würde mich mal interessieren!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 19. August 2006, 14:30:12
Hallo chris,

mir ist immer noch nicht ganz klar, was genau du meinst. Meinst du wie hoch die Chancen bezüglich der Realisierbarkeit bei SpaceX und beim CEV stehen?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: chris am 19. August 2006, 14:42:06
Ja, so in etwa.  Es sind ja wohl konkurierende Projekte mit einer ähnlichen Zielsetzung.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 19. August 2006, 14:43:34
Moin Tobias, moin Chris,

Meinst du wie hoch die Chancen bezüglich der Realisierbarkeit bei SpaceX und beim CEV stehen?

Das würde mich auch mal interessieren und dann noch eine Frage. Da haben wir also 2 Sieger in dem Wettbewerb. Und machen die *Verlierer* jetzt `ne lange Nase und haben nix mehr zu erwarten?

Jerry
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rolli am 19. August 2006, 15:21:07
Schon interessant, da haben wir also jetzt drei Projekte:
Space X, Kistler und Ares/CEV.

Und das alles nebeneinander?
Ist das nicht ein bisschen Durcheinander?

Verwirrt  8-)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 19. August 2006, 16:23:13
Zitat
Und machen die *Verlierer* jetzt `ne lange Nase und haben nix mehr zu erwarten?

Die Verlierer haben in der Tat von der NASA jetzt nichts mehr zu erwarten. Das heißt aber nicht, dass sie pleite gehen. Viele Firmen haben andere Verträge oder Projekte.

- Andrews Space hat mehrere Verträge mit der NASA und dem Militär
- SpaceDev hat Verträge mit der Air Force, z.B. für die Entwicklung eines Hybridtriebwerks
- Spacehab  ist auch Teil des SpaceX Teams.
- t/Space verliert wahrscheinlich am meisten, da die Firma sehr auf COTS ausgelegt war. Jedoch haben verschiedene Firmen, die bei t/Space mit ihm Boot waren eigene Projekte, z.B Scaled Composites und AirLaunch

Außerdem können sie auch rein privat ein orbitales Trägersystem entwickeln und sich mit diesem bei der NASA für Versorgungsflüge zur ISS bewerben.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 19. August 2006, 19:39:15
Zitat
Moin Tobias, moin Chris,

Meinst du wie hoch die Chancen bezüglich der Realisierbarkeit bei SpaceX und beim CEV stehen?

Das würde mich auch mal interessieren [...].

Jerry

Also meine persönliche Meinung ist die folgende:
Die Chancen der bezüglich der Realisierbarkeit sind bei beiden Konzepten definitiv gegeben.
zum CEV: Das Shuttleprogramm wird 2010 wird 2010 eingestellt. Auch wenn es 2008 zu einem Regierungswechsels in den USA kommen sollte, wird sich daran nichts ändern. Aber was danach? Die NASA hat dann kein eigenes Transportsystem mehr. Alle Leute die am Shuttleprogramm gearbeitet haben, brauchen eine neue Aufgabe, damit sie nicht arbeitslos werden: das CEV/ARES. Natürlich könnte man die Leute auch einfach alle entlassen, aber das wäre politisch dann wahrscheinlich doch sehr unklug. Deshalb wird das CEV/ARES wahscheinlich schon aus politischen Gründen fertig gebaut werden auch wenn es noch teurer werden sollte.

zu SpaceX: Auch das SpaceX-Programm hat eine gute Chance auf einen erfolgreichen Abschluss. Die technischen Möglichkeiten haben sie dazu allemal. Immerhin haben sie eine Rakete von null an entwickelt und gestartet und das selbst finanziert. Auch wenn die Rakete nur 1 km hoch gekommen ist, gibt es doch keine andere Firma die das bisher geschaft hat. Auch die finanzielle Situation sieht gut aus. Elon Musk ist hat bereits 100 Millionen $ investiert, er ist bereit weitere 200 Millionen $ zu investieren. Maximal 278 Millionen $ gibt's von der NASA. Dann hat man noch einen 100 Millionen $ Vertrag mit der AirForce und 10 gebuchte Raketenstarts (davon 3 auf der Falcon 9). Welche Firma kann nach 4 Jahren im Raketengeschäft das von sich behaupten? Aufgrund dieser soliden finanziellen Basis kann SpaceX auch noch weitere Fehlstarts, die es wahrscheinlich leider geben wird, verkraften. Die Marktlage sieht auch gut aus. Da wäre z.B. die Versorgung der ISS, der Weltraumtourismus (die Kapsel Dragon könnte Passagiere zu Bigelow Aerospaces Weltraumhotel bringen) und Satellitenstarts.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 19. August 2006, 20:07:03
Moin Tobias,

hm,hm,hm. Soweit so gut. Aber in einer Sache muß ich mal was sagen.

Das *CEV* wird nicht von der NASA gebaut: Die NASA ist da nur Raumfahrt-Agentur. Der Produzent, der ja bisher nocht feststeht (Boeing oder Northrop Grumman) wird dann wohl dicke Backen machen, wenn SpaceX oder Kistler das Rennen machen sollten. Ich könnte mir gut vorstellen, dass ab jetzt die bisherigen Produzenten sich was einfallen lassen müssen.
Bessere Qualität und günstigere Preise sind jetzt angesagt.

Ja, so ist die freie Marktwirtschaft nun eben.


Jerry
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 19. August 2006, 20:17:29
hallo jerry,
da ist mir ein Fehler unterlaufen. Ich meinte mit CEV eigentlich Ares I, der ja Shuttle Komponenten verwendet.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Gero_Schmidt am 20. August 2006, 17:53:20
Zitat
Die Verlierer haben in der Tat von der NASA jetzt nichts mehr zu erwarten.

Stimmt nicht ganz. Sie können immer noch für Phase 2 bieten, also für die eigentliche Durchführung von Fracht- und Crewtransporten zur ISS in ein paar Jahren. SpaceX und Kistler haben diese Aufträge nicht automatisch in der Tasche (auch wenn ihre Chancen bei erfolgreichem Abschluss von Phase 1 natürlich sehr sehr gut wären).
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 27. August 2006, 20:23:17
Auf space.com gibt's einen neuen Artikel zu dem COTS Programm und den Gewinnern:
http://www.space.com/adastra/adastra_cots_wingo_060827.html

Laut dem Artikel gibt es 2009 zwei potentielle Betitelungen für das Abschneiden von SpaceX und Kistler:

Entweder:

“First Successful Flights of NASA COTS winners Herald New Era in Commercial Space”
(Deutsch: Erste erfolgreiche Flüge der COTS Gewinner leiten neue Ära der kommerziellen Raumfahrt ein)

Oder:

“Bankruptcy; Failure in Flight of COTS Contenders Reinforces Traditional NASA/Aerospace Industrial Model”
(Deutsch: Bankrott; Scheitern der Flüge der COTS-Gewinner stärken traditionelles NASA/Luffahrtindustrie-Modell)

Wir hoffen natürlich alle ersteres! :)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 28. August 2006, 17:44:45
Es gibt noch einen weiteren Artikel auf space.com, der sich mit dem COTS Programm befasst. Er betont besonders die unterschiedlichen Ansätze von SpaceX und RocketplaneKistler. Während Kistler vor allem auf Kooperation (unter anderem auch mit großen Raumfahrtfirmen wie Boeing) setzt, entwickelt SpaceX das meiste hausintern.

Link:
http://www.space.com/spacenews/businessmonday_060828.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 31. August 2006, 17:19:18
Ich wollte noch einmal daran erinnern, dass die Pressekonferenz, die die Firma bekanntgeben wird, die Orion bauen wird, heute um 4 p.m. EDT (22:00 Uhr MEZ) stattfindet. Die Pressekonferenz kann live bei NASA TV verfolgt werden.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: jok am 07. Januar 2007, 22:13:45
Hallo,

...und die NASA macht sich fein zu ihrem 40. Jahrestag :)..nächstes Jahr!! gegründet 1.Oktober 1958.

Zur Zeit werden am VAB die US-Flagge und das NASA Logo neu gestrichen

(http://science.ksc.nasa.gov/facilities/vab.jpg)
...älteres Foto

(http://www-pao.ksc.nasa.gov/kscpao/images//medium/07pd0015-m.jpg)
...der letzte Anstrich ist von 1998..
(http://www-pao.ksc.nasa.gov/kscpao/images//medium/07pd0014-m.jpg)
...sicher ein toller Ausblick von diesem Arbeitsplatz ;)

gruß jok
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Mary am 08. Januar 2007, 17:34:48
Zitat
Hallo,

...und die NASA macht sich fein zu ihrem 40. Jahrestag :)..nächstes Jahr!! gegründet 1.Oktober 1958.


Moment...es ist der 50.
War wahrscheinlich nur ein Tippfehler, aber 10 Jahre sind schon einiges...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: jok am 08. Januar 2007, 18:02:09
Hallo,

Ja,ich habe die Sache falsch übersetzt :-[

"The flag and logo were last painted in 1998, honoring NASA's 40th anniversary."

Also richtig wäre...Flagge und Logo wurden zuletzt 1998 gestrichen (erneuert) zum 40. Jahrestag der NASA  ;) :)

(http://www-pao.ksc.nasa.gov/kscpao/images//medium/07pd0005-m.jpg)
..am NASA Logo ist die Arbeitsbühne zu sehen...rechts-An der Pier die Pegasus Barge sie brachte zu Weihnachten den Externen Tank ET-124 für STS-117 zum Cape...

nun gut..

jok
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 06. Februar 2007, 17:20:47
Moin,

lt. Entwurfsvorlage für das Budget der NASA für 2008= 17,3 Mrd. $ / 13,4 Mrd. Euro, entsprechend einer Steigerung von 3,1 % gegenüber 2007.

[ch8226] $6.8 billion for space operations, which includes the space shuttle, the International Space Station and commercial crew and cargo transportation to the station

[ch8226] $5.5 billion for science, which includes earth science, solar physics, planetary science and astrophysics

[ch8226] $3.9 billion for exploration systems, which includes the Orion spacecraft, Ares I and Ares V rockets and robotic lunar missions

[ch8226] $554 million for aeronautics research

Jerry
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rolli am 06. Februar 2007, 17:36:26
Hi Jerry

17,3 Milliarden Dollar nur für 2008

das ist es. Da gibt es X sogenannte "Ami-Hasser" (auch hier im Forum), die wünschen "Ihnen" nichts Gutes,  aber so eine Summe ist gewaltig.
Da sollten sich die Russen und Europäer mal was schämen, mit ihren knausrigen Budgets.

Zum tausendsten Mal: Nur wer viel investiert, profitiert.
Auch in der Raumfahrt.

Seufz

 ::)

Titel: Re: NASA
Beitrag von: ILBUS am 06. Februar 2007, 19:01:25
Russen haben nicht viel für investieren. Die wirtschaft kommt erst langsam aus den Knien. Der Vergleich ist etwas unangemessen
Titel: Re: NASA
Beitrag von: jok am 06. Februar 2007, 19:25:02
Zitat
Hi Jerry

17,3 Milliarden Dollar nur für 2008

das ist es. Da gibt es X sogenannte "Ami-Hasser" (auch hier im Forum), die wünschen "Ihnen" nichts Gutes,  aber so eine Summe ist gewaltig.
Da sollten sich die Russen und Europäer mal was schämen, mit ihren knausrigen Budgets.

Zum tausendsten Mal: Nur wer viel investiert, profitiert.
Auch in der Raumfahrt.

Seufz

 ::)

 

Hallo,

Da muß ne Oma lange für Stricken ;) ;D

Aber mal ehrlich wie kann diese US-Regierung es dem kleinen Mann auf der Straße überhaupt noch verklickern was da mit der Kohle passiert.....17,3 Mrd für Raumfahrt ist da noch der kleinste Posten.

Da sind ja noch 700 Mrd für Herrn Bush-s Pläne ich -"Bombe die Demokratie in die ganze Welt" :-[ :-[
...während die Sozialsysteme weiter gekürzt werden...

jok



Titel: Re: NASA
Beitrag von: rolli am 06. Februar 2007, 19:36:39
Hi jok

"Auch du, Brutus ?"

Ach ich mag gar nichts mehr schreiben.

Höchstens noch dies:" Ami zahle gefälligst, ansonsten schleich di...."

Schade


Titel: Re: NASA
Beitrag von: MSSpace am 07. Februar 2007, 11:14:54
Hi rolli,

schwerer Stand mit den "Ami-Hassern", oder?   ;) :D

Obwohl, "hassen" find ich ein bisschen zu hart. Wie wärs mit "Ami-Kritikern", insbesondere des von jok beschriebenen "Demokratie-Bombardements"? Aber das gehört hier ja auch nicht so richtig hin...

Gruß,
MSSpace...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rolli am 07. Februar 2007, 11:26:25
Hi MSSpace

och, ich gewöhne mich langsam an gewisses, schizophrenes Verhalten....

Immerhin sehe ich mit Vergnügen, dass die Sparte "Space Shuttle" hier toll besetzt ist; ebenso die Mars- und anderen Raum-Sonden der Amis.

Man könnte eigentlich von einer gewissen "Hassliebe" sprechen, und das ist ja nicht das Schlechteste, oder ?

 8-)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MSSpace am 07. Februar 2007, 11:48:21
Hi rolli,

da werden wir beide uns wohl nie einig. Vor allem nicht kurzfristig  ;)

Also, es ist mir schon lieber, dass die Amis (und das ab un an mit der ESA) ins All fliegen, als wenn das Korea oder so machen würden. Andererseits will ich gewiss nicht wegen toller Technologie den Irakkrieg oder die von den USA ausgehende übermäßige Umweltverschmutzung vergessen oder gar gutheißen! Wir könnten uns ja darauf einigen, die NASA nicht automatisch mit "den Amis" gleichzusetzen.

Vielleicht sollten wir uns aber auch einfach ein Politik-Forum suchen  :D

Gruß,
ich...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Marauder am 07. Februar 2007, 13:26:02
Ich bin schlicht der Meinung, daß man aus den relativ großzügigen Mitteln der Nasa mehr herausholen könnte, als herausgeholt wird. Die Abkehr vom Shuttle ist da ein richtiger Schritt. Was aus Ares/Orion wird, muß man sehen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: jok am 07. Februar 2007, 17:26:07
Zitat
Hi MSSpace

och, ich gewöhne mich langsam an gewisses, schizophrenes Verhalten....

Immerhin sehe ich mit Vergnügen, dass die Sparte "Space Shuttle" hier toll besetzt ist; ebenso die Mars- und anderen Raum-Sonden der Amis.

Man könnte eigentlich von einer gewissen "Hassliebe" sprechen, und das ist ja nicht das Schlechteste, oder ?

 8-)

Hallo,


So,So schizophrenes Verhalten.... ::) ::)...na da werden ich mir mal den Maulkorb anlegen und brav weiter zu Raumfahrt Themen posten ;) ;)
...totaler Schwachsinn....aber wer es braucht kann gern austeilen.. ;)

Oder muß man Herrn Bush lieben um sich für das US-Shuttleprogramm zu begeistern ;)

jok
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 08. Februar 2007, 02:17:37
Schön zu sehen das für manche die Welt noch rot/blau ist. Solche Leute braucht die Welt! Patriotische Gefühle sind so nützlich - sei es nun für Mond und Mars (und beyond!) Programme oder Kriege. Letztere sind zwar nicht wirklich schön anzuschaun - aber hey! Cola schmeckt wirklich gut und bloss weil dabei massig Leute sterben (nein, nicht beim Cola trinken) muß man ja nicht gleich böse Worte sagen!

Wer mag schon gerne auf der Seite der "Ami-Hasser" stehn? Das sind doch alles Verlierer. Ausserdem sind das nun leider Opfer die nicht zu vermeiden sind - immerhin geht es doch um Demokratie, Freiheit, das Menschenrecht auf ordentliche Hinrichtungen (um die anderen Menschenrechte natürlich auch) und Cola natürlich. Wie dem auch sei: Auf zum Mond! GO! USA! USA! USA!

Ewig lebe das Imperium! Heil dir Welt-Präsidenten!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Albert am 08. Februar 2007, 08:25:10
Hoi rolli
und @

natürlich ist es ein wenig schizophren, wenn man bei jeder Gelegenheit sagt: "Ich mag die Amis nicht", und dann in einem Forum schreibt, dass für mindestens Dreiviertel von der "Ami"-Raumfahrt lebt.

Die NASA-Leute sind auch Amis, die Hollywood-Stars sind auch Amis, die vielen Nobelpreisträger, Wissenschaftler, Astronauten, Techniker, Künstler und so weiter und so fort sind auch alles Amis.

Der Ausspruch: "Die Amis" ist desshalb völlig diffus und nichtssagend.
Klar, wenn man Bush meint, der blauäugig in das Irak-Desaster reingelaufen ist, kann man das verstehen, nur sollte man sich im Klaren sein, dass die USA eine westliche, befreundete Nation ist, deren 300 Millionen Einwohner genau die gleichen Sorgen und Freuden haben wie wir Europäer.

Mir passt die gegenwärtige französische Führung auch nicht, desshalb sage ich nicht bei jeder Gelegenheit: Ich mag die Franzmänner nicht.

Dann stellt sich noch die Frage: Bush ist in knapp zwei Jahren weg, wahrscheinlich wird Hillary als erste Frau US-Präsidentin:

Sind dann die Amis trotzdem noch böse oder nicht?

Also, ich denke auch: Diese Pauschalverunglimpfungen der US-Amerikaner sind ungerechtfertigt,  schlichtweg unnötig und dämlich.

 :)

  
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MSSpace am 08. Februar 2007, 08:41:23
Zitat
Also, ich denke auch: Diese Pauschalverunglimpfungen der US-Amerikaner sind ungerechtfertigt,  schlichtweg unnötig und dämlich.

Eigendlich wollte ich dazu nichts mehr sagen, aber es fällt einem bei Beleidigungen immer ein wenig schwer. Eine "Pauschalverunglimpfung" ist nämlich gar nicht dämlich. Mir ist schon klar, dass nicht jeder einzelne Ami persönlich ein Depp ist. Aber Deppen sind solche Personen, die die Probleme, die von den USA ausgehen, ausschließlich an Bush fest machen. Diese Ausrede hat nach 1945 in Deutschland auch nie funktioniert!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 08. Februar 2007, 09:30:02
Moin,

dieser Thread heißt: *NASA* und nicht gute oder böse Amerikaner bzw. lieber oder schlimmer Herr Bush.

Wir sollten uns also wieder auf den Titel beziehen und die persönlichen Bewertungen über Herrn Bush bzw. die Amerikaner hier rauslassen.

Jerry
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rolli am 08. Februar 2007, 11:19:21
YEP !

Dann will ich hier noch einen "weisen" Satz loswerden:

" Die Amerikaner machen alles richtig, aber erst, nachdem sie alles falsch gemacht haben..."

(Angeblich Churchill)

PS. @ Albert:

Schön, dass Du auch wieder mal hier auftauchst. Deine Amerikareise letztes Jahr scheint Dir gut bekommen zu sein...!

Ok, also nehmen wir uns die Aussage von Jerry zu Herzen: Zur Sache, Schätzchen, oder: Lasst uns nicht politisieren

 [smiley=engel017.gif] [smiley=evil.gif]
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 23. Mai 2007, 17:21:21
Moin,

Zitat gelöscht.

Hab jetzt zwar auch einen neuen HP, aber der war nicht ganz so teuer (http://www.planet-smilies.de/computer/computer_023.gif)

Jerry
Titel: Re: NASA
Beitrag von: -eumel- am 24. Mai 2007, 00:30:57
Zitat
Hab jetzt zwar auch einen neuen HP, aber der war nicht ganz so teuer
Aber Du hast eben nur einen Rechner! ;)

Hier soll die NASA komplett mit neuen Rechnern, Servern und Netzwerken ausgestattet werden.
Wie viele Rechner mögen das sein? Was gehört alles zur NASA?
Da gibt es doch viele Standorte in vielen Bundesstaaten!
Wie viele Büros und Mitarbeiter mögen das sein?
Bekommen die Mitarbeiter anderer Firmen, die ständig in Gebäuden und Büros der NASA arbeiten, auch neue Rechner?

Beachtlich finde ich auch, daß die Firma Microsoft wieder leer ausgeht - besonders auch beim Betriebssystem!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Marauder am 25. Mai 2007, 13:20:18
Linux ist billig und die Nasa muß sparen. Linux ist flexibler und effizienter - Windows schleppt immer den Overhead einer grafischen Oberfläche mit, Linux nur dort, wo sie wirklich gebraucht wird. Außerdem ist Linux als System wesentlich Entwicklerfreundlicher, weil offen. Bei Windows sind ettliche Bereiche gar nicht oder nicht ohne weiteres zugänglich, insbesondere auf den tieferen Systemebenen. Wenn man davon ausgeht, daß die Nasa viele Spezialanwendungen benötigt, die auch nur von der Nasa benötigt werden und sie diese vielleicht gar selbst entwickelt, ist Linux schon naheliegend. Bei Microsoft begibt man sich viel stärker in irgendwelche Abhängigkeiten.  Zudem sind zumindest einige Linuxdistributionen sehr umfangreich mit "Standartsoftware" ausgestattet, die z.b. bei Microsoft teuer gekauft werden müßten. Alles in allem also viele gute Gründe für diese - IMHO genau richtige - Entscheidung.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 25. Mai 2007, 14:31:34
Naja,

Linux ist nicht immer billiger und besser. Vor kurzem gab es Nachrichten aus einer englischen Stadtverwaltung, die wieder auf Windows umrüstet, weil es im Betrieb billiger ist (nach deren eigener Vergleichsrechnung und Erfahrung mit Linux).
Außerdem Sicherheit: Trotz aller Unkenrufe ist Microsoft mit der Geschwindigkeit bei der Updateentwikcklung und -bereitstelltung mit am schnellsten. Bei anderen Anbietern muss man z.T. deutlich länger warten. Windows ist nur auffälliger und öfters in den Nachrichten mit Sicherheitsproblemen, da es so weit verbreitet ist. Auch andere Betriebssysteme werden ihre Schwachstellen haben. Nur werden sie seltener gefunden.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: paygar am 26. Mai 2007, 00:50:26
Bei den kosten halte ich mich raus, das kann ich nicht beurteilen. Aber es stimmt das es mehr Sicherheitsprobleme in Windows gibt, einfach daher das Microsoft das Ziel der meisten Hacker ist und dafür auch mehr Würmer und Trojaner im Netz umherschwirren. Lass deinen Windows PC einfach mal zwei Tage ohne Virenscanner und Firewall laufen, danach funktioniert nicht mehr viel. Wenn ich das dagegen mit meiner ubuntu-Distribution mache passiert nichts.
Und Linux-Distributionen wie ubuntu und KDE werden auch oft geupdated, wenn zum Beispiel Sicherheitslücken aufgetreten sind.

paygar
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Speedator am 26. Mai 2007, 10:58:13
Eigentlich ist genau das bei Windows das Problem, dass Bugfixes recht lange brauchen. Teils dauerte das ganze ein Jahr.

Aber ich denke mir mal primär geht es um die Anpassungsfähigkeit des Systems, dass man bei Linux wirklich detailliert anpassen kann. Auch wenn man dann für spezielle Teile bei MS anfragt, kann das mit unter dauern, bzw. garnicht funktionieren. Bei MS haben die Entwickler nämlich nicht einmal immer intern Einsicht in alle Bausteine, die für sie wichtig sind, was bezgl. irgendwelcher "Informationsicherung" durchaus Sinn macht, aber der Entwicklung nicht förderlich ist.

Und bei dem Volumen gibt es sicherlich noch ganz andere Einsparpotentiale, als bei Städchen. Sachen wie "Dokumentenkompatibilität zu MS" spielt dabei z.B. eine wesentlich weniger zentrale Rolle etc..
Titel: Re: NASA
Beitrag von: James am 28. Juni 2007, 13:06:59
Hallo!

Nicht so üble Nachrichten über die Finanzierung

Ein Finanzausschuß des Senates hat vorgeschlagen die NASA nächstes Jahr mit einem Budget von 17,45 Milliarden
Dollar auszustatten. dies sind ca. 150 Millionen Dollar mehr als vom weissen Haus beantragt wurden.
Sen. Barbara Mikulski, Ausschußvorsitzende, sagte es solle ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem bemannten Programm der NASA - welches in voller Höhe der Anfrage finanziert wird - und dem Forschungs- und Luftfahrtprogramm hergestellt werden.
Das NASA "Science Mission Directorate" wird 5,66 Milliarde Dollar, ca. 140 Millionen über dem Antrag, erhalten.
Davon entfallen ca. 1,64 Milliarden Dollar auf das Erderforschungungprogramm, ca. 130 Millionen über dem Antrag.
Der "Exploration Systems" Sektor wird mit 3,9 Milliarden Dollar, und der Sektor "Aeronautics Research" wird
mit 554 Millionen Dollar finanziert - beide auf dem Level des Antrags.
Sen. Richard Shelby (Alabama) ergänzte das das Budget Mittel für einen von der NASA gestrichenen Robotic Lunar Lander beinhaltet (gabs da nicht schon mal eine Diskussion das diesen doch eh niemand braucht, weil dieser die Erkenntnisse von den bereits durchgeführten unbemannten und bemannten Landungen kaum groß werweitern wird können? - würde der am Marshall Space Flight Center gebaut? - MSFC liegt in Alabama.
Aber Sonden waren doch immer eher was für das JPL in Californien)
Mikulski erwähnte gegenüber Reportern das sie weiterhin vorhat die NASA mit zusätzlichen Mitteln auszustatten um Finanzabgänge in Folge des Columbia Unfalles abzudecken, aber das noch nicht entschieden ist, wann dies erfolgen soll.

m.f.G.
James
                                                                                                                                                                               Quelle: Space.com
Titel: Re: NASA
Beitrag von: James am 31. Juli 2007, 13:19:25
Hallo

Am 26 July ist das Budget der NASA, wenn es nicht durch ein Veto des Präsidenten gekippt wird, durch das Representantenhaus auf 17,6 Milliarden Dollar erhöht worden.
Dies ist somit eine Erhöhung von immerhin 1,4 Milliarden Dollar verglichen mit dem 2007er Budget. Der republikanische Abgeordnete Alan Mollohan gab an das der Präsident seine eigene Vision for Space Exploration nicht ausreichend mit Mittel versehen hätte. Die viereinhalbjährige Lücke zwischen Einstellung des Shuttles und der Orion und Ares Indienststellung sei hauptsächlich durch die Unterfinanzierung begründet.
Der Präsident ist "eingeladen" "notwendige" Mittel für die Space Exploration Vision zu legitimieren.

Noch nicht das was wir uns wünschen würden, aber wer weiß, vielleicht wirds ja doch noch was....

m.f.G.
James
                                                                                                                                                                               Quelle: Space.com
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 30. August 2007, 07:43:53
Auf www.space-travel.com wird etwas zur Zukunft und zu Problemen der NASA berichtet, bzw. eine Meinung formuliert:

http://www.space-travel.com/reports/NASA_Troubled_Future_999.html

Zusammenfassung:
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Speedator am 31. August 2007, 19:25:04
Forscher klagen gegen Nasa-Schnüffelfragen (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,503257,00.html)

28 Mitarbeiter des JPL verklagen die NASA, weil diese von ihnen verlangt einen Bogen zu unterzeichnen der allerlei privates abfragt. Z.B. wird nach Schulden, Ex-Arbeitgebern, Freunden gefragt. Außerdem soll man unterschreiben, dass man Nachforschungen über die eigene Person zustimmt. Dies alles wird im Homeland Security Presidential Directive 12 verordnet. Falls man sich weigert den Bogen auszufüllen fliegt man aus dem JPL.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Marauder am 31. August 2007, 20:05:30
Richtig so. Die Tendenz geht ja auch bei uns immer mehr zum Polizeistaat, bis hin zum offenen Verfassungsbruch.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 31. August 2007, 20:09:37
Wenn man in sicherheitsrelevanten Bereichen arbeitet, ist so etwas Standard. Ich kenne das auch.
Hier kommt nur eben die plötzliche Verschärfung zum Tragen, da anscheinend der betroffene Personenkreis erweitert wurde.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: roger50 am 31. August 2007, 20:21:39
N'abend,
hier noch der Link zu einem entsprechenden Artikel in SPIEGEl ONLINE:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,503257,00.html

Ist der amerikanische Sicherheitswahn, geht m.E. entschieden zu weit. Was geht meinen Arbeitgeber mein Liebesleben an?

Die Homeland Security der USA ist natürlich auch bedroht, wenn sie nicht schon im Vorab wissen, was ich an Bord des Fliegers gegessen habe ! >:(

Kopfschüttelnd
roger50

Titel: Re: NASA
Beitrag von: Speedator am 31. August 2007, 20:27:06
Ja, wenn du z.B. keinerlei Schwein während des Flugs isst, bist du schon mal höchst verdächtig!
Ich finde sowas schon sehr suspekt.

PS: Den Link findest du bereits in meinem Post ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: roger50 am 31. August 2007, 20:33:13
N'abend Speedator,

Zitat
PS: Den Link findest du bereits in meinem Post

Sorry, hatte nicht erkannt, daß Deine "Überschrift" im Beitrag einen Link darstellte. Na, doppelt hält besser ;)

Gruß
roger50
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 11. Oktober 2007, 11:32:43
-Gelöscht-
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 11. Oktober 2007, 12:04:55
Ähh ... hallo? Ist denn schon der 1. April?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 11. Oktober 2007, 12:08:53
Ah ja ...

655 Millionen US$ ... um bis 2017 WLAN zu installieren?

Und man plant also WLAN-Roboter in das Space-Center zu schicken, um auf den Tischen die besten Modemstellplätze zu erkunden ...

usw ...

tobi tobi ...   ;) ::)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 11. Oktober 2007, 12:31:22
Jaja, schon gut. :-[
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 22. Dezember 2007, 10:01:38
Moin,

soeben in den Nachrichten gehört:

Die NASA hat die nächste Mars-Mission um zwei Jahre auf 2013 verschoben. Bei einem der beiden möglichen Hersteller der Raumsonde *Scout* seien Interessenkonflikte aufgetreten Die Probleme könnten nicht schnell genug ausgeräumt erden, um den bisher geplanten Termin einzuhalten. Die Mission müsse nun um zwei Jahre verschoben werden, weil zwischen den möglichen Startfenstern 26 Monate lägen.

Jerry
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 22. Dezember 2007, 10:09:44
Hmmm,

das verstehen ich jetzt überhaupt nicht. Phoenix ist doch schon unterwegs. Kannst du die Quelle dieser Information nennen?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 22. Dezember 2007, 10:32:12
Moin,

ich habe diese Nachricht jetzt in diesen Thread gepackt. *Phoenix* war auch nicht gemeint, sondern *Scout* >>> (http://www.planet-smilies.de/x-mas/x-mas_024.gif) (http://de.wikipedia.org/wiki/Mars_Scout_Programm).

Jerry
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Holi am 22. Dezember 2007, 10:38:32
Hallo,

hier ist die Pressemitteilung der NASA zum Thema:

http://www.nasa.gov/home/hqnews/2007/dec/HQ_07283_Mars_Scout_Missions.html

Gruß
Holi
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 22. Dezember 2007, 10:41:53
Moin,

hier der Presseticker >>>

Zitat gelöscht.


Jerry
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Nitro am 22. Dezember 2007, 11:45:03
Es geht dabei um die nächste Sonde im "Mars-Scout Programm". Pheonix war die erste dieser Sonden. Nur damit hier keine Verwechslungen entstehen. Der Name der Sonde ist noch nicht entschieden, genausowenig ihre Funktion. Sie heißt also nicht wirklich Scout. ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 26. Dezember 2007, 12:11:39
Die NASA möchte 2008 so schnell wie möglich Gespräche mit ESA und JAXA über die nächsten Planetenmissionen führen. Im Gespräch sind ein Europa-Explorer, ein Titan Explorer und ein Jupiter Orbiter. Die NASA kann 2 Milliarden $ für eine solche Mission zur Verfügung stellen.

Quelle:
http://www.livescience.com/blogs/2007/12/25/nasa-outer-planet-mission-studies-international-collaboration/
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 03. Januar 2008, 12:51:58
Die NASA hat ein Vertrag mit ZERO-G, einer amerikanischen Firma die Parabelflüge für Touristen anbietet, abgeschlossen, der mehrere Parabelflüge für die NASA beinhaltet. Die Flüge sollen für wissenschaftliche Experimente aber auch für die Entwicklung des Crew Exploration Vehicles und die Ausbildung von Astronauten genutzt werden.

Quelle:
http://www.spaceref.com/news/viewpr.html?pid=24394
Titel: Re: NASA
Beitrag von: alpha am 01. Februar 2008, 22:45:57
Das Multi-Program Integrated Milestones-Dokument der NASA wurde offensichtlich aktualisiert. Es listet alle Flüge zur ISS auf. Wie immer sind auch COTS-Meilensteine, Eckpunkte im Constellation-Programm und dergleichen vorhanden.

Zum Download wie immer unter folgender Adresse:
http://www.nasa.gov/mission_pages/shuttle/news/index.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: STS-49 am 04. Februar 2008, 20:32:20
Hallo,

Der Buget Plan der NASA  für FY 2009 ist draußen.

Hier gibts die PDFs:
http://www.nasa.gov/news/budget/index.html

(bedeutet FY=FlightYear ????? :-/)

nico
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Cape_Franken am 04. Februar 2008, 21:18:36
Zitat
(bedeutet FY=FlightYear ????? :-/)

Richtig. :)
Hier ist das Press Release, damit man sich nicht das hunderte von Seiten lange pdf anschauen muss:

http://www.nasa.gov/home/hqnews/2008/feb/HQ_08034_FY2009_budget.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: radi am 04. Februar 2008, 21:18:45
Wahrscheinlich Fiscal Year = Finanz Jahr.

Radi
Titel: Re: NASA
Beitrag von: roger50 am 04. Februar 2008, 22:08:49
N'abend,

ja, FY steht für Fiscal Year. Das beginnt in den USA immer am 1.Oktober des Vorjahres.

Das FY 2009 geht also vom 1.10.2008 bis zum 30.09.2009.  ;)

Gruß
roger50

Titel: Re: NASA
Beitrag von: Cape_Franken am 04. Februar 2008, 22:58:49
Ja, richtig, Fiscal Year kann es auch heißen.
Und wenn es ums Budget geht wird wohl Fiscal Year gemeint.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Manuel am 05. Februar 2008, 00:00:03
Entsprach eigentlich das Budget den Erwartungen oder war es höher oder niedriger?
Wie lange vorher weiß die Nasa wie groß das Budget ungefähr wird?

Gruß Manuel
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Cape_Franken am 05. Februar 2008, 09:08:50
Zitat
Entsprach eigentlich das Budget den Erwartungen oder war es höher oder niedriger?

Das Budget ist um 1.8 Prozent gestiegen. Aber das wusste man auch schon letztes Jahr.

Zitat
Wie lange vorher weiß die Nasa wie groß das Budget ungefähr wird?

Das Dokument in Nikos Post geht bis 2013.

Titel: Re: NASA
Beitrag von: Manuel am 05. Februar 2008, 10:11:14
Danke!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 12. Februar 2008, 07:37:30
Interessant finde ich die Wissenschaftsprioritäten bei dem neuen Budget:
Gerade bei der Budgetzuweisungen der letzten Jahre für die Erdbeobachtung gab es bei der NASA "Probleme". Man fühlte sich in Rückstand geratend und möchte jetzt wohl verlorenen Boden wieder gut machen. Dass der Mond wieder interessanter wird, war ja absehbar.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: charly am 14. Februar 2008, 20:35:14
Zitat
Guckst du hier:
http://raumfahrt.blogg.de/eintrag.php?id=67
Ich habe mal eine wichtige Frage: ist das Mondmobil und die Amerikanische Flagge noch auf den Mond??? ::)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 14. Februar 2008, 21:18:15
Eine Aufräumaktion gab es noch nicht auf dem Mond ;) ... es ist also alles noch da.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Holi am 23. Februar 2008, 10:06:07
Hallo,

lt.NASA soll John Shannon neuer Space Shuttle Programm Manager werden. Wayne Hale, bisheriger Shuttle Programm Manager, nimmt neue Aufgaben in Houston war:

http://www.nasa.gov/home/hqnews/2008/feb/HQ_08065_New_Shuttle_Manage.html

Gruß
Holi
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Pirx am 04. März 2008, 08:17:14
Guten Morgen !

Bei der NASA  gibt es wohl erhebliche Probleme bei der Nutzung von E-Mail durch die Beschäftigten. Diese sollen keine vollständigen Anleitungen besitzen und nicht ausreichend trainiert sein, um das Mailsystem so zu nutzen, das nichts wichtiges übersehen wird, und die bei NASA gültigen Anforderungen an eine E-Mail Archivierung erfüllt werden.

45 % aller Beschäftigten hätten nicht gewusst, dass man die wichtigen, zu bearbeitenden E-Mails auch archivieren hätte müssen, und die Beschäftigten hätten weiterhin nicht gewusst, wie diese Archivierung zu erfolgen hätte.

Siehe auch: http://www.fcw.com/online/news/151818-1.html

Gruß

Thomas


Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 07. März 2008, 15:15:19
Der NASA-Chef hat vorgestern am Goddard Memorial Symposium eine Rede gehalten. Darin kritisiert er, dass viele Unternehmen, die um staatliche Finanzierung ersuchen, nur am eigenen Profit interessiert sind und nicht am Fortschritt der Raumfahrt im Allgemeinen.

Zitat
Over the course of my career in this business, I have often been disheartened by the large number of diverse, I can only say ‘entrepreneurs’, in search of NASA funding who place their self interests over the greater good of the aerospace community

Er will, dass ein solches Verhalten geächetet werden soll.

Zitat
If we wish a better reality for tomorrow, we as a community must police this behavior; those who engage in it must be made to feel, and must be, unwelcome in the community at large

Außerdem meint er, dass die Glaubwürdigkeit der NASA an den vielen Kostenüberschreitungen massiv gelitten hat. In Zukunft wünscht er sich mehr Nutzung von kommerziellen Anbietern. Erst kürzlich hat die NASA eine Kooperation bezüglich Parabelflügen mit Zero-G unterschrieben.
Die aufkeimenden kommerziellen Raumfahrtfirmen bezeichnet er als fast vollkommen "gut".

Zitat
entrepreneurial commercial space endeavors that seem to be burgeoning in this country and maybe even elsewhere—I view them as almost unmitigated good

Quelle:
http://www.spacepolitics.com/2008/03/06/griffins-hopes-for-today-more-commercialization-less-divisiveness/

Ganze Rede ist hier:
http://www.spaceref.com/news/viewsr.html?pid=27239
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MX87 am 09. März 2008, 04:16:20
Vlt wird die Raumfahrtsparte der NASA ja irgendwann privatisiert?





Die obige rethorische Frage nicht so ernst nehmen ;) Aber ich denke dass der Aufbruch ins All im Moment vor allem im privaten Sektor langsam so richtig anfängt "etwas sehr großes" zu werden. So gesehen kann man SpaceShipOne als privates Raumfahrt-Pendant zum Wright-Flyer verstehen und wir wissen belkanntlich wie die Luftfahrt 100 Jahre später aussah. ;)
Dass eine große Behörde wie die NASA private Firmen fördert, gibt der ganzen "Bewegung" einiges an seriösität und lässt die NASA Makretingtechnisch nicht als überholten Dinosaurier da stehen. Wobei letzteres aus meiner Sicht durchaus eintreten könnte und die NASA wird irgendwann in der Zukunft als Relikt aber nicht als Speerspitze der Raumfahrtforschung dastehen, oder um eines meiner Lieblingsbücher (und Filme), nähmlich Fight Club zu zitieren:

"Wenn die Erforschung des Weltalls erstmal richtig abgeht, werden es die großen Konzerne sein, die allem einen Namen geben: Die IBM-Sternen-Sphäre, die Microsoft-Galaxie, Planet Starbucks…"
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Pirx am 09. März 2008, 17:22:05
Zitat
Vlt wird die Raumfahrtsparte der NASA ja irgendwann privatisiert?
..Die obige rethorische Frage nicht so ernst nehmen ;) Aber ich denke dass der Aufbruch ins All im Moment vor allem im privaten Sektor langsam so richtig anfängt "etwas sehr großes" zu werden. So gesehen kann man SpaceShipOne als privates Raumfahrt-Pendant zum Wright-Flyer verstehen und wir wissen belkanntlich wie die Luftfahrt 100 Jahre später aussah. ;)
Dass eine große Behörde wie die NASA private Firmen fördert, gibt der ganzen "Bewegung" einiges an seriösität und lässt die NASA Makretingtechnisch nicht als überholten Dinosaurier da stehen. Wobei letzteres aus meiner Sicht durchaus eintreten könnte und die NASA wird irgendwann in der Zukunft als Relikt aber nicht als Speerspitze der Raumfahrtforschung dastehen, oder um eines meiner Lieblingsbücher (und Filme), nähmlich Fight Club zu zitieren:

"Wenn die Erforschung des Weltalls erstmal richtig abgeht, werden es die großen Konzerne sein, die allem einen Namen geben: Die IBM-Sternen-Sphäre, die Microsoft-Galaxie, Planet Starbucks…"

Some comments:

- "wie die Luftfahrt 100 Jahre später aussah"
Zu Beginn dieses Zeitraums war es Einzelpersonen möglich, entscheidene Entwicklungssprünge zu erreichen und umzusetzen, am Ende dieser Periode bestimmten insbesondere wirtschaftliche Erwägungen Entwicklungsziele und Erfolge.

- "vor allem im privaten Sektor langsam so richtig anfängt "
Was ist in den Staaten "privat"?. Man spricht nicht ganz ohne Grund vom militärisch-industriellen Komplex....

-"die NASA Makretingtechnisch nicht als überholten Dinosaurier da stehen"
Unabhängig von der Bewertung irgend wessen Marketings: Ich halte NASA in ihrer jetzigen Form ganz grundsätzlich für einen Dinosaurier.

-"werden es die großen Konzerne sein, die allem einen Namen geben"
Kann man das wollen ? Ich mag so etwas nicht wirklich. Ein starker Staat, ggf. eine starke Weltregierung, muss m.E. sicherstellen, dass Geist, Forschung, Wissenschaft und Entwicklung freie Entfaltungsmöglichkeiten haben. Die Fortentwicklung von Mensch und Wissen darf nicht von kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen irgendwelcher Oligarchen abhängig sein.

Gruß

Thomas
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MX87 am 09. März 2008, 19:17:51
Zitat
Some comments:

- "wie die Luftfahrt 100 Jahre später aussah"
Zu Beginn dieses Zeitraums war es Einzelpersonen möglich, entscheidene Entwicklungssprünge zu erreichen und umzusetzen, am Ende dieser Periode bestimmten insbesondere wirtschaftliche Erwägungen Entwicklungsziele und Erfolge.

Ich meinte den Vergleich in etwa so: Der Wrigh-Flyer war für die Luftfahrt das, was das SpaceShipOne für die private bemannte Raumfahrt sein könnte. Vlt kann man ja im Jahr 2108 mit "Lufthansa Space" als Weltraumtourist zu einer Mondstation fliegen. Quasi als "die etwas andere Kreuzfahrt" ;)

Zitat
- "vor allem im privaten Sektor langsam so richtig anfängt "
Was ist in den Staaten "privat"?. Man spricht nicht ganz ohne Grund vom militärisch-industriellen Komplex....

SpaceX gehört Elon Musk und da er nicht im Staatseigentum ist nehme ich mal an, dass man SpaceX und auch Bigelow Aerospace, Virgin Galactic usw als private Firmen bezeichnen kann.
Der militärisch-industrielle Komplex das sind Boeing, Lockheed Martin, Rocketdyne usw

Zitat
-"die NASA Makretingtechnisch nicht als überholten Dinosaurier da stehen"
Unabhängig von der Bewertung irgend wessen Marketings: Ich halte NASA in ihrer jetzigen Form ganz grundsätzlich für einen Dinosaurier.

Momentan siehts bei der NASA auch gut aus. Allerdings warte ich die Präsidentenwahlen ab, Barack Obama zB möchte das Constellation-Projekt für 5 Jahre aufs Eis legen und das Geld anderweitig verwenden. 4 Jahre dauert eine Dienstzeit und ob der dann wiedergewählte Obama oder sein Nachfolger noch den Mut für den Neustart von Constellation an den Tag bringen ist eine andere Frage. Unter Obama würde aus meiner Sicht die NASA in eine Art Koma fallen: wichtigstes Projekt gestoppt, evtl weiterbetrieb der Shuttles usw.
Hillary Clinton ist befürworterin der Mondpläne, wie es bei den Republikanischen Kanditaten aussieht ist mir nicht bekannt.
Letztenendes liegt die Politik der NASA immer damit zusammen was der amtierende Präsident bezwecken will.
Achja zum Thema Dinosaurier: Ein fossil mag die NASA nicht sein aber eine gelegentliche  hochnäsige Haltung gegenüber den Kollegen anderer Länder kann nicht abgestritten werden. Aktuelles Beispiel ist die ISS: Die Amerikaner wiederholen Experimente die die Russen bereits erfolgreich damals auf ihren Saljut-Stationen durchgeführt haben. Inoffizielle Quellen besagen, dass die Amerikaner auf den Kommentar der Russen (es seien unnötige Wiederholungen) mit stoischer Ignoranz reagiert hätten.

Zitat
-"werden es die großen Konzerne sein, die allem einen Namen geben"
Kann man das wollen ? Ich mag so etwas nicht wirklich. Ein starker Staat, ggf. eine starke Weltregierung, muss m.E. sicherstellen, dass Geist, Forschung, Wissenschaft und Entwicklung freie Entfaltungsmöglichkeiten haben. Die Fortentwicklung von Mensch und Wissen darf nicht von kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen irgendwelcher Oligarchen abhängig sein.

Das Zitat war nicht nur im Buch und Film, sondern auch von mir in schwerster Weise zynisch gemeint. Was ich damit ausdrücken wollte: Wahre Entdeckungen, Erfindungen, Fortschritte und ähnliches werden seit ewigen Zeiten aus Gier nach Geld oder sonstigen Vorteilen gemacht. Als Columbus gen Amerika (bzw. aus seiner Sicht Indien) segelte waren die Hintergedanken Machtgelüste und Gier nach Reichtum. Der direkte Weg gen Indien sollte Zeitersparnis (geringere Transportkosten, frischere Waren) und neue Resourcen (neuere, besser zugängliche Gebiete, zu denen zu kommen die Konkurrenz Probleme hat) bringen.
Aktuell wollen die Russen bekanntlich zum Abbau von Helium-3 zum Mond...

Allerdings gibt es bei "den Privaten" immer einen Vorteil gegenüber den Staatsbehörden: Die Konkurrenz schläft nicht und deshalb sind hier viele Abläufe optimiert, dynamischer und letztenendes kommen schneller Ergebnisse heraus. Das es hier auch Pfusch geben kann ist mir klar, aber das gab es auch bei der großen NASA oft genug.
Das Problem bei den Raumfahrtbehörden ist letztenendes immer, dass die Politik das Programm macht. Frisst das Constellation Projekt zu viel Geld, so wird es eingestellt, da ansonsten die Zeitungen schlecht schreiben und der Politiker schlecht dasteht. Dies ist jetzt zwar stark vereinfacht ausgedrückt, aber ich denke es ist klar was ich sagen will.

Eine Behörde ist oft zu sehr durch den "Drang nach positiven Medienmeldungen" durch die Politik und die oft naturgegebene Schwerfälligkeit einer Behörde gehindert. Ein Privatunternehmen operiert dynamischer mit schlankerer Kostenstruktur (zB SpaceX).

Irgendwann wird die NASA von den privaten Firmen in der bemannten Raumfahrt überholt, ob dies in 10, 20 oder in 100 Jahren passiert weis ich nicht.

PS: Entschudligung wenn ich im Beitrag öfter OT wurde...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 09. März 2008, 19:32:33
Wenn ihr wissen wollt, was bei der NASA schiefläuft, dieses Video anschauen:
http://www.ted.com/index.php/talks/view/id/4

Das ganze ist auf englisch und dauert ca. 20 Minuten. Das Video ist schon 2 Jahre alt, hat aber nichts von seiner Aktualität verloren!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: radi am 09. März 2008, 19:42:27
Die Privaten mit der NASA zu vergleichen, ist wie Äpfel und Birnen.... Die NASA ist ja nicht darauf ausgelegt Profit zu machen, was auch sehr gut ist . Es wird nie eine private Firma geben, die so Grundlagenforschung betreibt wie die NASA es tut, da das ein Thema ist, dass sich auf kurze bis mittelfristige Zeiträume(Manager und Entwickler im wirtschaftlichen Bereichen denken nicht weiter) garnicht rechnen kann. Desweiteren würde keine Firma wohl auf die Idee kommen, eine Sonde zum Pluto zu schicken ;), ok vielleicht als Marketing Gag  :D

Nichtsdestotrotz kommt den privaten Firmen bei der Erschließung des Sonnensystems eine äußerst wichtige Rolle zu. Anders wäre das auch garnicht machbar.

Gruß

Radi
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 09. März 2008, 19:46:07
Hallo Tobias,

OT, aber es war so schön:
Das  beste Zitat Burt Rutans aus dem Filmchen:

"Mars war in meiner Kindheit viel aufregender. Wir wussten, dass es da Pflanzen gibt aber NASA hat Mist gebaut und ist immer nur in den Wüsten gelandet."

Ich hab' mich hier vor Lachen weg geschmissen ;D.

Sonst finde ich seine Rede: etwas einseitig und polemisch. Aber er möchte ja anstacheln, also sei's ihm verziehen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: jok am 09. März 2008, 20:06:41
Zitat
Hallo Tobias,

OT, aber es war so schön:
Das  beste Zitat Burt Rutans aus dem Filmchen:

"Mars war in meiner Kindheit viel aufregender. Wir wussten, dass es da Pflanzen gibt aber NASA hat Mist gebaut und ist immer nur in den Wüsten gelandet."

...die landen schon immer an den richtigen Stellen  ;) aber die Tarnung der grünen Männchen ist perfekt  ;D ;D
wie man Hier (http://de.youtube.com/watch?v=0IcfCfWKF1A) gut sehen kann ;) ;)

gruß jok
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MX87 am 09. März 2008, 20:24:46
Das Video ist wirklich klasse. Wusste gar nicht, dass Burt Rutan einn so guten Showmaster abgibt ;)

Meine favoritiesierte Stelle allerdings: "...der Mond hat keine Atmospähre, wir können elliptische Flugbahnen durchführen und mit 10 Fuß über die Oberfläche fliegen. Das wird ein Spaß!" ;)

Er greift die Aufbruchsstimmung auf und bringt auf den Punkt was die NASA seit mitte der 70er Falsch machte: Anstatt weiter ins All vorzudringen oder wichtige Grundlagenforschung (Raumstationen wie die Russen, für Erfahrung sammeln für Langzeitflüge) zu betreiben wurde mit dem Shuttle im Erdorbit "rumgegurkt". Ich mag zwar das Shuttle aber de Milliarden wären beim Apollo Applications Program damals besser aufgehoben gewesen.
Wie die Raumfahrt seit Jahrzehnten im legen von Meilensteinen stagniert stellt er wirklich gut und anschaulich da.

Man stelle sich doch nur vor was bis heute gewesen wäre wenn das Apollo Applications Program durchgeführt worden wäre, Eine bemannte Mondbasis, ein bemannter Venus-Vorbeiflug und wahrscheinlich sogar eine Mars-Mission hätte es bereits gegeben.

Allerdings hat Rutan vergessen den Buran mitzuzählen. Die Russen haben sowohl Kapsel- als auch Raumgleiter-Technologie erprobt...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 26. März 2008, 17:13:43
Alan Stern, NASA's Associate Administrator for science, hat den Job gekündigt. Griffin hat die Kündigung akzeptiert. Kündigungsgrund ist noch unklar.

Quelle:
http://www.aviationweek.com/aw/generic/story.jsp?id=news/Resign03268.xml&headline=NASA%20Science%20Chief%20Alan%20Stern%20Resigns&channel=space
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 26. März 2008, 17:30:28
Der Direktor des Goddard Space Flight Centers, Ed Weiler, wird neuer Chef des Science Mission Directorate.

Quelle:
http://www.space.com/missionlaunches/080326-sn-stern-resigns.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 27. März 2008, 13:58:29
Hier ein Interview mit Ed Weiler:
http://www.space.com/news/080326-weiler-interview.html

Er wird hauptsächlich gefragt, welche Prioritäten er unter seiner Führung setzen will. Da er aber noch so gut wie keine Zeit hatte über seinen neuen Job nachzudenken, kann er dazu nichts sagen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 27. März 2008, 15:47:37
Stern galt ja als einer der möglichen Kandidaten für die Griffin Nachfolge, das dürfte sich damit wohl erledigt haben.

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Romsdalen am 30. März 2008, 11:37:51
hallo zusammen,
ich lese (und lerne) hier schon länger und nun habe ich mich endlich mal offiziell angemeldet.
und eine frage bzw. ein problem habe ich natürlich auch gleich:
kann das sein, dass www.nasa.gov seit tagen offline ist?
vielen dank schonmal!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 30. März 2008, 11:41:23
Guten Morgen Romsdalen und willkommen.

Die Website der NASA ist online. Seit ein paar Wochen gibt es nur ein neues Design.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Romsdalen am 30. März 2008, 11:44:23
danke für die schnelle Antwort. Dann scheine ich hier wohl ein lokales Prbblem zu haben.  :(
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 21. April 2008, 14:02:54
Drei ehemalige NASA-Administratoren sprechen über ihre schlechtesten und besten Entscheidungen. Außerdem beurteilen sie das Constellation Programm:
http://thespacereview.com/article/1111/1
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Speedator am 30. April 2008, 00:30:27
Schon ein paar Tage alt(hatte gedacht ich hätte es hier auch gelesen ^^):
NASA plant 5G-Netzwerk mit Nanosatelliten (http://www.tecchannel.de/kommunikation/news/1756120/)

Mit Hilfe von einer Vielzahl von sogenannten Nano- und Microsatelliten soll ein effektives und kostengünstiges Kommunikationssystem entstehen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 06. Mai 2008, 12:25:05
Die NASA wird demnaechst ueber 100 Stunden von Filmmaterial in HD aus den letzten 50 Jahren der Oeffentlichkeit verfuegbar machen. Die Filmaufnahmen werden heute in Capitol vom NASA-Administrator vorgestellt. Darunter sind unter anderen dramatische Bilder vom ersten amerikanischen Ausstieg eines Menschen in das Weltall, Bilder vom Mond, Bilder von den Anfaengen des Astronautentrainings und Bilder vom Apollo-Soyuz Projekt.

Quelle:
http://www.msnbc.msn.com/id/24473708/
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 07. Mai 2008, 20:58:05
Das TIME Magazine hat Mike Griffin unter die 100 einflussreichsten Menschen der Welt gewählt. Er ist auf Platz 55.

Link:
http://www.time.com/time/specials/2007/article/0,28804,1733748_1733754_1735694,00.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Holi am 08. Mai 2008, 06:55:46
Hallo,

Zitat
Die NASA wird demnaechst ueber 100 Stunden von Filmmaterial in HD aus den letzten 50 Jahren der Oeffentlichkeit verfuegbar machen....

Ein kurzes Vorschauvideo zu diesem Projekt könnt Ihr Euch hier anschauen:

http://www.orlandosentinel.com/video/?slug=orl-nasa-discovery-definition-050608

Gruß
Holi
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 08. Mai 2008, 13:19:48
Coole Aufnahmen. :) Ich hoffe das konmmt nicht nur auf Discovery Channel, sondern wird auch frei ins Internet gestellt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Rachanol am 13. Mai 2008, 13:15:22
http://www.nasa.gov/home/hqnews/2008/may/HQ_M08089_Chandra_Advisory.html

Die Nasa gibt morgen auf einer Konferenz eine wichtige Entdeckung bekannt. Anscheinend wurde ein Objekt gefunden nach dem 50 Jahre lang gesucht wurde.
Es hat etwas mit dem Chandra Röntgenteleskop zu tun.

Ich bin schon gespannt was Sie gefunden haben.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 14. Mai 2008, 09:40:20
Die Pressekonferenz wird heute um 19:00 MEZ stattfinden.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Manuel am 14. Mai 2008, 22:26:12
Was hier schon jemand was dazu?????
Ich mein zu der Pressekonferenz?

Gruß Manuel
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 14. Mai 2008, 22:31:12
Schau hier:
http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=622.msg#msg
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Holi am 20. Mai 2008, 10:14:27
Hallo,

NASA-Mitarbeiter Jesco von Puttkamer ist zu Besuch in Deutschland. Dabei wird er u.a. heute Abend an der Uni Magdeburg einen Vortrag zum Thema: "zurück zum Mond und weiter zum Mars" halten. Mehr darüber erfahrt Ihr hier:

http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/sachsen_anhalt/?em_cnt=1039638

Gruß
Holi
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Holi am 29. Mai 2008, 15:33:40
Hallo,

Nochmal zum NASA Film "When We Left Earth":

Einige kurze Vorschauclips gibt es auf der Website von Discovery Channel:

http://dsc.discovery.com/video/player.html?bctid=1564516186

Unten Links bei Search "When We Left Earth" eingeben, und schon hat man mehrere Clips zur Auswahl, u.a. von Apollo, Gemini und Space Shuttle...

Gruß
Holi
Titel: Re: NASA
Beitrag von: sr am 14. Juni 2008, 10:33:33
Hallo,
es sind 2 neue HD Filmchen da
http://www.nasa.gov/multimedia/hd/index.html
Ich hoffe ich bin mit der Nachricht am richtigen Platz.
Schönes Wochenende allen
sr
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Holi am 22. Juni 2008, 10:31:49
Hallo,

Astronautin Barbara Morgan plant die NASA zu verlassen. Sie wird ab August 2008 für die Boise State University arbeiten. Barbara flog im August 2007 mit Endeavour (STS-118) als Missionsspezialist zur Internationalen Raumstation ISS.

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up016723.jpg)
[size=9]Bild: NASA - Barbara Morgen während STS-118[/size]

Quelle: http://www.nasa.gov/mission_pages/shuttle/main/morgan.html

Gruß
Holi
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 30. Juni 2008, 15:02:26
Zitat
MOSKAU, 30. Juni (Andrej Kisljakow, RIA Novosti). NASA-Chef Michael Griffin hat seinen Sommer mit einer Rede vor der französischen Parlamentsgruppe für Weltraum-Fragen angefangen.

Diese Rede kann zweifellos als Zeugnis einer langfristigen Einstellung auf die US-amerikanische Zusammenarbeit mit Europa
im Weltraum gewertet werden. Russland gehört dabei nicht zu den vorrangigen Richtungen.
quelle:http://de.rian.ru/analysis/20080630/112595525.html

Hört ihr da auch Eifersucht? ;D Was haltet ihr davon das der US Kongress die ISS kurzerhand als ein "nationales Laboratorium" benannt?

Hat jemand eine 2te Quelle zu der Rede von Griffin? Ich trau RIA nicht wenn sie diesen Ton anschlagen...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Nitro am 30. Juni 2008, 15:17:48
Nagut, was heißt kurzerhand? Das Ganze wurde ja damals im NASA Authotization Act 2005 beschlossen. Ist also immerhin schon drei Jahre alt die Entscheidung. Hinzukommt, dass es sich dabei ja "nur" um die amerikanischen Einrichtungen handelt.

Ich persönlich finde es ok, vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass die NASA sich ja sowieso langfristig von der ISS zurück ziehen will. Wenn statt dessen andere Experimente von SpaceDef oder auch Orbital Sciences dort oben in den U.S. Racks durchgeführt werden, wieso nicht? Es war ja auch schonmal ein rein kommerzielles Forschungsmodul angedacht, welches dann jedoch nie umgesetzt wurde. Und die MIR war in ihrem letzten Jahr auch mehr oder weniger in privater Hand.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: pulsar am 30. Juni 2008, 18:01:13
Mehr über National Laboratories

The United States Department of Energy National Laboratories and Technology Centers are a system of facilities and laboratories overseen by the United States Department of Energy (DOE) for the purpose of advancing science and helping promote the economic and defensive national interests of the United States of America. Most of the DOE national laboratories are actually federally funded research and development centers administered, managed, operated and staffed by private corporations and academic universities under contract to DOE. The 2005 NASA Authorization Act designated the U.S segment of the International Space Station as a national laboratory with a goal to increase the utilization of the ISS by other Federal entities and the private sector.

http://en.wikipedia.org/wiki/National_lab
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 30. Juni 2008, 22:46:58
Zitat
Nagut, was heißt kurzerhand? Das Ganze wurde ja damals im NASA Authotization Act 2005 beschlossen.
Ah, danke euch zwei - sowas dachte ich mir schon...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Pirx am 24. Juli 2008, 08:25:38
Lt. http://media.www.lsureveille.com/media/storage/paper868/news/2008/07/22/NewsUpdate/Nasa-Report.Clears.Okeefes.Name.443.P.m-3393853.shtml
wird dem ehemaligen NASA Administrator Sean O'Keefe Verschwendung in Zusammenhang mit nicht wirklich notwendigen Dienstreisen vorgeworfen.

NASA wolle die Kosten, die man als verschwenderische Ausgaben betrachte, nicht zurückfordern, und sehe kein bewusstes Fehlverhalten O'Keefes.

Es geht um zwei Reisen, 2003 als Redner nach Syracuse, und 2004 zur Ernennung als einer der Top 100 Irish Americans.

Gruß   Thomas

Titel: Re: NASA
Beitrag von: gorgoyle am 24. Juli 2008, 11:08:32
Irgendwo kleinlich! Aber die nächsten 30 mal wenn dieser Sean O'Keefe zum einen der Top 100 Irish Americans ernannt wird, muß er das aus eigener Tasche zahlen! Was kostete denn einer dieser bekanntnermassen teuren amerikanischen Inlandsflüge?  Die Motivation hinter Aktion wird wohl eine andere sein als unrechtmäßig verwendete $100.  Wer regt sich denn darüber während seiner Arbeitszeit auf und was verdient derjenige die Stunde und von wem werden diese Stunden bezahlt? Da wurden doch nicht etwa $1000 Lohnkosten aufgewendet um $100 Verschwendung nachzuweisen?!?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Holi am 24. Juli 2008, 23:32:26
Hallo,

Die NASA hat zusammen mit Internet Archive (http://www.archive.org/) eine neue Website gestartet. Dort soll eine große Sammlung von Fotos und Filmaufnahmen der NASA in einer Art Bibliothek zusammengefasst werden:

http://www.nasaimages.org/

http://www.nasa.gov/home/hqnews/2008/jul/HQ_08173_NASAIMAGES_rollout.html

Gruß
Holi
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 01. August 2008, 08:46:31
Griffin will zurücktreten, wenn der nächste US-Präsident das Constellation Programm nicht unterstützt.

Quelle:
http://www.flightglobal.com/blogs/hyperbola/2008/07/griffin-ill-resign-if-the-next.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 01. August 2008, 09:44:48
Das ist ja eigentlich klar.
Es ist den USA üblich, dass die Spitzebeamten (und ein solcher ist der NASA Administrator), mit Amtsübernahme einer neuen Administration ihren Rücktritt anbieten.
In aller Regel wird dieser Rücktritt auch angenommen, weil die neue Regierung die Posten mit ihren eigenen Leuten besetzen will.
Meist bleiben sie allerdings noch eine Weile geschäftsführend im Amt, bis ein Nachfolger ernannt ist.
Es gab auch schon Fälle, bei denen der amtierende NASA Administrator von der nächsten Regierung übernommen wurde.
Wenn Obama gewählt wird, wird das diesmal sicher nicht so sein.

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 26. August 2008, 17:50:05
Eine Abschiedsnachricht eines Mitarbeiters am MSFC:
http://www.nasawatch.com/archives/2008/08/a_farewell_mess.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 26. August 2008, 17:56:06
Hmm ... sagt mir nichts.
Worum geht es da denn eigentlich?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 26. August 2008, 18:04:18
Es geht darum, dass der Autor der Email die NASA verlässt, weil er mit dem Managment am MSFC unzufrieden ist. Und dies ist keine Einzelmeinung, wie man an den Comments sehen kann.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 26. August 2008, 18:22:55
Hmmm,

bei solchen öffentlichen Meinungsäußerungen bin ich sehr skeptisch. Es ist immer "einfach" und gängig über die Chefs zu schimpfen und dabei Beifall zu ernten. Wir Außenstehende haben gar keinen Einblick und sollten solche "Informationen" kritisch einordnen.
Wer sich zu seinem Abschied noch mit einem lauten Abgesang präsentieren muss, ist mir eh suspekt. Wer weiß, was ihn zu seiner Äußerung veranlasst hat.

Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 07. September 2008, 16:24:50
In einer internen NASA Email hat sich Griffin heftig über die Politik ausgelassen:
http://www.orlandosentinel.com/news/space/orl-nasa0708sep07,0,4759952.story?page=2

Hier die Email:
(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up016722.jpg)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 07. September 2008, 16:52:38
Der Abschnitt über die Abhängigkeiten beim ISS-Betrieb ist, nun ja, interessant, bzw. die Formulierungen die er wählt. Es geht inhaltlich darum dass die Russen die ISS ohne die Amerikaner betreiben könnten, andersherum das Ganze natürlich nicht funktioniert. Die beiden "Partner" sind also nicht in gleichstarken Positionen.
Das ist nichts neues, aber die Wortwahl zu (theoretisch) möglichen Aktionen seitens der USA ist doch bemerkenswert:

Man könnte die ISS im politischen Powerplay als "Geisel" nehmen

Die Russen können die ISS ohne US-Mannschaft am Leben erhalten, solange die USA nicht aktiv Sabotage betreiben.
[/list]
Sprechen so Partner? Ich finde es interessant, dass dieses Schreiben veröffentlicht wurde. Die Russen werden das auch lesen ...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 07. September 2008, 16:57:45
Hallo Daniel,

das Schreiben wurde nicht "offiziell" veröffentlicht, es gab da wohl ein Leck in der NASA.

Bei Orlando Sentinel heißt es:

Zitat
The White House would not comment when asked about the e-mail. But a few hours later, Griffin penned a retraction.

"The leaked internal e-mail fails to provide the contextual framework for my remarks, and my support for the administration's policies," he said in a statement to the Sentinel.

Tobi
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 07. September 2008, 17:01:54
Dass das nicht offiziell raus ging, war mir schon klar. Da habe ich mich nur etwas falsch ausgedrückt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: gorgoyle am 07. September 2008, 22:18:56
Das Schreiben ist sehr interessant. Ich sehe jedoch nur eine im Grunde sehr nüchtern Analyse mit sarkastischer Anmerkung theoretischen Optionen jedoch keine Ambition zu fragwürdigen Aktionen.

Um seinem Partner viel Spass nach 2010 auf der ISS zu wünschen ist es auch im späten 2008 noch ein wenig früh. :)  Vll. werden die Space-Shuttles auch nicht ausser Dienst gestellt.

Einige Komponenten werden zwar nicht mehr produziert, aber das kann man fast schon als Vorteil sehen: weil es so teuer neue Komponenten zu ratifizieren sind sie aus technisch auch wirklich antiqutiert.  Wenn es genauso teuer ist die Produktion der alten Systeme wieder neu zu ratifizieren kann man bei der Gelegenheit gleich auch ein technisches Update machen.  Vll. kann man die Shuttle auch mit ISPR ausstatten?
Man sollte vll mal untersuchen, in wie weit Systeme die auf der ISS verwendet werden für das Shuttle zu gebrauchen sind. Diese System sollten zumindest weltraumgeprüft sein und logischer Weise auch moderner wegen der jüngeren Entwicklung.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Holi am 07. September 2008, 23:06:03
Hallo,

inzwischen gibt es auch ein offizielles Statement von Griffin zum Thema:

http://www.nasa.gov/home/hqnews/2008/sep/HQ_08220_griffin_statement_email.html
Bemerkenswert und auffällig ist, dass sich solche "Veröffentlichungen" in letzter Zeit häufen.  ;) :-X
So auch beim Interview von Spaceflightnow mit Admin-Griffin vom vergangenen Donnerstag:

http://spaceflightnow.com/news/n0809/04griffin/

Gruß
Holi
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Pirx am 14. September 2008, 15:18:25
Angesichts http://www.nasawatch.com/archives/2008/09/only_nasa_would.html interessiert mich insbesondere, wie NASA seine IT Infrastruktur über die USA verteilt und abgesichert hat. (Hat sie das?)  

Wenn es NASA notwendig erscheint, wegen eines Hurrikans einen Grossteil des NASA E-Mail Systems sicherheitshalber (?!) abzuschalten, so wie es in der Quelle gesagt wird, frage ich mich schon,  ob die IT-Infrastruktur nicht vielleicht auf sehr tönernen Füssen steht.

Ist es naiv, bei einem solchen Apparat wie der NASA verbunkerte, über das Land verteilte Rechenzentren zu erwarten, die automatische Lastverteilung und Funktionsübernahme im Fehlerfall beherrschen ?

Die Berichterstattung über die Ausweich-ISS-Flugleitung via Notebook aus einem Hotel bei Austin, die trotz allem mit Strom versorgte Geräte im JSC in Houston benötigt, irritiert mich im Zusammenhang genauso. (siehe http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/14092008104420.shtml ).  

Gewinnorientierte Unternehmen erkennen vielleicht eher den Sinn einer Absicherung der allgemeinen Betriebsfähigkeit, bei einer Behörde wie NASA hätte ein bedeutender Datenverlust meiner Meinung nach den Charakter einer Katastrophe wie der des Brandes der Bibliothek von Alexandria (ok, auch nicht wirklich ein sicheres Beispiel, ob damals bei diesem konkreten Ereignis tatsächlich in erheblichem Umfang Wissen verloren gegangen ist, ist auch strittig).

Gruß   Thomas
Titel: Re: NASA
Beitrag von: STS-49 am 01. Oktober 2008, 12:02:28
Hi,

              
Die NASA feiert heute ihren "Golden Anniversary" :)
http://www.nasa.gov/



nico
Titel: Re: NASA
Beitrag von: spacer am 01. Oktober 2008, 18:21:14
Herzlichen Glückwunsch von mir! [smiley=birthdays.gif]
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Luna am 06. Oktober 2008, 16:50:23
Hallo!

Ist mit "Golden Anniversary" der 50. Geburtstag der NASA gemeint?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Pirx am 06. Oktober 2008, 17:30:33
Hallo Luna !

Ja, es ist der Fünzigste. Was den 1.10. betrifft, so jährt sich da der Beginn der Tätigkeit von Nasa. Der Beschluss über deren Gründung erfolgte etwas vorher.

Ich zitiere Wikipedia:
"Am 29. Juli 1958 unterzeichnete Präsident Eisenhower den „National Aeronautics and Space Act“, der die Schaffung der NASA vorsah. Die neue Behörde nahm am 1. Oktober 1958 ihre Arbeit auf. Damals bestand sie aus vier Laboratorien und rund 8000 Mitarbeitern, die aus dem schon 43 Jahre alten National Advisory Committee for Aeronautics (NACA) stammten."
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/National_Aeronautics_and_Space_Administration

Gruß   Thomas
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Luna am 07. Oktober 2008, 19:03:23
Hallo!

Danke für die Antwort tonthomas!  8-)

Ich habe eine Frage zu der obrigen e-mail: Wie kann so was an die öffentlichkeit geraten?  :o
Titel: Re: NASA
Beitrag von: technician am 07. Oktober 2008, 20:11:15
Zitat
..... Wie kann so was an die öffentlichkeit geraten?  :o

ja Luna das ist manchmal schon ganz seltsam mit den Menschen:
- Manche mögen es gern, anderen zu schaden
- Manche leiden an Profilierungssucht
- Andere stöbern so lange im Dreck, bis sie etwas gefunden haben
- Manche denken sich etwas aus um anderen zu schaden
- Manche äußern sich unbedacht
- Machmal will man aber auch Staub aufwirbeln und sorgt selber für eine "ungewollte" Veröffentlichung.......

ich wünsche dir so etwas nie erfahren zu müssen...

Ich wünsche mir in Zukunft eine offene, ehrliche Menschheit, die in Frieden zusammenwächst und sich den großen Aufgaben des Lebens gemeinsam stellt.

Thomas
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Luna am 07. Oktober 2008, 20:49:53
Danke für die Antwort technician!  8-)

Ja, Menschen können echt seltsam sein.

Danke für den Wunsch, den du mir gegeben hast.

Das hier hast du echt sehr gut formuliert  :)  :D:


Zitat
Ich wünsche mir in Zukunft eine offene, ehrliche Menschheit, die in Frieden zusammenwächst und sich den großen Aufgaben des Lebens gemeinsam stellt.

Dieser Meinung bin ich auch.

Ich hoffe, ich habe das mit dem Zitieren ruchtig gemacht.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Luna am 08. Oktober 2008, 19:09:46
Hallo!

Hmm, diese e-mail ist hetzt wohl oder übel in der öffentlichkeit.  :o

Ich habe sie noch nicht gelesen, sondern nur was hier darüber steht. Ich würde sie eigentlich gern durchlesen aber irgendwie habe ich ein schlechtes Gefühl dabei.  :-[
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 08. Oktober 2008, 19:38:46
Hallo Luna,

lies lieber selbst, als dich auf unsere Meinungen hier zu verlassen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Luna am 08. Oktober 2008, 19:46:44
Danke für die Antwort Schillrich!  :)

Werde versuchen das schlechte Gefühl zu überwinden!  :-/
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Luna am 08. Oktober 2008, 21:58:56
Habe die e-mail jetzt gelesen.  :-X
Titel: Re: NASA
Beitrag von: technician am 08. Oktober 2008, 22:28:27
Super - das nenne ich Mut. Und was sagt dir dein Bauch jetzt?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Luna am 08. Oktober 2008, 22:30:06
Naja, etwas besser gehts mir jetzt schon! :)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Luna am 09. Oktober 2008, 17:12:27
Hallo!

Meinem Bauch geht es wieder gut!  :D

Gibt es schon was neues zu der e-mail?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 09. Oktober 2008, 18:11:37
Hallo,

was soll es Neues geben? Das war einfach nur eine Email, ohne viel Mehrwert. Das war's ...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Luna am 09. Oktober 2008, 18:34:37
Danke für die Antwort Schillrich!  :)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 16. Oktober 2008, 18:34:06
Moin,

in RIA kann man lesen: Bush segnet NASA-Etat für ISS-Betrieb ab

Bush hat am Mittwoch den vom Kongress bestätigten Gesetzentwurf über den NASA-Haushalt 2009 unterzeichnet, der auch die Finanzierung der *ISS* vorsieht.

Der NASA-Chef muss alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, damit die *ISS* weiterhin ein wichtiges und produktives Objekt für die Nutzung durch die USA, zumindest bis zum Jahr 2020, bleibt.

Es wird auch angeregt, bis 2010 einen zusätzlichen Shuttle-Flug zur *ISS* aufzunehmen, um ein *Alpha-Magnet-Spektrometer* und andere Forschungsgeräte zur Raumstation zu bringen. Hierfür könnten 150 Mio $ bereit gestellt werden.

Jerry


Titel: Re: NASA
Beitrag von: Spaci am 17. Oktober 2008, 17:04:38
Zitat
Der NASA-Chef muss alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, damit die *ISS* weiterhin ein wichtiges und produktives Objekt für die Nutzung durch die USA, zumindest bis zum Jahr 2020, bleibt.

2020?? Meinst du wirklich 2020, oder 2010?

Gruß
Spaci
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 05. November 2008, 18:30:38
Jetzt wo Barack Obama neuer US-Präsident wird, stellt sich die Frage ob er einen neuen NASA Administrator einsetzen wird. Was meint ihr? Wird es einen neuen NASA Administrator geben und wer könnte es werden?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 05. November 2008, 20:37:30
Ganz sicher wird es einen neuen NASA Administrator geben. Wahrscheinlich nicht gleich im Januar, aber Obama wird den Posten in absehbarer Zeit sicher neu besetzen.
Wer es wird? Schwer, eigentlich kaum zu sagen.

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 07. November 2008, 10:20:02
Es gibt erste Gerüchte, die besagen, dass Sally Ride neue NASA Administratorin werden könnte…ob da was dran ist? Wir werden sehen…

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: manuma am 07. November 2008, 10:36:18
Wäre keine schlechte Wahl  :) Würde wohl großen Wert auf die Sicherheit legen.

Hier gibt es ein paar Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sally_Kristen_Ride
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Chewie am 07. November 2008, 13:23:43
Dr. Sally Kristen Ride hat als überzeugte Demokratin im Wahlkampf pro Obama mitgewirkt.

In der Druckausgabe von "Aviation Week" wir sie auf einer kurzen Liste genannt die Obama für den Posten von Mike Griffin aufgestellt haben soll.

http://www.spacepolitics.com/2008/10/29/sally-ride-endorses-obama/

(http://theroyaltreatment.files.wordpress.com/2008/02/sallyride2.jpg)

Auch auf der Liste soll Dr. Chirinjeev Kathuria sein. Wobei dieser eher ein Republikaner ist.  :o

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up016720.jpg)

Er ist Vorstandsvorsitzender von PlanetSpace.

http://www.planetspace.org
http://en.wikipedia.org/wiki/PlanetSpace

Die bauen unter anderem den "Silver Dart" von dem im Forum schon mal die Rede war. Finde aber grade die Stelle nicht.

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up016721.jpg)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Speedator am 07. November 2008, 15:54:55
Zitat
Wobei dieser eher eine Republikanerin ist.  :o
Es ist durchaus üblich, dass einzelen Personen der jeweils anderen Partei mit ein paar Posten beglückt werden. Schwarzenegger ist z.B. auch ernsthaft also potentieller Umweltminister, neben Al Gore, gehandelt.
Da ist man deutlich durchlässiger.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Chewie am 07. November 2008, 16:03:45
Dann wir Mike Griffin also nicht deshalb ausgetauscht weil er ein Republikaner ist?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 07. November 2008, 16:51:12
Hallo,

wie KSC ja sagte, kann es bei diesem Posten eine Zeit dauern, bis er umbesetzt wird. Andere Bereiche habe bzgl. Personalentscheidungen höhere Dringlichkeit beim Wechsel der Administration in Washington. Wenn sich aber abzeichnen sollte, dass Constellation auf Eis gelegt werden soll, bleibt fasst keine andere Wahl als Griffin zu entlassen (meine Meinung). Da man aber für solche Entscheidungen Analysen und Zeit braucht, könnte sich das etwas hinziehen. Politische Überzeugung (Rep. vs. Democrat) dürften bei diesem Posten auch weniger eine Rolle spielen, als bei einem Ministerium, also direkter Regierungsarbeit.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Hofi am 09. November 2008, 10:52:49
Zitat
Dann wir Mike Griffin also nicht deshalb ausgetauscht weil er ein Republikaner ist?

Warum soll Mike Griffin abgesetzt werden??? Habe ich da etwas verpasst??

 :question :question :question
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Nitro am 09. November 2008, 13:12:54
Weil das zu erwarten ist. Es ist bisher meistens so gewesen, dass bei einem Regierungswechsel in den USA der NASA Administrator ausgewechselt wurde.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 10. November 2008, 09:05:15
Das ist in den USA etwas anders als bei uns.
Dort werden bei einem Regierungswechsel auch die Spitzenpositionen im Verwaltungsapparat (die NASA ist ja eine Behörde) ausgetauscht.
Obama wird ziemlich sicher einen neuen NASA Administrator ernennen.

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: GlassMoon am 25. November 2008, 22:45:22
Ich weiß nicht obs hier herpasst, aber was ich heute in den nachrichten gelesen hab, macht mir eher sorgen..
Zitat

Projekte, deren Nutzlosigkeit erwiesen sei oder die nur existierten, weil mächtige Politiker sie haben wollten, würden eingestellt, sagte er vor Journalisten in Chicago. Er erneuerte sein Wahlkampfversprechen, seine Mitarbeiter würden den Bundeshaushalt Zeile für Zeile durchforsten. Eine Haushaltsreform sei nicht bloß eine Option, sondern eine Notwendigkeit.
<- Obama

Man kann nur hoffen, dass das keine Andeutung in Richtung NASA sein soll!?!

Was meint ihr?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 26. November 2008, 06:38:19
Guten Morgen

warum sollte das auf die NASA gemünzt sein? Damit sind eher allgemein regionale Verschwendungsprojekte gemeint, wenn ein Abgeordneter lokale Projekte bevorzugt oder durchboxt, die ihm in seinem Bereich helfen aber sonst keinen Sinn haben. Das kann alles möglich sein.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Roba am 26. November 2008, 08:36:04
DaBeste liegt da gar nicht mal so verkehrt. Es ist schon ein Unterschied zwischen einem Regionalen Politiker und einem "Mächtigen Politiker". Allerdings kann es trotzdem sehr viel bedeuten. Ich glaube kaum das ein Projekt wie die erneute Mondlandung in das mittlerweile schon sehr viel Geld und Entwicklung investiert wurde einfach fallen gelassen wird.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 26. November 2008, 09:17:58
Ich meinte jetzt mit "regional" nicht den Bürgermeister von xy, sondern z.B. Abgeordnete des Kongresses, die über den Haushalt entscheiden, in diversen Ausschüssen sitzen und dort (auch) Projekte des eigenen Staates durchbringen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 07. Januar 2009, 11:56:07
Der ehemalige NASA-Astronaut Charles F. Bolden wird eventuell neuer NASA Administrator:
http://www.msnbc.msn.com/id/28526649/
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 07. Januar 2009, 12:22:43
Am 20. Januar 2009 räumt Mike Griffin seinen Arbeitsplatz:
http://www.floridatoday.com/content/blogs/space/2009/01/griffin-plans-departure-from-nasa.shtml

Andere Kandidaten neben Charles Bolden sind Alan Stern, Sally Ride, Wesley Huntress, Scott Hubbard.


Ich bevorzuge Alan Stern. ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 07. Januar 2009, 12:26:30
NASA Administrator Michael Griffin hat seinen Rücktritt erklärt.
Griffin wird bereits am 16. Januar seinen letzten Tag im Amt haben.
Übergangsweise wird der Stellvertretende Administrator Scolese die Geschäfte führen.

Als heißester Kandidat für die Griffin Nachfolge gilt derzeit wie schon berichtet der ehemalige Astronaut Charlie Bolden.
Obama hat ihn allerdings noch nicht offiziell vorgeschlagen und ein vorgeschlagener Kandidat muss dann auch erst vom US Kongress bestätigt werden.

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Petronius am 07. Januar 2009, 13:35:08
Zitat

Ich bevorzuge Alan Stern. ;)

Warum? Weil er einen so schönen Namen hat? ;D
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 07. Januar 2009, 13:43:14
Ich bevorzuge Alan Stern, weil er meiner Meinung nach eine vernünftige Budgetpolitik verfolgt. Wenn es Mehrkosten bei einem Projekt gibt, dann dürfen die nicht von anderen Projekten abgezweigt werden. Als Principal Investigator von New Horizons dürfte er außerdem dem Wissenschaftsprogramm (z.B. Raumsonden) neuen Anschub geben.

Darüber hinaus hat er eine positive Einstellung bezüglich kommerzieller Raumfahrt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 07. Januar 2009, 14:16:59
Momentan ist Bolden der Nummer eins Kandidat (auch wenn er noch nicht zugesagt hat).
Bolden gilt als ARES Befürworter.
Stern kommt eher von der wissenschaftlichen Seite, das würde dann darauf hindeuten, dass die unbemannte Raumfahrt in Zukunft stärkeres Gewicht bekommt.
Aber wie gesagt, momentan wird Bolden hoch gehandelt, was ehr die bemannten Raumfahrt und dem ARES Träger nutzen würde.

Zu hoffen ist, dass sich die Obama Leute bereits eine Raumfahrtstrategie zu Recht gelegt haben und jetzt denjenigen Kandidaten auswählen, der diese am ehesten umsetzt.
Schlecht wäre, wenn sie jetzt eine Person auswählen und sich dann erst eine Strategie vorgeben, wäre dass der Fall, dann könnte die Amtszeit des neuen Administrators recht kurz werden ;-)

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tul am 09. Januar 2009, 19:52:13
Es gibt Neuigkeiten. Die Starts von GRAIL, JUNO und MAVEN bleiben. Die Auswahl für die nächste New Frontiers Mission findet statt wie geplant. Die nächste Flagship Mission wird erst um 2020 gestartet. Die nächste Mars Mission 2016 wird mit ESA zusammengelegt, da im NASA Budget nur rund 450 Millionen Dollar vorhanden sind.

Es gibt noch ein Problem, als JUNO und MSL denselben Startplatz benötigen. Von daher wird MSL möglicherweise eine andere Route zum Mars benutzen.
Der Rest (Discovery Programm, unbemanntes Mond Programm etc) ist noch unklar.
http://futureplanets.blogspot.com/
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 16. Januar 2009, 19:30:28
Das U.S. Government Accountability Office kritisiert, dass von den 71 Berichten, die das NASA's Office of Inspector General, verfasst hat, lediglich einer eine Empfehlung für eine Kosteneinsparung beinhaltet. Das Office of Inspector General soll unnötige Ausgaben und Geldverschwendung indentifizieren und Möglichkeiten zur Kosteneinsparung suchen. In den letzten 5 Jahren wurden lediglich 9 Millionen Dollar eingespart und davon stammen allein 7 Millionen von einer Überprüfung aus dem Jahre 2005. Vergleicht man dies mit dem Budget aus dem FY 2007, dann ergibt das eine Einsparung von 36 Cent pro ausgegebenen Dollar. Bei anderen Behörden beträgt die Einsparung aber 9 Dollar pro investierten Dollar. Im FY 2007 war die NASA damit auf Platz 27 von 28 in den USA.

Griffin hat das Thema aufgegriffen und exemplarisch den Marsrover MSL verteidigt. Er meint, dass keine Ressourcen verschwendet wurden, sondern, dass lediglich die Kostenabschätzung am Anfang zu niedrig war. Weiterhin lassen sich die Kosten von einem völlig neuem Projekt im vorhinein nicht abschätzen.

Quelle:
http://www.aviationweek.com/aw/generic/story.jsp?id=news/Inspector011609.xml&headline=GAO%20Faults%20NASA%20Inspector%20General&channel=space
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 16. Januar 2009, 20:02:30
Schade, dass Griffin ausgerechnet am letzten Tag im Amt solche negativ Schlagzeilen bekommt.

Gruß,
KSC


Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 16. Januar 2009, 20:09:28
Naja ist ja eigentlich mehr gegen den NASA's inspector general, Robert Cobb, gerichtet. Im Kongress werden jetzt Stimmen laut ihn zu feuern.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 16. Januar 2009, 22:40:28
Griffin hat in seiner letzten Rede vor NASA-Angestellten Bilanz gezogen. Für sein größtes Versäumnis hält er, dass es ihm nicht gelungen ist, mehr Leute von der VSE, Ares, Orion etc.. zu überzeugen. Er weiß noch nicht welchen Job er als nächstes machen wird.

Er hat auch noch eine Prognose gewagt: 2015/16 wird China eine bemannte Mondumrundung wie bei Apollo 13 machen.

Quelle:
http://www.flightglobal.com/blogs/hyperbola/2009/01/griffins-regrets.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: -eumel- am 17. Januar 2009, 03:57:12
Vielleicht könnte man das Office of Inspector General einsparen?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 17. Januar 2009, 06:15:19
Hallo Jörg,

kritische (und hoffentlich unabhängige) Blicke auf's Budget sind eigentlich wichtig, aber auch nur sinnvoll wenn der Blickende daraus Konsequenzen ziehen und Änderungen einleiten kann.

Unser Bundesrechnungshof schaut ja auch öffentlich Ausgaben und meckert rum. Aber außer Meckern kann/macht er nicht viel mehr.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: GG am 17. Januar 2009, 16:42:24
Zitat
2015/16 wird China eine bemannte Mondumrundung wie bei Apollo 13 machen.
Na, ich hoffe Doch eher auf einen geplanten Flug wie bei Apollo 8. Eine Explosion wie bei Apollo 13 wird man hoffentlich nicht anstreben. Es könnte ja auch mal schiefgehen.  ;)

GG
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Olli am 18. Januar 2009, 02:28:53
Zitat
Na, ich hoffe Doch eher auf einen geplanten Flug wie bei Apollo 8. Eine Explosion wie bei Apollo 13 wird man hoffentlich nicht anstreben. Es könnte ja auch mal schiefgehen.  ;)

GG

Ich nehme mal an, dass Tobi keine havarie-ähnlichen Flug wie Apollo 13 meinte, sondern es hier eher aufdie Flugbahn abzielt.

Apollo 13 wurde auf einer freien Rückkehrkursbahn um den Mond herumgeschleudert, Apollo 8 hingegen schwenkte in einen Orbit ein. Im von Tobi verlinkten Artikel wird von einer "circumlunar mission" gesprochen. Dies lässt jedoch offen, um welches Flugprofil es sich handelt. Denn um den Mond herum galt sowohl für Apollo 8 wie auch 13. Aber das wird nun wohl eher ein Thema für den Thread über die chine. Raumfahrt... ;)

Grüße,
Olli

Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 18. Januar 2009, 13:00:07
Zitat
Aber das wird nun wohl eher ein Thema für den Thread über die chine. Raumfahrt... ;)

Wo ich diesen Auszug von Tobi schon gestern früh hinverfrachtet habe, aber Ihr disskutiert ja lieber hier  :D
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Holi am 21. Januar 2009, 07:19:27
Guten Morgen,

Die NASA und ihr Mondrover auf Obamas Parade vergangene Nacht (Video ruckelt leider etwas)....:

http://www.youtube.com/watch?v=2c2jN0k0k68

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up016718.jpg)

Das Foto in HiRes: http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up016719.jpg

Gruß
Holi
Titel: Re: NASA
Beitrag von: fion1 am 21. Januar 2009, 10:05:28
Schön das die Nasa nicht einfach nur vorbei gefahren ist, sonder auch eine kleine Show geboten hat. Obama wird das sicherlich in Erinnerung bleiben und die Menschen sehen auch ein wenig was der Rover kann und die Nasa ihre Millionen lässt ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Phobos am 22. Januar 2009, 00:10:55
Ich hab's leider nicht live gesehen, aber warum sind denn die ganzen Plätze auf der Tribüne so verwaist?  Fast alle Stühle sind leer..    Nunja, man neigt ja dort früh ins Bett zu gehen...   ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: NeutrinoPower am 22. Januar 2009, 00:20:05
Die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA ist seit Dienstag 20.1.09 führungslos.
Der neue amerikanische Präsident Barack Obama hatte vor einigen Tagen dem Ex-Luftwaffengeneral Jonathan Scott Gration vorgeschlagen, das Amt von Griffin zu übernehmen. Ob Gration das Angebot angenommen hat, wurde bisher nicht bekannt.
Der Ex-General gehört zu den wenigen ehemaligen hochrangigen Militärs, die sich im Präsidentschaftswahlkampf offen für Obama ausgesprochen haben. Er war einer der wichtigsten außenpolitischen und sicherheitspolitischen Berater im Wahlkampfteam des neuen Präsidenten. In seiner aktiven Zeit bekleidete Gration verschiedene hohe Funktionen in den USA selbst sowie in Europa und im Nahen Osten. In den Jahren 2004/2005 war er Direktor für Strategie und Politik beim United States European Command (USEUCOM) in Stuttgart-Vaihingen.
Quelle: www.exonews.de (http://exonews.blogspot.com/2009/01/us-luft-und-raumfahrtbehrde-nasa-ohne.html)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 22. Januar 2009, 07:25:52
Nein, das stimmt in dieser Form nicht ganz. Die NASA ist nicht führungslos, sondern der NASA Associate Administrator Chris Scolese führt die Geschäfte solange bis ein neuer Administrator im Amt ist.
Nichts ungewöhnliches, wenn das Administratoren Amt neu zu besetzen ist.

Letzte Woche hatten verschiedene Medien unter Berufung auf nicht näher benannte Quellen innerhalb des Obama Teams den Namen Gration in Umlauf gebracht.
Das hatten wir hier schon diskutiert:
http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=3414.msg27820#msg27820

Allerdings ist nicht bestätigt, dass Gration das Amt tatsächlich auch angeboten wurde.
Da Gration noch immer nicht offiziell vorgeschlagen wurde (der Vorschlag des Präsidenten muss vom Kongress bestätigt werden), kann man spekulieren, dass Gration den Posten wohl doch eher nicht bekommen wird.

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 31. Januar 2009, 12:35:10
Ein Team von jungen Angestellten am JSC hat ein Video über Behinderung von Innovationen bei der NASA gedreht:
http://de.youtube.com/watch?v=_424YskAfew

Das Video ist durchaus witzig, wenn es nicht gleichzeitig so traurig wäre.

Das Thema scheint wirklich ein ernstes Problem zu sein, siehe auch der Kommentar von Wayne Hale, dem NASA`s Deputy Associate Administrator for Strategic Partnerships, in seinem Blog zu dem Video:
http://blogs.nasa.gov/cm/blog/waynehalesblog/posts/post_1233287218005.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 08. Februar 2009, 11:43:59
Der 4-Sterne Air Force Gen. Lester L. Lyles soll nun eventuell NASA-Chef werden:
http://online.wsj.com/article/SB123396750508159089.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 24. Februar 2009, 21:56:54
So langsam wird es aber mal Zeit mit einem neuen NASA Administrator.  :o
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 26. Februar 2009, 10:34:27
Obama unterstützt die Mondlandung bis 2020:
http://www.aviationweek.com/aw/generic/story_channel.jsp?channel=space&id=news/OMOON022509.xml&headline=Obama%20Will%20Stick%20with%20Bush%20Moon%20Plan
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 26. Februar 2009, 19:08:25
Das NASA Budget 2010 wurde heute veöffentlicht. Es umfasst 18,7 Milliarden Dollar. Das ist zusammen mit einer weiteren Millarde aus dem "American Recovery and Reinvestment Act of 2008" eine Budgetaufstockung von 2,4 Milliarden gegenüber 2008...

Mehr dazu hier: http://www.whitehouse.gov/omb/assets/fy2010_new_era/National_Aeronautics_and_Space_Administration.pdf
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 28. Februar 2009, 09:21:10
Das NASA-Social Network ist ein Erfolg:
http://www.informationweek.com/news/showArticle.jhtml?articleID=215500006

Es wurde letztes Jahr gegründet um die Wissensweitergabe von der in den Ruhestand gehenden Apollogeneration zu ermöglichen.

Siehe auch:
http://www.informationweek.com/blog/main/archives/2008/05/one_small_step_2.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 01. März 2009, 10:17:12
God bless Mr. President!!

Zitat
Obama unterstützt die Mondlandung bis 2020:
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tul am 01. März 2009, 17:03:47
Zitat
Die Obama-Administration hat am 26. Februar der NASA für 2010 ein Budget von 18,7 Milliarden US-Dollar bewilligt.

Nachdem eine Regierung ja nicht ihr eigenes Budget bewilligt, ist das schon durch den Kongress durch? Wenn nicht ist das nur ein Vorschlag.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 01. März 2009, 19:09:42
Nein, das ist nur der Budget Vorschlag der Administration. Das geht jetzt in den Kongress.

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: OK7T9 am 02. März 2009, 13:56:21
wenn das ganze noch durch den Kongress muss ist es nicht mehr als fraglich, dass es auch durchgeht???
Titel: Re: NASA
Beitrag von: radi am 02. März 2009, 15:11:37
Das glaub ich eigentlich nicht, die Demokraten haben ja die Mehrheit im Kongress und die Administration ist ja auch demokratisch, die werden genau wissen, was da durchgeht und was nicht, ansonsten wäre das jetzt schon eine ziemliche Schlappe für dei neue Regierung.

Gruß

Radi
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 02. März 2009, 15:15:54
Man darf aber die Zusammenarbeit US-Regierung <--> Kongress nicht mit der Zusammenarbeit Bundesregierung <--> Bundestag in Deutschland verwechseln. Bei uns muss die Regierung eine Mehrheit im Parlament haben und es gibt den Fraktionszwang. Da kommen dann die Vorlagen der Regierung "immer" gut durch. In den USA braucht die Regierung keine Mehrheit im Parlament. Die Abgeordneten sind deutlich stärker ihrem "Wahlkreis" bzw. Bundesstaat verpflichtet, denn von den Leuten dort wurden sie auch gewählt. Es kann also gut sein (und gab es auch schon), dass Abgeordnete der eigenen Partei gegen Vorlagen der Regierung gestimmt haben.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Speedator am 03. März 2009, 11:07:34
In diesem Zusammenhang möchte ich auf die aktuelle Entwicklung des "American Recovery and Reinvestment Act" hinweisen. Den hat Obama auch nicht so einfach durchgekriegt. Denn im Senat sind de facto 2/3 Mehrheiten (oder 67 Stimmen bei vollständiger Anwesenheit) notwendig(Stichwort "Filibuster"). Da braucht es auch ein paar republikanische Stimmen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 05. März 2009, 12:57:43
Das GAO (Government Accountability Office ) kritisiert, das NASA Projekte zu lange und teuer sind. 10 Programme, die mehr als 250 Millionen Dollar kosten, haben Kostenüberschreitungen von mehr als 13% und die durchschnittlichen Startverschiebungen liegen bei 11 Monaten. Ares I ist momentan 300 Millionen Dollar über dem geplanten Budget und das Constellation Programm soll nach aktuellen Schätzungen mehr als 230 Milliarden Dollar kosten.

Quelle:
http://www.floridatoday.com/content/blogs/space/2009/03/gao-nasa-projects-late-and-over-budget.shtml

GAO-Bericht:
http://www.gao.gov/new.items/d09306sp.pdf
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 13. März 2009, 10:36:46
Obama will bald einen neuen NASA Administrator ernennen:
http://www.floridatoday.com/article/20090313/NEWS02/903130316/1006/news01
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Kreuzberga am 17. März 2009, 01:07:20
Die NASA hat bei der United Launch Alliance vier Starts mit der Atlas V gebucht.

Start 1 (2011): Radiation Belt Storm Probes-Mission - besteht aus zwei Sonden und dient der Erforschung der Van-Allen-Gürtel: http://rbsp.jhuapl.edu/

Start 2 (2014): Magnetospheric Multiscale-Mission - scheint ESA's Cluster-Mission recht ähnlich zu sein, besteht ebenfalls aus 4 Sonden

Start 3+4 (2012 und 2013): Tracking and Data Relais-Satelliten (TDRS-K und TDRS-L)

Der Vertragswert soll sich laut NASA-Angaben auf rund $ 600 Mio. belaufen.

http://www.nasa.gov/home/hqnews/2009/mar/HQ_C09-011_Launch_Services.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 17. März 2009, 19:59:27
Die Magnetospheric Multiscale-Mission (MMS) kostet deutlich mehr als ursprünglich vermutet. Statt 350 Millionen Dollar kostet die Mission jetzt 990 Millionen Dollar, also in etwa dreimal soviel.

Quelle:
http://www.examiner.com/x-5429-DC-Space-News-Examiner~y2009m3d16-Dramatic-cost-increase-for-NASA-space-physics-mission

Da hat sich jemand aber krass verschätzt. :o Ich würde mir ernsthaft überlegen, die Mission zu streichen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 18. März 2009, 01:41:39

Da hat sich jemand aber krass verschätzt.

Hallo,

Leider verschätzt man sich in der NASA öfters. Obama sieht hier wohl auch Handlungsbedarf. Ob er eine Chance hat einen Administrator zu finden der sich gegen Bürokratie und Interessen durchsetzt?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: pulsar am 18. März 2009, 12:30:18
Leider verschätzt man sich in der NASA öfters. Obama sieht hier wohl auch Handlungsbedarf. Ob er eine Chance hat einen Administrator zu finden der sich gegen Bürokratie und Interessen durchsetzt?

Es ist nicht nur bei NASA so. Lasst uns mal an Projekte wie BepiColombo und ExoMars erinnern.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: wolfganghu am 18. März 2009, 12:52:20
Es ist nicht nur bei NASA so. Lasst uns mal an Projekte wie BepiColombo und ExoMars erinnern.

und auch nicht nur in der Raumfahrt - siehe LKW Maut oder Gesundheitskarte. Grosse Projekte, welche von oeffentlicher Hand / staatlich durchgefuehrtwerden, unterliegen dem Risiko, dass wechselnder politischer Einfluss die Ziele oder Zeitvorgaben der Projekte beeinflussen und machen so genauere Schaetzungen so gut wie unmoeglich...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 18. März 2009, 20:28:39
Hallo,

da gibt es nur einen Unterschied. Bei 3% Nutzlast wird eine Rakete schnell zum Briefbeschwerer wenn es auch nur die geringsten Reibungsverluste gibt. Auf allen anderen Gebieten lassen sich die Probleme meistens wegdiskutieren. :-X
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 18. März 2009, 23:45:17
Nach dem Wayne Hale in seinem Blog beim letzten Mal ein Video diskutiert hat, wo die Barrieren für Innovation kritisiert wurden, ist hier nun ein Youtubevideo, das zeigen soll, wie es besser gehen könnte:
http://www.youtube.com/watch?v=b5nA8LX7TMw

Hier nochmal das alte Video zur Erinnerung:
http://www.youtube.com/watch?v=_424YskAfew&feature=related

Mehr dazu hier:
http://blogs.nasa.gov/cm/blog/waynehalesblog.blog/posts/post_1237212199973.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 03. April 2009, 18:20:37
Das U.S. Government Accountability Office kritisiert, dass von den 71 Berichten, die das NASA's Office of Inspector General, verfasst hat, lediglich einer eine Empfehlung für eine Kosteneinsparung beinhaltet. Das Office of Inspector General soll unnötige Ausgaben und Geldverschwendung indentifizieren und Möglichkeiten zur Kosteneinsparung suchen. In den letzten 5 Jahren wurden lediglich 9 Millionen Dollar eingespart und davon stammen allein 7 Millionen von einer Überprüfung aus dem Jahre 2005. Vergleicht man dies mit dem Budget aus dem FY 2007, dann ergibt das eine Einsparung von 36 Cent pro ausgegebenen Dollar. Bei anderen Behörden beträgt die Einsparung aber 9 Dollar pro investierten Dollar. Im FY 2007 war die NASA damit auf Platz 27 von 28 in den USA.

Griffin hat das Thema aufgegriffen und exemplarisch den Marsrover MSL verteidigt. Er meint, dass keine Ressourcen verschwendet wurden, sondern, dass lediglich die Kostenabschätzung am Anfang zu niedrig war. Weiterhin lassen sich die Kosten von einem völlig neuem Projekt im vorhinein nicht abschätzen.

Quelle:
http://www.aviationweek.com/aw/generic/story.jsp?id=news/Inspector011609.xml&headline=GAO%20Faults%20NASA%20Inspector%20General&channel=space

Der NASA Inspector General Robert Cobb wird die NASA am 11. April verlassen. Einen Grund dafür hat er nicht genannt, könnte aber mit der heftigen öffentlichen Kritik zu tun haben (siehe obriges Zitat).

Quelle:
http://www.nasa.gov/home/hqnews/2009/apr/HQ_09-078_Cobb_Resigns.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 14. April 2009, 20:09:27
Ex-NASA Administrator Michael Griffin arbeitet ab Mitte Mai als Professor an der University of Alabama in Huntsville.

Quelle:
http://blog.al.com/spotnews/2009/04/university_of_alabama_in_hunts.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 18. April 2009, 10:17:27
Anscheinend braucht die NASA weitere 32 Milliarden und Kürzungen beim Wissenschaftsprogramm um beim Constellationprogramm den Zeitplan zu erfüllen. 75 Milliarden bei Shuttleverlängerung und ohne Kürzungen. Bereits aktuell liegen die Gesamtkosten bei 230 Milliarden Dollar.

Die Constellationkosten wachsen und wachsen. Was hat noch mal die Mondlandung in den 60ern gekostet? ;) Und warum dauert es heutzutage doppelt so lang?

Quelle:
http://www.newscientist.com/article/dn16978-nasa-may-need-extra-30b-to-stay-on-schedule-to-moon.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 20. April 2009, 19:16:06
Anscheinend braucht die NASA weitere 32 Milliarden und Kürzungen beim Wissenschaftsprogramm um beim Constellationprogramm den Zeitplan zu erfüllen. 75 Milliarden bei Shuttleverlängerung und ohne Kürzungen. Bereits aktuell liegen die Gesamtkosten bei 230 Milliarden Dollar.

Es wird höchste Zeit, das der ganze Constellation Unsinn gestrichen wird.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Spaci am 20. April 2009, 20:52:47
[...]Constellation Unsinn[...]

Warum Unsinn? Kannst du das ein bischer näher definieren, warum das für dich Unsinn ist? Die Ziele der Nasa haben sich geändert. Sie sind jetzt nicht mehr der Leo, sondern der Mond und weiter. Und dorthin kommt man nicht mit dem Shuttle.
Oder willst du auf die Ares I eingehen?

Gruß
Spaci
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 20. April 2009, 21:59:39
[...]Constellation Unsinn[...]

Warum Unsinn? Kannst du das ein bischer näher definieren, warum das für dich Unsinn ist? Die Ziele der Nasa haben sich geändert. Sie sind jetzt nicht mehr der Leo, sondern der Mond und weiter. Und dorthin kommt man nicht mit dem Shuttle.
Oder willst du auf die Ares I eingehen?

Gruß
Spaci

Wichtig ist Orion für die ISS bzw für nachfolgende Raumstationen. Aber der ganze Unsinn mit dem Mondflug sollte so schnell es geht eingestellt werden. Was will die NASA auf dem Mond? Sie waren vor 40 Jahren schon dort und haben kaum etwas gefunden, das eine Rückkehr lohnt. Ein neues Mondflugprogramm ist nicht viel mehr als reine bemannte Raumfahrt zum Selbstzweck. Eine längerfristige bemannte Station auf dem Mond, ein Flug zum Mars, das ist praktisch unbezahlbar. Die NASA kann schon heute kaum noch eine Marssonde pro Startfenster finanzieren, wie sollen sie dann das Geld für einen bemannten Marsflug zusammenbekommen? Die NASA ist keine Bank, die einfach mal so 100 Milliarden an Staatshilfe bekommt.

Setzt man das Constellation Programm fort, so bringt das nur eins: Praktisch sämtliche wissenschaftliche Missionen werden gestrichen, um ein unnützes Mond- und Marsflugprogramm zu finanzieren. Die Situation hatten wir schon mal in den 70ern und 80ern, als die Entwicklung des Space Shuttles die NASA für Jahre finanziell lahmgelegt hat.

Aktuell geht es der Wirtschaft so dreckig, das man die angesprochenen Mehrkosten (über 20 Milliarden) nicht mehr rechtfertigen kann. Bei diesem Programm kommt weder wissenschaftlich noch wirtschaftlich etwas raus. Da macht es mehr Sinn, unbemannte Missionen zu finanzieren als irgendwelche Traumprogramme. Für die 23 Milliarden, die der NASA aktuell für das Mondflugprogramm fehlen, könnte man 10 Sonden der Cassini Klasse starten, für die Kosten des kompletten Mondflugprogrammes vermutlich über 100. Wo wird wohl mehr wissenschaftlicher Output zu erwarten sein, von 100 Sonden mit der Ausstattung von Cassini oder von einem Sinnfreien Mondflugprogamm?

Aktuell ist das Geld für die zivile Raumfahrt viel zu kostbar, um es für so einen Unsinn wie Constellation zu verschleudern. Nur die Entwicklung von Ares 1 und Orion macht Sinn, allerdings auch das nur, wenn man langsam beginnt, einen (nationalen oder internationalen) ISS Nachfolger zu entwickeln. Dazu sollte man auch ein Technologieprogramm entwickleln, das vor allem die Transportkosten in den Orbit deutlich reduziert. Erst dann hat eine Mondbasis oder ein Flug zum Mars überhaupt eine Aussicht auf Realisierung.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: trallala am 20. April 2009, 22:32:46
Und was ist der Zweck von Cassinimissionen? Wissen zum Selbstzweck anhäufen?
Menschen in Mond oder Marsumgebung überleben zu lassen bringt SEHR viele technische Probleme mit sich, die dafür gelöst werden werden und DAS wird mit der größte Wissensgewinn dieser Missionen werden.
Ob man das jetzt besser mit DIRECT hinbekommt oder anderes sei mal dahingestellt, aber wozu erforschen wir überhaupt den Weltraum und das Sonnensystem, wenn wir dann nie einen Fuß vor die "Erdtür" setzen?
Nur unbemannte Raumfahrt hat alleine auch keine Daseinsberechtigung meiner Meinung nach.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 20. April 2009, 22:36:33
Was will die NASA auf dem Mond?

Erstmal ausprobieren, ob wir Technologien haben um länger dort zu bleiben. Der Mond ist wirklich ein Geschenk. Er ist ein idealer Spielplatz um sich auf das "Leben" vorzubereiten. Wenn wir irgendwann mal größer sind, können wir dann auch mal den Abenteuerspielplatz Mars besuchen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tul am 20. April 2009, 22:36:44
Zitat
Aber der ganze Unsinn mit dem Mondflug sollte so schnell es geht eingestellt werden. Was will die NASA auf dem Mond? Sie waren vor 40 Jahren schon dort und haben kaum etwas gefunden, das eine Rückkehr lohnt. Ein neues Mondflugprogramm ist nicht viel mehr als reine bemannte Raumfahrt zum Selbstzweck.

Irgendwann kommt man an einem Punkt wo man unbemannt nicht mehr weiter kommt. Irgendwann braucht man einen ausgebildeten Geologen, Biologen etc. direkt am Objekt.
Wie bitte soll man unbemannt das Eis auf dem Mars auf 100 Meter und mehr anboren (wenn es so dick ist) und dann auf bezogen auf die Klimageschichte des Planeten untersuchen?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Kreuzberga am 21. April 2009, 00:19:33
Nur unbemannte Raumfahrt hat alleine auch keine Daseinsberechtigung meiner Meinung nach.

Nö, aber es ist schon verdammt schade, wenn die spannendsten Sonden und Weltraumteleskope auf Kosten der bemannten Raumfahrt um Jahre verschoben oder gleich ganz gestrichen werden.

Klar müssen wir irgendwann auf den Mars und auch weiter! Aber doch nicht auf Kosten der unbemannten Missionen, die uns eigentlich erst ermöglichen die richtigen Forschungsfragen für zukünftige bemannte Trips zu stellen.

Wäre doch schön blöd, wenn bspw. irgendwann mal jemand auf Europa landet und man erst dann merkt, dass der Eispanzer doch ein Stück zu dick für den mitgebrachten Bohrer ist. Ohne unbemannte Sonden wüssten wir noch nichtmal etwas von dem Eispanzer! ...oder von Wassereis auf dem Mars, was das angeht...

Ich muss gestehen, ich glaube ja den DIRECT-Leuten...   ::)

Ich bin schon dafür eine große Rakete zu bauen. Wenn das mit DIRECTs Jupiter-XYZ günstiger geht als mit Ares V, dann doch bitte her damit! So ein 10+ Meter Fairing wäre auch für Teleskope was Feines.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 21. April 2009, 00:31:59
Menschen in Mond oder Marsumgebung überleben zu lassen bringt SEHR viele technische Probleme mit sich, die dafür gelöst werden werden und DAS wird mit der größte Wissensgewinn dieser Missionen werden.

Ja wir machen eine bemannte Mondmission um neue Weltrekorde bei den Paralympics aufzustellen:
http://www.esa.int/esaCP/SEMCWK9FTLF_Germany_0.html

Abgesehen davon: Innovationen/neue Ideen haben es heute bei der NASA offenbar schwer, siehe Youtubevideos von den jungen NASA Ingenieuren weiter oben.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 21. April 2009, 01:38:07
Ich spiele mal den alten erfahrenen Manager, weil es ja sonst hier keiner macht:  ;)

Abgesehen davon: Innovationen/neue Ideen haben es heute bei der NASA offenbar schwer

Ich bezweifle das es sich dabei um ein Problem speziell bei der NASA handelt. In jeder größeren Organisation wo man Jahre braucht um sich nach oben zu arbeiten lässt man sich nunmal nicht gerne von jungen Angestellten vor den Kopf stoßen. Egal wie genial der Vorschlag ist. Das ist kein Argument, aber wohl menschlich...
Argument wäre wohl eher: Auch kann man nicht wegen jeder super Idee das Konzept über den Haufen werfen. Hierbei muss man schon abwägen ob das Redesign bezüglich der Kosten wirklich den Nutzen rechtfertigt.

Die Zeit wird kommen wo die jungen Angestellten selbst die Chefs sind. Und ich bin mir sicher sie werden dann Ihre damaligen Ideen durchboxen. Auf Kosten dann der neuen Generation mit Ihren neuen Ideen. Da haben wir quasi einen Jetlag über eine Generation hinweg.
Den aufzuheben, wird schwierig...

Ständige Änderungen in der Analyse, wenn man schon im Design ist, sind eben fatal bezüglich der Kosten. Das kann man als derjenige mit der genialen Idee natürlich nicht verstehen. Aber die Idee bleibt und wenn sie solide ist, wird sie auch irgendwann umgesetzt werden!

Jetzt geht es erstmal darum schnellstmöglich einen Shuttle-Nachfolger zu bauen. Dabei killt der Termindruck viele Ideen. Aber wir haben dadurch auch eine gute Abschätzung der Zukunft. Irgendwann werden einige dieser Ideen früchte Tragen! Ganz sicher!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 21. April 2009, 08:54:04
Zitat
Dabei killt der Termindruck viele Ideen.
Constellation=16+Jahre
Apollo=8 Jahre

Wo gab es wohl mehr Zeitdruck und wo gab/wird es mehr Innovationen geben?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 21. April 2009, 09:56:05
Und was ist der Zweck von Cassinimissionen? Wissen zum Selbstzweck anhäufen?
Menschen in Mond oder Marsumgebung überleben zu lassen bringt SEHR viele technische Probleme mit sich, die dafür gelöst werden werden und DAS wird mit der größte Wissensgewinn dieser Missionen werden.
Ob man das jetzt besser mit DIRECT hinbekommt oder anderes sei mal dahingestellt, aber wozu erforschen wir überhaupt den Weltraum und das Sonnensystem, wenn wir dann nie einen Fuß vor die "Erdtür" setzen?
Nur unbemannte Raumfahrt hat alleine auch keine Daseinsberechtigung meiner Meinung nach.

Wie wollen wir Menschen längerfristig auf dem Mars überleben lassen, wenn es nicht einmal dafür reicht, regelmäßig unbemannte Sonden zum Mars zu schicken?

Technisch ist ein bemannter Marsflug schon seit Jahren möglich, nur niemand traut sich wegen den exorbitanten Kosten daran. Um Menschen dagegen längerfristig auf dem Mars überleben zu lassen, sind wir technisch noch lange nicht so weit (selbst eine bemannte Mondstation käme nicht ohne regelmäßige Versorgung von der Erde aus). Vielleicht sind wir in 50 oder 100 Jahren technisch weit genug, aber bis dahin ist zunächst ein langfristiges Technologieprogramm nötig, um die nötigen Technologien überhaupt erst zu entwickeln.

Allerdings sollte man sich schon fragen, was eine bemannte Marslandung oder gar eine bemannte Marsstation bringen soll. Die Landezone einer bemannten Mission wird genau so aussehen wie die Landestellen der Marsrover. Die geologisch interessanten Gebiete des Mars (die Vulkane, die Grabenbrüche) liegen für eine bemannte Mission völlig ausser Reichweite. Wissenschaftlich gesehen wird eine bemannte Marsmission weit weniger Erkenntnisse bringen als ein unbemanntes Programm, das zu dem nur einen Bruchteil kostet. Unbemannte Sonden kann man in Regionen schicken, die für eine bemannte Mission unerreichbar sind.

Und was Missionen über den Mars hinaus betrifft: Wohin denn? Einzig der Merkur könnte noch bemannt erkundet werden (die polaren Regionen dürften temperaturmäßig noch erträglich sein) aber selbst das würde wegen der Sonnennähe extreme Anforderungen an den Termalschutz stellen. Landung auf der Venus ist komplett unmöglich, eine Mission zu Jupiter dagegen stellt extreme Anforderungen an den Strahlenschutz. Bemannte Landung auf Europa ist ebenso komplett unmöglich, ein Mensch würde die extreme Strahlung nicht lange überleben.

Wir sollten lieber mal einsehen, das es da draußen keine zweite Erde gibt. Egal wo wir hinsehen, langfristig kann der Mensch nur auf der Erde überleben. Die Besidelung fremder Planeten liegt noch in sehr weiter Ferne und selbst da sind nur wenige Planeten und Monde geeignet.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Staufi am 21. April 2009, 11:50:24
Zitat
Technisch ist ein bemannter Marsflug schon seit Jahren möglich, nur niemand traut sich wegen den exorbitanten Kosten daran. Um Menschen dagegen längerfristig auf dem Mars überleben zu lassen, sind wir technisch noch lange nicht so weit (selbst eine bemannte Mondstation käme nicht ohne regelmäßige Versorgung von der Erde aus). Vielleicht sind wir in 50 oder 100 Jahren technisch weit genug, aber bis dahin ist zunächst ein langfristiges Technologieprogramm nötig, um die nötigen Technologien überhaupt erst zu entwickeln.


Deswegen ist ja auch erst mal der Mond an der reihe. Mit erfahrungen auf dem Mond kann mann sich gut auf einen Marflug vorbereiten.

Zitat
Und was Missionen über den Mars hinaus betrifft: Wohin denn? Einzig der Merkur könnte noch bemannt erkundet werden (die polaren Regionen dürften temperaturmäßig noch erträglich sein) aber selbst das würde wegen der Sonnennähe extreme Anforderungen an den Termalschutz stellen. Landung auf der Venus ist komplett unmöglich, eine Mission zu Jupiter dagegen stellt extreme Anforderungen an den Strahlenschutz. Bemannte Landung auf Europa ist ebenso komplett unmöglich, ein Mensch würde die extreme Strahlung nicht lange überleben.


Naja es gibt ja genug Monde in unserem Sonnensystem die es sich mal lohnen würde anzuschauen. Und ich bin auch sicher das sich bis dahin auch was in sachen Strahlenschutz ergeben hat.

mfg

Staufi
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 21. April 2009, 11:54:15
Sollte die Erde von einem mittleren Meteoriten getroffen werden, sollte sich unser Magnetfeld umpolen, sollte der Yellostonekrater ausbrechen oder sich nur die Meeresströmungen drastisch ändern, sollte unsere Sonne extreme Aktivitäten starten, könnten wir entsprechende Technologien auch ganz schnell auf unserer Erde brauchen. Es sollte sich also auf alle Fälle lohnen uns mit einer Mond- oder Marsmission mehr als theoretisch auseinander zusetzten! Im Augenblick bauen wir entsprechendes Wissen eher ab als dass wir dazu lernen. Das ist mehr als naiv.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 21. April 2009, 13:08:41
Im Augenblick bauen wir entsprechendes Wissen eher ab als dass wir dazu lernen. Das ist mehr als naiv.

Deswegen bin ich auch dafür, entsprechendes Wissen mit einem langfristigem technologischen Programm zu erarbeiten. Es kann schon sein, das sich in 20 oder 30 Jahren eine Mondstation lohnt, zb um seltene Minerale oder Rohstoffe abzubauen. Aktuell ist das allerdings wegen den extremen Transportkosten zum Mond noch nicht absehbar. Im Moment ist ein Mondflug lediglich ein finanzell unabschätzbares Abenteuer ohne praktischen Wert. Das einzige von Wert, das Apollo wirlklich gebracht hat, waren Managmentstrukturen und neue technische Erkenntnisse über die Verarbeitung von Aluminium, neue Kommunikationslösungen und ähnliches. Ansonsten war es wie die komplette bemannte Raumfahrt bis 1990 ein ausschließlich politisches Programm.

Zu den geschilderten Katastrophenszenarien: Wenn irgend etwas davon in der näheren Zukunft passiert, dann hilft uns auch keine Marstechnik. Vielleicht gibt es in 1000 Jahren die Möglichkeiten, den Planeten vor den Auswirkungen eines Supervulkanausbruches zu schützen, aber aktuell ist das völlig unmöglich. Ein System, was vielleicht in der Lage ist, 100 Menschen auf dem Mars autonom zu versorgen, hilft kaum weiter, wenn Milliarden Menschen vom Verhungern bedroht sind.

Aktuell gibt es eh größere Probleme. Wenn wir die Umwelt weiter so zerstören, wie in den letzten 50 Jahren, dann brauchen wir in 100 Jahren eine neue Erde. Dann hilft uns keine Mondbasis und kein Marsflug. Wir könnten dann höchstens zur Venus fliegen, um die Folgen des Treibhauseffektes zu studieren.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: James am 21. April 2009, 13:46:09
...und ähnliches.
Ja, z.B. starke Impulse in der Elektronik und Computerentwicklung. Warscheinlich ließe sich die Liste um weitere "und ähnliches" erweitern. Das Raumfahrtprogramm war ein Technologietreiber (da ist es nicht auschlaggebend ob es Neuerfindungen, in welcher Zahl auch immer, gegeben hat, sondern wie weit manche Technologie weiterentwickelt oder zum Einsatz gebracht worden ist). Auch Brennstoffzellen waren schon vorher bekannt, aber ein Durchbruch (oder Aufschwung) dürfte erst mit der Raumfahrt verbunden gewesen sein.
Zitat
Aktuell gibt es eh größere Probleme.
Es gibt IMMER größere Probleme. Mal ist es ein Finanzproblem, dann der Hunger der Welt, dann eine Naturkatastrophe (Erdbebenhilfe u.s.w.). Nicht das das nicht wichtig wäre, aber dann könnte nie mehr etwas außer besagten Dingen getan/erbaut/durchgeführt werden. Nehmen wir das Geld der Raumfahrt für den Hunger der Welt, und die Rüstungsausgaben (natürlich) für die notleidenden Banken, und die vorwiegend staatlich subventionierten Bundestheater - wer braucht den die, die schaffen wir ab, und..., und... (ähmm, Wahlkampf)
Leider herrscht gerade in den deutschsprachigen Ländern eine sehr kleinkrämerische Kaufmannsseele vor. Ohne "Profit" machen wir am besten nichts. Es muß sich rechnen.
Ich möchte aber auch gerne etwas verwirklicht sehen, auf das Menschen stolz sein können (ein europäisches Hochgeschwindigkeitseisenbahnnetz verwirklichen, eine Brücke nach Messina bauen, den David von Michelangelo meiseln lassen, eine Infrastruktur auf Mond und/oder Mars errichten...)

Viele Grüße
uups, kleiner Fehler: den David gibts ja schon... warum hat man den denn eigentlich gemacht?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: trallala am 21. April 2009, 13:47:31
Ich denke wenn man wartet, bis die Transportkosten gesunken sind wird man lange warten, denn warum sollte man viele Milliarden für revolutionär neue Transportmöglichkeiten ausgeben wenn nichts da ist was man damit transportieren kann/muss?
Sowas wie eine Mondbasis schafft langfristigen einplanbaren Bedarf, für den sich auch die Investition in die Verbilligung der Transportkosten lohnen. Private Firmen werden z.B. erst bei einer existierenden Mondbasis anfangen darüber nachzudenken wie man dort am günstigsten hinkommt.
Nachfrage schafft Angebot.

Unbemannte Missionen dürfen natürlich nicht eingestellt werden, wie immer ist ein Extrem, egal in welche Richtung, keine gute Lösung.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 21. April 2009, 15:34:48
Zitat
Dabei killt der Termindruck viele Ideen.
Constellation=16+Jahre
Apollo=8 Jahre

Wo gab es wohl mehr Zeitdruck und wo gab/wird es mehr Innovationen geben?

Ich glaube das wurde hier im Forum schon öfters gesagt, dass die entwicklungszeit von Constellation eine Geldfrage ist.
Und aus diesem Gesichtspunkt lässt sich das wohl kaum vergleichen.
Und dann schau Dir mal die Modelle (pläne) von 65 und heute an zur Entwicklung von neuen bemannten Raumfahrtprodukten.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 21. April 2009, 17:45:32
Zitat
A study by the Aerospace Corporation, conducted at the request of NASA to disprove the viability of an option to switch Orion to an alternative Evolved Expendable Launch Vehicle (EELV), has found both the Atlas V Heavy and Delta IV Heavy are capable of launching Orion on both ISS and Lunar missions. Meanwhile, former NASA administrator Mike Griffin once again dismissed all alternatives to Ares I as unviable, due to the efforts already spent on Constellation.

Eine Studie, durchgeführt von der Aerospace Corporation im Auftrage der NASA mit dem Ziel zu widerlegen, dass die EELV sich für Orion eignen, hat das gegenteilige Ergebnis gebracht.

Griffin ist aufgrund der bisherigen Fortschritte bei Constellation weiter der Meinung, dass Ares I die einzig wahre Lösung ist.

Quelle:
http://www.nasaspaceflight.com/2009/04/study-eelv-capable-orion-role-griffin-claims-alternatives-fiction/

Kein Kommentar. :-X 
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 21. April 2009, 18:07:09
Schön, dass du die Aussagen Griffins in dem Artikel  "hinten runter fallen lässt":

Zitat
“I’ve grown impatient with the argument that Orion and Ares I are not perfect, and should be supplanted with other designs,” he noted. “I don’t agree that there is a better approach for the money, but if there were, so what?

“Any proposed approach would need to be enormously better to justify wiping out four years worth of solid progress. Engineers do not deal with “perfect”. Your viewgraphs will always be better than my hardware.

“A fictional space program will always be faster, better, and cheaper than a real space program.
Ja, es kann bessere Konzepte geben, die müssen aber deutlich besser sein, um ein Umschwenken rechtzufertigen. Die Graphen/Präsentationen eines fiktionalen Programms werden immer schneller, besser, billiger aussehen als die eines realen Projekts.

ARES sah am Anfang auch "besser" aus, bis man das Konzept realisieren wollte. Denkt ihr wirklich, dass Constellation mit EELV so viel besser würde? Die Probleme kommen immer erst, wenn man davor sitzt und morgen fertig sein muss ...

Billiger und schneller bezweifel ich ganz stark, besser wäre möglich, müsste sich aber auch real beweisen

Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 21. April 2009, 18:09:38
Jetzt fühle ich mich ein bisschen bestätigt  :)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 21. April 2009, 19:01:28
Das Hauptproblem, was ich hier sehe ist, das man sofort, als das neue Mondflugprogramm beschlossen wurde, auf ein Trägersystem gesetzt hat, das auf Space Shuttle Komponenten aufgebaut sein sollte. Das sollte vielleicht einmal Entwicklungskosten sparen, aber am Ende trat wie erwartet das Gegenteil ein. Andere Alternativen wurden gar nicht ersthaft in Erwägung gezogen.

Jetzt rächt sich das. Man hätte die EELV Träger mit recht wenig Aufwand für Orion umrüsten können. Mit zum Teil nicht nachvollziehbaren Argumenten (Sicherheit) wurde hier ARES propagiert, ohne die Alternativen wirklich zu hinterfragen.

Sauer stößt mir das vor allem aus einem Grund auf: Schon 2004 wurde entschieden, das die Space Shuttles 2010 aus dem Dienst gehen. Man hätte 6 Jahre Zeit gehabt, um einen Shurrle Nachfolger zu entwickeln, der dann die ISS Versorgung und vor allem auch die Versorgung eines eventuellen ISS Nachfolgers mit übernimmt. OK, das mag bezüglich der Kapsel etwas knapp sein, aber in 6 Jahren hätte man, wenn man die EELVs modifiziert hätte, zumindest einen erprobten Träger gehabt. Das ARES 1 Konzept dagegen ist aktuell noch völlig unerprobt. Es brauch hier nur bei den Testflügen etwas schief gehen, schon gibt es eine weitere möglicherweise sogar jahrelange Verzögerung. Schon jetzt hat man aber, durch die unsinnige Planung, die Shuttles 2010 außer Dienst zu nehmen und Orion erst ab 2014 einzusetzen, praktisch die ISS geopfert.

Die EELVs mögen vielleicht nicht die besten Träger für Orion sein, aber sie sind eingeführt, bisher recht zuverlässig und haben in jedem Fall genügend Potential. Über die Sicherheit, angeblich das große Plus von ARES 1, reden wir da mal nicht. Der Shuttle hat eine Sicherheit (Verlust der Crew) von gerade mal 1:80, die Sojus eine von vielleicht 1:200. Ob da der zukünftige Orion Träger eine Zuverlössigkeit von 1:1000 oder 1:2000 hat, ist da praktisch Nebensache. Wenn 1:1000 nicht sicher genug ist hätte man den Shuttle sofort stillegen müssen und dürfte auch nicht mehr mit Sojus fliegen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 24. April 2009, 09:55:06
Eigentlich hätte gestern Lori Garver  als neue NASA Administratorin bekannt gegeben werden sollen. Offensichtlich gab es eine Verzögerung, vielleicht hat sie sich in letzter Sekunde sogar noch um entschieden…
Garver war NASA Vize-Administrator und hat für Obama das NASA Transition Team geleitet.

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: James am 24. April 2009, 11:05:43
Lori Garver
(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up016717.jpg)

Zitat
I believe as humanity, as a species, we are going into space. We have explored this planet, we will continue to explore this planet and, for our very survival, we must also leave this planet. Ultimately, a lunar base as the president announced today is going to help us build new things...
Quelle: http://www.pbs.org/newshour/bb/science/jan-june04/moon_01-14.html (http://www.pbs.org/newshour/bb/science/jan-june04/moon_01-14.html)
"Wir sollten uns in den Weltraum aufmachen. Wir haben diesen Planeten erkundet und werden dies weiter tun, und für unseren endgültigen Fortbestand müssen wir diesen Planeten auch verlassen. Eine Mondbasis, wie sie der Präsident verkündete (das Zitat ist ja von 2004) wird uns helfen Neues zu erbauen..."

Auch wenn das Zitat alt ist, alles aus innerer Abneigung abblasen wird sie warscheinlich nicht.
(Wie es mit Durchsetzungskraft, Finanzen und dergleichen bestellt ist - da muß man ihr halt viel Glück wünschen)

Grüße, James
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 24. April 2009, 12:44:18
Hallo,

ein Artikel in Aviation Week berichtet, dass man die Orionkapsel wahrscheinlich aus Gewichtsgründen auf vier Sitze beschränken muss. Langsam beginnt es peinlich zu werden.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 24. April 2009, 13:24:53
*Hust*

http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=3760.705
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 24. April 2009, 17:17:54
hups, hier falsch! bitte löschen
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 28. April 2009, 06:23:55
Lori Garver bzw. immer noch keine Aussagen. Könnte es sein, dass die US Politik das Mondprogramm am liebsten abwickeln würde?  :'(
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 28. April 2009, 08:56:48
Lori Garver bzw. immer noch keine Aussagen. Könnte es sein, dass die US Politik das Mondprogramm am liebsten abwickeln würde?  :'(

Mit Sicherheit. Aktuell hat man in den USA völlig andere Probleme als ein sinnloses Mondflugprogramm. Allerdings wird es langsam Zeit, das Obama mal eine genaue Marschrichtung vorgibt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 28. April 2009, 10:47:51
Ein Mondflugprogramm ist nicht automatisch sinnlos. Das macht erst die wenig durchdachte Herangehensweise. Warum war Apollo so erfolgreich? Weil es etwas neues brachte. Ein Retroprogramm mit den gleichen Schwächen wie Apollo ohne dessen Stärken ist aber kontraproduktiv.

Es geht wohl darum, ob man das Programm so fortführen will, ob man es reparieren will oder ob man es ganz aufgeben will. Obama hat einst Visionen reklamiert. Was ist die Vision?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: James am 28. April 2009, 10:51:27
Guten Morgen

@HES
Was sind die Schwächen des Apolloprogramms die bei Orion wiederholt werden (außer das es eine Kapsel ist)?
Was sind die Stärken des Apolloprogramms die beim Orionprogramm nicht mehr ausgeführt werden?

Viele Grüße, James
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 28. April 2009, 11:35:10
Hallo,

Die Schwäche des Apolloprogramms an der es auch scheiterte, war der große Verlustträger, der für jede Mission neu gebaut werden musste. Damit war es für die Politik einfach alles zu beenden. Nebenbei war das Programm aber auch ein Seilakt der nur mit viel Glück und außergewöhnlicher Kompetenz gelang.

Der Vorteil von Apollo waren die notwendigen Neuentwicklungen und deren Split offs. Diese brachten damals den USA einen wirtschaftlichen und emotionalen Aufschwung. Es heißt, dass jeder Dollar sechsfache Rendite getragen hat.

Obama sprach ja schon von dem Mondprogramm als Vision, als Motivation für die Zukunft. Eine zeitweise bemannte Mondstation, ein Observatorium auf dem Mond sprächen bestimmt nicht dagegen. Alleine der Weg dorthin, die technischen Lösungen stehen in Frage. Man hat bisher aber schon einiges Geld ausgegeben und die weitere Finanzierung ist alles andere als Ausreichend. Wieviel Sinn macht es also das Programm durchzuziehen wie es bisher geplant ist, oder zu ändern, was erst einmal noch mehr Geld kostet, oder die bemannte Mondlandung anderen zu überlassen?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Luna am 29. April 2009, 20:20:38
Hallo!  :)
Wann war Lori Garver NASA Vize-Administrator?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Raffi am 29. April 2009, 21:36:32
Hätte da mal so eine ernstere Frage:
Man hört nur, dass alle Missionen nur verschoben werden und, dass die Kosten der Missionen explodieren (Space Shuttle, Constellation, Marsmissionen). Über einen bemannten Marsflug gibt es jetzt schon Zweifel, ihn im 21. jahrhundert durchtzführen, beim Constellation-Programm gibt es auch schon Verschiebungen, obwohl die Mondlandung erst für 2019 geplant war, da müssen wir erst abwarten, wenn es noch 2 Jahe sein werden, was dann noch verschoben wird. Auch das Space Shuttle ist für die NASA eine finanzielle Belastung, obwohl wie ich gehört habem hatte man in den 70ern andere Vorstellungen, nämlich, die bemannte Raumfahrt sollte dank dem Space Shuttle billiger werden, aber die erste Mission   STS-1 wurde auch schon auf 1981 verschoben und man stellte fest, das Gegenteil ist eingetreten. Anhand dieser Probleme frage ich mich, ob es demnächst überhaupt möglich sein wird, den Erdorbit zu verlassen und langsam fange ich an mich zu fragen: "Wir bemannte Raumfahrt aus finanzieller Sicht überhaupt noch möglich sein?"
Es ist leider nichts gutes, was man so hört, wenn ich mir z.B den ARES-Thead durchlese.

http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=3802.315
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 30. April 2009, 00:44:21
Es scheint das Gerücht umzugehen, dass die NASA die Mondstation aufgeben soll und vielleicht allgemeinere Ziele angehen will. Hoffentlich will man nicht hinter solch weichen Formulierungen seine aktuellen Kompetenzprobleme verstecken. Kernpunkt aller künftigen bemannten Programme wird die Definition des Shuttle Nachfolger sein. Hoffentlich "werden es Nägel mit Köpfen sein". Sonst ist zu befürchten, dass sich tatsächlich weltweit die bemannte Raumfahrt auf eher symbolische Gesten reduziert und Mond und Mars ein Thema für Sonden und Ferngläser bleiben wird.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 30. April 2009, 00:57:21
Es scheint das Gerücht umzugehen, dass die NASA die Mondstation aufgeben soll

Wo geht das Gerücht rum?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 30. April 2009, 01:20:40

Wo geht das Gerücht rum?

Sorry, aber ich kann Anrufe aus den USA hier mit bestem Willen nicht verlinken.  ::)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 30. April 2009, 01:46:52
Sorry aber ich bin ein wenig irritiert.

Was soll der Leser mit dieser Info anfangen:


Zitat
Es scheint das Gerücht umzugehen, dass die NASA die Mondstation aufgeben soll

Da sind gleich zwei Wörter dabei die mich stutzen lassen: scheint und soll

Ich stelle mir bei einer solchen Aussage folgende Frage:

Hast Du Kontakte zu NASA Mitarbeitern oder zu solchen die für das Budget verantwortlich sind?

Ich freue mich ja immer sehr, wenn hier Leute mit Insider Informationen auftauchen, aber wenn mir mein Postbote von Gerüchten erzählen würde, wäre mein Interess gegen Null.

Von daher wäre ich hoch erfreut wenn Du solche Kontakte hast und Sie uns hier preisgibst.

Aber Du musst "uns" auch verstehen, dass wir skeptisch werden wenn viele Aussagen kommen ohne Quelle und bisheriger Bestätigung. Würdest Du nicht auch skeptisch werden???
Titel: Re: NASA
Beitrag von: -eumel- am 30. April 2009, 01:58:05
Es gibt dazu einen kurzen Artikel in FloridaToday:
http://www.floridatoday.com/content/blogs/space/2009/04/nasa-might-scale-back-plans-for-lunar.shtml
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 30. April 2009, 02:07:54
Es gibt dazu einen kurzen Artikel in FloridaToday:
http://www.floridatoday.com/content/blogs/space/2009/04/nasa-might-scale-back-plans-for-lunar.shtml

Danke eumel!  :)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 30. April 2009, 02:15:08

Von daher wäre ich hoch erfreut wenn Du solche Kontakte hast und Sie uns hier preisgibst.

Aber Du musst "uns" auch verstehen, dass wir skeptisch werden wenn viele Aussagen kommen ohne Quelle und bisheriger Bestätigung. Würdest Du nicht auch skeptisch werden???

Ja, ich habe in der US Raumfahrt Bekannte und Freunde. Nein, ich werde sie hier nicht namentlich aufzählen. Um mich zu "rehabilitieren": Vor zwei Jahren durfte ich für das ZDF die hitec Sendung zu 50 Jahren Raumfahrt machen. Vielleicht erinnert sich jemand daran. Erinnert sich daran, wie ich vor laufender Kamera mit einem amerikanischen Freund über die Zukunft der US Raumfahrt diskutierte. Das soll nur ein Beispiel sein.

Ich wurde gefragt ob ich hier mitdiskutieren würde. Allerdings will ich hier auch niemnand "irritieren". Sorry.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 30. April 2009, 02:34:24
Nein, ich werde sie hier nicht namentlich aufzählen.

Das ist natürlich klar! Ich wollte nur wissen was ich mit der Aussage anfangen sollte!  :)

Um mich zu "rehabilitieren":

Hey, das musst Du nicht, Du hast schon genug Beiträge gefasst die fundiert und glaubwürdig waren. Nur heute mitsamt der anderen Disskusion war ich ein wenig irritiert!

Sorry deswegen, ich bin froh, dass Du hier bist!  :D
Titel: Re: NASA
Beitrag von: -eumel- am 30. April 2009, 03:08:55
Die NASA muß ihre Pläne präzisieren. Bisher ist alles sehr pauschal. Mond, Mars and beyond - das sagt nicht viel.

Dazu braucht man neue Raumschiffe und neue Träger, mit deren Finanzierung man sich jetzt schon schwer tut.

Aber das ist ja nicht alles!
Langsam muß man sich auch die Frage stellen:
Wir fliegen zum Mond. Aber was machen wir dort?
Die Apollo-Missionen wiederholen?
Das wäre wohl zu mager und würde den Aufwand nicht rechtfertigen.
Eine bemannte Forschungsstation - ähnlich wie in der Antarktis - wäre angebracht.
Der Mond wäre auch ein idealer Standort für große Teleskope, seinen es optische, oder auch Radioteleskope.
Es gibt dort keine atmosphärischen Störungen und auch kein Magnetfeld, welches verschiedene Strahlungsspektren abblockt.
Der Betrieb großer Anlagen erfordert auch Wartungspersonal vor Ort.

Allerdings gibt es bisher für Aktivitäten auf dem Mond noch keine genauere Planung.
Nur eins zeichnet sich ab: Das wird wohl noch teurer, als der Flug dorthin, und wenn man sich damit schon schwer tut... :-\

Ohne handfeste Aktivitäten auf dem Mond erscheint aber auch der Flug dorthin fragwürdig.

NASA, wo ist das Ziel? wie sieht das Ziel aus??
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 30. April 2009, 08:56:25
Die NASA muß ihre Pläne präzisieren...
Nein, da widerspreche ich vehement!
Nicht die NASA muss ihre Pläne präzisieren, sonder die Politik muss das endlich tun.
Man muss immer wieder betonen, dass die NASA eine Behöre ist und als solche das tut, was politisch beschlossen wird.
Die Deutschen Finanzämter sind auch Behörden, die können auch nicht selber planen und beschließen ob und wie viel Steuern sie erheben ;)
Genauso kann und darf die NASA nicht selbst entscheiden, was sie tut oder was sie lieber läßt.

Was dringend notwendig und überfällig ist, ist eine klare politische Vorgabe. Im Moment arbeiten sie bei der NASA am Constellation Programm, ohne zu wissen, ob es wirklich Mondflüge geben wird und wenn ob es Besuche alla Apollo sein werden oder eine Station. Gleichzeitig werden alle Möglichkeiten offen gehalten, das Shuttle Programm weiter zu führen, weil die Politik nicht klar sagt, wann mit dem Shuttle Schluss sein soll.

Obama muss jetzt schleunigst entscheiden was er will, Ares oder was anderes, zum Mond oder nur zur ISS und es muss definitiv entschieden werden, wann mit dem Shuttle endgültig Schluss sein soll. 
Diese Entscheidungen müssen jetzt endlich getroffen werden und dann müssen die finanziellen Mittel bereit gestellt werden, um diese Entscheidungen umzusetzen.

Nicht die NASA ist das Problem, sondern nicht inzwischen auch nicht mehr ganz so neue Administration.

Gruß,
KSC
 
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 30. April 2009, 12:18:46
Zitat
Obama muss jetzt schleunigst entscheiden was er will, Ares oder was anderes, zum Mond oder nur zur ISS und es muss definitiv entschieden werden, wann mit dem Shuttle endgültig Schluss sein soll.

Obama hat im Moment glaube ich genug um die Ohren. Wilde Islamisten, die den heiligen Krieg wollen, durchgeknallte Bankmanager, die zu dämlich sind ihre Banken vernümftig zu führen, und Kriesen ohne Ende. Ganz am Ende der Liste steht dann irgendwo die Raumfahrt.

Die Zeit wird kommen, daß die Nasa mit ihren Projekten wieder interessanter wird. Vielleicht ließe sich ja auch mit kommerzieller Forschung Geld für weitere Missionen heranschaffen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 30. April 2009, 13:07:28
Das ist schon richtig. Mag ja sein, dass er im Moment andere Prioritäten hat. Das ist aber kein Grund die ganze NASA und zehtausende von Mitarbeitern bei den Zulieferfirmen monatelang im Ungewissen zu lassen
Dadurch, dass er nicht sagt was er in Bezug auf die Raumfahrt will, schmeißt er dringend benötigtes Geld zum Fenster raus und demotiviert Mitarbeiter auf die man angewiesen ist.
Wenn er sagen würde, was er will, dann könnte man das knappe Geld dort ausgeben, wo es später auch Sinn macht. So aber muss man sich kostspieliger weise alle Optionen offen halten.

Um es auf den Punkt zu bringen: Immerhin hatte er Zeit genug einen Familienhund auszusuchen, einen neuen NASA Administrator gibt es aber leider noch immer nicht.

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 30. April 2009, 13:10:32
Hallo,

leider ist es nicht so einfach. Bei der NASA laufen Milliardenprogramme. Diese brauchen ein Ziel, sonst wäre das Geld herausgeschmissen. Obama oder sein Transition Team müssen sich also schon kurzfristig die Vorgaben für diese Programme überlegen. Immerhin sind die Optionen ja kein Neuland und es gibt eigentlich nichts worüber man nicht schon nachgedacht hat. Allenfalls das Tauziehen der Lobbyisten gibt einen wirklichen Grund für Verzögerungen. Nach Obamas eigener Aussage ist für ihn Raumfahrt das Symbol für die Bewältigung der Zukunft, für die ambitionierte Jugend, für den Führungsanspruch in Ingenieurtechnik und Wissenschaft. Das sind gleichzeitig auch die Instrumente zur dauerhaften Bewältigung von Krisen. Also dürften die folgenden Entscheidungen auch für das Weiße Haus von einiger Wichtigkeit sein.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 30. April 2009, 15:51:33
Obama ist eben auch nur ein Politiker und damit ein Wahlversprechenbrecher...

Zitat
Damit wolle er erreichen, dass der Weltraumerforschung größere Priorität eingeräumt werde als dies unter dem derzeitigen Präsidenten George W. Bush der Fall gewesen sei, zitierte die "Washington Post" den Demokraten.
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wissen_und_bildung/dossiers/mensch_im_weltall/1579366_Milliarden-fuer-die-NASA-Obama-will-mehr-fuer-Weltraumforschung-tun.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 30. April 2009, 16:40:27
Obama ist eben auch nur ein Politiker und damit ein Wahlversprechenbrecher...

Zitat
Damit wolle er erreichen, dass der Weltraumerforschung größere Priorität eingeräumt werde als dies unter dem derzeitigen Präsidenten George W. Bush der Fall gewesen sei, zitierte die "Washington Post" den Demokraten.
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wissen_und_bildung/dossiers/mensch_im_weltall/1579366_Milliarden-fuer-die-NASA-Obama-will-mehr-fuer-Weltraumforschung-tun.html

Er hat schon viel getan. Was würdest Du, wenn Du Präsident wärst, denn tuen ? Schließlich hat alles 2 Seiten. Es gibt sogar Leute, die im selben Satz Obama und Revolution benutzen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 30. April 2009, 17:00:14
Er hat schon viel getan.

Was hat er denn für die Raumfahrt (um die gehts doch hier?) getan?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: sven am 30. April 2009, 17:12:04
um nochmal zum thema zurückzukehren...
auf spiegel-online gibt es da auch ein paar unkonkrete informationen...
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,622161,00.html

ich denke auch, dass die obama-administration zur zeit genug um die ohren hat, allerdings ist auch gerade die nasa ein großer arbeitgeber und benötigt verläßlichkeit und vielleicht auch eine präzise vision...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 30. April 2009, 17:42:31
Bitte nicht böse sein, aber einige Meinungen erinnern mich sehr an kleine Kinder. Die Nasa wird auch ihren nächsten Präsidenten überleben. Es wird viele, auch spektakuläre Missionen geben. Raumfahrt ist sehr wichtig, aber nicht das wichtigste. Und seit mal ehrlich, wenn Euer Sohn/Tochter quängelt, "Mammi/Pappi, ich will das und das und das" habt ihr ihn/ihr das dann auch gekauft ?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 30. April 2009, 18:30:51
auf spiegel-online gibt es da auch ein paar unkonkrete informationen...

Ja da ist ja grade wirklich einiges im Umbruch. Vom ursprünglichen Constellation-Programm bleibt immer weniger übrig. Jetzt ist plötzlich der Mars wieder das primäre Ziel. Das ist ja ein Hin und her...

Man merkt wirklich, dass die NASA führungslos ist!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 30. April 2009, 18:37:06
Vielleicht mal zur Verdeutlichung. Raumfahrtagenturen sind Verwaltungen. Sie machen keine Programme, sie verwalten nur Programme und Ressourcen. Sie sind wie viele andere Verwaltungen Handlanger der Regierungen. In den USA werden viele Dinge patriarchicher als bei uns verwaltet, dass heißt, man sucht einen Chef aus und bestimmt mit diesem Chef gleichzeitig das Programm. Deshalb sind alle auf den neuen NASA Direktor so neugierig und deshalb ist seine baldige Einsetzung auch so wichtig. Um dieses Amt bewirbt man sich nicht, dazu wird man geholt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: -eumel- am 01. Mai 2009, 04:18:04
Wenn wir nun festgestellt haben, daß die NASA nur eine Behörde zur Verwaltung und Umsetzung der Raumfahrt-Interessen der US-Regierung ist, könnten wir eigentlich den Namen dieses Threads in "Amerikanische Raumfahrt-Politik", oder analog zum Thread "Russische Raumfahrt" in "Amerikanische Raumfahrt" umbenennen.
Das meinten wir hier doch inhaltlich, oder?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 01. Mai 2009, 07:24:13
Wenn wir nun festgestellt haben, daß die NASA nur eine Behörde zur Verwaltung und Umsetzung der Raumfahrt-Interessen der US-Regierung ist, könnten wir eigentlich den Namen dieses Threads in "Amerikanische Raumfahrt-Politik", oder analog zum Thread "Russische Raumfahrt" in "Amerikanische Raumfahrt" umbenennen.
Das meinten wir hier doch inhaltlich, oder?

Zustimm!  :)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 02. Mai 2009, 08:54:28
Hallo,

um noch einmal auf die Bedeutung der NASA zurück zu kommen. Einer der wesentlichen Ideenschmieden der USA ist die Johns Hopkins Universität. Dort wurden wesentliche Technologien des National Aerospace Planes und Venture Star vorbereitet und dorther kam auch Mike Griffin und sein Constellation Programm. Johns Hopkins liefert viele Vorgaben für die NASA und deren militärischem Gegenstück, die DARPA. Da viele der dort arbeitenden Ingenieure und Wissenschaftler aber Erstklassik sind, stellt sich immer noch die Frage, woher Programme wie die genannten, wirklich vorgeschlagen werden. Dass der Einstufer mit absehbarer Technologie nicht verwirklichbar ist war schließlich bekannt und dass das Ares Konzept ebenfalls zu wenig Nutzlast bringt, war absehbar. Dafür kann auch die NASA nichts. Sie ist nur ausführendes Organ. Warum überlässt man in den USA aber die prinzipiellen Entscheidungen nicht erfahrenen Ingenieuren wie einst von Braun? Ist es nur ein Problem der Prioritäten oder gibt es irgendeinen Grund den Fortschritt in der zivilen Raumfahrt zu sabotieren? Das mag jetzt überzogen klingen. Vergessen wir aber nicht. Seit gut 25 Jahren arbeiten die USA vergeblich an einem Shuttle Nachfolger. Da liegt die Frage nach den Ursachen nahe.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Raffi am 02. Mai 2009, 22:58:08
Die Mondbasis kann man jetzt schon fast als aufgegeben bezeichnen, zurzeit soll der Erstflug von Orion 2016 stattfinden und die Rückkehr zum Mond 2023:
http://www.ad-hoc-news.de/keine-basis-auf-dem-mond--/de/Politik/20209247
Damit würden über 50 jahre vergehen, in denen kein Mensch den Mond betreten hat. Das gefällt mir gar nicht, zur Mondrückkehr ist es noch lang hin und die wird jetzt schon weiter verschoben :'(, wie ich mich schon gefreut habe, dass die Mondbasis so was wie die ISS ist, wo Menschen dauerhaft leben und jedes halbe Jahr die Crew ausgetauscht wird. Kennedy wäre sicher enttäuscht und der bisher letzte Mensch, der den Mond betreten hat, Eugene Cernan, hat gesagt, dass er es hasst, der letzte Mensch auf dem Mond zu sein, der hört diese Nachrichten nur ungern.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 02. Mai 2009, 23:09:16
Der Scolese scheint zu der Fraktion zu gehören, welche bemannte Mars- und Asteroidenmissionen gegenüber einer Mondlandung favorisiert.

Zitat
NASA will probably not build an outpost on the moonMovie Camera as originally planned, the agency's acting administrator, Chris Scolese, told lawmakers on Wednesday. His comments also hinted that the agency is open to putting more emphasis on human missions to destinations like Mars or a near-Earth asteroid.

Quelle:
http://www.newscientist.com/article/dn17052-nasa-may-abandon-plans-for-moon-base.html

Darüber hatte ich schon mal vor einem Jahr im Forum geschrieben:
Führende Raumfahrtleute wollen neue VSE (http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=3376.0)

Bezgl bemannter Asteroidenmission siehe auch hier:
http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=4606.0

Na das macht die Wahl des nächsten NASA Administrators umso interessanter. ;) Mond, Asteroiden oder Mars? Was wird es denn nun?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Raffi am 02. Mai 2009, 23:25:51
Eine bemannte Landung auf einen Asteroiden wäre interessant, ich kanns mir aber im Moment kaum vorstellen. Auch wenn eine bemannte Marslandung favorisiert wird, müssen wir wohl aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten bis mindestens 2037 warten, dann würde eine Marsmission über 2 Jahre dauern, und dann müssten wir noch länger warten, bis es eine Marsbasis gibt. Wenn der NASA-Administator mit einem neuen Präsidenten immer wechselt, dann kann man unmöglich irgendwelche Pläne verwirklchen, denn bis ein Schritt zur Marslandung gemacht wird, kommt der nächste Administrator und vereitelt die Mars- und Asteroidenpläne, sowie jetzt, wo man mit dem Ares-1-X Flug dabei war, den ersten kleinen Schritt zu machen, damit der große Sprung zurück zum Mond kommt.
Außerdem sollte Obama vorhaben, zum Mond zu fliegen, denn ich habs zwar nicht gesehen, aber auf seiner Parade sind paar Astronauten und ein Mondfahrzeug aufgetreten, oder handelt es sich hier um ein Marsfahrzeug.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 03. Mai 2009, 05:07:24
Naja, es scheint heftig hinter den Kulissen geschoben zu werden. Die Frage ist jetzt wie herum. Wird erst das Ziel definiert und dann die Fahrzeuge dazu entwickelt oder überlegt man erst was man bauen will und danach, wohin man damit dann kommt. Es war schon immer so, dass solche Programme nur funktionieren, wenn sie alle überzeugen. Es geht nur mit etwas Begeisterung! Wenn es von vorn herein den Geruch eines politischen Kompromisses hat, kommt auch nichts dabei heraus. Ich könnte mir vorstellen, dass ATK versucht die NASA an Ares zu binden, auch wenn es nicht für die bemannte Mondstation taugen sollte. Also würde man dann die Mondstation absagen und etwas verkünden, was keiner der derzeit Verantwortlichen mehr ausbaden müsste. Hoffen wir also dass sich die Amerikaner am Riemen reißen!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: GG am 03. Mai 2009, 11:36:45
... bis mindestens 2037 warten, dann ...

Bis dahin haben wir aber noch 25 Jahre technische Entwicklung vor uns. Garantiert gibt es dann elektrische Antriebe, welche die Flugzeit mindestens halbieren. Hoffentlich hat man bis dahin auch eine kompakte, leistungsfähige Energiequelle entwickelt, die dafür ja unbedingt gebraucht würde.

GG
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 03. Mai 2009, 13:29:42
Hallo,

elektrische Antriebe, vom Ionenantrieb bis zum Antimaterieannihilationsantrieb, sind vermutlich das geringere Problem. Wie richtig erkannt geht es um die Energie und ihre Speicherung. Solarzellen reichen kaum bis zur Marsbahn. Also wäre nach heutiger Kenntnis der Physik gespeicherte Antimaterie das Optimum. Wenn es also gelänge Fusionskraftwerke zu bauen und Antimaterie in magnetischen Flaschen zu speichern, stünde wenigstens einer bemannten interplanetaren Raumfahrt nichts mehr im Wege.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 04. Mai 2009, 19:39:55
Warum sollen Solarzellen nicht reichen ? Im All bin ich doch nicht an eine Grundstücksgröße gebunden.

Außerdem, warum soll der direkte Weg zum Mars genommen werden, wenn das solche Energieprobleme mit sich bringt ? Ein Parabelflug, bei dem eventuell sogar die Sonne als Katapult genutzt wird braucht ein Bruchteil an Energie.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 04. Mai 2009, 19:50:47
Ein Parabelflug, bei dem eventuell sogar die Sonne als Katapult genutzt wird braucht ein Bruchteil an Energie.

Einen Vorbeiflug an der Sonne? Allein um in Sonnennähe zu kommen, dürfte eine große Energiemenge nötig zu sein. Dann ist die Strahlungsbelastung deutlich größer. Außerdem befindet sich die Sonne relativ gesehen sozusagen in "Ruhe", da gibt es keinen Katapulteffekt wie bei bei einem Swingby an einem Planeten.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 04. Mai 2009, 19:55:15
Hallo,

es geht um die Sonneneinstrahlung die im Quadrat zur Entfernung von der Sonne abnimmt. Das heißt, dass meine Solarzellen ab einer bestimmten Entfernung keinen Strom mehr liefern.

Das Problem mit der Reisedauer ist das, dass wir inzwischen wissen, dass es ab einem Jahr im freien Weltraum dauerhafte Veränderungen am Menschen gibt. Deshalb wäre es vernünftig, die Flugzeiten unter einem Jahr zu halten, also schneller bzw. direkter zu fliegen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Speedator am 04. Mai 2009, 19:57:08
Was du meinst ist ein Swing-by. Allerdings lohnt sich das bei der Mars-Erde-Sonne-Konstellation nicht wirklich.

Bei den Solarzellen musst du ja auch beachten, dass diese auch eine Masse darstellen, die beschleunigt und auch erst in den Orbit gebracht werden muss. Außerdem ergeben sich da irgendwann auch statische Probleme.

Edit: ah, da waren wohl 2 schneller ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 05. Mai 2009, 10:53:23
Ein Parabelflug, bei dem eventuell sogar die Sonne als Katapult genutzt wird braucht ein Bruchteil an Energie.

Einen Vorbeiflug an der Sonne? Allein um in Sonnennähe zu kommen, dürfte eine große Energiemenge nötig zu sein. Dann ist die Strahlungsbelastung deutlich größer. Außerdem befindet sich die Sonne relativ gesehen sozusagen in "Ruhe", da gibt es keinen Katapulteffekt wie bei bei einem Swingby an einem Planeten.

Um in Sonnennähe zu kommen, warum sollte man da viel Energie benötigen. Ich rede davon die Schwerkraft der Sonne zu nutzen, genau wie es die Kometen tuen. Und die fliegen ja auch auf einer Parabelbahn.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: James am 05. Mai 2009, 11:22:50
Hi

Um sich Richtung Sonne zu bewegen muß man zuerst mal aus dem Potentialtopf der Erde soweit heraus, so das der Einfluß der Sonne dominiert. Das ist schon mal Energieaufwendig. Wenn man sich dann ungefähr Richtung Sonne bewegt nimmt der Raumflugkörper kinetische Energie auf (die Summe seiner kinetischen und potentiellen Energie bleibt aber gleich). Wenn er nun um die Sonne fliegt und sich von ihr wieder entfernt gibt er die selbe kinetische Energie die er vorher aufgenommen hat wieder ab und erhält diese nun wieder als potentielle Energie. Das Ganze läuft also OHNE ENERGIEGEWINN ab. Bei den Swingby-Manöver ist das anders, da sich die Planeten im Bezugssystem der Sonne bewegen und sich daher unterschiedliche Anflug- und Abflugzeiten ergeben.
Dein (periodischer) Komet verhält sich auch nicht anders. Er startet weit außen mit einer bestimmten Geschwindigkeit und kommt durch den Schwerkrafteinfluß der Sonne in deren Nähe, dann kommt er, ohne Störeinflüsse, nach der Richtungsänderung wieder genausoweit nach "außen" wie er auch vorher war.
Auch er erhält keinen Energiegewinn und kann das Sonnensystem so nicht verlassen.

Gruß, James
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 05. Mai 2009, 11:59:49
Und noch ein Grund für den Energiebedarf (oder besser Impulsbedarf), um von der Erde in Sonnennähe zu kommen: man muss erst mal ordentlich abbremsen, damit man ins Innere des Sonnensystems fällt. Ein Beispiel ist Messenger auf dem Weg zum Merkur: 1x Erd-Flybe, 2x Venus-Flyby, 3x Merkur-Flyby ... und alles, um Drehimpuls zu verlieren und ins Innere des Sonnensystems zu stürzen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 05. Mai 2009, 19:10:41
Viel Geld für die Forschung in den USA:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,622927,00.html

Ob die NASA davon was abbekommt?

In Deutschland werden die Forschungsausgaben zusammengekürzt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 06. Mai 2009, 11:29:11
Zitat
Viel Geld für die Forschung in den USA:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,622927,00.html

Ob die NASA davon was abbekommt?

In Deutschland werden die Forschungsausgaben zusammengekürzt.

Leider gibt es viele Leute die denken, alles ist schon erforscht und das Geld für Forschung nur rausgeschmissen. Oftmals haben diese Leute selbst eine schlechte Bildung und wissen es nicht besser. Um so schlimmer ist es, wenn sogar deutsche Politiker meinten, das Forschung zu aufwendig ist.

Ich bekomme bei diesen Artikel des Spiegel Bauchschmerzen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 06. Mai 2009, 12:03:52
Obama hat jetzt eine komplette Überprüfung des Constellationprogramms angeordnet. Insbesondere soll überprüft werden, ob das Ares I /Orion System die beste Option ist, um Astronauten bis 2015 in den Orbit zu schicken.

Quelle:
http://www.orlandosentinel.com/news/space/orl-shuttle-replacement-under-review-050609,0,5983585.story
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Kreuzberga am 06. Mai 2009, 12:18:43
Das sind ja gute Nachrichten! Die spannende Frage ist jetzt, wie das Review Panel zusammengesetzt sein wird.

Die Direct-2.0-Advokaten haben sich seit langem für ein unabhängiges Review stark gemacht. Nun bekommen sie es, und ich bin gespannt was am Ende rauskommt. Es scheinen ja wieder alle Karten auf dem Tisch zu liegen: Ares, Jupiter, Atlas V Heavy, Delta IV Heavy, ...

Mal sehen, was morgen noch so zu hören sein wird.  :)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 06. Mai 2009, 12:54:15
Irgendwie sieht das alles doch ziemlich ziellos aus. Mond scheint vom Tisch zu sein. Mars direct dafür um so aktueller.

Auf jeden Fall kann es nicht schaden mal einen Schritt zurück zu machen und alle Optionen anzuschauen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 06. Mai 2009, 13:30:58
Nicht Mars Direct ... Direct 2.0 ist ein Trägerkonzept an Stelle der ARES-Familie. Mars Direct war ein 1990er Konzept für einen Marsflug.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: -eumel- am 06. Mai 2009, 13:54:18
Nicht Mars Direct ... Direct 2.0 ist ein Trägerkonzept an Stelle der ARES-Familie. Mars Direct war ein 1990er Konzept für einen Marsflug.

Ja, Hier (http://directlauncher.com/)! :)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Holi am 06. Mai 2009, 23:11:00
Hallo,

lt.Floridatoday und Senator Bill Nelson will Präsident Obama wohl alle noch verbleibenden Shuttle Flüge durchführen, auch wenn es über das Jahr 2010 hinaus geht...

http://www.floridatoday.com/content/blogs/space/2009/05/nelson-obama-supports-shuttle.shtml
http://twitter.com/SenBillNelson

Da fällt mir gerade wieder ein Satz von Jok ein:
Zitat
...Ich gehe davon aus das wir mit den jetzt noch vorgesehenen Missionen in das Frühjahr bis Sommer 2011 gleiten.
Wenn alles fix geht wäre die Landung der letzten Space Shuttle Mission am 12. April 2011 eine Option...damit eine runde Sache 30 Jahre Space Shuttle Programm...

nun ja...mal sehen.. ::)

Gruß
Holi
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 08. Mai 2009, 08:26:14
Die Aufträge für das Design von Altair und Ares V werden aufgrund der Überprüfung des Constellationprogramms durch Obama bis August erstmal nicht vergeben.


Quelle:
http://www.flightglobal.com/articles/2009/05/07/326213/altair-and-ares-v-design-contracts-on-hold-till-third.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 08. Mai 2009, 20:58:25
Nicht Mars Direct ... Direct 2.0 ist ein Trägerkonzept an Stelle der ARES-Familie. Mars Direct war ein 1990er Konzept für einen Marsflug.

Ja, Hier (http://directlauncher.com/)! :)

Hat sich eigentlich jemand das ganze Konzept durchgelesen und kann mal das wichtigste kurz zusammenfassen ?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 08. Mai 2009, 21:04:02
Zitat
Die Aufträge für das Design von Altair und Ares V werden aufgrund der Überprüfung des Constellationprogramms durch Obama bis August erstmal nicht vergeben.

Also weitere Verzögerungen...

Zitat
Hat sich eigentlich jemand das ganze Konzept durchgelesen und kann mal das wichtigste kurz zusammenfassen ?

Soweit ich weiß, will man ein heute Vorhandenes Vehikel dermaßen umbauen, dass es beide Jobs von AresI und AresV gleichzeitig übernimmt...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 08. Mai 2009, 21:11:40
Also eine Art Sparraumschiff. Ob das wohl gut ist ?

Ist da auch ein System der Erzeugung künstlicher Schwerkraft mit angedacht ?

Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 08. Mai 2009, 22:07:01
Folge doch eumels Link zu unserem Direct-2.0-Thread. Da steht schon "alles".
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Axel_F am 08. Mai 2009, 22:16:01
Ich find das DIRECT 2.0 Konzept echt Klasse.

Verwendet ja im Prinzip die gleichen Feststoffbooster wie das STS "nur" der Externe Tank des Shuttles wird zur Rakete umgebaut. Dabei wird aber auf schon bekannte Triebwerkstypen zurückgegriffen.

Es ist auch toll, dass nur ein Raketentyp statt zwei (beim Constellation-Programm) als Basis verwendet werden.
 
Somit kann man mit den ersten ISS Flügen schon Erfahrungen mit der Rakete sammeln. Diese dann einfach erweitern und mit ihr dann zum Mond fliegen. Man muss nicht noch eine Ares V komplett neu entwickeln.

Diese Idee ist einfach toll. Man sieht auch auf der Seite, dass man auch versucht sowenig wie möglich im VAB und auf der Startrampe, sowie Plattform nach dem STS-Programm zu ändern.

Spart Kosten und bringt sicherheit indem man auf bewährte Systeme zurückgreift.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 10. Mai 2009, 12:33:36
Das Direct 2.0 Konzept ist eigentlich nur ein logischer Schluß aus den Entwicklungen der Vergangenheit. Da hat nämlich jeder seine eigene Rakete gebaut. Vengard, Delta, Saturn usw. Es ist schön, daß man sich da nun auf ein Konzept geeinigt hat.

Das Trägerkonzept ist aber nur ein kleines Basisstückchen auf dem Weg. Der Mars hat eine größere Masse als der Mond. Wie sieht es denn mit der Landung und den Start auf dem Mars aus ?

Die Astros können doch nicht den gesamten Weg in so einer Orionkapsel zurücklegen. Dazu braucht es schon einer Wohneinheit, ausgestattet mit künstlicher Schwerkraft und einer ganzen menge Platz. Wie sieht es z.B mit der Entwicklung eines Deflektorschildes zum Schutz der Astros aus ?

Und warum will die Nasa wieder allein gehen ? Europa hat die Ariane und auch Astros. Warum soll denn wieder ein Amerikaner und nicht vielleicht eine Europäerin den ersten Fuß auf den Mars setzen ?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: -eumel- am 10. Mai 2009, 12:48:28
Das Direct 2.0 Konzept ist eigentlich nur ein logischer Schluß aus den Entwicklungen der Vergangenheit. Da hat nämlich jeder seine eigene Rakete gebaut. Vengard, Delta, Saturn usw. Es ist schön, daß man sich da nun auf ein Konzept geeinigt hat.

Leider hat man sich nicht geeinigt.
Der derzeitige Status ist:
Das Direct 2.0 Konzept wurde von der vorhergehenden Administration abgelehnt.
Der Bau einer neuen Ares-Trägerfamilie geplant und teilweise vorfinanziert.

Obamas Team hat eine Komission eingesetzt, die alles nochmal prüfen soll.
Ob Direct 2.0 dabei eine reelle Chance erhält ist fraglich, denn immerhin wurden für Ares I schon Verträge abgeschlossen und Gelder ausgegeben.

Es kommt oft vor, daß sich nicht das bessere Konzept durchsetzt. :(
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 10. Mai 2009, 13:10:18
Vielleicht sollten wir den Amerikanern vorschlagen als Trägersystem die Ariane zu verwenden. Die Missionen könten dann alle in französisch Guiana gestartet werden. Dann brauchen sie keinen eigenen Träger mehr zu entwickeln.

Ich verstehe nicht, warum jeder daran beteiligte das Rad nochmal neu erfinden will.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 10. Mai 2009, 13:43:36
Warum sollten die Amerikaner die Ariane verwenden wollen? Sie haben doch die Atlas V und die Delta IV Heavy, die in einer ähnlichen Klasse wie die Ariane 5 sind.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: -eumel- am 10. Mai 2009, 13:55:14
Dann brauchen sie keinen eigenen Träger mehr zu entwickeln.
Warum sollten sie nicht? Ich finde entwickeln gut! 8)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 10. Mai 2009, 20:25:29
Vielleicht sollten wir den Amerikanern vorschlagen als Trägersystem die Ariane zu verwenden.

Und wofür sollten Sie die benutzen? Für bemannte Raumfahrt ist die nicht qualisiziert und unbemannte Raketen haben Sie selbst genug...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 10. Mai 2009, 21:47:31
Ich würde es jedenfalls gut finden , wenn diemal nicht nur die Amerikaner allein, sondern zusammen mit den Europäern und vielleicht auch den Japanern und Chinesen diese Marsmission in Angriff genommen wird. Die ganze Mission könnte von Anfang an größer durchgeführt werden, da auch mehr Geld zur Verfügung wäre.

Die Ariane könnte z.B. die Wohnmodule ins All bringen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Raffi am 10. Mai 2009, 22:19:22
Nochmals zurück zu den NASA-Plänen, man sagt zwar, dass Obama eher weniger an bemannte Mondlandungen interessiert wäre, manches spricht aich dafür, dass Obama genauso interessiert ist, wie sein Vorgänger, ich habs zwar nicht mehr gesehen, doch auf seiner Parade sind Astronauten mit einem Mondfahrzeug aufgetreten, also Obama hält zu den Mondplänen. Ich hoffen, wenn die NASA endlich einen Administrator hat, dann endet das Chaos und es kehrt Ordnung ein und dann kann die NASA sich richtig auf das Constellation Programm fixieren, bloß das dauert halt diesmal mit dem Administrator.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 10. Mai 2009, 22:33:40
Zurzeit steht doch eine neue Durchsicht und Bewertung des Constellationprogramms an. Dabei geht es nicht nur um die Technik (Ares, Orion), sondern auch um die Ziele (Mond, NEOs, Mars, LEO). Obama hat sich sehr bedeckt gehalten. Damit sind eigentlich alle Karten offen. Nur weil eine Auto auf der Parade war, kann man eigentlich keine ernsthafte Aussage über die Raumfahrtpläne der USA treffen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: -eumel- am 11. Mai 2009, 02:36:42
ich habs zwar nicht mehr gesehen, doch auf seiner Parade sind Astronauten mit einem Mondfahrzeug aufgetreten, also Obama hält zu den Mondplänen.

Zu sehen gibt´s das hier:
http://www.youtube.com/watch?v=2c2jN0k0k68

Ich hoffen, wenn die NASA endlich einen Administrator hat, dann endet das Chaos und es kehrt Ordnung ein und dann kann die NASA sich richtig auf das Constellation Programm fixieren, bloß das dauert halt diesmal mit dem Administrator.
Wieso Chaos? ???
Die neue Regierung, die schließlich die NASA finanzieren muß, will sich erst orientieren.
Dazu braucht sie Informationen, die erst zusammengetragen und ausgewertet werden müssen.
Wenn alle Optionen auf dem Tisch liegen, kann man sich entscheiden, was man in den nächsten Jahren tun will.
Wenn man das weiss, wird ein NASA Administrator eingesetzt, der dafür geeignet erscheint, die Beschlüsse im Sinne der Regierung durchzusetzen. Es klemmt also derzeit nicht am Administrator.

Es ist gut möglich, daß im Augenblick andere Dinge mit höherer Prirorität eingestuft werden.
Im Moment ist man wohl noch bei der Schadensbegrenzung in Innen- und Außenpolitik - und man hat eine handfeste Wirtschafts- und Finanzkrise abzuwehren.
Erst danach kann man sich der Planung in anderen Bereichen zuwenden.

Die NASA-Politik ist sehr komplex.
Es geht dabei nicht nur darum, ob der Präsident die Astronauten nun lieber erst zum Mond oder zum Mars schicken will, oder erstmal noch ein paar Roboter krabbeln läßt - oder wir hier unsere Freude daran haben.

Dabei spielen gesellschaftliche Faktoren einen Rolle und andere Bereiche, wie Wirtschaft, Finanzen, Forschung usw. sind unmittelbar betroffen.

Wir werden die Entscheidung geduldig abwarten und akzeptieren müssen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tul am 11. Mai 2009, 05:27:03
Ich würde es jedenfalls gut finden , wenn diemal nicht nur die Amerikaner allein, sondern zusammen mit den Europäern und vielleicht auch den Japanern und Chinesen diese Marsmission in Angriff genommen wird. Die ganze Mission könnte von Anfang an größer durchgeführt werden, da auch mehr Geld zur Verfügung wäre.

Nicht zwangsläufig. Kooperationen können auch dazu führen, dass eine Raumfahrtagentur das Budget um den Beitrag des neu hinzugekommenen Kooperationspartners kürzt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 11. Mai 2009, 17:13:37
Wow, cooles Fahrzeug. So einen möchte ich auch. Da haben die Kinder dann auch immer genug Platz um aus dem Fenster zu schauen. Kein bücken mehr beim einsteigen. ;D

Und in die Parklücke geht es dann auch leichter einzuparken. Dazu noch mit Elektroantrieb. Ich finde das Ding total coooooool !
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 11. Mai 2009, 17:21:42
Weiß jemand, was das für ein cooles Flugzeug ist. Sieht nach Überschalltechnologie aus. Ist vielleicht ein Prototyp.

http://www.youtube.com/watch?v=TBgV_6L__zA
Titel: Re: NASA
Beitrag von: GG am 11. Mai 2009, 17:55:19
http://de.wikipedia.org/wiki/Bird_of_prey

GG
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 13. Mai 2009, 16:00:14
Die NASA bezahlt 51 Millionen $ pro Soyuz Sitz zur ISS.

Quelle:
http://www.mosnews.com/world/2009/05/13/spaceprice/
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 13. Mai 2009, 16:02:40
Zumindest ab 2010

Pünktlich zum Ende des Shuttle Programms  ::)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 13. Mai 2009, 19:05:27
Die NASA bezahlt 51 Millionen $ pro Soyuz Sitz zur ISS.

Quelle:
http://www.mosnews.com/world/2009/05/13/spaceprice/

Haben die keine billigeren Sitze ? ;)

Manchmal frage ich mich, ob das Raumfahrt oder Luxus ist. Warscheinlich beides.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Speedator am 13. Mai 2009, 20:21:04
Zumindest ab 2010
2012 steht da, so genau wollen wir dann doch sein. Es geht um Inflations- und Wechselkursausgleich nach offiziellen Angaben. Nagut, ob das der einzige Grund ist, mag natürlich dahingestellt sein.

Meagan: Man kann ja unterschiedlicher Meinung sein, ob bemannte Raumfahrt nun sinnvoll ist oder nicht. Aber dass sie einen gewissen Luxus darstellt(auch im Vergleich zur unbemannten), kann man sicherlich schon sagen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 13. Mai 2009, 21:30:12
Man kann ja unterschiedlicher Meinung sein, ob bemannte Raumfahrt nun sinnvoll ist oder nicht. Aber dass sie einen gewissen Luxus darstellt(auch im Vergleich zur unbemannten), kann man sicherlich schon sagen.

Nun, solange der beste Automat noch nicht soviel wie ein Mensch kann, ist bemannte Raumfahrt kein Luxus. Danach? Versuchen wir es dann zu beurteilen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Speedator am 13. Mai 2009, 21:37:53
Gut, im wesentlichen ist auch die Definition von Luxus im Zusammenhang mit bemannter Raumfahrt höchst subjektiv, ähnlich der Frage nach dem Sinn oder Unsinn. Ich nehme die Aussage entsprechend zurück, um das ganze nicht ausufern zu lassen ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: GG am 14. Mai 2009, 18:35:00
Pünktlich zum Ende des Shuttle Programms  ::)
Und bei uns wird zu Ostern und zum Männertag wieder das Benzin teurer. Die Russen haben eben die Marktwirtschaft verstanden. Was beschwert Ihr Euch?  ;)

GG
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rm39 am 14. Mai 2009, 19:43:21
Und bei uns wird zu Ostern und zum Männertag wieder das Benzin teurer. Die Russen haben eben die Marktwirtschaft verstanden. Was beschwert Ihr Euch?  ;)
GG

Hmm,
Angebot und Nachfrage, das ist in der Raumfahrt genauso wie im wahren Leben.  ::)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 15. Mai 2009, 10:10:52
Bei msnbc ist zu lesen, dass Charles F. Bolden nur noch vom Senat als neuer NASA Administrator bestätigt werden müsste. Charly Bolden war oder ist ATK Lobbyist. Bekommt Ares damit wieder Rückenwind?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Chewie am 15. Mai 2009, 12:38:33
Charles F. Bolden war mit STS-31, STS-45, STS-60 und STS-61C im All. Je zwei mal als Pilot und als Kommandant!  :o

http://en.wikipedia.org/wiki/Charles_F._Bolden,_Jr.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Speedator am 15. Mai 2009, 13:09:12
Hier mal der besagte MSNBC-Artikel: Former astronaut likely to be new NASA chief- msnbc.com (http://www.msnbc.msn.com/id/30753761/)

Und ein wenn auch älterer Artikel bezüglich der Lobbyarbeit von Bolden bei ATK: Washington Post - Astronauts Turn to Lobbying (http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2005/08/24/AR2005082402015.html)

Einen deutschen Wikiartikel gibt es weiterhin auch noch: http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Frank_Bolden
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 15. Mai 2009, 16:17:07
Ja, es wird nun doch Bolden werden. Er war ja schon einmal als heißer Kandidat gehandelt worden, dann aber doch abgesprungen, bzw. nicht berücksichtigt worden.
Andere Kandidaten/innen haben wohl tatsächlich in letzter Sekunde abgesagt  ???

Schwer abzuschätzen, ob Bolden ein ARES Freund ist, schlecht ist die Personalentscheidung für ATK sicher nicht.

Gruß,
KSC

Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 15. Mai 2009, 21:27:53
Wenn ich ihn jetzt nicht verwechsle, habe ich ihn Mitte der 90er mal nach einer Veranstaltung im Auto mit zu einem Umtrunk genommen. Jedenfalls bedauerte er es, dass es keine Konfettiparaden mehr gäbe und das sie für die Reisekostenabrechnung kein Kilometergeld in Rechnung stellen konnten.  ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Nitro am 16. Mai 2009, 15:01:41
Space News hatte gestern ein Telefoninterview mit Bolden in dem er die Aussage machte, dass er in keinster Weise etwas davon wuesste. Er ist weder dazu gefragt worden noch ist ein Termin mit Offiziellen vereinbart oben. Soweit er es sieht sind das alles nicht mehr als Geruechte.  :(

Quelle: http://www.space.com/news/090515-bolden-nasa.html (http://www.space.com/news/090515-bolden-nasa.html)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 16. Mai 2009, 15:17:05
Das wird langsam zur unendlichen Geschichte… >:(

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 16. Mai 2009, 21:49:50
Hallo!

Vielleicht wissen wir am nächsten Dienstag mehr. Eigentlich hoffen wir ja nur alle, dass die USA ein solides, zukunftsträchtiges, bemanntes Raumfahrtprogramm auf die Beine stellen und so den Rest der Welt animieren. Manchmal könnte man den Motorsport beneiden. Da weiß man oft schon am nächsten Wochenende anhand der Stoppuhr was die aktuellsten Entscheidungen wert sind und nichts lässt sich unter den Teppich kehren. Richard Branson hat es wohl schon begriffen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 17. Mai 2009, 10:45:29
Hallo!

Vielleicht wissen wir am nächsten Dienstag mehr. Eigentlich hoffen wir ja nur alle, dass die USA ein solides, zukunftsträchtiges, bemanntes Raumfahrtprogramm auf die Beine stellen und so den Rest der Welt animieren. Manchmal könnte man den Motorsport beneiden. Da weiß man oft schon am nächsten Wochenende anhand der Stoppuhr was die aktuellsten Entscheidungen wert sind und nichts lässt sich unter den Teppich kehren. Richard Branson hat es wohl schon begriffen.


Raumfahrt bringt Erkenntnisse. Motorsport ist nichts als sinnlose Vergeudung von Treibstoffen. Und warum sollten die Ergebnisse immer sofort zu sehen sein. Fundierte Erkenntnisse sind mir 1000 mal lieber als sinnlose Daten.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: wulihubi am 17. Mai 2009, 11:16:50
Hallo Meagan,

unsere Begeisterung in Ehren, aber ist unsere Forschernatur nicht genauso hedonistisch, wie alle möglichen anderen Neigungen auch? Motorsport inbegriffen?

Liebe Grüße!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 17. Mai 2009, 11:22:28
Zitat
Hallo Meagan,

unsere Begeisterung in Ehren, aber ist unsere Forschernatur nicht genauso hedonistisch, wie alle möglichen anderen Neigungen auch? Motorsport inbegriffen?

Liebe Grüße!

Ja sicher. Motorsportfans finden Rennen sicher faszinierend. Es geht auch nicht darum ob es gut oder schlecht ist.

Die Mehrheit der Leute hier würde aber sicher lieber an der Seite von Käpten Picard durchs Universum düsen, als zu einem Motorsportrennen zu gehen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 17. Mai 2009, 11:28:55
Ich hoffe ja immer noch, dass Alan Stern (http://en.wikipedia.org/wiki/Alan_Stern) NASA Administrator wird, aber die Chancen dafür dürften praktisch null sein... :(
Titel: Re: NASA
Beitrag von: trallala am 17. Mai 2009, 11:40:12
Raumfahrt bringt Erkenntnisse. Motorsport ist nichts als sinnlose Vergeudung von Treibstoffen. Und warum sollten die Ergebnisse immer sofort zu sehen sein. Fundierte Erkenntnisse sind mir 1000 mal lieber als sinnlose Daten.

Ganz so einfach würde ich das nicht sehen. Motorsport arbeitet an den Grenzen des Automobils und bringt damit die Technik für selbiges voran. Und da es noch genug Autos auf der Welt gibt nützt es eine ganze Menge finde ich. Z.B. Treibstoffsparende Motortechniken. Im Motorsport will man zwar damit nur länger fahren können ohne Nachzutanken, aber der Normalbürger+Umwelt, bei dem diese Technik auch nach ein paar Jahren ankommt hat auch was davon.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 17. Mai 2009, 11:53:02
Hallo,

eigentlich ging es mir nur um die Wege zur Umsetzung von Technologie. In der Raumfahrt erleben wir immer wieder, dass technologische Sackgassen eingeschlagen und über Jahre verfolgt werden können. Das funktioniert so im Motorsport nicht. Dort geht es ausschließlich um den Erfolg der Entwicklung. Allerdings heißt das leider auch nicht, dass jetzt die Raumfahrtentwicklung von Motorsportroutinen profitieren könnte. 
Titel: Re: NASA
Beitrag von: braunovic am 17. Mai 2009, 12:10:33
ist die NASA nur von der US-Regierung finanziert oder führt die nasa auch missionen für private firmen oder andere regierungen aus?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: -eumel- am 17. Mai 2009, 13:07:57
Die NASA ist eine US Bundesbehörde.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: braunovic am 17. Mai 2009, 13:24:21
Die NASA ist eine US Bundesbehörde.

ah dan führen sie keine missionen für kunden die z.b. regierungen sind?

nur für die amis?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 17. Mai 2009, 13:35:15
Hallo,

die NASA ist in erster Linie eine Verwaltung die regierungsfinanzierte Aufträge vergibt. Als Auftragnehmer muss mann im allgemeinen auch einen US-Amerikanischen Wohnsitz haben. Ähnlich wie im DLR gibt es dazu NASA-Standorte mit bestimmten Forschungsschwerpunkten. Genauso wird auch an Universitäten und industriellen Standorten für die NASA geforscht. Hier treten aber Beispielsweise auch DARPA und Airforce als Auftragnehmer auf. So entshen Projekte auch mit einer ausgeprägten Mischfinanzierung.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: braunovic am 17. Mai 2009, 13:37:42
Hallo,

die NASA ist in erster Linie eine Verwaltung die regierungsfinanzierte Aufträge vergibt. Als Auftragnehmer muss mann im allgemeinen auch einen US-Amerikanischen Wohnsitz haben. Ähnlich wie im DLR gibt es dazu NASA-Standorte mit bestimmten Forschungsschwerpunkten. Genauso wird auch an Universitäten und industriellen Standorten für die NASA geforscht. Hier treten aber Beispielsweise auch DARPA und Airforce als Auftragnehmer auf. So entshen Projekte auch mit einer ausgeprägten Mischfinanzierung.

ah dann waren die wichtigsten raumfähren wie Saturn V und der Space Shuttle reine US-Regierungs Aufträge`?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 17. Mai 2009, 14:30:48
Ja. Man denkt sich meist innerhalb eines Thinktanks ein Konzept aus welches die NASA dann ausschreibt. Das ist jetzt eine extrem vereinfachte Darstellung der tatsächlichen Vorgänge die von allen möglichen Interessen und was auch immer beeinflusst werden.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: GG am 17. Mai 2009, 14:31:55
@braunovic: Saturn V war eine Trägerrakete, keine Raumfähre. Du könntest Dir in der Wikipedia etwas Grundlagenwissen anlesen.

Wikipedia Raumfahrt: http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Raumfahrt

Aber auch wir haben im Portal verschiedene Bereiche dafür.

Raketen: http://www.raumfahrer.net/raumfahrt/raketen/home.shtml
Raumfahrt: http://www.raumfahrer.net/raumfahrt/portal/home.shtml

GG
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 17. Mai 2009, 17:07:13
In diesem Artikel wird weiter von Bolden gesprochen. Offenbar hat der US Senator Nelson mächtig Druck gemacht, dass Bolden ausgewählt wird. Sie sind außerdem eng befreundet.

Aber nicht alle sind mit einem Astronauten als NASA-Chef glücklich. Man befürchtet, dass die bemannte Raumfahrt gegenüber den unbemannten Missionen zu sehr in den Vordergrund tritt.

Quelle:
http://www.thestate.com/local/story/790332.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 17. Mai 2009, 20:02:48
Hallo,

es hat sich mit der Zeit eine Rivalität zwischen bemannter und unbemannter Raumfahrt entwickelt. Dabei geht es wie so oft um das akquirieren der verfügbaren Raumfahrtbudgets. Beide Parteien haben ihre Argumente. Wenn die USA jetzt sich jetzt aber nicht voll auf ihr Constellation- oder ein vergleichbares Programm konzentrieren und scheitern, wird die US Amerikanische Raumfahrt insgesamt in eine Krise kommen und dann werden die Gelder nicht etwa für die unbemannte Raumfahrt übrigbleiben, sondern es wird für alle sehr viel weniger Geld geben.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 17. Mai 2009, 20:58:13
Zitat
es hat sich mit der Zeit eine Rivalität zwischen bemannter und unbemannter Raumfahrt entwickelt.

Sollten die nicht eng zusammenarbeiten ? So eine Konkurenz ist doch grober Unfug !
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 17. Mai 2009, 21:44:22
Das ist ja keine inhaltliche Konkurrenz, sondern vom Grunde her eine rein finanzielle. Das ist aber auch normal, da wir überall im Leben knappe Ressourcen aufzuteilen haben.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 18. Mai 2009, 09:52:27
Dann wäre es ja auf jeden Fall sinnvoll alle anstehenden Aufgaben zusammen zu diskutieren und anschließend an gemeinsamen Lösungen zu arbeiten. Ein Optimum an Forschung zum kleinstmöglichen Preis.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 18. Mai 2009, 10:46:40
Ein Optimum ... zum kleinstmöglichen Preis.

Das ist das typische Optimierungsproblem ... unabhängig vom Inhalt ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 18. Mai 2009, 14:39:56
Dann wäre es ja auf jeden Fall sinnvoll alle anstehenden Aufgaben zusammen zu diskutieren und anschließend an gemeinsamen Lösungen zu arbeiten. Ein Optimum an Forschung zum kleinstmöglichen Preis.

Hallo,

wie sieht den so etwas aus? Dazu ein Beispiel aus der Praxis. In den 80ern hatten ein paar „Raumfahrer“ aus der Industrie in Deutschland ein Hyperschalltechnologieprogramm auf die Beine gestellt. Alle waren begeistert. Das DFG hat für die Hochschulen ein Sonderforschungsprogramm eingerichtet, Das DLR war beteiligt und die Raumfahrtindustrie hat heftig daran gearbeitet. Auch der Forschungsminister war begeistert und hat über die Jahre dafür 400Mio DM genehmigt. Damit hatten wir aber ein Problem. Jetzt kamen die Luftfahrer und reklamierten ein Großteil des Budgets für sich, da sie ja einen 9/10el Anteil an der Luft- und Raumfahrt hätten. Da die Luftfahrt aber mit Geschwindigkeiten über Mach 3 nichts zu tun hat, wurden die Programmgelder in alle möglichen Projekte gesteckt die nichts mit Hyperschall gemein hatten und das Programm versandete so langsam. Außer weiteren Forderungen nach Forschungsgeldern beispielsweise für einen bemannten Demonstrator war aus der Luftfahrtecke wenig zu hören.

So, jetzt habe ich mich aber weit genug aus dem Fenster gelehnt ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: braunovic am 18. Mai 2009, 16:36:06


Hallo,

wie sieht den so etwas aus? Dazu ein Beispiel aus der Praxis. In den 80ern hatten ein paar „Raumfahrer“ aus der Industrie in Deutschland ein Hyperschalltechnologieprogramm auf die Beine gestellt. Alle waren begeistert. Das DFG hat für die Hochschulen ein Sonderforschungsprogramm eingerichtet, Das DLR war beteiligt und die Raumfahrtindustrie hat heftig daran gearbeitet. Auch der Forschungsminister war begeistert und hat über die Jahre dafür 400Mio DM genehmigt. Damit hatten wir aber ein Problem. Jetzt kamen die Luftfahrer und reklamierten ein Großteil des Budgets für sich, da sie ja einen 9/10el Anteil an der Luft- und Raumfahrt hätten. Da die Luftfahrt aber mit Geschwindigkeiten über Mach 3 nichts zu tun hat, wurden die Programmgelder in alle möglichen Projekte gesteckt die nichts mit Hyperschall gemein hatten und das Programm versandete so langsam. Außer weiteren Forderungen nach Forschungsgeldern beispielsweise für einen bemannten Demonstrator war aus der Luftfahrtecke wenig zu hören.

So, jetzt habe ich mich aber weit genug aus dem Fenster gelehnt ;)


Jetzt gibt es wieder ein Projekt ;)

von der ESA, also ist Deutschland auch beteiligt :) und die Schweiz natürlich ;D

hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Lapcat

mfg braunovic
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 18. Mai 2009, 16:44:16


hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Lapcat

mfg braunovic

Dieser Wikipedia-Artikel ist so etwas von Krottenfalsch das es weh tut!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: braunovic am 18. Mai 2009, 16:59:07

Dieser Wikipedia-Artikel ist so etwas von Krottenfalsch das es weh tut!

weil es nicht ins forum gehört oder unwahre geschichte?

falls du es unwahr findest:

http://www.esa.int/esaTQM/SEMDN6STGOF_mechanical_0.html
http://www.reactionengines.co.uk/lapcat.html

und falls es nicht ins Forum passt, dann entschuldige ich mich, ist aber ein Projekt von der ESA und schreibe ich im Thread von der ESA weiter, damit wir hier beim Thema NASA bleiben

mfg braunovic
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 18. Mai 2009, 17:09:48
[
weil es nicht ins forum gehört oder unwahre geschichte?

falls du es unwahr findest:


mfg braunovic

Seit wann funktioniert ein Staustrahltriebwerk ab wenigen 100 km/h?

Seit wann schaltet man von Ram- auf Sramjet weil der Ramjet zu heiß wird etc etc.

Das es lapcat gibt ist wahr. Die Beschreibung ist unter Bild-Niveau! Die Physik ist in den USA, Europa und Russland die gleiche. Also kann es ruhig hier bleiben.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: braunovic am 18. Mai 2009, 17:17:01

Seit wann funktioniert ein Staustrahltriebwerk ab wenigen 100 km/h?

Seit wann schaltet man von Ram- auf Sramjet weil der Ramjet zu heiß wird etc etc.

Das es lapcat gibt ist wahr. Die Beschreibung ist unter Bild-Niveau! Die Physik ist in den USA, Europa und Russland die gleiche. Also kann es ruhig hier bleiben.

Ich greife nun mal zu meinen besseren Luftfahrtwissen womit ich schon länger befasse.

Wie du schon sicher kennst. Die Lockheed SR-71 "Blackbird" hat schon so einen Antrieb wo zuerst mit Turbostrahltriebwerk startet und in hohen Höhen dann auf den Staustrahltriebwerk umschaltet. Dies ist natürlich technisch hochkompliziert.

Hier ein Bild wie es funktioniert:

edit: nur auf Mozilla sichtbar

(http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:SR71_J58_Engine_Airflow_Patterns.svg&filetimestamp=20090131045328)

und das Technische im Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Pratt_%26_Whitney_J58

mfg braunovic
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 18. Mai 2009, 17:37:27
Dazu gibt es heute viele Alternativen. Wir haben es zehn Jahre lang im Hyperschalltechnologieprogramm gemacht. In den USA führt vielleicht Johns Hopkins die entsprechende Forschung an. Es gibt russische Flugkörper die das können. Die Inder sitzen dran. Die SR-71 stammt immerhin aus den 60ern und baute auf dem auf was Sänger und von Karman als Pioniere gemacht hatten. Das entspricht heute technologisch einem VW Käfer.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Speedator am 18. Mai 2009, 19:14:45
Das schöne bei Wikipedia ist ja, dass man sich, falls man in manchen Bereichen besser bescheid weiß, entsprechend beteidigen und gegebenenfalls korrigieren kann. Da hat man das Glück sich nicht wie bei erwähnter Bildzeitung passiv ereifern zu müssen ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 18. Mai 2009, 19:27:08
Naja, man sollte sich nur einmischen wenn man gefragt wird. Wenn es um kleine Hilfestellungen geht, ist es auch kein Thema. Wenn aber jemand über etwas schreibt von deren Grundlagen er keine Ahnung hat, ist es mit einer kleinen Korrektur nicht getan. Allerdings staune ich, dass der Artikel so überhaupt passiert hat. Vielleicht aber sollte das jemand Alan Bond übersetzten. ;)

Anbei zur Erklärung:

Grundsätzlich bietet ein Flugzeug gegenüber einer Rakete den Vorteil, bis in etwa 40 km Höhe den Sauerstoff der Luft zur Verbrennung im Triebwerk nutzen zu können und damit das Gewicht und Volumen der entsprechenden Sauerstofftanks einzusparen. Also startet man mit Turbotriebwerken ähnlich denen in modernen Flugzeugen um dann bei vielleicht Mach 3,5 auf Staustrahltriebwerke umzuschalten. Wasserstoff gespeiste Staustrahltriebwerke arbeiten bei Unterschallverbrennung bis gut Mach 7 und können bei quasi Überschallverbrennung (Scramjet) bis über Mach 14 betrieben werden. Wenn die quasi Überschallverbrennung vielleicht auch schon ab Mach 4 funktioniert, so liefert die Unterschallverbrennung in diesem Geschwindigkeitsbereich aber einen überlegenen spezifischen Impuls und bleibt damit Unverzichtbar. Um eine Umlaufbahn erreichen zu können braucht es am Ende auch noch ein Raketentriebwerk. Durch die Wahl der Konstruktion und der Treibstoffe lassen sich die jeweiligen Grenzen verschieben. Zusammengefasst wird es aber immer eine hochkomplexe Konstruktion bleiben, die bis in extreme Temperaturbereiche funktionieren muss.

Dabei besitzt der Turbofan einen Fan, der von einem Verdichter, einer Brennkammer, einer Turbine und dem Nachbrenner gefolgt wird. Wenn man den Fan entfernt, wird aus der Maschine ein Turbojet. Wenn der Verdichter, die Brennkammer und die Turbine entfernt werden, bekommt man ein Staustrahltriebwerk mit Unterschallverbrennung. Wenn der Hals in der Austrittsdüse weggelassen wird, ist es ein Staustrahltriebwerk mit quasi Überschallverbrennung. Wenn der Einlass aber verschlossen wird und wiederum eine Austrittsdüse nachgeordnet wird, wird es ein Raketentriebwerk.

Alan Bond, Direktor der Fa. Reaction Engines in Oxfordshire, England, hat inzwischen eine Entwicklung wieder aufgenommen, die ursprünglich aus den USA kommend in Europa unter anderem von Prof. van den Kerckhove propagiert und im britischen Konzeptvorschlag HOTOL schließlich bekannt wurde.

Die besondere Idee ist dabei die, in einem Kombinationsantrieb den etwas weniger effizienten Staustrahlteil wegzulassen und stattdessen den Lufteinlass des Turbotriebwerks soweit herunterzukühlen, dass dieses bis vielleicht Mach 5,5 arbeitet. Auf diese Weise spart man die Konstruktion des Staustrahlantriebs ein, muss aber wieder einiges Gewicht für zusätzliche Kühler, Kompressoren und Turbinen einrechnen und schließlich schon ab Mach 5,5 den Raketenantrieb mit bordeigenem Sauerstoff versorgen. Dazu soll eine Pilzdüse den Wirkungsgrad verbessern, indem sie den Gasstrom besser an den sich ändernden Luftdruck anpasst.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 18. Mai 2009, 20:06:33
Heute gibts ein Treffen zwischen Obama und Bolden:
http://www.cfnews13.com/Space/DestinationSpace/2009/5/18/obama_interviews_bolden_for_top_nasa_job_today.html?refresh=1
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Chewie am 19. Mai 2009, 13:26:42
@hesaenger

Gibt es von dem Triebwerk das Du da erklärst eine Schnitt-Zeichnung? Dann könnte man das vielleicht besser verstehen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 19. Mai 2009, 13:53:27
"Das" Triebwerk gibt es nicht. Das ist vielmehr eine sukzessive Auflistung, welche Unterschiede auf der "Leiter" vom Turbjet zum Raketentriebwerk auftreten, in welchen Komponenten sich diese Triebwerke also unterscheiden und welche sie gemeinsam haben.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: braunovic am 19. Mai 2009, 14:00:28
"Das" Triebwerk gibt es nicht. Das ist vielmehr eine sukzessive Auflistung, welche Unterschiede auf der "Leiter" vom Turbjet zum Raketentriebwerk auftreten, in welchen Komponenten sich diese Triebwerke also unterscheiden und welche sie gemeinsam haben.

Ein Turbo-Staustrahltriebwerk gibt es bei der SR-71 Blackbird wo mach 3 erreicht
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Kreuzberga am 19. Mai 2009, 14:10:05
Heute gibts ein Treffen zwischen Obama und Bolden:
http://www.cfnews13.com/Space/DestinationSpace/2009/5/18/obama_interviews_bolden_for_top_nasa_job_today.html?refresh=1

Offensichtlich fand das Treffen gestern nicht statt. Lt. http://cosmiclog.msnbc.msn.com/archive/2009/05/18/1936313.aspx
will man sich nun frühestens heute treffen.

Da scheint hinter den Kulissen immer noch einiges Gerangel stattzufinden!  ;)

Die offizielle Begründung für die Verschiebung des Treffens war, dass Obamas Meeting mit Israels Ministerpräsidenten Netanjahu länger dauerte als geplant.

Interessant finde ich folgende Passage aus dem obigen MSNBC-Artikel:

Zitat
But if there's any knock against him [Bolden], it would be his past connections to companies such as ATK and GenCorp, which stand to benefit from NASA's plan to retire the space shuttles and build a new breed of spaceships to return to the moon.

That program is due to undergo a far-reaching outside review this summer, and some observers suggest Bolden may have to limit his involvement in the agency's core issue to comply with the Obama administration's ethics rules.

Wie ist denn das zu verstehen? Hätte sich Bolden, falls er Administrator werden sollte, auf Grund von Befangenheit aus der Frage Ares/Jupiter/EELV/XYZ völlig herauszuhalten?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 19. Mai 2009, 15:03:03


Ein Turbo-Staustrahltriebwerk gibt es bei der SR-71 Blackbird wo mach 3 erreicht

Ein ähnliches Triebwerk hat schon bei Navajo über Mach 5 erreicht. Allerdings gab es später innerhalb der sogenannten Black Programm Aurora Aktivitäten wohl eine Reihe von Versuchsmaschinen die mindestens ähnliche Leistungen erbrachten. Dazu gab es auch mal ein Amateurphoto, das wir vor einigen Jahren bei RC veröffentlichen durften. Übrigens lief auch in Ottobrunn schon ein Staustrahlmotor mit Mach7 auf dem Prüfstand.

Die SR-71 selbst ist leider ausgemustert:

60-6924   A-12       Blackbird Airpark, Air Force Plant 42, Palmdale, CA  .(A-12 prototype aircraft) 
60-6925    A-12       Deck of USS Intrepid, New York City. (First production A-12 aircraft)
60-6926    A-12       crashed 24 May 1963, CIA pilot ejected safely
60-6927    A-12        Cal. Museum of Science and Industry, Los Angeles, CA .
(Two-seat trainer model nicknamed "Titanium Goose")
60-6928    A-12       crashed 05 January 1967, CIA pilot killed 
60-6929    A-12       crashed 28 December 1967, pilot ejected safely
60-6930    A-12       U.S. Space and Rocket Center, Huntsville, Alabama
60-6931    A-12       Minnesota Air National Guard Museum, St. Paul, MN.
                      (Being prepared for display - no date yet) 
60-6932    A-12       crashed 5 June 1968, CIA pilot killed 
60-6933    A-12       San Diego Aerospace Museum, San Diego, CA 
60-6934    YF-12A    destroyed on landing 14 August 1966
60-6935    YF-12A    U.S. Air Force Museum, Wright-Patterson AFB, OH . (Sole surviving YF-12A)
60-6936    YF-12A   crashed 24 June 1971, crew ejected safely 
60-6937    A-12       Incomplete aircraft stored at Edwards AFB, CA
60-6938    A-12        U.S.S. Alabama Battleship Museum, Mobile, AL 
60-6939    A-12       destroyed on landing 9 July 1964, crew ejected safely 
60-6940    A-12        Seattle Museum of Flight, Seattle, WA
(Only surviving A-12 converted for use in launching the D-21 drone - has fixed mounting pylon above empennage.  Scheduled for display on December 14. The.
                      museum may also receive a D-21 drone for display!) 
60-6941    M-12       crashed 30 July 1966 , pilot survived, LCO killed
61-7971    SR-71A     Evergreen Aviation Museum, Oregon 
64-17950    SR-71A     destroyed on takeoff 11 April 1969, crew ejected safely 
64-17951    SR-71A     Pima Air Museum, Tucson, AZ (NASA YF-12C 937) 
64-17952    SR-71A     crashed 25 January 1966, pilot survived, RSO killed
64-17953    SR-71A     crashed 18 December 1969, crew ejected safely 
64-17954    SR-71A     destroyed on takeoff 11 April 1969, crew ejected safely 
64-17955    SR-71A    AFFTC Museum, Edwards AFB, CA (Being prepared for display)
64-17956    SR-71B     NASA Ames/Dryden Flight Research Facility            .
                      (Last surviving original SR-71B two-seat model)
64-17957    SR-71B     crashed 11 January 1968, crew ejected safely 
64-17958    SR-71A     Robins AFB Museum of Aviation, Warner Robins, GA 
64-17959    SR-71A     Air Force Armament Museum, Eglin AFB, FL 
64-17960    SR-71A     Castle Air Museum, Castle AFB, CA 
64-17961    SR-71A    Kansas Cosmosphere & Space Center, Hutchinson, KS
64-17962    SR-71A    Blackbird Airpark, Air Force Plant 42, Palmdale, CA 
64-17963    SR-71A     Beale AFB Museum, CA 
64-17964    SR-71A     Strategic Air Command Museum, Bellevue, NE 
64-17965    SR-71A     crashed 25 October 1967, crew ejected safely 
64-17966    SR-71A     crashed 13 April 1967, crew ejected safely 
64-17967    SR-71A    Beale AFB, CA
64-17968    SR-71A     Blackbird Airpark, Air Force Plant 42, Palmdale, CA 
64-17969    SR-71A     crashed 10 May 1970, crew ejected safely 
64-17970    SR-71A     crashed 17 June 1970, crew ejected safely 
64-17971    SR-71A    NASA Ames/Dryden Flight Research Facility 
64-17972    SR-71A    Smithsonian Museum, Washington, DC                   .
                      (Set new speed record of 2112.52 mph on 6 March 1990.
                      Awaiting restoration at Dulles International Airport). 
64-17973    SR-71A     Blackbird Airpark, Air Force Plant 42, Palmdale, CA 
64-17974    SR-71A    crashed 21 April 1989, crew ejected safely 
64-17975    SR-71A    March Field Museum, March AFB, CA 
64-17976    SR-71A    U.S. Air Force Museum, Wright-Patterson AFB, OH 
64-17977    SR-71A    destroyed in takeoff accident 10 October 1968
64-17978    SR-71A    destroyed in landing accident 20 July 1972 
64-17979    SR-71A     History & Traditions Museum, Lackland AFB, TX 
64-17980    SR-71A     NASA Ames/Dryden Flight Research Facility 
64-17981    SR-71C     Hill AFB Museum, Hill AFB, UT
(Only SR-71C.  Hybrid aircraft from salvaged parts of YF-12A, 60-6934 (rear half) and functional engineering mockup of the SR-71A forward fuselage) 
64-17962   SR-71A     American Air Museum, Duxford, United Kingdom 
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 19. Mai 2009, 16:00:54

Wie ist denn das zu verstehen? Hätte sich Bolden, falls er Administrator werden sollte, auf Grund von Befangenheit aus der Frage Ares/Jupiter/EELV/XYZ völlig herauszuhalten?

Das ist Machtkampfgeplänkel. Entweder wird Bolden Chef oder er wird nicht der Chef. Da gibt es keine halben Lösungen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 19. Mai 2009, 16:04:19
@hesaenger

Gibt es von dem Triebwerk das Du da erklärst eine Schnitt-Zeichnung? Dann könnte man das vielleicht besser verstehen.

Dazu habe ich mal in der Luft- und Raumfahrt Bilder und Zeichnungen veröffentlicht. Weder die JHU Bilder noch meine eigenen Zeichnungen sind im Netz. Vielleicht kommen im übernächsten RC einige Schemaskizzen im Zusammenhang mit einem Artikel über Skylon.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 21. Mai 2009, 08:24:02
Immer noch nichts neues aus dem Weißen Haus.  :( Laut NASA Watch scheint es das alte Spiel zu sein. Raumfahrt ja, Geld nein.  :'( Ganz wie in der Russischen Föderation.  :-X Hoffentlich lernt wenigstens die ESA daraus.  ::)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: -eumel- am 21. Mai 2009, 08:45:33
Raumfahrt ja, Geld nein.

Bei der ESA ist´s ja international, das geht so:
Raumfahrt ja, wir bauen - aber die anderen sollen zahlen!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Raumfrachter am 21. Mai 2009, 16:18:59
Immer noch nichts neues aus dem Weißen Haus.

Hallo
hesaenger auf was wartest du? was willst du Wissen ich kann meine Warsager-Kugel fragen  ;D

Wir befinden uns zur Zeit in der Krise deswegen diese Jahr müssen wir uns mit wenig Raumfahrt Ereignissen beglücken.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Chewie am 21. Mai 2009, 16:41:07
Dieses Jahr ist doch gut was Los in der bemannten Raumfahrt! Die Frage ist was nach 2010 wird.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 21. Mai 2009, 17:18:48
Hallo
hesaenger auf was wartest du?

Naja, wir haben hier schon einmal darüber gesprochen. Die US Raumfahrt beeinflusst die gesamte Rumfahrt auf diesem Planeten. Deshalb geht es uns etwas an. Was werden die Amerikaner machen? Das Shuttle in Ruhe, also vielleicht bis Ende 2011, abwickeln und eine kreative Denkpause einlegen? Constellation wie bisher weiter verfolgen? Constellation so schnell wie möglich hin zu einer zukunftsträchtigeren Architektur modifizieren? Ich wüsste wenig was uns im Augenblick in der Rumfahrt mehr interessieren könnte. Ganz einfach. Wenn die Amerikaner nichts machen, werden wir in Europa noch weniger tun!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 21. Mai 2009, 21:57:35
Für mich ist eines glasklar. Wenn man nach dem Shuttle eine “Denkpause” einlegt und Constellation erst mal stoppt,  dann ist das das Ende der bemannten US Raumfahrt.
Ein Szenario mit dem die gegenwärtige US Administration durchaus leben könnte.

Was Europa betrifft, können wir in Punkto bemannte Raumfahrt eigentlich gar nicht weniger tun, als jetzt

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 21. Mai 2009, 23:29:50


Was Europa betrifft, können wir in Punkto bemannte Raumfahrt eigentlich gar nicht weniger tun, als jetzt

Gruß,
KSC



Hmm, also mit 2000 Mann und 10 Mrd. Euro jährlich würde mir schon etwas einfallen. Vielleicht bin ich aber auch für diese Welt nur zu naiv.  :-[
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 22. Mai 2009, 06:33:15
Guten Morgen

Für mich ist eines glasklar. Wenn man nach dem Shuttle eine “Denkpause” einlegt und Constellation erst mal stoppt,  dann ist das das Ende der bemannten US Raumfahrt.


Aus dieser Sicht kann man auch verstehen, warum Griffin bspw. das Ares-Konzpet so "schnell" und "einwandfrei diskussionslos" auf die Bahn bringen wollte. Jede Verzögerung, jede Denkpause, jedes Abbrechen könnte einen Status Quo schaffen, der in einer langen Pause endet ... , denn hat man erst mal gestoppt, fällt ein neuer Anlauf erst recht schwer, weil man dann ja mit einem Mal "zusätzlich" Geld ausgeben müsste, verglichen mit dem gerade erreichten Status Quo.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Raumfrachter am 22. Mai 2009, 11:30:35
Für mich ist eines glasklar. Wenn man nach dem Shuttle eine “Denkpause” einlegt und Constellation erst mal stoppt,  dann ist das das Ende der bemannten US Raumfahrt.
Ein Szenario mit dem die gegenwärtige US Administration durchaus leben könnte.

Was Europa betrifft, können wir in Punkto bemannte Raumfahrt eigentlich gar nicht weniger tun, als jetzt

Gruß,
KSC


Vielleicht sollte man gerade jetzt investieren wo günstig ist und gleichzeitig schaft bzw. sichert im diesen bereich Arbeitsplätze wenn die Wirtschaft wieder auffahrt nimmt dann wird natürlich erstens Teuerer zweitens die warten Zeiten länger.

@hesaenger
Und NASA findet schon einen ausweg es sei den sie hat keine Ziele dann ist es wirklich schlecht den um Projekte zu verwirklichen muss man mit der Regierung einig sein.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: JangoFett79 am 22. Mai 2009, 12:02:38
Meiner Meinung nach kann sich die NASA gar keine Auszeit bei der bemannten Raumfahrt leisten, will sie nicht in Rückstand zu anderen aufstrebenden Nationen, z.B. China gelangen. Die Chinesen sind zwar erst am Anfangihres Programms, aber genauso ambitioniert wie die Amerikaner, wenn nicht sogar mehr.  Sie werden mit allen Mittel versuchen die Amis zu übertreffen. Deshalb wird das Constellation-Programm auch aufgebaut.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: roger50 am 23. Mai 2009, 16:41:27
Nun ist es offiziell: Präsident Obama hat Charles Bolden zum neuen NASA-Administrator ernannt. Sein Stellvertreter wird Lori Garver.  8)
(lt.Spaceflightnow)

Gruß
roger50
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 23. Mai 2009, 17:30:08
Es ist vollbracht (endlich)  ::)
Cooler Kommentar der STS-125 Crew (Scott Altman) als man es ihnen gemeldet hat: "I guess it wasn't any of us on the crew after all."  ;D

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Bongocarl am 23. Mai 2009, 22:28:43
was für ein Tag, Wolfsburg das erstemal Meister und der erste afroamerikaner an der Spitze der Nasa  :D

ist aufjedenfall eine gute entscheidung, zumal damit jemand an der spitze ist, der mehrmals im All war und somit das "richtige" herzblut mitbringt  8)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Raffi am 24. Mai 2009, 11:49:46
Nun ist es offiziell: Präsident Obama hat Charles Bolden zum neuen NASA-Administrator ernannt. Sein Stellvertreter wird Lori Garver.  8)


Moin roger50, erstmal schön dich beim Treff in Hannover kennengelernt zu haben und ein tolles Referat.

Damit kann bei der NASA wieder Ordnung einkehren und wie ich in den vorherigen Beiträgen gelesen habe heißt das wohl:
GO for Constellation to the moon, mars and beyond  :D

Damit ist das Constellation-Programm nicht gefährdet und es ist an der Zeit, dass bei der NASA wieder Stimmung eintrifft.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 24. Mai 2009, 18:38:55

GO for Constellation to the moon, mars and beyond  :D


Bedeutet die Wahl von Bolden, das die Constellation Geldvernichtung munter weitergeht und das wissenschaftliche Programm weiterhin zusammengeschlagen wird oder ist ein Konsens wie: "Flug zum Mond ja, aber nicht auf Kosten des restlichen Programms" denkbar?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 24. Mai 2009, 20:16:57
[
Bedeutet die Wahl von Bolden, das die Constellation Geldvernichtung munter weitergeht und das wissenschaftliche Programm weiterhin zusammengeschlagen wird oder ist ein Konsens wie: "Flug zum Mond ja, aber nicht auf Kosten des restlichen Programms" denkbar?

Hallo,

was bisher an die Presse dringt, heißt es, dass die NASA in allen Bereichen mittelfristig sparen soll, also die bisherigen Ziele mit weniger Geld erreichen soll. Das heißt, es ist der alte Mechanismus. Die Wissenschaftsprogramme wurden zu Gunsten der bemannten Raumfahrt gekürzt. Jetzt soll auch bei der bemannten Raumfahrt gekürzt werden, das Geld geht dann aber nicht an ein anderes Ressort sondern bleibt ganz weg! ::)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 26. Mai 2009, 07:36:14
Hallo,

Präsident Obamas Ansatz für das neue US Raumfahrtprogramm scheint hauptsächlich auf einer effizienteren Verwaltung zu beruhen. Wie weit Bolden und Garver das gegen bestehende Strukturen und Verträge umsetzten können, ist eine Frage. Wie weit das ob problematische Altlasten aus dem Constellationprogramm, wie der Fünfsegmentbooster oder der Wasserlandung, überhaupt Sinn macht,  ist die andere Frage. Vielleicht kommt aber auch der Berg zum Propheten. Wir können es Präsident Obama nur wünschen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 26. Mai 2009, 09:14:07
Na ja es gibt ja nun erst mal ein Review zum Constellation Programm, Während das Programm trotzdem weiter geführt wird.
Das macht klar, dass Obama selbst keine eigene Raumfahrt Vision hat. Der Weg ist vorgezeichnet: Constellation wird vorgesetzt, mit ARES und Orion, es wird aber (deutlich) weniger Geld geben und damit ist das Mond Programm eigentlich für’s erste erledigt.
An ARES V wird man zuerst sparen, im Zweifelsfall so viel, dass man die Arbeit daran einstellt und der nächste bemannte US Flug nach dem Shuttle wird sich sicher um einige weitere Jahre verzögern.

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 26. Mai 2009, 09:19:54
Bei Direct 2.0 (demnächst 3.0) macht man sich ja immer noch Hoffnungen, dass die anstehende Review die Vorteilhaftigkeit ihres Konzepts bescheinigt, aber ich habe auch irgendwo gelesen, dass es unwahrscheinlich ist, die jahrelange Arbeit an Ares jetzt zu kippen. Wahrscheinlich wird man wirklich bei Ares bleiben ...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 26. Mai 2009, 09:35:54
aber ich habe auch irgendwo gelesen, dass es unwahrscheinlich ist, die jahrelange Arbeit an Ares jetzt zu kippen.
Irgendwie ironisch das genau das wohl die stärkste Triebfeder des Ares Projektes war: Schnell Fakten schaffen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 26. Mai 2009, 09:52:58
Der erhoffte Vorteil der Ares-Träger sind deren Entwicklungs- plus Betriebskosten. Alleine die Entwicklungskosten sind schon aus dem Ruder gelaufen und den Betriebskostenvorteil hat man sich mit der Landung im Wasser ruiniert. Das Ares-Konzept könnte immer noch die günstigste Lösung für kommerzielle ballistische Träger diesseits von Airlaunch Trägern werden. Das ist aber nicht das was Griffin eigentlich wollte.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 26. Mai 2009, 10:02:35
Das Ares-Konzept könnte immer noch die günstigste Lösung für kommerzielle ballistische Träger diesseits von Airlaunch Trägern werden.
Meinst du hier Ares I oder Ares IV?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 26. Mai 2009, 10:06:43
Wenn es entsprechde kommerzielle Nutzlasten gäbe meinetwegen auch Ares V.

Im Grunde hat man Anfängerfehler begangen. 1. Wenn man einen Raketenantrieb mehr als 10% skaliert, gibt es keine Garantie für das was passiert. 2. Wenn man in die ursprüngliche Nutzlastenabschätzung keine Marge hineinrechnet, wird die Nutzlast entsprechend kleiner. Das sind immerhin Dinge die ein von Braun schon beherrschte und Griffin hoffte wohl schlicht, "es wird schon gut gehen".
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 26. Mai 2009, 10:21:20
1. Wenn man einen Raketenantrieb mehr als 10% skaliert, gibt es keine Garantie für das was passiert.
Mit skaliert meinst du hier = bei beibehaltung der Kontruktion vergrößern/verkleinern? Konkret, die aufstockung eines 5. Segments?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 26. Mai 2009, 11:33:53
Ganz einfach mehr als 10% mehr Gas pro sec. die Düse passiert. Bezüglich Feststoffen sollte man aber vielleicht lieber Schmucker fragen. Das habe ich vor 35 Jahren bei von Braun gelernt, das habe ich immer wieder von erfahrenen Fachleuten gehört und letztes Jahr bei einer ausführlichen Unterhaltung mit dem damaligen Leiter von Lampoldshausen wurde mir immer noch das Gleiche gesagt. Es gibt immer noch kein Simulationsprogramm das wirklich vorhersagen kann was passiert. Es heißt weiterhin try and error.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 26. Mai 2009, 12:26:05
Ja, genau das habe ich ja von Anfang an als Griffins Motivation gesehen, ARES voranzutreiben.
Wenn man auf Direct gesetzt hätte, dann hätte man heute sicherlich nicht viel mehr als einen Haufen Papier. Damit wäre es einfach gewesen das Programm  zu stoppen.
Mit ARES hat man heute schon eine Menge Hardware und es hängen jetzt auch schon einige Arbeitsplätze davon ab. Das jetzt noch aufzuhalten wäre schwierig.
Könnte gut sein, dass Griffin durch die Schaffung von Fakten für ARES den Fortbestand der bemannten US Raumfahrt sicher gestellt hat...Die normative Kraft des Faktischen ;)

Gruß,
KSC

Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 26. Mai 2009, 12:42:47
Hallo,

sollte die Russische Föderation ihre derzeitigen Pläne wirklich umsetzten, wäre es für Ares I eine ziemliche Blamage. Deshalb kann ich mir schon vorstellen, dass es da noch einiges an Änderungen geben wird. Obama hat bestimmt schon ordentliche Verwaltungsbeamte aufgetan. Ob diese aber wirklich die Übersicht über alle möglichen Optionen und deren Folgen haben, könnte man eventuell bezweifeln - ist das nicht eine schöne Formulierung? Vielleicht sollte man sich doch mal wieder überlegen zu Fragen des Raumtransports einen Raumfahrtingenieur zu fragen. Um Ares solide zu Handhaben, hätte man von Anfang an mehr Mannstunden hineinrechnen müssen. Dann wäre aber wieder der vermeindliche Vorteil hinüber gewesen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 26. Mai 2009, 13:44:47
Hier habe ich mir bei Keith Cowing einen Text geklaut, einen Auszug aus einem inzwischen 19 Jahre alten Augustine Report. Es ist der gleiche Augustine der für den aktuellen Report verantwortlich sein wird. Es stellt sich die Frage was in den letzten 19 Jahren gemacht wurde. Cowing meint, dass in diesen 19 Jahren zumindest viel gelernt wurde. Ist das wirklich so?

"The first goal for a new Expendable Launch Vehicle (ELV) system should be to augment support of the Space Station. While the Shuttle might carry out some early Space Station deployment, alternative transportation should significantly reduce the cost and risk of that program. The time to make a commitment to this end is now, for the longer the nation delays the building of a new launch system, the greater is the risk that it will embark upon a space station and a subsequent manned exploration program that eventually could prove unsupportable.

There is a range of choices available for a heavy lift vehicle (circa 150,000 pounds to near-Earth orbit). One candidate would be some form of a Space Shuttle-derived ELV, but there are others. At the extremes, a dilemma lies in choosing between starting the heavy lift system design from a "clean sheet," or selecting a design closely related to the current Shuttle (e.g., a Shuttle-C). The later provides an earlier capability with less initial cost, but the former provides an opportunity for the revolutionary design of a completely new launch system incorporating up-to-date propulsion and support system technology. Assessment of the economics, the lack of firm Department of Defense requirements, the need to further define lunar/Mars payloads, the status of advanced launch system technologies, and long propulsion lead times are all important considerations as the choices are weighed.

On balance, the Committee concludes that the prudent choice -- with an eye toward both the Space Station and the long view -- is an approach that begins with a new ELV system that meets the following criteria:

- Operational capability must be achieved in time to support at least the latter stages of Space Station deployment and relieve its Shuttle dependence as soon as feasible.

- Launch support manpower must be reduced.

- Provision should be made for updating with new components as they become available from the joint NASA-DOD Advanced Launch System (ALS) technology development. In particular, the Space Transportation Main Engine should be introduced into the new launch system at the earliest appropriate time.

This should be the first phase of a continuing effort to upgrade Earth-to- orbit transportation. Some time hence, further advancements in lift capability can be achieved when justified by requirements and technical developments. In particular, this second phase should involve ongoing application of technologies developed in the ALS program, and should lead to the design of an advanced launch vehicle and support system of enhanced efficiency and reliability."

Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 26. Mai 2009, 20:03:25
In diesem Text stecken einige Wahrheiten.
Das Haupt Dilemma des SST reicht aber schon sehr viel weit zurück.
Das Shuttle war ursprünglich ja ein Teil eines Gesamtkonzepts, das eine große bemannte US Raumstation vorsah, zu dem das Shuttle fliegen sollte.
Die Station wurde aus Geldmangel gestrichen. Da man aber nicht ohne bemannten Träger dastehen wollte, hat man kurzerhand NASA und Militär dazu verdonnert die Finanzmittel zusammen zu legen und das Shuttle zu bauen, dass dann als einziger Träger für die bemannte Raumfahrt und alle Satelliten (militärisch oder zivil) dienen sollte. Man wollte, was heut kaum vorstellbar ist, die ELVs durch das Shuttle vollständig ersetzen (was übrigens dazu führte, dass die USA ein Weilchen fast völlig ohne zuverlässigen Träger dastand). Das nur deswegen, weil das Shuttle ohne Raumstation ein Raumschiff ohne Ziel gewesen wäre (was es defacto nach Challenger auch war).

Das schlimme ist, dass man derzeit auf bestem Wege ist, den exakt gleichen Fehler wieder zu begehen.
ARES 1 und Orion sind Teil eines Gesamtkonzepts, nämlich zum Mond zu fliegen. Wenn der Mond aus finanziellen Gründen gestrichen wird, dann wird ARES 1/Orion trotzdem verwirklicht, weil man nicht auf einen bemannten Träger verzichten will.
Wie beim Shuttle steht man dann mit Orion da und hat einen Mannschaftstransporter, der nirgendwo hin fliegen kann…   

Gruß,
KSC
 
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 27. Mai 2009, 07:28:31
Guten Morgen KSC

Ich glaube Dave Leckrone (HST senior scientist) sagt auch das, was du gesagt hast:
http://www.youtube.com/watch?v=yW7QNmNQXjA&feature=player_embedded

Man konzipiert und baut ein System, ohne mit der "Kundschaft" zu sprechen, ohne ein echtes Ziel zu haben und mit der Gefahr am Ende etwas zu bekommen was keiner nutzen kann/möchte. Vor allem ohne ARES V dürfte das kommen, denn dann geht es nirgendwo hin.

Unter dem Aspekt erscheint DIRECT flexibler, weil man dort das "eine" Trägersystem besser skalieren könnte.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 27. Mai 2009, 07:56:41
Oh, tatsächlich, ein Bruder im Geiste  ???

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: nicnight am 27. Mai 2009, 11:44:03
Hallo Zusammen ich weiß nicht ob ich das hier an der richtigen Stelle poste. Wenn nicht bitte verschieben!!!

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,626322,00.html (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,626322,00.html)

Gruß Nico
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 27. Mai 2009, 23:13:08
Wobei ich persönlich von der idee einer Rückkehr zum Mond nichts halte. Ares 1 und Orion machen noch Sinn, um weiterhin die ISS nutzen zu können. Aber was will man auf dem Mond? Aktuell klingt es so: Man will zum Mond fliegen, um zum Mond zu fliegen. Nach 4 oder 5 Landungen wird dann das Programm wieder eingestellt, weil es die Amis nicht mehr vor den TV zieht und der nächste Präsident das Geld lieber in den nächsten Flugzeugträger stecken mächte. Es gibt aktuell kein Konzept für das, was nach dem neuen Mondflugprogramm kommen soll. Es gibt weder Planungen für einen ISS Nachfolger noch für eine dauerhaft bemannte Station und wissentschaftliche Forschung auf dem Mond, die diesen Namen auch verdienen würde.

Constellation führt genau in die gleiche Sackgasse, wie der Shuttle. Ein Programm ohne Ziel. Ehe man derartige Programme entwickelt, sollte man erst mal zusehen, das man eine wirklich stabiles langfristige Planung hinbekommt, die nicht jede neue Regierung aufs neue komplett durcheinander wirbeln kann. Das ist das eigentliche Problem der US Raumfahrt, es gibt keine Kontinuität. Jeder Präsident baut das Raumfahrtprogramm nach seinen Wünschen um, nach der Devise "nach mir die Sinnflut". Reagen wollte Star Wars nachspielen und hat das Raumfahrtprogramm komplett gegen die Wand gefahren, Clinton wollte die ISS, Bush wollte zum Mond und hat die ISS gegen die Wand gefahren und Obama möchte scheinbar von Raumfahrt gar nix wissen.

Was soll unter solchen Umständen eine Rückkehr zum Mond bringen?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Chewie am 28. Mai 2009, 09:55:13
Da wär direkt zum Mars besser! Bei der langen Entwicklungs- und Missionsdauer schaft man es eher langfristige Ziele zu verfolgen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 28. Mai 2009, 12:04:18
Uiui, die NASA geht unter die Energiesparfreunde  :D

(http://www-pao.ksc.nasa.gov/kscpao/images/medium/2009-3284-m.jpg)
Quelle mit weiteren Infos: http://mediaarchive.ksc.nasa.gov/detail.cfm?mediaid=41402
Titel: Re: NASA
Beitrag von: manuma am 28. Mai 2009, 12:21:10
Eine Mondstation hätte schon einen Reiz. Der Reiz bestünde alleine schon darin, dass dann dauerhaft ein Planet außer der Erde bewohnt wäre. Dass es nichts mehr zum Erforschen gäbe auf dem Mond, glaube ich nicht.

Aber das muss man dann auch so als Ziel festsetzen und darauf hinarbeiten, das passiert aber nicht, zumindest aktuell.

Gruß  ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Raffi am 28. Mai 2009, 14:38:22
Eine Mondstation hätte schon einen Reiz. Der Reiz bestünde alleine schon darin, dass dann dauerhaft ein Planet außer der Erde bewohnt wäre. Dass es nichts mehr zum Erforschen gäbe auf dem Mond, glaube ich nicht.


Das sehe ich auch so, die Mondbasis stelle ich mir wie die ISS vor, wo die eine Crew kommt und die andere geht. Außerdem ist man sehr am Südpol interessiert, bei einer Mondbasis stelle ich mir auch eine Garage vor mit Mondautos, mit denen die Astronauten den Mond umkurven werden, auch die Mondrückseite, also man wird größere Distanzen zurücklegen.
Ich habe auch irgendwann mal etwas von einem Riesenteleskop auf der Rückseite gehört und auch von der Tatsache, dass man den Mond benutzen wird, um den Mars anzufliegen, das wäre mit  0,16g günstiger.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rm39 am 29. Mai 2009, 14:01:33
Hi,

hier eine Pressemeldung zur NASA. Wahrheitsgehalt und Aktualität ?

Die NASA bucht für die Jahre 2012 und 2013 vier Plätze in der Sojus. Die je 2 Flüge pro Jahr, beinhalten das Training vor dem Flug und die Wiederanpassung nach dem Flug. Ein Vertrag zwischen NASA und Roskosmos über 306 Millionen Dollar ist unterzeichnet worden.

Den ganzen Bericht gibt es hier:
http://www.rp-online.de/public/article/wissen/weltraum/714262/Nasa-sucht-Obdach-in-russischen-Raumschiffen.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Petronius am 30. Mai 2009, 08:00:44
Hi,

hier eine Pressemeldung zur NASA. Wahrheitsgehalt und Aktualität


Das sollte diese NASA Meldung betreffen
http://www.nasa.gov/home/hqnews/2009/may/HQ_C09-024_Soyuz_Con_Mod.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: GG am 30. Mai 2009, 16:58:51
Also bucht die NASA 6 Plätze bei 4 Starts 2012, die teilweise bis 2013 gehen. Zusätzlich kann man ca. 300 kg Nutzlast mit hinauf und 90 kg zur Erde zurück mitnehmen. Inklusive sind alle unmittelbaren Vor- und Nachbereitungsmaßnahmen.

GG
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 30. Mai 2009, 17:18:29
Also bucht die NASA 6 Plätze bei 4 Starts 2012, die teilweise bis 2013 gehen. Zusätzlich kann man ca. 300 kg Nutzlast mit hinauf und 90 kg zur Erde zurück mitnehmen. Inklusive sind alle unmittelbaren Vor- und Nachbereitungsmaßnahmen.

GG

So gewöhnt man sich an die raue Wirklichkeit der eigenen Kapsel!

Noch zum Thema Mondbasis. Die eigentliche Frage ist ja, wie es überhaupt mit der bemannten Raumfahrt weiter geht. Russland bietet anscheinend an, die ISS oder wenigstens die russischen Module weiter betreiben zu wollen. Das eigentliche Problem der ISS bleibt. Für das was man dort machen kann, ist sie extrem Aufwändig im Bau gewesen und wird sie auch weiter im Unterhalt sein. Wird es eine Nachfolge geben? Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Entwicklung des Raumschrotts die Antwort gibt. Und schon wären wir bei der Mondstation. Leben und arbeiten wird dort einfacher sein. Alleine der Weg dort hin ist das Problem. Damit wären wir wieder bei der ursprünglichen Frage. Wie sieht das vernünftigste Raumtransportkonzept aus?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 30. Mai 2009, 17:31:29
Hallo

so "einfach" ist Leben und Arbeiten auf dem Mond auch nicht. Da wäre die Frage nach der Energieversorgung (gut, das ist lösbar). Aber was möchte man auf dem Mond forschen? Man kann den Mond erforschen, der aber von einer Basis aus nur schwer und langsam erreichbar ist. Dagegen ist die Durchquerung Sibiriens ein Kinderspiel. Schwerelosigkeit kann man nur mit der ISS erforschen. Daher kann man eine Mondbasis nicht mit der ISS vergleichen. Was die eine können soll, kann die jeweils andere nicht.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 30. Mai 2009, 18:29:15
Naja, die Bilanz für die Mikrogravitationsforschung ist bis heute nicht so besonders. Dazu bietet die ISS auch keineswegs g=0. Eine Mondstation kann zwei Dinge liefern. Einmal die notwendige Erfahrung für das Leben auf fremden Planeten. Dazu ein Observatorium im Erdschatten das jede andere Option, jedes andere Observatorium übertrifft.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 30. Mai 2009, 19:16:11
Ein Oberservatorium auf der Mondrückseite dürfte genau so effizient sein wie Hubble, verglichen mit einem reinen Satellitenpobservatorium. Hubble brauchte einen bemannte Start und Servicemissionen zu deren Preis man es auch neu hätte bauen können und ist in einem eher ungünstigen Orbit gelandet (aus Sicht der Beobachtungstechnik). Ein auf dem Mond zu landendes (und evtl. noch aufzubauendes) Observatorium ist, sorry, hanebüchener Unsinn. Evtl. müsste man das ganze noch auf mehrere Missionen aufteilen, da die Landung auf dem Mond eine (Massen-)Nadelöhr ist.
Die Kosten-Nutzen-Rechnung geht nie auf ...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: alswieich am 30. Mai 2009, 20:30:07
Mahlzeit!

Ein Oberservatorium auf der Mondrückseite
...
Die Kosten-Nutzen-Rechnung geht nie auf ...
Da behaupte ich mal:
Ein Oberservatorium auf der Erde
...
Die Kosten-Nutzen-Rechnung geht nie auf ...
 ???
Ist jedenfalls meine Meinung.

Habe mal gelesen, daß es bei Mondobservatorien weniger um optische sondern mehr um Radioteleskope gehen soll. Und diese lassen sich eventuell "einfacher" bauen. Z. B. viele kleine Antennen statt einer großen. Zugegeben, man kann auch mehrere kleine optische Teleskope zu einem großen zusammenschalten, aber das dürfte weitaus schwieriger zu realisieren sein.

Ach herrje, ganz schön neben dem Thema: Lese gerade, daß es hier um NASA (Behörde) und nicht um Mond, Forschung oder gar Raumfahrt geht...
 :-X


Gruß
Peter
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 30. Mai 2009, 20:39:40
Einspruch!

Unbemannt und vollautomatisch hat zB Astrium Bremen dazu schon ein überzeugendes Konzept geliefert. Moderne Beobachtungseinrichtungen aller Frequenzen funktionieren heute nicht mehr wie Hubble, sondern es werden die Beobachtungen von Einzelinstrumenten rechnerisch addiert und so kommt man zu einer wesentlich höheren Auflösung. Eine solche Beobachtungsstation außerhalb der Strahlenverschmutzung durch uns Erdbewohner bringt einen großen Fortschritt und ist das effizienteste und günstigste was wir heute zur Erforschung des Alls überhaupt tun können weil es mit heutiger Technologie keinen vergleichbaren Ansatz gibt. Wenn sich das per Definition nicht rechnet, müssen wir den größten Teil der Raumfahrt in Frage stellen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 30. Mai 2009, 20:47:19
@hesaenger,
das stimme ich bei jedem Wort zu, nur sehe ich das nicht auf dem Mond, und schon gar nicht als Grund für etwas bemanntes ...


@alswieich/Peter
Die Kosten-Nutzen-Rechnung meinte ich nicht grundsätzlich auf Observatorien bezogen, sondern im Vergleich zu reinen Satellitenobservatorien im Erdorbit oder bei L2.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 30. Mai 2009, 20:57:44
90% da draußen sind sogenannte dunkle Materie und dunkle Energie. Da sollte es schon von Interesse sein, das mit den besten Werkzeugen zu untersuchen die wir zustande bringen. Wenn es andere Einrichtung gibt, die gleiche oder bessere Ergebnisse verspricht - gut. Wenn das beste eine Beobachtungseinrichtung hinter dem Mondhorizont ist, die hin und wieder von Menschen gewartet werden muss, dann gibt es eben keine Alternative.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 30. Mai 2009, 21:56:16
Auch Zustimmung ... aber da sind viele "wenns" drin  ;).

Wir entwickeln unsere Beobachtungstechniken immer weiter. Unsere terrestrischen Teleskope können heute Sachen, für die man früher Hubble in die Umlaufbahn gebracht hat. Wer weiß, ob man den Mond wirklich brauchen wird. Vielleicht kann man auf dem Mond eine außergewöhnliche einzigartige Beobachtungstechnik realisieren, vielleicht aber auch nicht .. viele wenns und vielleichts.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 31. Mai 2009, 06:57:18
Nun, jede Technik die auf der Erde besser funktioniert, funktioniert auf dem Erdmond noch besser, bringt also noch bessere Ergebnisse. Bei unserer heutigen Kenntnis des Weltalls wäre es vermessen uns bei unseren Beobachtungsinstrumenten selbst beschränken zu wollen.

Frohe Pfingsten

HES
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 31. Mai 2009, 10:00:41
90% da draußen sind sogenannte dunkle Materie und dunkle Energie. Da sollte es schon von Interesse sein, das mit den besten Werkzeugen zu untersuchen die wir zustande bringen. Wenn es andere Einrichtung gibt, die gleiche oder bessere Ergebnisse verspricht - gut. Wenn das beste eine Beobachtungseinrichtung hinter dem Mondhorizont ist, die hin und wieder von Menschen gewartet werden muss, dann gibt es eben keine Alternative.

Dunkle Materie ist vorstellbar. Das ist einfach Materie, die nicht leuchtet. Aber was ist dunkle Energie. Bisher hat da niemand eine Erklärung vorgelegt. Da kann man noch so viele Observatorien bauen. Wenn man nicht genau weiß, wonach man sucht, wird man auch nichts finden. Soll man sich erst mal einig werden über das was man hier überhaupt will.

Im übrigen finde ich es auch Blödsinn, des Mondes wegen einige Missionen zu machen, die letztlich keinen nennenswerten Erfolg bringen, außer daß man wieder sagen kann, "Wir waren wieder da".
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 31. Mai 2009, 11:20:23
Das ist jetzt aber ein allgemeines Thema der Forschung und nicht Raumfahrtspezifisch. Bedeutende Erkenntnisse ergeben sich oft eher zufällig und lassen sich selten gezielt erreichen. Im Falle unseres Universums heißt „dunkel“ ja nur, dass wir fast nichts darüber wissen. Wir können aber annehmen, dass es für uns wichtig ist und versuchen es mit den uns zur Verfügung stehenden Mitten zu ergründen. Natürlich können wir auch nichts machen. Wenn das aber unsere Grundeinstellung wäre, würden wir vermutlich immer noch in einer steinzeitlichen Höhle leben.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 31. Mai 2009, 11:48:26
Das ist jetzt aber ein allgemeines Thema der Forschung und nicht Raumfahrtspezifisch. Bedeutende Erkenntnisse ergeben sich oft eher zufällig und lassen sich selten gezielt erreichen. Im Falle unseres Universums heißt „dunkel“ ja nur, dass wir fast nichts darüber wissen. Wir können aber annehmen, dass es für uns wichtig ist und versuchen es mit den uns zur Verfügung stehenden Mitten zu ergründen. Natürlich können wir auch nichts machen. Wenn das aber unsere Grundeinstellung wäre, würden wir vermutlich immer noch in einer steinzeitlichen Höhle leben.

Wenn man aber so ein Unikum wie dunkle Energie erschafft, sollte man wenigstens erklären worum es sich dabei handelt. Forschung ist ok. Ergebnisse interpretieren ist ok. Aber nicht ok finde ich es im Nähkästchen einen Frosch zu suchen, den man vorher theoretisch vorhergesagt hat und ihn anschließend zum heiligen Gral des Universums zu küren. Dafür halte ich die dunkle Energie bis jetzt. Das hat nichts mit der Grundeinstellung zu tuen. Was man sucht, speziell, wenn es konkrete Vorstellungen gibt, sollte man auch beschreiben können.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: paygar am 31. Mai 2009, 13:29:55
Zitat
Wenn man aber so ein Unikum wie dunkle Energie erschafft, sollte man wenigstens erklären worum es sich dabei handelt. Forschung ist ok. Ergebnisse interpretieren ist ok. Aber nicht ok finde ich es im Nähkästchen einen Frosch zu suchen, den man vorher theoretisch vorhergesagt hat und ihn anschließend zum heiligen Gral des Universums zu küren. Dafür halte ich die dunkle Energie bis jetzt. Das hat nichts mit der Grundeinstellung zu tuen. Was man sucht, speziell, wenn es konkrete Vorstellungen gibt, sollte man auch beschreiben können.

Ist in der Teilchenphysik gang und gäbe (siehe z. B.:http://de.wikipedia.org/wiki/Higgs-Boson (http://de.wikipedia.org/wiki/Higgs-Boson)). Irgendwie entzieht sich mir langsam der Sinn dieser Diskusssion, jedenfals unter diesem Themennamen. ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 31. Mai 2009, 13:59:40
Naja, es geht immer noch um die Themen die die NASA in Angriff nehmen könnte, obwohl man sie im Detail auch anderswo eigenständig aufhängen könnte.

Dunkle Materie hat man nicht erdacht. Man kann nur auf verschiedene Weise erkennen, dass es etwas geben muss. Natürlich könnte es auch sein, dass unsere Physik nicht überall gültig ist und beispielsweise Schwerkraftmodelle in die Irre führen. Aber genau darum geht es. Wir wissen nicht was los ist und würden es gerne wissen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 01. Juni 2009, 11:28:54
Ich finde nicht, daß man die Themen eindeutig voneinander trennen kann. Teilchenphysik gehört genauso zum Weltall, wie das Shuttle der Nasa, dem ich, sollte es einmal nicht mehr fliegen, leider nachtrauere. Es war ja wirklich kompfortabel. Der Primus unter den Raumfahrzeugen.

Daß es dunkle Materie gibt bezweifelt ja keiner. Da brauche ich Nachts bloß mit einer Taschenlampe auf den Flur zu gehen. Ist sie an, sehe ich alles. Mache ich sie aus, bin ich von dunkler Materie umgeben ;D .

Aber was ist dunkle Energie. Also erstmal ein Unikum, daß niemand versteht. Es gibt keine Definition, keine Vorstellung und keinerlei Beschreibung davon. Nur ein Rückgriff auf Einsteins Relativitätstheorie, die den Masse/Energiezusammenhang beschreibt.

Wenn man davon ausgehen sollte, daß die fehlenden 2/3 Masse Neutrinos sind, findet man die nicht hinter dem Mond und auch nicht mit Radioteleskopen. Vielleicht finden wir die Antwort darauf nie.

Solange es keine Antwort darauf gibt, sollte man aber auch davon ausgehen, daß es noch andere Erklärungen geben kann. Auch unsere Sonne unterliegt einem dynamischen Gleichgewicht. Die Gravitation zieht sie zusammen, die nach außen strömende Energie und die Teilchen pressen sie auseinander.

Wir wissen, daß die Gravitation Sterne und Galaxien zusammenhält. Aber vielleicht gibt es ja durch das Sternenlicht, die Strahlung, den Neutrionstrom und was weiß ich noch alles einen Rückstoßeffekt, der alles auseinandertreibt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Kreuzberga am 01. Juni 2009, 14:21:04
Hallo Meagan,

lass uns hier doch lieber weiter über die NASA diskutieren, statt über die Natur der Dunklen Energie. Schau dir dazu dochmal folgendes an. In dem Artikel findest du die Beschreibung eines der spekulativen, wissenschaftlichen Modelle für die Dunkle Energie: http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=1131.msg100784#msg100784

Gruß,
Timo
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 02. Juni 2009, 14:39:09
Hier die Zusammensetzung des "Human Space Flight Review Committee":
http://www.nasa.gov/home/hqnews/2009/jun/HQ_09-123_Augustine_Review_Members.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 02. Juni 2009, 21:53:25
Und keiner der eine Rakete oder gar einen wieder verwendbaren Raumtransporter bauen könnte.  :'(
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 03. Juni 2009, 07:35:21
Kommissionsmitglied Leroy Chiao twittert: http://twitter.com/AstroDude
Und hat sogar dazu aufgerufen sich an der Diskussion zu beteiligen:

Zitat
In what direction should US NASA human spaceflight proceed? Let me know at: http://leroychiao.blogspot.com/

Eine Gelegenheit, die man nutrzen sollte.

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: JangoFett79 am 03. Juni 2009, 15:21:05
Ich denke die amerikanische Administration sollte sich ersteinmal auf ein längerfristige Strategie die Raumfahrt betreffend einigen.
Damit meine ich auch zukünftige Regierungen.

Dann die NASA effizienter strukturieren, weniger Geldverschwenden und schließlich die Ziele anpacken.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: JangoFett79 am 03. Juni 2009, 15:21:59
Es muss doch bei den Amis möglich sein, nicht immer nur von Präsident zu Präsident zu denken.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 03. Juni 2009, 19:31:38
Es muss doch bei den Amis möglich sein, nicht immer nur von Präsident zu Präsident zu denken.
Den Amerikanern ist das schon möglich - nur den Präsidenten eben nicht - aus wie ich finde offensichtlichem Grund...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 04. Juni 2009, 12:39:54
Busch war nur Teilzeitpräsident und Hobbygolfer. Ich bezweifel, daß der irgendeine Ahnung von der Raumfahrt hatte. Alles was ihn interessierte war sein komischer "Weltraumschild" .

Obama kann da nur fähiger sein. Auch wenn im neuen Komitee kein Raketenbauer dabei ist, Raketen gibt es genug. Die sind ja auch nur Mittel zum Zweck. Für mich sieht die Aufteilung des neuen Gremiums gar nicht schlecht aus. Auf jeden Fall sind auch sehr fähige Frauen dabei !
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 04. Juni 2009, 12:47:36
Also ich bin sicher der aller, aller letzte der Bush (egal welchen) verteidigt  ;)
Trotzdem hat er es immerhin geschafft, nach Columbia (relativ) klare Entscheidungen und ein neues Ziel auszugeben (ob man dieses Ziel für vernünftig hält, oder nicht, das ist eine andere Frage).
Obama ist da weit weniger klar, eigentlich scheint er zur bemannten Raumfahrt gar keine Meinung zu haben.
Immerhin hat er zum bloßen Einsetzen einer solchen Kommission sage und schreibe fast 7 Monate gebraucht  ???

Gruß,
KSC
 
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 04. Juni 2009, 16:51:50
Raketen gibt es genug.

Nur keine die preiswert und zuverlässig Raumtransport leisten! Genau darum haben wir den ganzen Zinnober. Genau darum wird die Raumfahrt weiter ein Eiertanz bleiben solange das Problem nicht gelöst wird. Und soll keiner sagen, dass es nur ein ingenieurtechnisches Problem ist. Deshalb will man ja auch keine Raketenbauer in den Gremien.

P.S. von Braun war wohl der letzte der die notwendige Verantwortung bekam. Das Ergebniss ist überliefert!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Speedator am 04. Juni 2009, 18:06:12
Ich kann da ebenfalls nur widersprechen, wenn man meint, dass es schon genug Träger gibt. Das bleibt weiterhin der zentrale Knackpunkt, der zu überwinden ist. Die allermeisten Probleme in der Raumfahrt, die heute beackert werden, resultieren aus dem Trägerfähigkeiten.

Das ist ein ingenieurstechnisches Problem. Es gibt noch kein ingenieurstechnisches Konzept, von dem man sagen kann, dass es das Kosten- und Zuverlässigkeitsproblem wirklich signifikant lösen könnte.

Allerdings muss ich zustimmen, dass es nicht nur an einem hakt(wie natürlich immer im Leben). Die politische Zielsetzung hilft beim Trägerproblem nicht.
Mit einem Mond-/Marsflugprogramm wie Constellation kommen wir da nicht wesentlich voran. Allerdings ist die nötige Trägerforschung vielleicht nicht so publikumswirksam.

Bush vs. Obama finde ich hier an dieser Stelle auch wenig zielführend. Bush-Bashing ist ja immer einfach. Ich will ihn hier auch wirklich nicht verteidigen. Genauso wenig würde ich Obama vorschnell verurteilen.

Meagan: Wie KSC sagt, hat Bushs Vision for Space Exploration, die er damals sicherlich auch in Hinblick auf die schlechten Umfragewerte veröffentlichte, überhaupt den Impuls für die neue Zielsetzung Mond/Mars gegeben.( Zitat: "ob man dieses Ziel für vernünftig hält, oder nicht, das ist eine andere Frage" ;) )
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 04. Juni 2009, 18:58:47
Es gibt noch kein ingenieurstechnisches Konzept, von dem man sagen, dass es die das Kosten- und Zuverlässigkeitsproblem wirklich signifikant lösen könnte.


Hallo,

das ist so nicht ganz richtig. Es gab in den letzten 50 Jahren eine menge Entwicklungen teilweise von sehr kompetenten Mannschaften. Dabei haben wir gelernt, dass es bislang keine universellen Lösungen, keine eierlegenden Wollmilchsäue, gibt. Jede Aufgabe braucht leider ein dafür optimiertes System. Aber auch hier gibt es einige Bandbreite. Leider hat heute kaum ein Fachmann mehr die Gelegenheit Erfahrungen über diese Bandbreite zu bekommen. Dazu ist jeder der an seine Karriere denkt einigermaßen Risikoscheu. Das heißt, bei definierter Aufgabenstellung sind auch rentable Lösungen möglich, wenn man wirklich alle anderen Prioritäten beiseite schieben würde. Andere Prioritäten – das soll sich jetzt jeder selbst vorstellen.
 ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 05. Juni 2009, 00:18:01
Ich schließe mich hesaenger an, es sind technische und organisatorische Gründe anzuführen um zu erklären warum es die Träger noch nicht günstig genug sind. Was muss man nicht alles machen um jedes Gramm Gewicht zu sparen! Um ehrlich zu sein muss allerdings gesagt werden das dieser Mangel wiederrum die Triebfeder technologischer Entwicklung in anderen Bereichen ist!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 05. Juni 2009, 15:13:46
Das NASA-Exploration Budget für 2010 wurde um 360 Millionen Dollar gekürzt. Das Geld war für Ares I gedacht, aber aufgrund des Reviews des Programms, hat man es dann für diesen Zeitraum als nicht mehr sinnvoll erachtet.

Quelle:
http://www.al.com/business/huntsvilletimes/index.ssf?/base/business/124419337485270.xml&coll=1
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 05. Juni 2009, 15:27:38
hat man es dann für diesen Zeitraum als nicht mehr notwendig erachtet.

Wo steht das in der Meldung?

Man hat das Budget eingefroren, weil Reviews anstehen und damit das Programm an sich auf dem Prüftstein steht. Man möchte die Ausgaben jetzt nicht erhöhen, weil erst eine Entscheidung zur Zukunft her muss.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 05. Juni 2009, 15:31:06
Das steht hier:
http://www.floridatoday.com/content/blogs/space/2009/06/house-leader-cuts-nasas-exploration.shtml


Zitat
Rep. Alan Mollohan, the West Virginia Democrat who chairs the panel, said the cuts "should not be viewed as a diminution of my support" for NASA's manned spaceflight program.

"Rather, this deferral is taken without prejudice," he said in a statement. "It is a pause, a time-out, to allow the president to establish his vision for human space exploration and to commit to realistic future funding levels to realize this vision."

Ich habe mich da vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 05. Juni 2009, 15:37:17
Eine andere Quelle? ;)

Da steht aber auch nichts von: nicht notwendig, sondern auch nur, dass man eine Pause macht, um zu sehen wo es hingeht.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 15. Juni 2009, 18:02:02
Das erste Treffen bzgl. der Überprüfung des Constellation Programms wird am Mittwoch von 9am - 5pm EDT, also 15-23 Uhr MESZ auf NASA TV gezeigt.

Quelle:
http://www.nasa.gov/multimedia/nasatv/MM_NTV_Breaking.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 16. Juni 2009, 16:15:16
Hier das Programm für Morgen. Für deutsche Zeit immer +6 Stunden.

Zitat
Review of U.S. Human Space Flight Plans Committee
June 17, 2009 Public Meeting Agenda
(all times are approximate)

9:00 am – Introduction and Opening Remarks
9:20 am – Summary of Past Studies
9:30 am - Constellation Program
10:00 am – ISS Partner Discussions (European Space Agency and Roscosmos)
11:00 am – Authorization Bills—Congressional Perspective
12:00 noon – Public comment period #1
12:30 pm – Lunch Break
1:00 pm – Evolved Expendable Launch Vehicle Considerations
2:00 pm – Other Commercial Launch Capabilities
NASA Commercial Orbital Transportation Services (COTS) Program
SpaceX COTS Program Status
Orbital COTS Program Status
International Space Station Commercial Resupply Services Process and Status
3:30 pm – Alternative Architectures
DIRECT
Shuttle Side-mount Options
4:30 pm - Public Comment #2
5:00 pm Meeting Adjourned
5:05 pm – 5:30 pm Norm Augustine Availability for Media

Ich werde bei NASA TV mal reinschauen. ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 17. Juni 2009, 15:22:24
Das erste Treffen kann man jetzt live bei NASA TV verfolgen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 18. Juni 2009, 15:20:26
Mal wieder eines News in der bestätigt wird, dass das Ziel Mond / Mars mit den aktuellen Budgets niemals zu erreichen ist... Nelson, ein Senator aus Florida klagt dort an.

http://www.space-travel.com/reports/Funding_threatens_US_return_to_moon_by_2020_lawmaker_999.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 18. Juni 2009, 15:32:32
Um das richtig einzuordnen muss man wissen: Nelson ist zwar Senator aus Florida, aber nicht irgendeiner.
Zuerst hat er seinen alten Spezi Charly Bolden als NASA Administrator durchgesetzt und versucht jetzt, hinter den Kulissen, die Strippen in seinem Sinne zu ziehen.

Bolden war PLT bei STS-61C bei dem sich Nelson als politischer Weltraumtouri selber zum Besatzungsmitglied gemacht hat (Nelson war damals schon Senator und hat den damaligen NASA Chef einfach gefragt ob er mal mit darf. Das durfte er, ein anderer Astronaut musste dafür seinen Platz räumen -  und wurde dadurch zu einem der Challenger Opfer).

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rm39 am 18. Juni 2009, 18:46:09
Europa und Russlands Raumfahrtagenturen ESA+Roskosmos möchten von der NASA , das sie sich länger als 2015 an der ISS beteiligt.
Es bestehen wohl Befürchtungen, das durch die von Obama eingesetzte Kommission zu weiteren Einsparungen bei der NASA kommt. Die Finanzierung der ISS ist bei der NASA wohl nur bis 2015 gesichert. Eine Verpflichtung aller Partner zum Weiterbetrieb der ISS bis min. 2020 brächten Planungsicherheit für alle beteiligten Weltraumagenturen.

Hier der ganze Artikel:
http://de.news.yahoo.com/26/20090618/tsc-europer-wollen-von-usa-verlngerte-is-45e280d.html

Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 19. Juni 2009, 11:50:09
Europa und Russlands Raumfahrtagenturen ESA+Roskosmos möchten von der NASA , das sie sich länger als 2015 an der ISS beteiligt.
Es bestehen wohl Befürchtungen, das durch die von Obama eingesetzte Kommission zu weiteren Einsparungen bei der NASA kommt. Die Finanzierung der ISS ist bei der NASA wohl nur bis 2015 gesichert. Eine Verpflichtung aller Partner zum Weiterbetrieb der ISS bis min. 2020 brächten Planungsicherheit für alle beteiligten Weltraumagenturen.

Hier der ganze Artikel:
http://de.news.yahoo.com/26/20090618/tsc-europer-wollen-von-usa-verlngerte-is-45e280d.html

Ich hab ziemliche Zweifel, das die NASA für die ISS zusätzliche Gelder lockermacht. Offenbar hat das unnütze Mondflugprogramm weiterhin Priorität, so das man daher die unnütze ISS einspart und sich lieber auf die Flüge zum Mond konzentriert. Vielleicht kommt später ja sogar mal wieder eine eigene US Raumstation. Eins dürfte aber klar sein: Nach den Erfahrungen mit der ISS besteht auf amerikanischer Seite kein Interesse mehr an einer weiteren internationalen Raumstation. Ein eventuelles Nachfolgeprojekt der Amerikaner wird mit Sicherheit rein National sein. Daher ist ja auch beim Constellation Programm keine internationale Beteiligung gewünscht. Immerhin hat am Ende die russische Betailigung an der ISS weit mehr gekostet als sie eingespart hat, die Amerikaner mussten die russischen Module bezahlen und sie dann den Russen praktisch schenken. Nochmal macht man bei der NASA den Fehler sicher nicht.

Für Europäer und Russen wird das natürlich dann schwer. Dann gibt es keinen mehr, der jedes Jahr Milliarden in den Betrieb der Station steckt, sondern Europäer und Russen müssen den Betrieb selber sicherstellen. Genau so wie jetzt die Russen die Hand für die Sojus Flüge aufhalten, wird dann die NASA die Hände für sämtliche entstehende Kosten aufhalten.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: fl67 am 30. Juni 2009, 10:13:47
Die NASA hat 9 neue Astronauten ausgewählt:

http://www.nasa.gov/astronauts/ascans2009.html (http://www.nasa.gov/astronauts/ascans2009.html)

Mal sehen wer von denen auf dem Mond spazierengehen wird....

Frank
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Petronius am 01. Juli 2009, 06:02:33
Die letzte Astronautenauswahl war immerhin schon 2004. Aber irgendwie habe ich nicht so damit gerechnet. Die Perspektiven sind zur Zeit doch etwas unklar.
Es ist übrigens eine der kleinsten NASA-Auswahlgruppen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Nitro am 01. Juli 2009, 06:45:51
Es gibt ja immer nich die ISS und die muss ja auch mit  NASA Astronauten bemannt werden. Klar werden die in naechster Zeit ausschliesslich mit der Soyuz fliegen, aber sie werden definitiv nicht arbeitslos.  ;)

Ganz Nebenbei: Am 8. Juli soll Charlie Bolden vom U.S. Senate Commerce Committee als neuer Administrator bestaetigt werden.

Quelle: http://www.space.com/news/090630-bolden-nasa-chief-hearing.html (http://www.space.com/news/090630-bolden-nasa-chief-hearing.html)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 01. Juli 2009, 15:26:32
Eins dürfte aber klar sein: Nach den Erfahrungen mit der ISS besteht auf amerikanischer Seite kein Interesse mehr an einer weiteren internationalen Raumstation.
Ich hab garnicht präsent, das die ISS für die NASA so ein Disaster ist? Hast du dafür Quellen oder weitere Infos?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 03. Juli 2009, 19:30:02
Zitat
Die NASA hat 9 neue Astronauten ausgewählt:

http://www.nasa.gov/astronauts/ascans2009.html

Mal sehen wer von denen auf dem Mond spazierengehen wird....

Wie es manchen jetzt scheint, wohl keiner...
oder zumindest nicht in den nächsen 50 Jahren...

Hoffentlich doch ;)
Zitat
Ich hab garnicht präsent, das die ISS für die NASA so ein Disaster ist? Hast du dafür Quellen oder weitere Infos?
Man hört immer wieder davon, dass großer Unmut herschen soll...
Eigentlich verständlich, denn sie heißt ISS, obwohl ein Großteil von den Amis stammt (Geld, Technik?, Shuttle-Schwertransporte für Module)
Des weiteren wird sie immer wieder von den Medien als gemeinschaftsprojekt gelobt, und Japan und Europa werden auf gleiche Ebene mit den USA gesetzt, obwohl die tatsächliche Beteiligung bei 99% zu 1% liegt (grob überspitzt)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: GlassMoon am 03. Juli 2009, 19:39:19
Da vergisst man aber auch Russland..
Wer stellt die Rettungsboote?
Wer stellt die Grundversorgung sicher?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: -eumel- am 04. Juli 2009, 03:57:50
Die ISS ist ein hervorragendes Beispiel für internationale Zusammenarbeit.

Vielleicht ist das das wertvollste Ergebnis der bisherigen Raumfahrt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Staufi am 04. Juli 2009, 16:58:07
Find ich allerdings auch.

Die ESA oder andere Organisationen haben nunmal nicht die Finanziellen um gleich die halbe Station zu spendieren. Die NASA kann doch froh sein das man sich schon mit einem Modul daran beteiligt. Ich meine gelesen zu haben das die NASA die Raumstation anfangs sowieso alleine bauen wollte. Also was erwarten sie dann jetzt?

mfg

Staufi
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 04. Juli 2009, 17:39:52
Zitat
Vielleicht ist das das wertvollste Ergebnis der bisherigen Raumfahrt.

Immerhin haben sich so viele Länder zusammengefunden hier ein gemeinsames Unternehmen zu verfolgen. Allein das ist doch schon wertvoll.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 04. Juli 2009, 18:45:01
Immerhin haben sich so viele Länder zusammengefunden hier ein gemeinsames Unternehmen zu verfolgen. Allein das ist doch schon wertvoll.
Da stimme ich dir zu - schon dieser Fakt alleine, abseits aller Forschungsergebnisse und Technologieentwicklungen ist für mich ein Grund die ISS erfolgreich zu nennen.

Aber, das ist denke ich eine europäische Sicht. Bei den US-Amerikanern steht internationale Zusammenarbeit vielleicht nicht so hoch im Kurs - ja ist sogar ein Kritikpunkt.

Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 04. Juli 2009, 18:48:27
Was die Amerikaner von der internationalen Kooperation bei der ISS halten, kann man daran sehen, dass sie Europa, Japan oder andere Länder nicht eine Teilnahme an Constellation angeboten haben.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 04. Juli 2009, 18:52:13
Was die Amerikaner von der internationalen Kooperation bei der ISS halten, kann man daran sehen, dass sie Europa, Japan oder andere Länder nicht eine Teilnahme an Constellation angeboten haben.
Haben sie doch? Soweit ich weiß gibt es Kooperations-Pläne. Das sie einen eigenen Träger + Raumschiff haben wollen steht noch einmal auf einem anderen Blatt. Aber in den späteren Phasen von Constellation, z.B. einer Mond-Station gibt es wohl durchaus Kooperations Willen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 04. Juli 2009, 20:32:02
Es geht doch immer um Geld. Da brauchen wir uns nichts vorzumachen. So eine Station ist teuer. Da werden viele Module benötigt. Entwicklung, Transport, Installation und der Betrieb verschlingen Unsummen von Geld.

Die Amerikaner werden mit Sicherheit an einer Zusammenarbeit interessiert sein. Schließlich geht es auch un den Transfer von Wissen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 04. Juli 2009, 21:00:34
Die Amerikaner werden mit Sicherheit an einer Zusammenarbeit interessiert sein. Schließlich geht es auch un den Transfer von Wissen.

Wissentransfer ist etwas was gegen Zusammenarbeit spricht. Wissen will keiner transferieren und wenn dann nicht umsonst. Das war auch einer der Gründe warum das ACTS gescheitert ist.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 04. Juli 2009, 23:47:42
Wissentransfer ist etwas was gegen Zusammenarbeit spricht. Wissen will keiner transferieren und wenn dann nicht umsonst. Das war auch einer der Gründe warum das ACTS gescheitert ist.
Es war auch einer der Günde weshalb die ISS zustande kam. Die USA war sehr an einem Wissenstranfer mit z.B. Russland interessiert. Das ist also nicht so eindimensional wie du es darstellst.

Im übrigen ist die Vorstellung eines Wissensmonopols eine große Unlogik der Realität, den Wissensfreiheit ist für die Allgemeinheit eigendlich nur vorteilhaft. Die großen Durchbrüche in der modernen Wissenschaft, sei es die Relativitätstheorie, Quantentheorie oder die Kernfusion sind nicht deshalb gelungen weil Geheimwissen angehäuft wurde, sondern weil Wissen auf breiter Basis geteilt wurde. In der Praxis steht dem aber das Profit- und Machtstreben Einzelner im Wege.

Es ist also nicht der Wissenstransfer der gegen Zusammenarbeit spricht sondern die Profit- und Machtorientierung.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 05. Juli 2009, 00:07:22
Wissentransfer ist etwas was gegen Zusammenarbeit spricht. Wissen will keiner transferieren und wenn dann nicht umsonst. Das war auch einer der Gründe warum das ACTS gescheitert ist.

Im übrigen ist die Vorstellung eines Wissensmonopols eine große Unlogik der Realität. In der Theorie ist Wissensfreiheit für die Allgemeinheit nur vorteilhaft. Die großen Durchbrüche in der modernen Wissenschaft, sei es die Relativitätstheorie, Quantentheorie oder die Kernfusion sind nicht deshalb gelungen weil Geheimwissen angehäuft wurde, sondern weil Wissen auf breiter Basis geteilt wurde. In der Praxis steht dem aber das Profit- und Machtstreben Einzelner im Wege.

Es ist also nicht der Wissenstransfer der gegen Zusammenarbeit spricht sondern die Profit- und Machtorientierung.

Ja ich sehe diese Geheimhaltung auch sehr kritisch. Auch idiotische Patente (=>Softwarepatente wie die Windowsfortschrittsanzeige  :o) spielen damit rein.

Aber die Russen pochen ja auch sehr auf ihre Geheimnisse. Wenn ich da an den koreanischen Astronauten denke, der nicht mitfliegen durfte weil er ein Soyuzhandbuch mit nach Korea genommen hat...  Die Russen waren auch nicht bereit ihre Kerosin Formel preiszugeben, jetzt muss das Kerosin für jeden Soyuz Flug, der von Kourou startet, aus Russland importiert werden.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 05. Juli 2009, 00:23:56
Aber die Russen pochen ja auch sehr auf ihre Geheimnisse.
Das sehe ich auch so, ist aber keine Rechtfertigung für irgendwen irgendwas zu tun. Sicher, die Russen machen es, die Europäer, die Amerikaner - alle. Aber das macht es nicht besser, nicht weniger falsch. Wenn alle von der Brücke springen, springst du auch?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 05. Juli 2009, 17:33:59
Zitat
Ja ich sehe diese Geheimhaltung auch sehr kritisch. Auch idiotische Patente (=>Softwarepatente wie die Windowsfortschrittsanzeige  Schockiert) spielen damit rein.

An dieser Stelle sollte ein harter Schnitt gezogen werden. Dann darf eben kein Windoofs mehr benutzt werden. Nur Linux. Alle Software für diese Projekte muß als openSource geschrieben werden !

Zitat
Wenn alle von der Brücke springen, springst du auch?

Sagt mir bitte bescheid, wenn es soweit ist. Ich drehe davon das Video.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rashid am 05. Juli 2009, 21:52:07
Die ISS ist ein hervorragendes Beispiel für internationale Zusammenarbeit.

Vor allem ein Lehrreiches. Kooperation sucht nur der, der es alleine nicht schafft aber trotzdem dabei sein will. Leider bedeutet das auch immer zu Teilen und die Gefahr übervorteilt zu werden. Die NASA hielt lange nichts von Kooperation sondern war Instrument zur Durchsetzung von Füherschaft im All. Erst die Schwächung der USA und die Gefahr von emerging space powers trieb sie dazu zum Schein darauf einzugehen.

Natürlich ist man heute sauer, das man seine Ziele nur zum Teil erreicht hat. Die Führerschaft ist dahin und die wahren Konkurrenten konnte man letzlich doch nicht stoppen.

Im Zusammenhang mit der Kritik von Buzz Aldrin an den NASA-Plänen (U.S. Space Policy Is on the Wrong Track) brachte es ein Nutzer in einem anderen Forum mit typisch us-amerikanischer Fehlsicht auf den Punkt:

"We won't achieve greatness in space exploration again because, fundamentally, our political leaders don't want us to be a sovereign, independent nation anymore. Excessive "globalism" has stripped the US of engineering and manufacturing capability. "A nation without borders is not a nation" - R. Reagan The political elites want no borders, no countries. Transnationalism is the rule of the day, especially with a un-American like Obama in the White House, who actually promotes his nonAmerican-ness, "citizen of the world" crap. We are kaput."

Auch wenn hier im Forum noch viele jedes Geblubber aus der NASA-PR Abteilung für bare Münze nehmen, Fakt ist, die NASA wankt mit traumwandlerischer Zielsicherheit ihrem Ende entgegen.

Schon die Raumstation, ein Kind der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, wäre nie vollendet worden, wenn nicht der politische Zweck (die eigenständigen Raumfahrtambitionen der europäischen und japanischen Vasallen sowie später der Russen zu neutralisiern) dagegengestanden hätte.

Mit dem Abbruch des Papiertigers Venture Star im März 2001 (nach dem Platzen der dot-com Blase) hat man es endgültig aufgegeben die technologische Führerschaft im All aufrechterhalten zu wollen. Seit dem ist die NASA nur noch Subventionsmaschine und Arbeitgeber.

Mit Beginn des asiatischen Wettlaufs zum Mond hat man einfach "Me Too" geplärrt und fährt nun die durch Microsoft berühmt berichtigt gewordenen Marketingstrategie der Ankündungungverlautbarungen, inklusive bunter Bildchen und Mock-Ups.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tul am 05. Juli 2009, 23:46:44
Jetzt kommt die anti-amerikanische Paranoia auf. Tatsache ist aber, dass die russische Raumfahrt in den 90er Jahren mit Geld aus dem Westen in wesentlichen Teilen am Leben gehalten wurde. Hätten die USA die eigenständigen Raumfahrtambitionen der Russen neutralisieren wollen, hätten sie einfach abwarten und nichts tun müssen. Dann wäre nämlich von der russischen Raumfahrtindustrie nur noch wenig übrig geblieben ... . Und wo bitte sehr hat NASA versucht die eigenständigen Raumfahrtsambitionen Japans oder Europas zu neutralisieren? Europa hat den Bau von Hermes nicht auf Druck der USA aufgegeben. Das Japan mit der Entwicklung und Bau von Raketen hinterher hinkt, liegt an der eigenen Zielsetzung.

Zitat
Mit dem Abbruch des Papiertigers Venture Star im März 2001 (nach dem Platzen der dot-com Blase) hat man es endgültig aufgegeben die technologische Führerschaft im All aufrechterhalten zu wollen. Seit dem ist die NASA nur noch Subventionsmaschine und Arbeitgeber.
Lol. Naja es gibt sonst keinen der eine Schwerlastrakete im Bereich der Ares V entwickelt. Könnte jemand anderes MSL bauen?
Tatsache ist aber, dass NASA nicht alles machen kann. Denn ihr Budget ist beschränkt. Von daher müssen sie Schwerpunkte setzen. Genau wie jede andere Raumfahrtagentur.

Zitat
We won't achieve greatness in space exploration again because, fundamentally, our political leaders don't want us to be a sovereign, independent nation anymore. Excessive "globalism" has stripped the US of engineering and manufacturing capability.

Den Satz muss ich mir von Globalisierungskritikern jeden Tag anhören. US Firmen haben überexzessiv Produktionsstätten ins Ausland verlagert. Das ist richtig.

Und noch was. Es gibt keinen asiatischen Wettlauf zum Mond. Das ist eine Erfindung der Presse. Die Chinesen haben selbst gesagt, sie starten unabhängig von Dritten wenn auf technischer Ebene alles bereit ist. Alles andere wäre gefährlich für den Missionserfolg.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 06. Juli 2009, 00:35:15
 Alle Software für diese Projekte muß als openSource geschrieben werden !

Und ich bin dafür, dass die Mitarbeiter der Autoindustrie in Ihrer Freizeit ebenfalls kostenlos arbeiten.  ???

Sagt mir bitte bescheid, wenn es soweit ist. Ich drehe davon das Video.

 :-X
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 06. Juli 2009, 06:58:48
Open Source heißt doch nicht kostenlos ...

Aber wir schweifen ab.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 06. Juli 2009, 09:02:43
Mit dem Abbruch des Papiertigers Venture Star im März 2001 (nach dem Platzen der dot-com Blase) hat man es endgültig aufgegeben die technologische Führerschaft im All aufrechterhalten zu wollen. Seit dem ist die NASA nur noch Subventionsmaschine und Arbeitgeber.

Hier sollte man realistisch sein. Die Clinton Regierung hat es damals verbockt, eine sinnvolle Weiterentwicklung des Shuttles zu veranlassen, sondern wollte lieber den Venture Star entwickeln lassen, obwohl das das technisch riskanteste Projekt war und viele davor gewarnt haben. Die Quittung bekam man dann: Venture Star musste abgebrochen werden, weil man es in der ganzen Entwicklungszeit nicht geschaft hat, das System so leichtgewichtig zu konstruieren, das es auch nur seine eigene Leermasse in den Orbit befördert hätte.

Es war hier von Seiten der Clinton Regierung absolut unverantwortlich, ein Projekt wie die ISS zu planen und sich dabei allein auf den damals schon altersschwachen Shuttle zu verlassen. Die Columbia Katastrophe kam keinesfalls überraschend, schon nach Challanger wurde das Risiko eines weiteren Totalverlustes mit 80:1 angegeben. Obwohl man wusste, das während der Bauzeit der ISS mit hoher Wahrscheinlichkeit ein weiterer Flug verunglücken würde, hat man nichts getan. um einen Nachfolger für den Shuttle zu entwickeln, sondern das Geld lieber für ein extrem riskantes Projekt wie Venture Star rausgeworfen.

Zur ISS: Die Amis mussten damals die ersten russischen Module praktisch komplett bezahlen und sie den Russen schenken. Die ISS sollte mit Hilfe der Russen deutlich billiger werden, das komplette Gegenteil trat aber ein, sie wurde deutlich teurer. Nachdem sich dann die Russen auch zunehmend wie die Herren der ISS aufzuspielen begannen (Weltraumtoristen), hatte man dann bei der NASA wohl entgültig die Faxen dicke.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 06. Juli 2009, 10:19:24
Die Amis mussten damals die ersten russischen Module praktisch komplett bezahlen und sie den Russen schenken.
Ich halte es für unwahrscheinlich, das die NASA Roskosmos signifikante Geldbeträge geschenkt hat, lass mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen. Selbst wenn - jemanden etwas schenken und ihm dann vorwerfen etwas geschenkt bekommen zu haben ist doch ziemlich hinterfotzig - oder?

Zitat
Die ISS sollte mit Hilfe der Russen deutlich billiger werden, das komplette Gegenteil trat aber ein, sie wurde deutlich teurer.
Das ist interessant, wodurch - Aufgeschlüsselt nach Partner - wurde die ISS den deutlich teurer? Ich denke da braucht sich kaum ein Partner hinter dem andern zu verstecken. Ist ja nicht so, das die NASA (oder irgendein anderer Partner) ihren Teil onTime und onBudget liefern konnte. Ist doch auch ganz normal bei solchen Großprojekten.

Zitat
Nachdem sich dann die Russen auch zunehmend wie die Herren der ISS aufzuspielen begannen (Weltraumtoristen), hatte man dann bei der NASA wohl entgültig die Faxen dicke.
Genau, und mit gutem Recht! Nicht zu vergessen auch die (mittlerweile sind es ja sogar 2!) geladenen Pistolen und dann wagen sie es auch noch Russisch zu sprechen! *shakehead*

Es ist sicher nicht Konfliktlos für zwei ex-Todfeinde zusammen zu arbeiten. Deshalb auf Internationale Zusammenarbeit verzichten zu wollen, ist allerdings mal wieder GENAU die falsche Entscheidung - im Gegenteil ist das ein Grund die Zusammenarbeit noch zu verstärken, den die Konflikte zeigen: es ist bitter nötig!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 06. Juli 2009, 11:39:19
wollte lieber den Venture Star entwickeln lassen, obwohl das das technisch riskanteste Projekt war und viele davor gewarnt haben.

- Da fällt mir ein was Kennedy damals gesagt hat und was daraus entstanden ist...
- Da fällt mir der Traum einer riesigen Raumstation ein und was daraus trotzdem noch entstanden ist (beachtlich!)

Ohne große Ziele keine große Entwicklung. Wir wollen nochmal zum Mond? Also kriegt Ihr nochmal Kapsel!

Hmmm wir wollen gar nicht mehr zum Mond? Kein Wunder das die NASA schlingert wenn die Worte Bush's von Obama nicht wiederholt wurden und jetzt in der bemannten Raumfahrt ziellos wirkt...

Titel: Re: NASA
Beitrag von: manuma am 06. Juli 2009, 13:40:58
Es war hier von Seiten der Clinton Regierung absolut unverantwortlich, ein Projekt wie die ISS zu planen und sich dabei allein auf den damals schon altersschwachen Shuttle zu verlassen. Die Columbia Katastrophe kam keinesfalls überraschend, schon nach Challanger wurde das Risiko eines weiteren Totalverlustes mit 80:1 angegeben. Obwohl man wusste, das während der Bauzeit der ISS mit hoher Wahrscheinlichkeit ein weiterer Flug verunglücken würde, hat man nichts getan. um einen Nachfolger für den Shuttle zu entwickeln, sondern das Geld lieber für ein extrem riskantes Projekt wie Venture Star rausgeworfen.

Für den ISS-Aufbau war das Space Shutle das ideale Raumfahrzeug. Dass Columbia-Unglück kam wirklich nicht überraschend, weil man sich der Sache mit den applatzenden Schaumstoff-Teilen nicht annahm und somit dafür kein Problembewusstsein vorhanden war. Das hatte aber nichts mit der Regierung Clintos zu tun und nichts mit dem altersschwachen Shuttle.

Das aktuelle "Chaos" geht zu großen Teilen auf Obama zurück. Er muss endlich sagen, was das nächste Ziel sein soll bezüglich der bemannten Raumfahrt. Eine weitere amerikanische Raumstation oder eine Mondstation? Nur mit einem festen Ziel vor Augen kann auch entsprechend gute Arbeit vollbracht werden (geeigneten Träger und Raumfahrzeug bauen). So ist die Gefahr, dass man Orion fertigstellt und sich danach mal überlegt, welche Ziele man damit erreichen kann. Das endet dann unter Umständen schnell beim Status Quo.

Gruß  ;)

 

Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 06. Juli 2009, 14:40:49
wollte lieber den Venture Star entwickeln lassen, obwohl das das technisch riskanteste Projekt war und viele davor gewarnt haben.

- Da fällt mir ein was Kennedy damals gesagt hat und was daraus entstanden ist...
- Da fällt mir der Traum einer riesigen Raumstation ein und was daraus trotzdem noch entstanden ist (beachtlich!)

Ohne große Ziele keine große Entwicklung. Wir wollen nochmal zum Mond? Also kriegt Ihr nochmal Kapsel!

Hmmm wir wollen gar nicht mehr zum Mond? Kein Wunder das die NASA schlingert wenn die Worte Bush's von Obama nicht wiederholt wurden und jetzt in der bemannten Raumfahrt ziellos wirkt...

Du übersiehst das Problem: Als man das Apolloprogramm geplant hat, wusste man, das ein Träger von der Größe der Saturn funktionieren würde (wenngleich nicht wie gut). Man wusste, das eine Raumstation machbar und möglich ist. Als man dagegen Venture Star geplant hat, wusste keiner, ob es wirklich funktioniert, weil keiner wusste, wie leicht man Venture Star wirklich bauen kann.

Die Saturn Träger von Apollo waren trotz ihrer beeindruckenden Daten sehr konventionelle, auf Sicherheit gebaute Träger, die nur dort neueste Technik einsetzten, wo es unumgänglich war. Venture Star dagegen setzte eine Vielzahl neuester Verfahren ein (Tanks aus Verbundmaterialen, metallischer Hitzeschild, Aerospike Triebwerke). Keiner wusste, ob es wirklich funktioniert, ob die Triebwerke wirklich einen so hohen Spezifischen Impuls haben, ob das System wirklich so leichtgewichtig gebaut werden kann, das Venture Star die anvisierte hohe Nutzlast wirklich befördern kann. Hete wissen wir, das es Venture Star nicht einmal leer in den Orbit geschafft hätte.

Das Problem dabei: Man hat Venture Star nicht als Forschungsprogramm betrieben, das in vielleicht 20 Jahren mal einen funktionieren Transporter rausbringen sollte, sondern von Anfang an als legetiemen Nachfolger des Shuttles. Als dann venture Star krachen ging, hatte man Milliarden in den Sand gesetzt und stand ohne Nachfolger für den Shuttle dar.

Das Problem ist in erster Linie der Clinton Regierung anzulasten. Man wollte eine Raumstation, hat aber auf der Gegenseite nichts dafür getan, um einen Transporter für die Zukunft der Raumstation zu projektieren. Man jagte mit Venture Star Phantomen nach, anstatt einen Transporter auf Basis bestehender Technologie zu entwickeln. Heute rächt sich das: Es gibt nach 2010 nichts mehr, was die ISS richtig versorgen und Experimente zur Erde zurückbringen könnte. Die Amerikaner haben das Interesse an der ISS verloren, eine neue Station ist nicht absehbar. Damit ist das Projekt ISS, was eigentlich so hoffnungsvoll begonnen hat, grundsätzlich gescheitert.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 06. Juli 2009, 14:56:20
Als man das Apolloprogramm geplant hat, wusste man, das ein Träger von der Größe der Saturn funktionieren würde

Also der Plan verkündet wurde zum Mond zu fliegen hatte man grade mal 15 Minuten Weltraumerfahrung und hatte noch nichtmal einen Orbit erreicht. Ich bin mir absolut sicher das niemand wissen konnte ob man auf dem Mond landen könnte innerhalb von weniger als 10 Jahren.

Als man dagegen Venture Star geplant hat, wusste keiner, ob es wirklich funktioniert, weil keiner wusste, wie leicht man Venture Star wirklich bauen kann.

Mit einem unbedingten Willen hätte man auch die Ventue Star bauen können. Vielleicht hätte man 2 Feststoffbooster benötigt aber ein Shuttle Nachfolger mit Aerospike Triebwerken und vielen Verbundwerkstoffen wäre technisch bestimmt machbar.


Die Amerikaner haben das Interesse an der ISS verloren, eine neue Station ist nicht absehbar. Damit ist das Projekt ISS, was eigentlich so hoffnungsvoll begonnen hat, grundsätzlich gescheitert.

Ich habe irgendwo neulich gelesen, dass die Amis nie wieder den Fehler machen werden eine 400 Tonnen Station in 20er Häppchen aufzubauen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: -eumel- am 06. Juli 2009, 16:36:57
Ich habe irgendwo neulich gelesen, dass die Amis nie wieder den Fehler machen werden eine 400 Tonnen Station in 20er Häppchen aufzubauen.

Wo hast´n das gelesen?
Warum sollte das ein Fehler sein?

@MR:
Wieso behauptest Du in häufiger Wiederholung, daß die ISS gescheitert sei?
Wird dann Deine unbegründete Behauptung wahrer?

Man wollte eine Raumstation mit internationaler Beteiligung bauen - und genau das hat man getan. :)

Scheitern könnte höchstens Ares 1.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 06. Juli 2009, 17:00:02
Wo hast´n das gelesen?
Warum sollte das ein Fehler sein?

Am Sonntag in einer der NASA Talkshows. Müsste John Young oder James Lovell gewesen sein.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rashid am 06. Juli 2009, 22:01:40
Mir geht es um den Sinn einer künftigen Zuammenarbeit der NASA mit anderen Nationen ... eumel hatte die ISS da ja als positives Beispiel genannt. Bei der Frage, ob dieses Beispiel in die Zukunft übertragbar ist, sollte man die Bedingungen betrachten, unter denen diese zustande kam und ob diese in der Zukunft weiterhin so sind oder sich geändert haben.

Doch zuvor noch kurz eine Replik zu den Aussagen von tul.

Danke, daß du mich gleich zum Anfang zum Wahnsinnigen (Paranoia - zu deutsch Verfolgungswahn) und Staatsfeind erklärst. Damit erübrigt sich ja eigentliche jede Diskussion. Deine anschließenden Bemerkungen will ich jedoch nicht unwidersprochen lassen.

Tatsache ist aber, dass die russische Raumfahrt in den 90er Jahren mit Geld aus dem Westen in wesentlichen Teilen am Leben gehalten wurde. Hätten die USA die eigenständigen Raumfahrtambitionen der Russen neutralisieren wollen, hätten sie einfach abwarten und nichts tun müssen. Dann wäre nämlich von der russischen Raumfahrtindustrie nur noch wenig übrig geblieben ...

Die USA hat Russland nicht aus der Patsche geholfen. Sie hat nur zugegriffen bevor es andere taten. Damals bestand die Gefahr, daß die russische Raumfahrttechnologie in die Hände von, damals noch nicht so genannten, Schurkenstaaten gerät.

Ohne den 'Stolz' der der Franzosen gäbe es überhaupt keine eigenständige europäische Raumfahrt. Gerade die Deutschen haben sich immer wieder bereitwillig? in Projekte einbinden lassen, welche dann kurz vor dem Erfolg abgebrochen oder zumindest auf Sparflamme gesetz wurden.

Der Schwerlastträger Ares-V läßt eher Erinnerungen an das Ende der sowjetischen Raumfahrt aufkommen. Gigantismus ist ja eher ein Zeichen für Stagnation. Technologische Führerschaft hat etwas mit Innovation zu tun. Während die anderen aufholen tritt man seber auf der Stelle, bestenfalls.

Die NASA ist eine staatliche Behörde und verfolgt poltische Ziele, zuallererst 'sicherheitspolitische'. Sie wurde gegründet, um die durch das Gerangel der Teilstreitkräfte vermeintlich entstandene "Raketenlücke" zu schliesen. Auch später, bei der Definiton des Shuttles oder in den achtiger Jahren, setzte das Militär die Prioritäten. 

Und noch was. Es gibt keinen asiatischen Wettlauf zum Mond. Das ist eine Erfindung der Presse. Die Chinesen haben selbst gesagt, ...

... auch die Russen haben damals immer beteuert, daß es keinen Wettlauf zum Mond gibt. Heute wissen wir es besser. Soviel zum Aussagewert von öffentlichen Verlautbarungen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rashid am 06. Juli 2009, 22:28:11
Die nächste große Herausforderung, welche derzeit durch keine Nation allein erreicht werden kann, ist die Errichtung eine Infrastruktur für bemannte Unternehmen auf dem und am Mond, später auch zu anderen Planeten oder Planetoiden.

Bei der NASA hat man die Nase voll von multinationalen Unternehmungen und will es ganz allein machen, schließlich war man ja schon dort. Nur haben sich die Bedingungen grundlegend geändert. Die NASA kann heute nicht mehr aus dem vollen schöpfen, sondern muß eher den Mangel verwalten. Und es geht nicht um erneute Stippvisiten sondern um permanente Erschließung.

Aber auch die anderen Nationen träumen lieber von Alleingängen. Das Beispiel ISS ist eben kein leuchtendes, sondern bei genauerer Betrachtung eher abschreckend. Die Japaner hatten ihre Module seit ewig auf Lager liegen ohne die Gewissheit sie je im All zu sehen.

Letztlich wird es wie bei der Errichtung von Antarktisstationen eine Mischung von gemeinsamer Logistik und souveränen Stationen hinauslaufen. Die NASA wird nun die Lektion lernen, welche sie den Russen einst erteilt hat. Die Europäer, wären sie politisch souverän, sollten sich eine eigenständige Kernkompetenz in diesem Szenario aufbauen und nicht auf Mitfahrtickets hoffen. 

Leider wird der Westen (USA, Kanada, Westeuropa und Russland) sich wohl nicht mehr zusammenraufen weil jeder von seiner Größe träumt, die längst Vergangenheit ist. Die ISS führt nicht in eine lichte Zukunft einer vereinigten Weltraumnation, sondern ist ein Zeugniss des Scheiterns dieses Traums.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: trallala am 07. Juli 2009, 11:34:54
Die Welt ist weder schwarz noch weiß sondern bunt.
Die ISS ist weder absolut gescheitert noch hat sie alle Träume erfüllt.

Ich finde sie hat viel geschafft und zwar mehr als einzelne Länder hätten schaffen können.
Das Wissen über die Probleme internationaler Zusammenarbeit und wie man damit umgeht halte ich für unbezahlbar und ein wichtiger Grundstein für weitere internationaler Zusammenarbeit, z.B. Mond(basis).
Titel: Re: NASA
Beitrag von: macmensa am 07. Juli 2009, 15:12:07
Hi @all...

ich habe nun mal mit Interesse eure zum Teil sehr konträren Meinungen der letzten drei Seiten nachgelesen... Daher möchte ich nunmal einen weiteren Gedankengang hinzufügen, welcher mir nicht erst seit heute durch den Kopf geht, sondern die letzten Jahre immer mal wieder in Zusammenhang mit der Zukunft der bemannten und unbemannten Raumfahrt in mir hochkam...

Dabei werde ich nun ein bisschen den Advocatus Diaboli spielen müssen.. Aber wie gesagt, das ist nicht meine 100%ige Überzeugung, sondern nur eine wage Befürchtung die ich bei den momentanen Entwicklungen sehe...

In Bezug auf den Mond sehe ich es auch so, das die Anzahl der Alleingänge bei Missionen eher zu als abnimmt. Trotz z.t. internationaler Zusammenarbeit in technologischen Teillösungen dieser Projekte (Triebwerkstechnik, Energieversorgung, Software oder Lebenserhaltung) legen doch immer mehr Staaten eigene Raumfahrtprogramme mit ambitionierten Zielen im Bereich der Bemannten Raumfahrt für LEO und vor allem dem Mond auf...  Warum ??

Nun meine These dazu. Es sind die nie offen ausgesprochenen Militärischen Aspekte. Zukünftige weltpolitische Konstellationen vorrauszusagen ist mehr als schwer, wenn wir 5-10 Jahre in die Zukunft schauen. Und alle Raumfahrtprogramme und Ziele gehen über diesen Zeitpunkt hinaus. Und somit müssen sich Regierungen weniger über die "Führerschaft" gedanken machen wie hier erwähnt wurde, als vielmehr über die "Kontrolle" und "Sicherung" von Terretorien. Und der LEO und andere Planeten werden sicher als Terretorien betrachtet. Trotz aller in der Vergangenheit getroffenen Verinbahrungen und Absprachen die Gegenteiliges behaupten. Siehe die nun aufkommenden Diskussionen über die Arktis und Ihre Bodenschätze.

Vielleicht ist in diesem Zusammenhang die Gefahr bei Staaten wie den USA, Japan und Russland untereinander nicht so gross, als aber deren Verhältniss zu anderen heutigen und zukünftigen Raumfahrtnationen und deren Programmen...

Wenn in 20, 30, 40 Jahren bemannte Stationen auf dem Mond entstehen und diese von 4,5 oder 6 verschiedenen Staaten betrieben werden und weitere folgen werden, kann mir doch niemand ernsthaft weismachen, das im Orbit des Mondes nicht auch der ein oder andere militärische Satellit seine runden drehen wird...

Zurück zum Advocat Diaboli.. Ich sehe die zunehmenden Alleingänge der Nationen eher in strategischen militärischen Überlegungen begründet als in anderen Aspekten... Eine überspitze und sicher unrealistische Vision die dieses Dilemma beschreibt wäre z.b. folgende: Nordkorea schaft es in 50 Jahren eine eigene Mondstation zu bauen und zu betreiben und kommt durch einen Konflikt auf der Erde zu der Kurzschlussreaktion die anderen bemannten Stationen auf dem Mond anzugreifen oder Sateliten anderen Staaten um den Mond herum zu vernichten, weil sie mit militärischen geheimen Zielen den Mond besiedelt haben... Was sollen andere Nationen dagegen unternehmen, wenn sie dort oben nicht auch eigene Optionen und Möglichkeiten zur Reaktion auf so ein Szenario haben?

Versteht mich bitte nicht falsch... Weder hoffe ich das so etwas je eintreten wird noch wünsche ich mir so etwas.. Auch traue ich keinem der heute an Entwicklungen beteiligten Wissenschaftler solche Zielsetzungen zu, jedoch ist es nun mal leider so, das die Entscheidungen über Ziele und Strategien nicht von Ihnen, sondern von Politikern getroffen werden... Und denen traue ich solche Überlegungne zu 100% zu...

Wie gesagt... nach den letzten 3 Seiten hier ist das nur ein weiterer Aspekt von vielen... Jedoch einer der mich immer mal wieder mit einem erheblichen Magengrummeln in den letzen Jahren beschäftt hat... Also zerreist mich nicht gleich !

Nachdenkliche Grüsse... Mac
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 07. Juli 2009, 15:35:24
Und der LEO und andere Planeten werden sicher als Terretorien betrachtet.
kann mir doch niemand ernsthaft weismachen, das im Orbit des Mondes nicht auch der ein oder andere militärische Satellit seine runden drehen wird...
kommt durch einen Konflikt auf der Erde zu der Kurzschlussreaktion die anderen bemannten Stationen auf dem Mond anzugreifen oder Sateliten anderen Staaten um den Mond herum zu vernichten

Klingt wie ein mittelgute Science Fiction Roman.... Wer soll denn bitte so einen Krieg finanzieren??? Das ist angesichts der zu erwartenden Rohstoffknappheit ein undenkbares Szenario!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: macmensa am 07. Juli 2009, 16:12:23
Hi klausd...

nicht falsch verstehen... Ich will/wollte damit keinen "Krieg" auf dem Mond beschreiben... Ich habe die Situation nur sehr überspitzt und "phantasievoll" beschrieben... Es ging mir in der Intention nur um die Option von militärischen Reaktionen... Dafür reichen ja nunmal auch heute schon Sateliten... Siehe früher SDI oder heute NMD bei den USA...

Und bei militärischen Optionen sind "Zusammenarbeiten" oder Cooperationen sicher nicht unbedingt die erste Wahl... Einfaches "kostengünstiges" Besipiel... Eine Nation hat dort oben 1,2 militärische Sateliten im Mondorbit und bedroht damit andere bemannte Missionen zum Mond in einer irdischen Krisensituation?

Ist es denn so undenkbar, das andere Raumfahrtprogramme zukünftiger Raumfahrtnationen einen entschieden höheren finanziellen Beitrag aus dem Militäretat beziehen würden? Und wie gesagt... Politiker ticken sicher anders als Wissenschaftler...

Vielleicht klingt das heute wie Sci-Fi... Aber was heute in der Raumfahrt möglich ist, war für viele vor 40 Jahren auch Sci-Fi... Und über einen solchen zukünftigen Zeitraum gingen auch hier meine Gedanken...

Ich denke halt, das solche Thesen eine zusätzliche Erklärung sein könnte für die zunehmenden Alleingänge der aktuellen Raumfahrtprogramme...

Gruss Mac
Titel: Re: NASA
Beitrag von: aero am 07. Juli 2009, 16:22:28
man kann da sicher eine interessante diskussion zu führen, bin zwar auch erst neu, aber bleibt doch bitte on topic^^, so, dass hier die aktuellsten news, die die nasa betreffen geposted werden  ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 07. Juli 2009, 16:23:42
Der ständige Vergleich mit dem Mondprogramm hinkt. Damals war das ein Politikum. Es ging einzig darum die Russen zu schlagen und die ersten zu sein.

Heute sind die Ziele doch völlig andere.

Zitat
Nun meine These dazu. Es sind die nie offen ausgesprochenen Militärischen Aspekte. Zukünftige weltpolitische Konstellationen vorrauszusagen ist mehr als schwer, wenn wir 5-10 Jahre in die Zukunft schauen. Und alle Raumfahrtprogramme und Ziele gehen über diesen Zeitpunkt hinaus. Und somit müssen sich Regierungen weniger über die "Führerschaft" gedanken machen wie hier erwähnt wurde, als vielmehr über die "Kontrolle" und "Sicherung" von Terretorien. Und der LEO und andere Planeten werden sicher als Terretorien betrachtet. Trotz aller in der Vergangenheit getroffenen Verinbahrungen und Absprachen die Gegenteiliges behaupten. Siehe die nun aufkommenden Diskussionen über die Arktis und Ihre Bodenschätze.

Den Mond besiedeln, und dann Starwars spielen ? Im Moment klingkt das sehr nach SciFi . Die Überlegung ist nicht ganz abwegig, aber Momentan ist es noch billiger Rohstoffe auf der Erde zu fördern.

Zitat
Zurück zum Advocat Diaboli.. Ich sehe die zunehmenden Alleingänge der Nationen eher in strategischen militärischen Überlegungen begründet als in anderen Aspekten... Eine überspitze und sicher unrealistische Vision die dieses Dilemma beschreibt wäre z.b. folgende: Nordkorea schaft es in 50 Jahren eine eigene Mondstation zu bauen und zu betreiben und kommt durch einen Konflikt auf der Erde zu der Kurzschlussreaktion die anderen bemannten Stationen auf dem Mond anzugreifen oder Sateliten anderen Staaten um den Mond herum zu vernichten, weil sie mit militärischen geheimen Zielen den Mond besiedelt haben... Was sollen andere Nationen dagegen unternehmen, wenn sie dort oben nicht auch eigene Optionen und Möglichkeiten zur Reaktion auf so ein Szenario haben?

Nordkorea kann schon froh sein, wenn es die nächsten 20 Jahre überlebt. Das Kettenrasseln, was da betrieben wird, sieht eher nach einem letzten Aufbäumen vor dem Ende Nordkoreas aus.

Zitat
Versteht mich bitte nicht falsch... Weder hoffe ich das so etwas je eintreten wird noch wünsche ich mir so etwas.. Auch traue ich keinem der heute an Entwicklungen beteiligten Wissenschaftler solche Zielsetzungen zu, jedoch ist es nun mal leider so, das die Entscheidungen über Ziele und Strategien nicht von Ihnen, sondern von Politikern getroffen werden... Und denen traue ich solche Überlegungne zu 100% zu...

Wissenschaftliche Entdeckungen sind leider immer zuerst auf ihre militärische Tauglichkeit geprüft worden. Macht und Geld beherrschen diese Welt. Und mit Korruption wird alles möglich.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tul am 07. Juli 2009, 16:25:10
Zitat
... auch die Russen haben damals immer beteuert, daß es keinen Wettlauf zum Mond gibt. Heute wissen wir es besser. Soviel zum Aussagewert von öffentlichen Verlautbarungen.

Die Sowjetunion hat bitter dafür bezahlt. Ein sehr großer Teil der sowjetischen Marsmissionen ist gescheitert, weil diese nachdem man sich in einem Wettlauf gesehen hat überhastet durchgeführt worden sind. Einen Fehler, den man heute vermeiden will. Wäre die chinesiche, japanische, indische Mondmission gescheitert, wäre der Ansehensverlust nämlich enorm gewesen. Es gibt keinen Wettlauf zum Mond, es gibt einen Kampf darum gute Ergebnisse zu erzielen.

Zitat
Der Schwerlastträger Ares-V läßt eher Erinnerungen an das Ende der sowjetischen Raumfahrt aufkommen. Gigantismus ist ja eher ein Zeichen für Stagnation. Technologische Führerschaft hat etwas mit Innovation zu tun. Während die anderen aufholen tritt man seber auf der Stelle, bestenfalls.

Es gibt keinen Sinn eine 400 Tonne Station in 20er Schritten in die Umlaufbahn zu bringen. Mit einer Schwerlastrakete in der Ares 5 Klasse bräuchte man ungefähr 5 Starts und das Ding ist oben und benutzbar. Und wie bitte soll man eine Mondmission ohne eine derartige Rakete durchführen? Konkrete innovative Vorschläge bitte, die auch technisch durchführbar sind!
Und wo bitte holen denn die anderen auf?

Zitat
Die USA hat Russland nicht aus der Patsche geholfen. Sie hat nur zugegriffen bevor es andere taten. Damals bestand die Gefahr, daß die russische Raumfahrttechnologie in die Hände von, damals noch nicht so genannten, Schurkenstaaten gerät.

Die finanziellen Mittel von Staaten wie den Iran oder Nordkorea sind extrem begrenzt. Auch können sie nur einen sehr kleinen Teil der russischen Weltraumtechnologie verwerten. Technologie für bemannte Missionen ist für diese uninteressant. Aus diesem Grund hätten man die Russen nicht an Bord nehmen müssen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tul am 07. Juli 2009, 16:58:45
Zitat
Ohne den 'Stolz' der der Franzosen gäbe es überhaupt keine eigenständige europäische Raumfahrt. Gerade die Deutschen haben sich immer wieder bereitwillig? in Projekte einbinden lassen, welche dann kurz vor dem Erfolg abgebrochen oder zumindest auf Sparflamme gesetz wurden.

Welche Projekte wurden den kurz vor dem Erfolg abgebrochen? Internationale Projekte werden im Allgemeinen nicht von einem Beteiligten einseitig gestrichen. In diesem Falle würden Schadensersatzzahlungen fällig, und die Chancen auf eine weitere Kooperation verbaut. Das Projekte gekürzt werden liegt oftmals daran, dass in der Definitionsphase die technologischen und finanziellen Möglichkeiten überschätzt wurden. (Siehe ExoMars).

In der unbemannten Raumfahrt war und ist die Kooperation mit NASA sehr erfolgreich!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: GlassMoon am 07. Juli 2009, 17:09:24
[...]
Technologie für bemannte Missionen ist für diese uninteressant. Aus diesem Grund hätten man die Russen nicht an Bord nehmen müssen.
Bitte was?
Die einzigen die bis zu dem Zeitpunkt eine dauerhaft betriebene Raumstation hatten, waren die Russen.
Und auf deren Erfahrungen beim Bau/Betrieb der ISS zu verzichten, wäre meiner Meinung nach einfach nur arrogant und dumm gewesen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 07. Juli 2009, 17:11:53
Tul meint Nordkorea und Iran bei der Verwertung bemannter Technologie, wie im Satz vorher geschrieben.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: GlassMoon am 07. Juli 2009, 17:16:00
Er meint Nordkorea und Iran bei der Verwertung bemannter Technologie, wie im Satz vorher geschrieben.

Ich kanns so oft lesen wie ich will, ich kapiers grad nicht wirklich..
Meint er dass die Russen nicht auf eine Kooperation mit Nordkorea und Iran angewiesen wären?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 07. Juli 2009, 17:20:38
Zitat 1:
Zitat
Die USA hat Russland nicht aus der Patsche geholfen. Sie hat nur zugegriffen bevor es andere taten. Damals bestand die Gefahr, daß die russische Raumfahrttechnologie in die Hände von, damals noch nicht so genannten, Schurkenstaaten gerät.
In den Raum gestellt ist: Die USA hätten in Russland bei der bemannten Raumfahrt zugegegriffen, um Nordkorea und Konsorten den Zugriff darauf zu verwehren.

Darauf die Antwort:
Zitat
Die finanziellen Mittel von Staaten wie den Iran oder Nordkorea sind extrem begrenzt. Auch können sie nur einen sehr kleinen Teil der russischen Weltraumtechnologie verwerten. Technologie für bemannte Missionen ist für diese uninteressant. Aus diesem Grund hätten man die Russen nicht an Bord nehmen müssen.
Die Antwort darauf ist: Nordkorea und Iran haben kein Interesse an bemannter Technologie. Aus diesem Grund hätten die USA der bemannten russischen Raumfahrt also nicht "helfen" müssen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: GlassMoon am 07. Juli 2009, 17:24:24
Achso, danke, jetz hab ichs :D-
Naja, die Russen haben aber immerhin auch die verlässlichste Rakete überhaupt, das wäre für diese Staaten bestimmt auch ziemlich interessant für die Entwicklung von verlässlichen Interkontinentalraketen z.B.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 07. Juli 2009, 17:26:54
Ja, man kann nicht wirklich bemannte und unbemannte Technologie trennen. Technologie ist immer "interessant". Man kann sie ja eben auch zweckentfremden.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 07. Juli 2009, 18:36:18
Und wie bitte soll man eine Mondmission ohne eine derartige Rakete durchführen? Konkrete innovative Vorschläge bitte, die auch technisch durchführbar sind! Und wo bitte holen denn die anderen auf?
Roskosmos hat entsprechende Konzepte. Das du die nicht für "technisch durchführbar" hältst, könnte man als Ausdruck deiner technologischen Rückständigkeit werten.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 07. Juli 2009, 18:53:18
Achso, danke, jetz hab ichs :D-
Naja, die Russen haben aber immerhin auch die verlässlichste Rakete überhaupt, das wäre für diese Staaten bestimmt auch ziemlich interessant für die Entwicklung von verlässlichen Interkontinentalraketen z.B.

Die russischen Raumfahrt - Raketen (zumindest die, die bemannt eingesetzt werden könnten) sind allerdings als ICBMs komplett ungeeignet (wie praktisch alle neueren Träger). Die Proton ist einfach zu groß und zu unhandlich, die Sojus und Zenit (russisch / ukrainisch) dagegen setzen nicht lagerfähige Treibstoffe ein. Für einen militärischen Einsatz eigenen sich aber Feststoffraketen am besten, die in der russischen Raumfahrt allerdings nie verwendet wurden. Sich über eine Verwendung der bemannten russischen Weltraumtechnik von Schurkenstaaten Sorgen zu machen ist also blanke Paranoja, nichts weiter.

Viel interessanter sind da die ICBMs der russischen Streitkräfte, die tatsächlich für Schurkenstaaten sehr interesant wären. Die obliegen allerdings der Verfügungsgewalt der russischen Armee und haben mit der zivileen bemannten Raumfahrt nichts zu tun.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: GlassMoon am 07. Juli 2009, 19:05:31
Achso, danke, jetz hab ichs :D-
Naja, die Russen haben aber immerhin auch die verlässlichste Rakete überhaupt, das wäre für diese Staaten bestimmt auch ziemlich interessant für die Entwicklung von verlässlichen Interkontinentalraketen z.B.

Die russischen Raumfahrt - Raketen (zumindest die, die bemannt eingesetzt werden könnten) sind allerdings als ICBMs komplett ungeeignet (wie praktisch alle neueren Träger). Die Proton ist einfach zu groß und zu unhandlich, die Sojus und Zenit (russisch / ukrainisch) dagegen setzen nicht lagerfähige Treibstoffe ein. Für einen militärischen Einsatz eigenen sich aber Feststoffraketen am besten, die in der russischen Raumfahrt allerdings nie verwendet wurden. Sich über eine Verwendung der bemannten russischen Weltraumtechnik von Schurkenstaaten Sorgen zu machen ist also blanke Paranoja, nichts weiter.

Viel interessanter sind da die ICBMs der russischen Streitkräfte, die tatsächlich für Schurkenstaaten sehr interesant wären. Die obliegen allerdings der Verfügungsgewalt der russischen Armee und haben mit der zivileen bemannten Raumfahrt nichts zu tun.

Stimmt auch wieder.. Aber es gab ja schon Pläne Atomwaffen im Orbit zu stationieren, da kommen solche Träger sehr gelegen.
Ausserdem könnte man auch die Technologie von der Dnepr erschleichen, die ist ja nur eine leicht modifizierte Interkontinentalrakete..

Aber ich bezweifle, dass sich Russland auf so eine Kooperation einlassen würde, sie haben ja nichts davon.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 07. Juli 2009, 19:12:15
Und wie bitte soll man eine Mondmission ohne eine derartige Rakete durchführen? Konkrete innovative Vorschläge bitte, die auch technisch durchführbar sind! Und wo bitte holen denn die anderen auf?
Roskosmos hat entsprechende Konzepte. Das du die nicht für "technisch durchführbar" hältst, könnte man als Ausdruck deiner technologischen Rückständigkeit werten.

Ich weiß nicht: Alz einzigen Schwerlastträger haben die Russen aktuell die Proton, die aber nur max 25 Tonnen in den Erdorbit bringen kann. Die S4b der Saturn 5 von Apollo wog aber mit Raumschiff und Treibstoff für das TLI noch ungefähr 180 Tonnen. Wenn du das alles mit der Proton hochbringen willst, brauchtest du mindestens 7 Flüge. Bei der Saturn kam aber energiereicher Wasserstoff als Treibstoff zum Einsatz, den man bei einer Montage im Orbit allerdings nicht einsetzen kann. Hier müsste man Hydrazin / UDMH / MMH + NTO einsetzen. Da kommt man dann wegen des geringeren Energiegehaltes auf über 200 Tonnen. Ich halte das für keine Option. Wir reden hier nicht über eine Raumstation, sondern über Traibstoff, der den größten Masseanteil bei einer Mondmission ausmacht.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: GlassMoon am 07. Juli 2009, 19:17:28
Die derzeit (nach studien) schwerste mögliche Angara-version (mit sieben CRMs) hätte ca 41t LEO-kapazität..
Kann zwar nicht mit der Ares V mithalten, aber immerhin mehr als die Proton m..


edit: du musst auch berücksichtigen dass Russland nicht gerade energetisch günstig gelegene Kosmodrome hat
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rashid am 07. Juli 2009, 22:36:49
Da die Diskussion hier zu sehr vom Thema Aktuelles-NASA abdriffted, nur ganz kurze Antworten (in der Reihenfolge des Auftretens):

Zitat von tul: Einen Fehler, den man heute vermeiden will.

Du meinst die heutigen Mächte sind vernünftiger? Für gute Ergebnisse gibt es keinen Orden - The winner takes it all. Wenn einer losläuft und man rennt mit, dann ist es ein Wettlauf. Ansonsten läßt man ihn laufen und macht weiter sein Ding. Indien, Japan und schließlich auch Korea haben sich zum Mitlaufen entschieden

Wo bitte habe ich die Sinnhaftigkeit einer Schwerlastrakete infrage gestellt. Die Frage war ob sich darin technologische Führerschaft ausdrückt eine neue Energia zu bauen.

Zitat von tul: Wo holen die anderen auf?

Als ich ein kleiner Junge war stapften die US-Astronauten über den Mond. Derweil schoß man in Asien Bleistiftraketen in die Wolken. Vierzig Jahre später wollen die Amerikaner wieder zum Mond aber diesmal sind die Asiaten dabei.

Der iranische Staat hatte schon damals, trotz der von den USA eingefrorenen (geraubten) Konten, mehr Kaufkraft als die USA schließlich geboten haben. Der Begriff 'Schurkenstaaten' war ironisch gemeint, ich werde in Zukunft besser auf solche Rethorik verzichten. Damals waren noch eine ganze Reihe Anderer, derzeit zu Freunden umgelabelte, interessiert (Lybien, der Irak, Indien, Malaysia, Brasilien u.a.)

Und beim Zugriff ging es in erste Linie um Raketentechnik. Siehe den Beitrag von DasBeste. Die bemannte Technik war nur Beifang.

Und nun weiter zu Aktuellem von der NASA. Derzeit scheint die Industrie ja alle Hebel in Bewegung zu setzen das derzeitige NASA Konzept zur bemannten Raumfahrt zu kippen und schickt wieder Buzz Aldrin mit seiner "Unified Space Vision" an die Front. Also Ares einstampfen, Shuttle länger fliegen lassen und die vorhanden Raketen anpassen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 08. Juli 2009, 07:05:48
So auf der Seite vom Kreml findet man folgenden "Fact Sheet" zum Treffen zwischen Medwedew und Obama kürzlich:
http://www.kremlin.ru/eng/text/docs/2009/07/219095.shtml

Darin steht:
Zitat
The two Presidents agreed to create a Bilateral Presidential Commission, which they will chair and Secretary of State Clinton and Foreign Minister Lavrov will coordinate.  The Commission will include the following working groups.  Additional working groups will be created and announced in the coming months, along with sub-groups under each working group as appropriate.  Secretary Clinton will travel to Moscow in the fall for the first meeting of the Commission coordinators.

[...]

- Space Cooperation: Anatoly N. Perminov, Head of Roskosmos, and Administrator, NASA

[...]

Die Treffen beginnen Anfang Herbst, also nach dem Augustine Panel.Also vielleicht doch der Anfang einer neuen Kooperation? ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 09. Juli 2009, 08:22:37
ESA und NASA "unifizieren" ihre Marsprogramme für die Startfenster bis 2020. Es wurde eine Mars Exploration Joint Initiative (MEJI, Initiative zur gemeinsamen Erkundung des Mars') gestartet. Dabei sollen Konzepte für gemeinsame Missionen entwickelt werden. Ziel 2020 ist ein Probenrückführung von der Oberfläche unseres Nachbarn. Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich bereits mit der genaueren Analyse von Möglichkeiten und Konzepten. Der endgültige Startschuss muss durch die Administration beider Organisationen und Gremnien der Mitgliedsländer abgesegnet werden.

Quelle: http://www.esa.int/esaCP/SEMH1J6CTWF_index_0.html (http://www.esa.int/esaCP/SEMH1J6CTWF_index_0.html)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: GG am 10. Juli 2009, 20:42:34
Um die obige Diskussion mal etwas zu relativieren. Die Mitbenutzung der MIR und die Mitfinanzierung der russischen ISS-Bauteile haben die NASA zusammen genommen weniger gekostet als eine einzige Shuttle-Mission. Das war wohl einen Versuch wert. Und dazugelernt hat man dabei auf jeden Fall.

GG
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tul am 11. Juli 2009, 00:04:44
Zitat
Du meinst die heutigen Mächte sind vernünftiger? Für gute Ergebnisse gibt es keinen Orden - The winner takes it all. Wenn einer losläuft und man rennt mit, dann ist es ein Wettlauf. Ansonsten läßt man ihn laufen und macht weiter sein Ding. Indien, Japan und schließlich auch Korea haben sich zum Mitlaufen entschieden
Wenn eine Mission fehlschlägt ist das Theater groß. Ich erinnere nur an die 90er Jahre wo mehrere NASA Marsmissionen schiefgegangen sind. In Japan war das mit dem Fehlschlag von Nozomi (+Midori II, H-IIA F6) sogar noch schlimmer. Von daher stehen die Raumfahrtagenturen mit dem Rücken zur Wand. (JAXA wohl am meisten) Von daher riskiert es keiner eine Mission verfrüht zu starten, nur um vor jemand anderen in die Umlaufbahn einzutreten. Außerdem ist es ja nicht so, dass es früher keine Mondmissionen gegeben hätte. Nach den USA und der Sowjetunion die Nummer 3 war Japan mit Hiten bereits 1992.
Die Orden gibt es für gute Ergebnisse, man muss sich nur die Berichterstattung über die einzelnen Missionen mal anschauen. Hier liegt auch eine zentrale Motivation für Indien. Die meisten Inder gehen zum promovieren in die USA, nachdem man dort über NASA an Originaldaten kommt. Das ist auch einer der Gründe warum die nach der Promotion nur selten zurückkehren. Damit fehlen sie aber den indischen Universitäten. Das Bildungssystem der USA profitiert sehr stark von der NASA!

Zitat
Als ich ein kleiner Junge war stapften die US-Astronauten über den Mond. Derweil schoß man in Asien Bleistiftraketen in die Wolken. Vierzig Jahre später wollen die Amerikaner wieder zum Mond aber diesmal sind die Asiaten dabei.
Der zeitliche Zusammenhang stimmt nicht ganz. Der erste erfolgreiche Satellitenstart Japans war Anfang 1970. China folgte im April 1970.

Man muss das ganze mal in Relation sehen:
Die USA haben bis jetzt über 2000 Raketen gestartet. Da kann außer Russland niemand mithalten. Indien kommt mit PSLV, GSLV und den Vorgängern auf ungefähr 28 Starts. Japan von der N-I bis zur H-IIA auf ungefähr 46 und mit der M-Serie auf ungefähr 32. China steht mit der Langer Marsch Reihe besser da, hat aber immer noch einen gewaltigen Abstand zu den USA. Was Forschungssonden angeht haben die USA zwischen 2000 und 2009 5 Marsmissionen, eine Mondmissionen, drei Missionen zu bisher kaum bzw. gar nicht erforschten Regionen (Messenger, New Horizons, Dawn) gestartet. Dazu Deep Impact und Genesis. Japan hat zugegeben, dass sie im Vergleich zu den USA extrem zurückliegen. Vergleicht man die Zahlen ist der Begriff Aufholen also als relativ anzusehen.
Davon abgesehen ist die Entwicklung sehr positiv für NASA. Die Wissenschaftler haben nämlich dann die Möglichkeit mehr wissenschaftliche Instrumente auf die Reise zu schicken.

Zitat
Der iranische Staat hatte schon damals, trotz der von den USA eingefrorenen (geraubten) Konten, mehr Kaufkraft als die USA schließlich geboten haben.

Das kann schon sein. Nur hat der Iran noch andere Rechnungen zu bezahlen, von daher wird er nicht seine ganze Kaufkraft einsetzen können. Der Vergleich ist daher etwas eigenartig.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 11. Juli 2009, 09:50:06
tul, deine Argumente sind bisher nicht überzeugend, aber das Thema interessiert mich brennend. Darum noch einmal ein paar konkrete Fragen, den vielleicht steckt ja doch mehr dahinter als du bisher gezeigt hast:

Warum ist soll ISS ein Fehlschlag gewesen sein? In Anbetracht der wissenschaftlichen und technologischen Entwicklung die für und mit der ISS ist das schwer zu begreifen. Man hat auf allen Bereichen dazugelernt, besonders aus den gemachten Fehlern.

Wo durch und durch wen ist die ISS teurer geworden? Wenn du hier argumentierst, "die Russen sind schuld" dann möchte ich ein paar harte Fakten sehen bevor ich dich ernst nehme.

Was hat die NASA Roskosmos geschenkt? Soweit ich weiß basieren alle Transaktionen zwischen den Partnern auf dem Tauschprinzip. Der eine gibt, und bekommt im Gegenzug etwas anders. Wenn du argumentierst das die NASA Roskosmos etwas gegeben hat ohne eine Gegenleistung zu bekommen, dann wüste ich gerne was das war. Den erst dann kann man über die konkreten Motivationen der NASA diskutieren.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 11. Juli 2009, 10:59:10
Was hat die NASA Roskosmos geschenkt? Soweit ich weiß basieren alle Transaktionen zwischen den Partnern auf dem Tauschprinzip. Der eine gibt, und bekommt im Gegenzug etwas anders.

Also so ganz ideal wie du es hier schreibst ist es ja nun nicht gelaufen.
Sarja z.B. wird als russisches Modul betrachtet, Russland konnte es aber selber nicht finanzieren und deswegen musste die NASA das bezahlen.
Vor allem in der Anfangszeit musste die NASA unplanmäßig viele Dinge finanzieren, die eigentlich Russland hätte finanzieren sollen, das aber nicht konnte.
Ich habe diese dramatische Zeit damals selber miterlebt und konnte die erste US Assembly Mission STS-88 näher begleiten.
Damals hat man bei der NASA ernsthaft damit gerechnet, dass man Sarja kurz vor STS-88 nicht starten könnte, weil Russland die Startmannschaften seit Monaten nicht mehr bezahlt hat und die Leute dort reihenweise weg gelaufen sind.

Wenn man’s genau nimmt, dann sind eigentlich nur Swesda und Pirs von Russland finanziert worden. Europa hat Columbus bezahlt und die Japaner Kibo. Alles Andere hat die NASA gezahlt.

Die weit aus größten Finanzlasten sind bei der NASA hängen geblieben. Im Gegenzug lässt sich Russland seine Startdienste nach dem Ende der Shuttle Ära noch fürstlich bezahlen, während die NASA weiterhin auch noch zusätzlich den größten Teil der Betriebskosten übernimmt.
Dieses etwas einseitige Finanzierungsmodell sorgt in den USA schon länger für Unmut und deswegen haben sie im Moment auch genug von internationaler Zusammenarbeit auf so einer Basis.

Gruß,
KSC
 
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 11. Juli 2009, 11:56:09
Zitat
Vor allem in der Anfangszeit musste die NASA unplanmäßig viele Dinge finanzieren, die eigentlich Russland hätte finanzieren sollen, das aber nicht konnte.
Bist du dir sicher das die NASA im Gegenzug nichts für die Finanzierung eingefordert hat? Schwer zu glauben! Selbst wenn: Im Verhältniss zum ISS-Gesamtbudget der NASA sind das doch Peanuts gewesen - wie GG sagt weniger als ein einziger Shuttlestart.

Alles Andere hat die NASA gezahlt. Die weit aus größten Finanzlasten sind bei der NASA hängen geblieben.
Nur zu sagen das NASA das größte ISS-Budget hat ist nur die halbe Wahrheit, und verzerrt die Realität: Alles andere hat die NASA gezahlt und nutzt die NASA auch - incl. Sarja! Die NASA trägt unbestreitbar die größte Finanzlast und hat deshalb auch unbestreitbar die meisten Forschungskapazitäten auf der ISS.

Zitat
Im Gegenzug lässt sich Russland seine Startdienste nach dem Ende der Shuttle Ära noch fürstlich bezahlen, während die NASA weiterhin auch noch zusätzlich den größten Teil der Betriebskosten übernimmt.
Es ist ja nicht so, das die NASA Payload für die Partner umsonst transportiert. In Kibo und Columbus sind NASA Racks installiert - hier hat sie die NASA kaiserlich für den Uplift bezahlen lassen (im Falle von Columbus derzeit 50% der Forschungkapazität!)

Warum sollte Roskosmos sich also nicht bezahlen lassen? Ich finde das okay. Ganz abgesehen davon ist es wahrscheinlich sogar billiger NASA Austronauten mit einer Sojus zu transportieren als mit dem Shuttle - also ist dieser Deal eigendlich zum Vorteil der NASA.

Zitat
Dieses etwas einseitige Finanzierungsmodell sorgt in den USA schon länger für Unmut
Ich kenne die exakten Zahlen nicht. Aber ich bezweifle das sich die NASA hat übers Ohr hauen lassen und mehr bezahlt als sie an Leistungen bekommt. Wenn dann wäre sie ziemlich dumm - und das glaube ich nicht.

Ich zweifle nicht daran das die internationale Kooperation das Projekt "Station im LEO" für alle Beteiligten günstiger realisiert hat, als wenn jeder einzeln eine nationale Station aufgebaut hätte.

Allen Partnern insbesondere ESA, Jaxa und CSA aber auch NASA und Roskosmos wäre der Aufbau einer nationalen Raumstation vergleichbarer Kapazität sehr schwer gefallen oder gar nicht möglich gewesen. Darum ist der Unmut meiner Meinung nach unberechtigt.

Man muss auch mal schauen aus welcher Richtung der Unmut kommt von dem du redest: Nämlich von Leuten die prinzipell gegen eine internationale Zusammenarbeit - insbesondere mit dem Erzfeind Russland sind.

Da geht es eher um Nationalismus und Zugang zu den Futtertrögen als um die Optimierung der Forschungsleistung. Darum wird die Situation einseitig dargestellt und Tatsachen verdreht um bei der halb informierten Öffendlichkeit Opposition gegen eine Zusammenarbeit zu fördern.

Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 11. Juli 2009, 22:20:48
Wie dem auch sei, bei der NASA herrscht nun mal die Meinung vor, dass man für dein Geld eben zu wenig Gegenleistung aus dem ISS Programm erhält. Aus den genannten Gründen meiner Meinung nach nicht ganz zu unrecht.
Aus diesem Grund wird die USA auch aus dem ISS Programm aussteigen, was meiner Meinung nach das Ende der ISS bedeuten wird.

Einem will ich aber ausdrücklich widersprechen: Es herrscht, soweit es die NASA betrifft, ganz sicher keine antirussische Stimmung und schon gar kein Gedanke an so etwas wie einen Erzfeind.
Sorry, aber das ist billiger Populismus. Solltest du lieber lassen, wenn du schon den Gedanken der internationalen Zusammenarbeit (löblicherweise) vertrittst.

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 11. Juli 2009, 23:00:00
Wie dem auch sei, bei der NASA herrscht nun mal die Meinung vor, dass man für dein Geld eben zu wenig Gegenleistung aus dem ISS Programm erhält.

So, ohne die Schuld daran auf die internationale Kooperation zu schieben, stimme ich dem sogar zu!  :'(

Viele bemannte NASA Programme sind für das was sie leisten viel zu teuer. Auch bei den (nicht allen aber den meisten) nationalen bemannten Raumfahrtprogrammen der NASA bekommt man für sein Geld zu wenig Gegenleistung. Das liegt also nicht an Roskomos oder an der internationalen Kooperation im allgemeinen - sondern an der NASA - und da im speziellen in der Art wie die NASA mit der Wirtschaft zusammenarbeitet. Aber das wollt ihr ja nicht hören.

Zitat
Einem will ich aber ausdrücklich widersprechen: Es herrscht, soweit es die NASA betrifft, ganz sicher keine antirussische Stimmung und schon gar kein Gedanke an so etwas wie einen Erzfeind. Sorry, aber das ist billiger Populismus.

Populismus wäre es doch nur wenn es populär wäre - ist es aber nicht :D

Ich meinte damit auch garnicht die NASA - der kann man das wirklich nicht unterstellen - sondern die Politiker die bestimmen was die NASA machen soll. Es ist ja nicht so, das die NASA entscheiden könnte die ISS aufzugeben - nein das ist eine politische Entscheidung.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Raumfrachter am 12. Juli 2009, 01:39:47
Wie dem auch sei, bei der NASA herrscht nun mal die Meinung vor, dass man für dein Geld eben zu wenig Gegenleistung aus dem ISS Programm erhält.

Im Gegenzug lässt sich Russland seine Startdienste nach dem Ende der Shuttle Ära noch fürstlich bezahlen, während die NASA weiterhin auch noch zusätzlich den größten Teil der Betriebskosten übernimmt.


Was erwartet NASA das sie mit ISS zur Mars fliegt? Mit ISS hat jeder Partner was dazu gelernt und Erfahrung gesammelt teuer wäre wenn NASA das alleine gebaut hätte und wieder nach 1/2 Jahr die Station verlassen wie schon ein mal der Fall war also so teuer ist das nicht für NASA und sie können machen was sie wollen auf ISS.

Die NASA dachte bestimmt sie könnte auch wie die Touristen mit fliegen für 10-20milli da hat Roskosmos ihnen strich durch die Rechnung gemacht und mit 50milli das ist immer noch günstig für die NASA in Russland werden die Löhne höcher, günstig sind die Zeiten auch vorbei.

Meiner Meinung NASA bleibt bis zum ENDE an ISS weil wo kann man mehr Erfahrung sammeln und dazu noch ausspionieren was die anderen machen (Forschung, Hightech Geräte) auf legaler weise.

Auch Roskosmos wird sich irgendwann Revanchieren an NASA ich glaube den Russen schmeckt gar nicht das NASA Projekt finanziert hat.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 12. Juli 2009, 08:07:46
Kann mir auch nicht vorstellen, das die NASA vor den anderen Partnern abspringt. würde einfach keinen Sinn machen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: GG am 12. Juli 2009, 13:34:48
Die Entscheidung wird in der Politik gefällt.

Die NASA hat unbestreitbar viel dazu gelernt und auch der Öffentlichkeit demonstriert, was heute möglich ist. Das dies alles einen hohen Preis hat, liegt in der Natur der Sache und in der NASA-üblichen Auftragsvergabe begründet. Noch immer sind viele Komponenten Spezialentwicklungen, was wir ja auch gerade in der Diskussion über Rechentechnik im Forum gesehen haben.

http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=5902.0

Schön wäre es natürlich, wenn die US-Industrie und auch internationale Unternehmen jetzt einen Run auf die Forschungsmöglichkeiten im Orbit initiieren würden. Da passiert aber meines Wissens wenig bis überhaupt nichts. Auch nach der Vervielfachung der Forschungsmöglichkeiten durch die Sechsmanncrew kann ich (bisher) keine Fortschritte erkennen.

Müsste hier die NASA die Werbetrommel rühren? Tut sich wirklich nichts oder liegt es nur an der Finanz- und Wirtschaftskrise?

GG
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 12. Juli 2009, 13:39:15
Private Forschung im All ... das waren die Ideen der 80er mit dem Shuttle. Das hat leider alles nicht funktioniert, v.a. da zu teuer und zu unzuverlässig war.

Grundlagenforschung bleibt bis auf weiteres Aufgabe der Staaten.  Kostenoptimale und anwendungsbezogene Forschung der Industrie wird einfacher am Boden durchgeführt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 12. Juli 2009, 14:40:18
Grundlagenforschung bleibt bis auf weiteres Aufgabe der Staaten.
Richtig, das bedeutet aber nicht das es keinen Markt für Grundlagenforschung gebe könnte.

Nur wenige Weltraumnationen sind in der Lage Grundlagenforschung im All anzubieten. Insbesondere für die Schwellenländer die einerseits keine o. sehr begrenzte Möglichkeiten ein nationales Weltraumprogramm durchzuführen, andererseits aber an der Entwicklung von Hochtechnologie interessiert sind wäre es sehr interessant solche Möglichkeiten einzukaufen.

Das müsste man viel stärker nutzen und da könnten die Weltraumagenturen viel Geld verdienen welches sie reinvestieren könnten. Dem steht allerdings erneut die Politik im Wege die es ungerne sieht das Schwellenländer Hochtechnologie entwickeln.

Wer Weltraumforschung verkaufen will - muss meiner Meinung nach sein Marketing nicht primär auf private Unternehmen richten sondern auf Schwellenländer.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 16. Juli 2009, 07:46:58
Bolden und Carver wurden als Administrator und Stellvertreter durch den Senat bestätigt.
http://www.spaceflightnow.com/news/n0907/15bolden/ (http://www.spaceflightnow.com/news/n0907/15bolden/)

Ein paar schöne Aussagen von Bolden:
Zitat
"Today, we have to choose. Either we can invest in building on our hard-earned world technological leadership or we can abandon this commitment, ceding it to other nations who are working diligently to push the frontiers of space,"
...
"If we choose to lead, we must build on our investment in the International Space Station, accelerate development of our next generation launch systems to enable expansion of human exploration, enhance NASA's capability to study Earth's environment, lead space science to new achievements, continue cutting-edge aeronautics research, support the innovation of American entrepreneurs, and inspire a rising generation of boys and girls to seek careers in science, technology, engineering and math,"
Deutsch:
"Heute müssen wir wählen. Entweder investieren wir (weiter) in unsere hart verdiente technologische Führerschaft, oder wir geben diese Verpflichtung auf und treten sie an Nationen ab, die fleißig daran arbeiten die Grenzen ins Alls auszudehnen."
...
"Wenn wird die Führung wählen, müssen wir unsere Investition in die ISS ausweiten, die Entwicklung des nächsten Trägersystems für die Erkundung beschleunigen, die Erdbeobachtung ausweiten, in der Wissenschaft neue Erkenntnisse erzielen, führende Forschung in Luft- und Raumfahrt betreiben, private/kommerzielle Entwicklungen fördern und unsere Jungs und Mädchen inspirieren in diesen Bereichen zu arbeiten."



Tja, starke Worte, mit denen man Emotionen bei den Entscheidern und im Volk provoziert ... aber was ist es denn nun konkret? ISS? Unbemannte Raumfahrt? Erdanwendung? Mond und Mars? Worauf sollen die USA sich festlegen?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 16. Juli 2009, 08:32:57
Tja, starke Worte, mit denen man Emotionen bei den Entscheidern und im Volk provoziert ... aber was ist es denn nun konkret? ISS? Unbemannte Raumfahrt? Erdanwendung? Mond und Mars? Worauf sollen die USA sich festlegen?

Das wissen wir im September, wenn die Augustine Kommission ihren Bericht vorliegt. So eine unabhängige Kommission wäre vielleicht auch für Europa nicht das schlechteste.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Hiegus am 16. Juli 2009, 12:40:46
Bolden ist es also

http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,626082,00.html (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,626082,00.html)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 16. Juli 2009, 14:07:29
Bolden ist es also

http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,626082,00.html (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,626082,00.html)

Ich bin mir nicht wirklich sicher, ob das eine so gute Wahl ist. Bolden als Ex-Astronaut dürfte die bemannte Raumfahrt klar bevorzugen, was im Gegenzu wieder einmal Einschnitte bei unbemannten Projekten und der Grundlagenforschung bedeuten dürfte. Um so mehr, da das Loch in der aktuellen Finanzierung der bemannten Projekte immer größer wird.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 16. Juli 2009, 21:17:35
Morgen von 16:00-16:30 MESZ gibt es eine Telekonferenz von Norman Augustine, wo über die Fortschritte des U.S. Human Space Flight Plans Committee berichtet wird.

Das ganze kann man morgen live hier verfolgen:
http://www.nasa.gov/news/media/newsaudio/index.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 17. Juli 2009, 20:41:39
Habe gerade mal in eine Aufzeichnung reingehört. Einige Sachen, an die ich mich gerade erinnere:
-Das Kommittee soll keine Empfehlungen geben, nur Optionen aufzeigen, die mit dem Budget machbar sind
-Es gibt 5 Subkommittees
-Aerospace Cooporation involviert als zweite Meinung
-aktuelles Budget berücksichtigen
-die NASA hat auch "alternative" Vorschläge eingereicht
-Internationale Zusammenarbeit auch ein Thema
-viele Trägersysteme (Ares, DIRECT, Shuttle-C, COTS etc..) und Ziele (Mond, Mars, NEO, LEO) werden untersucht.

Die Audiodatei kann man sich her anhören:
http://www.flightglobal.com/blogs/hyperbola/2009/07/audio-augustine-gives-review-u.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 19. Juli 2009, 13:10:55
Auf dieser Seite  (http://www.nasa.gov/offices/hsf/members/subgroups.html)gibt es dieses Dokument (http://www.nasa.gov/pdf/368722main_Beyond_LEO_07_12_09.pdf). Darin wird über die Fortschritte der "Exploration Beyond LEO" Gruppe der Augustine Kommission berichtet.

Man untersucht folgende Fragen:
Zitat
(1) What are the appropriate destinations and sequences of exploration for human exploration beyond LEO;
(2) What should be the mode of surface exploration (if
any);
(3) What is the strategy within the human space flight program for coordinating human and robotic exploration;
(4) What are the assumed launch vehicle(s) to LEO (in
terms of mass to orbit and shroud diameter);
(5) What are the options for in-space
fuel/oxidizer storage and transfer;
(6) What is the role that space technology research and
development will play;
(7) What is our strategy for engaging international partners in the
development of the program; and
(8 ) What is our strategy for engaging commercial
entities?

Übersetzung:
(1) Was sind die geeigneten Ziele und Sequenzen von bemannter Exploration jenseits des LEO
(2) Wie soll die Oberflächenexploration erfolgen?
(3) Wie sieht die Strategie bei der Koordinierung von bemannter und unbemannter Exploration aus.
(4) Was sind die voraussichtlichen Trägerdsysteme für den LEO?
(5) Welche Möglichkeiten bieten Treibstoffdepots im Orbit?
(6) Welche Rolle spielt die Forschung und Entwicklung an neuen Weltraumtechnologien?
(7) Wie sieht die Strategie für das Einbeziehen internationaler Partner aus?
(8 ) Wie ist die Strategie für das Einbeziehen kommerzieller Dienste?

Die ersten drei Fragen sollen zusammen in verschiedenen Szenarien untersucht werden, der Rest durch individuelle Studien.

Die zu untersuchenden Szenarien sind:
Zitat
Lunar Base, Lunar Global, Moon to Mars, Mars First and Flexible Path.
Lunar Base ist eine Mondbasis. Lunar Global ist eine Reihe von Mondlandungen an verschiedenen Stellen. Bei Moon to Mars ist der Mars die Hauptpriorität, jedoch soll dort wo es sinnvoll ist, der Mond als erster Schritt dienen. Mars First ist klar und Flexible Path ist ein Szenario wo man zu verschiedenen Himmelskörpern hinfliegt, aber nur auf solchen mit einem geringen Gravitationspotential landet (NEO, Marsmonde etc..).

Meiner Meinung ist das ganze sehr interessant und ich bin sehr gespannt, was bei den Ergebnissen der Augustine Kommission rauskommt. ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 20. Juli 2009, 13:43:10
Eigentlich wäre es doch typisch amerikanisch heute oder morgen zum Jahrestag der Mondlandung eine Entscheidung zu treffen oder eine Vision zu formulieren. Aber andererseits: warum soll man sich von so einem Termin hetzen lassen? Immerhin arbeitet ja das Human Spaceflight Committee und untersucht die Zukunft.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 22. Juli 2009, 10:11:21
Zitat
Eigentlich wäre es doch typisch amerikanisch heute oder morgen zum Jahrestag der Mondlandung eine Entscheidung zu treffen oder eine Vision zu formulieren.

Habe ich mir auch gedacht, aber Prsd. Obama ist wohl nicht der Typ dafür... leider

Mars First, Lunar Base, Moon to Mars
Das würde ich preferiren...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: -eumel- am 22. Juli 2009, 10:28:47
aber Prsd. Obama ist wohl nicht der Typ dafür... leider

Wieso "leider"?
Er will ausgiebig Fakten und Optionen prüfen, bevor er eine Entscheidung trifft.
Was kann daran falsch sein?
Wenn er damit fertig ist, erwarte ich eine leidenschaftlich vorgetragene Entscheidung, die gut für Wirtschaft, Technologie, Forschung und Politik ist - und von einem Großteil der Bevölkerung mitgetragen wird.
 
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 22. Juli 2009, 12:55:00
Bei spaceflightnow stehen ein paar Worte von Bolden:

Quelle: http://www.spaceflightnow.com/news/n0907/21nasa/ (http://www.spaceflightnow.com/news/n0907/21nasa/)


So ganz verstehe ich nicht, bis zu welchem Detailgrad (Ziele? Trägersysteme? Raumschiff?) er von Constellation überzeugt ist, aber gleichzeitig die Ergebnisse des HSF-Komitees offen lässt und abwartet. Wenn HSF andere Ziele und Konzepte empfiehlt, müsste/sollte die NASA von Constellation abrücken.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MX87 am 22. Juli 2009, 19:05:52
Mich überrascht dass es unter Obama noch nicht zu hohen Einschnitten bei der NASA gekommen ist. Keine Frage ich bin für Obama, allerdings ist es weithin bekannt dass er mehr Pragmatiker ist. Deshalb hätte ich angesichts der Finanzkrise und der momentanen sozialen Situation in den USA erwartet, dass wohl die NASA eine der Institutionen ist, die den Gürtel enger schnallen muss, um die Reformen des Landes zu finanzieren.

Titel: Re: NASA
Beitrag von: Nitro am 22. Juli 2009, 19:17:47
Mich überrascht dass es unter Obama noch nicht zu hohen Einschnitten bei der NASA gekommen ist. Keine Frage ich bin für Obama, allerdings ist es weithin bekannt dass er mehr Pragmatiker ist. Deshalb hätte ich angesichts der Finanzkrise und der momentanen sozialen Situation in den USA erwartet, dass wohl die NASA eine der Institutionen ist, die den Gürtel enger schnallen muss, um die Reformen des Landes zu finanzieren.

Wir hoffen natuerlich alle, dass es nicht dazu kommen wird. Aber das NASA Budget wird ja alljaehrlich beschlossen und vom Senat verabschiedet und soweit ich weiss hatten wir diesen Prozess fuer das FY2010 noch nicht seit Obama im Amt ist und am Budget von FY2009 kann er nichts mehr aendern.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 23. Juli 2009, 19:03:09
Bei allen für und wieder solltet Ihr aber auch bedenken, daß die Menge des zur Verfügung stehenden Geldes begrenzt ist. Und wenn ich eine Euro ausgegeben habe ist er weg !

Welche Möglichkeiten hat Obama denn ? Zum einen kann er Gießkannenförderung aus dem Steuersäckel betreiben. Das das nicht wirklich effektiv ist, wird wohl (fast) jeder verstehen. Die zweite Möglichkeit ist es irgendwie die Industrie zum sponsering heranzuziehen. Dabei wird dann wohl auch viel Datenmüll erzeugt. Wer braucht zum Beispiel "Pfluffi" Werbung aus dem All. 

Die dritte Möglichkeit wäre ein enthysiastisches Raumfahrtprogramm, wie das Mondprogramm Kennedys, daß nicht nur unmengen Geld verbrauchte, sondern auch viele völlige und coole Neuentwicklungen brachte (z.B. verspiegelte Sonnenbrille  8) ). 

Aber ist heute die Zeit für so etwas reif ? Lassen sich die Leute wieder so begeistern, daß sie bei einer Landung zB. auf Mars extatisch jubeln ?

Jetzt wir Obama erst mal eine Krankenkasse für alle US-Amerikaner einführen. Wir werden sehen, was nächstes Jahr für die Nasa übrig bleibt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: paygar am 24. Juli 2009, 11:39:16
Er könnte bei seinem Rüstungsbudget was er um 50 Mrd. auf knapp 500 Mrd erhöht hat etwas kürzen, und mann kann jeden Dollar 2mal ausgeben, wenn man es richtig macht. Dazu hat das Finanzsystem genug Schlupflöcher und Möglichkeiten. Siehe die aktuelle Situation.

Die Leute jubeln ja heute gerne bei staatlichen Finanzpaketen, wozu also ein Marsprogramm *hust* :P

http://www.heise.de/tp/blogs/8/142405 (http://www.heise.de/tp/blogs/8/142405)

Sorry für Offtopic
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 25. Juli 2009, 11:33:44
Zitat
Er könnte bei seinem Rüstungsbudget was er um 50 Mrd. auf knapp 500 Mrd erhöht hat etwas kürzen, und mann kann jeden Dollar 2mal ausgeben, wenn man es richtig macht. Dazu hat das Finanzsystem genug Schlupflöcher und Möglichkeiten. Siehe die aktuelle Situation.

Das erkläre bitte mal. Wie kann man Geld 2 mal ausgeben ?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 26. Juli 2009, 11:55:33
Er will wohl damit ausdrücken, dass sehr viel Geld verschwindet, Überbezahlung, Vetternwirtschaft - leider gibt es das alles, ...

Besonders bei staatlichen Aufträgen oder bei denen großer Firmen. Da wird nicht auf die kleineren Summen geschaut (und das ganze ist die Summe seiner kleinen Teile), das kann auch zweimal so viel kosten, (zahlt eh der Steuerzahler).

Private müssen halt hart kämpfen, die haben Konkurenz.

Zitat
Wenn er damit fertig ist, erwarte ich eine leidenschaftlich vorgetragene Entscheidung, die gut für Wirtschaft, Technologie, Forschung und Politik ist - und von einem Großteil der Bevölkerung mitgetragen wird.

Genau das erwarte ich nicht von ihm. Er zeigt keine Emotionen für die Raumfahrt.
Und wenn das große Vorbild keinen Enthusiasmus zeigt, wieso soll es dann der kleine Bürger??

Zitat
Rüstungsbudget was er um 50 Mrd. auf knapp 500 Mrd erhöht hat
Wirklich?
450Mrd.Dollar?
Damit kann er 1 mal mit einem Battlestar Galactica-Schiff zum Mars, oder 10 mal mit Mars direct... (wenn nicht sogar öfter, einmal las ich 40 Mrd + 2-3 Mrd pro durchgeführten Flug -> 205 mal zum Mars!)

Oder 18 mal Apollo von vorne starten (!) (hintereinander wäre es wohl viel öfter, da die Hardware wohl nur einmal entwicklt werden muss, und auch Testmissionen wie unbemannte Mondumrunung ncht jedesmal durchgeführt werden müssten)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Scoop am 26. Juli 2009, 12:46:14
Find ich auch Brutal so viel Geld für Militär .
Da sieht mann woran man an USA ist .
Sollen sie das geld lieber in NASA oder in die Krankenkasse stecken  oder so was in der art .
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 28. Juli 2009, 09:44:53
Die Nasa ist keine rein zivile Behörde. Da laufen auch Militärprojekte.

Woran man mit USA ist , sieht man an der Geschichte mit Swift. Wozu soll die USA (CIA) wissen, wer wann wo was gekauft hat. So etwas ist staatliche Infilration und unsere Politiker stecke ich in die gleiche Kiste.

Bei unseren Politikern heißt Datenschutz, die Daten vor dem Bürger zu schützen. Irgendwie haben die da etwas falsch verstanden.

Das einzige positive militärische Projekt das mir einfällt ist GPS. Man hat das militärisch durchgeboxt. Im zivilen Bereich wäre das sicher nicht finanzierbar gewesen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 28. Juli 2009, 10:20:19
Was ist das für eine Unterstellung? Die NASA ist nicht das Militär. Das Militär hat seine eigene Forschungsbehörde (DARPA) und v.a. seine eigenen Aufklärungsbehörden und Geheimdienste.

Welche "Geschichte mit Swift" wirfst du hier ins Rennen?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 28. Juli 2009, 10:35:23
SWIFT will sein Rechenzentrum aus den USA in die Schweiz verlegen. Damit kann dann der CIA nicht mehr die Bankdaten von Auslandsüberweisungen mitlesen.

Deshalb hat er (CIA) schon nach Auskünften bei unseren Politikern angefragt.

Was hat das mit Raumfahrt zu tuen ? - Überhaupt nichts.

Ein Teil der Besatzungen der Flüge zur ISS sind auch Militärangehörige. Das muß ja nichts schlechtes sein.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 28. Juli 2009, 11:05:55
Schöne Verwechslung, denn es gibt auch einen Astronomiesatelliten Swift.

Lass uns hier bei der Raumfahrt bleiben ... und keine platten und einseitigen Beschuldigungen an die "ach so Bösen" austeilen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 28. Juli 2009, 21:37:00
Ein Teil der Besatzungen der Flüge zur ISS sind auch Militärangehörige. Das muß ja nichts schlechtes sein.

Dazu muss man aber wissen:  Die Astronauten der NASA die vom Militär kommen, sind vom Militär an die NASA ausgeliehen, d.h. es sind wohl angehörige des Militärs, das Militär hat aber keine “Verfüngsgewalt” über die Astronauten. NASA Astronauten sind nicht mehr in die Kommandostruktur des Militärs eingebunden, das Militär ist den NASA Astronauten gegenüber nicht mehr Weisungsbefungt und kann Astronauten auch nicht mehr von der NASA zurückholen.
Sie sind, wie alle anderen Astronauten, ausschliesslich der NASA verpflichtet.

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Han_Solo am 29. Juli 2009, 16:05:17
Obama-Berater empfehlen höheres Nasa-Budget

Um wie geplant noch siebenmal mit einem Space Shuttle zur Raumstation ISS fliegen zu können, benötigt die Nasa 1,5 Milliarden Dollar zusätzlich. Eine von US-Präsident Obama einberufene Kommission empfiehlt nicht nur ein höheres Budget, sondern sogar noch einen zusätzlichen Shuttle-Start.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,639008,00.html

Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 30. Juli 2009, 17:57:40
Soeben habe ich drei Stunden lang auf dem Media Channel des NASA TVs die heutige Sitzung der Augustine Kommission verfolgt. Die Arbeitsgruppe "Beyond LEO" hat heute Bericht erstattet. Und was ich da gehört habe, macht meiner Meinung nach Sinn, eine Menge Sinn sogar.

Es wurden die fünf Szenarios, welche ich ein paar Posts früher genannt habe, weiter besprochen. Zu den ersten 4 Szenarios wurde nicht soviel neues gesagt. Bei dem dritten Szenario "Moon to Mars" ist geplant die komplette Marshardware am Mond zu testen. Man baut also den Marskoloss im LEO zusammen und schickt ihn dann zum Mond, wo man dann zwei Jahre bleibt um anschließend zurückzufliegen.
Das bei weitem interessanteste Alternativszenario war meiner Meinung nach aber eindeutig Flexible Path. Unter diesem Szenario würde man diverse Flüge in den tiefen Raum unternehmen und sich immer weiter steigern. Also erstmal ein Apollo 8 Flug zum Mond, dann vielleicht zum L2, dann zu einem NEO, dann vielleicht zum Mars, zur Venus, Landung auf einem Marsmond etc.. Eine Landung auf einem dieser Himmelskörper ist nicht ausgeschlossen, wird aber nicht vorangig verfolgt. Darüber hinaus könnten robotische Missionen wie die Mars Sample Return Mission mit bemannten Missionen koordiniert werden. So könnte die MarsSampleReturnMission im Marsorbit mit einem bemannten Raumschiff docken. Nachtrag: Auch die Kommitteemitglieder waren von diesem Konzept angetan, es fallen Worte wie "attractive", "logical".

Weiterhin ist man der Meinung, dass es für eine Exploration des Weltalls nicht notwendigerweise Schwerlastraketen braucht. Dabei denkt man nicht an eine komplizierte Konstruktion im LEO wie die ISS mit vielen Elementen, sondern vielmehr wäre es ebenso denkbar Treibstoffdepots einzurichten, welche von kommerziellen Startanbietern mit Treibstoff versorgt werden. Welchen Vorteil hat das? Man könnte zum Beispiel die EDS leer auf einer existierenden Trägerrakete starten und im Orbit dann mit Treibstoff befüllen. Die Technologie für docking und Treibstofftransfer wird bereits auf der ISS erfolgreich praktiziert. Dadurch schlägt man mehrere Fliegen mit einer Klatsche. Die Entwicklung von Ares V entfällt und außerdem stimuliert man die kommerziellen Startanbieter durch die Schaffung eines Marktes.

Weiterhin ist man zu der Erkenntnis gekommen, dass der Roboter - abgesehen von geologischen Untersuchungen auf der Oberfläche- besser zur Erforschung des Weltalls geeignet ist, als der Mensch. Auch Observatorien auf der Mondoberfläche seien heute veraltet, diese lassen sich besser an den Lagrangepunkten positionieren. Es gibt noch eine Arbeistgruppe die untersucht, ob man Teleskope lieber robotisch oder bemannt reparieren sollte. Deren Ergebnisse liegen aber noch nicht vor. Warum dann aber überhaupt bemannte Raumfahrt, was ist die Vision, das Ziel, welches man anstreben sollte?

Das Ziel der NASA soll es sein die menschliche Zivilisation in das Weltall auszudehnen. Das ist sicherlich eine Vision die in Amerika mehr Leute überzeugen dürfte als in Europa.

Die heutige Sitzung des Kommittees ist noch nicht zuende, momentan gibt es erstmal die langweiligen Politiker Statements. ;) Aber es soll wohl noch weiter gehen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 30. Juli 2009, 18:11:50
Ich sage mal: sagen wir doch! ;).

Meine Gedanken dazu:
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Kreuzberga am 30. Juli 2009, 18:35:03
Habe die Sendung leider nicht gesehen, aber was genau sollen bemannte Fly-bys denn bringen? Das erschließt sich mir überhaupt nicht.

Wenn bemannte Raumfahrt, kann das Ziel nur sein, auf anderen Himmelskörpern zu landen, eine Basis aufzubauen und den Planet oder Mond gründlich und langfristig zu untersuchen.

Nur wegen eines "Historic Firsts" eines Mars- oder Venus-Flybys, lässt sich die Anwesenheit von Menschen nicht rechtfertigen. Wissenschaftlich bringt sowas doch überhaupt nix.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 30. Juli 2009, 18:55:59
Darüber hinaus könnten robotische Missionen wie die Mars Sample Return Mission mit bemannten Missionen koordiniert werden. So könnte die MarsSampleReturnMission im Marsorbit mit einem bemannten Raumschiff docken.
Vieles von dem was du berichtest finde ich logisch, aber das hier verstehe ich nicht. Warum braucht man ein bemanntes Raumschiff um ein Marssample abzuholen?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 30. Juli 2009, 19:06:05
Das (diese Art des Sample Return) erinnert etwas an die (versteckte) NASA-Philosophie, dass die Astronauten eine "tragende Rolle" spielen müssen: das Shuttle musste manuell gelandet werden (die Sowjets konnten das ohne Piloten), Apollo musste manuell landen (Surveyor und Luna hatten das schon ohne Menschen geschafft), eine Raumstation muss mit aufwändigen EVAs zusammenbastelt werden (auch das können die Russen anders) ...
Dann muss auch Sample Return bemannt gemacht werden, wenn der Mensch schon hinfliegt ... und der Astronaut darf sich nicht als bloßer Briefträger fühlen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 30. Juli 2009, 19:16:45
Damit schadet die NASA meiner meinung die bemannte Raumfahrt - den genau das sind die punkte auf die Kritiker warten - das sind die punkte bei denen sich der man von der straße sagt: "ist das nicht unnötig?"

Besser man findet etwas, wozu menschen wirklich taugen...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 30. Juli 2009, 20:36:55
Ob man zu Zeiten eines Fernando Magellan, eines Christoph Kolumbus, eines James Cook oder eines  Otto Lilienthal wenn man die technischen Möglichkeiten dazu gehabt hätte, auch lieber Roboter geschickt hätte?

Man sollte das auch mal philosophisch betrachten, nicht nur technisch, naturwissenschaftlich oder ökonomisch.

Dem Menschen ist bestimmt, dort hin zu gehen, wo er hin gehen kann, ob das ferne Länder, hohe Berge, das Meer, die Luft oder das Weltall ist. Und es wird zum Glück immer Menschen geben, die das tun, oder zumindest danach streben.
Das liegt in der menschlichen Natur.

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 30. Juli 2009, 21:09:42
Zitat
Ob man zu Zeiten eines Fernando Magellan, eines Christoph Kolumbus, eines James Cook oder eines  Otto Lilienthal wenn man die technischen Möglichkeiten dazu gehabt hätte, auch lieber Roboter geschickt hätte?

Definitiv nein. Entdeckungen in den letzten Jahrhunderten hatte auch eine andere Qualität. Charles Darvin sind auf seiner Reise mit der Beagle auch erst allmählich die Gedanken gekommen, die ihn später zu seinem Buch über die Entstehung der Arten inspiriert haben.

Das waren allesamt Pioniere auf ihrem Gebiet. Ihre Gedanken und Erkenntnisse entstanden erst im einem langen Prozess.

Heute suchen wir viel gezielter. Es ist allemal besser 3 Roboter zu verlieren als einen Astronauten. Deshalb sollten wir die Robotik als Hilfsmittel verstehen, bevor wir selbst einen Schritt unternehmen.

Zitat
Dem Menschen ist bestimmt, dort hin zu gehen, wo er hin gehen kann, ob das ferne Länder, hohe Berge, das Meer, die Luft oder das Weltall ist. Und es wird zum Glück immer Menschen geben, die das tun, oder zumindest danach streben.
Das liegt in der menschlichen Natur.

Genau, aber lassen wir den Robos den Vortritt. Die sind in einer so lebensfeindlichen Umgebung besser zu ersetzen. (Weltraum)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 30. Juli 2009, 21:33:26
Weiterhin ist man der Meinung, dass es für eine Exploration des Weltalls nicht notwendigerweise Schwerlastraketen braucht.

Wird das dann der Anfang vom Ende der ARES V? Oder gibt es auch Gegenstimmen?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 30. Juli 2009, 21:45:53
Hallo Daniel,

das waren nur die Empfehlungen der Arbeitsgruppe "Beyond LEO" an die Kommission an sich. Außerdem hat man sich nur für Treibstoffdepots ausgesprochen. Man hat drei Trägerraketenkategorien betrachtet (25 mT, 75mT und 120mT Nutzlast oder so). Welche man davon empfiehlt, da hat man sich noch nicht festgelegt.

Die zweite Häfte nach der Mittagspause hab ich nicht mehr geschaut, kann also zu dem Rest nichts mehr sagen.

Aber es gibt ja noch mehr Treffen. Beim nächsten Treffen soll die Gruppe anscheinend noch einige Sachen präsentieren. Außerdem arbeiten den Abschlussbericht ja das Kommittee insgesamt aus und nicht nur die "Beyond LEO" Gruppe und es sollen ja mehrere Optionen präsentiert werden und ich denke Ares V wird in mindestens einer Option auftauchen. Norman Augustine hat heute gesagt, dass es noch 33 Tage bis zum Abschlussbericht sind. Viel Arbeit in wenig Zeit. ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 30. Juli 2009, 21:59:27
Gibt es irgendwo eine Aufzeichnug der Meetings? AUf der NASA Seite findet sich nur die Aufzeichnung des ersten Meetings im Juni.

Am 5.8. geht es weiter mit diesen Themen:
Zitat
The meeting will be open to the public up
to the seating capacity of the room. It is imperative that the meeting be held on this date to accommodate the scheduling priorities of the key participants. The agenda topics for the
meeting include:
• Vision for Space Exploration Background.
• Mars Society Views on U.S. Human Space Flight Program.
• Science-related Briefings.
• Arianespace Briefing.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 30. Juli 2009, 22:01:59
Ich frage mich warum Arianespace da ein Briefing gibt? Und was wollen die denn da erzählen?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 30. Juli 2009, 22:05:22
tjo, frage ich mich auch. Quelle ist: http://www.nasa.gov/pdf/372277main_HSF_FRN-August_5_Meeting.pdf
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Speedator am 30. Juli 2009, 22:31:51
Ob man zu Zeiten eines Fernando Magellan, eines Christoph Kolumbus, eines James Cook oder eines  Otto Lilienthal wenn man die technischen Möglichkeiten dazu gehabt hätte, auch lieber Roboter geschickt hätte?

Man sollte das auch mal philosophisch betrachten, nicht nur technisch, naturwissenschaftlich oder ökonomisch.
Das hinkt dann doch gewaltig. Zu der Zeit war an Robotik oder ähnliches noch nicht zu denken.

Und was noch weitaus wichtiger scheint, ist der Fakt, dass es im Vergleich damals zwar auch eine riesige Anstrengung war, diese Expeditionen zu tätigen. Aber es hat nicht explizit tausende Personen gebraucht um eine Hand voll Personen z.B. nach Amerika zu buchsieren und irgendwie mit ein paar Aufzeichnungen und einer Hand voll Erde zurück(überspitzt) zurückzukommen. Und das hat nicht nur damit zu tun, dass man es damals mit der Sicherheit der Crew nicht ganz so genau nahm wie vielleicht heute...

Genausowenig stand da nur der Forschungsdrang im Vordergrund. Die Expeditionssponsoren hatte da in der Regel auch kurzfristig sehr zentral Bereicherung als Leitmotiv. Es gab auch reine Forschungsexpeditionen, die nicht direkt der Bereicherung dienen, aber da würde ich mich auch Meagan in der Argumentation anschließen.

Allein philosophisch betrachtet würde ich es auch noch nicht als gesichert sehen, dass z.B. eine Mondbesiedelung wirklich zu forderst anzustreben ist. Aber das ist sowieso rein subjektiv, wodurch so eine philosophische Argumentation in der Raumfahrt immer ein wenig was Beliebiges hat.

Der Punkt der tragenden Rolle den Daniel angesprochen hat, finde ich auch besonders wichtig. Warum den Zweck der bemannten Raumfahrt auf solche Showeffekte reduzieren. Dadurch macht es sich wirklich besonders angreifbar. Da sollte doch mehr sinnvollere Tätigkeiten gefunden werden.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 30. Juli 2009, 23:12:27
Abenteuerlust ist für die an der "Mission" beteiligten Menschen - ganz bestimmt ein starker Motivator - für den Navigator, die Seeleute, den Schiffsbauer ebenso wie für die Astronauten, Ingenieure und Techniker heute. Die Motivation der Gesellschaft (gleich ob Königreich oder Demokratie) die diese Missionen ermöglicht hat ist dagegen eine andere. Für die Gesellschaft sind Politik, Wirtschaft und in der Moderne auch Wissenschaft die überwiegenden Motivatoren. Darum reicht ein "Mensch ist dagewesen" Meiner Meinung als _alleiniger_ Grund nicht mehr aus.

Zitat
Da sollte doch mehr sinnvollere Tätigkeiten gefunden werden.
Genau! Es ist ja nicht so, das Speedator, Daniel und ich hier die bemannte Raumfahrt an sich in Frage stellen - wir stellen nur in Frage ob man Menchen für "Alibiaufgaben" einstetzt oder doch lieber Aufgaben sucht die den menschlichen Möglichkeiten gerechter wird. Hochqualifizierte Astronauten auf eine gefährliche Reise schicken um ein Packet im Marsorbit abzuholen ist wie Säue vor die Perlen zu werfen..hmm Moment da stimmt was nicht *grübel*
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 31. Juli 2009, 07:39:15
Leute, ihr seid einfach zu ungeduldig.
Die Entdeckung Amerikas ist doch ein guter Vergleich.
Heute nimmt man an, dass die erste europäische Expedition etwa 1000 nach Christus durch den Wikinger Leif Eriksson erfolgt ist. Er segelte damals vermutlich von Grönland nach Neufundland.
Bis zur nächsten Expedition von Christof Kolumbus dauerte es fast 500 Jahre!
Dann gab es eine weitere berühmte Expedition, das war die erste Überlandexpedition durch Lewis-und-Clark zur amerikanischen Westküste, zum Pazifik. Das war 1804, sage und schreibe über 300 Jahre nach Kolumbus!
Das heißt, es hat über 800 Jahre gedauert von der Entdeckung Amerikas, bis zur Erkundung des amerikanischen Westen – und dann hat man erst angefangen den Westen zu besiedeln!

Vergleicht das mal mit der Raumfahrt: Der Flug von Gagarin ist grade mal 48 Jahre her!
Wenn man diesen Vergleich ziehen will, dann sind wir mit der Raumfahrt noch weit in der "präkolumbisch"  Zeit.

Und kommt mir jetzt bloß nicht mit dem technischen Fortschritt. Die Entdeckung und Besiedlung Amerikas war mit den damaligen Mitteln sicher nicht weniger herausfordernd als ein Flug in den Weltraum.
Man hat das damals als eben auch als riesige Herausforderung betrachtet, ohne nur immer zu fragen, wie sich das wirtschaftlich auszahlt, ob man sich das leisten soll/kann, ob es überhaupt sinnvoll ist oder ob man wieder heil nach Hause kommt.
Ich will diese Zeiten und Umstände nicht in die heutige Zeit übertragen, das geht auch gar nicht. Aber ein Stück dieses Pioniergeistes sollten wir in unseren übersatten Gesellschaften mit Vollkasko Mentalität doch bewahren.
Aber das ist alles ziemlich OT, sorry.

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 31. Juli 2009, 07:45:35
Hallo KSC,

aber das sagen wir doch alle: Pioniergeist.

Aber eben keine Alibiziele mit Pseudosinn, sondern ideeller Pioniergeist und das Wissen und Wollen um unseren Weg ins Sonnensystem.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Kreuzberga am 31. Juli 2009, 12:41:19
Ich will diese Zeiten und Umstände nicht in die heutige Zeit übertragen, das geht auch gar nicht.

Das denke ich auch. Was damals tatsächlich die Motive und der gesellschaftlich-kulturellen Rahmen der so genannten Entdeckungsfahrten war, vermögen wir doch heute kaum noch einzuschätzen.
Mal davon abgesehen, dass Amerika schon lange vor Kolumbus (oder Erikson) besiedelt war, und zwar von Alaska bis Feuerland, sollten wir davon absehen, immer wieder Kolumbus und andere Symbole für "ideellen Pioniergeist" zu zitieren, um unsere heutige Exploration zu rationalisieren. Die Übertragbarkeit ist einfach nicht gegeben.

Wir brauchen überzeugende Argumente, die unserer eigenen Zeit gerecht werden.


Aber eben keine Alibiziele mit Pseudosinn, sondern ideeller Pioniergeist

Reiner "Pioniergeist" ohne eine sinnvolle Aufgabe, führt doch zu nichts anderem als "Alibizielen mit Pseudosinn". Sehe daher deinen Punkt nicht. Hier würden dann in Umkehrung des sonst so oft anzutreffenden Heiligung der Mittel durch den Zweck, die Mittel den Zweck heiligen.

Auch sorry für OT.  ;)

Bemannte Mars-Expeditionen (mit Landung!) lassen sich meiner Meinung nach durchaus überzeugend mit wissenschaftlichen Fragestellungen rechtfertigen. Da wir nicht vorher wissen, was wir auf dem Mars entdecken, lässt sich auch kaum sagen, dass einem der wissenschaftliche Nutzen im Vergleich zu den ökonomischen Kosten zu gering erscheint.

Notwendige Technologien vorher auf dem Mond zu erproben und dabei Praxiserfahrung zu sammeln, macht dann auch Sinn. Hier ist die Rechtfertigung dann ganz klar die Marsmission.

Mich überzeugt daher die Moon-to-Mars Option am meisten.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 31. Juli 2009, 13:37:50
OK,  ich habe befürchtet, dass diese Argumente kommen werden.
Du darfst absolut voraussetzen, dass ich weiß, dass Amerika auch schon vor dem „Besuch“ der Europäer besiedelt war (das ist der Weltraum auch, trotzdem stört sich niemand daran, wenn von Kolonisation des Weltalls durch den Menschen die Rede ist).
Ich weiß auch, dass die europäischen Kolonialherren („Entdecker“) wie die apokalyptischen Reiter über das neue Land hergefallen sind, das ist alles sehr wohl war.
All diese Tatsachen haben aber überhaupt nichts mit dem eigentlichen Argument zu tun.
Das eigentliche Argument ist, dass man damals bereit dazu war, aus welchen Motiven auch immer, das will ich nicht beurteilen und das spielt in diesem Zusammenhang eben auch keine Rolle, das man jedenfalls bereit war, solche Dinge zu finanzieren, sein Leben zu riskieren um unbekanntes zu entdecken, zu erforschen und ja, auch in Besitz zu nehmen, die Grenzen zu verschieben, ohne zu wissen was am Ende dabei herauskommt, Worum es mir geht, das ist die Tatsache, dass diese Bereitschaft, diese Art Pioniergeist heute völlig fehlt, nicht nur beim Thema Raumfahrt.
Du sagst Pioniergeist ohne sinnvolle Aufgabe führe zu nichts, ob Otto Lilienthal damals eine sinnvolle Aufgabe für seinen Gleiter hatte, als er damit tödlich verunglückte? 

Zu Kolumbus Zeiten dachten nicht wenige, die Erde sei eine Scheibe und wenn man zu weit auf den Ozean raus fährt stürzt man runter, trotzdem sind sie mit ihm gesegelt.
Heute stellen wir Rettungsshuttles auf die Startrampe und halten es für ein ernstes Problem, wenn auf der ISS das Klo kaputt geht…

Aber das ist so weit OT, dass ich jetzt damit aufhöre  ;)
 
Gruß,
KSC

Titel: Re: NASA
Beitrag von: Kreuzberga am 31. Juli 2009, 13:52:54
Heute stellen wir Rettungsshuttles auf die Startrampe und halten es für ein ernstes Problem, wenn auf der ISS das Klo kaputt geht…

 ;D

Ich denke ja auch, dass ein interplanetarer Flug zu einem Paradigmenwechsel führen kann, wie ein Transatlantikflug, und eine anschließende Weiterentwicklung befeuern kann. So einen Bruch herbeizuführen, kann und sollte ein Ziel der bemannten Raumfahrt sein. Deshalb back to on-topic und den von Tobi eingebrachten Optionen:

Moon-to-Mars würde eine echte "Pioniertat" darstellen und hätte einen recht großen, eigentlich unabschätzbaren, wissenschaftlichen Nutzen. Daher halte ich diese Option, wie gesagt, für sinnvoller als die anderen Optionen.

Titel: Re: NASA
Beitrag von: Kreuzberga am 31. Juli 2009, 14:02:57
Hier (http://www.associatedcontent.com/article/1964232/apollo_11_crew_urge_obama_to_send_america_pg2.html) wird vom Besuch von Collins, Aldrin und Armstrong im White House berichtet. Offensichtlich befürworten die drei Apollo 11 Astronauten die Option Mars First.

Moon-to-Mars wird Kompromiss gesehen, den eigentlich keiner so richtig leiden kann. -> Das spricht doch für diese Option, oder nicht?  ;)

Flexible Path birgt für mich das Potential sehr schnell nach ein paar Fly-bys zusammengestrichen zu werden.

Lunar Global finde ich nicht sonderlich spannend und Lunar Base ziemlich sinnlos.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 31. Juli 2009, 21:36:59
Lunar Global?

Am Äquator sind sie doch schonmal gelandet.
Dort ist es trocken, und es gibt nicht dauernd sonnenlicht.
Darum lieber nur am Äquator - und wenn, dann richtig: ISRU Mondbasis mit fetten Rovern die 20l auf 10 km verbrennen, und deren krasse Bässe über die gesamte Oberfläche donnern, auf dass die Seismometer ausschlagen.  ;D



Angeblich, nach dem was ich so gelesen habe, hat nur Obama geredet, und die Astronauten haben wohl nicht einmal das Wort 'Mars' erwähnt!?

Zitat
Flexible Path birgt für mich das Potential sehr schnell nach ein paar Fly-bys zusammengestrichen zu werden.
Das ist es auch ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Speedator am 01. August 2009, 13:37:54
Zu Kolumbus Zeiten dachten nicht wenige, die Erde sei eine Scheibe und wenn man zu weit auf den Ozean raus fährt stürzt man runter, trotzdem sind sie mit ihm gesegelt.
OT: Noch eine kleine Anmerkung, die aber nicht wieder vom Thema ablenken soll. Die Entfernungseinschätzung war wohl das größere Problem.
Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Flache_Erde Frühe Neuzeit
Vielleicht dachte das einfache Crewmitglied anders. Aber die Herrschaften hatten ja sowieso einen nicht ungefährlichen Job ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 03. August 2009, 16:34:12
Artikel von AviationWeek:
http://www.aviationweek.com/aw/generic/story.jsp?id=news/aw080309p1.xml&headline=Gap%20in%20U.S.%20Human%20Spaceflight%20Could%20Reach%20Nine%20Years&channel=awst

Es sieht eher gut für Shuttle derived vehicles (ARES, DIRECT etc..) aus, aber eher schlecht für EELVs etc..

Kein Deorbit der ISS in 2016 wird wohl ebenfalls empfohlen werden und in mindestens einem Szenario werden die Treibstoffdepots vorkommen.

Außerdem scheint ein Weiterflug des Shuttles bis 2014 sinnvoll für die Forschungsaktivitäten auf der ISS zu sein.

Mehr Details soll es beim nächsten Treffen geben, wo wohl erstmals die konkreten Szenarien präsentiert werden.

Es bleibt spannend.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 03. August 2009, 17:07:56
Interessantes Zitat in dem Artikel:
Zitat
"We don't believe the other options reduce the gap from the right very much," says former astronaut Sally Ride, a panel member who presented some of the Aerospace findings. "You might get a year, a year and a half."
Ex-Astronaut Sally Ride hat die Ergebnisse der Aerospace Corp. präsentiert und ein Ergebnis ist, dass alle anderen Trägerkonzepte die prognostizierte Lücke nicht deutlich verkürzen würden.

@Timo
Aber wo steht da was konkret zur Abwägung zwischen den EELVs und Shuttle-derived?
Uups, Seite 2 ...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Kreuzberga am 03. August 2009, 17:39:45
@Timo

Tobi?  ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 03. August 2009, 18:17:46
Ihr seid alle so grün ... :P :)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 03. August 2009, 18:22:16
Ich glaube das kommt dir nur so vor, schließlich bist du total blau... ;D
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 03. August 2009, 18:24:00
Touché ...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tul am 03. August 2009, 19:26:46
Was bringt ein Roundtrip zu einem NEO? Das macht man einmal und nie wieder.
Wenn man irgendwo hinfliegt, sollte da auch etwas sein und wir sollten landen.

Es wäre sinnvoll, wenn ein ausgebildeter Geologe mal so ein Ding direkt zu Gesicht bekommen würde. Außerdem könnten so Bodenproben gewonnen werden. Das ginge zwar auch vollautomatisch. Aber Hayabusa kann nur Bodenproben in der Größenordnung von einem Gramm aufnehmen. Eine bemannte Mission könnte mehrere Kilo und zwar von verschiedenen Stellen des Asteroiden mitnehmen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 03. August 2009, 19:36:22
Eine bemannte Mission könnte mehrere Kilo und zwar von verschiedenen Stellen des Asteroiden mitnehmen.

Warum bemannt? Das geht genauso und besser sogar unbemannt. Was eine bemannte Maschine kann, kann eine unbemannte im All erst Recht. Viele Bodenproben aufnehmen? Mehrere Stellen anfliegen? Warum soll das nur der Mensch können?
Der Mensch braucht seine ganzen Helferlein, um da draußen am Leben zu bleiben. Dadurch wird er gleichzeitig seiner überlegenen erdgebundenen Fähigkeiten beraubt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tul am 03. August 2009, 19:46:55
Eine bemannte Mission könnte mehrere Kilo und zwar von verschiedenen Stellen des Asteroiden mitnehmen.

Warum bemannt? Das geht genauso und besser sogar unbemannt. Was eine bemannte Maschine kann, kann eine unbemannte im All erst Recht. Viele Bodenproben aufnehmen? Mehrere Stellen anfliegen? Warum soll das nur der Mensch können?
Der Mensch braucht seine ganzen Helferlein, um da draußen am Leben zu bleiben. Dadurch wird er gleichzeitig seiner überlegenen erdgebundenen Fähigkeiten beraubt.

Die Aufnahme von Bodenproben mit Direktkontakt zu einem festen Körper mittels unbemannte Sonden gehört zu den technisch schwierigsten Missionen überhaupt. Wie Hayabusa gezeigt hat, ist die Kontaktaufnahme mit einem Asteroiden auch sehr gefährlich. Mehrere Bodenproben von verschiedenen Stellen zu nehmen und dann auf diesem Wege davon zu kommen ist unwahrscheinlich. Wenn dann auch noch Grabungen durchgeführt werden sollen, endet man was die Kosten angeht wohl mindestens auf dem Niveau einer gehobenen Flagschiffmission. Menschen sind flexibler einsetzbar und können bei einer bemannten Mission direkt eingreifen. Außerdem kann ein Geologe gezielt nachforschen.
Automatische Sonden sind gut, aber irgendwann wird man nicht darum kommen eine bemannte Mission zu einem solchen Objekt zu schicken.

Nachtrag:
Die Aussage
Zitat
Warum bemannt? Das geht genauso und besser sogar unbemannt. Was eine bemannte Maschine kann, kann eine unbemannte im All erst Recht. Viele Bodenproben aufnehmen?
ist falsch. Eine unbemannte Mission verfügt nur über eine Art Bodenproben zu nehmen. Die kann funktionieren muss aber nicht. Astronauten sind flexibler.

http://www.lpi.usra.edu/meetings/acm2008/pdf/8325.pdf
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 03. August 2009, 20:04:45
Zugegeben, ein Mensch könnte den Rover auf dem Mars einfach aus dem Staub ziehen, die Sonnenpanele putzen, die Gelenke, Lager und Antriebselemente warten, die Schmiernippel abschmieren etc .

Andererseits lernt man bei jeder neuen Mission dazu. Schwachstellen werden zunehmend minimiert. Denn wer wartet zB. das Antriebssystem eines Menschen, wenn Durch äußere Umstände zB. die Blutumwälzpumpe ausfällt, oder das Gasaustauschsystem eine "Malfunktion" hat ?

Ein Geologe im All ? Was soll der genauer beurteilen können als ein automatisiertes Labor ?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tul am 03. August 2009, 20:21:01
Zugegeben, ein Mensch könnte den Rover auf dem Mars einfach aus dem Staub ziehen, die Sonnenpanele putzen, die Gelenke, Lager und Antriebselemente warten, die Schmiernippel abschmieren etc .

Andererseits lernt man bei jeder neuen Mission dazu. Schwachstellen werden zunehmend minimiert. Denn wer wartet zB. das Antriebssystem eines Menschen, wenn Durch äußere Umstände zB. die Blutumwälzpumpe ausfällt, oder das Gasaustauschsystem eine "Malfunktion" hat ?

Ein Geologe im All ? Was soll der genauer beurteilen können als ein automatisiertes Labor ?

Ein Geologe kann auf Grund seiner/ihrer Erfahrung die interessantesten Stellen identifizieren und gezielt nachforschen und Bodenproben entnehmen. Er/sie kann, falls vorhanden, Krater direkt inspezieren und Instrumente den sich ergebenden Erfordernissen einsetzen. Ein vollautomatisches Labor ist nicht flexibel genug.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 03. August 2009, 20:44:05
Ja, als Geologe ist der Mensch noch überlegen. Aber man muss sehen: Die Maschine wird immer besser. Der Mensch stagniert im All. Die Maschine kann lange vor Ort bleiben, mehrere Anläufe versuchen. Dann werden die Sensoren und Instrumente immer besser. Gleichzeitig ist die Komplexität von Sonde/Rover/Roboter immer kleiner als die einer äquivalenten bemannten Maschine. Was der Mensch da nur alles brauch, nur um zu überleben ...

Macht es Sinn in die bessere Maschine zu investieren (mit dem Menschen als "Prototyp"), oder investieren wir, dass der Mensch überleben und eingeschränkt arbeiten kann?

Selbst hier auf der Erde ersetzen wir den "manuellen Menschen" überall. Warum sollen wir das gerade im All nicht machen?

Die Kosten-Nutzen-Rechnung verliert der Mensch da leider immer.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tul am 03. August 2009, 21:14:06
Man sollte die Fortschritte in der Entwicklung und Bau von Maschinen nicht überschätzen.
Ein Geologe oder Biologe auf dem Mars kann auf Grundlage seines Wissens die Bedingungen vor Ort betrachten und sich eine Strategie z.B. für die Suche nach Bakterien auf dem Mars zurechtlegen und diese wenn nötig ändern. Eine Maschine aber Wissen in Geologie oder Biologie bzw. die Vernetzung der beiden Themen beizubringen, ist momentan noch Science Fiction.
Eine Maschine kann zwar mehrere Anläufe unternehmen, aber nur auf die während der Bau definierten Weisen.

Zitat
Gleichzeitig ist die Komplexität von Sonde/Rover/Roboter immer kleiner als die einer äquivalenten bemannten Maschine.

Das kommt darauf an was die Sonde/Rover/Roboter können soll. Wenn man einen Roboter bauen wollte, der die selben Ergebnisse wie Apollo 17 liefern soll, wirds sehr schwierig.



Zitat
Selbst hier auf der Erde ersetzen wir den "manuellen Menschen" überall. Warum sollen wir das gerade im All nicht machen?

Dafür ist aber in vielen Fällen eine ziemliche Vereinfachung notwendig. Man kann zwar z.B. Hausmauern auch durch Roboter hochziehen lassen, die entsprechenden Gebäude sind aber zumeist standartisierte Kästen.
Der Apache Kampfhubschrauber ist leistungsoptimiert und muss deswegen per Hand zusammengebaut werden. Es gibt keine Maschine, die die Verkabelung übernehmen könnte.


Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 03. August 2009, 21:55:32
Zitat
Ein Geologe oder Biologe auf dem Mars kann auf Grundlage seines Wissens die Bedingungen vor Ort betrachten und sich eine Strategie z.B. für die Suche nach Bakterien auf dem Mars zurechtlegen und diese wenn nötig ändern. Eine Maschine aber Wissen in Geologie oder Biologie bzw. die Vernetzung der beiden Themen beizubringen, ist momentan noch Science Fiction.
Eine Maschine kann zwar mehrere Anläufe unternehmen, aber nur auf die während der Bau definierten Weisen.

Dafür gibt es die Datenübertragung. Auch wenn ein Funksignal einen Tag unterwegs sein sollte, könnten einen Tag später ausführliche programmierte Anweisungen an den Roboter/das Labor gesendet werden, wie es mit den Untersuchungen fortfahren soll. Es ist also der Mensch, der das letzte Wort hat.

Zitat
Das kommt darauf an was die Sonde/Rover/Roboter können soll. Wenn man einen Roboter bauen wollte, der die selben Ergebnisse wie Apollo 17 liefern soll, wirds sehr schwierig.

Herausforderungen sind dazu da gemeistert zu werden. Damals wäre dies unmöglich gewesen. Heute sieht das anders aus.

Zitat
Dafür ist aber in vielen Fällen eine ziemliche Vereinfachung notwendig. Man kann zwar z.B. Hausmauern auch durch Roboter hochziehen lassen, die entsprechenden Gebäude sind aber zumeist standartisierte Kästen.

Das hängt einzig von der Programmierung der Maschine ab. Maschinen können Tätigkeiten ausführen, zu denen kein Mensch fähig ist !!!

Zitat
Der Apache Kampfhubschrauber ist leistungsoptimiert und muss deswegen per Hand zusammengebaut werden. Es gibt keine Maschine, die die Verkabelung übernehmen könnte.

Das heißt doch nur, daß er nicht für maschinelle Vernetzung optimiert ist. Das könnte dann kein Mensch mehr ausführen. Oder hat hier jemand Erfahung mit der Herstellung eines Prozessorwavers in Handarbeit ?

Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 03. August 2009, 22:00:06
Zitat
Ein Geologe kann auf Grund seiner/ihrer Erfahrung die interessantesten Stellen identifizieren und gezielt nachforschen und Bodenproben entnehmen. Er/sie kann, falls vorhanden, Krater direkt inspezieren und Instrumente den sich ergebenden Erfordernissen einsetzen.

Vorausgesetzt, er kann sich in seinem kleinem Raumschiff "Weltraumanzug" überhaupt gut genug bewegen, um überhaupt Bodenproben zu sammeln.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Nitro am 03. August 2009, 22:06:31
Vorausgesetzt, er kann sich in seinem kleinem Raumschiff "Weltraumanzug" überhaupt gut genug bewegen, um überhaupt Bodenproben zu sammeln.

Na dass, das kein Problem ist haben uns die Mondlandungen doch gezeigt.  ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 03. August 2009, 22:12:50
Zitat
Na dass, das kein Problem ist haben uns die Mondlandungen doch gezeigt.  Zwinkernd

Na ich weiß ja nicht. Für mich sah das ziemlich unbeholfen aus. Die Astros haben selbst gesagt, daß das alles andere als unkompliziert war. Die Kamera war keine normale Kamera, weil es in dem Äqipment nicht möglich gewesen wäre sie zu bedienen.

Versuch mal in einem Handschuh, der vom Vakuum umgeben ist einen Finger zu bewegen  ;D.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: GlassMoon am 03. August 2009, 22:23:31
Wo genau sollte da das Problem sein? Das Vakuum macht dir kein Problem bei den Bewegungen, eher die Steifheit und die Masse des Raumanzugs
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tul am 03. August 2009, 22:26:51
Zitat
Na dass, das kein Problem ist haben uns die Mondlandungen doch gezeigt.  Zwinkernd

Na ich weiß ja nicht. Für mich sah das ziemlich unbeholfen aus. Die Astros haben selbst gesagt, daß das alles andere als unkompliziert war. Die Kamera war keine normale Kamera, weil es in dem Äqipment nicht möglich gewesen wäre sie zu bedienen.

Versuch mal in einem Handschuh, der vom Vakuum umgeben ist einen Finger zu bewegen  ;D.

Sorry aber die Astronauten von Apollo 17 haben insgesamt 34 Kilometer zurückgelegt, mehrere Krater untersucht, Grabungen durchgeführt und dabei 110,4 Kilo Gestein eingesammelt.  Und das ganze in 3 Tagen, 2 Stunden 59 Minuten und  40 Sekunden. Nicht vergessen Harrison Hagan "Jack" Schmitt  ist ein Geologe!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tul am 03. August 2009, 22:53:45
Zitat
Ein Geologe oder Biologe auf dem Mars kann auf Grundlage seines Wissens die Bedingungen vor Ort betrachten und sich eine Strategie z.B. für die Suche nach Bakterien auf dem Mars zurechtlegen und diese wenn nötig ändern. Eine Maschine aber Wissen in Geologie oder Biologie bzw. die Vernetzung der beiden Themen beizubringen, ist momentan noch Science Fiction.
Eine Maschine kann zwar mehrere Anläufe unternehmen, aber nur auf die während der Bau definierten Weisen.

Dafür gibt es die Datenübertragung. Auch wenn ein Funksignal einen Tag unterwegs sein sollte, könnten einen Tag später ausführliche programmierte Anweisungen an den Roboter/das Labor gesendet werden, wie es mit den Untersuchungen fortfahren soll. Es ist also der Mensch, der das letzte Wort hat.


Schon, machen es die Ergebnisse vor Ort aber notwendig, z.B. einen Stein umzudrehen wirds schwierig wenn der Roboter vor Ort dafür nicht gebaut wurde. Keine Maschine ist so flexibel wie der Mensch!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 03. August 2009, 23:00:11
Sorry, alle Tätigkeiten, die die Astronauten auf dem Mond gemacht haben, kann heute auch ein Roboter. Einen Stein umzudrehen ist nicht gerade die Königsdiziplin, die den Menschen vom maschinellen Kundschafter trennt. Und ihn genau zu betrachten, um dann zu entscheiden, dass kann der Mensch vom Boden aus sicher und bequem und er hat sogar Zeit.

Denkst du wirklich man kann keinen Roboter bauen der das alles genau so kann?

110 Kg kann ein Rover einsammeln. 30 km kann ein Rover auch. Rückstarten kann man auch. Steine genau anschauen und dann entscheiden, welcher interessant ist, kann man auch. Und er kann ein paar Monate da bleiben.

Dazu muss kein Mensch da sein ... aus meiner Sicht wird es immer enger ;), v.a. je älter die Raumfahrt wird, da Maschinen immer mehr können, der Mensch aber stagniert.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tul am 04. August 2009, 00:18:20
Sorry, alle Tätigkeiten, die die Astronauten auf dem Mond gemacht haben, kann heute auch ein Roboter. Einen Stein umzudrehen ist nicht gerade die Königsdiziplin, die den Menschen vom maschinellen Kundschafter trennt. Und ihn genau zu betrachten, um dann zu entscheiden, dass kann der Mensch vom Boden aus sicher und bequem und er hat sogar Zeit.

Denkst du wirklich man kann keinen Roboter bauen der das alles genau so kann?
Es ging mir um die Flexibilität. Man schickt einen Roboter auf dem Mars, man findet interessante Spuren. Um die jedoch nachgehen zu können, braucht man eine mechanische Funktion die man gerade nicht hat, wie z.B. einen Stein umdrehen. Gut, jetzt könnte man entgegnen, man braucht ja nur den nächsten Roboter zu schicken. Allerdings würde sich die Untersuchung auf diese Weise über Jahre strecken.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Basileios am 04. August 2009, 05:41:43
Eine bemannte Mission könnte mehrere Kilo und zwar von verschiedenen Stellen des Asteroiden mitnehmen.

Warum bemannt? Das geht genauso und besser sogar unbemannt. Was eine bemannte Maschine kann, kann eine unbemannte im All erst Recht. Viele Bodenproben aufnehmen? Mehrere Stellen anfliegen? Warum soll das nur der Mensch können?
Der Mensch braucht seine ganzen Helferlein, um da draußen am Leben zu bleiben. Dadurch wird er gleichzeitig seiner überlegenen erdgebundenen Fähigkeiten beraubt.

Laut einer NASA-Studie ist ein Astronaut im Raumanzug immer noch 25x bis 300x effektiver in der Identifizierung und Untersuchung von Proben als ein Roboter, der nicht direkt ferngesteuert wird.

Die Kosten-Nutzen Rechnung mag aber trotzdem anders aussehen, da eine bemannte Mission mit sehr hohen Entwicklungskosten verbunden ist. Wenn man aber mal die nötigen Techniken und Systeme entwickelt hat dann ändert sich die Balance wieder.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 04. August 2009, 08:12:17
Es ging mir um die Flexibilität. Man schickt einen Roboter auf dem Mars, man findet interessante Spuren. Um die jedoch nachgehen zu können, braucht man eine mechanische Funktion die man gerade nicht hat, wie z.B. einen Stein umdrehen.
Roboter werden auch immer flexibler werden - vergleiche einmal den Marsrover mit z.b. den russischen Mondrovern. In dem Z eitrahmen in dem eine bemannte Marsmission erfolgt (+50 Jahre) werden wird mindestens 25 Robotergenerationen gesehen haben!
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Basileios am 04. August 2009, 08:14:46
Plus 50 Jahre?

Wenn der politische Wille da wäre könnte man heute mit den Vorbereitungen beginnen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 04. August 2009, 08:24:17
Wenn der politische Wille da wäre könnte man heute mit den Vorbereitungen beginnen.
Der entsprechende politische Wille ist aber unrealistisch. ;) Um 10-20 Jahre streite ich mich in der Frage aber nicht mit dir...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Basileios am 04. August 2009, 08:43:13
Ich hoffe ja nicht, das wir noch 50 Jahre bis zum Marsflug warten müssen.  :)

Technisch könnte man es jetzt schon angehen. Die Probleme, z.B. die Landung von großen Massen auf dem Mars, sind nicht unlösbar.

Aber das ist ein anderes Thema!



Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 04. August 2009, 13:14:20
Ich hoffe ja nicht, das wir noch 50 Jahre bis zum Marsflug warten müssen.  :)

Technisch könnte man es jetzt schon angehen. Die Probleme, z.B. die Landung von großen Massen auf dem Mars, sind nicht unlösbar.

Aber das ist ein anderes Thema!


Hätte man nach dem Ende des Apollo Programms die damals entwickelten Technologien nicht einfach in die Tonne getreten und die Finanzierung zusammengestrichen, hätte eine Marslandung bereits anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erfolgen können. Die technischen Probleme sind zum Großteil bereits gelöst oder zumindest lösbar.

Das Problem ist eher das Amerikanische System. Jeder Präsident kann das Raumfahrtprogramm nach seinen Vorstellungen komplett umwerfen. Es gibt keine langfristige Entwiclung, die mehrere Politikergenerationen überdauert. Und das ist das Hauptproblem, es kostet Unsummen, ohne das am Ende etwas rauskommt. Jedes beliebige Raumfahrtprogramm weltweit ist in diesem Bereich konstanter und längerfristig Planbarer als das amerikanische.

Das Problem bei einer Marslandung ist nicht die Technik, sondern die Politik. Wie soll ein auf 20 oder 30 Jahre angelegtes Programm erfolgreich verlaufen, wenn jeder neue Präsident dort drin nach belieben rumpfuschen kann?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: DerLipper am 05. August 2009, 09:57:10
Scott Parazynski left NASA?!

The former astronaut recently left the National Aeronautics and Space Administration after five space shuttle flights, seven spacewalks and 17 years with the agency. Parazynski, who’s also a medical doctor, has more experience and education than more recognizable NASA idols, but his name typically draws a blank stare.

Quelle: http://www.jaxobserver.com/2009/08/04/is-americas-space-agency-adrift/ (http://www.jaxobserver.com/2009/08/04/is-americas-space-agency-adrift/)

Ein sehr interessanter Artikel.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 05. August 2009, 10:54:04
Bitte immer ein wenig Deutsch mit einfließen lassen. Wir sind ein deutschsprachiges Forum.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: DerLipper am 05. August 2009, 16:07:52
Ja klar, kann ich gerne machen.

Also ich übersetze / ergänze (sinngemäß) mal den wichtigen Teil:

Der frühere Astronaut Scott Parazynski hat die NASA nach fünf Shuttle Flügen, sieben Weltraumspaziergängen und 17 Jahren (Mitgliedschaft) verlassen. Parazynski, der auch Doktor der Medizin ist, hat mehr Erfahrungen und Ausbildung als bekanntere NASA Idole (wie Armstrong, Aldrin, etc), jedoch nennt man seinen Name, wird einem nur ein Starren entgegenkommen. Mit anderen Worten, kein Mensch kennt Parazynski.

In dem Artikel geht es im Kern darum, das die Idole und Helden der Vergangenheit zwar viel erreicht haben, aber bei weitem nicht so viel wie unsere jetzigen Astronauten heutzutage. Früher waren es 6 Menschen, heut ist es eine Ganze "Horde" an Menschen.

Es geht im Prinzip darum, das die NASA nicht den Bezug zum Volk verlieren soll und das man Ziele erreichen muss un jährlich neues Budget zu bekommen. Im NASA Report "America’s Future in Space" (Amerikas Zukunft im Weltraum) wird darauf hingewiesen, das es geschafft werden muss, eine neue Generation von Hochschulabsolventen zu motivieren in die NASA zu gehen um am neuen Mars Rover zu bauen, oder das neue Hubble, oder oder oder.

Ich hoffe das spiegelt den Artikel im kurzen wieder. Ich bitte um Erweiterungen / Berichtigungen / Korrekturen ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 05. August 2009, 20:34:04
Zitat
Es ging mir um die Flexibilität. Man schickt einen Roboter auf dem Mars, man findet interessante Spuren. Um die jedoch nachgehen zu können, braucht man eine mechanische Funktion die man gerade nicht hat, wie z.B. einen Stein umdrehen. Gut, jetzt könnte man entgegnen, man braucht ja nur den nächsten Roboter zu schicken. Allerdings würde sich die Untersuchung auf diese Weise über Jahre strecken.

Ja und, meinst Du, der Stein läuft, nachdem er 100.000.000 Jahre dort rumlag, einfach weg und versteckt sich ? Wir haben alle Zeit, die wir uns nehmen. "Gut Ding braucht Weile !"

Zitat
Es geht im Prinzip darum, das die NASA nicht den Bezug zum Volk verlieren soll und das man Ziele erreichen muss un jährlich neues Budget zu bekommen. Im NASA Report "America’s Future in Space" (Amerikas Zukunft im Weltraum) wird darauf hingewiesen, das es geschafft werden muss, eine neue Generation von Hochschulabsolventen zu motivieren in die NASA zu gehen um am neuen Mars Rover zu bauen, oder das neue Hubble, oder oder oder.

Das ist wohl eines der Probleme in "Schlüsseltechnologien". Man braucht Erfolge um ernst genommen zu werden. Ein Problem hochmotivierte junge Menschen zu finden sehe ich eigentlich nicht. Man muß sie aber auch fordern und fördern.

Zitat
Das Problem ist eher das Amerikanische System. Jeder Präsident kann das Raumfahrtprogramm nach seinen Vorstellungen komplett umwerfen. Es gibt keine langfristige Entwiclung, die mehrere Politikergenerationen überdauert. Und das ist das Hauptproblem, es kostet Unsummen, ohne das am Ende etwas rauskommt. Jedes beliebige Raumfahrtprogramm weltweit ist in diesem Bereich konstanter und längerfristig Planbarer als das amerikanische.

Aber dafür ist die Zahl der amerikanischen Trägersysteme größer als die deutschen. Die USA können allein im Weltraum operieren. Ohne die EAS würde es für Deutschland auch nicht besonders rosig aussehen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rm39 am 12. August 2009, 15:22:52
Hi,

hier eine Pressemitteilung zur NASA und einer angeblichen Verwendung der Ariane 5 in deren Auftrag. Da ist die Rede davon, evtl. ab 2011 zwei Ariane+ATV zusätzlich pro Jahr zu starten.
Hier der Link:
http://www.ftd.de/forschung_bildung/forschung/:Raumfahrt-Nasa-pr%FCft-Einsatz-von-Ariane/552531.html

Was ist denn davon zu halten??  :o
Ist damit der Vortrag von Jean-Yves Le Gall vor dem HSF-Komitee (Human Space Flight) gemeint?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 12. August 2009, 15:33:13
Moin,

naja,

*ATV* = Nutzlastkapazität: max 7.667 kg
*Progress M* = Nutzlastkapazität: max 2.350 kg

Also reine Kostenanalyse.

Jerry

Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 12. August 2009, 17:27:46
*ATV* = Nutzlastkapazität: max 7.667 kg
*Progress M* = Nutzlastkapazität: max 2.350 kg
Also reine Kostenanalyse.

Progress Mission: 40 Mio. USD
ATV Mission: 508 Mio. USD

Kostenanalyse?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: macmensa am 12. August 2009, 18:03:24
Huhu...

Für die Amerikaner müsste das HTV doch eigentlich die entschieden interessantere Variante sein als das ATV... Schliesslich wäre damit die Chance gegeben auch an den amerikanischen Modulen zu koppeln...

Oder gibt es mittlerweile Überlegungen das ATV dahingehend umzurüsten?

Gruss Mac
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 12. August 2009, 19:11:24
Moin,

Progress Mission: 40 Mio. USD
ATV Mission: 508 Mio. USD


stimmen die Zahlen?

In der Summe vom *ATV* stecken doch die Entwicklungskosten umgerechnet auf 4 Stück mit drin; das sind die bisher geplanten Starts. Wenn jetzt pro Jahr 2 Stück fliegen sollen, dann ergibt das doch einen ganz anderen Preis.

Und die 40 Mio $ pro Start für eine Progress-Mission inkl. Transporter stimmen ja wohl hinten und vorne nicht.

Jerry

Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 12. August 2009, 19:55:45
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Automated_Transfer_Vehicle Dort ist leider keine Primär Quelle angegeben. Sind aber def. Missionskosten. Wenn du bessere Zahlen hast - bin ich ganz Ohr.

Die NASA zahlt den Russen für eine Progress wohl rund 50mio USD -  meint jedenfalls jemand im NSF Forum ausgerechnet zu haben (http://forum.nasaspaceflight.com/index.php?topic=13441.0)

Selbst wenn eine Progress Mission 100mio kostet (was ich nicht glaube) und die ATV Kosten durch die Fertigung von 2 pro Jahr messbar sinken (was ich auch nicht glaube) - die bekannten Zahlen zeigen das da Dimensionen zwischen beiden Systemen liegen. Von einer Entscheidung pro ATV aufgrund einer Kostenanalyse kann also nicht die Rede sein. Es geht eher darum - wie auch im Artikel anklang - die Abhänigkeit der NASA von einem ausländischen Transportsystem zu reduzieren.

Nicht das ich mich nicht freuen würde wenn das ATV häufiger starten würde - ganz im Gegenteil. Ich kritisiere nur deine Begründung nicht die Möglichkeit auf mehr ATV Starts. Neben den Progress und Sojus Flügen nun aber auch noch ATV Flüge einzukaufen - ich glaube das würde die NASA ziemlich unter Rechtfertigungsdruck setzten und auch ein zweifelhaftes Licht auf COTS werfen. Darum denke ich nicht das das Ernsthaft in erwägung gezogen wird. Der verlinkte Artikel stellt ja auch lediglich den Wunsch/das Angebot der ESA dar.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 19. August 2009, 14:51:19
Moin,

auf vielfachen Wunsch eines Mitgliedes und nach Rücksprache mit dem Moderator für diesen Titel habe ich die Beiträge über Abwehrtechniken gegen Killerasteroiden nach hier verschickt >>> (http://img90.imageshack.us/img90/3523/28330xr4.png) (http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=668.msg111201#new).

Über dies Thema diskutieren wir dort weiter.

Jerry
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rm39 am 27. August 2009, 07:54:16
Moin,

gibt es ein neues Ziel für die NASA?
Da der Mondflug mit dem aktuellen Budget nicht zu bewerkstelligen ist, werden Überlegungen angestellt, Asteroiden zu besuchen. Aktuell könnte dies der Asteroid 2007 UN12 sein. Als Raumfahrzeug wären zwei gekoppelte Orion-Kapseln denkbar. Weiterhin könnten so die Auswirkungen (Strahlenbelastung usw.) von längern Flügen ins Sonnensystem, z.B. zum Mars, erforscht und trainiert werden.
Hier der ganze Bericht:

http://www.sueddeutsche.de/T5W384/3022819/Ein-Traumziel-namens-2007-UN12.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Pirx am 27. August 2009, 08:04:56
Gibt es ein neues Ziel für die NASA?...Asteroid 2007 UN12 sein. Als Raumfahrzeug wären zwei gekoppelte Orion-Kapseln denkbar. ...
Hatten wir das nicht schon?
>> http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/19082009165949.shtml (http://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/19082009165949.shtml)

Bei uns gibt es auch die Links zu den Videos, von denen eines auch im Text von der Süddeutschen erwähnt wird.  :D

Gruß   Thomas
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rm39 am 27. August 2009, 08:18:52
Ja richtig,
viele Punkte aus dem Artikel hatten wir hier schon, in verschiedenen Threads. Über den Asteroiden 2007 UN12 hatte ich bis jetzt aber nichts gelesen.  ???
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Pirx am 27. August 2009, 09:50:10
Ja,
in zahlreichen Planspielen der NASA war in der letzten Zeit oft der 2000 SG344 Ziel für ein Orion-Schiff.

Und 2007 UN12 hatten wir tatsächlich hier noch nicht auf der Liste, oder?

Gruß   Thomas
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 27. August 2009, 11:57:33
Klingt sehr schön für mich: Dann sieht man endlich, was es mit der Strahlenbelastung auf sich hat.

Meiner Meinung nach zum größten Teil nur Humbug (ausser solar flares) - aber wir werden sehen...

Bei dieser Durchführung ist eine Mondbasis wohl leider ausgeschlossen, oder...?


Titel: Re: NASA
Beitrag von: H.J.Kemm am 27. August 2009, 12:10:55
Moin,

was ist denn eigentlich so interessant an dem Apollo-Typ *2007 UN12* bei einem ø von nur 0.006 km?

Hier mal das Orbital-Diagramm >>> (http://www.smiley-channel.de/grafiken/smiley2007/lesen/smiley-channel.de_lesen007.gif) (http://2007 UN12)

Jerry

Titel: Re: NASA
Beitrag von: Pirx am 27. August 2009, 12:49:47
Ist die geringe Größe vielleicht von Vorteil, wenn man das Dingens durchleuchten will?

Man könnte "anlegen", und muss nicht "landen".

Gruß   Thomas
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Cosmo am 27. August 2009, 20:56:54
was ist denn eigentlich so interessant an dem Apollo-Typ *2007 UN12* bei einem ø von nur 0.006 km?
Das frage ich mich auch. Und will man eigentlich diesen 6m grossen Stein ernsthaft als Asteroiden verkaufen? Bei 2007 UN12 handelt es sich sicher um einen Schreibfehler.

Thomas,
"Anlegen" ist übrigens sehr gut ;)  Fragt sich sich nur ob das Raumschiff anlegt oder der Asteroid am Raumschiff. ;D
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 28. August 2009, 09:39:53
Hier habe ich eine etwas genauere Beschreibung gefunden :

http://www.sueddeutsche.de/wissen/164/485588/text/ (http://www.sueddeutsche.de/wissen/164/485588/text/)

Einen 30t Brocken im All zu besuchen ; ob sich das lohnt ??

Alle reden davon, daß das Geld knapp ist. Ich sage, es ist bloß zu unregelmäßig verteilt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 15. Oktober 2009, 11:10:56
Als Antwort auf die Budgetknappheit, soll die NASA jetzt kräftig sparen, ca. 15-20% der Angestellten am bemannten Raumfahrtprogramm sollen entlassen werden. Auf diese Weise sollen 1,5-2 Milliarden Dollar eingespart werden. Mehr dazu hier:
http://www.chron.com/disp/story.mpl/space/6668434.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 15. Oktober 2009, 16:58:02
Zitat
Als Antwort auf die Budgetknappheit, soll die NASA jetzt kräftig sparen, ca. 15-20% der Angestellten am bemannten Raumfahrtprogramm sollen entlassen werden. Auf diese Weise sollen 1,5-2 Milliarden Dollar eingespart werden. Mehr dazu hier:

Das finde ich insofern keine Schleche idee, denn wenn man von Jobs spricht, dann bekommt die Nasa schnell mehr Geld vom OBama
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rm39 am 16. Oktober 2009, 13:27:21
Hi,

wie tobi453 schon berichtete, muss die NASA ordentlich sparen und deshalb sollen ca. 20% Personal abgebaut werden ???. Diese Mitteilung gibt's jetzt auch von der Welt-Online auf deutsch.
http://www.welt.de/wissenschaft/weltraum/article4867869/Nasa-plant-offenbar-drastischen-Stellenabbau.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 16. Oktober 2009, 20:14:57
Wie gesagt, ich glaube (und hoffe), dass das ein (offensichtlich gut gelungener) Bluff ist..

Hoffentlich bekommen das genug hohe Tiere in der Regierung mit, auf dass sie um so mehr Geld locker machen...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 17. Oktober 2009, 12:27:22
Kein neues Plutonium-238 für Raumfahrtmissionen. Der US Senat hat 30 Millionen für den Neustart der Plutoniumproduktion abgelehnt:
http://www.spacenews.com/policy/pu-238-restart-denied-with-final-passage-energy-bill.html

Nachtrag: Hat Martin wohl schon hier gepostet:
http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=4498.msg120833#msg120833
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 17. Oktober 2009, 18:48:17
Als Antwort auf die Budgetknappheit, soll die NASA jetzt kräftig sparen, ca. 15-20% der Angestellten am bemannten Raumfahrtprogramm sollen entlassen werden. Auf diese Weise sollen 1,5-2 Milliarden Dollar eingespart werden. Mehr dazu hier:
http://www.chron.com/disp/story.mpl/space/6668434.html

Da hat der Houston Chronicle wohl was falsches berichtet. Hier korrigiert die NASA, dass es bisher keine Überlegungen seitens der NASA gab Jobs zu streichen und das eine solche Entscheidung sowieso erst nach der Neuausrichtung des bemannten Raumfahrtprogramms fallen wird:
http://www.chron.com/disp/story.mpl/editorial/outlook/6671820.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 17. Oktober 2009, 18:55:13
Ehrlich gesagt: Das dachte ich mir ... Medien ::), wer am lautesten schreit, hat die besten Nachrichten?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 17. Oktober 2009, 19:15:59
Hmm, so ganz aus der Luft gegriffen ist es nicht.
Immerhin sind an allen NASA Centern für die nächsten Tage und Wochen Management Meetings anberaumt, bei denen es um das Thema “Workforce” gehen wird. Allerdings sollen in diesen Meetnigs noch keine Beschlüsse gefasst werden.

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 20. Oktober 2009, 21:00:34
Der ehemalige NASA Admininistrator Sean O'Keefe arbeitet jetzt für EADS North America als CEO:
http://www.eadsnorthamerica.com/1024/en/breaking_news/2009%20Press%20Releases/2009_10_20_Sean_OKeefe_named_CEO.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 11. November 2009, 03:15:37

Die NASA kommentiert mittlerweile schon Hollywood - Streifen.  ::)

http://www.nasa.gov/topics/earth/features/2012.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MX87 am 11. November 2009, 03:24:12
Die NASA kommentiert mittlerweile schon Hollywood - Streifen.  ::)

Nichts neues. Die NASA unterstützte sogar bereits eine Reihe von Filmen direkt indem die die Produzenten beriet oder ihre Einrichtungen benutzen lies, Beispiele sind:

2001- Odyssee im Weltraum
Armageddon
Apollo 13
Mission to Mars
From the Earth to the Moon (TV-Serie)
Countdown X (TV-Serie)

Solche Sachen gehören halt zur Öffentlichkeitsarbeit.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: netpac am 11. November 2009, 03:51:36
immer wenn ein neuer Film mit einer Mega-Katastrophe rauskommt, fragt man sich und vorallem in den USA, kann das wirklich geschehen?

Als der Film "The Day After Tomorrow" von Roland Emmerich rauskam, waren wir gerade in den USA. Auf fast allen Kanälen wurde das heiss diskutiert, ob Amerika evt. Gefahr durch die Klimaveränderung droht? Könnte dann auch eine neue Eiszeit kommen?
Natürlich wurde auch die CO2 Frage oder CO2 Lüge diskutiert.
Ohne jetzt schlecht über die Amerikaner reden zu wollen, aber aus meiner Erfahrung wissen sehr viele Amerikaner wenig von dem was um sie herum passiert und durch diese Filme denken einige zumindest einmal darüber nach. Darum verwundert es mich auch nicht, dass die NASA sogar zu so etwas Stellung nimmt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 14. November 2009, 22:48:22
Nun, vielleicht will die Nasa ja auch nur die lieben Amerikaner beruhigen. Diese Endzeitfilme entstehen mit immensem Aufwand und da kann dann auch ein bisschen Hilfe bei der Vermarktung recht hilfreich sein. Und wer weiß, vielleicht hilft das der Nasa auch bei der Finanzierung neuer Projekte.

Komisch nur, daß die große beinahe Katastrophe , die am 26. April 1986 ihren Lauf nahm noch nicht so reißerisch umgesetzt wurde.

An diesem Tag explodierte der Reaktor von Tschernobyl. Was aber viele nicht wissen, ist daß es durch Kontakt mit Löschwasser noch lange die Möglichkeit einer zweiten Explosion bestand. Diese hätte wohl eine Sprengkraft von einigen tausend Hiroshimabomben gehabt und das 320km entfernte Kiev den Erdboden gleich gemacht. Zudem wären riesige Teile Westeuropas unbewohnbar geworden.

Das war leider kein Science Fiction !

Bei Filmen , wie Apollo 13 ist es schön, den Ablauf der Geschehnisse nochmal so Hautnah mitzuerleben. Und wie wollte man das authentischer machen, als bei der Nasa ?

Öffentlichkeitsarbeit ist für die NASA lebenswichtig.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: 1234567891011a am 14. November 2009, 22:52:03
Öffentlichkeitsarbeit ist für die NASA lebenswichtig.

Nicht lebenswichtig, überlebenswichtig. Ohne Öffentlichkeitsarbeit wäre die NASA nie in der Lage auch nur ein Budget zu bekommen, das auch nur die Fixkosten deckt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: GG am 14. November 2009, 22:56:19
Was aber viele nicht wissen, ist, dass durch Kontakt mit Löschwasser noch lange die Möglichkeit einer zweiten Explosion bestand. Diese hätte wohl eine Sprengkraft von einigen tausend Hiroshimabomben gehabt und das 320 km entfernte Kiew dem Erdboden gleich gemacht. Zudem wären riesige Teile Westeuropas unbewohnbar geworden.

Das ist meines Wissens gleich in mehrfacher Hinsicht falsch. Die Zerfallsrate des Spaltmaterials ist dafür bei weitem nicht ausreichend, nicht einmal annähernd. Es kann bei keinem Kernspaltungsreaktor zu einer nuklearen Explosion kommen. Lediglich eine Kernschmelze mit nachfolgender Überhitzung ist möglich. Dabei platzt der Reaktor und Wasser mit radioaktivem Material wird frei. Dabei wird das Material in großen Mengen zwar weiträumig verteilt, eine Explosion ist aber nicht möglich. Bleiben wir also auf dem Teppich.

Die Katastrophe war in der Ukraine aber ohnehin schlimm genug.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 16. November 2009, 08:37:12
Das JSC hat angeblich ein 1000 Tage Mondroverprojekt, genannt Projekt M, in der Schublade. Außerdem will die NASA wohl Geld beim Google Lunar XPrize beisteuern und Google wohl den eigenen Anteil des Preisgeldes auch erhöhen.

Mehr dazu hier:
http://nasawatch.com/archives/2009/11/a-wet-moon-is-h.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 19. November 2009, 07:39:20
Bei SFN gibt es einen Artikel zu möglichen Kooperationen zwischen NASA und China. So eine Zusammenarbeit auf bemannter und unbemannter Ebene hätte einige Auswirkungen auf die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen. Dabei wird sehr schnell eine aktuelle CNN-Umfrage zitiert:
Zitat
This is because a new CNN/Opinion Research Corporation survey finds that 71% of Americans believe China is a direct economic threat to the U.S., while 51% percent consider China a direct military threat. Only 25% of 1,000 Americans surveyed still believe China has huge market potential to buy U.S. goods.
71% der Amerikaner glauben, dass China eine ökonomische Bedrohung, 51& denken sogar an eine direkte militärische Bedrohung und nur 25% sehen China noch als großen/wichtigen Exportmarkt.

Neben anstehenden unbemannten Kooperationen zitiert der Artikel dann die Sorge um den hohen militärischen Anteil am bemannten chinesischen Programm und fehlende Transparenz.

Tja, das hört sich nach der alten Litanei an: Wir haben Angst und wollen deswegen gar nicht erst mit euch reden. Die Idee, dass man Spannungen durch Kooperation abbauen kann (in freier Analogie zu: Wandel durch Annäherung) erscheint nicht so einsichtig. Es ist immer (auch bei uns) leicht Angst zu machen und in ein entsprechendes Schema zu verfallen. Vertrauen fassen und aufbauen ... ein langer (innerer) Weg.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 19. November 2009, 08:05:26
Grotesk: Bolden und sein Chef reisen in Asien rum und schwadronieren von einer möglichen Kooperation mit China. Währenddessen warten 10 Tausende Mitarbeiter zu Hause darauf, dass sich die beiden Herren endlich zu einer Entscheidung bequemen, wie es mit ihrem eigenen Weltraumprogramm denn nun weiter gehen soll.
Aber vielleicht haben sie den Chinesen ja schon erzählt was sie denn nun vorhaben, denn wie sollte man sonst eine Kooperation andenken können?  ;)

Gruß,
KSC

Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 19. November 2009, 08:18:04
Ein Tenor des Artikels ist ja auch, dass China schon lange und mehrfach eine Beteiligung haben wollte, also v.a. auf der ISS. Das hört sich für mich so an, dass China schon weiß, was es möchte, aber die "andere Seite" sich unsicher ist, was man möchte, was möglich ist und wie es geklärt werden kann.

Aber naja, es ist nur ein Artikel ... eine Meinung. Wer weiß wie es hinter den Kulissen bereits aussieht, auch wenn du Recht hast, KSC, kurios wirken die Worte und Begebenheiten schon bei der eigenen Unentschiedenheit.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 19. November 2009, 19:43:02
Naja, wenn man sich mal die harten Fakten anschaut, wird klar, daß China ein Global Player geworden ist. Die USA haben 2.100.000.000.000 US$ Schulden bei den Chinesen. Die Chinesen möchten gern an US Amerikanischer Hightech Teil haben. Aber die Amerikaner möchten die Chinesen nicht mit im Hightech Boot sitzen haben. So sieht es aus. Dazu kommt, daß die beiden Systeme nicht so besonders gut zusammenpassen. US-Imperialismus und China-Kommunismus müssen erst mal eine gemeinsame Basis bzw. ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis schaffen. (Das Thema war übrigens Gestern erst in den Nachrichten. Besuch Obamas in China)

Fakt ist aber auch, daß Obama hier vielleicht der richtige Mann ist, um eine Basis zur künftigen Zusammenarbeit zu schaffen. Ich gehe davon aus, daß die Chinesen auf die eine oder andere Weise ihre Beteiligung an der ISS bekommen werden.


Titel: Re: NASA
Beitrag von: tul am 19. November 2009, 20:49:46
...

Tja, das hört sich nach der alten Litanei an: Wir haben Angst und wollen deswegen gar nicht erst mit euch reden. Die Idee, dass man Spannungen durch Kooperation abbauen kann (in freier Analogie zu: Wandel durch Annäherung) erscheint nicht so einsichtig. Es ist immer (auch bei uns) leicht Angst zu machen und in ein entsprechendes Schema zu verfallen. Vertrauen fassen und aufbauen ... ein langer (innerer) Weg.

Naja, wenn man sich mal die harten Fakten anschaut, wird klar, daß China ein Global Player geworden ist. Die USA haben 2.100.000.000.000 US$ Schulden bei den Chinesen. Die Chinesen möchten gern an US Amerikanischer Hightech Teil haben. Aber die Amerikaner möchten die Chinesen nicht mit im Hightech Boot sitzen haben. So sieht es aus. Dazu kommt, daß die beiden Systeme nicht so besonders gut zusammenpassen. US-Imperialismus und China-Kommunismus müssen erst mal eine gemeinsame Basis bzw. ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis schaffen. (Das Thema war übrigens Gestern erst in den Nachrichten. Besuch Obamas in China)

Fakt ist aber auch, daß Obama hier vielleicht der richtige Mann ist, um eine Basis zur künftigen Zusammenarbeit zu schaffen. Ich gehe davon aus, daß die Chinesen auf die eine oder andere Weise ihre Beteiligung an der ISS bekommen werden.


Das hat nichts mit Angst zu tun, sondern ist eine realistische Einschätzung Chinas, oder soll ich sagen des chinesischen Imperalismus. Deswegen ist eine klare Abgrenzung notwendig. Was die Schulden angeht, gilt folgender Grundsatz. Habe ich 1000 Euro Schulden bei der Bank, habe ich ein Problem. Habe ich 5 Mrd. Schulden hat die Bank ein Problem.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 19. November 2009, 21:09:28
Bevor das hier in eine Chinadiskussion abgleitet der Hinweis, dass das hier ein allgemeiner NASA-Thread ist und es hier nicht um China oder dessen Politk oder Staatsverschuldung geht.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 19. November 2009, 21:19:54
Zitat
Das hat nichts mit Angst zu tun, sondern ist eine realistische Einschätzung Chinas, oder soll ich sagen des chinesischen Imperalismus. Deswegen ist eine klare Abgrenzung notwendig. Was die Schulden angeht, gilt folgender Grundsatz. Habe ich 1000 Euro Schulden bei der Bank, habe ich ein Problem. Habe ich 5 Mrd. Schulden hat die Bank ein Problem.

Nur betrifft das hier Staaten und keine Banken. Beide haben ein Problem. Zumal beides militärische Supermächte sind.

Bei China von Imperialismus zu sprechen, damit wäre ich sehr vorsichtig. Offiziell ist es ein sozialistischer Staat.

China will auf jeden Fall damit in die höchste Hochtechnologie einsteigen. Damit wäre es dann irgendwann die Spitze des Konwhows der Welt.

Also erst mal nehmen was man bekommen kann und später mal entscheiden, wie das in Geld und Macht umgesetzt werden kann.

Die USA haben sich mit der "Strauch" Regierung in eine schwere Lage manövriert.

Zitat
Bevor das hier in eine Chinadiskussion abgleitet der Hinweis, dass das hier ein allgemeiner NASA-Thread ist und es hier nicht um China oder dessen Politk oder Staatsverschuldung geht.

Es geht hier mehr um Gründe, weshalb die Nasa einen chinesischen Einfluss erhalten kann. Und wer weiß, vielleicht sehen wir eines Tages auf der rechten Seite des NASA Shuttels die US Flagge und auf der linken die Chinaflagge.

Ich finde es immer noch schade, daß das Shuttleprogramm enden soll.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: James am 25. November 2009, 12:25:25
HoiLa

Die Kongressabgeordnenten Suzanne Kosmas (Demokratin/Florida) und Ken Calvert (Republikaner/Kalifornien) haben sich mit einem Brief an Präsident Obama gewandt, der von 81 Mitgliedern des Repräsendantenhauses unterzeichnet ist, indem man sich, bezugnehmend auf die Ergebnisse der Augustine Commission, für eine Erhöhung des NASA Haushaltes um 3 Milliarden Dollar ausspricht. Weiters tritt man auch für eine Verlängerung der Betriebsdauer der ISS bis 2020, um die internationale Partnerschaft zu stärken, den "return of investment" zu maximieren und um Entwicklungen zu fördern, welche für den Aufbruch ins All und für das Leben auf der Erde von Bedeutung sind, ein.
Der ganze Text auf space.com (http://www.space-travel.com/reports/Bipartisan_Letter_Calls_For_Increased_Funding_For_Human_Spaceflight_999.html)
Kosmas und Calvert gehören zum "NASA House Action Team", eine Gruppe von Abgeordneten, die es zu ihren Top-Prioritäten zählen, Belange der NASA zu vertreten.

Gruß, Jamie
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rm39 am 08. Dezember 2009, 07:17:45
Moin,

da es noch keinen STS-134 Thread gibt, schreibe ich das mal hier rein.  ;)
In der Space Station Processing Facility am Kennedy Space Center in Florida ist der EXPRESS Logistics Carrier 3 (ELC-3) eingetroffen. Er ist, neben dem Alpha Magnetic Spectrometer, die zweite wichtige Fracht der Endeavour/STS-134 zur ISS im Juli 2010 und wurde (auf den Bildern zu sehen) zu einer Arbeitsstation im SSPF transportiert. Dort wird er weiter für die Mission vorbreitet, unter anderem werden einige Zusatzteile für DEXTRE, ein Hochdruck-Gastank, zwei S-Band Kommunikations Antennen und einige Mikrometeoriten-Schutzschilde mitfliegen.
(http://www-pao.ksc.nasa.gov/kscpao/images/medium/2009-6675-m.jpg)
Alle weiter Bilder gibt es hier:
 Kennedy Media Gallery (http://mediaarchive.ksc.nasa.gov/search.cfm?cat=4)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Bit am 14. Dezember 2009, 13:20:25
Moin Leute,

kennt ihr schon den Artikel aus dem Spiegel?

10.12.2009
Revolution der Raumfahrt
Abschied aus dem All
Von Christoph Seidler

Forscher, Futuristen und Science-Fiction-Autoren beschwören die Chancen der bemannten Raumfahrt. Dereinst werden Astronauten sogar den Mars betreten, prophezeien sie. Alles Träumerei, dafür gibt es längst kein Geld mehr. Die Zukunft im All gehört Maschinen, nicht Menschen.


http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,664637,00.html (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,664637,00.html)

Sieht so aus das wir früher oder später das Forum "bemannte Raumfahrt" schließen können. :-[
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Haus Atreides am 16. Dezember 2009, 10:53:34

So, auch mal frisch registriert.^^

Sieht so aus das wir früher oder später das Forum "bemannte Raumfahrt" schließen können. :-[

Ehm, ohne jetzt überheblich klingen zu wollen, aber dieser Abgesang auf die bemannte Raumfahrt wie er im Artikel beschrieben wird, kursiert schon seid Jahren herum und wird meist von Gegnern der bemannten Raumfahrt für sich eingenommen.


Würde den Artikel persönlich nicht so ernst nehmen.



Titel: Re: NASA
Beitrag von: Olli am 16. Dezember 2009, 14:01:10
Sehe das wie Haus Atreides... herzlich Willkommen hier in der RaumCon :)

Aktueller und besser infomiert ist wohl jeder eher durch die RaumCon oder das Portal Raumfahrer.net als über doch manchmal recht subjektiv verfasste Artikel diverser Magazine.

Was auch immer geschehen mag, welche Entscheidung bei der NASA auch immer getroffen wird, es wird weiter gehen.

Grüße,
Olli
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 18. Dezember 2009, 08:30:40
http://blogs.sciencemag.org/scienceinsider/2009/12/exclusiveobama.html

Licht am Horizont? Ähnliches hatten wir aber auch schon mit dem Shuttle und der ISS. Die USA bieten Beteiligungen an die nur in Abhängigkeit von den USA funktionieren. So werden die europäischen Raumfahrtbudgets abgeschöpft und es können keine konkurrierenden Projekte entstehen.  :-X
Titel: Re: NASA
Beitrag von: pulsar am 18. Dezember 2009, 09:12:16
Welche konkurrierende bemannte Projekte gibt es denn in Europa?
Es ist nur ein Angebot. ESA wird selbst entscheiden, ob man mitspielt oder nicht.
Oder denkst Du, es wäre besser wenn U.S. das alles nur für sich selbst halten würde?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 18. Dezember 2009, 09:24:53
Naja, anstatt beim Shuttle einzusteigen beschloss Frankreich damals Ariane IV und die europäische Raumfahrt hatte so ihren größten Erfolg. Heute beteiligt sich Europa an der ISS mit beträchtlichen Mitteln. Wenn man außerdem einen eigenen Zugang geschaffen hätte, würde das den europäischen Standorten und dem internationalen Wettbewerb besser tun. Insofern ist die Frage nach europäischen Alternativen berechtigt. Zu diesem Thema ist der Artikel über Hermes in RC recht interessant.

Dass eine interplanetare Mission nur in Kooperation aller Raumfahrt interessierter Länder stattfinden kann, hat nichts damit zu tun. Immerhin scheint es der NASA zu gelingen sich etwas von der Lobbyisten -Raumfahrt zu lösen und sich wieder an Zielen zu orientieren. Apropos, wie wird es in Europa mit Vega etc. weitergehen?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rm39 am 18. Dezember 2009, 11:08:45
Zumindest gab es in diesem Jahr einen VEGA Triebwerkstest mit der dritten Stufe, das ist doch schon mal was.  ::)
Siehe hier:
http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=4208.msg128939#msg128939
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 18. Dezember 2009, 11:22:48
Richtig. Die Mädchen und Jungs aus Lampoldshausen machen alles aus ihren Chancen. Wenn sie aber mehr Chancen hätten, wäre es auch nicht schlecht. Dazu würde auch ein entsprechendes europäisches Konzept gehören. Derzeit jammert die EADS aber, dass ihnen Sojus die Aufträge wegnimmt. Was hat man denn bei der Ministerratskonferenz in Edinburgh erwartet? Der US-Ansatz, wenn er so verwirklicht wird, macht für die amerikanische Raumfahrt auf alle Fälle Sinn. Es wäre nur schön, wenn diese Entscheidungen Europa unter Zugzwang brächten.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 18. Dezember 2009, 19:20:48
Was jetzt aber wirklich interessant wird, ist das Layout des künftigen US-Schwerlastträgers. Es gab schon einmal den Vorschlag für einen Kerosin/Sauerstoff-Träger mit in Lizenz gebauten RD-180-Triebwerken. Dann gibt es eine Tendenz zur Methan/Sauerstoff-Verbrennung als umweltfreundlichem Antrieb. Hierzu müssten die Triebwerke aber neu entwickelt werden. Vielleicht werden wir aber auch die Shuttle 4-Segmentbooster wiedersehen. Nach aktueller NASA Berechnung sind die aber teurer als die Feststoffbooster Flüssigbooster - Sorry. Schaum mer mal.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Ruhri am 19. Dezember 2009, 00:33:57
Vielleicht werden wir aber auch die Shuttle 4-Segmentbooster wiedersehen. Nach aktueller NASA Berechnung sind die aber teurer als die Feststoffbooster. Schaum mer mal.

Könntest du diese Aussage etwas präzisieren? Ich hätte nämlich gedacht, dass beides dasselbe ist. Wie kann also das eine teurer sein als das andere?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Meagan am 19. Dezember 2009, 20:21:51
Ich habe diesen schönen Link gefunden. Irgendwie kann ich nachfühlen, wie aufregend so ein Raketenstart ist. Besonders für jemanden, der bei der Entwicklung dabei war.

http://www.cosmicdiary.org/blogs/nasa/amy_mainzer/ (http://www.cosmicdiary.org/blogs/nasa/amy_mainzer/)

Wann kann man denn mit ersten Bildern von der WISE Mission rechnen ?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 30. Dezember 2009, 08:32:37
Guten Morgen,

NASA beginnt Studien zu einer Sondenmission 2018:
http://www.jpl.nasa.gov/news/news.cfm?release=2009-205 (http://www.jpl.nasa.gov/news/news.cfm?release=2009-205)

Für 650 Millionen $US (ohne Startkosten) soll eine Mission stattfinden, die entweder Venus (Landung), Mond (sample return) oder einen Asteroiden (sample return) zum Inhalt hat. Die Auswahl soll Mitte 2011 erfolgen. Die drei Teams erhalten jeweils 3,3 Millionen $US, um in Studien ihre Konzepte bis dahin auszuarbeiten.

Details zu den Konzepten:
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 30. Dezember 2009, 11:04:26
Cool...
Aber:

Wie immer stellt sich die Frage, was...

Zitat
Mond (sample return)
bezüglich Mondbasis und Constellation sicherlich sehr interessant, um zu sehen, wieviel Wassser, Sauerstoff, etc. man aus dem Mondgestein gewinnen kann...

Zitat
Venus (Landung)
das hat es schon lange nicht mehr gegeben...
Naja, aber ... Menschen auf die Venus zu bringen, soweit sind wir lange nicht, und daher könnte man sich mit diesen Studien etwas zurückhalten - gerade auch dann, wenn bereits von Russland Verena-D geplant ist...

Zitat
Asteroiden (sample return)
Wahrscheinlich das populistischste...
"Abwerhr gegen Killer-Asteroiden"
Obwohl die Zusammensetzung auch sehr interessant wäre...
Momentan sehe ich aber keinen größeren Nutzen darin, da bereits Don Quichote (ESA) zu einem Asterioden in Planung ist.

Bemannt mit Orion (als Test für die Lestungsfähigkeit der neuen Kapsel) zu nem Asteroiden brächte mehr, da bringt man auch viel mehr Material mit...



Zitat
and the selected mission must be ready for launch no later than Dec. 30, 2018.
Also vielleicht sehen wir die Mission sogar früher...
Wann ist denn das letzte Startfenster zur Venus??

Könte eine Mission zum Mond könnte nicht schon in 4-5 Jahren bereit sein?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 30. Dezember 2009, 11:27:30
MoonRise hat nichts direkt mit Constellation, in-situ-Ressourcen und bemannter Raumfahrt zu tun. Es ist eine reine Grundlagen-Forschungsmission, wie die anderen beiden Vorschläge auch. Man hofft im Aitkenbecken ausgeworfenes altes Krustenmaterial zu finden und davon eine Probe zu erhaschen.

Sieh halt nicht alles durch deine "bemannten Augen".  Darum geht es hier nicht. Aber darum (oder gerade deswegen) ist das nicht weniger wertvoll.

Auch deine "populistische Unterstellung" bzgl. Osiris-Rex ist absolut aus der Luft gegriffen. Die NASA schickt immer wieder Sonden zu anderen Himmelskörpern, für die Forschung, nicht mehr und nicht weniger, und das ist sehr gut so. Oder warum sind wir auf dem Weg zu Merkur, zu Pluto, zu Ceres? Warum sind wir bei Sarturn oder waren bei Jupiter (und sind auch bald wieder da)?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 30. Dezember 2009, 11:31:48
Soweit ich mich erinnere, gab es mal eine russische Verena-Sonde, die als einzige Bodenproben nehmen sollte. Dummerweise ist die abdeckplatte daruntergefallen und somit könnte das Experiment nicht durchgeführt werden...

Gab es eigentlich schon einmal eine gelungene chemische Untersuchung des Venus-Bodens?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: sf4ever am 30. Dezember 2009, 13:48:52
@runner: Das, was du meinst, war bei Venera 14, und das war keine Bodenprobenentnahme, sondern laut Wikipedia eine "Unetsuchung der Festigkeit des Bodens". Bei der Schwestersonde, Venera 13, hat das übrigens geklappt. ;)
So sah das dann aus:
(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up016716.jpg)
Zur chemischen Untersuchung: Ich weiß zwar nichts dazu, es würde mich aber wundern, wenn die Russen das nicht getan hätten.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 30. Dezember 2009, 13:54:25
Ah, danke..
Das hatte ich schlecht in Erinnerung...

Zitat
Zur chemischen Untersuchung: Ich weiß zwar nichts dazu, es würde mich aber wundern, wenn die Russen das nicht getan hätten.

Naja, bei Bodenproben vom Mars werden die immer erhitzt. Aber auf der Venus sind die ja schon ziemlich heiß...
Dann wahrscheinlich von 475°C auf 1000-1400°

Vieleicht gab es damals noch keine Instrumentenarme, die Bodenproben nehmen hätten können und solchen Temperaturen standhielten...
Ich google das mal nach   8)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Martin am 30. Dezember 2009, 14:27:12
Surkov, Y. A., Barsukov, V. L., Moskalyeva, L. P., Kharyukova, V. P., & Kemurdzhian, A. L., 1983.New data on the composition, structure, and properties of Venus rock obtained by Venera 13 and Venera 14. (http://articles.adsabs.harvard.edu//full/1984LPSC...14..393S/0000393.000.html) American Geophysical Union and NASA, Lunar and Planetary Science Conference, 14th, Houston, TX, Mar. 14-18, 1983

Bodenproben wurden mittels XRF (Roentgenfluoreszenz) analysiert. Ergebnisse der Analysen stehen im verlinkten Artkel.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: pulsar am 31. Dezember 2009, 09:33:48
Momentan sehe ich aber keinen größeren Nutzen darin, da bereits Don Quichote (ESA) zu einem Asterioden in Planung ist.

Ganz recht: "ist in Planung" - und nichts weiter. Don Quijote ist übrigens kein sample return, sondern ein Orbiter und ein Impactor (noch mehr populistisch?).
Vielleicht meinst du Marco Polo? Es ist nur ein M-class mission von vielen und soll noch ausgewählt werden (genau so wie Osiris-Rex).
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rm39 am 30. Januar 2010, 18:21:32
Hi,

gestern war der "Tag der Erinnerung" bei der NASA. Dieser Tag ist dazu da, um den Mitgliedern der NASA-Familie zu gedenken, die bei  Exploration und Entdeckung des Alls gestorben sind. Viele Mitarbeiter der NASA z.B. KSC-Direktor Bob Cabana und sein Vertreter Janet Petro legten gestern Blumen und Kränze zum Gedenken nieder. Staatsbeamte der NASA, Auftragnehmer und Besucher zollten ihre Anerkennung u.a. den Mannschaften von Apollo 1 und Raumfähren Chalanger und Columbia, sowie ihren anderen gestorbenen Kollegen im Laufe dieses Tages. Nachdem die Besatzung von STS-130 die Wiedereintrittsprozeduren im Simulator am Johnson Space Center (JSC) geprobt hatten, nahmen auch sie an den Festlichkeiten zu diesem besonderen Tag teil.
(http://www-pao.ksc.nasa.gov/kscpao/images/medium/2010-1530-m.jpg) (http://www-pao.ksc.nasa.gov/kscpao/images/medium/2010-1530-m.jpg) (http://www-pao.ksc.nasa.gov/kscpao/images/medium/2010-1532-m.jpg) (http://www-pao.ksc.nasa.gov/kscpao/images/medium/2010-1532-m.jpg)
(klick für höhere Auflösung)
Alle weiter Bilder gibt es hier:
 Media Gallery (http://mediaarchive.ksc.nasa.gov/search.cfm?cat=4)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: GG am 31. Januar 2010, 18:21:15
Na, das klingt doch mal interessant, auch wenn es "nur" die Luftfahrt betrifft: Die NASA möchte einen Einmann-Senkrechtstarter mit Elektroantrieb entwickeln.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/NASA-entwickelt-Ein-Mann-Senkrechtstarter-918861.html
http://www.youtube.com/watch?v=rhpPhvWvLgk
Titel: Re: NASA
Beitrag von: hesaenger am 31. Januar 2010, 19:23:38
Hauptsache anders. Da erscheint mir der Gyrocopter doch plausibler.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: moonjumper am 01. Februar 2010, 20:44:32
Hi,

von Ergonomie kann bei dem Flizer auch keine Rede sein.
Auf dem Bauch liegende "Sitzpositionen" haben sich meiner Meinung mit Recht nicht durchgesetzt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 03. Februar 2010, 07:22:54
Ein neuer GAO-Bericht über Kosten von diversen NASA GroßProjekten:
http://www.gao.gov/new.items/d10227sp.pdf
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 26. Februar 2010, 09:46:12
NASA modernisiert Teile des DSN (Deep Space Network) zur Kontrolle interplanetarer Missionen:

Quelle: http://www.jpl.nasa.gov/news/news.cfm?release=2010-065 (http://www.jpl.nasa.gov/news/news.cfm?release=2010-065)

Drei 70m-Antennen in Goldstone/Kalifornien, Madrid/Spanien und Canberra/Australien sind 40 Jahre alt und sollen bis 2025 durch 34m-Antennen ersetzt werden. Mit neuer Technologie sollen die Antennen mehrere Frequenzen parallel verarbeiten können und außerdem hochfrequente Signale im Ka-Band (26.5 bis 40 GHz) empfangen, welche die hohen Datenströme zukünftiger Missionen tragen. Canberra soll 2018 fertig sein.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: best4ever am 26. Februar 2010, 21:47:18
http://www.flightglobal.com/blogs/hyperbola/2010/02/video-us-house-science-committ.html

einfach nur krass. der arme.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 27. Februar 2010, 10:09:09
NASA investiert 75 Millionen Dollar in suborbitale Flüge mit wissenschaftlichen Experimenten:
http://www.spacenews.com/venture_space/100226-suborbital-ventures-eye-nasa-business.html

Eine sehr gute Idee wie ich finde.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 27. Februar 2010, 19:47:36
Zitat
NASA investiert 75 Millionen Dollar in suborbitale Flüge mit wissenschaftlichen Experimenten:

Wird den privaten Suborbitalunternehmern Starthilfe geben, sonst hätten sie 10 Jahre gebraucht, um so viel Geld anfänglich zusammenzutragen ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 27. Februar 2010, 19:51:42
Stimmt nicht, denn Virgin Galactic z.B. hat bereits Flüge für 72 Millionen Dollar angezahlt bekommen. Aber eine Hilfe ist es natürlich sicherlich. ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rm39 am 09. März 2010, 18:10:09
Hi,

als Ergänzung zu Schillrichs Beitrag #720: NASA repariert legendäre Riesenantenne
http://www.ftd.de/wissen/technik/:weltraumforschung-nasa-repariert-legendaere-riesenantenne/50085974.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 17. März 2010, 00:09:14
Da unser Thread "Künftige Strategie der bemannten US Raumfahrt" geschlossen ist, weiß ich nun gar nicht wohin mit meinem Beitrag. Ich finde eine solchen Thread auf jeden Fall enorm wichtig für das Interesse an Raumfahrt bei uns. Auch wenn die Disskusionen ausarten sind Sie doch grundsätzlich raumfahrtbezogen. Vielleicht ist ja der bemannte Bereich falsch...


Aber zu meiner News:

Laut florida-today (http://flametrench.flatoday.net/2010/03/nelson-excellent-conversation-with.html) hat sich der Senator von Florida, Bill Nelson (selbst Astronaut), mit Präsident Obama getroffen um über die NASA zu diskutieren. Bill Nelson selbst spricht von einem wunderbaren Gespräch.

Allerdings lehnte er ab weitere Details an die Öffentlichkeit zu geben und das man warten solle bis zum 15. April wo Obama seinen Auftritt am KSC haben wird.

Seien wir gespannt warum ausgerechnet Nelson von einem "ausgezeichneten Gespräch" spricht.

Gruß, Klaus
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tomtom am 17. März 2010, 09:15:44
Bolden hat sich wieder geäußert:
http://www.spaceref.com/news/viewsr.html?pid=33707
Interessant finde ich die Aussagen zum Commercial Crew Thema.
Zunächst sagt er, dass Constellation nicht funktioniert hätte und nur zu dem Ergebnis geführt hätte:
Zitat
U.S permanent human presence in space and our international human spaceflight partnership would have ended or been totally dependent on the Russians for the foreseeable future.
Er benennt die Atlas V quasi als Kronzeugen für die Richtigkeit des Commercial-Ansatzes:
Zitat
Commercial providers have long carried our most valuable payloads to space for the nation and have been integral to every human spaceflight mission since the beginning. My guess is that the American workers who have successfully built and launched the Atlas V 20 times in a row would disagree that US commercial spaceflight is untried or untested.
Wobei die 5 CCDev-Partnerfirmen es richten sollen.
Bolden formuliert fast eine Vision daraus:
Zitat
What we are trying to do is to develop multiple, redundant, made in America capability for access to LEO. So we'll never again be dependent on just one provider.
"Wir wollen eine vielfältige, mehrfache, eigene Fähigkeit entwickeln, den LEO zu erreichen. So werden wir nie wieder abhängig sein von nur einem Anbieter."

Soweit so gut, wobei ich doch meine, dass man von den Russen für eine unabsehbare Zeit abhängig sein wird. Früher hieß es mal, Konzentration und Spezialisierung, heute wohl nicht mehr.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: James am 26. März 2010, 15:54:45
Hoi

Wie auch hier im Forum schon oft angeklungen ist, ist es, insbesondere wenn man die möglichen Verzögerungen betrachtet, eine Herausforderung, die noch ausständigen Missionen im derzeitigen Zeitplan durchzuführen.
Nicht anderer Meinung dürfte das "NASA's Office of the Inspector General" sein, auf dessen Bericht sich space.com in diesem Artikel (http://www.space.com/news/space-shuttle-retirement-report-100325.html) bezieht.
Zitat
NASA is not likely to meet its September 2010 timetable, and it will most likely take until the second quarter of FY 2011 to complete the last of the planned Space Shuttle flights
Also, sie erwarten nicht das sich September 2010 ausgeht, sondern eher daß es sich bis zum zweiten Quartal des 2011-er Finanzjahres ziehen wird (wann fängt das 2011-er Finanzjahr an? Oktober 2010? Also ist dann das erste Kalenderquartal 2011 gemeint?) Ich glaub´ diese Einschätzung habe ich im Forum auch schon mehrfach gelesen. Eine Verlängerung ist selbstverständlich auch mit Kosten verbunden.
Zitat
NASA spends about $200 million a month on the space shuttle program and will likely spend about $54 million in overtime pay in an effort to keep stay on track, the new report stated. However, since that is still cheaper than the cost of rescheduling the entire shuttle flight manifest to officially target a December 2010 retirement
Also, Mehrausgaben die entstehen um den Fahrplan zu halten, würden geringer sein als eine Neufestlegung/Verlängerung des Programms.

Gruß, James
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rm39 am 30. März 2010, 09:17:37
Hi,

50 Jahre am Marshall Space Flight Center in Huntsville, Alabama.
Von der Entwicklung der Saturn V bis zur innovativen Forschung an Bord der Internationalen Raumstation, das George C. Marshall Raumflugzentrum der NASA in Huntsville, Ala. lieferte ein halbes Jahrhundert entscheidender Beiträge zur Erforschung des Weltraums durch die USA.
Diesem wird in einem kurzen HD-Film gedacht:
http://www.youtube.com/watch?v=ogVIo38PdcM
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 06. April 2010, 08:11:16
http://nasawatch.com/archives/2010/04/is-a-human-spac.html

Eine Lösung zeichnet sich ab, aber bis zum 15. April müssen wir noch warten, um definiert Aussagen zu bekommen...


- Shuttle wird verlängert. Dadurch erhält man die Möglichkeit zu
- Shuttle Heavy-Lunch-Vehicle
- COTS und ComercialCrewDevelopement bleiben (private Raumfahrt)
- Orion light wird entwickelt (für EELV), Ares fallengelassen; als Absicherung, falls Private Anbieter versagen
-
Zitat
NASA will also seek to develop a human-rated exploration spacecraft that only operates in space.  
Was das ist, verstehe ich nicht genau. Also wahrscheinlich ein wiederverwendbares Raumschiff in der Größe eines ISS-Moduls, das zum Mond (bzw Mars) und wieder zurück fliegen kann
In den Orbit wird es vom Shuttle HLV (''Shutle C'') geschossen. Aufgetankt wohl von den Commerziellen


Also Strategie könnte sein: Komerziellen Markt warm halten und entwickeln, nebenbei mit Orion und EELV die ISS betreiben und mit Shuttle C ein Raumschiff hochhieven, das zum Mond kommt und die Crew wird mit Orion geliefert.

Klingt das realistisch (speziel im Bezug aufs Budget)?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 06. April 2010, 08:25:08
Bei Meldungen von  nasawatch.com sollte man sehr vorsichtig sein.
Nicht alles was dort gemeldet wird, hat auch einen realen Hintergrund, reine Spekulation im Moment.

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: sven am 06. April 2010, 10:44:29
verstehe ich das richtig: wird da etwa über ein orbitalschiff mit mondflugmöglichkeit, angedockt an die iss nachgedacht... :o...

zu den sternen
sven
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 06. April 2010, 10:58:03
Nein, das verstehst du falsch ;)
Nasawatch.com hat Gerüchte in de Welt gesetzt, deren Wahrheitsgehalt im Moment nicht zu beurteilen ist.
Bevor wir hier eine sinnlose Diskussion vom Zaun brechen, sollten wir abwarten, was Obama erzählen wird, wenn er Mitte April in Florida ist.

Gruß,
KSC

Titel: Re: NASA
Beitrag von: sven am 06. April 2010, 11:06:22
uff...und ich dachte schon, meine kühnsten träume und romantischsten vorstellungen, die entwicklung der menschheit ins weltall und der raumfahrt an sich betreffend, würden wahr werden... ;)...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: -eumel- am 06. April 2010, 11:42:39
uff...und ich dachte schon, meine kühnsten träume und romantischsten vorstellungen, die entwicklung der menschheit ins weltall und der raumfahrt an sich betreffend, würden wahr werden... ;)...

 :) Als Künstler denkst Du wohl zu emotional, Sven.  8)
Hierbei geht es aber mehr um politische Entscheidungen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 06. April 2010, 12:10:55
Interessanter Plan.  Um diesen Mondcruiser allerdings wieder in den LEO zu bekommen, bedarf es deutlich mehr Treibstoff als es beim Apollo Konzept der Fall ist. Da könnte man natürlich Aerobraking benutzen. Allerdings muss man auch den ISS Orbit wieder treffen.

Da bin ich ja mal auf nächste Woche gespannt, ob das wirklich alles so kommt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 06. April 2010, 18:09:07
Das nächste Gerücht.;) Laut Mars Society wird Obama am 15. April einen agressiven Plan vorstellen, der eine NEO-Landung in 2016 vorsieht. ::)

Quelle: http://www.marssociety.org/portal/mobilize-now-to-save-nasa-human-space-flight/

Wers glaubt....
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 06. April 2010, 19:37:10
2016, lächerlich, niemals.
Mit solch dämlichen Äußerungen tut man der bemannten Raumfahrt alles Andere, nur keinen Gefallen  >:(

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: websquid am 07. April 2010, 15:26:33
Angesichts solcher Gerüchte kann man wirklich nur abwarten, was wirklich angekündigt wird. Das ist im Moment nur lächerlich, was spekuliert wird. Wir alle wissen, dass solche Ankündigungen Blödsinn sind - 2016 NEO wenn 2016 erst wieder frühestens der LEO erreicht wird, was soll sowas? KSC hat recht, damit tut man der Raumfahrt wirklich keinen Gefallen.

mfg websquid
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 08. April 2010, 13:23:31
Pratt & Whitney Rocketdyne hat anderen Firmen wie Lockheed, United Space Alliance etc.. mitgeteilt, dass man das Lobbying für Constellation nicht länger unterstützen wird:
http://blogs.orlandosentinel.com/news_space_thewritestuff/2010/04/nasa-contractors-abandoning-the-constellation-moon-prorgam.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 08. April 2010, 17:05:06
Was höre ich gerade bei TWIS???

Sinngemäß:
Der Chefingenieur der NASA hat einen Antrag von Constellation angenommen, dass man (sollte es weiter gehen) nicht mehr das metrische System nutzen möchte. Die Nutzung soll 368 Millionen Dollar kosten, da man alte Verfahren/Software/Hardware in Constellation nutzt.

Ist zwar teuer ... wäre aber vielleicht sinnvoll?  ::) ... gut, es ist sehr teuer  ???.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 08. April 2010, 17:14:37
Nicht mehr das metrische System nutzen? Was will man denn stattdessen benutzen?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 08. April 2010, 17:19:47
Na das, was man bisher nutzt, angloamerikanisches/imperiales Kauderwelsch ... wie praktisch auch überall in der  (westlichen) Luftfahrt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: websquid am 08. April 2010, 17:23:34
Das klassische imperiale - Meilen, Fuß, Zoll, Pfund...

könnte vor allem sinnvoll sein, weil die meisten Unternehmen in diesen Einheiten rechen. Man hat schon mal eine Sonde verloren, weil der Hersteller imperial und die NASA metrisch gerechnet hat (Mars Climate Orbiter)

mfg websquid
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 08. April 2010, 17:31:56
Man sollte sich auf einen Standard einigen und diesen gibt es bereits. Die internationalen SI Einheiten.

Bei internationaler Kooperation sehe ich sonst große Mehrkosten auf die Weltraumagenturen zukommen, wenn jeder mit einer eigenen Definition ankommt... ::)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 08. April 2010, 17:32:23
Gut, Constellation an sich ist zwar eh a "dead man walking", aber so eine Grundsatzentscheidung dürfte sich auch auf Folgeprogramme auswirken. Wenn man metrisch sein möchte, dann am besten (am billigsten) von Anfang an.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 08. April 2010, 20:43:38
Die NASA hat die Aufgabenverteilung für die NASA Zentren unter Obamas neuem Plan veröffentlicht:
http://www.nasa.gov/news/budget/index.html

Das ist ein sehr starker Indikator, dass Obama nächste Woche auf der Konferenz lediglich seine bereits bekannten Ideen erneut vorstellen wird, also keine Veränderungen im Plan.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tomtom am 09. April 2010, 09:08:39
Im Nasaspaceflight-Forum wurde das ausführlich diskutiert und man ist da praktisch einhellig und einmal mehr entsetzt und fassungslos. Ich sehe das auch so. Die letzte Hoffnung scheint der Congress zu sein.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: manuma am 10. April 2010, 10:49:44
Ich habe mir das mal angesehen. Man will zwar den kommerziellen Crewtransport fördern in den "Erdorbit" fördern, aber gleichzeitig wird kein Geld dafür ausgegeben, an einen Nachfolger für die ISS zu entwickeln. Die ISS kann zwar noch 10-12 Jahre schaffen, aber ewig wird man diese auch nicht betreiben können. Was macht man dann mit dem kommerziellen Crewtransport, nachdem die ISS außer Dienst gestellt wurde? Dann hat man ein Raumschiff und kein Ziel mehr dafür  :-\

Bolden sprach davon, dass der neue Plan "affordable" und "sustainable" sei. Aber ein nachhaltiges Konzept kann er damit nicht wirklich meinen.

Gruß  ;)

Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 10. April 2010, 10:52:09
Obama hält am 15. April von 21:00 MESZ bis 21:45 MESZ eine Rede auf dem Weltraumgipfel am KSC, anschließend geht er wieder:
http://nasawatch.com/archives/2010/04/stealth-space-s.html

@manuma: Dies ISS wird es bestimmt mindestens bis 2028 geben.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 10. April 2010, 11:21:04
Dies ISS wird es bestimmt mindestens bis 2028 geben.

Bestimmt noch länger. Man ist grade dabei sämtliche Alternativen zu verbauen weil man das ganze gewonnene Know How wegwirft um wieder von vorne zu beginnen.

Um dann festzustellen, dass die kommerziellen auch nicht billiger oder gar sicherer sein werden. (gibts ja unzählige Beispiele für outsourcing....)

Bolden rennt von einer Pressekonferenz zur anderen und kommt aus dem Heulen in der Öffentlichkeit gar nicht mehr raus, erzählt dann aber, dass es der beste Weg sei. Alles klar...  ::)

Gruß, Klaus
Titel: Re: NASA
Beitrag von: jok am 10. April 2010, 11:33:02
Dann hat man ein Raumschiff und kein Ziel mehr dafür  :-\

...na dann sind wir wieder in den achtzigern angekommen!
Ein Space Shuttle -Raumpendler der damals ebenfalls kein Ziel hatte ;)

Aber nein es sollten dann wohl eher die sechziger sein ,viel mehr sehe ich da noch nicht beim kommerziellen Crewtransport.

gruß jok
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tomtom am 10. April 2010, 11:44:58
Obama hält am 15. April von 21:00 MESZ bis 21:45 MESZ eine Rede auf dem Weltraumgipfel am KSC, anschließend geht er wieder:
45min, na super, dafür brauchen wir nicht mal einen neuen Thread aufmachen. ;)

Es gibt aber was positives: bei aller totalen Unverbindlichkeit hat sich jetzt Lori Garver doch mal zu einem Ziel/Zeittermin geäußert.
Zitat
within five years, I would expect to see at least one commercial U.S. vehicle carrying astronauts to and from the ISS on a regular basis for a per-seat price.
http://www.popularmechanics.com/science/space/nasa/lori-garver-future-of-NASA

ok, auch nichts neues, aber ab jetzt laufen für mich die 5 Jahre.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 10. April 2010, 11:58:58
"would expect" ist für mich keine verbindlicher Zeitplan...

Gruß, Klaus
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 10. April 2010, 12:42:54
Zitat
Was macht man dann mit dem kommerziellen Crewtransport, nachdem die ISS außer Dienst gestellt wurde? Dann hat man ein Raumschiff und kein Ziel mehr dafür

Naja, wenn es ein 'echtes' Raumschiff, also Transferschiff, LEO-Mond-LEO / LEO-Asteroid-LEO gibt, müssten die Astronauten doch auch irgendwie hoch ins Raumschifff...

Soweit ich weiß ist diese Raumschiff jedoch kaum mehr als Spekulation...
Zitat
"would expect" ist für mich keine verbindlicher Zeitplan...
Es ist sicher besser als nichts.... Obwohl, ich kann ein paar Leute fragen, und einer sagt halt 10 Jahre, ein andrer glaubt nicht an CCD...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: jok am 10. April 2010, 17:51:16
Bevor wir hier eine sinnlose Diskussion vom Zaun brechen, sollten wir abwarten, was Obama erzählen wird, wenn er Mitte April in Florida ist.

Gruß,
KSC

Hallo,

..kleiner Einwurf noch zum Thema Obama in Florida:

Man sollte Ihm auf einer großen Videoleinwand seine Rede vom 2. August 2008 in Titusville vorspielen.....
Hier:http://www.savespace.us/Page/SpacePolicy.aspx (http://www.savespace.us/Page/SpacePolicy.aspx)
..das Video rechts oben...

Damit wäre dann alles geklärt, zum Thema Führungsrolle in der bemannten Raumfahrt,Sicherung des Technologievorsprung, Arbeitsplätze in neuen Programmen..also Shuttle Nachfolger!!!

....Realität...????  >:(



gruß jok
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 11. April 2010, 18:59:21
Hier ein aktuelles Papier von Edward Crawley vom MIT (+ ein Mitautor), Augustine Komiteemitglied, zu dem neuen NASA Plan von Obama:
http://web.mit.edu/press/images/reports/space-report.pdf

Im wesentlichen befürworten sie den neuen Plan, allerdings sollen noch einige Punkte weiter aufgearbeitet werden. Insbesondere fordern sie man sollte keine definitiven Daten und keine definitiven Ziele zum jetzigen Zeitpunkt setzen, da sonst bald die nächste Augustinekommission notwendig ist.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 11. April 2010, 19:29:55
da sonst bald die nächste Augustinekommission notwendig ist.

Man hört doch sowieso nicht auf die Empfehlungen der Kommissionen.

Gruß, Klaus
Titel: Re: NASA
Beitrag von: mic165 am 11. April 2010, 23:10:38
Soeben hab ich diesen Artikel gelesen:

Mit dem Taxi ins Weltall
Raumfähren der USA haben bald augsedient - Private sollen Lücke füllen

http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/mit_dem_taxi_ins_weltall_1.5416431.html (http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/mit_dem_taxi_ins_weltall_1.5416431.html)

Am Schluss des Artikels wird gesagt dass sich wohl ein Kompromiss abzeichnet. Ares I fix gestrichen, Ares V wird weiterentwickelt und bis 2015 2 Shuttle Starts pro Jahr geben! als Übergang sozusagen bis die Privaten Firmen soweit sind Crewtransport zu gewährleisten. Mal schauen was am Donnestag kommuniziert wird.

Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 11. April 2010, 23:33:21
Zitat
Als kurzfristige Lösung könnte sich auf dem Weltraumgipfel ein Kompromiss abzeichnen

könnte... Alles was danach kommt, hat sich Guido Meyer (http://www.focus.de/intern/impressum/autoren/?id=191) ausgedacht.

Gruß, Klaus
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Nitro am 14. April 2010, 07:38:24
Neues zum Besuch (und Ankuendigungen) von Obama morgen am KSC diesmal von einer ganz offiziellen Quelle: Lori Garver NASA Vize-Administatorin:


Quelle: http://www.space.com/news/obama-space-plan-revives-orion-sn-100413.html (http://www.space.com/news/obama-space-plan-revives-orion-sn-100413.html)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Nitro am 14. April 2010, 10:03:51
Meine Meinung dazu:

Nicht wirklich berauschend aber dennoch mehr als ich erwartet haette.

Eine Orion Lite war ja vorher schon einmal in der Diskussion, aber wenn man bedenkt, dass die Kapsel von einem Zubringer zu Mond und Mars jetzt auf ein Rettungsboot fuer die ISS reduziert wird ist das schon traurig. Zumindest hat man auf diese Weise die Moeglichkeit mit geringem Aufwand das Raumfahrzeug noch zu einem LEO Zubringer aufzuwerten, falls die Kommerziellen scheitern sollten. Ich denke das ist auch der Grundgedanke dahinter.

Dass ein Schwerlasttraeger fuer die Zukunft dringend notwendig ist sollte wohl unumstritten sein. Dennoch: 2015 will man sich also fruehestens darauf festlegen wie dieser aussehen soll.  :( Der Gedanke hier ist laut Garver wohl der, dass man mit den neuen finanziellen Mitteln in den naechsten 5 Jahren an Schwerlasttechnologie forschen will. Je nachdem was dabei heraus kommt kann man dann eher bestimmen wie dieser aussehen soll. Ich bin da dennoch skeptisch. Ich befuerchte, dass wir in 5 Jahren dann auch nicht weiter sind als heute. Vielleicht sehen wir dann wieder ein paar schoene bunte Power-Point Praesentationen auf denen dann steht, dass mit der Entwicklung 2020 angefangen wird und wir fruehestens 2030 mit einer neuen Rakete rechnen duerfen, wenn ueberhaupt.  :-\
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tomtom am 14. April 2010, 10:54:11
Meine Meinung: jetzt haben sie es endgültig verbockt. :(

Mal abgesehen von der merkwürdigen Kommunikation, hatte man nicht erst vor ein paar Jahren den Plan eines Rescue-Systems aufgegeben.
Sicher, es geht nicht wirklich darum, sondern um aus dem jetzt entstandenen Scherbenhaufen noch was zu retten und evtl. (!) noch eine Basis zur Weiterentwicklung zu haben. Andererseits, wenn L. Garver jetzt sagt, dass es keinen Plan für die BEO-Orion gibt, dürfte wohl nicht mehr beabsichtigt sein, eine Arbeitsteilung der Form -Commercial für LEO- / -NASA für BEO- zu erreichen.

Auch beim HLV schien es bislang so, als könne man ein SD-HLV wollen, sodass die Entscheidung 2009/10 getroffen wäre und jetzt soll das 2015 stattfinden. Positiv sehe ich, dass man sich Gedanken über ein optimales Konzept machen kann, unabhängig von Kompromissen durch vorhandene Teilsysteme. Das man aber ein System für Crew+Cargo ins Auge faßt, finde ich komisch, das sollte es doch nach dem Shuttle eigentlich nicht mehr geben.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 14. April 2010, 11:38:32
Mit diesem Schritt reagiert man auf die Kritik am Erfolg des kommerziellen Crewtransports. Wenn Orion zu einem CRV entwickelt werden soll, dann verfügt die Kapsel schon über alles notwendig um im Weltall Menschen zu transportieren. Lockheed muss dann nur noch das LAS von Orbital kaufen und die Kapsel auf einer noch für bemannte Flüge zu qualifizierenden Atlas V starten. Dafür kann man Geld aus dem kommerziellen Crewtransport nutzen. Die Chance auf Erfolg bis Ende 2016 ist da sehr hoch denke ich.

@tomtom: Scherbenhaufen war das Constellationprogramm. Das neue Programm ist wenigstens mit dem vorhandenen Geld ausführbar.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: feize am 14. April 2010, 12:48:07

Scherbenhaufen war das Constellationprogramm

Hallo,
dieser Meinung bin ich auch! Die Bushregierung hat den Auftrag erteilt, innerhalb von ca. 5 Jahren ein neues sicheres Raketensystem zu entwickeln. Da fehlte einfach die Zeit, sich über genaue Konzepte etc. gedanken zu machen und daran zu Forschen. Daher auch die Kostenexplosionen. Dieses will man nun nachholen.

Gruß,
Feize
Titel: Re: NASA
Beitrag von: websquid am 14. April 2010, 13:11:55
Genau so ist es! Wenn man Orion erstmal als CRV entwickelt, und sich dann auch noch wünscht, dass Lockheed am Commercial Crew Programm teilnimmt mit der Orion, gibt es eine Perspektive. Eigentlich ist das doch das, was sich die meisten hier gewünscht haben: Orion weiternutzen, Ares I war sowieso immer ein zweifelhaftes Konzept, man kann auch ohne auskommen.

Das einzige, was nicht so gut ist: Entwicklung eines HLV erst von 2015 an. Damit könnte man jetzt auch schon anfangen, vor allem, wenn man Shuttle Technik verwenden will. Andererseits gibt es momentan noch nicht mal echte Konzepte, was man mit dem HLV starten will - so dringend braucht man es also noch nicht. Es wäre auch problematisch, wenn man das HLV entwickelt und dann einige Jahre warten muss, bis man es einsetzen kann.

Natürlich immer vorrausgesetzt, dass das alles so wie jetzt beabsichtigt umgesetzt wird - und davon bin ich nicht überzeugt.

EDIT: @Schillrich: Die Beobachtung stimmt schon. Ich glaube ein Grund ist, dass wir alle Projekte basierend auf der jeweils aktuellen Vision beurteilen. Constellation hatte eben die Vision, den LEO zu verlassen. Dafür brauchte man die Komponenten und sie waren sinnvoll. Als diese Vision aufgegeben wurde, gab es das große Geschrei, weil man die alte behalten wollte. Jetzt haben wir wohl alle weitgehend akzeptiert, dass das aktuelle Programm der NASA weniger große Ziele hat und beurteilen entsprechend alles danach, wie es zu diesem neuen Programm passt.

Interessanterweise auch im Rückblick: Was wir vor einiger Zeit für dringend nötig gehalten haben (Beispiel HLV), kann sich jetzt Zeit lassen. Wo gefordert wurde, das Budget für Constellation zu erhöhen, argumentiert man jetzt genau andersrum, nämlich das es richtig war, Constellation abzubrechen, weil kein Geld dafür da war.

mfg websquid
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 14. April 2010, 13:20:39
Die menschliche Psyche ist schon ein Wunderding ...  ;)

Wir passen uns immer an den herrschenden Status Quo an, nach einer kurzen Phase der Reibung und "Erhitzung". Danach wird doch wieder alles nicht so heiß gegessen wie es gekocht wurde und im Nachgang liefert uns unsere Ratio dann sogar Argumente dafür, warum doch alles (wieder) gut ist ...

Wir hier sind dafür auch ein Beispiel:
Zuerst war das Geschrei groß. Wir alle waren geschockt, enttäuscht, erzürnt. Das Ende der Raumfahrt war gekommen und jedes Detail des "Neuen" war falsch, undurchdacht, gefährlich. Constellation war damals wenigstens noch ein Programm mit Ziel, mit logisch aufgebauten Komponenten, mit Vision.
Jetzt richten wir uns ein. Mit einem Mal ist Constellation der Scherbenhaufen, der nie real war und der vieles zerstört hat. Die kleine Orion macht plötzlich auch Sinn und ebnet jetzt schrittweise eine evolutionären Weg, samt Backup, falls andere Ideen schiefgehen. Auch die HLV-Entwicklung ist gar nicht mehr so dringend, dafür nachhaltiger und durchdachter.


PS:
Das Ganze ist nur eine kuriose, aber verständliche, Beobachtung über uns selbst. Mit schlechten Gefühlen lebt's sich einfach nicht lange gut ... :) ;) :D
Titel: Re: NASA
Beitrag von: feize am 14. April 2010, 13:28:41
@ Schillrich

mann hat halt darüber nachgedacht. ;)

Gruß,
Feize
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 14. April 2010, 14:39:50
Das neue Programm ist wenigstens mit dem vorhandenen Geld ausführbar.

Gibt ja auch keine Meilensteine die man verpassen könnte oder technisch anspruchsvolle Ziele die nicht mit 60er Jahre Technologie gelöst werden können ... Und trotzdem! Ich sehe immernoch keine konkreten Pläne für ein System das in x Jahren Menschen ins All bringt.

Wo ist denn nun der Shuttlenachfolger? Wo? Das Wort "kommerziell" bringt keinen Menschen ins All...

Gruß, Klaus
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 14. April 2010, 14:54:16
Achja, wozu braucht man eigentlich diese Rettungskapsel? Wenn die Sojus Kapseln ausfallen kommt sowieso keiner mehr hoch.

Das ist doch schon wieder Geldverschwendung. Entweder man baut die gleich für einen bemannten Träger oder man lässt es bleiben.

So haben wir irgendwie 100 halbfertige Konzepte. Vollständig ist bisher keines. Dem einen fehlt der Träger, dem anderen die Kapsel...

Gruß, Klaus
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 14. April 2010, 15:04:47
Zitat
# ab 2015 soll an einem neuen Schwerlasttraeger gearbeitet werden

Schön, immer nur hinauszögern...
Wenn er 2015 bereit wäre.. Oder zumindest ein Testflug ala Ares I-X


Zitat
Scherbenhaufen war das Constellationprogramm. Das neue Programm ist wenigstens mit dem vorhandenen Geld ausführbar.
Also ich kann beim besten Willen kein 'Programm' oder ähnliches erkennen.
Wenn das Programm ist, dass man 2015 mal daran denkt, ein Vehikel zu bauen, dann ist das einfach nur ärmlich...
 (Ob wohl Morgen ein Ziel verkündet wird?)
Denn nichts kann man auch mit weniger Geld erreichen.

Zitat
Es wäre auch problematisch, wenn man das HLV entwickelt und dann einige Jahre warten muss, bis man es einsetzen kann.

Man findet immer was zum hochschießen, und wenn's nur ein Klimasatellit oder ein Riesenteleskop ist...
Dann kann man auch, ohne die Nutzlast voll auszuschöpfen, starten.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Youronas am 14. April 2010, 16:40:32
Das "Fact Sheet" zur morgigen Rede ist jetzt auf der Seite des Weißen Hauses abzurufen:

http://www.whitehouse.gov/sites/default/files/microsites/ostp/ostp-space-conf-factsheet.pdf


Ist die Frage für wie voll man alle die angesprochen Punkte nehmen kann, oder ob es eher einem Werbeprospekt entspricht, mal ganz abgesehen davon, dass man solch eine Pressemitteilung natürlich mit einem positiven Grundtenor gestalten muss.


Zitat
[...] the first-ever crewed mission into deep space to an asteroid, thereby achieving an historical first.

Stand ja schon öfter mal im Raum, dass es als Technologiedemonstration bemannt zu einem Asteroid gehen soll anstatt Richtung Mond. Mal sehen was daraus wird.


Zitat
[..] allowing us to reach a range of destinations including lunar orbit, Lagrange points, near-Earth asteroids, and the moons of Mars, and eventually Mars itself.
Zitat
[..] send humans to orbit Mars and return them safely to Earth.

Der Mars ist auch wieder im Gespräch, wenn auch nur mehr als Vage.


Zitat
Increasing investments in ground-breaking technologies that will allow astronauts to reach space faster and more often, to travel further distances for less cost, and to stay in space for longer periods of time

Grundlagenforschung für eine nachhaltige bemannte Raumfahrt statt wieder etwas "Einmaliges" ohne rechte langfristige Konzepte wie damals mit Apollo.
Zwar mag ein Programm wie Constellation fürs Erste spektakulärer, ein Ansatz wie oben aber wohl das Sinnvollere sein, jedenfalls dann wenn das, was sich auf dem Papier gut anhört dann auch wirklich dementsprechend umgesetzt wird. Wobei ich das Wort "ground-breaking" in den ganzen neuen NASA-Dokumenten langsam nichtmehr hören mag, so inflationär wie es zur Zeit eingesetzt wird.


Zitat
This new rocket would take advantage of the new technology investments proposed in the budget – primarily a $3.1 billion investment over five years on heavy-lift R&D. This propulsion R&D effort will include development of a U.S. first-stage hydrocarbon engine for potential use in future heavy lift (and other) launch systems, as well as basic research in areas such as new propellants, advanced propulsion materials manufacturing techniques, combustion processes, and engine health monitoring, all of which are expected to shorten the development time for any future heavy-lift rocket.

Ähnliches wie oben zum HLV-Konzept selbst: Eher zuerst vorrangig technische Fortschritte und eine konkrete Umsetzung später, wenn auch im Vergleich zu CxP mit Ares V nur um 1 1/2 Jahre.
Wie gesagt, für mich hört sich das auf dem Papier nichtmal schlecht an, nur ob es dann wirklichlich in der Weise umgesetzt wird bleibt fragwürdig.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: manuma am 14. April 2010, 17:16:51
  • Orion wird als Lite Version weiterentwickelt um unbemannt zur ISS gestartet zu werden, als zusaetzliche Rettungskapsel zu den russischen Sojus

Dies hat den Nachteil, dass man die alte Orion-Kapsel periodisch gegen eine neue Kapsel ersetzen muss. Ich nehme an, dass die alte Orion-Kapsel dann unbemannt wieder abdockt und in die Atmosphäre eintritt.

Soweit korrekt?

Gruß  ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Nitro am 14. April 2010, 17:23:58
Dies hat den Nachteil, dass man die alte Orion-Kapsel periodisch gegen eine neue Kapsel ersetzen muss. Ich nehme an, dass die alte Orion-Kapsel dann unbemannt wieder abdockt und in die Atmosphäre eintritt.

Soweit korrekt?

Jap, so hat man das zu Anfang, als die Crews noch komplett mit dem Shuttle getauscht wurden, auch mit den Sojus gemacht. Naja, so ähnlich: Alle sechs Monate kam eine sogenannte Taxi-Crew mit einer neuen Sojus zur Station, blieb zwei Wochen oben und flog dann mit der alten wieder zurück. Bei der Orion würde das dann wohl genauso laufen, bloß halt unbemannt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: trallala am 14. April 2010, 17:37:43
Warum ist die Orion-Kapsel auch wieder "nur" für 6 Monate Andockzeit geplant?
Es ist natürlich eine große Materialbelastung da oben, aber wenn man mal länger von der Erde weg will, kann man ja die Rückkehrkapsel auch nicht nach 6 Monaten tauschen.
Wenn man diese Langzeitkapsel auch noch testen will über ein paar Jahre müsste man schon langsam mal damit anfangen ...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 14. April 2010, 17:39:32
Sollen in die Orion light dann 6 Leute reinpassen? Nichtmal in der "großen" Orion war für 6 Platz.

Oder müssen dann immer 2 angedockt sein? Dann wären ja immer 4 Raumfähren da oben.

Ich überlege grade wie man noch besser Geld verschwenden könnte...

Gruß, Klaus
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Nitro am 14. April 2010, 17:56:29
@trallala: Von 6 Monaten steht bisher nirgends was. Klar ist aber, dass man die Kapsel nicht auf unbestimmte Zeit im All lassen kann.

@klaus: Wenn die Kapsel nur als Rettungsboot verwendet werden soll, kann man eine ganze Menge der ursprünglichen Systeme abspecken und damit bestimmt auch mehr Platz schaffen. Es hieß ja auch immer 4 Leute zum Mond, 6 zur ISS.

Btw: Da es langsam themenspezifisch wird sollten wir vielleicht hier weitermachen:

http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=3760.0 (http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=3760.0)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 14. April 2010, 18:38:16
Wenn man einen Asteroiden anfliegen will, mit was will man das machen?

Einerseits hat man ja die Orion-Lite.
Wenn man etwas anderes bauen will, ist das Geldverschwendung, oder nicht??
Aber stimmen da die Dimensionen (Lebenserhaltungssysteme sind ja bei einer Not-Return-Kapsel ja nur für Stunden ausgelegt...)

Wann könnte das HLV zur Verfügung stehen (bei ausreichender Finanzierung)??
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 14. April 2010, 18:43:58
Bzgl HLV 2015 folgende Grafik von einem der Treffen des HSF Reviewkomitees:
(http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?action=dlattach;topic=3439.0;attach=881;image)

Signifikantes Geld fließt erst ab 2016/2017. Das neue Datum ist also quasi das alte.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Starboard am 14. April 2010, 18:58:20
Welchen Sinn macht eigentlich eine pure Rettungs-Orion wenn keine Crew mit nach oben kommt?

Werden die privaten Crew-Transporter nur für kurzen Weltraumaufenthalt ausgelegt??
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tomtom am 14. April 2010, 19:04:05
@tobi453: Ich stimme darin überein, dass Constellation
"fundamentally un-executable" ist, wie es das White House formulierte. Allerdings sehe ich auch das Bestreben, den Crew Transport auf Commercials und Silicon-Space-Startups zu verlagern, als "fundamentally un-executable". Lockheed hat ja schon abgewunken und Boeings Interesse am CCDEV ist eher zweifelhaft.

Bisher war CCDEV ein Experimentierfeld, aber nach Obamas Plan soll es jetzt -der- kosteneffektive Weg sein.

Soweit ich mich in das Thema eingelesen habe, gibt es keine Studien, die die Umsetzbarkeit analysiert haben. Für alles gibts Studien, aber hier scheint es nix zu geben. Falls jemand was hat, möge er es mir posten.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Ruhri am 14. April 2010, 23:10:33
Man findet immer was zum hochschießen, und wenn's nur ein Klimasatellit oder ein Riesenteleskop ist...
Dann kann man auch, ohne die Nutzlast voll auszuschöpfen, starten.

So gesehen hätte die NASA auch die Saturn V behalten können. Hätte es in den Jahrzehnten nach Skylab 1 denn wirklich so viele Nutzlasten gegeben, um das Saturn-Programm beschäftigt zu halten?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: websquid am 16. April 2010, 14:22:13
Normalerweise nicht. Dafür muss man explizite Programme starten, die derzeit nicht existieren und nicht geplant sind. Da wir alle wissen, wie teuer große Missionen sind, ist auch klar, dass es für neue Programme wie Riesenteleskope oder ähnliches schlicht kein Budget gibt. Und simple Klimasatelliten oder ähnlichen "Kleinkram" mit einem HLV zu starten, wäre völlig überzogen und überteuert.

mfg websquid
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Ruhri am 16. April 2010, 14:32:19
Eben! In der Raumfahrt ist nichts einfach. Man muss nicht nur die notwendige Technik entwickeln, sondern auch den Balanceakt schaffen zwischen Missionszielen, der Finanzierung und der Auslastung der zugrunde liegenden industriellen Infrastruktur. Die letzten beiden Punkte überlappen sich natürlich bis zu einem gewissen Grad.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rm39 am 30. April 2010, 18:05:32
Da ging aber irgend etwas schief. Am 28. April sollte ein von der NASA gesponserter Ballon das Nuclear Compton Telescope (NCT), ein 2 Millionen $ teures Gamma-Ray Telescope der University of California, in Berkeley, in den Himmel befördern. Nach dem Start in der australischen Wüste schlug allerdings die Nutzlast wieder auf den Boden auf, zerstörte ein Auto und nahm selber erheblichen Schaden. Verletzt wurde zum Glück niemand. :)
http://www.youtube.com/v/SC3yQuotbeQ
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 01. Mai 2010, 11:44:05

Das passiert grade mit dem Mission Control Center der Mercury Zeit.  :'(

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up000461.jpg)

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up000462.jpg)


Gruß, Klaus
Titel: Re: NASA
Beitrag von: fl67 am 01. Mai 2010, 14:54:21
Das passiert grade mit dem Mission Control Center der Mercury Zeit.  :'(

Sowas sollte unter Denkmalschutz stehen...  :(

Zumindest den Inhalt haben sie aber gesichert und im KSC Visitor Complex wieder aufgebaut:
(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up000457.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-5481976/MercuryControl.jpg.html)

Frank
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Staufi am 01. Mai 2010, 23:04:05
Wie sieht das den mit dem MCC von den Apollo flügen aus? Steht das wenigstens unter Denkmalschutz? Und was wird jetzt mit dem MCC vom Space Shuttle gemcht?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: sven am 02. Mai 2010, 10:52:08
...das MCC der apollo-flüge steht wiederaufgebaut im besucherkomplex des KSC und dient als historische kulisse...die frage nach dem MCC des shuttle würde mich auch interessieren, könnte mir aber vorstellen, dass es umgerüstet und weiterbenutzt wird...

gruß sven
Titel: Re: NASA
Beitrag von: fl67 am 03. Mai 2010, 10:02:21
...das MCC der apollo-flüge steht wiederaufgebaut im besucherkomplex des KSC und dient als historische kulisse...

...genauer gesagt, im Apollo-Saturn-V-Center.
Die alten Konsolen waren ja in den selbem Räumlichkeiten untergebracht, wo jetzt das Shuttle LCC ist.

Frank


Edit: LCC statt MCC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 03. Mai 2010, 11:59:46
Das stimmt nicht so ganz  ;)
Das ist nicht das Mission Control Center (MCC) das sie da im Apollo-Saturn V Center wieder aufgebaut haben, sondern das Apollo Launch Control Center (LCC).
In der Mercury Zeit war auch das MCC in Florida, zu Apollo Zeiten war das MCC dann natürlich in Houston und nur das LCC in Florida (so wie auch beim Shuttle).

Der Apollo 11 Flight Control Room in Houston wurde zunächst für das Shuttle Programm umgebaut. Später hat man dann für das Shuttle neue Control Rooms gebaut und der Apollo 11 Raum (MOCR 2) wurde zur Historical Landmark erklärt und Stück für Stück wieder in den Apollo Zustand versetzt. Man kann ihn heute besichtigen.

Die Shuttle Kontrollräume wird man wohl erst mal nicht umrüsten – mangels Nachfolgeprogramm besteht dafür erst mal kein Bedarf.

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: fl67 am 03. Mai 2010, 13:34:56
Das ist nicht das Mission Control Center (MCC) das sie da im Apollo-Saturn V Center wieder aufgebaut haben, sondern das Apollo Launch Control Center (LCC).

Du hast natürlich wie immer recht  ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: sven am 03. Mai 2010, 14:51:06
...wieder was gelernt... 8)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: fl67 am 05. Mai 2010, 09:49:52
Das passiert grade mit dem Mission Control Center der Mercury Zeit.  :'(

Noch mehr traurige Bilder hier bei collectSpace:
http://www.collectspace.com/news/news-050410a.html (http://www.collectspace.com/news/news-050410a.html)

Frank
Titel: Re: NASA
Beitrag von: rm39 am 10. Mai 2010, 21:17:36
Die Zusammenfassung der letzten Woche in der Reihe „This Week at NASA
Shuttle launch set, crew escape test, and new tires at NASCAR on This Week @ NASA
http://www.youtube.com/v/qJ_t_4WbGW8
Titel: Re: NASA
Beitrag von: feize am 11. Mai 2010, 12:55:25
Hallo,

am Mittwoch gibt es mal wieder eine anhörung im Senat-Handelsausschuß!

Teilnehmer:
die ehrenwerten Herren:
Amstrong, Bolden, Cernan, Augustine, Cernan...

http://www.spacepolitics.com/

Es werden auch noch Gespräche über eine Shuttleerweiterung geführt.

Gruß Feize
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tomtom am 11. Mai 2010, 23:28:10
einer der Fünf ist John Holdren, Chefwissenschaftsmanager im Weißen Haus. Und dann Neil Armstrong, die lebende Legende, die Obama´s Plan heftigst kritisierte, da bin ich mal sehr gespannt...

Edit: Ich hab einiges gelesen und glaube, es jetzt durchschaut zu haben, wie das mit
CommercialCrewTransport gelaufen ist.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 12. Mai 2010, 02:04:29
und wie ist es gelaufen?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: GG am 12. Mai 2010, 07:08:53
... hab einiges gelesen und glaube, es jetzt durchschaut zu haben, wie das mit CommercialCrewTransport gelaufen ist.

Da wäre ich gespannt auf Deine Schlussfolgerungen, notfalls auch per PM.

und wie ist es gelaufen?

Es ist erst heute Nachmittag US-Zeit, also heute abend unserer.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Pirx am 12. Mai 2010, 07:26:55
... hab einiges gelesen und glaube, es jetzt durchschaut zu haben, wie das mit CommercialCrewTransport gelaufen ist.
Da wäre ich gespannt auf Deine Schlussfolgerungen, notfalls auch per PM...
Daruf bin ich auch gespannt!

Gruß   Thomas
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 12. Mai 2010, 13:47:38
Gibt es wieder einen live-stream?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tomtom am 12. Mai 2010, 19:23:31
Wenn ich es recht sehe, wird es um 20:30 auf Nasa-TV übertragen.

Edit: Ich hab einiges gelesen und glaube, es jetzt durchschaut zu haben, wie das mit
CommercialCrewTransport gelaufen ist.

Da hab ich mich ja rausgelehnt ;). Ich schreibe mal eine Antwort unter Rubrik Perspektiven Raumfahrt, wäre auch nur meine unmaßgebliche persönliche Meinung.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 12. Mai 2010, 20:41:38
Es hat schon angefangen.

(Der Chairman, Mr. Rockefeller, ist das der Erbe des Erbauers etc. des Rockefellercenters?)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 12. Mai 2010, 23:30:57

Wer weitergucken will, NASA TV ist nämlich grade tot:

http://commerce.senate.gov/public/index.cfm?p=Hearings&ContentRecord_id=54f5c39e-f62c-487f-b9ed-fd4be38d096f&ContentType_id=14f995b9-dfa5-407a-9d35-56cc7152a7ed&Group_id=b06c39af-e033-4cba-9221-de668c
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 12. Mai 2010, 23:43:42
So, die wohlmöglich letzte Gelegenheit Armstrong live am Bildschirm zu sehen ist jetzt verstrichen. Das Meeting ist vorbei.

Gruß, Klaus
Titel: Re: NASA
Beitrag von: bonsaijogi am 08. Juni 2010, 16:50:55
FACE IN SPACE

Hier könnt ihr ein Bild von Euch zur NASA schicken, das dann mit STS-133 oder STS-134 mit zur ISS fliegt. Nach der Landung kann man sein Bild als Andenken mit Unterschrift des Mission Commanders runterladen :)

> Face in Space (http://faceinspace.nasa.gov/) <
Titel: Re: NASA
Beitrag von: STS-125 am 08. Juni 2010, 17:02:28
wow... geil!!! Werde ich machen...

mfg STS-125
Titel: Re: NASA
Beitrag von: bonsaijogi am 08. Juni 2010, 17:07:28
Dann sind wir schon 224 aus Deutschland von über 16.000 weltweit ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: trallala am 08. Juni 2010, 17:07:49
FACE IN SPACE

Hier könnt ihr ein Bild von Euch zur NASA schicken, das dann mit STS-133 oder STS-134 mit zur ISS fliegt. Nach der Landung kann man sein Bild als Andenken mit Unterschrift des Mission Commanders runterladen :)

> Face in Space (http://faceinspace.nasa.gov/) <

Hm, es kommt also nur digital in den Weltraum?
Das tut es doch auch, wenn ich es ein bischen im Netz umherscheuche und es über irgendeinen Satelliten gesendet wird...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: bonsaijogi am 08. Juni 2010, 17:20:59
dafür bekommst Du aber kein Flight Certificate  ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 08. Juni 2010, 19:43:17
Zitat
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Weltraum-Start-ups-hoffen-auf-lukrative-Vertraege-1016260.html

"Masten Space Systems und XCOR Aerospace gehören zu den ersten NewSpace-Unternehmen, die die neuen Chancen beim Schopfe packen wollen. Die Firmen aus dem kalifornischen Mojave wollen ein gemeinsames Angebot für das Landesystem-Vorhaben abgeben. Masten gewann bereits 2009 bei der "Northrop Grumman Lunar Lander Challenge" eine Million Dollar von der NASA – es wird das eigentliche Weltraumvehikel bauen. XCOR wird wiederum für die notwendigen Antriebe auf Basis von Methan und flüssigem Sauerstoff sorgen – und dabei auf eine bereits in Zusammenarbeit mit der NASA entwickelte Technik zurückgreifen."

Das ist etwas vage ausgedrückt.... Soll das ein Mondlander sein, den die Nasa nur mieten müsste, aber nicht in ihrem Besitz?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: feize am 09. Juni 2010, 12:44:38
Hallo,

die NASA überprüft ein STS-135 Flug am 24 Juni 2011!

http://www.nasaspaceflight.com/2010/06/sts-135-june-24-2011-evaluation-extra-shuttle-mission/

Gruß,
Feize
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 09. Juni 2010, 13:46:47
Es ist ja schon länger klar, dass es durchaus eine Chance für den Flug gibt.
Als ich letzten Monat am KSC war, waren sie recht optimistisch, dass der Flug genehmigt wird.
Eine Entscheidung darüber soll es noch in diesem Monat geben.

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 12. Juni 2010, 09:34:56
Weitere Kooperationen zwischen NASA und anderen Ländern, z.B. Deutschland scheinen mit dem neuen NASA Budget nun stärker möglich:
http://www.spacenews.com/civil/100611-new-nasa-direction-cooperation.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 04. Juli 2010, 14:52:01

Mittlerweile kann man sich den Abriss des Mercury Kontrollzentrums auch in bewegten Bildern antun  :-\

http://www.youtube.com/watch?v=zhvuXG8OVg8&feature=digest
Titel: Re: NASA
Beitrag von: STS-125 am 04. Juli 2010, 15:38:19
Die Baggerfahrer, die das machen mussten, tun mir leid  :( :(

mfg STS-125
Titel: Re: NASA
Beitrag von: websquid am 04. Juli 2010, 21:04:33
Wie kommst du drauf, dass die ein Problem damit haben ???
Wenn die ihr Herz an die Raumfahrt verloren hätten, würden sie ja keine Bagger fahren, sondern Raketen bauen ;D

mfg websquid
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Holi am 09. Juli 2010, 00:04:17
Hallo,

Wayne Hale, Shuttle Programm Direktor in den Jahren nach Columbia, verlässt die NASA zum Ende diesen Monats. Er gibt dafür persönliche bzw. familiäre Gründe an.

Sehr Schade, ich mochte diesen Mann und hab immer gern in seinem NASA-Blog gelesen:

http://blogs.nasa.gov/cm/blog/waynehalesblog

Gruß
Holi
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 09. Juli 2010, 08:28:34
Eine Einigung im NASA Budgetstreit steht offenbar bald bevor:
http://www.nytimes.com/2010/07/09/science/space/09nasa.html?_r=2

Der Kompromiss soll so aussehen:
- HLV Entwicklung beginnt sofort
- Orion bleibt als Beyond LEO Kapsel
- kommerzieller Crewtransport wird gebremst
- plus 1 Shuttlestart

Sicher ist das aber noch nicht.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 09. Juli 2010, 14:40:58
Zitat
- HLV Entwicklung beginnt sofort
- Orion bleibt als Beyond LEO Kapsel
Das würde dann ja sofort Asteroiden oder Mondmissionen ermöglichen... Cool... Aber ob das von den Game-Changing-Technologies abgeht??

Soll die beyond-Orion auf dem HLV gestartet werden (human rated?)

Wäre es nicht klüger auf einer Atlas die Orion und auf einer 2ten Atlas das Lunar-Modul bzw. Asteroidenmodul zu starten?

Dan bräuchte man vorerst eigentlich gar kein HLV....

Zitat
- kommerzieller Crewtransport wird gebremst
Gebremst (verlangsamt) oder gestoppt?

Ich denke, verlangsamt wäre gut, da Space X und co so noch weitere unbemannte Erfahrung sammeln können.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 09. Juli 2010, 14:44:11
Der Kompromiss soll so aussehen:
- HLV Entwicklung beginnt sofort
- Orion bleibt als Beyond LEO Kapsel
- kommerzieller Crewtransport wird gebremst
- plus 1 Shuttlestart

Wie der kommerzielle Crew Transport wird gebremst? Heißt das dann der Gap dauert bis 2020 ?  ???

Der Rest hört sich gut an.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: websquid am 09. Juli 2010, 20:32:23
Wäre es nicht klüger auf einer Atlas die Orion und auf einer 2ten Atlas das Lunar-Modul bzw. Asteroidenmodul zu starten?
Man wird wohl eher das gleiche Schema verwenden, wie bei Ares I + Ares V, nur dass man statt Ares I die Atlas nimmt. Man braucht ein HLV, weil man sonst nicht genug Leistung hat, um zum Mond oder gar noch weiter zu fliegen. (Zur Erinnerung: Ares V 180t LEO Nutzlast gegenüber ca 25t bei Atlas V HVL oder Delta IV Heavy)
Zitat
Zitat
- kommerzieller Crewtransport wird gebremst
Gebremst (verlangsamt) oder gestoppt?

Ich denke, verlangsamt wäre gut, da Space X und co so noch weitere unbemannte Erfahrung sammeln können.
Hoffentlich läuft das dann genau so!

mfg websquid
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 12. Juli 2010, 13:50:23
Hier mehr Details:
http://www.orlandosentinel.com/news/space/os-nelson-overturns-nasa-plans-20100711,0,2094998.story
http://nasawatch.com/archives/2010/07/senate-rejects.html

Technologieentwicklung wird um 50% gekürzt, Kommerzielle Aktivitäten um fast 75%, Orion+HLV bekommen 11.3 Milliarden von 2011-2013. 2011 soll Orion 1.3 Milliarden und die neue Rakete 1.9 Milliarden bekommen. 2016 soll beides einsatzbereit sein. Zusätzlich darf die NASA 2011 keinen neuen kommerziellen Transportvertrag (Crewtransport) eingehen und 2012 nur, wenn die NASA 6 Anforderungen erfüllen kann, z.B. bemannte Standards entwickelt hat. Geld für Erdbeobachtung soll auch bleiben.

Tja was soll man davon halten?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 12. Juli 2010, 14:35:40
Zitat
2016 soll beides einsatzbereit sein

Nun ja, auf was startet man jetzt Orion?

Braucht man das HLV auch für die ISS oder entwickelt man, sobald man über das HLV verfügt, ein passendes Modul für Asterioden bzw. Mondmissionen  bzw. mietet man das von Masten Space Systems und XCOR Aerospace (siehe oben)?

Da wäre ja Wahnsinn, denn Ares V sollte erst 2018 fertig werden... Wenn nun 2016 alles fertig ist, könnte man doch schon früher als in Constellation vorgesehen zum Mond?
Ohne die relativ teuren Shuttleflüge sollte man doch das Geld aufbringen können, sowohl die ISS als auch langsame Vorbereitungen für Mondflüge hinzubekommen??
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Nitro am 12. Juli 2010, 14:43:26
Nun ja, auf was startet man jetzt Orion?

Braucht man das HLV auch für die ISS oder entwickelt man, sobald man über das HLV verfügt, ein passendes Modul für Asterioden bzw. Mondmissionen?

Mondmissionen sind ja sowieso erstmal vom Tisch, Ares ebenso. Das HLV soll ja wieder was neues sein und außer der Abkürzung selbst und ein paar Shuttle Derived Studien weiß selbst die NASA noch nicht wie das Ganze mal aussehen soll.

Ich sehe schon, wir werden uns noch eine ganze Weile im Kreis drehen was das Thema angeht, bzw. die NASA wird das. Jeder kocht so sein eigenes Süppchen und jeder will das größte Stück vom Kuchen. Wirkliche "Gewinner" gibts keine.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: KSC am 12. Juli 2010, 15:46:59
Nichts Genaues weiß man nicht...
Was man aber ganz sicher weiss, ist das was USA (United Space Alliance) ende letzter Woche verkündet hat:
Am 1. Oktober werden 15% der USA Space Shuttle Belegschaft entlassen, das sind 1200 bis 1400 Mitarbeiter, die meisten davon in Florida.

Gruß,
KSC
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 12. Juli 2010, 16:10:16
Am 1. Oktober werden 15% der USA Space Shuttle Belegschaft entlassen, das sind 1200 bis 1400 Mitarbeiter, die meisten davon in Florida.
Ja, das ganze taumelt dem worst case entgegen: Massive Entlassungen durch Ende des Space Shuttels und keine ausreichende Förderung der komerziellen Raumfahrt, um diese Fachkräfte aufzufangen. Das wäre eine ungeheuerliche Verschwendung von Produktivkraft.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 12. Juli 2010, 16:17:41
Tja ... macht gute Lokalpolitik gute Raumfahrtpolitik?

Wenn man sich den Artikel des Orlando Sentinels durchliest, der ja selbst ein "lokales Organ" ist, bleibt für mich nur die Quintessenz: Jeder Staat (bzw. dessen politische Vertreter) sind (verständlicherweise) nur am "state of their state" interessiert. Florida macht sich Sorgen, dass diese neue Initiative die R&D-Zukunfsthoffnungen in Florida für Utah (et al.) opfert. In Utah dürfte man ähnliche Rhetorik mit umgekehrten Vorzeichen vernehmen können. Wie viele Köche buhlen sonst noch mit?

Um die Raumfahrt geht es gar nicht (mehr) ... und sie bleibt auf der Strecke. Jede Marschrichtung wäre besser, egal welche. Nur mit Sparringpartnern im Kreis tänzeln ist Vergeudung ...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tomtom am 13. Juli 2010, 10:57:00
Um die Raumfahrt geht es gar nicht (mehr) ... und sie bleibt auf der Strecke. Jede Marschrichtung wäre besser, egal welche. Nur mit Sparringpartnern im Kreis tänzeln ist Vergeudung ...
SunSentinel bringt es auf den Punkt,
zu Apollo-Zeiten hieß es "waste anything but time"
heute heißt es "waste everything, especially time"
http://www.sun-sentinel.com/news/opinion/commentary/fl-obama-space-program-goldberg-jgcol20100713-6,0,5663179.story

Zudem ließen Bolden´s Äußerungen gegenüber al-Jazeera Zweifel am Auftrag der NASA aufkommen. Das Weiße Haus hat das jetzt kritisiert und klargestellt (oder auch nicht):
http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2010/07/12/AR2010071205340.html
Titel: Re: NASA
Beitrag von: revan am 14. Juli 2010, 00:25:59
@Schillrich, Ich würde das nicht so sehen, das wichtigste hat ja Obama Space anscheinend überlebt. Zwar mag Ares 1 leider Tod sein, dafür aber wird ab 2011 an einen HLV gearbeitet  und Orion bleibt ebenfalls erhalten und zwar als Neo Kapsel  (was will man mehr).  Die wichtigsten Parts des Constellation Programms haben damit überlebt, damit kann  eine zukünftige Administration mit Vision (also keine Obama Administration) auf etwas aufbauen. Währe nämlich Obama space umgesetzt worden währe von der NASA nichts mehr übrig geblieben, außer einige Kommerzielle Milliarden Gräber wie ein Museum und viele Leerstehend Gebäude und die Erinnerung an einer der großartigsten Organisationen der Geschichte und an den Präsidenten der sie ermordete.  Die dunkelsten Stunden hat man immerhin schon  mahl überstanden nun bleibt zu hoffen das der Senats Entwurf auch durchkommt. Für mich gilt die Devise jäh weniger Obama Space drin ist umso besser für die NASA und die Zukunft. Was mich beruhigt ist aber die Tatsache das das Erdbeobachtungsprogramm nicht wegekürzt wurde, dies hätte viel Geld gerettet das man für Orion und HLV hätte ausgeben können (was ich sinnvoller finde) . Und die Definition des HLVs ist auch nicht mehr so beeindruckend wie bei Ares V, so soll das Ding ja nur ca. 75 Tonnen heben. Dies spricht dann eher  für ein Shuttle Derivat oder auch für etwas ganz anderes, was Orion angeht so wird man die Kapsel wohl auch mit einer Delta IV starten können, wenigstens ins LEO. Das es die Kommerziellen getroffen hat finde ich auch begrüßenswert, nicht weil ich was gegen diese habe,  sondern einfach weil diese nie eine realistische Aussicht hatten etwas gebacken zu bekommen was für das hinausging was der NASA schon vor über 40 Jahren gelang.


Aber nun zu den Kommentaren Boldens,den hier stellt sich die Frage ob dieser Mann noch bei geistiger Gesundheit ist. Es ist bei weiten nicht die  erste Eskapade, man hatte schon einige Skandale mit diesem Mann bei dem böse Zungen sagen seine Hauptqualifikation währe seine Hautfarbe gewesen. Jedenfalls ist dieser Mann ein Griff ins Klo gewesen und es währe am besten  er würde zurücktreten, den jeder  währe wohl besser als er und keiner würde ihn nachtrauern.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 14. Juli 2010, 08:25:09
Hier der Volltext:
http://blogs.chron.com/sciguy/archives/NASA%20Rockefeller1.pdf

Es gibt keine Nutzlast für das HLV außer vielleicht Orion. Die 3 Milliarden von Augustine fehlen weiterhin. Technologieentwicklung, die das ganze hätte günstiger machen können, wurde drastisch reduziert, ISS Crewrotation mit HLV+Orion wird sehr teuer werden. Die robotischen Vorläufermissionen wurden auch zusammengekürzt.

Ergo: Weniger Missionen für existierende Raketen, dafür eine große NASA Rakete ohne passende Nutzlast.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: websquid am 14. Juli 2010, 09:05:41
Bei der Rus-M hat chris sich über die enormen Reserven gewundert, die sie fürs PPTS hat.
Aber im Vergleich zu diesem Wahnsinn ist das harmlos: 25t Kapsel auf 75t Träger? welchen Sinn soll sowas denn haben? Dass das zu teuer wird, ist doch wohl logisch. Und hieß es nicht mal, HLV nicht man-rated, CLV man-rated? Was soll denn aus der Trennung werden?

Dieses Konzept für ein HLV und seine Nutzung ist einfach nur bekloppt. Das kommt dabei raus, wenn zwei mehr oder weniger durchdachte Konzepte zwangsweise zu einem Kompromiss werden :(

mfg websquid
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 14. Juli 2010, 09:11:40
War man nicht mal übereingekommen (das Einzige, wo alle zustimmten), dass Constellation "unsustainable" war? Von Lokalpolitikern wird auch das jetzt aus den Augen verloren ... einfach nur sinnfreie Raumfahrtpolitik, was da passiert.

Ach ja, und Kooperation wird auch nirgendwo erwähnt oder als Faktor zum Erreichen eines großen Ziels gesehen ... wie auch, wenn man nur auf die Arbeitsplätze im Sichtkreis "des eigenen Kirchturms" schaut?

Offensichtlich muss Raumfahrtpolitik in Washington gemacht werden.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tomtom am 14. Juli 2010, 10:02:34
Schön wärs ja, wann fangen die damit an? ;)  Die Maßnahmen des Gegenvorschlags würde ich auch kritisieren, aber die politische Kernaussage des Papiers ist doch:
Zitat
"United States crewmembers with its ability to serve as both a routine and backup capability for crew delivery, rescue, and return. With the impending retirement of the Space Shuttle, the United States will find itself with no national crew delivery and return system. Without any other system, the United States and all the ISS partners will have no redundant system for human access to and from the ISS. It is therefore essential that a United States capability be developed, as soon as possible."

Obamas Raumfahrtpolitik hinterläßt hier nur ein großes, großes Loch.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: revan am 14. Juli 2010, 14:26:56
@tobi453, man muss das nicht so schwarz sehen. Die 3 Milliarden der Augustin Kommission kann man auch noch später hinzufügen also nach Obama, ein HLV wird außerdem sehr wohl gebraucht. Ohne einen HLV kann man NEO vergessen, ohne einen HLV kann man auch die ISS nicht bei gravierenden Systemfehlern reparieren und sie auch nur schwer um große Module erweitern. Ein HLV schafft wiederum auch ganz andere Möglichkeiten und macht es einem Schmackhaft größere Projekte ins All zu bringen.   Generell braucht man sich auch keine Sorgen daher machen dass man kein HLV braucht, den sobald sich China anschickt auf den Mond zu landen wird wohl auch die Mondlandung der USA wieder auf den Tisch kommen und auch da braucht man einen HLV und Orion.  Orion ist dann wiederum auch eine ausgezeichnete Alternative zu den Kommerziellen Anbieter die einen sehr unseriösen Eindruck machen und denen wohl keiner ernsthaft etwas zutraut.

Obama Space wird nämlich eine sehr kurzweilige Sache werden, sollte Obama nur ein Präsident für eine  Amtszeit sein so würde Obama Space 2013 schon von Tisch sein. Den Obama Space ist in Prinzip nur ein Bündel von Absichtserklärungen undundefinierten  Projekten die kaum ein Haushaltsentwurf überleben wird. Daher wird das meiste von Obama Space schon ab nächstes Jahr also in FY2012 schon beschnitten werden, vielleicht wird dann mehr Geld für Orion und HLV frei, da man momentan keinen Mondlader entwickelt hat man auch weiteres Geld frei für HLV und Orion .

Daher ist mir die gro0ße Unzufriedenheit hier ein Rätzel, natürlich ist dies ein Kompromiss zwischen den guten Plan Constellation und den nicht Plan Obamas aber da hat schon was von Constellation überlebt, man hat nun eben ein Raumschiff das sogar NEO fliegen kann und einen Träger (HLV) der stark genug währe die Orion und Missionsmodul ins NEO zu bringen.


@Schillrich

Zitat
War man nicht mal übereingekommen (das Einzige, wo alle zustimmten), dass Constellation "unsustainable" war? Von Lokalpolitikern wird auch das jetzt aus den Augen verloren ... einfach nur sinnfreie Raumfahrtpolitik, was da passiert.

Daran kann ich mich nicht erinnern, Constellation genoss breite Überparteiliche Unterstützung und hatte ein klar definiertes Ziel. Geriet aber in finanzielle Schwierigkeiten, dann meinte die Obama Administration, die klar Anti NASA eingestellt ist,  dass Programm des gehassten Vorgängers zu töten und eine marginale Einsparung dabei zu machen.  So wurde Obama Space vorgestellt was nicht weniger ist als das Ende der bemannten Raumfahrt der USA, seit denn Tag kämpft der Kongress und der Senat nun gegen diesen Plan und hat anscheinend  auch Erfolg damit (Gottseidank). Wir befinden uns grad in einer Phase in den es heißt rettet was zu retten ist, für Visionen und einen Plan wird man wohl das Ende der Obama Administration abwarten müssen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: revan am 14. Juli 2010, 15:21:48
Weitere Details.

http://www.spacepolitics.com/

Zitat
A quick review of the Senate NASA authorization bill

The Houston Chronicle has obtained and posted a draft of the NASA authorization legislation that the Senate Commerce Committee will markup Thursday morning. A quick review of the legislation finds a number of changes from the White House’s proposed budget, some of which have been reported in varying details in recent days.

Perhaps the biggest difference is the legislation’s provisions for the development of a “Space Launch System”, which it defines as “the follow-on government-owned civil launch system developed, managed, and operated by NASA to serve as a key component to expand human presence beyond low-Earth orbit.” This system, authorized for $1.9 billion in FY11, $2.65 billion in FY12, and $2.6 billion in FY13, would initially be capable of launching between 70 and 100 tons to low Earth orbit, including the “multipurpose crew vehicle”, which is defined elsewhere in the bill as closely derived from the Orion program. The system would also be required to evolve into heavier variants that could place up to 150 tons into LEO. Both the launcher and the spacecraft “shall, to the extent practicable, utilize existing contracts, investments, workforce, industrial base, and capabilities 2 from the Space Shuttle and former Orion and Ares 1 projects, including Space Shuttle-derived components and Ares 1 components”. The legislation doesn’t set a schedule for the launcher but does state a goal of “full operational capability” for the crew vehicle by the end of 2016..............

Es scheint als ob viel Ares in den neunen Konzept drin stecken wird. 70-100 Tonnen für den Anfang und 150 Tonnen für später klingt schon mahl ordentlich. :)  
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tul am 14. Juli 2010, 21:05:33

Es gibt keine Nutzlast für das HLV außer vielleicht Orion. Ergo: Weniger Missionen für existierende Raketen, dafür eine große NASA Rakete ohne passende Nutzlast.

Das ist nicht ganz richtig. Es gab und gibt Überlegungen, damit wesentlich größere Teleskope zu starten. Dabei gehts es nicht so sehr um die Startmasse als um den Durchmesser der Rakete.
http://www.futureinspaceoperations.com/papers/SPIE%20Stahl%20Ares%20V.pdf
Titel: Re: NASA
Beitrag von: GlassMoon am 14. Juli 2010, 21:36:34
Braucht man für ein 8m Fairing wirklich eine Rakete mit 120t Nutzlast?
Könnte man nicht einfach ne Delta IV Heavy (eventuell noch mit GEM-60s, sollte ja möglich sein, und wäre sicher nicht so teuer wie ein 120t Träger) und vergrößertem Fairing nehmen?
Das mit dem Teleskop kommt mir so vor, als würden die Befürworter mehr oder weniger verzweifelt nach Nutzlasten suchen, für die man eine solche Rakete brauchen kann.
Spiegelflächen kann man auch im Orbit entfalten, wie uns das JWST zeigen wird.

Man macht sich doch nur was vor, HLVs sind (fast) nur für Exploration oder Raumstationen sinnvoll. Und für beides fallen eben noch zusätzlich Entwicklungskosten für Explorationssysteme oder Module einer Raumstation an. Wenn die Politik keines der beiden will ist auch ein HLV für die Katz.. Lobbyismus? ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Collins am 14. Juli 2010, 23:03:09
Wenn mann erstmal eine so leistungs starke Rakete hat, wird mann auch Nutzlasten finden.
Ein weiterer Vorteil ist wie von "revan" erwähnt sollte China zum Mond auf brechen, brauchst du keine so starke Rakete erst enwickeln den die hast du ja schon.
Ferner kanst du auch die Entwicklungs kosten für solch eine Rakete einsparen die für solche Missionen benötigt werden was die Mission als solches verbilligt(auf dem Papier  ;)).

Mfg Collins
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Ruhri am 15. Juli 2010, 09:32:23
So einfach ist das aber nicht! Die Saturn V ist ja auch eine fertig entwickelte Rakete, die man heutzutage nicht mehr bauen könnte und daher komplett neu entwerfen müsste. Der entscheidende Punkt ist eben der, dass Raketenbau schon immer Privatsache gewesen ist. Die Firmen, die solche Geräte bauen, haben aber Ausgaben und müssen diese durch die Einnahmen bezahlen. Ein gewisser Gewinn >0 am Ende des Jahres wäre auch nicht zu verachten. Welche Firma kann aber die Produktionsanlagen für eine HLV-Rakete vorhalten, die so gut wie nie bestellt wird? Wenn man diese Rakete also entwirft, benötigt man auch einen Plan, wofür man sie gebrauchen kann. Im Grunde muss man sogar schon grob planen, wieviele derartige Trägersysteme man über die nächsten paar Jahre brauchen wird. Nur so lohnt es sich, den gesamten industriellen Fertigungsprozess (inkl. Zulieferern) aufzubauen und über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten.

Dass die Chinesen in absehbarer Zeit auf dem Mond landen werden, sehe ich aber, ehrlich gesagt, nicht. Der chinesische Staat hat zwar einen hohen Außenhandelsüberschuss, aber das sind in erster Linie Forderungen und kein "echtes Geld". Solange also die Amerikaner (als Hauptschuldner) nicht zahlen, wird es vermutlich keine Mondlandung geben. Aber klar, wenn die Chinesen das Projekt ernsthaft angehen würden (oder zumindest erfolreich den Anschein erwecken könnten), würde der Leidensdruck bei den Amerikanern so sehr ansteigen, dass Bewegung in die Sache käme.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: websquid am 15. Juli 2010, 10:52:40
Wenn mann erstmal eine so leistungs starke Rakete hat, wird mann auch Nutzlasten finden.
Welche Nutzlasten hat man nach den Mondmissionen für die Saturn V gefunden? Nur eine, nämlich Skylab. Das wird heute nicht viel anders aussehen.
Das mit dem Teleskop kommt mir so vor, als würden die Befürworter mehr oder weniger verzweifelt nach Nutzlasten suchen, für die man eine solche Rakete brauchen kann.
Spiegelflächen kann man auch im Orbit entfalten, wie uns das JWST zeigen wird.
Wenn man mit nem HLV schon Teleskope starten will, sollte man auch richtig große Teleskope nehmen, nicht so einen "Kleinkram" wie JWST ;). Wenn man die Nutzlast nicht ausnutzen will, braucht man wirklich kein HLV, sondern kann für eine kleinere Rakete ein großes Fairing basteln.

ohne einen HLV kann man auch die ISS nicht bei gravierenden Systemfehlern reparieren und sie auch nur schwer um große Module erweitern.
Alle Module, aus denen die ISS momentan besteht könnte man von der Größe her problemlos mit Delta IV Heavy oder vergleichbaren Typen starten. Auch dafür braucht man kein HLV (und komme jetzt niemand damit, dass diese Raketen keine Module andocken könnten - das kann auch kein HLV ;))

mfg websquid
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Ruhri am 15. Juli 2010, 12:05:49
Ehrlich gesagt, ist mir die Aussage deines letzten Satzes (den in den Klammern) noch nicht ganz klar geworden. Oder bezog er sich vielleicht lediglich darauf, dass sich beim Andocken eines hypothetischen neuen ISS-Moduls die startende Trägerrakete längst in ihre Einzelteile zerlegt hätte, sie somit also rein formal keinen Andockvorgang mehr durchführen könnte?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: websquid am 15. Juli 2010, 12:20:50
Also nochmal langsam: Das Space Shuttle kann ein Modul an die ISS andocken. Eine Rakete kann ein Modul nur in einen Orbit bringen, aber nicht andocken, dass muss das Modul selber machen oder man braucht einen extra Schlepper.

Auch ein Shuttle-Derived HLV ist eine Rakete und kann eben nicht wie ein Shuttle ein Modul andocken, sondern wie jede andere Rakete dieses nur in einen Orbit bringen.

mfg websquid
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Ruhri am 15. Juli 2010, 12:48:34
Dann hatte ich es ja doch noch gehabt.  :)

Aber nicht, dass jetzt jemand auf die Idee kommt, die HLV-Oberstufe so auszulegen, dass sie ein Modul zur ISS bringt, es dort andockt und danach alleine wieder in die Atmosphäre eintritt. ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Youronas am 15. Juli 2010, 13:00:00
Zitat
We expect to pass this bill tomorrow. The White House will announce their support for our bill tomorrow, that is extremely important to us. That’s going to enable us to keep moving the ball forward in being able to have NASA continue a vigorous path of human exploration of the cosmos.

Zitat aus einem Radiointerview (http://demradio.senate.gov/actualities/billnelson/billnelson100714.mp3) mit Sen. Nelson.



Man erwartet also die Unterstützung des Weißen Hauses ergo Obamas zum "Gesetzesvorschlag" (http://www.google.de/url?sa=t&source=web&cd=2&ved=0CB8QFjAB&url=http%3A%2F%2Fblogs.chron.com%2Fsciguy%2Farchives%2FNASA%2520Rockefeller1.pdf&ei=Bek-TKLUENCMOLOrqIgH&usg=AFQjCNFiS4dnsmXQHPUGW6_0eWUS8TscGw).
Noch ein bisschen was zum Lesen: http://www.aip.org/fyi/2010/074.html


Heute 11:45 a.m. EDT gibt es dann die offizielle Pressekonferenz von Sen. Nelson und Sen. Hutchison auf der die ihren "major breakthrough" verkünden wollen, der wohl das Obige sein wird.

Quelle: spaceref.com (http://www.spaceref.com/news/viewpr.html?pid=31245)



So es am Ende denn wirklich so kommen sollte müssten die Techologieprogramme eine Kürzung von 5,45 Milliarden ('11-'13) auf nichtmal mehr 0,95 Milliarden Dollar hinnehmen, genauso wie "robotic exploration precursor missions" von 1,33 Milliarden auf 244 Millionen.
Womit wir an für sich wieder bei der Ausgangslage wäre, dass Constallation (jetzt als Space Launch System 7,15 Milliarden und
Multi-purpose Crew Vehicle aka Orion 4 Milliarden) weite Teile des NASA-Budgets verschlingen und die anderen Bereiche darunter zu leiden haben.
Zwei Amendments von Sen. Warner (Virginia) und Sen. Boxer (Kalifornien) sollen dem nun noch entgegenwirken und den Technologieprogrammen immerhin 356 Mio. $ zusätzlich zusprechen sowie weiterhin Commercial Crew & Cargo stark fördern.
Wie das dann allerdings wieder alles in das Gleiche 19 Mrd. Budget passen soll ist wohl das große Rätsel. Beides, also sowohl HLV+Orion als auch großes Techologieprogramm+Commercial ist wohl einfach nicht drinnen, was ja nun für keine die überraschende Neuigkeit sein sollte.
Meine Befürchtung liegt irgendwie darin, das am Ende das schlechteste aus beiden Bereichen zu einem halbgaren Kompromis zusammengeschustert wird und wir noch schlechter dran sind als zuvor.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: spacer am 15. Juli 2010, 14:39:29
Ich halte diese ganze HLV Sache für völlig unsinnig.  Man will eine Rakete entwickeln, aber nicht, weil man sie wirklich braucht. Im Gegenteil: Man sucht krampfhaft nach Nutzlasten, die diese Rakete rechtfertigen!
Stattdessen sollte man sich lieber auf die ISS konzentrieren und für einen dauerhaften Zugang zu dieser Station - und eventuell ihren Nachfolgern - sorgen. Ich meine mit "Zugang" neue Transportkapazitäten für Fracht und Crew, zum Beipiel kommerziell...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 15. Juli 2010, 15:29:19
Billionen

Du meinst Milliarden  ;)

Irgendwie kann man es niemandem Recht machen. Nehmen wir den Leuten Orion und HLV weg, meckern Sie alle. Jetzt haben sich alle damit abgefunden, aber jetzt wird Ihnen Ihre kommerzielle Seite abgenommen und Ihnen Orion+HLV zurück gegeben. Das ist jetzt auch wieder scheiße.

Leute Leute...  ;D
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 15. Juli 2010, 15:31:49
Wo wir schon bei der NASA sind, hier gibt es eine andere/weitere Idee der NASA zur Technologieförderung und -forschung:

Quelle: http://www.spaceflightnow.com/news/n1007/13nasatech/ (http://www.spaceflightnow.com/news/n1007/13nasatech/)

Man möchte, quasi in Anlehnung an das Programm "Operationally Responsive Space" des Pentagons, kleine Technologiedemonstratormissionen fördern und schnell ins All bringen. Dabei sollen kleine Missionen Huckepack auf großen Starts mitfliegen. Damit möchte man, neben den großen Programmen, auch die kleinen Innovationskräfte ansprechen, fördern und ihnen Zugang zur Raumfahrt geben. Das Ganze wäre wieder im Rahmen von Wettkämpfen und Preisgeldern organisiert. Ziel ist es: früh und oft zu fliegen.
Während sich die großen "Flagship-Missions" der Technologieprogramme in Größenordnungen > 400 M-US$ und mit Starts alle 12 - 18 ab 2014 bewegen, sollten in diesem Programm Missionsbudgets bei < 10 M-US$ liegen mit 2 Jahren Vorbereitungszeit.

Die Idee passt zum ausgegebenen präsidialen Ziel die Innovationskraft und Begeisterung für Technologie zu fördern.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: websquid am 15. Juli 2010, 15:43:15
Irgendwie kann man es niemandem Recht machen. Nehmen wir den Leuten Orion und HLV weg, meckern Sie alle. Jetzt haben sich alle damit abgefunden, aber jetzt wird Ihnen Ihre kommerzielle Seite abgenommen und Ihnen Orion+HLV zurück gegeben. Das ist jetzt auch wieder scheiße.

Ist doch ganz einfach. Wir wollen keine Technik sehen, sondern Missionen. Wir wollen kein HLV, dass nicht verwendet wird. Wir wollen keine ISS, die nicht versorgt wird. Wir wollen, dass Technik genutzt wird und, wenn was für irgendwelche Missionen fehlt, entwickelt wird. Im Mittelpunkt hat gefälligst das Ziel zu stehen, die Technik dazu sollte erst sekundär sein. Wenn man primär ein HLV baut und sekundär Missionen dafür sucht, kann es passieren, dass man keine findet - was dann?

mfg  websquid
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 15. Juli 2010, 15:45:37
Dann kommen irgendwann ähnlich Argumente wie damals für das Shuttle, das plötzlich alles können und machen würde ... so ähnlich hören sich ja einige Argumente für ein HLV ohne Exploration bereits an ...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tomtom am 15. Juli 2010, 16:04:31
- Man braucht kein HLV, 20-30t Nutzlast reichen.
- Man braucht einen Crew Transport (aber nicht unbedingt x verschiedene), den dann aber möglichst bald
- Man will Arbeitsplätze erhalten, wenn möglich neue schaffen

Wenn es nicht so absurd wäre, würde ich sagen, entwickelt ein Space Shuttle ;)

Achja, ich vergaß, HLV wird doch gebraucht, Obama wollte doch in absehbarer Zeit zum Mars ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Youronas am 15. Juli 2010, 18:53:01
Das Boxer-Amendment wurde übriges akzeptiert, womit zusätzliche 356 Mio. $ pro Jahr für Space Technology & Research frei werden.
Das Warner-Amendment zur gleichbleibenden kommerziellen Förderung wurde hingegen abgeleht, soll zu Teilen jedoch in die zweite Bill-Version eingearbeitet werden.


Hier noch eine Zusammenfassung des Heute besprochenen National Aeronautics And Space Administration Authorization Act Of 2010 (um das Kind auch mal beim Namen zu nennen^^)

NATIONAL AERONAUTICS AND SPACE ADMINISTRATION AUTHORIZATION ACT OF 2010 (http://commerce.senate.gov/public/?a=Files.Serve&File_id=50faad79-f79d-4531-9f69-cf646b2b96ba)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tomtom am 16. Juli 2010, 13:44:38
Allem Anschein nach hat der Senate einen Kompromiß gefunden, der doch sehr viel anders aussieht als Obamaspace und doch die Zustimmung des Weißen Hauses bekommt. Das hätte ich nicht mehr für möglich gehalten.

Positiv find ich, dass
- unfinanzierbare bemannte Mondvorhaben gestrichen sind,
- das für mich jetzt erstmals nachvollziehbar ist, dass sich die NASA mit Orion und HLV auf BEO-Vorhaben ausrichtet, während LEO-Transport, insbesondere ISS, von den Commercials geleistet werden soll.

Offene Fragen bleiben natürlich:
- Mit was soll Orion gestartet werden (wenn HLV, dann kommt das bemannt eher später als früher)
- Wer fliegt wann den nächsten US-Astronauten von Florida ins All?
- Gibt es diese Transport Service Provider überhaupt?
- Wo ist eigentlich da die internationale Zusammenarbeit?
- usw.

Enttäuscht bin ich natürlich, dass in dem Vorschlag der Gap und dessen Minimierung kaum Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Bei allen Beteiligten scheint sich die Erkenntnis längst durchgesetzt zu haben, dass es das Shuttle nicht länger geben kann. Damit wird man dessen Entwicklungskosten nun endgültig abschreiben müssen bzw. sehr, sehr, sehr viel Geld in die Hand nehmen müssen, wenn sowas wie dieses geniale Gerät jemals wieder fliegen können soll.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Haus Atreides am 16. Juli 2010, 14:14:42
Wir werden sehen ob HLV wirklich mehr sein wird als nur Arbeitsplatzsicherung der Raumfahrtbundesstaaten.

Ebenso, ist abzusehen ob kommerzielle Raumfahrt es wirklich schaffen wird die Lücken zu füllen. Persönlich glaube ich ja,dass hier die Bigalow/Boeing Kapsel die besten Chancen hat.






Titel: Re: NASA
Beitrag von: NASA Andi am 16. Juli 2010, 14:50:03
Heisst also:

1. 135 steht aufm pad, für den fall das bei 133 + 134 etwas schief geht. Geht bei 133 + 134 (hoffentlich) nichts schief, startet die 135 als eigene mission, ohne absicherung?

2. Ab sofort wird ein HLV entwickelt, das "garantiert" bis xx.xx.2016 fertig sein soll, dafür wird aber alles andere eingestellt. Auch Robotic Missionen, aber hoffentlich nicht auch Curiosity???

Habe ich das beides alles so richtig verstanden?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Nitro am 16. Juli 2010, 15:09:18
Zitat von: NASA Andi link=topic=3439.msg153304#msg153304 date=1279284603
Heisst also:

1. 135 steht aufm pad, für den fall das bei 133 + 134 etwas schief geht. Geht bei 133 + 134 (hoffentlich) nichts schief, startet die 135 als eigene mission, ohne absicherung?

2. Ab sofort wird ein HLV entwickelt, das "garantiert" bis xx.xx.2016 fertig sein soll, dafür wird aber alles andere eingestellt. Auch Robotic Missionen, aber hoffentlich nicht auch Curiosity???

1. STS-135 wuerde mit nur vier Astronauten starten und dadurch haette man die Moeglichkeit im Fall des Falles diese vier mit Sojus Kapseln wieder zurueck zu bringen.

2. Es soll nichts anderes eingestellt werden. Robotic Missionen laufen weiter wie bisher. Lediglich das Budget fuer den kommerziellen Crew Transport soll von 3,3 Milliarden auf 1,6 Milliarden reduziert werden. Das 2016 Datum bezieht sich hier uebrigens nicht auf das HLV sondern auf Orion.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Ruhri am 16. Juli 2010, 15:27:08
Zitat von: NASA Andi link=topic=3439.msg153304#msg153304 date=1279284603
1. 135 steht aufm pad, für den fall das bei 133 + 134 etwas schief geht. Geht bei 133 + 134 (hoffentlich) nichts schief, startet die 135 als eigene mission, ohne absicherung?

Das hängt davon, was du unter "Pad" verstehst. Die designierten Rettungsshuttles warten jeweils im VAB, der riesigen Montagehalle. Also, so wie es aussieht, starten in der Reihenfolge STS-133, STS-134 und dann vielleicht noch STS-135. (Über STS-136 und STS-137 wird auch schon spekuliert, aber die lassen wir einmal außen vor.) Geht bei STS-133 etwas schief, wird STS-334 zum Start klar gemacht. Wird diese Mission erwartungsgemäß nicht benötigt, startet sie als STS-134. Deren Notfallmission STS-335 wartet im VAB, und nach Missionsende von STS-134 wird sie eventuell startklar gemacht für STS-135. Und dafür würde es dann in der Tat keine Rettungsmission per Shuttle geben, sondern 2 - 4 per Sojus.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: NASA Andi am 16. Juli 2010, 19:29:54
aha ok danke für die infos.
naja hoffen wir mal das ein hlv auch schellstmöglich kommt. mir ist allerdings nicht klar wie man so ein riesen teil für x tonnen bauen will wenn man nicht mal für paar leute ares 1 geschaft hat.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: STS-125 am 16. Juli 2010, 19:33:34
Zitat von: NASA Andi link=topic=3439.msg153318#msg153318 date=1279301394
will wenn man nicht mal für paar leute ares 1 geschaft hat.

bei der Ares 1 waren es keine technischen Probleme, die zum aus geführt haben. Es wurde einfach der Geldhahn zugedreht...

mfg STS-125
Titel: Re: NASA
Beitrag von: NASA Andi am 16. Juli 2010, 19:39:53
Zitat von: NASA Andi link=topic=3439.msg153318#msg153318 date=1279301394
will wenn man nicht mal für paar leute ares 1 geschaft hat.

bei der Ares 1 waren es keine technischen Probleme, die zum aus geführt haben. Es wurde einfach der Geldhahn zugedreht...

mfg STS-125

ja meinte ich eigentlich auch... hatte das etwas ungenau geschrieben ;).

das lächerlichste an ares 1 war für mich, das beschlossen war den gelhahn zuzudrehen aber der turm zum start wurde erst danach noch fertig gestellt, um dann alles abzureisen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: STS-125 am 16. Juli 2010, 19:42:42
Zitat von: NASA Andi link=topic=3439.msg153320#msg153320 date=1279301993
Zitat von: NASA Andi link=topic=3439.msg153318#msg153318 date=1279301394
will wenn man nicht mal für paar leute ares 1 geschaft hat.

bei der Ares 1 waren es keine technischen Probleme, die zum aus geführt haben. Es wurde einfach der Geldhahn zugedreht...

mfg STS-125

ja meinte ich eigentlich auch... hatte das etwas ungenau geschrieben ;).

das lächerlichste an ares 1 war für mich, das beschlossen war den gelhahn zuzudrehen aber der turm zum start wurde erst danach noch fertig gestellt, um dann alles abzureisen.

Jaa, der Vertrag zum Bau von dem Turm, der war ja schon unterschrieben. Selbst die NASA kommt aus sowas nicht raus... Der wird fertiggebaut, egal ob das Programm läuft oder nicht :)

mfg STS-125
Titel: Re: NASA
Beitrag von: -eumel- am 17. Juli 2010, 03:52:28
Der Ares-Startturm wurde - wie STS-125 bereits schrieb - bestellt und bezahlt und wird deshalb von den beauftragten Firmen fertiggestellt.
Auch wenn das hier manche seltsam oder gar "lächerlich"(?) finden - in Florida scheint sich daran niemand zu stören.
So sieht es dort momentan aus:

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up009238.jpg) (http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up009237.jpg)
Dieses Foto habe ich am 11.6.2010 aus dem fahrenden Bus geschossen.
Von links nach rechts:
- die neue Ares Startplattform mit fast fertigen Serviceturm,
- eine mobile Startplattform (MLP) vom Space Shuttle,
- die Orbiter Processing Facility 3 (OPF 3) - (darin befindet sich die Discovery)  :)
- einer der beiden Transporter (Crawler) mit verrosteten Ketten  

Wer genauer hinsehen möchte muß klicken - na das wißt Ihr ja! ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: -eumel- am 17. Juli 2010, 04:24:15
Das Constellation Programm (http://de.wikipedia.org/wiki/Constellation_(Programm)) (Ares-Raketen, Orion-Raumschiff, Flüge zum Mond, Mars und darüber hinaus) ist gecancelt.
Aber im Kennedy Space Center habe ich dazu eigentlich keinen Hinweis gefunden.
Überall gibt es Bilder und Modelle, der Shop ist voller Souvenirs von Ares und Orion.
Und nirgends steht dran, daß es das nicht geben wird.

Wenn man das KSC besucht, findet man gleich auf dem Weg vom Parkplatz zum Eingang folgende Bilder:

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up009232.jpg) (http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up009231.jpg)
Ares 1 - als würde sie dort stehen und fliegen...

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up009234.jpg) (http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up009233.jpg)
...und der Aufbruch zum Mond mit Tansferstufe, Orion-Raumschiff und Mond-Landefähre.

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up009236.jpg) (http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up009235.jpg)
Da gibt es auch das Orion-Mockup in Originalgröße zum anfassen.

So entsteht irgendwie der Eindruck, daß es sich um eine gewöhnliche Verzögerung handelt, die man aussitzen muß.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: runner02 am 19. Juli 2010, 12:51:15
Zitat
Überall gibt es Bilder und Modelle, der Shop ist voller Souvenirs von Ares und Orion.
Und nirgends steht dran, daß es das nicht geben wird.

Ist ja verständlich. Ohne Plan und Ziel hat man keine neuen inspirierenden Bilder.

Und stattdessen lässt man die alten einfach hängen, das ist billiger und einfacher als schwarze Plakate aufzuhängen mit 'No future'
Titel: Re: NASA
Beitrag von: endrimac am 19. Juli 2010, 14:52:03
Gibt es jetzt eigentlich Constellation doch noch oder nicht? offiziel ist es von Obama gestrichen worden, aber die Testflüge laufen trotzdem noch. (z.B.: Pad Abort)

Kann mich jemand aufklären, was jetzt ist und wozu das gut sein soll?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Ruhri am 19. Juli 2010, 16:28:23
Das siehst du nicht ganz richtig: Präsident Obama hat ganz offiziell verkündet, dass Constellation eingestellt werden wird. Erkennst du den kleinen, aber feinen Unterschied?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Nitro am 19. Juli 2010, 16:46:13
Um das nochmal etwas klarer zu sagen. Obama hat am 1. Februar mit seinem Budget für das Fiskaljahr 2011 (welches zum ersten Oktober beginnt) Constellation eingestellt. Diesem Budget muss aber immer noch der Senat zustimmen. Die NASA läßt derweile alle Projekte innerhalb Constellations weiterlaufen die noch unter Vertrag stehen. Dazu gehören der erwähnte Pas Abort Test, aber auch der ARES Startturm oder die Tests der Fünf Segment Booster.

Und da wird auch klar warum man am KSC noch nichts davon merkt. Constellation ist offiziell immer noch am laufen, wenn auch nur auf Sparflamme. Und so lange die NASA kein neues Programm bekommt, warum sollte man dann etwas an der "Werbung" ändern.

Es sieht momentan so aus, als ob man sich irgendwo in der Mitte treffen wird.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: revan am 19. Juli 2010, 17:20:52
@endrimac, eine gute Frage, die Antwort lautet an sich ja. Den Obama hat eben nur ein Vorschlag zur Beendigung der bemannten  Raumfahrt gemacht, zum Glück aber will  der Kongress wie auch der Senat nicht den Willen des Selbsternannten Messias Folge leisten (aus verschiedensten Gründen).  Also schustert man seit Monaten an einen Kompromiss herum, dabei muss Obama Space mit Constellation vereinbart werden. Der Senat hat nun  seinen Kompromiss veröffentlicht, dieser wird auch von Obama bzw. seiner Administration akzeptiert.  Der schaut so aus wie der alte Plan nur musste das Gesicht Obamas dabei gewahrt werden, daher gibt es einige Namens Enderungen wie kein klares Ziel mehr.

Um nun  auf den Punkt zu kommen:

1: Orion bleibt als BEO Kapsel erhalten und wird wohl auch die Alternative zu den zum scheitern verurteilten Kommerziellen für LEO Flüge in Betracht kommen,  dass aber erst irgendwann nach 2016.

 
2: Ares 1 ist in Kompromiss gestrichen, was aber wohl keine Tragödie ist weil ein Flug mit dem Ding schon so teuer  war wie ein Space Shuttel Flug. Alls Folge wird der Gap biss man wieder selbst LEO fliegen kann wohl größer werden, den die Kommerziellen erhalten nur noch 1/6 der ursprünglich gedachten Fördersumme und haben auch viele Auflagen bekommen bevor sie überhaupt einen Menschen zur ISS transportieren dürfen.

3: Ein HLV (früher war  es Ares V) bleibt erhalten und es soll sogar sofort entwickelt werden und biss zu 150 Tonnen tragen (wohl das Beste an den ganzen Kompromiss). Dieser neue HLV wird wohl aus Teilen des  Space Shuttles (genau wie die früher geplante Ares V) bestehen so bleibt an sich alles auch hier mehr oder weniger beim Alten.

4: Die Erforschung neuer Treibwerke wurde auch radikal gekürzt was an sich nicht so dramatisch ist da sowieso keine Hoffnung bestand hier was Bahnbrechendes zu leisten.

5: Der Mond ist nicht mehr länger das Ziel (obgleich es logisch gewesen währe) daher leider auch keine Mondbasis,  nun hat man daher gar kein Ziel mehr. Außer natürlich der unerreichbare Mars und ein fast unerreichbarer undefinierter Asteroid.
 
6: Das Space Shuttle Programm wird verlängert und das um mindestens ein weiteres Jahr vielleicht sogar noch mehr,  jäh nachdem was 2011 passieren wird.
    
7: Neben den teuren neuen/alten bzw. Constellation/Constellation lite (wie ich den Kompromiss nenne) ist ein völlig unsinniger wie Unnötiger Posten (earth sciences) entstanden (wohl als Besänftigung für Öko Obama) dieser saugt nun andere Programmen das Geld ab.


Fazit: Aber verglichen mit den dunklen Tag als Obama Space vorgestellt wurde ist der Kompromiss eine reine Wohltat die ich nicht mehr so erwartet hätte. Es gibt sogar noch Hoffnung dass es noch besser werden könnte da bald auch noch eine Kongress Version des Kompromisses kommen muss und diese könnte Constellation zum noch größeren Teil wiederherstellen (der Kongress ist Obama Space nämlich noch feindlicher Gesinnt als es der Senat war). Dies erst recht wenn die midtherm elections den Demokraten eine Niederlage bescheren und ein GOP Kongress ohne Rücksicht auf Obamas Öffentlichkeitswahrnehmung  mitmischt.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: endrimac am 19. Juli 2010, 17:48:26
Da bin ich aber froh, dann geht doch nicht das ganze Geld, das schon verbraucht wurde, in den Müll. Constellation läuft also eben nur in abgeänderter Form weiter. Obama kriegt zwar die Finanzmarktreform durch (die ich übrigens gut finde), aber den Rückruf der amerikanischen Raumfahrt eben nicht, da sieht man doch, dass Politiker nicht unbedingt realitätsfern sein müssen.

Danke für die Informationen!! :D
Titel: Re: NASA
Beitrag von: revan am 19. Juli 2010, 18:09:48
@endrimac, wobei du beachten musst dass dies nur der momentane Stand ist, dieser Krieg/Kampf (man nenne es wie man will) ist nämlich noch nicht vorbei. Aber man könnte sagen dass vielleicht das schlimmste (Obama Space wie vorgeschlagen) überstanden ist, jubeln werde ich aber erst wenn der Kompromiss in jetziger oder in besserer Form beschlossene Sache ist und erst richtig wenn Obama aus dem Amt ist und ihn keine Palin und vor allem kein Ron Paul auf den Posten gefolgt ist.


Momentan ist immer noch zu viel in Bewegung, sprich noch ist nichts zu 100% sicher und viele Faktoren sind noch nicht gesetzt. So etwa ist es nicht mahl klar,  ob es eine Endfassung des Haushalts 2010 gäben wird, wenn es keine gibt so werden die midterm elections noch eine große Rolle spielen jäh nach Ausgang.  Was mir auch große Sorge macht ist der FY2012 in dem große Einsparungen erwartet werden und dies könnte Obama aber auch Defizit Falken/Extremisten wie Barney Frank und Ron Paul zu einer erneuten Attacke auf die Bemannte Raumfahrt nutzen, hier wird wiederum entscheidend sein wer den Kongress nach 2010 kontrollieren wird und vor allem wer überhaupt in zukünftigen Kongress und Senat sitzen wird. Daher ist mein Fazit der das es noch viel zu früh ist um zum Feiern.


PS: Was Obama Finanzmarktreform angeht, so ist diese so durchlöchert und weichgespült als das es Spekulanten leider kaum behindern dürfte.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Nitro am 19. Juli 2010, 18:16:15
Als kleine Vorsorge bitte ich persönliche, politische Ansichten aus den Diskussionen außen vor zulassen. Wir sind ein Raumfahrtforum und keine Plattform für politische Diskussionen. 
Titel: Re: NASA
Beitrag von: revan am 19. Juli 2010, 18:28:32
@Nitro, ist dies auf den Kommentar "PS: Was Obama Finanzmarktreform..." von mir bezogen oder auf meiner Meinung zur Politischen Zukunft von Constellation?

Denn die Story mit Constellation und alles was damit verbunden ist,  kann man nicht von der Politik und Politischen Ereignissen (z.b den midtherm elections, Obama usw.) trennen, denn es ist ein fast rein Politischer Prozess. Sprich die Politik muss es absegnen und  in groben Zügen sogar gestallten daher ist es unmöglich über das eine zu schreiben ohne das andere dabei zu beachten.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Nitro am 19. Juli 2010, 18:44:14
Teils teils, ich wollte nur noch einmal daran erinnern bevor hier eine Diskussion über amerikanische Finanz- und Gesundheitsreformen, Meinungsumfragen und ähnliches vom Zaun gebrochen wird. Das hier ist ein Thread für aktuelle Entwicklungen die NASA betreffend.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 19. Juli 2010, 18:48:08
Hallo revan,

diese (pseudo-)politischen Diskussion hatten wir hier schon zu Hauf, samt verkürzten Argumenten, sich im Kreis drehenden Fixierungen, ausufernden Generalkritiken und polemischem Obama-Bashing. Durch solche Diskussionen wurden schon ganze Themen hier "zerstört", ohne dass es inhaltlich voran ging und die Diskutanten nur noch ihre Meinungen ausgetauscht haben.
Eine große Zahl von Mitgliedern liest diese Beträge dann nicht mehr und gehen auch dem Forum verloren.
Wir Moderatoren haben deshalb solche Diskussionen speziell im Auge, greifen frühzeitig ein und moderieren solche Themen dann.

Titel: Re: NASA
Beitrag von: revan am 19. Juli 2010, 19:01:12
Verstehe,  wenigstens teilweise da ich den Übergang in der jetzigen Lage zwischen Obama bzw. Politiker basching und Gegensätzlichen Anschauungen Staatliche Rumfahrt versus Kommerzieller Raumfahrt  bzw. Constellation vs Obama Space als fließend betrachte bzw. nicht klar von einander zu trennen sind (wenigstens für mich nicht). Den ich z.b sehe die Raumfahrt wie sie jetzt ist als ein Hochpolitisches Thema an, es ist ja kaum von der Hand zu weisen das die Politik hier völlig den Ton angibt, nun wie auch immer, ich werde mich bei Politischen Randkommentaren zurückhalten.


Meldungen wie diese aber sind aber doch erlaubt oder?


http://www.spacepolitics.com/2010/07/19/obama-and-glenn-to-talk-about-space-policy-today/

Zitat
Obama and Glenn to talk about space policy today

On President Obama’s schedule today is a meeting with former senator and astronaut John Glenn. (The meeting with one of the Mercury-era astronauts comes, ironically, the same afternoon as a different Mercury meeting for the president: an appearance with members of the Phoenix Mercury, last season’s WNBA champions.) The closed meeting, scheduled for about 2 pm this afternoon, is intended to allow the two to “discuss the President’s plan for an ambitious and achievable space program”, POLITICO reports, citing White House guidance......

oder


http://www.thespacereview.com/article/1667/1
Zitat
Critical partnerships for the future of human space exploration

One thing everyone can agree on with respect to the Obama Administration’s intention to cancel the Constellation program: it has triggered a vigorous debate about the future of NASA and the role that organization will play in humanity’s next steps into the solar system. Numerous articles posted in The Space Review have illuminated the scope of this debate, from its fundamental assumptions about the value of space exploration for the United States and its people, to the variety of ways in which a post-shuttle program of human exploration beyond LEO might be carried out.

In reading about and pondering these issues, it seems to me that there are three critical partnerships that will reshape NASA, and the larger vision of space exploration it represents, well into the 21st century. Exploring the current debate in the context of these three partnerships might help illuminate how future human expeditions beyond LEO will be carried out. A brief review the assumptions behind NASA’s Constellation program, and its technological godfather, Apollo, will help set the stage for this discussion.......

Andernfalls ist das ganze wohl zu eingeschränkt sofern es um etwas anderes gehen soll außer Technischer Details, sprich um die NASA als allgemeines.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tobi am 20. Juli 2010, 08:51:34
Der Entwurf vom entspechenden Komitee des Repräsentantenhaus:
http://democrats.science.house.gov/Media/file/Commdocs/NASA_Authorization_Act_2010.pdf

Kommerzieller Crewtrransport soll 50 Millionen pro Jahr bekommen.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: endrimac am 20. Juli 2010, 12:02:02
Ist das nicht viel zu wenig, um einen Crewtransport durchzuführen? Ein Start einer Falcon 9 kostet doch schon deutlich mehr. Was soll man denn mit so wenig Geld anfangen. Als Forschungszuschuß für die Entwicklung der Raumfahrzeuge könnte es maximal reichen, aber selbst dann wird es eng.

Also man weiß wohl nicht so Recht, ob man jetzt kommerzielle Flüge oder staatliche Flüge durchführen will, aber es sieht eher so aus das Constellation weiter in abgespeckter Version als Hauptaugenmerk durchgeführt wird.

Für kommerzielle Flüge müsste daher der Zuschuss sich stark erhöhen, oder nicht?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: NASA Andi am 20. Juli 2010, 14:01:24
Es wird endlich zeit das mal tag X kommt wo alles fest beschlossen ist, das hin und her ist ja nicht mehr auszuhalten.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 20. Juli 2010, 14:46:22

besser 1-2 Jahre hin und her als 10 Jahre lang Misst machen, finde ich persönlich.  :)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: revan am 20. Juli 2010, 15:13:14
Zitat
besser 1-2 Jahre hin und her als 10 Jahre lang Misst machen, finde ich persönlich.  Smiley


@klausd, was würdest du aber alls Misst  definieren ?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 20. Juli 2010, 16:16:23

Eigentlich alles was man bisher vorgeschlagen hat. Zu wenig Geld zu wenig Geld... Baut man das HLV, reicht es nicht mehr für eine earth departure stage und einen LEO Zubringer aus der kommerziellen Sparte. Nutzt man die kommerzielle Sparte reicht es wieder nicht mehr für das HLV oder ein Technologieprogramm. Was man auch macht, mit dem Geld wird immer was wichtiges fehlen...  :-\
Titel: Re: NASA
Beitrag von: endrimac am 20. Juli 2010, 17:05:11
Oder man stockt das NASA-Budget auf, dann wäre genug Geld da. Aber dies wird frühestens passieren, wenn die auf dem Mars gelandet sind. Dann wäre plötzlich wieder Geld da.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: tomtom am 20. Juli 2010, 17:24:34
Sehr sehr unwahrscheinlich.

Die Version des Repräsentantenhauses geht hier am weitesten. Neben den 50 Mio. gibts da für Commercials noch weitere 100 Mio $, die für Kredite und Bürgschaften zur Verfügung stehen sollen. Ein mehrfaches dessen stünde dann diesen Firmen als Kredit zur Verfügung.

Mit anderen Worten, Raumfahrt auf Pump. Aber für Firmen sicher nichts ungewöhnliches.

Jetzt gibt es 3 Varianten, Obamaspace, Senate und Repräsentantenhaus. Mal sehn, wie es weitergeht...
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Youronas am 21. Juli 2010, 11:01:11
Eine neue Version des Senatsentwurfes wurde veröffentlicht, die wichtigsten Veränderungen bei Budgetpunkte (FY2011) sind dabei:


Zudem soll das HLV/SLS nurnoch bis 130t statt wie vorher 150t skalierbar sein.
Auch wurde das veranschlagte Gesamtbudget für die beiden Folgejahre nochmal leicht angehoben, wenn ich mich nicht irre:

19,45 Mrd. 2012 / 19,96 Mrd. 2013 (Da wollte man wohl unter der magischen 20er Marke bleiben^^)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: spacer am 21. Juli 2010, 11:22:18
Der neue Senatsentwurf sieht ja schon etwas besser aus. :)
Es wird nicht mehr ganz soviel Geld in das -meiner Meinung nach sehr fragliche- HTV-Projekt gesteckt, dafür bliebt mehr für andere Projekte. Insbesondere die Aufstockung des kommerziellen Frachttransport halte ich für positiv: Es ist wichtig für den Betrieb der ISS, außerdem kann sich hier vielleicht später ein eigentständiger Markt aufbauen (in Zusamenhang mit der geplanten Bigelow-Station oder auch als Solo-Missionen a la DragonLab).
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Youronas am 21. Juli 2010, 19:35:14
Vom Authorization Subcommittee sind wir nun beim Appropriations Subcommittee angelangt, dessen Version heute besprochen und beschlossen wurde. Das Dokument steht der Öffentlichkeit leider noch nicht zur Verfügung, da dies erst geschehen wird, sobald auch das gesamte Committee am Donnerstag darüber geurteilt hat.

In einer Presseerklärung von Sen. Shelby wird jedoch erklärt, dass das Marshall Space Flight Center die Kernrolle bei der Entwicklung des SLS einnehmen soll, und somit In-Line den Vorzug gegenüber Side-Mounted bekommen würde, so der Senate Bill denn jemals so umgesetzt wird wie gedacht.
Zudem wurden die zunächst auf 1,6 Mrd. gekürzten FY2011-SLS Ausgaben wieder auf die ursprünglichen 1,9 Mrd. erhöht, was erneute Kürzungen bei Kommerziellen und/oder Technologieprojekten befürchten lässt.

Link (http://www.spaceref.com/news/viewpr.html?pid=31283)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: endrimac am 22. Juli 2010, 16:39:38
Noch weniger Geld für die vielversprechenden kommerziellen Missionen? Dann werden wohl einige Missionen zur ISS von z.B. SpaceX bald nicht mehr möglich sein.

Die USA steht dann bald ohne bemanntes Raumschiff noch länger als vorher da oder muss die Kapazitäten zumindestens länger drosseln. :(
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 22. Juli 2010, 17:22:39
vielversprechenden kommerziellen Missionen

Viel versprechen tun sie wirklich.  ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 22. Juli 2010, 18:16:27
Wir sollten jetzt nicht bei jeder Meldung in "Panik" verfallen ;). Da drüben finden in den Ausschüssen gerade die Beratungen statt. Wir bekommen quasi jeden Tag eine neue Idee "von noch jemanden" und die x-te überarbeitete Version aus Ausschuss A, B und C. Letztendlich ist alles, was wir bisher gelesen haben, im Fluss.

Mal schauen, was am Ende der Beratungen in der endgültigen, abgestimmten Vorlage stehen wird.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: revan am 22. Juli 2010, 18:55:23
@klausd

Zitat
Viel versprechen tun sie wirklich.  Zwinkernd

Der war gut. ;D

Ich selbst weiß nicht mahl ob das was man als Kommerziell bezeichnet überhaupt als solches zu bezeichnen ist. Sprich biss her hat die NASA unter Zuhilfenahme eines Erfahrenen eigenen  Ingenieur Teams mit großen und ebenfalls erfahrenen Rüstungs und Luftfahrt Unternehmen Projekte entwickelt und das für einen Kunden und zwar den Staat. Auch hier traten bei Ausschreibungen die Konkurrierenden Unternehmen gegen einander an z.b LM vs. Boeing  und auch hier wurde ein Sieger ermittelt. Daher ist diese Kommerzielle Idee letztendlich nur ein Wort, sprich was hat sich bzw. was soll sich den überhaupt verändern?  Es giebt immer noch nur einen Kunden den Staat und die Konkurrierenden Firmen sind(lässt man Unternehmen wie SpaceX  mahl aus)  immer noch dieselben. Sprich was will man den hier überhaupt erreichen?



Wir sind nun in einer Situation gekommen in dem nicht das Ziel sondern die Methode zum Erreichen des Ziels in Vordergrund steht. Ist es neuerdings ein Fortschritt wenn man z.b in den LEO unter Kommerzieller Form anstatt unter Staatlicher fliegt? Ich kann einfach keinen Sinn in den ganzen erkennen,  außer dem das das ganze anfänglich ein Versuch war Constellation ersatzlos zu streichen und sich dabei einen Sündenbock (die Kommerziellen)  gleich mit zu schaffen.



Meiner Ansicht nach hat Kommerziell nur einen Sinn bzw. ist überhaupt als Kommerziell zu bezeichnen wenn es unabhängig von Staat abläuft und überhaupt ein Markt dafür vorhanden ist. Bei Satteliten mag das funktionieren, da es hier einen großen nicht staatlichen Markt dafür gibt, aber geht es darum Menschen ins All zu bringen,  so ist hier einfach kein Markt für vorahnden.


Anstatt sich nun das Theater mit den Wort Kommerziell zu an zu tuchen , sollte man sich einfach mahl an Herz fassen und ein Projekt zur Entwicklung einer kleinen LEO Kapsel für die ISS ausschreiben, den Auftrag kann man dann gleich an Boeing vergeben und gut ist. Ich bitte meine etwas harsche Formulierung zu verzeihen,  aber  es ist einfach ärgerlich wenn man nun Kommerziell um des Wortes Kommerziell willen anzustreben scheint (der politische Grund ist dabei an sich ersichtlich).


Denn rational betrachtet ist auch LM oder Boeing die Unternehmen die am ehesten das potenziell haben eine LEO Kapsel  schnell zu entwickeln eben auch Kommerzielle Anbieter.  Den gerade daher ist  der Versuch Kommerziell als Vision zu verkaufen  einfach nur armselig. Es sollte daher nicht um die Frage Kommerziell ja oder nein gehen, sondern um das was man will und was man  dafür braucht



In Prinzip braucht man nämlich folgendes in der Bemannten US Raumfahrt:


1.   Eine LEO Kapsel für die ISS Versorgung für den Crew und Frachttransport biss 2020 und diese zum billigen Preis, hier hat meiner Meinung nach Boeing und  Bigelow Aerospace das beste Konzept mit der CST-100.

Dazu:

http://raumfahrtzeitung.wordpress.com/2010/07/20/cst-100-boeing-stellt-neues-raumschiff-in-farnborough-vor/

Zitat

CST-100 – BOEING STELLT NEUES RAUMSCHIFF IN FARNBOROUGH VOR



Bei einer am Montag im Rahmen der Farnborough Airshow 2010 abgehaltenen Pressekonferenz hat die Firma Boeing Entwürfe für ihre neue Raumkapsel CST-100 vorgestellt. Die Präsentation erfolgte gemeinsam mit dem privaten Weltraumunternehmen Bigelow Aerospace, dass derzeit an einer eigenen Raumstation auf der Basis von aufblasbaren Modulen arbeitet.

Die Entwicklung des CST-100 Raumschiffs erfolgt bei Boeing auf Basis eines 18 Millionen Dollar umfassenden Budgets, das von der NASA im Rahmen des CCDev-Programms für den Aufbau eines kommerziell entwickelten Crew-Transportsystems zur Verfügung gestellt wird. Dieses Programms dient in erster Linie als Anschub für die Bereitstellung von Kapazitäten, die nach Außerdienststellung der Shuttle-Flotte sicherstellen sollen, dass amerikanische Astronauten von privaten Anbietern zur Internationalen Raumstation befördert werden können.....



2.   Die Orion Kapsel für BEO Flüge und das so schnell wie möglich, den nur diese kann der Raumfahrt eine langfristige Perspektive geben, einfach weil sie zum einen schon fast fertig und zum anderen auch auf bewehrte Technologie zurückgreift.

3.   Einen Träger für die Orion, diese müsste nicht mahl Bemannt starten und könnte einfach mit den LEO Kapsel  oder auch auf der ISS (sofern diese da noch existieren würde) später bemannt werden.

4.   Einen HLV der mehr als 100 Tonnen transportieren kann sonst macht BEO keinen Sinn. Ein HLV weil nur dieser Große Module in den Raum bringen kann sei es für eine Mondlandung oder schlicht um der BEO Kapsel genügend Schub für die Reise zu einem weiter entfernten Punkt zu geben. Ein HLV ist auch von Nöten wenn man eine langfristige Struktur auf den Mond aufbauen will oder in ferner Zukunft ein Raumschiff für eine Mars Mission zusammenbauen mag. Dieser können nämlich auch schwere Antriebssysteme in den Orbit bringen, wie etwa ein Nuklear Antrieb der die Reise zum Mars drastisch verkürzen würde.    

5.   Missionsmodule,  sei es für einen Landung auf einen Asteroiden oder für eine Mondlandung und eine spätere Mondbasis.







Das größte Problem ist hier aber nicht die Technik oder die Misswirtschaft der beteiligten Seiten sondern einfach die Unterfinanzierung der NASA selbst. Raumfahrt kostet nämlich einfach Geld und man kann eben bei den Heutigen Geldwert und bei dem was man von den Beteiligten Verlangt nicht mit Spottpreisen rechnet und dies egal ob Kommerziell oder nicht. Was die NASA braucht ist daher Geld oder wenigstens eine Vision/Idee wie man Geld verdienen kann, warum den z.b nicht eine NASA Steuer in Form der Kirchensteuer. Also eine kleine pauschale Abgabe, für jeden US Bürger oder überhaupt Interessenten auf diesen Planeten von dem er sich,  wenn er sie nicht zahlen will einfach freistellen lassen kann wie bei der Kirchensteuer in Deutschland eben.  In den USA unterstützen ca. 60-70% der Menschen die Raumfahrt und eine Monatliche Abgabe von 5 Dollar währe auch nicht zu spüren.  Bei sagen wir nur 80 Millionen Monatlichen Beitragszahlern (also weniger als die Hälfte der US Steuerzahler)  ergebe sich schon mit nur 5 Dollar die Summe von 400 Millionen US Dollar in Monat oder  4,8 Milliarden US Dollar in Jahr bei einen Steuersatz von 10 Dollar sogar die Summe von 9,6 Milliarden.  

Diese Initiative währe dabei nicht mahl so neu oder ungewöhnlich so etwa hat Kennedy so ähnlich die Ausgaben für die Raumfahrt begründet und während des Vietnam Krieges erhob der US Staat sogar eine Kriegssteuer von den man sich nicht lossagen konnte auch heute machen die US Streitkräfte etwas ähnliches in dem man  Support your Troops Artikel z.b Aufkleber fürs Auto für 100 Dollar verkauft und dies recht erfolgreich. Ich hoffe ich habe mit diesem Beitrag nicht die Regeln des Forums übertreten und ich entschuldige mich in übrigen für meine schlechte Formulierung und meine sicherlich Augenkreps würdige Deutsche Rechtschreibung.



@Schillrich

Zitat
Wir sollten jetzt nicht bei jeder Meldung in "Panik" verfallen Zwinkernd. Da drüben finden in den Ausschüssen gerade die Beratungen statt. Wir bekommen quasi jeden Tag eine neue Idee "von noch jemanden" und die x-te überarbeitete Version aus Ausschuss A, B und C. Letztendlich ist alles, was wir bisher gelesen haben, im Fluss.

Mal schauen, was am Ende der Beratungen in der endgültigen, abgestimmten Vorlage stehen wird.


Stimmt, aber es werden die Konturen wenigstens schon mahl deutlich. Man kann zwar nicht sagen FY2011 wird so aussehen wie die Version des Ausschusses A,B,C  aber man kann schon sagen dass es so ähnlich aussehen wird.  Man ist nämlich schon bei der Feinjustierung des Budgets anbelangt und natürlich wird alles noch mahl mit der Kongress Version in einklag gebracht werden müssen, aber ich da wird es keine radikalen Veränderungen mehr gäben.




Titel: Re: NASA
Beitrag von: NASA Andi am 22. Juli 2010, 21:04:20
Das mit der NASA steuer finde ich eine gute idee.

EVtl. sollte man auch mal dafür sorgen das sich mehr leute für die NASA interressieren! In den nachrichten sieht man ja nur noch kurz ein Shuttle start. Lebt man nicht direkt in den USA kann man nicht mal NASA TV empfangen. Und der Livestream ist mehr eine Krankheit als ein stream... in der heutigen zeit einfach ein Witz. Und der 640x480 von Yahoo ist auch eher unbekannt.

Von der ISS, einem Satelit im Orbit von Mond oder Mars der eine Livecam hat währe was. Oder doch wieder zurück zum Mond, und gestein mit zurück zur Erde bringen und an "normale" leute in ganz kleinen teilen verkaufen währe auch eine geldmöglichkeit.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 22. Juli 2010, 21:18:21

Was sind schon Diamanten wenn man echtes Mond- oder Marsgestein haben kann. Hallo Schmuckindustrie, her mit Euren Milliarden!!!

Und wenn man schonmal da ist kann man auch noch bissel Forschung betreiben.  ;)

Titel: Re: NASA
Beitrag von: revan am 22. Juli 2010, 23:14:29
@NASA Andi, vollste Zustimmung aber es ist nicht nur das es fehlen auch spektakuläre Missionen. Sprich bei Shuttle Flügen ist der Start das einzige was für die Masse interessant ist. Daher währe intensive Werbung für die NASA von Nöten am besten mit Bezügen zu den großen Erfindungen die die NASA gemacht hat und die unser Leben Tag für Tag prägen. Hätte man durch die freiwillige NASA Steuer einige Milliarden zusätzlich könnte man auch Spektakuläre Missionen veranstalten sprich eine Mondlandung und das andocken an einen Asteroiden und den Aufbau einer Infrastruktur außerhalb der Erde sprich eine Mondbasis.

Dann währen sogar ganz andere Ökonomische Perspektiven möglich, wie z.b das von den Russen vorgeschlagene  Abbau von H3 (obgleich ich das ganze für zu futuristisch halte). Es (Mondbasis) würde auch gewaltige Chancen für die Kommerziellen bieten und zwar nicht um des Wortes Kommerziell Willen. Man könnte z.b Firmen wie Space X Technologie und Kredit zu Verfügung stellen um eine BEO Transport zum Mond einzurichten den dies hätte eine langfristige Perspektive, den der Mond wird  auch in Milliarden Jahren noch da sein, dann währen auch private Forschungsstationen oder echter Space Tourismus möglich. Vielleicht würde so sobald man den Sprung über den LEO schafft ein realer Markt für die Kommerziellen entstehen. Dafür braucht man aber zu erst Geld und zwar viel davon (bzw. mehr als jetzt). 

Der Mond böte dazu auch noch die Möglichkeit eine gewaltige Infrastruktur über Jahrzehnte wachsen zu lassen die sich sogar zum Teil selbst versorgen könnte, den sollte es Wasser in ausreichender Menge auf den Mond geben so stände dessen nichts in Wege. Aus Wissenschaftlicher Sicht währe der Mond neben den vielen Geologischen Aspekten und den besseren Forschungsmöglichkeiten auf ihn auch als Station für Super Teleskope perfekt.  Diese währen dann einfach zu warten und leicht aufzubauen und zu erweitern und dies bei derselben Leistungsfähigkeit eines  Weltraum stationierten Teleskopes.  Daher gefiel mir Constellation  da es eine langfristige Perspektive der Erschließung einer neuen Welt bot.  Natürlich mag es interessanter sein zum Mars zu fliegen oder zu einem Asteroiden keine Frage, aber eine Mondbasis hätte einfach das Potenzial die Menschheit in Weltraum zu festigen.  Daher bedauere ich auch das Ende der Altair Landefähre und der Mondbasis obgleich ich hier meine Hoffnung nicht verloren habe. Denn sollte Orion fertig entwickelt werden genau wie ein HLV,  so bietet sich die Mondlandung einfach nur an, zumal sie einfacher ist als die Asteroiden Landung. Daher ist für mich erstmal Orion und der HLV am wichtigsten den eine Mondlandung und eben eine Mondbasis wird ab da sowieso zu einem logischen und notwendigen Schritt. Diese Mondbasis würden dann auch ein Projekt für 50 oder 100 Jahre oder länger sein können da sie in Vergleich  zu ISS mit ihrer Haltbarkeit von 20-30 Jahren theoretisch unbegrenzt lang aufrechtzuerhalten währe.   



Der Mars dagegen ist leider aufgrund seiner Entfernung auch bei bester Finanzierung erst in sehr ferner Zukunft ein Ort für eine Langfristige Präsenz. Dafür müssen aber keine neuen Technologien entwickelt werden wie von Obama vorgeschlagen, man könnte z.b auch mit der Heutigen Technologie dahin fliegen, alles eine Frage des Geldes und des Willens.  Wenn man z.b unter Zuhilfenahme eines HLVs ein Modulares Raumschiff (von der Größe der ISS) bauen würde das entweder Chemisch am besten Nuklear  beschleunigt werden würde könnte man sogar mit nur 1 oder 2 solcher Schiffe die permanent in Weltraum bleiben auch routinemäßige Missionen zum Mars durchführen dies ist natürlich zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund Politischer Gegebenheiten nur ein sehr schöner Traum, aber dessen stände unter einer guten Finanzierung sagen wir  ca. 100 Milliarden Dollar pro Jahr nichts in Wege  und das auch ohne große Technische Durchbrüche. 

Außerdem was sind schon 100-200 Milliarden US Dollar? Wenn man nur überlegt dass die USA für die Verteidigung jedes Jahr 700 Milliarden vergeuden oder in die Rettung der Banken mal eben einige tausend Milliarden verschwendet wurden so erscheint diese Summe (100 Mrd.) doch recht bescheiden möge man meinen.
 




Aber zurück in die reale Welt einige News:


http://nasawatch.com/archives/2010/07/which-compromis.html


Zitat

Which "Compromise" Will Prevail?


"According to the bill text, commercial crew programs would get just $50 million annually through 2015 and another $500 million over that same time period via direct government loans or loan guarantees. Although the bill fully funds the $4.2 billion sought for routine commercial cargo resupply runs to the space station starting in 2011, it reduces the president's $312 million request for NASA's Commercial Orbital Transportation Service (COTS) program next year to just $14 million. The Senate version provided $300 million for the agency's COTS providers in 2011."

House, Senate have different ideas for NASA's future, Florida Today

"There is no additional shuttle flight, funding would be slashed for commercial rockets and NASA would be told to "restructure" the Constellation program that Obama wanted to kill. The bill diverges significantly from a measure approved by a Senate panel last week, which the White House supports. The differences threaten to delay consensus on the space agency's policy. "We are facing tough economic times that demand tough choices," said Rep. Bart Gordon, D-Tenn., chairman of the House Science and Technology
Committee.".....



Titel: Re: NASA
Beitrag von: Ruhri am 22. Juli 2010, 23:22:42
Da ist jetzt aber viel Träumerei dabei. Die Idee etwa der "Super-Teleskope" auf dem Mond ist meines Wissens nämlich längst vom Tisch. Teleskope muss man staubfrei halten, und der elektrostatisch aufgeladene Mondstaub haftet an allem und jedem. Teleskope werden wir vermutlich niemals woanders als auf der Erde oder im Weltraum erleben.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: klausd am 22. Juli 2010, 23:28:41
Teleskope muss man staubfrei halten, und der elektrostatisch aufgeladene Mondstaub haftiet an allem und jedem.

Das Problem halte ich jetzt aber mal für das allerkleinste! Einfach n Deckel auf den Spiegel drauf den man erst aufmacht, wenn das Teleskop gelandet ist. Selbst Hubble hat einen Deckel. Danach kann der Mondstaub ja auch schlecht wieder hochkommen, außer es gibt hüpfenden Mondstaub  ;)
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Ruhri am 22. Juli 2010, 23:39:24
Mag sein, dass ich da etwas falsch verstanden habe, aber die Profis scheinen die Idee schon längst aufgegeben zu haben. An eine simple Klappe vor der Optik hätten die doch sicherlich auch gedacht, nicht wahr? Außerdem muss das Teleskop sich auch bewegen und vielleicht muss es sogar gewartet werden. Da kommt dann sicherlich Staub in Bewegung. Aber dazu werden die Hobby-Astronomen hier im Forum sicherlich auch etwas sagen können.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: revan am 23. Juli 2010, 00:16:07
@ Ruhri,  

Zitat
Da ist jetzt aber viel Träumerei dabei. Die Idee etwa der "Super-Teleskope" auf dem Mond ist meines Wissens nämlich längst vom Tisch. Teleskope muss man staubfrei halten, und der elektrostatisch aufgeladene Mondstaub haftiet an allem und jedem. Teleskope werden wir vermutlich niemals woanders als auf der Erde oder im Weltraum erleben.

und

Zitat
Mag sein, dass ich da etwas falsch verstanden habe, aber die Profis scheinen die Idee schon längst aufgegeben zu haben. An eine simple Klappe vor der Optik hätten die doch sicherlich auch gedacht, nicht wahr? Außerdem muss das Teleskop sich auch bewegen und vielleicht muss es sogar gewartet werden. Da kommt dann sicherlich Staub in Bewegung. Aber dazu werden die Hobby-Astronomen hier im Forum sicherlich auch etwas sagen können.


Natürlich sind da verdammt viele Träume dabei keine Frage, aber wenigstens der Part mit der Mond Basis ist etwas um was man nicht herumkommt es sei den eine neue Physik wird erfunden die uns erlaubt direkt ohne großen Zeitverlust viel interessantere Ziele zu erreichen.



Das Teleskop wurde so weit ich weiß auch daher verworfen da schon die Mondbasis  von Tisch war bzw. faktisch von Tisch.


Was nemmlich den Staub angeht so sehe ich darin kein ernsthaftes Problem auf der Erde währe dies sogar noch problematischer. Das Teleskop auf den Mond macht ja gerade wegen des Fehlens der Atmosphäre Sinn, auf den Mond gibt es keine Atmosphäre die die Optik des Teleskops stört daher sind bekanntlich auch Weltraum Teleskope den Erdgebundenen überlegen trotz des kleineren Spiegels. Aber das Fehlen der Atmosphäre hat noch einen weiteren gewaltigen Vorteil und zwar den das es kein Wind au den Mond gibt. Kurz Staub wird nicht aufgewirbelt sondern bleibt wo es ist könnte also nur bei den Aufbau des Teleskopes zum Problem werden, ist der Teleskop erstmal installiert dürfte Staub keine Rolle mehr spielen.


Auch wird selbst bei unvorsichtigen Bewegungen kaum oder gar kein Staub aufgewirbelt, dazu z.b hier Original von Mond.

http://www.youtube.com/watch?v=CyOt6RUs9mE&feature=channel

Mit den Rover:

http://www.youtube.com/watch?v=0_YhYBxjpQU&feature=related

Dieselbe Nummer auf der Erde hätte einen in Staub verschwinden lassen.




Titel: Re: NASA
Beitrag von: tomtom am 23. Juli 2010, 01:07:26
ihr driftet hier sehr vom Thema ab!

Sinn und Unsinn von Commercials, Teleskope, Mondstaub, ... alles interessante Themen, aber gehört in den Bereich von "Perspektiven" und nicht unter "Aktuelles" ;)

Titel: Re: NASA
Beitrag von: Ruhri am 23. Juli 2010, 08:50:31
So etwas geschieht, aber du hast ja Recht. Ich habe einen neuen Thread (http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=8679.msg153718#msg153718) aufgemacht und versucht, auf die letzten Anmerkungen zu antworten.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: websquid am 29. Juli 2010, 19:17:36
Zur nächsten New Frontiers Mission gibt es Neuigkeiten. An dieser wird auch Kanda beteiligt sein.  Die Kanadier haben jetzt für jede der 3 möglichen Missionen einen Auftrag über 500.000 Dollar (ca 370.000€) für Studien zu möglichen kanadischen Experimenten vergeben. Es geht hierbei um Roboterarme für SAGE(Venuslander) oder MoonRise (Mondlander mit Probenrückführung) oder ein LIDAR-Experiment für Osiris-Rex (Asteroidenlander)

mfg websquid
Titel: Re: NASA
Beitrag von: Schillrich am 31. Juli 2010, 08:52:02
Guten Morgen,

ich hatte damals nicht auf der Ebene und in den Details verfolgt. Gab es beim Bushs Ankündigung vom Ende der ISS und des STS und dem Beginn von Constellation auch so eine "politische Schlacht" im Kongress und zwischen Kongress und Weißen Haus um die Raumfahrt?
Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 31. Juli 2010, 12:18:46
Guten Morgen,

ich hatte damals nicht auf der Ebene und in den Details verfolgt. Gab es beim Bushs Ankündigung vom Ende der ISS und des STS und dem Beginn von Constellation auch so eine "politische Schlacht" im Kongress und zwischen Kongress und Weißen Haus um die Raumfahrt?

So wie ich mitbekommen hatte nicht. Der Sinn von Constellation wurde zwar allerorts hinterfragt, aber eine wirkliche politische Auseinandersetzung wegen dem geplanten Ende der ISS gab es nicht (oder ich hab es zumindest nicht mitbekommen). Ich hatte damals schon das Gefühl, das die meisten US Politiker die ISS praktisch nicht interessiert hat und das denen deren Schicksal egal war. Hätte es die Columbia Katastrophe nicht gegeben, hätte man die ISS vermutlich nicht mal fertig gebaut. Daher hat man vermutlich auch nie ersthafte Anstrengungen unternommen, rechtzeitig einen "Nachfolger" des Shuttles (Kapsel zb, das ab 2010 zur Verfügung steht) zur weiteren Versorgung der ISS zu entwickeln.

Die ISS war eine politisch gewollte Station der Regierung Clinten, zu einer Zeit, als man die Russen noch als ersthafte Partner sah. Nachdem die ISS aber wegen der Russen noch teurer wurde als ursprünglich geplant, und sich die Russen zusätzlich mit ihren Weltraumtoristen und ähnlicher Sachen massiv unbeliebt gemacht haben, hat man die ISS wohl zunehmend als Fehler gesehen, zumal sie sich am Ende auch als (wirtschaftlicher) Flop herausgestellt hat. Von Seiten der Industrie gibt es kaum Interesse an Forschungen auf der ISS. Daher lässt man die ISS so nebenbei mitlaufen, weil man sie ja jetzt nun einmal hat. Großes Interesse hat man von Seiten der USA allerdings nicht mehr daran (vor allem auch, weil man fast alles bezahlen darf, während die Russen für die Zubringerdienste noch kräftig die Hände aufhalten), daher gibt es zb auch bisher keine Planungen für einen (nationalen oder internationalen) Nachfolger jeglicher Art. Unter Bush wollte man noch die vertraglichen Pflichten erfüllen und die ISS dann schnellstens entsorgen, weil man das Geld für Constellation brauchte.

Unter Obama sieht man das allerdings zunehmend anders, das Verhältnis zu den Russen hat sich wieder deutlich entspannt, die Forschung auf der ISS läuft besser als erwartet und der Kostenfresser Constellation ist eingestellt. Daher scheint man sich zunehmend wieder auf die positiven Seiten der ISS zu besinnen und sie so lange nutzen zu wollen, wie es geht. Über einen NAchfolger hat man allerdings immer noch nichts gehört, obwohl die Planungen langsam beginnen sollten.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: revan am 31. Juli 2010, 13:33:29
@MR,

Zitat
Unter Obama sieht man das allerdings zunehmend anders, das Verhältnis zu den Russen hat sich wieder deutlich entspannt, die Forschung auf der ISS läuft besser als erwartet und der Kostenfresser Constellation ist eingestellt. Daher scheint man sich zunehmend wieder auf die positiven Seiten der ISS zu besinnen und sie so lange nutzen zu wollen, wie es geht. Über einen NAchfolger hat man allerdings immer noch nichts gehört, obwohl die Planungen langsam beginnen sollten.


Ich würde dieses Obama Space Kapitel nicht überbewerten genau wie auch die Perspektive einer Zusammenarbeit mit den Russen. Die Situation mit der ISS hast du wunderbar beschrieben, die ISS mag zwar eine Technische Meisterleistung sein aber sie ist eine Sackgasse und meiner Meinung nach nur realisiert worden weil man das Space Shuttle hatte und dieses Gefährt sonst kein Ziel mehr gehabt hätte da es auf LEO Flüge beschränkt ist. Nun hat man die ISS für die man das groß des Geldes und der Technik beisteuerte und weiter beisteuert und  steckt dabei auch noch in einer Technischen Sackgasse den nach dem Ende der ISS hat man keine LEO Perspektive mehr den eine Nachfolger für sie wird es nicht geben.  


Die ISS war nämlich wie du auch zugibst rein Forschungstechnisch und Marktwirtschaftlich ein Fehlschlag,  sie konnte nicht einmal Politisches Prestige erbringen da sie unter Internationaler Flagge läuft und die Russen einen auch noch erpressen können sobald das Space Shuttle stilgelegt ist.


Constellation dagegen  hätte einen Schritt nach vorne bedeutet hin zu einer langfristigen Perspektive der Menschheit in Weltraum. Richtig Tod ist Constellation in übrigen auch nicht, man hat einfach nur den Namen geändert den Orion blieb erhalten und ein HLV wird nun zum Glück trotzdem entwickelt und das sind an sich die wesentlichen Komponenten von Constellation. Die ISS dagegen wird nun mit Glück 10 Jahre weiter laufen davon wohl 6 unter Russischer Kontrolle und weitere noch 4-5 mit Amerikanischen Zugang. Sofern sich natürlich die nachfolgede Administration von Oabmas Plänen nicht verabschiedet was absolut sicher ist.


Ein Nachfolger für die ISS ist auch daher nicht in Planung weil sich die ISS selbst als Fehlschlag erwies und weder Prestige noch eine langfristige Perspektive bietet. Was noch kommen wird eine Chinesische Raumstation sein die aber wird nur ein Meilenstein zu Mehrung für Chinas Prestige sein auf dem Weg zum Mond. Sonst hat man da noch Bigelow Aerospace Weltraum Hotel Plan der für mich einfach nur eine weitere Kuriosität  unter den Kommerziellen Träumereien ist.


Was nun Obama Space angeht so hat dieses Programm (wenn man es überhaupt so nennen kann) einfach keine Unterstützung in Kongress und in Senat und ist eines rein Politische Entscheidung eines Raumfahrt Gegners (ja, Obama wird keine Sympathie zur NASA nachgesagt).  So ist das was jetzt wohl 2010 oder erst 2011 beschlossen werden wird kaum mehr als ein fauler Politischer Kompromiss werden und auf so etwas kann man keine langfristige Perspektive aufbauen.


Alls man z.b Constellation beschloss hatte man sowohl Demokraten wie auch Republikaner für den Plan gewinnen könne einige Raumfahrt Skeptiker  auf den linken und rechten Flügeln mahl ausgenommen. Bei Obama Space schaut die Situation nun dagegen ganz anders aus, denn die eigene Partei glaubt ihn nicht und folgt den Plan auch nicht und die Republikaner würden Obama Space sofort in die Mülltonne werfen wenn sie könnten.  Aus diesem Grund sehe ich für Obama Space kaum eine Chance umgesetzt zu werden und überhaupt keine Chance  den Machtwechsel hin zu einer republikanischen Administration zu überleben.



Meiner Meinung nach kann eine Raumfahrt Projekt nur eine langfristige Perspektive haben wenn es Überparteilich getragen wird  so wie es das Space Shuttle wurde. Das Beste auf was man nun hoffen kann ist daher ein Haushalt das so wenig wie nur Möglich von  Obama Space enthält und soviel wie nur möglich von Constellation, danach schaut es zum Glück sogar aus.

Titel: Re: NASA
Beitrag von: MR am 31. Juli 2010, 16:04:39
Du sprichst hier das Kernproblem der US Raumfahrt an, die Politik. Genau das ist auch der Grund, warum ich Constellation für genau so überflüssig halte wie manche die ISS. Denn was bringt Constellation? Zurück zum Mond, zu einigen Asteroiden. Mehr nicht. Ein Flug zum Mars ist mit Orion nicht machbar. Constellation ist nichts weiter als ein Apollo Nachfolger, der Unsummen kostet, aber kaum etwas bringt. Alles, was Constellation machen soll, könnte auch unbemannt erledigt werden. Klar, eine bemannte Mondstation, Teleskope auf dem Mond, das wären durchaus schöne Aussichten. Aber ich zweifle, das es soweit kommen wird. Die US Raumfahrt ist ein Spielball politischer Interessen. Jeder Präsident kann die Raumfahrt komplett umgestalten. Bush hielt nichts von der ISS und hat so auch alle Weiterentwicklungen von LO Transportern einstellen lassen. Was bringt dann ein Constellation Programm, das über 20 Jahre läuft, wenn es jeder neue Präsident umstrukturieren lasen kann?

Bestes Beispiel ist doch Apollo. Kennedy hat es begonnen, Johnson ist dabei geblieben und hat es fortgeführt. Nixen allerdings hielt gar nichts davon und hat es dann praktisch einstellen lassen. So sind die Amerikaner zwar auf dem Mond gelandet, aber die gesamte dafür entwickelte Technik hat man danach in die Tonne gekippt. Skylab war das einzige, was Apollo noch hervorbrachte, die komplette Trägertechnik hat man eingestampft und lieber das Shuttle entwickeln lassen, das zwar technisch beeindruckt, aber nie das halten konnte, was seine Befürworter erwarteten (50 Flüge im Jahr, Startkosten runter auf 1/10). 35 Jahre später wollte man dann auf einmal wieder alles neu entwickeln, weil es Bush einfiel, mal wieder auf dem Mond vorbeizuschauen.

Kernproblem der US Raumfahrt sind nicht das Können oder die Kosten, das Kernproblem ist die Politik, die Einmischung der Politik in die Raumfahrt, das willkürliche Streichen von langfristigen Projekten, die den politischen Machtbabern nicht in den Kram passen. Das kostet Unsummen und wirft die Raumfahrt immer wieder zurück.

Auf der anderen Seite gebe ich Obame grundsätzlich Recht. Constellation ist ein der aktuellen Kriese nicht zu finanzierendes Mammutprojekt, bei dem nichts weiter herauskommt als Geldverschwendung. Was bringt Constellation, wenn man auf der anderen Seite nicht mal einen kostengünstigen und sicheren LO Zugang hinbekommt. Ehe man sich auf den Weg zu Mars und co machen will, braucht man erst mal ein Technokogieprogramm. Die ISS ist dafür von entscheidender Wichtigkeit, denn nur dort kann man letztlich einen bemannten Marsflug vernünftig vorbereiten.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: knt am 31. Juli 2010, 16:13:00
Die ISS war nämlich wie du auch zugibst rein Forschungstechnisch und Marktwirtschaftlich ein Fehlschlag,  sie konnte nicht einmal Politisches Prestige erbringen da sie unter Internationaler Flagge läuft und die Russen einen auch noch erpressen können sobald das Space Shuttle stilgelegt ist.

1) Forschungstechnisch hat die ISS vieles gebracht. Die NASA, JAXA, ESA, CSA haben gelernt Stationsmodule zu bauen und eine LEO-Station über lange Jahre zu betreiben. Die JAXA und ESA haben einen Raumtransporter entwickelt. Alle haben viel über Langzeitaufenthalte, Weltraumlogistik, Materialwissenschaft, Kontruktion, etc. pp. gelernt.

2) Marktwirtschaftlich war die und ist die ISS für alle nach dem Prinzip der marktwirtschaft arbeitenden Beteiligten ein Erfolg: Die Raumfahrtindustrie der USA, Europas, Kanadas, Japans, hat gigantische Gewinne eingefahren.

3) Roskosmos zwingt die NASA natürlich nicht dazu  ihre unsäglich veraltete, enge, und stinkende Sojus zu benutzen. Roskosmos hat keinen Partner jemals davon abgehalten eigene Crew-Systeme zu entwickeln - im Gegenteil! Wie die Zusammenarbeit zwischen Roskosmos mit der ESA beim ATV, oder mit der CNSA bei der Shenzhou gezeigt hat, würde Roskosmos versuchen seine Partner bei solchen Vorhaben unterstützen.

5) Ein Nachfolger der ISS ist in Planung. Welche der Partner sich dazu entschließen, sich daran zu beteiligen - ist natürlich ihre Sache. Aber ich bin guter Dinge, das es immer eine LEO-Station geben wird.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: spacer am 31. Juli 2010, 16:23:28

5) Ein Nachfolger der ISS ist in Planung. Welche der Partner sich dazu entschließen, sich daran zu beteiligen - ist natürlich ihre Sache. Aber ich bin guter Dinge, das es immer eine LEO-Station geben wird.
Oh, ich hoffe es! ein LEO Station ist sicherlich sinnvoll und wird es immer bleiben.
Titel: Re: NASA
Beitrag von: revan am 31. Juli 2010, 19:03:30
@MR

Zitat
Du sprichst hier das Kernproblem der US Raumfahrt an, die Politik. Genau das ist auch der Grund, warum ich Constellation für genau so überflüssig halte wie manche die ISS. Denn was bringt Constellation? Zurück zum Mond, zu einigen Asteroiden. Mehr nicht. Ein Flug zum Mars ist mit Orion nicht machbar. Constellation ist nichts weiter als ein Apollo Nachfolger, der Unsummen kostet, aber kaum etwas bringt. Alles, was Constellation machen soll, könnte auch unbemannt erledigt werden. Klar, eine bemannte Mondstation, Teleskope auf dem Mond, das wären durchaus schöne Aussichten. Aber ich zweifle, das es soweit kommen wird. Die US Raumfahrt ist ein Spielball politischer Interessen. Jeder Präsident kann die Raumfahrt komplett umgestalten. Bush hielt nichts von der ISS und hat so auch alle Weiterentwicklungen von LO Transportern einstellen lassen. Was bringt dann ein Constellation Programm, das über 20 Jahre läuft, wenn es jeder neue Präsident umstrukturieren lasen kann?

Bestes Beispiel ist doch Apollo. Kennedy hat es begonnen, Johnson ist dabei geblieben und hat es fortgeführt. Nixen allerdings hielt gar nichts davon und hat es dann praktisch einstellen lassen. So sind die Amerikaner zwar auf dem Mond gelandet, aber die gesamte dafür entwickelte Technik hat man danach in die Tonne gekippt. Skylab war das einzige, was Apollo noch hervorbrachte, die komplette Trägertechnik hat man eingestampft und lieber das Shuttle entwickeln lassen, das zwar technisch beeindruckt, aber nie das halten konnte, was seine Befürworter erwarteten (50 Flüge im Jahr, Startkosten runter auf 1/10). 35 Jahre später wollte man dann auf einmal wieder alles neu entwickeln, weil es Bush einfiel, mal wieder auf dem Mond vorbeizuschauen.


Kernproblem der US Raumfahrt sind nicht das Können oder die Kosten, das Kernproblem ist die Politik, die Einmischung der Politik in die Raumfahrt, das willkürliche Streichen von langfristigen Projekten, die den politischen Machtbabern nicht in den Kram passen. Das kostet Unsummen und wirft die Raumfahrt immer wieder zurück.



Da kann ich dir nur voll und ganz zustimmen.


Zitat
Auf der anderen Seite gebe ich Obame grundsätzlich Recht. Constellation ist ein der aktuellen Kriese nicht zu finanzierendes Mammutprojekt, bei dem nichts weiter herauskommt als Geldverschwendung. Was bringt Constellation, wenn man auf der anderen Seite nicht mal einen kostengünstigen und sicheren LO Zugang hinbekommt. Ehe man sich auf den Weg zu Mars und co machen will, braucht man erst mal ein Technokogieprogramm. Die ISS ist dafür von entscheidender Wichtigkeit, denn nur dort kann man letztlich einen bemannten Marsflug vernünftig vorbereiten.



Hier muss ich dir aber wiedersprechen, zu erst war Constellation doch mehr als nur ein Apollo zurück zum Mond. Wie ich weiter hinten schrieb ist LEO Raumfahrt meiner Meinung nach etwas ziemlich Idiotisches und Unpraktisches wenn man sich so die nähere Umgebung unseres Planeten anschaut. Den die Erde hat einen Mond mit festen Boden und sogar mit Wasservorkommen in unmittelbarer Nähe der Erde. Anstatt Ultra teure und anfällige Raumstationen mit einer Lebenserwartung von kaum mehr als 20 Jahren zu bauen besteht die Möglichkeit einen vollwertigen Außenposten  der Menschheit auf einen anderen Himmelskörper einzurichten der dann sogar teilweise Autark existieren könnte und theoretisch für die Ewigkeit währe,  sprich mit anderen Worten eine Mondbasis später Mondkolonie.


Eine Marskolonie ist zwar natürlich viel cooler und viel interessanter aber eine Mission dorthin dauerte Jahre zum Mond kommt man dagegen in nur  5 Tagen hin und es ist auch viel leichter auf ihn zu landen und wieder abzufliegen sogar die Möglichkeit auf Rettung würde bestehen und es ist eben auch bedeutend billiger dort hinzukommen. Auf den Mond kann man dann nicht nur dieselben Forschungen wie auf der ISS betrieben sondern noch mehr als das und daneben auch Erfahrungen beim erschließen einer neuen Welt wie auch des Unterhaltes eines langfristigen Außenposten gewinnen. Ales Dinge die man auf den Mars brauchen wird, sollte man dahin fliegen wollen. Die IIS kann da nur wenig helfen und um sie zu betrieben ist auch nur altbewehrte und recht primitive Technik von Nöten. Um eine Mondbasis dagegen aufrechtzuerhalten währen routinemäßige BEO Flüge Notwendig  und hier währe dann ein realer Anreizt geschaffen hier neue Technologien zu entwickeln. Durch Constellation hätte man auch gelernt in BEO zu fliegen und zu überleben und dies sind ebenfalls absolut Notwendige Dinge die es für eine Mars Mission benötigt.  Genau das hatte Busch oder eher gesagt einige schlaue Leute die ihn berieten erkannt und das versprach auch Constellation genau genommen.


Darüber hinaus legte Constellation auch der Grundstein für eine Mars Mission nicht nur durch die unverzichtbare Erfahrung in der BEO Raumfahrt die es einen bot sondern auch indem es endlich einen HLV lieferte der große Frachtmengen oder schwere Triebwerkssysteme  in den Weltraum hätte transportieren können. Es war also keineswegs ein Apollo 2.0 sondern der beste Plan in Bereich der Bemannten Raumfahrt den ich biss her gesehen hatte und er war auch klar strukturiert und finanziell tragbar.  


Vieles der Technologie hätte man dann auch für die Mars Mission verwenden können die auch bei Constellation wie bei Obama Space ei Fernziel war nur das man bei Constellation diese Perspektive tatsächlich verfolgte und die Technologie dafür entwickelte und Baute. Z.b die die ARES V diese konnte 188 Tonnen ins LEO bringen genug um ein großes Modulares Raumschiff in Orbit zu bauen, selbst die Orion hätte man als Kommando Kapsel noch verwenden können.
 
Dagegen erscheint eine Obama Space, um mich wieder einer harschen Formulierung zu bedienen, wie eine Beleidigung für all die Leute. Da Obama bekanntermaßen kein Raumfahrt Freund ist und seine Entourage noch weniger als solche zu bezeichnen ist erscheint auch der Gedanke plausibel das man einfach aus der Raumfahrt auf Raten aussteigen wollte  und Obama Space nicht weniger als eine Maske war um die dafür nötigen Administrativen Veränderungen getarnt durchführen zu können.  Anders kann ich mir die Gehaltlosigkeit und Planlosigkeit von Obama Space nicht erklären genau wie die erbärmlichen Auftritte von Bolden vor den Kongress.  Die Zurückweisung des Planes durch den Kongress dass ein einmaliges Ereignis in der NASA Gesichte darstellt bestätigt dies umso mehr.  Genau wie die Akzeptans des weißen Hauses für die Senatsversion des Haushaltes 2011, würde man an das glauben was man propagierte sprich Obama Space hätte man den Kompromiss auch nicht so eben hingenommen.


Wir dürfen darüber hinaus auch nicht vergessen das wir in einer Zeit leben in den Milliarden kaum noch eine wert haben, in einer Zeit indem die Obama Administration um das momentan krasseste Beispiel zu nennen  ca. 2500 Milliarden US Dollar an Neuverschuldung in nur 2 Jahren aufnahm Tendenz kaum fallend und da sollen nun mahl plötzlich 3 Milliarden für die NASA mehr in Jahr viel Sein? Das DOD z.b gibt gute 700 Milliarden in Jahr für Verteidigung aus das US Gesundheitssystem verschlingt jedes Jahr mehr als 2500 Milliarden Dollar um nur einige Punkte zu nennen. Auch in Europa schaut es da nicht besser aus und da sollen nun plötzlich 3 Milliarden für die NASA eine horrende unbezahlbare Summe sein?  Ich denke man muss sich auch diese Umstände mahl vor Augen führen bevor man immer und immer wieder diese ziemlich haltlosen Politische Argument heranzieht das Constellation unbezahlbar ist, sorry wegen der harschen Formulierung in meinen Beitrag.



@knt
Zitat
1) Forschungstechnisch hat die ISS vieles gebracht. Die NASA, JAXA, ESA, CSA haben gelernt Stationsmodule zu bauen und eine LEO-Station über lange Jahre zu betreiben. Die JAXA und ESA haben einen Raumtransporter entwickelt. Alle haben viel über Langzeitaufenthalte, Weltraumlogistik, Materialwissenschaft, Kontruktion, etc. pp. gelernt.

Mag sein aber vieles kannte man schon von der Mir und währe auch in Ramen eines BEO Programmes möglich gewesen, außerdem hat man jetzt die Erfahrung Zeit also für was Neues.

Zitat
2) Marktwirtschaftlich war die und ist die ISS für alle nach dem Prinzip der marktwirtschaft arbeitenden Beteiligten ein Erfolg: Die Raumfahrtindustrie der USA, Europas, Kanadas, Japans, hat gigantische Gewinne eingefahren.
Auf Kosten des Steuerzahlers also kein Argument.


Zitat
3) Roskosmos zwingt die NASA natürlich nicht dazu  ihre unsäglich veraltete, enge, und stinkende Sojus zu benutzen. Roskosmos hat keinen Partner jemals davon abgehalten eigene Crew-Systeme zu entwickeln - im Gegenteil! Wie die Zusammenarbeit zwischen Roskosmos mit der ESA beim ATV, oder mit der CNSA bei der Shenzhou gezeigt hat, würde Roskosmos versuchen seine Partner bei solchen Vorhaben unterstützen.


Ich habe zwar nicht Roskosmos angeprangert sondern einfach das Konzept der