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Raumfahrt => Organisationen, Unternehmen und Programme => Thema gestartet von: tomtom am 04. Juni 2009, 18:10:40

Titel: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 04. Juni 2009, 18:10:40
Ja, wie steht es um die Deutsche Raumfahrtpolitik?
Die SPD hatte im Jan. 09 eine Veranstaltung zum Thema "Innovationsmotor Raumfahrt", die hier nachzulesen ist: www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_datei/0,,11048,00.pdf (http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_datei/0,,11048,00.pdf)
Die Redner scheinen sich auch lebhaft an die Mondlandung zu erinnern. ;)

Jenseits von üblichen Politiker-Worthülsen fand ich die Aussagen doch sehr informativ und bin positiv überrascht von der Auseinandersetzung mit dem Thema, auch wenn ich manches noch lange nicht für den großen Wurf halte.

Beispiele:
Fr. E. Bulmahn: "Eine nationale Raumfahrtstrategie muss darüber hinaus auch bei der Trägertechnologie Vorbereitungen treffen und Forschungsthemen definieren. Ob wir dabei den Weg einer rückkehrfähigen Trägertechnologie einschlagen, ist eine für mich und auch für die SPD noch nicht endgültig beantwortete Frage."

"Aus deutscher Sicht müssen wir darauf bestehen, dass Trägertechnologien weiterhin im ESA-Verbund entwickelt und eingesetzt werden. Es ist nicht ratsam, hier in den kommenden Jahren zu einer anderen Politik zu kommen."

"Ich habe mich persönlich immer für die Mondmission ausgesprochen und eingesetzt, weil Systemfähigkeit hier von besonderer Bedeutung ist."

"...das die Unternehmen nicht nur um fertig ausgebildete Ingenieure und Naturwissenschaftler werben, sondern sich auch verstärkt für deren Ausbildung engagieren. Sie müssen aus meiner Sicht in einem erheblich stärkeren Maße bereit sein, Stipendien zur Verfügung zu stellen, um damit auch das Studium insgesamt attraktiver zu machen.
Es muss offen gesagt werden, dass Deutschland diesbezüglich noch Entwicklungsland ist. Es reicht nicht aus, wenn ein Unternehmen, um ein ganz konkretes Beispiel zu nennen, ein Stipendium von 125 Euro im Monat finanziert und darauf sehr stolz ist. Die Unternehmen müssen bereit sein, mit größerem Engagement Jugendliche zu fördern."
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: H.J.Kemm am 12. August 2009, 11:41:31
Moin,

im ZDF-Morgenmagazin sagte der Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, Peter Hintze (CDU), ein nationales Mondprogramm zu starten, die Kosten liegen bei 1,5 Mrd € über 5 Jahre.  Das sei gut investiertes Geld, könne neue Arbeitsplätze schaffen und sogar Gefahren aus dem All abwenden. Es sei aber nicht geplant, deutsche Astronauten auf den Mond zu schicken. Die Arbeit solle stattdessen von automatisierten Systemen erledigt werden.

Mein Kommentar: Es sei aber nicht geplant, deutsche Astronauten auf den Mond zu schicken Ok, Astronauten nicht, aber dafür einige Politiker - in einer *no return mission*.

Jerry

 
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 12. August 2009, 12:08:04
na, dann schicke aber gleich ein paar Medienvertreter hinterher ;)
Die Berichterstattung ist mal wieder äußerst fragwürdig.

Anlaß ist, dass sich das Bundeskabinett heute über Luft- und Raumfahrtpolitik berät. Hintze wird dazu seinen Jahresbericht vorstellen.

Letztes Jahr wurde Geld für die Mondmission gestrichen mit der Begründung, "gut, aber man müsse den Haushalt konsolidieren". Weil man jetzt ja nicht mehr konsolidiert, müßte man nach der Logik eigentlich Geld haben. Andernfalls stellt sich die Frage, wann der richtige Zeitpunkt wäre.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Steini am 12. August 2009, 12:16:38
Hi,

naja man hat ja schon einige Mrd. in die Konjunkturpakete gesteckt! Da kommt es auf die 1,5 Mrd mehr oder weniger auch nicht mehr an, wenn man schon mal beim Geld ausgeben ist, dann richtig. ;)
Ich nehme diesen Mann sowieso nicht all zu ernst und ob es der CDU im Wahlkampf nutzt oder schadet, ist auch fraglich. Mal sehen was davon übrig bleibt...

Gruß Steini
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Olli am 12. August 2009, 12:21:36
Anlaß ist, dass sich das Bundeskabinett heute über Luft- und Raumfahrtpolitik berät. Hintze wird dazu seinen Jahresbericht vorstellen.

Na, da bin ich aber mal gespannt, was dabei herauskommt... warten wir's ab!

Letztes Jahr wurde Geld für die Mondmission gestrichen mit der Begründung, "gut, aber man müsse den Haushalt konsolidieren". Weil man jetzt ja nicht mehr konsolidiert, müßte man nach der Logik eigentlich Geld haben. Andernfalls stellt sich die Frage, wann der richtige Zeitpunkt wäre.

Ich frage mich langsam, wann die werten Damen und Herren der Politik bereit sind, mehr Investitionen in Wissenschaft und Forschung zu tätigen? Irgendwie scheint nie der richtige Zeitpunkt zu sein.
Von der Energiepolitik will ich gar nicht reden...  >:(

Aber damit schweif ich grad ab...sry, das musste mal raus!

Olli

Edit:
naja man hat ja schon einige Mrd. in die Konjunkturpakete gesteckt! Da kommt es auf die 1,5 Mrd mehr oder weniger auch nicht mehr an, wenn man schon mal beim Geld ausgeben ist, dann richtig. ;)
Richtig, und worein? In Banken, die das Geld versemmelt haben! Und es wahrscheinlich wieder versemmeln werden! >:(

So, jetzt nehm ich mich aber wieder zurück, sonst reg ich mich noch mehr auf!!!
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: astro112233 am 14. August 2009, 09:53:13
Hallo zusammen,

wie ich las wird über Peterchens Mondfahrt erst nach der Wahl entschieden.

Peter Hintze ist studierter Theologe, folglich der falsche Mann am falschen Ort. Andererseits wäre er der richtige Mann dafür, mit dem großen Klingelbeutel durch die Lande zu ziehen um für „seine“ neu aufgegriffenen   utopischen Pläne Almosen zu sammeln. 

Unter dem Motto. Hallo Deutschland, ich bin auch noch da, ich habe eine Existenzberechtigung und möchte auch mal wieder etwas herumposaunen.

Mit Verlaub, was soll dieser total fachfremde „Entscheidungsträger“ in dieser Position? Er plappert sklavisch nach, was ihm seine unzähligen Heloten mundgerecht vorkauen.

Stereotypes Geschwafel, wie Arbeitsplätze schaffen, neue Technologien entwickeln etc. und natürlich alles im Konjunktiv formuliert.     

Steini
Dann käme es auf die 1.500.000.000 Euro auch nicht mehr an? Falsch, es kommt auf jeden Euro an, der zur Konsolidierung beiträgt. Allerdings wird überhaupt nicht konsolidiert, sondern der absurde Schuldenberg wächst unaufhörlich in astronomische Höhen.   

1.600.000.000.000 Euro Staatsverschuldung sind wohl mehr als genug, Tendenz steigend . Diese können nie mehr abgebaut werden. Allein durch die jährlich verursachte wahnwitzige Zinsenlast könnten locker einige Mondprojekte finanziert werden.

Würde der gemeine Bürger im privaten Bereich dementsprechend handeln, wären mittlerweile alle Bürger zahlungsunfähig und in einem kollektiven Eigeninsolvenzverfahren verstrickt.

Fazit
Geld das nicht zur Verfügung steht, kann man logischerweise nicht ausgeben.   

Gruß Konrad  ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 14. August 2009, 11:55:10
Hallo Astro-MP,

dein Beitrag ist mir etwas zu populistisch. Das lesen wir in der Presse zur Genüge. Es wäre schön, wenn wir uns auch mit Politik sachlich auseinandersetzen könnten.

Hier der Bericht aus dem BMWI von Peter Hintze:
http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/B/bericht-koordinator-luft-raumfahrt,property=pdf,bereich=bmwi,sprache=de,rwb=true.pdf

Nach kurzer Sichtung hat mich aber folgender Satz eher aufgeschreckt. Ich persönlich hätte da doch eine ganz andere Einschätzung:
Zitat
Da nach gegenwärtigem Wissen die Partnerländer USA und Russland auch in
Zukunft ausreichende Transportkapazitäten zur Verfügung stellen werden und keine
dauerhafte Abhängigkeit von einem Monopolanbieter zu erwarten ist, ist der
europäische Transportbedarf auch ohne ein eigenes Transportsystem gesichert.
Deshalb ist aus heutiger Sicht kein ausreichender Anlass für die Entwicklung eines
eigenen europäischen bemannten Transportsystems gegeben, die derzeit nur grob
abschätzbare, aber auf alle Fälle sehr hohe Kosten und eine langfristige Bindung
erheblicher Mittel mit sich bringen würde.

Gruß tomtom
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: rm39 am 14. August 2009, 13:58:53
Zitat
Da nach gegenwärtigem Wissen die Partnerländer USA...  :o

Ich weiß ja nicht von wann das PDF ist (habe zumindest auf die Schnelle kein Datum gefunden), aber da scheint ja jemand im BMWI nicht ganz auf dem Laufenden zu sein.  ???
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 19. August 2009, 00:57:36
Die deutsche Raumfahrt-Vision scheint gegenwärtig Robotik zu sein. Das kann man jedenfalls aus dem Hauptartikel der Countdown 10 des DLR herauslesen.
http://www.dlr.de/rd/desktopdefault.aspx/tabid-4788/

Inhaltlich geht’s
1. um das was mit der Mondmission zu tun hat, die ja zuletzt in der Öffentlichkeit sehr kritisiert wurde.
2. um Service-Missionen zur Wartung und Entsorgung von Satelliten.

Auch das BMWi verwendet eine entsprechende Präsentation:
http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Medienraum/infografiken,did=282740.html

Mir scheint, dass ein ARV bzw. bemannte Kapsel für D leider keine Bedeutung (mehr) hat. Da kann ich mir kaum vorstellen, dass sich das bis 2011 noch ändert.

Viel Bereitschaft für eine robotische Mondmission scheint es aber auch nicht zu geben. Da gibt’s noch viel zu tun für die Politik.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Voyager_VI am 05. September 2009, 15:40:08
Damit ist eine eigene bemannte Raumfahrt der Europäer tot. Wir bleiben zahlende Gäste zum Nutzen der führenden Raumfahrtnationen (USA, Russland, ...). Die Deutschen sind, nach dem Italien auf die Karte USA setzt und Frankreich zögerlich ist, die Einzigen, die noch eine Studie betreiben, aber mit welchem Ziel? Nur ein ABM-Programm für Wissenschaftler, wie so viele Programme?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: MartinM am 05. September 2009, 16:07:45
Die Raumfahrtpolitik ist leider nur ein Teil des Gesamtproblems - der Technikfeindlichkeit (oder vielleicht bessser: Technikferne) des politischen Establishments. 
Das mit der "Vision Robotik" glaube ich auch erst dann, wenn ich vorzeigbare Ergebnisse sehe. :(

Zitat
Große Teile der sogenannten technischen Intelligenz – Ingenieure, Naturwissenschaftler, Techniker – haben sich frustriert aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Sie zappen weg, wenn politische Magazine im Fernsehen laufen, und schauen nur noch selten in die Zeitungen, weil sie dort nichts weiter zu erwarten haben als die nächste Hysterie. Sie fühlen sich fremd im eigenen Land – obwohl sie den Wohlstand dieses Landes zu einem Großteil erwirtschaften. Sie erhoffen nichts mehr von den Parteien, weil sie zu oft erlebt haben, wie Politiker die Ängste bedienen, die technophobe Aktivisten schüren.

Michael Miersch, zitiert nach Zeit für eine neue Fortschrittspartei (http://www.heise.de/tp/blogs/8/144837) auf "telepolis". Der Mann hat mich mit seinen "antigrünen" Polemiken oft genervt, aber wo er recht hat, hat er recht.

Solange "High Tech" nur dann positiv wahrgenommen wird, wenn sie in Autos eingebaut ist, und solange es Spitzenpolitiker gibt, die z. B. das pöse pöse Internetzdingens als gefährlichen "rechtsfreien Raum" sehen, solange sehe ich für eine aktive Raumfahrtpolitik schwarz.

MM
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Kreuzberga am 05. September 2009, 17:24:44
Technikfeindlichkeit in Deutschland?!

Diese Einschätzung teile ich nicht. Seit Jahren wird doch über Parteigrenzen hinweg der High-Tech-Standort Deutschland beschworen, der Mangel an naturwissenschaftlich-technischen Experten beklagt und "Innovation" an allen Ecken und Enden gefordert.

Auf welche Basis stützt Michael Miersch seine Aussage, große Teile der "technischen Intelligenz" würden sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen? Was denn für technophobe Aktivisten?

Die Raumfahrt ist schlichtweg (noch) kein bedeutender Industriezweig für Deutschland (ebenso global) und steht daher nur selten auch nur in der Nähe des Zentrums der politischen und ökonomischen Aufmerksamkeit. High-Tech war in den Achtzigern die Elektroindustrie, in den Neunzigern die Computerindustrie und seit dem der Bereich Erneuerbare Energien sowie Biotechnologie/Pharma/Chemie. Autoindustrie und Maschinenbau natürlich immer dabei.

Dort werden die relevanten Umsätze gemacht (oder erwartet), dort schaut die Politik hin. Das liegt auch daran, dass der Markt diese Erwartungen zu teilen scheint und dementsprechend Kapital dorthin fließt. In die Raumfahrtindustrie wird privat doch kaum investiert, es handelt sich immer noch um eine vom Staat dominierte und abhängige Industrie.

Aufgabe der Politik kann es also innerhalb unseres ökonomisch-gesellschaftlichen Rahmens nur sein, Bedingungen zu schaffen, die eine privatwirtschaftliche Entwicklung begünstigen. Ein Instrument dies zu tun, sind direkte und indirekte Subventionen, was man ja auch tut: Deutschland steckt nicht unerhebliche Beträge in die Förderung der Raumfahrtindustrie und -technologie. Es ist also nicht die Politik alleine, der man die Schuld geben kann, dass die Raumfahrt nicht blüht. Wirtschaftliche Rahmenbedingunen sind ebenso verantwortlich, aber eine verbreitete Technikfeindlichkeit sehe ich nicht.

Wenn wir allerdings sagen, uns ginge es nicht um die Entwicklung der Raumfahrtindustrie, sondern um die Raumfahrt an sich, als wissenschaftliches und kulturelles Aktivitätsfeld, kann man der Politik sehrwohl einen Vorwurf machen. Hier greift aber ebenso die kapitalistische Logik, dass nur da gerne investiert wird (auch von Staatsseite), wo ein Profit zu erwarten ist. Dieses Problem hat Grundlagenforschung seit jeher - ebenso vermeintlich unprofitable Dinge wie Kultureinrichtungen und die Geisteswissenschaften. In diesen Bereichen muss die Politik erkennen, dass es sich um erhaltenswerte und förderwürdige Dinge handelt, auch wenn diese keinen Profit abwerfen, und öffentliches Geld bereitstellen.

Wir sehen Raumfahrt als kulturelle und/oder wissenschaftliche Aktivität mit langfristiger Ausrichtung. Daraus folgt für uns Raumfahrtaktivisten, dass wesentlich zu wenig Geld bereitgestellt wird. Da ich persönlich neben der Raumfahrt auch noch andere Interessen habe, muss ich sagen: Leider ist das in vielen, vielen anderen Bereichen, die ebenso förderwürdig wären, aber keinen Profit abwerfen, genauso! Warum? Weil wir es mit Verteilungskämpfen zu tun haben, die wiederum entsprechend der Machtverhältnisse in unserem Land entschieden werden. Überall da, wo die Leute nur eine unbedeutende Stimme haben, entweder weil es zu wenige sind, oder weil ihre Stimme nicht wichtig erscheint, ist das Geld knapp. Das reicht von schlecht ausgestatteten Schulen, Unis und Seniorenbetreungseinrichtungen, über niedrige Löhne und niedrige Sozialhilfesätze, bis hin zu eigentlich allen kleinen Nichtregierungs-Organisationen, die im sozialen oder kulturellen Bereich arbeiten und von öffentlichem Geld abhängig sind - und eben bis hinein in die Raumfahrt.


Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: GG am 05. September 2009, 21:35:45
Seit Jahren wird doch über Parteigrenzen hinweg der High-Tech-Standort Deutschland beschworen, der Mangel an naturwissenschaftlich-technischen Experten beklagt und "Innovation" an allen Ecken und Enden gefordert.

Eben oft nur gefordert. Die Entscheidungen, dafür dann auch wirklich etwas zu tun, sind oft zögerlich oder gehen gar in die falsche Richtung. Ich denke, selbst wenn genug Geld da wäre, würde es überwiegend für andere Sachen ausgegeben werden. Es geht uns noch zu gut.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 06. September 2009, 11:29:32
Hier ein interessantes Bild: Müntefering und Scholz begutachten ein Shuttlemodell:
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-46252.html
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 08. September 2009, 12:47:16
Am 20.09 ist in Köln Tag der Luft- und Raumfahrt und die Bundestagswahl ist ja auch bald. Wie sich die Politik das so vorstellt fand ich im Internet in diesem Artikel: "Tag der Raumfahrt, Tag des Frusts"
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/13/13244/1.html

Achtung, der ist aus dem Jahr 2002 - aber irgendwie total aktuell.

Und irgendwie interessant, was seitdem neues in Angriff genommen wurde (naja ;) )

Ich will damit aber nicht noch mehr Frust aufkommen lassen, wie sowieso schon da ist. 2007 war es in Köln ein toller Tag.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Ruhri am 17. September 2009, 20:18:47
Der Raumfahrt-Internet-Kolumnist Bernd Leitenberger (http://bernd-leitenberger.de/blog/2009/09/16/das-europa-der-nationalen-eigenmaechtigkeiten-2/) lässt sich in seinem neuesten Blog über die Probleme der Raumfahrt-Politik in Deutschland und in der gesamten ESA aus. Natürlich muss man bedenken, dass der Autor eine tiefe Abneigung gegenüber der bemannten Raumfahrt verspürt und ein Befürworter der unbemannten ist.

Was meint ihr? Mal abgesehen von den eher geringen Summen, die Deutschland für Raumfahrt bereit stellt, welche Entscheidungen, sich an Projekten zu beteiligen oder eben auch nicht zu beteiligen, waren richtig? Welche waren falsch? Gibt es so etwas wie eine nachhaltige Entwicklung in der deutschen Raumfahrt-Politik?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: KSC am 22. Oktober 2009, 19:24:41
Der Spiegel meldet was zu erwarten war,
Die deutsche Mondmission ist gestrichen:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,656795,00.html

Wer aus diesem Grund Schwarz- Gelb gewählt hat, darf jetzt “Wahlbetrug” schreien ;)

Gruß,
KSC
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: -eumel- am 23. Oktober 2009, 01:53:08
Hoffentlich hat dieser Wahlbetrug der Vertrauenswürdigkeit der beiden Parteien weiteren Schaden zugefügt!

Im Spiegel-Artikel (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,656795,00.html) sollte doch dieser Absatz nachdenklich stimmen:
Zitat
"Bei den Befürwortern der Raumfahrt stoßen finanzielle Vorbehalte auf wenig Verständnis. Ihr Argument: 1,5 Milliarden Euro für ein Sechs-Jahres-Programm, das technischen Fortschritt sichern soll, sind nicht allzu viel im Vergleich zu den fünf Milliarden, die binnen eines Jahres für die Abwrackprämie ausgegeben wurden."

Die Gelder für die Abwrackprämie kamen hauptsächlich der französischen, spanischen, italienischen, japanischen und koreanischen Autoindustrie zugute.
Erreicht wurde damit, daß die Autoindustrie anschließend in ein nachhaltiges Absatzloch fallen wird.
Ich traue diesen beiden Partein zu, daß sie deshalb die plötzlich verarmte Autoindustrie in den nächsten Jahren mit Geldern in ähnlicher Höhe subventionieren wird, damit diese auch weiterhin die falschen Autos bauen und den Weg weiter gehen können, der in die Kriese geführt hat.
Bis die Auto Branche in einigen Jahren entgültig zu Tode subventioniert ist.
Wirtschafts- und finanzpolitisch richten diese beiden Parteien eher Schaden an.

Ein Weg aus der Kriese sollte doch in die Zukunft führen!
Wir wissen, wir müssen weg vom Öl.  (Können also nicht weiter Benzin-Autos bauen!)
Wir können mit unserer Umwelt nicht so umgehen wie bisher.
Deutschland wird als Industriestandort weiter an Bedeutung verlieren.

Unter solchen Umständen muß in die Forschung investiert werden.
Der Mondflug wäre dafür ein gutes Zeichen und würde die DLR stärken.
Die DLR kann nicht nur zum Mond fliegen, sondern entwickelt auch andere Zukuftstechnologien, wie alternative Antriebe und Energieprojekte, Verkehrs- und Umwelttechnologien.
In diesen Bereichen könnte Deutschland eine Führungsrolle einnehmen und eine Zukunft finden.
Dabei ist auch an die junge Generation zu denken, die jetzt entscheiden muß, in welchem Bereich sie später arbeiten will und auch eine Zukunft hat.
Als Autobauer, Forscher, Raumfahrt-Ingenieur oder Astronaut?

So ein Mondflug ist eben nicht nur ein Mondflug...!
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 23. Oktober 2009, 02:15:42
Das sehe ich auch so. Ich halte das für eine mittlere Katastrophe.
Wir erinnern uns, als die Kassen noch voll waren, wurde der Satellit LEO gestrichen, weil man öffentliche Ausgaben begrenzen wollte. Als man öffentliche Ausgaben gut fand, haben Hintze/Schavan ein Mond-Konjunkturprogramm vorgeschlagen und dann noch mal vorgeschlagen und dann kam der Vorschlag einer robotischen Mondlandemission.

Welche Vorschläge sollen jetzt noch glaubwürdig sein. Muß da einer die Verantwortung ziehen und seinen Hut nehmen?

Von der EU-ESA Explorationskonferenz erwarte ich nix mehr.
Hintze wird da sein, er wird wohl nichts sagen können. Sicher kein gutes Standing.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: James am 23. Oktober 2009, 10:26:16
@ -eumel-    (http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up016754.gif)

Du solltest Kolumnen in Zeitungen schreiben!!!

Gruß!
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: vostei am 23. Oktober 2009, 10:47:40
Zwecks Abwrackprämie: Richtig, der große Kater nach der Partie kommt erst noch.

Aber:
Ich arbeite für einen etwas größeren deutschen Zulieferer der (u.a.)Autoindustrie und muss das mit dem Profit für ausländische Autohersteller etwas relativieren - Deutschland verdient auch bei denen in nicht unerheblichen Maß mit!

Zum Thema "falsche Autos": Der Entwicklungsdruck bei allen Autoherstellern ist groß, weshalb sich die Entwicklungskosten inzwischen aufteilen. Die Hersteller selber liegen da bei ungefähr 40- Prozent - die Zulieferer bei 60+. Fortschrittliche Systeme liegen auf jeden Fall bereit und werden Stück für Stück eingepflegt - der jeweilige Übergang liegt bei ca 5 Jahren. Der Grund dafür ist die gute alte ^^ Wertschöpfung, d.h. es muss aus dem bisher geschaffenen erst etwas verdient sein...- und der Prozess ist ein kontinuierlicher, zumal auch Infrastrukturen diverser Art geschaffen werden müssen (Strom / Gas etc).

Beispiel KAT. Als damals eine steuerliche Förderung aufgelegt wurde ging das ratzfatz - wären damals auch Motorräder (als Beispiel) so gefördert worden, wäre auch hier die Technik noch weiter, als sie (immer noch freiwillig) ist...


Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: klausd am 23. Oktober 2009, 11:06:55
Die Gelder für die Abwrackprämie kamen hauptsächlich der französischen, spanischen, italienischen, japanischen und koreanischen Autoindustrie zugute.

Mit der Meinung kommst Du im Raum Hannover nicht weit. Hier gibt es viele Leute (VW und VW Nutzfahrzeuge) die der Abwrackprämie Ihren Job zu verdanken haben. Ich kenne auch welche persönlich.
Auch Opel hat davon ordentlich profitiert.

Das Autohersteller wie Mercedes, Audi und BMW den Schuss nicht gehört haben und weiter Modelle à la Q7 und X1-X5 produzieren ist kein Problem. Schließlich sprechen deren Autos ein Clientel an was Ihre Kaufentscheidung nicht von 2500€ abhängig macht. Und die Bundesregierung soll doch auch keine Luxuskarren sponsorn oder?

Ich kann die Kritik daher nicht nachvollziehen. In vielen Industriestaaten wurde diese Idee aufgegriffen und ebenfalls umgesetzt. Wenn das so großer Schwachsinn gewesen wäre, hätten die das kaum gemacht. Der Erfolg der Prämie spricht für sich. (Selbst meine Schwester fährt jetzt mit nem neuen Polo durch die Gegend, was sie ohne Prämie vielleicht nicht gemacht hätte.)

Niemand, ich betone niemand, hätte davon etwas gehabt wenn uns manche Autohersteller abgeknickt wären. Was da an Zulieferern dran hängt... Bis runter zum Friseur. Die FDP wird sowieso fast nix umsetzen können was sie sich vorgenommen hat. Gott sei Dank, denn grade der starke Sozialstaat, der Kündigungsschutz usw hat die Krise in Deutschland wirksam abgefedert!

Die Argumente der FDP, Grünen usw verhallen angesichts der Situation in der wir uns ohne diese Prämie jetzt befinden würden!


Viele Grüße

Klaus
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: vostei am 23. Oktober 2009, 11:16:42
@klausd

Auch richtig, wobei man aber auch wieder das Wörtchen "Wertschöpfung" erwähnen muss - die ist bei "fetten Modellen" größer und extrem bei Porsches und Ferraris... - bei kleineren und kleinsten Modellen ist sie eher mau bis negativ - daher die versch. Strategien der Hersteller für "vor und nach der Abwrackprämie" - Bsp. der neue Polo - während der Prämienzeit gab es ihn nur als Viertürer - erst jetzt dannach kommt der etwas chickere Dreitürer, oder die Kooperationen diverser Hersteller bei der Entwicklung und Prodi kleinerer bis mittlerer Motoren, die dann gemeinsam verbaut werden, bis hin zu ganzen Basisplatformen bei kompletten KFZ...

Meine Meinung: einen Teil der Abwrackprämie abzuknippsen und zur Förderung fortschrittlicher Technologien zu verwenden, wäre weitsichtiger gewesen. (Infrastruktur Elektro Gas / Leichtlauf bei Verbrennern / Steigerung der Effizienz in Klassen zB)

Um auf die Raumfahrt zurück zu kommen: Thema Umweltschutz - gerade da besteht auch Nachholbedarf UND gleichzeitig Entwicklungschancen - die viele Chemie und Giftstoffe der Verbrauch seltener Resourcen, sowie der Weltraum- und irdische Müll wird auch gerne GEGEN die Raumfahrt als Argument eingesetzt...
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: paygar am 26. Oktober 2009, 11:44:47
Ich kann die Kritik daher nicht nachvollziehen. In vielen Industriestaaten wurde diese Idee aufgegriffen und ebenfalls umgesetzt. Wenn das so großer Schwachsinn gewesen wäre, hätten die das kaum gemacht. Der Erfolg der Prämie spricht für sich. (Selbst meine Schwester fährt jetzt mit nem neuen Polo durch die Gegend, was sie ohne Prämie vielleicht nicht gemacht hätte.)

Nur weil fast alle europäische Staaten beim Afghanistan mitmachen ist der auch nicht gleich richtig. Man sollte sich nicht an anderen messen...und die Abwrackprämie war einfach nur ein schönes Konjunkturprogramm für die Autohersteller, egal aus welchem Land sie kamen, dass es aber gesamtwirtschaftlich eher sinnlos war, wird abgesehen von den meisten Politikern, nicht bestritten.
Wenn es einen Teil der Wirtschaft gibt der nicht konkurrenzfähig ist, dann muss er in der Freien Marktwirtschaft auch Pleite bzw. Insolvent gehen. Bestes Beispiel ist Opel...zwar von seinem Mutterkonzern zu Grunde gerichtet, aber das heißt nicht, dass in solchen Situationen der Staat mit unseren Steuergelden einspringen muss, weil sich auf höhere Ebene mit dem Geld anderweitig vergnügt wurde. Speziell da, schiele ich nach Wolfsburg....die Affäre der VW Manager...und ihrer Prostituierten....mit Firmengelden bezahlt....aber wenn dann die Wirtschaftskrise kommt:" *hach* wir haben kein Geld, bitte wir müssen unsere Raubtierkapitalismus beenden, und brauchen Hilfe, weil wir Jahrelang in falsche Produkte investiert haben"

Nur als kleines Beispiel, durch die Abwrackprämie wurde der noch klaine, im Aufbau befindliche Markt von Elektroautos fast komplett zerstört. Aber wozu Innovation, wenn man Arbeitsplätze retten kann. *pffff*

http://www.heise.de/tp/blogs/2/143470 (http://www.heise.de/tp/blogs/2/143470)

http://www.heise.de/suche?channel=tp&sort=d&q=abwrackpr%E4mie&rm.x=0&rm.y=0&rm=search (http://www.heise.de/suche?channel=tp&sort=d&q=abwrackpr%E4mie&rm.x=0&rm.y=0&rm=search)

Aber was soll man bei solchen Menschen an der Macht noch auf Besserung hoffen, die sich bei allem nur herrausreden, und dem neuen Finanzminister. ;)
XaWE8K2nRVs
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 26. Oktober 2009, 17:35:20
Im Koalitionsvertrag steht ein Dreizeiler (1260):
Zitat
Deutschland braucht klare Ziele in der Raumfahrt. Dafür wird eine eigenständige Raumfahrtstrategie mit klaren Missions- und Technologiezielen innerhalb eines Jahres weiterentwickelt. Die Luftfahrtforschung werden wir programmatisch weiter vorantreiben.
(Quelle: http://www.cdu.de/doc/pdfc/091024-koalitionsvertrag-cducsu-fdp.pdf)

Das ganze steht im Kapitel „Neue Technologien, Industrieland Deutschland“, nicht unter Forschung. Am Zuschnitt der Ministerien dürfte sich also nichts ändern und Raumfahrt bleibt damit im Wirtschaftsministerium, das von FDP-Minister Brüderle geführt wird.

Neuer EU-Kommissar soll Günther Oettinger werden, der aber nicht unbedingt das Ressort „Unternehmen+Industrie“ übernimmt, in dem die EU-Space-Policy enthalten ist.

Raumfahrtstrategie innerhalb eines Jahres – das kommt mir schon bekannt vor. Immerhin ein Ziel mit klarer Zeitangabe. ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: klausd am 26. Oktober 2009, 18:02:22
Wenn es einen Teil der Wirtschaft gibt der nicht konkurrenzfähig ist, dann muss er in der Freien Marktwirtschaft auch Pleite bzw. Insolvent gehen.

Mit der Meinung hast Du Dich politisch klar positioniert. Jetzt einen Lagerkampf vom Damm zu brechen wird sich nicht lohnen... Im Endefekt entscheiden die Bürgerinnen und Bürger ob Sie in einer von Dir gut geheißenen Ellenbogengesellschaft leben wollen oder nicht.
Zumindest Herr Westerwelle sollte sich aber schonmal vorsorglich um ein neues Volk bemühen wenn er sagt, dass er mit "Depris" nicht gerne zusammenarbeitet aber sein halbes Volk daraus besteht.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 26. Oktober 2009, 18:46:18
zur Versachlichung und Re-Fokussierung auf Raumfahrt, hier eine Aussage von G. Oettinger (Nov. 2006):
Zitat
Deutschland ist im weltweiten Wettbewerb weder in der Geschwindigkeit der Innovation noch in der Intensität der Forschung und deren Finanzierung, noch in der Betriebsgröße unserer Unternehmen alleine überlebensfähig. Ein Binnenmarkt von 83 Millionen Menschen reicht für unsere Unternehmen nicht aus.
Also brauchen wir Europa. Die beste ökonomische Idee, die Europa bisher gehabt hat, war die, die zu den neuen Arbeitsplätzen in Hamburg und Toulouse geführt hat. Ich rede von Airbus und EADS. Das Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, dass wir in den Bereichen Raumfahrt und Luftfahrt die Kräfte bündeln. Spanien, Italien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland – alle diese Länder müssen zusammenarbeiten,
wenn wir in diesem Bereich die Marktführerschaft erreichen bzw. behaupten wollen. Daraus können dann Zigtausende von Arbeitsplätzen entstehen – auch in der Zulieferbranche.
Wir brauchen jetzt 10 neue Ideen wie den Airbus. Wir brauchen 10 Ideen, in denen die europäische Bündelung der Kräfte, die arbeitsteilige Kooperation in Forschung und Produktion, zum Tragen kommen können.
(Quelle: http://www.ueberseeclub.de/vortrag/vortrag-2006-11-28.pdf)

Das hört sich doch schonmal vielversprechend an.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: paygar am 26. Oktober 2009, 20:33:20
Wenn es einen Teil der Wirtschaft gibt der nicht konkurrenzfähig ist, dann muss er in der Freien Marktwirtschaft auch Pleite bzw. Insolvent gehen.

Mit der Meinung hast Du Dich politisch klar positioniert. Jetzt einen Lagerkampf vom Damm zu brechen wird sich nicht lohnen... Im Endefekt entscheiden die Bürgerinnen und Bürger ob Sie in einer von Dir gut geheißenen Ellenbogengesellschaft leben wollen oder nicht.
Zumindest Herr Westerwelle sollte sich aber schonmal vorsorglich um ein neues Volk bemühen wenn er sagt, dass er mit "Depris" nicht gerne zusammenarbeitet aber sein halbes Volk daraus besteht.

Du packst mich ins falsche Lager. ;)
Aber lassen wir das Thema...denn anders wirds auch mit dieser Regierung nicht werden.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: klausd am 26. Oktober 2009, 20:35:32
Du packst mich ins falsche Lager. ;)

Wer ist denn noch der Meinung man sollte Opel pleite gehen lassen außer der FDP?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: paygar am 26. Oktober 2009, 20:50:27
Ich hätte es vllt allgemeiner formulieren sollen, mein Grundgedanke war eigentlich der, dass wenn in einem großen Unternehmen Fehler gemacht werden, auch Dieses dafür haften muss, und nicht der Steuerzahler...denn das führt unweigerlich (durch zunehmende Staatsverschuldung) auch zur Ellenbogengesellschaft.

Ich zum Beispiel arbeite in einer Mittelständischen Firma, denkst du irgendwenn wird es jucken, wenn die 25 Mitarbeiter Arbeitslos werden...Nein...und die Besitzer werden noch für den Schaden haftbar gemacht...was aber passiert einer großen Firma?

Auch wenn mir bewusst ist, dass der gesamtwirtschaftliche Schaden größer ist wenn 10.000 anstatt 100 arbeitslos werden. Wo ist da die soziale Marktwirtschaft? Wem sollten man helfen, 1000 kleinen Unternehmen oder einem Großen?

Das war eigentlich was ich ausdrücken wollte, hoffentlich rehcnet man mich nicht immernoch der FDP zu.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: klausd am 26. Oktober 2009, 20:56:43
wenn in einem großen Unternehmen Fehler gemacht werden, auch Dieses dafür haften muss, und nicht der Steuerzahler...

Die Konsequenz eines insolventen Opel hätten sehr viele Mittelständler in der Region gemerkt. Vielleicht sogar mehr Mitarbeiter im Mittelstand als bei Opel selber...

Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Spock am 26. Oktober 2009, 21:00:31
Ich finde es egoistisch einer Firma einen Vorteil zu verschaffen und dies auch noch auf Kosten der Steuerzahler. Wer Opel subventioniert vernichtet bei Daimler, Audi und BMW genau die Arbeitsplätze die er bei Opel rettet.

Ausserdem erhöhen wir durch Subventionen die Steuerlast in Deutschland was langfristig unsere Konkurrenzfähigkeit verringert. Dadurch werden noch mehr Arbeitsplätze in Deutschland vernichtet.

Schließlich haben wir (noch) einen funktionierenden Sozialstaat und ich wünsche mir dass wir uns den auch noch weiterhin leisten können!

Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: vostei am 27. Oktober 2009, 07:07:52
@Spock: Bei vielen Firmen geht und ging es nicht um Geldgeschenke - Bürgschaften sind etwas anderes, als Kohle verbrennen.

Und speziell im Fall Opel geht es auch um Know How - GM hat es genutzt und will es weiter nutzen und sich an dt. Steuergeldern bereichern, nachdem sie zuhause die Hand aufhielten. Sie hatten und haben ihre Entwicklungsabteilung voll auf Opel aufgebaut - der Hauptgrund weshalb sie so schwer loslassen wollen und die Anderen so scharf drauf sind, sich billig zu bereichern.

Ein Beispel noch: Die Schaeffler KG - hier ging es um Bürgschaften, man wollte das Geld zurückzahlen, hat sich zu einem hohen Preis aber selbst geholfen - ZF war die erste Firma, die wie Du als Wettbewerber (und Kunde) laut aufschrie von wegen Wettbewerbsverzerrung. Und ZF ist JETZT die erste Firma unter den Zulieferern, die fett Kohle aus dem Konjunkturpaket 2 kassiert und irgendwann mal zurückzahlen will. Nichts anderes wollte Schaeffler auch.

Klartext: Wie kommt es dazu? Ganz einfach - die Schaeffler KG ist (noch!) eine Personengesellschaft - ZF, ebenso wie die ehemalige Adam Opel GmbH eine AG - also ein fester Teil der Finanzwirtschaft.

Die Finanzwirtschaft ist imho der Verursacher UND Profiteur der Krise und hat uns alle inkl der Politik fest in der Hand. Qed. Arbeitnehmer sind sekundär - die Arbeitslosen wurden von Hartz nicht umsonst so billig gemacht - man kann sie sich künftig leisten. So schaut Dein funktionierender Sozialstaat aus.

Sry, dass ich es so drastisch formuliere, aber ich sehe schwarz für die Zukunft vieler u.a. auch meiner. :( (Ich war und bin nicht arbeitslos - aber alt)

So. Und zwecks Offtopic und so ;) - das MUSS ich jetzt noch loswerden: Schaeffler bewegt auch Shuttle und Ariane, Canadarm, Rover u.v.m. - nur so nebenbei.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 31. Oktober 2009, 14:54:43
Es gibt eine Petition zur deutschen Mondmission:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=6495

Leider ist die Mitzeichnungsfrist schon abgelaufen und es haben nur 304 dafür getimmt.

Wäre etwas mehr Werbung dafür gemacht worden, dann hätten diese sicherlich mehr unterzeichnet. Aber leider war zumindestens mir (und ich vermute den meisten anderen hier im Forum auch) diese Petition nicht bekannt.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: GlassMoon am 31. Oktober 2009, 17:51:48
Ich finde Alleingänge innerhalb der ESA ehrlich gesagt nicht so ganz richtig.
Diesbezüglich ist mir die ESA ein wenig zu "föderalistisch".
Trotzdem - wäre es nicht eine Überlegung wert, noch eine Petition aufzusetzen, aber dann mit besserer Organisation (muss ja nicht eine rein-deutsche Mission werden)?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: bonsaijogi am 01. November 2009, 12:02:28
Ich finde Alleingänge innerhalb der ESA ehrlich gesagt nicht so ganz richtig.
... (muss ja nicht eine rein-deutsche Mission werden)?

Ich finde genau da liegt der Hund begraben:

Solange der Mensch denkt es sei einer einzelnen Nation,
oder einer Gruppierung einzelner Nationen vorbehalten den
Weltraum zu erobern, werden Ausflüge zum Mond oder Mars
nur ein riskantes rumgegurcke im Weltraum bleiben!
... nix Halbes und nix Ganzes ...

Um erfolgreich und zeitnah in unser Sonnensystem zu
expandieren (was ich prinzipiell für möglich halte) wäre
es nötig, weltweit sämtliche Resourcen zu bündeln und
eine WELTraumorganisation zu gründen, die unabhängig
von kleinen Flaggen auf den Raumanzügen der Astronauten
agieren kann.

Wenn die verschiedenen Weltraumnationen weiterhin alle
ihr eigenes Süppchen kochen, anstatt ihr Know-How und ihre
Budgets zu verschmelzen, werden viele von uns es wahrscheinlich
nicht mal erleben, dass WIR noch zum Mars fliegen.

tomtom hatte ein Zitat von Öttinger eingefügt:
Zitat
Ich rede von Airbus und EADS. Das Beispiel zeigt, wie wichtig es ist,
dass wir in den Bereichen Raumfahrt und Luftfahrt die Kräfte bündeln.
Spanien, Italien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland –
alle diese Länder müssen zusammenarbeiten, wenn wir in diesem
Bereich die Marktführerschaft erreichen bzw. behaupten wollen.

Öttinger hat das (fast) richtig erkannt, es muß zusammen gearbeitet
und geforscht werden. Will man jedoch in den Weltraum, muß man sich
von dem Begriff "Marktführerschaft" verabschieden!

In diesen Dimensionen kann man nicht mehr nur national, europäisch
oder global denken, sondern ... ich sag mal, man muß es ... naja,
galaktisch betrachten  ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 09. Dezember 2009, 18:48:51
Peter Hintze bleibt Koordinator. (sh Pressemitteilung BMWi).
Zitat
Die Bundesregierung hat in ihrer heutigen Kabinettsitzung erneut Herrn Parlamentarischen Staatssekretär Peter Hintze zum Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt bestellt.

Bundesminister Rainer Brüderle gratuliert dem Koordinator für die Luft und Raumfahrt: "Mit diesem Amt trägt die Bundesregierung der herausragenden Bedeutung der Luft- und Raumfahrtindustrie für den Innovations- und Technologiestandort Deutschland Rechnung."

In dieser Legislaturperiode stehen mit der weltraumgestützten Klimaforschung, dem europäischen Satellitennavigationssystem Galileo und der Entwicklung umweltschonender Flugzeuge wichtige Projekte im Bereich der Luft- und Raumfahrt an.

Neuer EU-Kommissar soll Günther Oettinger werden, der aber nicht unbedingt das Ressort „Unternehmen+Industrie“ übernimmt, in dem die EU-Space-Policy enthalten ist.
Nachfolger von Verheugen (Unternehmen+Industrie) soll Tajani werden, der bisher Verkehr+Transport (also Galileo) gemacht hat.
Nachfolger von Tajani soll der aus Estland stammende Siim Kallas werden. Er gilt als Experte für EU-Auftragsvergabepraxis.
EDIT: Allerdings wird Tajani Galileo in sein neues Ressort übernehmen und bleibt dafür zuständig.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 13. Januar 2010, 20:01:10
Wer hätte das gedacht, dass Bayrische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie hat eine "Vision einer starken und zukunftsfähigen deutschen Raumfahrt"
Bemannte Raumfahrt kommt da gar nicht vor.
Quelle: http://www.verwaltung.bayern.de/Anlage3995936/VisioneinerstarkenundzukunftsfaehigendeutschenRaumfahrt.pdf
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: websquid am 13. Januar 2010, 21:33:27
Da spielt offensichtlich die Frage mit rein, welchen Sinn bemannte Raumfahrt eigentlich hat - wenn man kommerzielle und wissenschaftliche Raumfahrt betreiben will, kann man auf bemannte Programme verzichten. Will man Prestige, scheinen Astronauten nötig zu sein, da es sonst keine Aufmerksamkeit bekommt. Das Programm scheint mir für günstige Kosten optimiert zu sein, bei maximalen wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Ertrag - ein guter Weg meiner Meinung nach
mfg websquid
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tul am 14. Januar 2010, 19:36:12
Wer hätte das gedacht, dass Bayrische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie hat eine "Vision einer starken und zukunftsfähigen deutschen Raumfahrt"

Etwas zynisch. Mit dem Geld was die in der Bayrischen Landesbank versenkt haben, und die Probleme mit der Bank reichen bis in die 90er Jahre zurück, hätte man natürlich in der Richtung tun können.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 17. März 2010, 12:24:42
wir hatten es schon unter Galileo aber ich poste es mal hier rein, folgende kleine Abfolge:
Na mal sehn, wie es weitergeht ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 29. April 2010, 14:51:39
Die FAZ zeichnete ein düsteres Bild des Projekts Galileo.
Ursprünglich wollte man ja mit China kooperieren, wobei die Europäer an Kostenteilung gedacht haben, während die Chinesen Technologietransfer meinten. Nun scheint eher Wettbewerb angesagt. Man streitet sich um Frequenzen, was China nicht davon abhält, sein eigenes System aufzubauen.
http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E0D897CF5A0444474B630840A61C06BA3~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Daraufhin hat jetzt die Fraktion der Grünen eine "Kleine Anfrage" zu den Perspektiven von Galileo an die Bundesregierung gestellt.
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/015/1701516.pdf

Jedenfalls eine interessante Konstellation zwischen Wirtschaftlichkeit und politischen Dimensionen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Riker am 04. Mai 2010, 14:28:43
Ich bin mir nicht sicher, ob das folgende Bilddokument nicht doch eher unter Satire abzulegen ist...
Es zeigt aber, dass sich zumindest die Vorgängerregierung sternenflottenbegeistert darstellte:

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up000444.jpg)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 26. Mai 2010, 22:02:02
Nicht nur in den USA wird über Raumfahrtstrategie diskutiert, sondern auch in Deutschland. Da hat man aber ganz andere, spezifische Probleme.

Bei der Bundesakademie für Sicherheitspolitik gibts eine interessante Diskusion der Herren Liebig, Wörner und Dudok dazu. (Das Video ist interessant, die Vorträge weniger.)
http://www.baks.bund.de/DE/Veranstaltungen/Rueckblick/Raumfahrt_2010/Raumfahrt.html

Die nationale Raumfahrtstrategie ist offen (DLR hat ein Konzept vorgelegt), soll aber dieses Jahr beschlossen werden. Wörner favorisiert den Top-Down-Ansatz zur Strategiebildung, man muß das Ziel kennen um den Weg definieren zu können.

Die Baustellen werden erfrischend offen angesprochen:
- D hat keine Führungsrolle in der EU, nicht mal da, wo es am meisten bezahlt
- EU - ESA - Nat. ist ein kompliziertes Gebilde
- in der Erdbeobachtung ist man stark, aber es gibt Lücken
- Explorationsthema ist unterentwickelt
Auch die Position des RF-Koordinators und die Ressort-Frage wird diskutiert.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Martin am 10. Juni 2010, 05:17:40
Der Forschungs- und Bildungssektor soll vom 80 Mrd Euro Sparpaket der Bundesregierung ausgenommen sein. Bis 2014 (also in diesem Zeitraum will man die Staatsausgaben um 80 Mrd senken) sollen sogar 12 Mrd mehr in diesem Bereich ausgegeben werden.

http://news.bbc.co.uk/2/hi/science_and_environment/10271637.stm
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 28. Juni 2010, 12:26:23
Die USA bringen eine neue Space Policy raus, was macht Deutschland?
Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung ist es, innerhalb eines Jahres eine Raumfahrtstrategie festzulegen und ansonsten mit der High-tech-Strategie weiterzumachen.

Die deutsche Raumfahrtpolitik ist Bestandteil dieser Strategie. Dort heißt es: "Innovationen für ein kommunikatives und mobiles Leben - Für die Erde ins All - Satelliten für Erdbeobachtung und Navigation."
Diese High-Tech-Strategie ist eigentlich für den Zeitraum 2006-2009 geschrieben worden (hat also ihr Fälligkeitsdatum überschritten ;) ). Die Bundesregierung hat Anfang des Jahres einfach und vermutlich sinnvollerweise gesagt, man wolle die Hightech-Strategie weiterführen.
Nun könnte man meinen, dass die Robotik ein neues Feld ist, was man in Zukunft intensiver fördern möchte. Da gibt es ja diesen Justin-Roboter. (Auf der ILA hatte ich ein sehr informatives Gespräch mit einem Mitarbeiter des Instituts. Justin hat in der Tat wenig mit Raumfahrt zu tun und zielt eher darauf, ein menschlicher Serviceroboter zu sein.).

Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 18. Juli 2010, 10:08:48
Es gibt jetzt doch eine neue Hightech-Strategie 2020 des BMWI.
http://www.bmbf.de/pub/hts_2020.pdf

Diese betrifft natürlich Technologie insgesamt und da kommt Raumfahrt nur am Rand vor. Substantiell steht drin, dass die Bundesregierung sich für den Erhalt der ESA einsetzt und ansonsten die Hightech-Strategie "nach Europa tragen" will. Als Bedarfsfeld hinzugekommen ist Kommunikation.

Ausgeführt wird ein missionsorientierter Ansatz und definiert "Zukunfsprojekte". (Sowas kennt man ja aus der Raumfahrt.) Raumfahrtbezogene Zukunftsprojekte wären wohl vor allem Mobilität (Galileo), Klima (GMES), Schutz der Kommunikation und Wissen zugänglich machen. Warten wir mal weiter ab, was dann in der Raumfahrtstrategie der Bundesregierung festgelegt wird.

Andererseits, wenn wir auf Galileo angewiesen wären, würden wir derzeit in unserer Mobilität wohl ziemlich feststecken.

Klar ist, 2014 wird das noch nichts und die budgetierten 3,4 Mrd € werden nicht reichen. Die EU sucht jetzt händeringend nach Lösungen und weiteren Finanzmitteln. Der Ausschuß für Industrie, Forschung und Energie befaßte sich Anfang Juni mit dem Thema (Video mit interessantem Einblick, wie es bei der EU so zugeht):
Interessant ist eigentlich nur der Anfang und die 15 min im Bereich von 9:49 - 10.04 (Fragen/Antworten)
http://www.europarl.europa.eu/wps-europarl-internet/frd/vod/player?category=COMMITTEE&eventCode=20100601-0900-COMMITTEE-ITRE&format=wmv&byLeftMenu=researchcommittee&language=de#anchor1
Mehrkosten werden wohl vor allem aufgrund höherer Startkosten ins Feld geführt bzw. angedeutet, dass man Kosten senken könnte, wenn man nicht von Kourou, sondern von Russland aus startet, was politisch aber aktuell keine Option ist.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 18. August 2010, 11:25:32
Die Bundesregierung lädt am 21.+22. Aug. die Bürger zum Tag der offenen Tür ins Bundespresseamt ein und dort soll die Frage beantwortet werden, was wir angesichts der hohen Kosten von der Raumfahrt haben.
http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2010/08/2010-08-16-deutsche-hightech-im-all-und-im-bundespresseamt.html

Die Pressemeldung gibt schonmal Auskunft:
Zitat
Eine moderne Industriegesellschaft braucht Raumfahrt als unverzichtbares Instrument für Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Raumfahrt leistet heute entscheidende Beiträge zur Förderung von Forschung und Entwicklung, Bildung und Innovation, zu Wachstum und hochqualifizierten Arbeitsplätzen. Sie erhöht die Lebensqualität, schätzt die Erde, und trägt zur Sicherheit und internationalen Zusammenarbeit bei.
Raumfahrt ist ein zentraler Pfeiler der Hochtechnologiepolitik der Bundesregierung. Mit der Hightech-Strategie hat die Bundesregierung die Aufwendungen für die Raumfahrt um etwa zehn Prozent pro Jahr gesteigert.

Ich hoffe, dass gelingt dort besser als auf der Webseite zur Hightech-Strategie. Raumfahrt gilt als Schlüsseltechnologie, fehlt jedoch in der Aufzählung der entsprechenden Webseite :(
http://www.hightech-strategie.de/de/687.php
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 17. Oktober 2010, 17:28:34
Viel war ja über die neue, deutsche Raumfahrtstrategie noch nicht zu lesen, die ja vor einem Jahr angekündigt wurde. Tatsächlich gibt es jetzt ein Peter Hintze Interview in der Zeitschrift Flugrevue, immerhin mit der Äußerung:
Zitat
"... werden wir das Explorationsziel Mond in das neue nationale Raumfahrtprogramm der Bundesregierung aufnehmen, das wir noch in diesem Jahr verabschieden werden."
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 29. November 2010, 10:59:17
Die neue deutsche Raumfahrtstrategie will die Bundesregierung am 01.12.10 im Kabinett  beschließen und diese dann am Nachmittag in einer Veranstaltung der Öffentlichkeit vorstellen.
http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Service/veranstaltungen,did=367860.html (http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Service/veranstaltungen,did=367860.html)

Was drin steht ist nicht wirklich bekannt, man kann es aber vermuten. Den Unterlagen entlocken kann man:
Zitat
..., wie die vorgelegte Raumfahrtstrategie entlang den Leitlinien der Politik zur Ausrichtung auf Nutzen und Bedarf, der Orientierung am Prinzip der Nachhaltigkeit und der intensiven internationalen, vor allem europäischen Zusammenarbeit mit Leben erfüllt werden kann.
Der Tagesspiegel (http://www.tagesspiegel.de/wissen/deutsche-mondmission-in-weiter-ferne/3483930.html) berichtet darüber:
"Zukunftsweisende nationale Missionen oder solche, bei denen Deutschland eine klare Führungsrolle hat, werden nicht genannt.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: -eumel- am 29. November 2010, 11:34:43
Viele Worte, aber keine Aussage. :(
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 30. November 2010, 15:25:26
Durchaus nicht, es lohnt sich schon, sich die neue Raumfahrtstrategie mal durchzulesen:
http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/B/zukunftsfaehige-deutsche-raumfahrt,property=pdf,bereich=bmwi,sprache=de,rwb=true.pdf (http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/B/zukunftsfaehige-deutsche-raumfahrt,property=pdf,bereich=bmwi,sprache=de,rwb=true.pdf)

Es werden eine Reihe von Standpunkten besetzt oder eben nicht.

Eingeleitet wird es mit der Feststellung, dass man einen Paradigmenwechsel feststellen kann, weg vom Technologiewettlauf und Systemwettstreits hin zur Nutzung des Weltraums für Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Das wird dann lang und breit mit Nutzung der Satellitentechnik thematisiert.

Am Ende kann man sogar drüber schmuzeln, wenn man das hier ließt:
Zitat
Die westliche Welt muss die Fähigkeiten zur bemannten Raumfahrt behalten, solange robotische Systeme bei Aufgaben im All die menschliche Präsenz nicht vollständig ersetzen können. Wir werden darüber mit unseren Partnern in Europa, Amerika und Japan im Gespräch bleiben.
Bevor man sowas schreibt sollte man nochmal nachdenken.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 30. November 2010, 18:44:29
Ich bin noch nicht ganz durch, der Rest kommt erst morgen dran ;).

Der Tenor ist bodenständig und eben sehr auf die Anwendung und Nutzung konzentriert. Wort mit dem Stamm "Vision" erscheinen höchstens in Nebensätzen, und auch da selten.


ESA vs. EU ... oder doch ESA und EU?

Hinter dem harmlosen Satz:
Zitat
Das künftige Zusammenspiel der ESA und der EU bedarf einer transparenten und klaren Rollenverteilung.
verbirgt sich ziemlich deutlich das Problem, dass hier trotz Lissabon eben noch nicht alles klar ist und es auch sehr unterschiedliche Richtungen in Europa gibt. An der Stelle hätte man deutlicher die deutsche Position betonen sollen. Da man das nicht getan hat ... wer weiß wie fest sie noch ist ;).
Grundsätzlich betont Deutschland aber (schon) immer die europäische Rolle. Ziel ist weiterhin die Effizienz und Effektivität der europäischen Raumfahrt zu steigern, u.a. durch:
Zitat
Vorrangiger
Handlungsraum bleibt dabei, insbesondere
bei der Schaffung großer strategischer Infrastrukturen,
die europäische Zusammenarbeit im Rahmen
von ESA und EUMETSAT und in bi- und multilateralen
Kooperationen.


NASA

Zur Kooperation mit den und seitens der USA steht:
Zitat
Der neue Kooperationsansatz ist breit angelegt und umfasst mit Ausnahme des Bereichs der Trägerraketen
alle wichtigen weltraumwissenschaftlichen, technologischen und raumfahrtpolitischen Themen.
Auf ein internationales Trägersystem müssen wir, kaum überraschend, noch lange warten.


Budget

Ein Großteil des Budgets ist für die künftigen Jahre in Programmen und Projekten gebunden (v.a. in der ESA). Die Strategie soll die Weichen für "danach" stellen. (Was immer "danach" auch ist ... x=x+5 für alle x?).
Die "Geförderten" sollen sich stärker in die Entwicklung einbringen, also mehr eigene Leistungen und Beiträge beisteuern und mehr (unternehmerische) Verantwortung tragen.


KMU - kleine und mittlere Unternehmen

Unser Mittelstand auch in diesem Sektor wird betont, als Unterauftragnehmer, Subsystem- und Komponentenhersteller und Zulieferer. Deutschland ist hier "besonders" aufgestellt als andere Länder. Diese Struktur möchte man fördern und erhalten.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Youronas am 30. November 2010, 19:34:18
Passt hier denke ich ganz gut mit rein, hat es sogar auf die tagesschau.de Startseite geschafft. Ein Interview anlässlich der Veröffentlichung der neuen deutschen Raumfahrtstrategie mit Ulrich Walter.

http://www.tagesschau.de/inland/raumfahrtstrategie100.html (http://www.tagesschau.de/inland/raumfahrtstrategie100.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: rm39 am 30. November 2010, 22:03:51
Dazu gibt es auch im DLR-Portal etwas:
Bundesregierung verabschiedet neue deutsche Raumfahrtstrategie
 (http://www.dlr.de/desktopdefault.aspx/tabid-11/129_read-27990/)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 02. Dezember 2010, 11:56:13
Jetzt bin ich dann doch durch ...


EU vs. ESA

Zur EU wird später dann doch noch Konkreteres gesagt.

Zitat
Bevor die EU in einer längerfristigen Perspektive darüber hinaus neue Aufgaben in der Raumfahrt wahrnehmen kann, muss sie zunächst über das notwendige
Handwerkszeug verfügen ... dass bei der EU ... adäquate Instrumente, Finanzierungs- und Vergabeverfahren geschaffen werden, die den besonderen Anforderungen des institutionell dominierten „Raumfahrtmarktes“ gerecht werden.
Man spricht der EU, und ihrer Bürokratie, (noch) die Kompetenz für Raumfahrt ab. Das Hervorgehobene ordnet den deutschen Standpunkt dann ein, wenn auch nicht für jedermann "klar" formuliert:
Man möchte weiterhin den Geo-Return der ESA. Grundlegend kommt aus den ESA-Programmen genauso viel zurück, was man als Beitrag einzahlt. Wenn die EU übernimmt, herrscht freies Vergaberecht. Das möchte Deutschland nicht ... und "versteckt" das hinter "besonderen Anforderungen".

Zitat
Deutschland setzt sich auch in Zukunft mitNachdruck für die Stärkung der ESA als eigenständige, zwischenstaatliche Organisation ein. Allein die ESA verfügt über langjährige Management- und Koordinierungserfahrung und erprobte Instrumente zur Durchführung komplexer
und anspruchsvoller Raumfahrtprojekte. Die ESA bleibt daher für die Bundesregierung auch
nach Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon
der vorrangige Handlungsrahmen für die europäische Raumfahrtpolitik und -kooperation.
Im Gegenzug wird die ESA als erfahren und "richtig aufgestellt" gesehen. Deutschland will weiterhin auf die ESA für die europäische Raumfahrt setzen. Interessant ist die Relativierung des Lissabonvertrags, der eigentlich eine andere Stoßrichtung hatte ... Wie ich an anderer Stelle schon mal sagt: nach Lissabon war/ist halt doch nicht alles klar ;).



Exploration

Zitat
Über mögliche Folgeaktivitäten wird auf der Grundlage einer umfassenden Bewertung des ISS-Betriebs in einigen Jahren unter Kosten-Nutzen-Aspekten zu entscheiden sein.
Denn auch die Projekte in der Exploration müssen sich daran messen lassen, welchen Beitrag sie zur Lösung der gesellschaftlichen Herausforderungen leisten.
Was man nach der ISS möchte und kann, ist eigentlich völlig unklar. Da man sich nicht (visionär) festlegt, könnte das u.U. in 10 Jahren düster aussehen. Auf jeden Fall ist Deutschland mit diesen Worten kein "geistiger Vorreiter" ... Visionen gibt es nicht.

Zitat
Für Deutschland hat die Entwicklung autonomer Systeme, insbesondere im Bereich der robotischen Exploration des Sonnensystems, höchste Priorität.
Auch wenn dieser Satz im Zusammenhang mit Exploration Vielen nicht gefallen wird: Er ist ehrlich. Die Robotik macht gewaltige Schritte und man sollte da auch ehrlich sein und nicht aus "irrationalen" Gründen den Menschen zwingend in ein System einbauen.



Zugang ins All

Zitat
Die Ariane 5 ist derzeit mit der Kombination von kommerziellen und institutionellen Starts der beste Weg, den europäischen Zugang zum All sicherzustellen. Voraussetzung dafür ist allerdings der zusätzliche kommerzielle Erfolg der Ariane auf dem Trägermarkt.
Für die Kombination kommerzieller und institutioneller Missionen sieht man im BMWi die Ariane 5 passend, aber man setzt auf und fordert kommerziellen Erfolg. Das versucht Arianespace eigentlich schon seit 10+ Jahren. Daher bleibe ich da skeptisch. Außerdem relativiert die Strategie diese Aussicht ja selbst mit dem Folgenden:

Zitat
Durch die neuen Akzente in der amerikanischen Raumfahrtpolitik ... können sich erhebliche Veränderungen und weitere Überkapazitäten im weltweiten Trägermarkt ergeben. In diesem Fall müsste ggf. auch die europäische Trägerpolitik grundlegend überprüft werden.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 09. Dezember 2010, 18:19:34
Eine Autorengruppe um Ernst Messerschmidt hat Leitlinien zur deutschen Raumfahrtstrategie entwickelt:

http://www.acatech.de/de/publikationenold/detailansicht/artikel/leitlinien-fuer-eine-deutsche-raumfahrtpolitik.html (http://www.acatech.de/de/publikationenold/detailansicht/artikel/leitlinien-fuer-eine-deutsche-raumfahrtpolitik.html)
Zitat
Aus Sicht von acatech sollte eine nationale Raumfahrtstrategie sowohl die Belange der Industrie als auch die von Wissenschaft und Hochschulen gleichermaßen berücksichtigen. Wesentlich sind Aussagen zu Zeit- und Finanzierungsrahmen mit langfristigem Planungshorizont sowie zur Koordination während der Implementierung mit den eingebundenen Ressorts, den beteiligten Bundesländern, der Forschung und der Industrie. Des weiteren muss die deutsche Position mit Hinblick auf die Rollenverteilung zwischen ESA und EU und zur Problematik der unzureichenden deutschen Repräsentanz in den europäischen und internationalen Institutionen und Gremien geklärt und das Vorgehen Deutschlands zu Initiierung und Aufbau strategischer Kooperationen mit neuen EU-Ländern und aufstrebenden Weltraumnationen benannt werden. Besondere Beachtung muss eine nationale Raumfahrtstrategie der Stärkung von Ausbildung und Forschung an Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen widmen.
Schließlich sollte eine nationale Raumfahrtstrategie Festlegungen hinsichtlich der inhaltlichen Aspekte treffen und die deutschen Prioritätensetzungen klar erkennen lassen.

Die deutlicheste Abweichung sehe ich in der Aussage:
Zitat
Exploration darf weder vorschnell und exklusiv auf eine Durchführung durch robotische Systeme verkürzt noch
durch reine Technologiebeiträge zu Missionen von Drittländern aufgegeben werden, zumal dadurch
der Verlust langfristig aufgebauter Kompetenzen einhergeht.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 08. Januar 2011, 00:33:42
Im ESOC Darmstadt erläutert am 13.01. der Raumfahrtkoordinator Peter Hintze "Deutschlands Engagement in der europäischen Raumfahrt - die Strategie der Bundesregierung".
Zitat
Im Rahmen der Veranstaltung wird über die langfristigen Perspektiven des Raumfahrtzentrums, seine konkreten Bauplanungen und deren Finanzierung berichtet. Staatssekretär Hintze wird die Eckpunkte der neuen deutschen Raumfahrtstrategie vorstellen, ihre Auswirkungen für ESA Standorte in Deutschland erläutern sowie auf neue Karriere-Chancen für deutsche Nachwuchskräfte in der europäischen Raumfahrt hinweisen.
http://www.esa.int/esaCP/SEMGDP0SDIG_Germany_0.html (http://www.esa.int/esaCP/SEMGDP0SDIG_Germany_0.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 24. Januar 2011, 17:24:53
Der europäische Think Tank ESPI hat eine Konferenz mit dem Thema "europäische Autonomie in der Raumfahrt" veranstaltet, zu der es auch eine lesenswerte Präsentation von DLR-Chef Wörner gibt.
http://www.espi.or.at/images/stories/dokumente/presentations2010/Wrner_European_Autonomy_in_Space.pdf (http://www.espi.or.at/images/stories/dokumente/presentations2010/Wrner_European_Autonomy_in_Space.pdf)

Ich poste das hier rein, weil Wörner recht ausführlich auf die deutsche Raumfahrtstrategie eingeht.

Inhaltlich heißt es, europäische Autonomie war früher die Frage nach Ariane4+5/Hermes, aktuell ist es jedoch eine facettenreiche Fragestellung. Gegen Ende der Präsentation kommt Wörner jedoch zu ganz dicken Fragezeichen, wie sich Europa in der Raumtransportfrage positioniert und was nach Columbus und ATV kommt.

Die Präsentation ist auch aufschlußreich im Vergleich zur französischen Sicht, die in der Präsentation der IFRI deutlich wird.
http://www.espi.or.at/images/stories/dokumente/presentations2010/Venet_European_Autonomy_in_Space.pdf (http://www.espi.or.at/images/stories/dokumente/presentations2010/Venet_European_Autonomy_in_Space.pdf)
Einziges Thema dort ist die Entwicklung der Launcher-Systeme und -Industrie.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 11. Februar 2011, 14:03:21
Bundesregierung erwägt Staatseinstieg bei EADS

Die Meldung betrifft vor allem den Flugzeugbau, aber natürlich auch die Raumfahrtsparte.

Bekannt ist, dass Daimler seine Anteile an EADS verkaufen will, um sich auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren. Anscheindend gibt es aber wenig interessierte Investoren und der Bundesregierung ist eine Machtbalance zwischen Frankreich und Deutschland wichtig. Eine Möglichkeit wäre, dass der Staat bei EADS direkt einsteigt.
Am 24.2. will die Bundesregierung das Thema erörtern.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,744666,00.html#ref=rss (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,744666,00.html#ref=rss)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Phobos am 13. Februar 2011, 01:26:42
Der europäische Think Tank ESPI hat eine Konferenz mit dem Thema "europäische Autonomie in der Raumfahrt" veranstaltet, zu der es auch eine lesenswerte Präsentation von DLR-Chef Wörner gibt.
http://www.espi.or.at/images/stories/dokumente/presentations2010/Wrner_European_Autonomy_in_Space.pdf (http://www.espi.or.at/images/stories/dokumente/presentations2010/Wrner_European_Autonomy_in_Space.pdf)

Ich poste das hier rein, weil Wörner recht ausführlich auf die deutsche Raumfahrtstrategie eingeht.


für mich ist das nur eine Aneinanderreihung von schönen PowerPoint-Folien...  blah blah.
Besonders peinlich empfinde ich dann noch...  Seite 33...      eine Raumfahrtstrategie kann ich darin nicht erkennen.
Ist das alles was die DLR zu bieten hat?  Scheinbar hat man die Wurzeln und Erfolge der deutschen Raumfahrt  (seit 1960) auch schon vergessen...   Ich hab Raumpratouille damals natürlich auch gerne geguckt, aber hier doch irgendwie fehl am Platz.

 
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 24. Februar 2011, 12:46:01
Auch Kanzlerin Angela Merkel interessiert sich für Satelliten und besuchte gestern EADS Astrium in Friedrichshafen:
http://www.suedkurier.de/region/bodenseekreis-oberschwaben/bodenseekreis/Merkel-und-Mappus-auf-Visite-bei-Astrium;art410936,4742311 (http://www.suedkurier.de/region/bodenseekreis-oberschwaben/bodenseekreis/Merkel-und-Mappus-auf-Visite-bei-Astrium;art410936,4742311)

(http://www.raumfahrer.net/forum/smf/MGalleryItem.php?id=3726])
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Nitro am 24. Februar 2011, 12:57:45
Hey, den Satelliten kenn ich doch.  :D
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: fl67 am 24. Februar 2011, 13:42:43
Hey, den Satelliten kenn ich doch.  :D

Ich nicht  :-[ .  Welcher isses ?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: GG am 24. Februar 2011, 13:48:13
Da tipp' ich mal auf Metop, allerdings ohne Solarzellenausleger.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 08. März 2011, 21:03:29
Ich hatte das mit der deutschen Raumfahrtstrategie ja schon fast abgehackt, aber fand jetzt doch nochmal eine schöne Analyse von Eugen Reichl. Der findet klare Worte und meint, dass die Bundesregierung die Raumfahrt doch mehr umdeklariert hat in "Erdfahrt", vergleicht es mit dem 10 Jahre alten Programm von BMBF Bulmahn und findet darin vor allem Modebegriffe wie "Klimawandel" und "nachhaltig".

Da man nicht recht zufrieden sein kann mit den letzten 10 Jahren, in denen sich D vor allem in der Rolle des Zahlmeisters hervor tat, prognostiziert er auch für die Zukunft nichts anderes. Er kommt zu dem Schluß:

Eugen Reichl: "Kein Witz, keine Spritzigkeit, kein Elan, keine Ideen, keine Pläne, keine Visionen und fast keine Raumfahrt.... Es ist bieder, bräsig, bodenständig und vor allem biologisch abbaubar."

http://www.kosmologs.de/kosmo/blog/astras-spacelog/glosse/2011-01-26/erdfahrt-oder-das-deutsche-raumfahrtprogramm (http://www.kosmologs.de/kosmo/blog/astras-spacelog/glosse/2011-01-26/erdfahrt-oder-das-deutsche-raumfahrtprogramm)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: rm39 am 08. März 2011, 22:00:00
Klasse Artikel, danke tomtom. Ich weiß nicht ob ich darüber lachen oder wegen dem Ernst des Themas weinen soll. Zu dem Punkt Visionen einfach mal den ersten und letzten Abschnitt des Artikels lesen.  ::)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 08. März 2011, 22:47:29
Warum wird eines der - meiner Meinung nach - innovativsten deutschen Raumfahrtprojekte, nämlich SHEFEX nicht in dem Papier erwähnt? Warum steht bei DEOS die Finanzierung noch nicht, obwohl Robotik doch ein Schwerpunkt sein soll? Ersteres ist eine interessante Technologie, leider wird sie wohl mangels fehlender praktischer Anwendung (z.B. Raumtransporter etc..) versanden. :( Letztere hat schon viel Potential denke ich.

Interessant ist auch der Bezug auf die kommerzielle Wende in den USA. Wo ist ein europäisches Entwicklungsprogramm, dass mal das COTS-Konzept als Modell ausprobiert? ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 08. März 2011, 23:34:29
Interessant ist auch der Bezug auf die kommerzielle Wende in den USA. Wo ist ein europäisches Entwicklungsprogramm, dass mal das COTS-Konzept als Modell ausprobiert? ;)

Ich glaube, der Versuch (PPP) war Galileo und ist gründlich schief gegangen. Man wollte dann wenigstens Wettbewerb im Satellitenbereich mit Astrium und OHB (Dual-Source). Was man jetzt hat ist eine Beschwerde von Astrium, dass man das IOV -Entwicklungsteam 2012 wohl auflösen wird, weil man es nicht bis 2016 erhalten kann, wenn die EU evtl. nochmal einen Auftrag vergeben sollte. Das ist einfach nur schlechtes Management.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 09. März 2011, 09:27:00
Hallo,

das deutsche Raumfahrtbudget kommt v.a. vom Wirtschaftsministerium. Da fehlt der visionäre Aspekt, der die Menschen erreicht, aber es hat auch einen Vorteil: Bei Konjunkturprogrammen und durch Wirtschaftsförderung bekommt man Geld, auch und in "schlechten" Zeiten. Das Budget steigt.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Phobos am 11. März 2011, 00:17:14
Hallo,

das deutsche Raumfahrtbudget kommt v.a. vom Wirtschaftsministerium. Da fehlt der visionäre Aspekt, der die Menschen erreicht, aber es hat auch einen Vorteil: Bei Konjunkturprogrammen und durch Wirtschaftsförderung bekommt man Geld, auch und in "schlechten" Zeiten. Das Budget steigt.

Das ist so eigentlich nicht ganz richtig. Die Politik gibt die grobe Linie vor und stellt ein Budget zur Verfügung.
Verwaltet werden diese Gelder aber von der DLR, dort wird letztendlich entschieden was mit den Geldern gemacht wird (interne und externe Projekte). Letztendlich vertritt die DLR die "Raumfahrtstrategie".. dort fehlen allerdings auch die zitierten Visionen. Insofern kann man Eugen Reichl nur zustimmen: "Kein Witz, keine Spritzigkeit, kein Elan, keine Ideen, keine Pläne, keine Visionen und fast keine Raumfahrt.... Es ist bieder, bräsig, bodenständig und vor allem biologisch abbaubar."

Zitat
"Der Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (PT-DLR) setzt Projekte verschiedener Ministerien fachlich und organisatorisch und ist somit ein unverzichtbarer Baustein im Projektfördersystem der Ministerien. Hierzu gehören insbesondere das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie andere Kooperationspartner."

Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 11. März 2011, 07:02:14
Guten Morgen,

hmm, ich habe doch erst mal nur etwas zum hohen und steigenden Budget unterm BMWi gesagt. Was stimmt daran nicht? U.a. hat das letzte Konjunkturprogramm unerhofft Geld in Budget getrieben, mit dem Problem, dass es schneller abfließen musste als Födervorhaben anstanden.

Zu den Details der Förderung durch das DLR:
Das Raumfahrtprogramm samt seinem Budget wird vom sog. Raumfahrtmanagement (vorher Raumfahrtagentur) geplant, durchgeführt und verwaltet. Das ist nicht ein weiterer der "anderen" Projektträger für Verkehr, Luftfahrt, Umwelt ... Deswegen heißt es auch nicht Projektträger Raumfahrt. Das Raumfahrtmanagement kann mit seinem Budget "machen was es will", man übergibt die fachliche Arbeit und Verantwortung in hohem Maße von den Ressorts im Ministerium an die Agentur. Die Projektträger hingegen sind da deutlich stärker ferngesteuert und müssen sich sehr viel vom jeweiligen Ressort genehmigen und abzeichnen lassen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: -eumel- am 03. April 2011, 04:26:56
Neue Umfrage des Monats April 2011:

Soll die deutsche Raumfahrtpolitik ihren Schwerpunkt europäisch oder national legen?

a) europäisch
b) national

Kann Deutschland nationale Raumfahrt betreiben?
Wir haben zwar weder einen eigenen Träger noch Startplatz und das wäre auch nicht sinnvoll.
Aber den Start als Leistung kann man einkaufen, bzw. in Auftrag geben.
Das Wichtigste wäre die Mission: Planung, Koordination, Finanzierung, Erstellung von Hardware und Software, Missionskontrolle, Auswertung.
Deutschland könnte sehr wohl z.B. eine unbemannte Mondmission durchführen und dabei seine Leistungsfähigkeit demonstrieren.
Das wäre gut für die deutsche Industrie und Forschung.
Die eingesetzten Gelder würden dabei im Land bleiben.
Was dabei entwickelt wird, könnte man später als Dienstleistung verkaufen.
Deutschland als Raumfahrtnation würde davon profitieren.

Multinationale Projekte scheitern oft an Planung, Koordination und Finanzierung.
Jedes Land will die Aufträge für die eigene Industrie sichern, die anderen sollen bezahlen.
Das bremst Projekte (wie Galileo) oder macht sie gar unmöglich, weil immer die anderen ein Mitspracherecht haben.
Wer soll Entscheidungsträger sein? Fachlich die ESA, aber auch die EU will zunehmend mitbestimmen.
Größere Projekte sind freilich nur international möglich. Aber solange nichts derartiges in Sicht ist?...

Hier geht´s zur Abstimmung. (http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=9022.0)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: jok am 03. April 2011, 11:43:04
Zitat
Neue Umfrage des Monats April 2011:

Soll die deutsche Raumfahrtpolitik ihren Schwerpunkt europäisch oder national legen?

a) europäisch
b) national

Hallo,

Ich glaube diese Frage stellt sich nicht mehr.Unsere Politik im allgemeinen hat längst die "Allein" Deutschen Interessen aufgegeben.Wir sind längst zum Zahlemann für ganz Europa geworden...wir Deutschen stemmen den Großteil des Euro Rettungsschirm u.s.w .
Wenn diese Euro-Europa Sache auch nur einen einzigen Sinn hat......dann das wir durch diese Verbindungen eine große Gemeinschaft sind und schon seit Jahrzehnten in Frieden leben können.Dafür bin ich sehr dankbar.

Für den Sektor Raumfahrt direkt sind wohl Großprojekte im Internationalen Rahmen sinnvoll.Kleinere Spezielle Sachen werden wohl Firmen allein auf den Weg bringen wenn wirtschaftliche Gewinne winken...aber auch da sind die Firmen schon Global vernetzt.

gruß und schönen Sonntag
jok
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tul am 03. April 2011, 15:12:57
Nachdem wir denn anderen europäischen Ländern massiv unsere Exporte aufdrücken ist Deutschland auf stabile Wechselkurse innerhalb Europas angewiesen. Insofern sind Ausdrücke wie Zahlmeister, Aufgabe allein deutscher Interessen komplett fehl am Platze.
ESA Beiträge fallen an die jeweiligen Beitragszahler zurück. Kooperieren kann man aber nur wenn man auch was vorzuweisen hat. Nachdem auch die Beitragshöhe der einzelnen Staaten unterschiedlich ist, gibt es sowieso ESA Projekte wo der deutsche Anteil sehr hoch ist. In wie weit ein deutscher Mondorbiter als Leistungsnachweis taugt, darüber kann man streiten.
Wichtiger ist der europäische Mondlander MoonNext, nachdem die dadurch gewonnene Technologie auf andere Ziele übertragbar ist, wie Merkur oder die Jupitermonde.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 03. April 2011, 15:13:37
Die Frage ist auch, was man möchte: Konzentration auf Einzelleistungen oder Erreichen von Zielen in vielen (wissenschaftlichen) Bereichen.
Für das Ersteres wäre unser gesamtes Raumfahrtbudget (> 1 Mrd Euro) durchaus potent. Kleinere Raumfahrtnationen machen das so. Gleichzeitig würden dann aber viele Bereiche außen vor bleiben, in denen unserer Wissenschaft und Industrie dann kein Knowhow entwickeln könnten. Wenn man (beispielhaft) neben Erdbeobachtung eben auch den Mars begutachten möchte, einen Kometen besuchen möchte, auf Saturns Titan landen möchte ... dann bleibt nur der Weg in die internationale Kooperation, und das dann auch mit dem deutlichen Schwerpunkt im Budget.

(Sonst besteht eine Raumfahrtstrategie nur aus Launcher-Aspekten ... wie in Frankreich. ;))
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 03. April 2011, 17:59:45
(Sonst besteht eine Raumfahrtstrategie nur aus Launcher-Aspekten ... wie in Frankreich. ;))

Eine Rakete ohne Nutzlast also. ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: -eumel- am 04. April 2011, 01:36:27
Eine Rakete ohne Nutzlast also. ;)

Könnte man immerhin als Dienstleistung verkaufen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 04. April 2011, 05:56:20
Noch ein Punkt: alles bemannte ist, wenn überhaupt, nur im kooperativen Rahmen möglich.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: T.D.K. am 04. April 2011, 08:27:20
Wie national ist Raumfahrt den?
Ist doch normal das auf Sonden einer Nation,
Experimente auch von anderen Nationen mitfliegen.
Missionen wo eine Nation alles stellt bilden doch
eher die Ausnahme.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Ruhri am 04. April 2011, 12:25:08
Tja, ein kleines Gedankenexperiment: Man stelle sich einen raumfahrtbegeisterten Deutschland-Hasser vor, der die von allem deutschen freie Raumfahrt fordert und sich innerlich von allen Missionen distanziert, an denen deutscher Einfluss feststellbar ist. Was bliebe diesem Menschen noch? Ich denke, es wäre sehr, sehr wenig, und praktisch nichts interessantes mehr.

Positiver formuliert: Deutschland hat in sehr vielen Missionen die Finger mit drin.  :)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: runner02 am 04. April 2011, 15:08:14
Eine Rakete ohne Nutzlast also. ;)

Könnte man immerhin als Dienstleistung verkaufen.

Wenn es sich denn auszahlt... Und man nicht subventionieren muss, damit der Träger bleibt....
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: -eumel- am 05. Mai 2011, 02:43:56
Diese Umfrage ist beendet:
Umfrage des Monats April 2011:

Soll die deutsche Raumfahrtpolitik ihren Schwerpunkt europäisch oder national legen?

37 Stimmen wurden abgegeben:

a) europäisch  26 Stimmen (70,3%)
b) national  11 Stimmen (29,7%)

Kann Deutschland nationale Raumfahrt betreiben?
Wir haben zwar weder einen eigenen Träger noch Startplatz und das wäre auch nicht sinnvoll.
Aber den Start als Leistung kann man einkaufen, bzw. in Auftrag geben.
Das Wichtigste wäre die Mission: Planung, Koordination, Finanzierung, Erstellung von Hardware und Software, Missionskontrolle, Auswertung.
Deutschland könnte sehr wohl z.B. eine unbemannte Mondmission durchführen und dabei seine Leistungsfähigkeit demonstrieren.
Das wäre gut für die deutsche Industrie und Forschung.
Die eingesetzten Gelder würden dabei im Land bleiben.
Was dabei entwickelt wird, könnte man später als Dienstleistung verkaufen.
Deutschland als Raumfahrtnation würde davon profitieren.

Multinationale Projekte scheitern oft an Planung, Koordination und Finanzierung.
Jedes Land will die Aufträge für die eigene Industrie sichern, die anderen sollen bezahlen.
Das bremst Projekte (wie Galileo) oder macht sie gar unmöglich, weil immer die anderen ein Mitspracherecht haben.
Wer soll Entscheidungsträger sein? Fachlich die ESA, aber auch die EU will zunehmend mitbestimmen.
Größere Projekte sind freilich nur international möglich. Aber solange nichts derartiges in Sicht ist?...

Fazit:
Wie erwartet gibt es hier eine Mehrheit für europäische Ausrichtung.
Aber eine nationale Ausrichtung von Raumfahrt-Projekten können sich immerhin 30% vorstellen.
International kann sich Deutschland vielfältiger beteiligen und aufwändige Projekte, wie bemannte Raumfahrt, sind wohl nur in internationalem Rahmen möglich.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 27. Juli 2011, 00:22:20
Auch die Bundesregierung macht sich Gedanken über das deutsche Raumfahrt-Budget 2012.

Ich würde sagen, "business as usual"

Zitat
Auch die Raumfahrt bleibt unverändert ein wichtiger Schwerpunkt im Haushalt des BMWi. Zusammen mit der Grundfinanzierung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) (einschließlich der Forschungsfelder Luftfahrt, Energie und Verkehr) stehen 2012 über 1,20 Mrd. Euro zur Verfügung. Die Grundfinanzierung des DLR wird entsprechend dem Pakt für Forschung und Innovation mit jährlichen 5 Prozent gesteigert. Für das nationale Weltraumprogramm sind für 2012 rund 270 Mio. Euro veranschlagt (2011: 242 Mio. Euro). Die Mittel für die internationale Zusammenarbeit im Rahmen der Europäischen Weltraumorganisation ESA werden 2012 nochmals gesteigert (619 Mio. Euro ggü. 611 Mio. Euro in 2011).
Quelle (http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Presse/pressemitteilungen,did=422586.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 04. September 2011, 16:01:28
Die Bundesregierung beantwortete eine kleine Anfrage der SPD zur Umsetzung der Wirtschafts- und Technologiepolitik, in der in der Frage Nr. 38 auch Raumfahrt vorkam (Quelle (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/068/1706814.pdf)) und gibt sich darin sehr zufrieden:
Zitat
38. Was gedenkt die Bundesregierung zu unternehmen – Deutschland ist in wichtigen internationalen Spitzenfunktionen der Raumfahrt nicht mehr personell vertreten –, um Deutschlands Position insoweit zu stärken?

Entgegen der in der Fragestellung getroffenen Aussage ist Deutschland in internationalen Spitzenpositionen der Raumfahrt gut vertreten. Im zehnköpfigen ESA-Direktorium der Europäischen Weltraumorganisation
ESA hat Deutschland drei umfassende und für Deutschland thematisch bedeutende Direktorenposten inne (Erdbeobachtung, Bemannte Raumfahrt und Betrieb sowie Personal, Standortverwaltung und Informatik).
Auf der Managementebene ist Deutschland mit elf der 55 Abteilungsleiterposten besser vertreten als jedes andere ESA-Mitglied.
Auch in der für die Raumfahrt zuständigen Generaldirektion „Unternehmen und Industrie“ der europäischen Kommission finden sich Deutsche in verantwortlicher Position (beispielsweise stellvertretender Generaldiektor, Referatsleiter).
Vielleicht hätte man einen Kommentar der Deutschen Wirtschaftszeitung (http://www.deutsche-wirtschaftszeitung.de/cms/index.php?option=com_content&view=article&id=528:meinung-euphemismen-beginnen-mit-e-wie-esa&catid=114:kommentar&Itemid=305) vom März lesen sollen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 04. September 2011, 17:24:06
Danke für den Link zur Wirtschaftszeitung, tomtom. ;)

Aber zur amerikanischen Politik sollte man sich vielleicht etwas mehr zurückhalten:
http://www.deutsche-wirtschaftszeitung.de/cms/index.php?option=com_content&view=article&id=583:nasa-druck-schafft-risikofreude&catid=97:aus-den-institutionen&Itemid=304 (http://www.deutsche-wirtschaftszeitung.de/cms/index.php?option=com_content&view=article&id=583:nasa-druck-schafft-risikofreude&catid=97:aus-den-institutionen&Itemid=304)

Zitat
SpaceX, das private Raumtransportunternehmen, das unter anderem bereits mit seinem der Ariane 5 verblüffend ähnlichen Schwerlaster Falcon 9 für Furore sorgte[...]
Falcon 9 und Ariane 5 sind "ähnlich"? ::)

Zitat
Denn die Genehmigung zum Andocken an der ISS für eine Kapsel, die bisher nur einen ersten Demonstrationsflug absolviert hat auf einer Rakete, die noch überhaupt keine Zuverlässigkeitsraten besitzt, wäre noch vor einem Jahr unvorstellbar gewesen.
Was hat die Andockerlaubnis der Kapsel mit Zuverlässigkeit der Rakete zu tun? ::) Da geht es wohl eher um die Zuverlässigkeit der Kapsel. Abgesehen davon ist die Aussage Unsinn. Die NASA will das Risiko bei Orbital und SpaceX z.B. durch das Einfügen zusätzlicher COTS-Meilensteine senken. Von Erhöhen kann keine Rede sein. Die Zusammenlegung von COTS2 &3 wurde auch nur nach intensiver Untersuchung genehmigt. Das Orbital beim ersten Flug von Cygnus, dem zweiten Taurus II Start ebenfalls zur ISS fliegt, bleibt ebenfalls unerwähnt. Bei Orbital wurde sogar extra ein Testflug eingefügt, der vorher so nicht geplant war.

Die restlichen Aussagen sind ebenfalls höchst zweifelhaft. :o
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Ruhri am 04. September 2011, 18:06:39
In der Tat! Die Proton wird für die Versorgung der ISS eingesetzt? Von Japan besteht keine "Abhängigkeit" bzw. Japan ist an der Versorgung überhaupt nicht beteiligt?

Das ist ein Artikel der Güteklasse "Vor dem Druck verbrennen".  ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 04. September 2011, 19:26:32
Was hat das jetzt noch mit dem Topic zu tun ?

Postet das doch bitte unter falsche Pressemeldungen !
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tul am 05. September 2011, 18:51:48
Ich würde vorschlagen, dass sich Deutschland an Japan orientiert. Die Idee wäre einen weitestgehenden Standardbus für einen 50 Kilo schweren Satelliten zu entwickeln, und den dann direkt an die Universitäten weiterzugeben. Der Bauaufwand sollte dann bei ungefähr 5 Millionen Euro pro Satellit liegen. Die Bauzeit bei 2 Jahren. So könnten die entsprechenden Unis über ihre eigenen kleinen Forschungssatelliten verfügen. Was den Start angeht kenne ich DLRs Pläne nicht. Aber ich gehe mal davon aus, dass die die Kapazitäten der entsprechenden Raketen zumeist nicht vollständig ausnutzen. Eine Mitnahme ohne allzu großen Aufwand wäre möglich. Ziel könnte es sein in 5 Jahren 5 50 Kilo Satelliten zu starten. Mit ein bisschen guten Willen wäre das zu finanzieren.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Sarja am 08. September 2011, 11:41:27
Gute Idee ,dann könnte man somit auch ein wenig an Gelder sparen,und die
kapatzität der Raketen Richtig ausnutzen.Wenn ich es richtig verstanden habe.
Könnte man auch die gesparten Gelder in andere Projeckte investieren,ginge das?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 10. November 2011, 16:43:12
Deutschland übernimmt nun doch die 7,5% EADS-Anteile von Daimler für 1,3 Mrd €.

Die FDP wollte lieber ein privatwirtschaftliche Lösung, fand aber keine. Die operative Geschäftsführung bleibt bei Daimler, aber in dem Maße wie sich Frankreich engagiert, wird sich wohl auch die Bundesregierung einmischen müssen.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/deutschland-steigt-mit-1-3-milliarden-euro-bei-eads-ein/5817510.html (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/deutschland-steigt-mit-1-3-milliarden-euro-bei-eads-ein/5817510.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 12. November 2011, 14:33:18
Die Fraktion DIE LINKE richtet eine sogenannte "kleine Anfrage" an die Bundesregierung über die Kapazitäten zur deutschen Satellitenaufklärung und ihre Nutzung in internationalen Polizei- und Militärmissionen.

In einem umfangreichen Fragenkatalog werden darin die GMES-Dienste hinterfragt, die Rolle der Satellitenaufklärung im Lybieneinsatz der NATO und die industrielle/kommerzielle Nutzung von Daten im militärischen Bereich und durch diverse Organisationen.

Ein bisschen mehr Klarheit wäre hier sicher wünschenswert.
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/073/1707392.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/073/1707392.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 24. November 2011, 22:57:36
Auf einer Fachtagung der SPD erläutert DLR-Chef Wörner die deutschen Prioritäten für die nächste ESA-Ministerratstagung 2012:
- Galileo & GMES
- die Rolle Deutschlands in der Erdbeobachtung
- post-ATV Phase
- EDRS
- Weiterentwicklung von Ariane 5

Jetzt frage ich mich, was mit der ISS, dem Mond-Lander, der Mars-Exploration und anderen Zukunftsplänen passieren wird.
http://www.dlr.de/pw/Portaldata/68/Resources/dokumente/BerlinBulletin_032011.pdf (http://www.dlr.de/pw/Portaldata/68/Resources/dokumente/BerlinBulletin_032011.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 02. Februar 2012, 17:47:48
Die Bundesregierung will verstärkt mit China zusammenarbeiten.

Peter Hintze, Raumfahrtbeauftragte der Bundesregierung, lob Chinas Raumfahrtambitionen:
"Die Chinesen haben große Ambitionen und verfügen über so riesige Mittel, dass wir in Bereichen wie der bemannten Raumfahrt gar nicht mithalten können."

http://de.nachrichten.yahoo.com/berlin-will-raumfahrt-st%C3%A4rker-china-kooperieren-104131653.html (http://de.nachrichten.yahoo.com/berlin-will-raumfahrt-st%C3%A4rker-china-kooperieren-104131653.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 02. Februar 2012, 17:59:16
Gute Nachrichten, von China kann Europa bei bemannter Raumfahrttechnik noch was lernen. :)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: runner02 am 02. Februar 2012, 18:09:01
Zitat
dass wir in Bereichen wie der bemannten Raumfahrt gar nicht mithalten können.

(Wenn das überhaupt gewünscht wäre , da mitzumischen, z.B pan-europäisch mit ARV... )
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 02. Februar 2012, 18:17:40
Dem Bericht nach scheint man aber nicht an bemannte Raumfahrt zu denken, sondern um eine evtl. Zusammenarbeit im Bereich der Mondforschung.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Ruhri am 02. Februar 2012, 23:15:17
Gute Nachrichten, von China kann Europa bei bemannter Raumfahrttechnik noch was lernen. :)

Möglich - umgekehrt gilt es aber ganz bestimmt...  ::)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 02. Februar 2012, 23:36:17
Möglich?? Ganz sicher!

Und jetzt erklär doch mal, was die Chinesen großes von Europa bei der bemannte Raumfahrt unbedingt lernen wollen? Die können da doch schon mehr als Europa.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Kryo am 03. Februar 2012, 09:03:08
naja wir haben einige erfahrenere Astronauten. Das ist vermutlich der größte Vorteil.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 03. Februar 2012, 09:22:02
Nur weil wir kein eigenes Raumschiff haben, heißt das nicht, dass wir nichts wissen.
Nur weil die Chinesen ein eigenes Raumschiff haben, heißt das nicht, dass sie schon alles wissen.

Und etwas Butter bei die Fische: Training, Ernährung, Gesundheit, Management internationaler Kooperation und Partnerschaften, Vorbereitung und Nachbereitung von Langzeitmissionen ... die eine oder andere Lesson Learned werden wir schon haben.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Voyager_VI am 03. Februar 2012, 11:30:22
Die Frage ist, ob die Chinesen an der zum Teil über mehrere Jahrzente erfolgten Forschung Interesse haben?

Eine Leistung könnte Europa bzw. Deutschland in Kooperation mit anderen europäischen Raumfahrtagenturen erbringen, an der noch die Russen und auch China einen Mangel haben - wissenschaftliche Labore für Raumstationen.

Da denke ich nicht nur an Columbus. Einen modernisierten ATV (es wird ja leider nur 5 Stück geben) könnte man jederzeit auch mit wissenschaftlichen Laboreinrichtungen ausstatten und an eine Raumstation koppeln. Bei den Potentialen des ATV könnte dieses Labor auch nach der Bestückung mit Experimenten zeitweilig unbemannt fliegen und wieder zur Raumstation zurück kehren.

Noch haben wir diesen Vorsprung und die nötigen Bodeneinrichtungen für den Betrieb dieses Labors.

Vielleicht gibt es noch weitere Ideen?  ;)

Gruß Ingo
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 03. Februar 2012, 16:19:15
Hier nochmal der Spiegelartikel, leider nur in englisch:
http://www.spiegel.de/international/0,1518,812273,00.html (http://www.spiegel.de/international/0,1518,812273,00.html)

Thomas Reiter zeigte sich nach einem Besuch in China sehr beeindruckt. Aus seiner Sicht ist China sehr an Kooperation interessiert und es finden bald 3 Workshops dazu statt. "Ziel sei, in den nächsten 10 Jahren, dass ein chinesisches Raumschiff an der ISS ankoppelt oder das ein europäisches Raumschiff an der chinesischen Station andockt."

Das Verhältnis zu den USA wird auch thematisiert, ebenso der Aspekt des Technologietransfers.

Klaus-Peter Willsch (CDU) kommt auch zu Wort, der die Wettbewerbsfähigkeit der Ariane im Vergleich zu billigen Start von China thematisiert. Er unterstützt mehr Investitionen in die Ariane.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 03. Februar 2012, 16:48:58
"Ziel sei, in den nächsten 10 Jahren, dass ein chinesisches Raumschiff an der ISS ankoppelt oder das ein europäisches Raumschiff an der chinesischen Station andockt."

Ersteres scheitert an den USA, letzteres wenn dann nur unbemannt.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Ruhri am 03. Februar 2012, 23:39:58
Mag sein, mag aber auch nicht sein. Manche Äußerungen aus den USA hören sich auch anders an. Und ein europäisches Raumschiff innerhalb von 10 Jahren? Tja, das müssten wir dann erst einmal bauen. Wie schnell könnte man wohl ein ATV 2.0 an den Start bringen?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 03. Februar 2012, 23:51:07
Ein europäisches Raumschiff, das an eine chinesische Raumstation dockt, muss auch garantiert ITAR-frei sein, also keine US-Teile. Das dürfte auch schwierig aber nicht unmöglich sein.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Ruhri am 04. Februar 2012, 00:10:07
Was gab es denn beispielsweise amerikanisches am ATV, abgesehen von den Triebwerken?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 04. Februar 2012, 07:58:43
Ich tippe mal auf Elektronikkomponenten.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: jakda am 04. Februar 2012, 10:08:52
"Ziel sei, in den nächsten 10 Jahren, dass ein chinesisches Raumschiff an der ISS ankoppelt oder das ein europäisches Raumschiff an der chinesischen Station andockt."

Ersteres scheitert an den USA, letzteres wenn dann nur unbemannt.

zu "Ersteres":
in 10 Jahren bei der ISS-Nachfolgestation wird wahrscheinlich keiner mehr die USA fragen...
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: pulsar am 04. Februar 2012, 12:35:02
"Ziel sei, in den nächsten 10 Jahren, dass ein chinesisches Raumschiff an der ISS ankoppelt oder das ein europäisches Raumschiff an der chinesischen Station andockt."

Ersteres scheitert an den USA, letzteres wenn dann nur unbemannt.

zu "Ersteres":
in 10 Jahren bei der ISS-Nachfolgestation wird wahrscheinlich keiner mehr die USA fragen...

In 10 Jahren wird es keinen ISS-Nachfolgestation geben.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: runner02 am 04. Februar 2012, 13:45:02
Ich tippe mal auf Elektronikkomponenten.

Guter Tipp.

Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass die meisten Chips von Intel kommen....

Zitat
Ein europäisches Raumschiff, das an eine chinesische Raumstation dockt, muss auch garantiert ITAR-frei sein, also keine US-Teile. Das dürfte auch schwierig aber nicht unmöglich sein.
Wieso das?
Zu 100% nicht-amerikanisch oder zu >50%? Ersteres wird schwer.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: websquid am 04. Februar 2012, 14:22:34
@runner02: 100% nicht-amerikanisch. Machbar ist es, bietet nicht zum Beispiel Thales ITAR-freie Komsats an?

@pulsar: es wird einen Nachfolger geben... nur wie national oder international ist die Frage
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: sf4ever am 04. Februar 2012, 14:27:43
es wird einen Nachfolger geben...

Das wird aber wohl die chinesische Raumstation sein...
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: jakda am 04. Februar 2012, 15:43:06
es wird einen Nachfolger geben...

Das wird aber wohl die chinesische Raumstation sein...

Wenn nach 2020 eine Weiterbetrieb  der ISS nicht mehr vereinbart wird, koppeln die Russen ihre,
dann noch sehr "jungen" Sektionen ab und betreiben sie als eigenständige Station weiter...
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: pulsar am 04. Februar 2012, 23:08:29
Genau das meine ich... wenn es nicht international ist, ist es eigentlich keine ISS-Nachfolger.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: runner02 am 05. Februar 2012, 10:22:30
es wird einen Nachfolger geben...

Das wird aber wohl die chinesische Raumstation sein...

Wenn nach 2020 eine Weiterbetrieb  der ISS nicht mehr vereinbart wird, koppeln die Russen ihre,
dann noch sehr "jungen" Sektionen ab und betreiben sie als eigenständige Station weiter...

Können die Amis den Russsen nicht die Module einfach lassen, statt sie zu versenken?
Ich meine, diese Mentalität, wenn wir sie nicht nutzen, dann nutzt sie auch kein anderer -> verglühen   finde ich nicht so toll.
Sicher ist es ihr gutes Recht, aber wenn ich etwas nicht mehr brauche, dann freue ich mich, es jemandem zu geben, der es brauchen kann.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 05. Februar 2012, 10:56:19
Der ISS-Nachfolger dürfte nicht viel mit der deutschen Raumfahrtpolitik zu tun haben. Könnte bitte jemand die Posts zur ISS 2.0 in einen andere Thread verschieben?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Ruhri am 05. Februar 2012, 12:13:59
Wenn nach 2020 eine Weiterbetrieb  der ISS nicht mehr vereinbart wird, koppeln die Russen ihre,
dann noch sehr "jungen" Sektionen ab und betreiben sie als eigenständige Station weiter...

Können die Amis den Russsen nicht die Module einfach lassen, statt sie zu versenken?
Ich meine, diese Mentalität, wenn wir sie nicht nutzen, dann nutzt sie auch kein anderer -> verglühen   finde ich nicht so toll.
Sicher ist es ihr gutes Recht, aber wenn ich etwas nicht mehr brauche, dann freue ich mich, es jemandem zu geben, der es brauchen kann.

Leider ist da wieder einmal dein überbordender Optimismus mit dir durchgegangen, runner02.  :(

Hast du es nicht gelesen? In diesem möglichen Szenario würden die Russen ihre "jungen" Sektionen abkoppeln und als eigenständige Station weiter betreiben. Umgekehrt zu deiner Forderung würden sie also den Amerikanern, zuständig für die ordnungsgemäße Versenkung, ihre Alt-Module überlassen - in erster Linie wären das also Swesda und Sarja. (Pirs wird vermutlich schon vorher per Progress versenkt werden.)

Raumstationsmodule sind eben bei aller Pflege nicht unbegrenzt verwendbar, und deshalb haben die Russen ja auch alle ihre bisherigen Stationen versenkt, die Mir eingeschlossen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 17. Februar 2012, 13:19:55
Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS beabsichtigt, seinen Firmensitz nach Toulouse zu verlagern. Formal hat er seinen Sitz in den Niederlanden, faktisch jedoch bisher in Paris und Ottobrunn. Die Führung von EADS und Airbus würde dann also in Toulouse konzentriert werden.

EADS ist natürlich mit Airbus in erster Linie ein Luftfahrtkonzern, aber es ist vor allem auch eine industriepolitische Entscheidung, zumal die Bundesregierung vom bisherigen Eigentümer Daimler gedrängt wird, dessen Beteiligung in Höhe von ca. 3,2 Mrd € zu übernehmen.

Bayerns Ministerpräsident Seehofer lieferte sich schon einen öffentlichen Schlagabtausch mit dem neuen EADS-Chef Tom Enders. Luft- und Raumfahrtkoordinator Peter Hintze erklärte, das es Ziel der Bundesregierung ist, das Deutschland die Systemfähigkeit behält, das "komplette Flugzeug zu bauen".

http://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/eads-hintze-firmensitz-bleibt-in-ottobrunn/6216884.html (http://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/eads-hintze-firmensitz-bleibt-in-ottobrunn/6216884.html)
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/verlagerung-der-zentrale-eads-sieht-staatskrise-in-bayern-1.1285272 (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/verlagerung-der-zentrale-eads-sieht-staatskrise-in-bayern-1.1285272)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: fl67 am 22. Februar 2012, 21:03:17
Ich zitiere hier mal einen Beitrag von der Raumfahrt-Concret-Webseite (http://www.raumfahrt-concret.de/cms/front_content.php (http://www.raumfahrt-concret.de/cms/front_content.php)):

Zitat
Seit einigen Tagen der existiert im Internet der Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin (https://www.dialog-ueber-deutschland.de (https://www.dialog-ueber-deutschland.de)), bei dem man Vorschläge abgeben kann, welche Projekte die Bundesregierung angehen sollte, welche Themen für die Zukunft Deutschlands wichtig sind. Ich habe nun in diesem Zusammenhang einfach mal die Idee einer unbemannten deutschen Mondmission dort eingestellt:

https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/20-Vorschlaege/20-Wovon-Leben/Einzelansicht/vorschlaege_einzelansicht_node.html?cms_idIdea=4921
 (https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/20-Vorschlaege/20-Wovon-Leben/Einzelansicht/vorschlaege_einzelansicht_node.html?cms_idIdea=4921)
Sie sehen, daß dieser Vorschlag leider bislang recht wenig Zuspruch findet. Ich könnte mir aber vorstellen, daß ein solches Projekt, das ja schon mehrfach diskutiert und dann doch immer wieder verworfen wurde, durchaus in Ihrem Sinne wäre.Ich möchte daher auf diesem Wege schlicht und ergreifend um Ihre Stimmen werben (Anonyme Abstimmung) und vielleicht auch um eine Verbreitung in Ihren Netzwerken. Mir scheint der Zukunftsdialog eine einfache und wirksame Möglichkeit zu sein, der Regierung und der breiten Öffentlichkeit zu zeigen, daß Raumfahrt für viele Menschen in Deutschland ein nach wie vor wichtiges Thema ist und man entsprechend eine breite Unterstützung in der Bevölkerung für entsprechende Projekte gewinnen kann.

Vielen Dank, mit besten Grüßen

Peter Heller

Also, dort könnt ihr diesen Vorschlag kommentieren und/oder für ihn abstimmen.
Und natürlich eigene Vorschläge einstellen !


Frank
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 23. Februar 2012, 18:25:17
das ist ja sicher eine lobenswerte Initiative, nur sehe ich da doch noch einen Gap (Lücke) zwischen der Fragestellung und dem Vorschlag. Diese Lücke sehe ich auch nicht im technisch-wissenschaftlichen Bereich, sondern eher im politischen. Das Projekt ist ja schon mehrmals thematisiert worden, ohne das es bisher zu einer positiven Entscheidung gekommen ist.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 23. Februar 2012, 18:48:54
Tja,

das wird absehbar wohl nichts ...

Deutschland setzt zurzeit auf einen europäischen Moon-Lander als ESA-Projekt. Die individuelle deutsche Mondmission LEO ist tot. Sie war zu aufwändig, zu teuer. In den kommenden Jahren ist das deutsche Raumfahrtbudget durch mehrere große nationale Missionen ausreichend belastet ... und die Industrie selbst auch.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 23. Februar 2012, 18:54:24
welche große, deutsche Missionen meinst du jetzt?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 23. Februar 2012, 18:55:32
Heinrich Hertz, EnMAP, DEOS, Merlin. Die laufen teilweise sehr parallel, d.h. die teuren und risikoreichen Phasen der Projekte kommen zeitlich sehr nahe/parallel/gestaffelt und wollen gemeistert werden.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 18. April 2012, 23:42:03
Der BDLI vermeldet positive wirtschaftliche Verbandsnachrichten über 2011.
Vor allem die Beschäftigungszahl in der deutschen Raumfahrt ist um unglaubliche 12,2 % gestiegen.
Zitat
Das Branchensegment Raumfahrt war 2011 wie bereits im Vorjahr als innovative Hochtechnologiebranche und Wachstumsmotor auf Erfolgskurs. Der Umsatz dieses Industriesegments konnte um 3,7 % auf rund 2,2 Mrd. Euro gesteigert werden (Vorjahr: 2,1 Mrd. Euro) und entspricht damit 8,4 % des Branchenumsatzes. Der Beschäftigtenzuwachs fiel mit plus 12,2 % überdurchschnittlich aus. Insgesamt waren 2011 rund 7.500 Menschen in der Raumfahrtindustrie beschäftigt (Vorjahr: 6.700).

Zentrale Programme der Industrie wie ATV oder Ariane 5 sowie wichtige Satellitenprogramme liefen planmäßig, Galileo wurde erfolgreich gestartet. Die industrielle Auslastung der Systemhäuser und der Raumfahrtzulieferer in Deutschland war 2011 sehr gut. Die vom BDLI initiierte, deutsche Raumfahrtstrategie und die solide Haushaltslage in der Raumfahrt stellten wichtige Grundlagen dafür dar, 2012 die programmatische Umsetzung der deutschen Raumfahrtstrategie zu forcieren.

HERAUSFORDERUNGEN UND HANDLUNGSFELDER RAUMFAHRT

Langfristig gilt es, die führende Rolle Deutschlands in der europäischen Raumfahrt weiter auszubauen. Die Bundesregierung hat hierfür mit der High-Tech Strategie in den letzten Jahren wesentliche Grundlagen geschaffen. Im Rahmen der ESA-Ministerratskonferenz im Herbst dieses Jahres entscheiden die 19 ESA-Mitgliedsstaaten über die Zukunft der europäischen Raumfahrt. Wichtig aus deutscher Sicht sind die Weiterentwicklung der erfolgreichen europäischen Trägerrakete Ariane 5, die erfolgreiche Nutzung der Internationalen Raumstation, eine europäische, zunächst robotische Mission unter deutscher Führung zum Mond, Entwicklung und Bau neuer europäischer Wettersatelliten (ebenfalls unter deutscher Führung) sowie die Weiterentwicklung modernster satellitengestützter Telekommunikationstechnologien.

Enders sagte: „Schließlich müssen die europäischen Flaggschiffprogramme Galileo und GMES gemeinsam mit der EU zum Erfolg geführt werden. Ein eigenständiger europäischer Zugang zum Weltraum mit der Ariane 5 bleibt eine wichtige Aufgabe für die europäische Politik.“
Quelle BDLI (http://www.bdli.de/index.php?option=com_content&view=bdliarticle&layout=press&id=2696&Itemid=16)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 18. April 2012, 23:59:33
Zitat
Die vom BDLI initiierte, deutsche Raumfahrtstrategie
Ach, die kommt vom BDLI? :o
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 26. April 2012, 23:27:55
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/092/1709261.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/092/1709261.pdf)

Wenn ich mir so den aktuellen Bericht zur Hightech-Strategie der Bundesregierung durchlese, kommt in mir der starke Verdacht auf, dass wir schon längst von Rot-Grün regiert werden !
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 26. April 2012, 23:32:36
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/092/1709261.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/092/1709261.pdf)

Wenn ich mir so den aktuellen Bericht zur Hightech-Strategie der Bundesregierung durchlese, kommt in mir der starke Verdacht auf, dass wir schon längst von Rot-Grün regiert werden !

Alternativlose Politik halt... :o
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 27. April 2012, 08:57:24
Hammm ??? ...

Was stört euch daran? Es gibt Herausforderungen, auf die die Gesellschaft antworten muss. Stellt ihr die Ziele/Fragen/Herausforderungen in dem Papier in Frage? Wenn ja, dann qualifiziert das doch.

Für die Raumfahrt gilt es ihren Anteil an der Antwort zu formulieren ... und erst so ergibt sich überhaupt ein Bezug zum Thema Raumfahrtpolitik.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 27. April 2012, 12:42:19
Ja, gesellschaftliche Ziele und Hightech sind natürlich übergeordnet und deswegen habe ich meinen Beitrag bewusst kurz gehalten. Aber ich kann es gerne erklären.

In Ordnung ist erstmal, dass die Politik gesellschaftliche Ziele/Fragen/Herausforderungen identifiziert:
1) ökologische Stadt; 2) nachwachsende Rohstoffe, 3) Umbau der Energieversorgung, 4) Krankheiten, 5) Gesundheit/Ernährung, 6) Alter, 7) Mobilität, 8. Internet für die Wirtschaft, 9) Industrie, 10) sichere Identitäten

Die ersten drei sind schonmal ökologisch orientiert, sind ja auch nicht falsch / wer ist schon dagegen, nur aus konservativer Sicht und um es einfach zu sagen, ich hätte die 10 Prioritäten einfach umgekehrt aufgelistet.

Im zweiten Schritt geht es um den Beitrag, den Hochtechnolgie zur Erreichung der Ziele leisten kann/soll. Unter "Zukunftsprojekte" stelle ich mir dann schon was konkretes vor.
zu 1) heißt es: eine Fülle von Modernisierungsmaßnahmen Bau/Wohnen, die mit 560 Mio € gefördert werden.
zu 2) heißt es: Bioraffenerien und Bioenergie, die mit 570 Mio € gefördert werden
zu 3) heißt es, mehr Wind, weniger Kernenergie, für 3,7 Mrd €
zu 4) heißt es; Individualisierte Medizin/Gesundheitsforschung, für 370 Mio €
zu 5) heißt es, Forschung Prävention/Ernährung, für 90 Mio €
zu 6) Alter, heißt es, Forschung für 305 Mio €
zu 7) Mobilität, die deutsche Domäne, heißt es: Klimaneutrale Mobilität, Elektroantrieb, Konjunkturprogramm II, effektive Logistik, für 2,19 Mrd €
zu 8) Internet heißt es, Cloud und Internet, gefördert mit 300 Mio €
zu 9) Industrie 4.0, für 200 Mio €
zu 10) sichere Identität, für 60 Mio €

Raumfahrt wird in dem Papier benannt, wo es um Ernährung und Erhaltung der Gesundheit geht.
Immerhin, aber zufriedenstellen kann einem das in einer Hightech-Strategie eigentlich nicht.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tul am 27. April 2012, 15:03:28
Heinrich Hertz, EnMAP, DEOS, Merlin. Die laufen teilweise sehr parallel, d.h. die teuren und risikoreichen Phasen der Projekte kommen zeitlich sehr nahe/parallel/gestaffelt und wollen gemeistert werden.

Wie sind eigentlich die Querverbindungen? Kann jemand zwischen den Bereichen Erdbeobachtung, Kommunikation und interplanetare Sonden von der Qualifikation her einfach so wechseln? Oder sind das eher von einander geschlossene Bereiche? 
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: cullyn am 02. Mai 2012, 13:21:26
Wie sind eigentlich die Querverbindungen? Kann jemand zwischen den Bereichen Erdbeobachtung, Kommunikation und interplanetare Sonden von der Qualifikation her einfach so wechseln? Oder sind das eher von einander geschlossene Bereiche?

Das hängt sehr von der Aufgabenstellung ab. In vielen Bereichen ist es doch egal, ob z.B. Erdbeochatung oder Kommunikation.
Ein Spezialist für Optiken wird bei Kommunikation nicht so viele Aufgaben finden, der hilft aber auch nicht bei Radar-Erdbeobachtung.
Den Solarpanels ist es egal, was der Satellit mit dem Strom macht,  da zählt in erster Linie der Abstand zur Sonne und die auf dem Orbit herschende Strahlung.
 
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 29. Juni 2012, 19:34:27
Der Haushaltentwurf des Bundes 2013 wurde beschlossen:
Quelle (http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Presse/pressemitteilungen,did=494376.html)
Zitat
In der Raumfahrt stehen inklusive der Grundfinanzierung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) (einschließlich der Forschungsfelder Luftfahrt, Energie und Verkehr) 2013 über 1,24 Mrd. Euro zur Verfügung. Für das nationale Weltraumprogramm sind für 2013 272 Mio. Euro veranschlagt (2012: 270 Mio. Euro). Die Mittel für die internationale Zusammenarbeit im Rahmen der Europäischen Weltraumorganisation ESA werden 2013 nochmals gesteigert (639 Mio. Euro ggü. 619 Mio. Euro in 2012).
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 07. Oktober 2012, 18:49:18
Das Bundeswirtschaftsministerium veröffentlich in seiner Monatasausgabe "Schlaglichter der Wirtschaftspolitik" einen Artikel über die ECSS (European Cooperation for Space Standardization) und die Standards in der Raumfahrt. Das Erarbeiten von Standards sieht man hier als förderlich für die Wirtschaft an und das Beispiel aus dem Bereich der Raumfahrt verspricht eine interessante Lektüre (zumal einer der Autoren hier im Forum gut bekannt ist).
http://www.bmwi.de/Dateien/BMWi/PDF/Monatsbericht/schlaglichter-der-wirtschaftspolitik-10-2012,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf (http://www.bmwi.de/Dateien/BMWi/PDF/Monatsbericht/schlaglichter-der-wirtschaftspolitik-10-2012,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf)

Da nun heute aber auch Tag der Commercials ist (SpaceX will ja zur ISS starten), hab ich auch in die Wirtschaftswoche geschaut (die sind weniger Raumfahrt aber sehr commercial-Affine) und einen Artikel über die Part Time Scientists gefunden.

Der Artikel berichtet, dass man auf der Suche nach Investoren ist. Wenn man einen findet, würde das DLR auch unterstützen. (der Lunar XPrize verlangt überwiegend private Finanzierung.) Es heißt aber auch, um es billiger zu machen will man neue Wege gehen und die überzogenen Standards der Raumfahrt, zb. in der Elektronik, vermeiden.

Jetzt frag ich mich ja, wie das zusammenpasst.

http://www.wiwo.de/technologie/forschung/private-raumfahrt-sucht-ihren-weg-sponsoren-fuer-den-markt-mit-dem-mond-gesucht/7216230.html (http://www.wiwo.de/technologie/forschung/private-raumfahrt-sucht-ihren-weg-sponsoren-fuer-den-markt-mit-dem-mond-gesucht/7216230.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 25. November 2012, 20:50:03
Ich könnte ja mal eine böse These in den Raum stellen: Deutschland macht Raumfahrt gar nicht so anders, als das was die NASA mit ihren kommerziellen Ideen jetzt "neu" entdeckt ...
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: klausd am 25. November 2012, 21:16:08

Also so lange wie EADS eigentlich fast alles baut, was hoch fliegt, würde ich mich über Gegenargumente dazu wirklich mal freuen.

Gruß, Klaus
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 25. November 2012, 22:12:34
Ich glaube Daniel meint die nationale Raumfahrtpolitik. Zum Beispiel die BW-Satelliten oder DEOS etc.. Da gibt es eine nationale Ausschreibung und da gewinnt dann mal OHB und mal Astrium.

Was du meinst ist sicher die ESA-Politik. ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: klausd am 25. November 2012, 22:22:48
da gewinnt dann mal OHB und mal Astrium.

Genau das meine ich. OHB ist ja schonmal ein guter Schritt, immerhin etwas Konkurrenz. Aber sicher lange nicht vergleichbar mit den Newcomern auf dem US Space Markt.

So eine Situation ist es doch, die man schaffen sollte: http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=8589.msg242170#msg242170 (http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=8589.msg242170#msg242170)

Gruß, Klaus
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 26. November 2012, 07:49:21
Japp, ich meinte wie das sog. Nationale Programm in Deutschland funktioniert. Die Agentur (also das DLR) zieht sich weit weniger Kompetenz ans Land als bspw. NASA oder CNES oder ESA. Stattdessen werden Projekte (von klein bis groß) ausgeschrieben, Firmen und Forschungseinrichtungen bewerben sich darauf und dann wird einer ausgewählt, der es machen darf. Dem Auftragnehmer wird dabei sehr sehr viel Kompotenz zugestanden, quasi die gesamte technische und das Management. Die Agentur konzentriert sich auf Prüfen, Kontrollieren, Nachsteuern und Beraten.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 18. Januar 2013, 22:00:05
Die Bundesregierung hat nun auch eine Luftfahrtstrategie formuliert und die fällt erheblich konkreter aus, als vor einiger Zeit ihre Raumfahrtstrategie. Man scheint doch etwas wach geworden zu sein, dass man die Branche nicht einfach sich selbst überlassen kann, wenn sie nicht nach Frankreich, England oder anderen Ländern abdriften soll.

So wird darin das Ziel formuliert:
"Erhalt und Stärkung der Gesamtsystemfähigkeit in Deutschland für Forschung, Entwicklung und Produktion in allen relevanten Bereichen der Luftfahrtindustrie."

http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/J-L/luftfahrtstrategie-der-bundesregierung,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf (http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/J-L/luftfahrtstrategie-der-bundesregierung,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf)

Vielleicht hat man ja dazugelernt und es kommt auch der Raumfahrt zugute.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 27. Juni 2013, 23:48:00
Bundesregierung beschließt Haushalt 2014

In der Raumfahrt stehen inklusive der Grundfinanzierung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (einschließlich der Forschungsfelder Luftfahrt, Energie und Verkehr) 2014 über 1,25 Mrd. Euro zur Verfügung. Für das nationale Weltraumprogramm sind für 2014 272 Mio. Euro veranschlagt. Die Mittel für die internationale Zusammenarbeit im Rahmen der Europäischen Weltraumorganisation ESA wurden auf 634 Mio. Euro in 2014 festgesetzt.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 05. Oktober 2013, 11:14:27
DLR-Chef Wörner resümiert die Bundestagswahl und die Konsequenzen in seinem Blog. Deutschland sei ein international anerkannter Partner. Die Trägerpolitik wird in den nächsten 14 Monaten von besonderem Interesse sein.

http://www.dlr.de/blogs/DesktopDefault.aspx/tabid-5896/9578_read-664/ (http://www.dlr.de/blogs/DesktopDefault.aspx/tabid-5896/9578_read-664/)

Eine Meinung im Forum Außenpolitik sieht dagegen eher "Deutschlands verpaßte Chancen in der Raumfahrt".  Angeführt wird hier vor allem der Verzicht auf die Mondmission "LEO" und den "Lunar Lander". Kritisiert wird die fehlende Koordination in Sachen Raumfahrt und fordert ein besseres nationales Raumfahrtprogramm.
http://www.real-politik.de/2013/06/odyssee-im-weltraum-deutschlands-verpasste-chancen-in-der-raumfahrt/ (http://www.real-politik.de/2013/06/odyssee-im-weltraum-deutschlands-verpasste-chancen-in-der-raumfahrt/)

Obschon Deutschland als Hochtechnologieland gilt, stellt sich schon die Frage, in welchen Technologien der Raumfahrt man besonders sichtbar sein will. Während die Mondmissionen sang und klanglos beerdigt wurden, wurde das Sat-Projekt SARah des BMVg ebenso ohne große Aufmerksamkeit auf den Weg gebracht. ATV und Columbus waren große sichtbare Programme. Robotik und Raumfahrtmedizin fallen eher bescheiden aus. Wo wird sich die neue Regierung positionieren?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 05. Oktober 2013, 11:18:05
Der Robotik-Schwerpunkt hat bisher für null Resultate gesorgt. Es gibt zwar jetzt die geplante DEOS Mission aber da muss man erstmal abwarten. Resultate produzieren Programme wie SHEFEX, aber das Wort Wiedereintritt wird natürlich in der Raumfahrtstrategie nicht erwähnt.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 05. Oktober 2013, 12:05:10
DLR-Chef Wörner resümiert die Bundestagswahl und die Konsequenzen in seinem Blog. Deutschland sei ein international anerkannter Partner. Die Trägerpolitik wird in den nächsten 14 Monaten von besonderem Interesse sein.

http://www.dlr.de/blogs/DesktopDefault.aspx/tabid-5896/9578_read-664/ (http://www.dlr.de/blogs/DesktopDefault.aspx/tabid-5896/9578_read-664/)

Olala! ;D ;D ;D

Zitat
Von Jan Wörner am 04.10.2013
 Wir glauben, dass die Ariane 5 noch sehr viel Entwicklungspotenzial (bspw. die Ariane 5 ME flyback-booster, vgl. hier) hat und deshalb nicht beendet werden sollte. 

Ich bin auf die ESA Ministerratskonferenz 2014 gespannt! ;D ;D ;D Wieso kommt dieses eigentlich tote Thema jetzt wieder hoch, hat das was mit SpaceX zu tun? Eine Ariane mit Flybackboostern wäre eine Feststofffreie Ariane 5....
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Major Tom am 05. Oktober 2013, 12:24:48
Ich bin auf die ESA Ministerratskonferenz 2014 gespannt! ;D ;D ;D Wieso kommt dieses eigentlich tote Thema jetzt wieder hoch, hat das was mit SpaceX zu tun? Eine Ariane mit Flybackboostern wäre eine Feststofffreie Ariane 5....

Gut so. Weg mit den überdimensionalen Feuerwerkskörpern.  ;D
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Kryo am 05. Oktober 2013, 12:32:52
darf ich auch noch paar smileys posten?

 ;D ;D ;D ;D ;D ;D

hehehe

naja vielleicht tut sich da noch was. Deutschland kann immer noch damit drohen aus der Ariane 6 ganz auszusteigen und nix zu finanzieren xD
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: TWiX am 05. Oktober 2013, 13:48:23
naja vielleicht tut sich da noch was. Deutschland kann immer noch damit drohen aus der Ariane 6 ganz auszusteigen und nix zu finanzieren xD

Das wäre in meinen Augen das allerbeste, was passieren könnte. Man könnte dagegenhalten, indem man sich mit einer "Koalition der Willigen" auf eine Weiterentwicklung der Ariane 5 konzentriert. Vielleicht knicken dann die Franzosen ein, und wenn nicht und sie dann trotzdem ihre Ariane 6 bauen wollen, kann es uns ja egal sein. DAS wär`der Hammer, eine Rakete (fast) komplett made in Germany. Von den Flybackboostern ganz zu schweigen. Blöd nur, dass das niemals genehmigt wird
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 05. Oktober 2013, 14:05:34
Ich denke mit solchen Gebaren kann man nicht auftreten (und auch nicht so drastisch hoffen). Wenn wir aus der Ariane aussteigen, steigen die Franzosen und Italiener aus der ISS-Nutzung aus, die Deutschland stärken möchte. Beide Seiten können quasi "Waffen" aufeinander richten. Es ist nicht so, dass wir "eine Insel" wären.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: GerdW am 05. Oktober 2013, 14:06:57
Deutschland hat doch die jetzige Situation mit verursacht. Auch Deutschland hat die Weiterentwicklung der
Ariane 5 jahrelang nicht voran getrieben, warum nicht? Jetzt wo Frankreich und Italien mit neuen eigenen Plänen kommen (ob die nun gut sind oder nicht) holt Deutschland die alten Pläne für die Ariane 5 ECB wieder raus und verkauft diese als die optimale Lösung. (was sie nach Meinung einiger hier auch nicht sind)
Das sich so die Gegenseite schwer überzeugen lässt ist doch klar. Italien sowieso nicht mehr.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Major Tom am 05. Oktober 2013, 15:34:27
Ich denke mit solchen Gebaren kann man nicht auftreten (und auch nicht so drastisch hoffen). Wenn wir aus der Ariane aussteigen, steigen die Franzosen und Italiener aus der ISS-Nutzung aus, die Deutschland stärken möchte. Beide Seiten können quasi "Waffen" aufeinander richten. Es ist nicht so, dass wir "eine Insel" wären.

Die neue Oberstufe wird für Ariane 5 sowieso gebaut. Der Anteil Deutschlands an der Ariane 6 ist klein, auch der Anteil der Entwicklungskosten. So gesehen macht ein Ausstieg nicht viel Sinn.

Was nun die Finanzierung der ISS angeht, da würde ich eine Zurechtstutzung auf ein gesundes Maß wirklich begrüssen. Die ESA gibt verglichen mit der Nutzung erheblich zuviel Geld für die ISS aus. Die Situation Deutschlands ist sogar noch erheblich dramatischer, denn wir zahlen doppelt so viel, als wir entsprechend unserem ESA Anteil eigentlich müssten. Die USA freuts. Deutschland scheint sich in der Rolle des spendablen Gönners wirklich zu gefallen, scheinbar geht es uns immer noch zu gut.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 20. Oktober 2013, 18:16:37
In Deutschland läuft es auf eine große Koalition von CDU/SPD hinaus und man hat sich auch schon auf eine Technologie- und Raumfahrtpolitik geeinigt.

Laut Koalitionsvereinbarung will man Innovationen fördern und Leuchtturmprojekte wie Galileo und eine Referenzstrecke des Transrapid realisieren.

http://www.cducsu.de/upload/koavertrag0509.pdf (http://www.cducsu.de/upload/koavertrag0509.pdf)

Ok, das war 2005, vor acht Jahren. ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Führerschein am 20. Oktober 2013, 18:40:16

Laut Koalitionsvereinbarung will man Innovationen fördern und Leuchtturmprojekte wie Galileo und eine Referenzstrecke des Transrapid realisieren.

http://www.cducsu.de/upload/koavertrag0509.pdf (http://www.cducsu.de/upload/koavertrag0509.pdf)

Ok, das war 2005, vor acht Jahren. ;)

Mußt du mich so erschrecken?  :o

Ich bin einmal mit dem Transrapid gefahren und das reicht mir.

Aber mal sehen, was diesmal rauskommt. Große Hoffnung habe ich nicht.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 14. November 2013, 14:00:51
Naja, das DLR selbst will/darf/kann gar nichts damit machen. Das Raumfahrtmanagement vergibt eine Förderung aus dem nationalen Budget an OHB. Die Ergebnisse so einer Förderung gehören dem Geförderten. Er muss auch darstellen/nachweisen, wie er die Ergebnisse verwendet. OHB will damit etwas machen ...

Ok, verstehe. Macht mich dann natürlich neugierig, welche Kriterien bei der Auswahl der Förderzusage an OHB eine Rolle spielen.

Im Internet find ich so was wie
"pflichtgemäßes Ermessen".
"FuE-Vorhaben im nationalen deutschen Raumfahrtprogramm, die ein hohes Entwicklungspotenzial und zugleich eine wirtschaftliche Verwertungsperspektive aufweisen."
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 14. November 2013, 14:54:02
Den Einzelfall hier kann ich auch nicht weiter erläutern/begründen. Grundlegend gibt eine typische Zielkaskade:
Raumfahrtstrategie --> Raumfahrtplanung --> spezifische Fachprogramme --> Einzelvorhaben/Projekte.

Um eine öffentlich geförderte sog. Zuwendung zu bekommen, muss der Antragsteller ein erhebliches Bundesinteresse für den Antrag aus der o.a. Zielkaskade darstellen. Für Forschungseinrichtungen werden Vorhaben bis zu 100% gefördert. Für industrielle Vorhaben bis zu 50%. OHB steuert in diesem Fall dann auch Mittel bei. Da das Raumfahrtbudget heute vom Wirtschaftsministerium kommt, müssen Vorhaben relativ anwendungsnah oder nutzernah* sein, zumindest näher als noch unter dem Forschungsministerium.

*gut, das ist dehnbar ...
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 14. November 2013, 18:43:33
Naja, jedenfalls ist es unwahrscheinlich, dass DC für die nächste Phase des CCP ausgewählt wird. Bei dem OHB Interesse kann es also nur um eine grundsätzliche Evaluierung von geflügelten Transportern gehen und dann vielleicht mit einem eigenen Konzept.

Wenn man ernsthaftes Interesse an der ISS Versorgung hätte, würde man mit Orbital, Boeing oder SpaceX reden.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: TWiX am 14. November 2013, 23:24:18
Vielleicht geht es um noch grundsätzlicheres wie Technologietransfer; immerhin wird bei SNC Reentry-Technologie entwickelt, wie man sie auch z.B. bei SHEFEX benötigt. Und ich finde, gegen eine solche Art der Vergabe von Aufträgen nach Übersee gibt es auch nichts einzuwenden.
Was denkt ihr, stecken da auch teilweise bemannte Ambitionen dahinter oder eher unbemannte Deorbit-/ Versorgungsmissionen ?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 13. Dezember 2013, 18:40:21
Sigmar Gabriel wird neuer Wirtschafts- und Energieminister.

Bleibt die Frage, ob Technologie und Raumfahrt dort verbleibt oder zurück ins Forschungsministerium wandert.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-kabinett-grosse-koalition-gabriel-minister-fuer-energiewende-a-938974.html (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-kabinett-grosse-koalition-gabriel-minister-fuer-energiewende-a-938974.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: spacefisch am 18. Dezember 2013, 20:56:51
Raumfahrt ist in deutschland ein Bürokratische Alptraum  ::)
Wen wunderts, jeder will so was haben  ;D
Zumindest ist es aktuell in Verkehr und (digitale) Infrastruktur, Wirtschaft sowie Forschung eingeteilt. Wer da so genau was macht, wird eigentlich kaum klar...
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: McFire am 18. Dezember 2013, 21:09:47
Wer da so genau was macht, wird eigentlich kaum klar...
Du siehst Doch an der Ursula und anderen Beispielen : Jeder von denen kann einfach alles!
Keine Bange - die machen das schon - irgendwie. Nicht immer soviel fragen. Einfach blind vertrauen  ;D
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 18. Dezember 2013, 21:54:08
Brigitte Zypries soll im BMWi als Parlamentarische Staatssekretärin für Internet und Luft-/Raumfahrt zuständig sein.

http://www.brigitte-zypries.de/index.php?nr=24106&menu=1 (http://www.brigitte-zypries.de/index.php?nr=24106&menu=1)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: jakda am 19. Dezember 2013, 08:22:14
Wer da so genau was macht, wird eigentlich kaum klar...
Du siehst Doch an der Ursula und anderen Beispielen : Jeder von denen kann einfach alles!
Keine Bange - die machen das schon - irgendwie. Nicht immer soviel fragen. Einfach blind vertrauen  ;D

Leider hat man in Sachsen-Anhalt das Blindengeld gestrichen...
... sonst wäre das (blinde) Vertrauen in die Regierung noch viel größer.

Ob Ursula den Unterschied zwischen einer SOJUS-Kapsel und einer V2 kennt?
Naja, bei der SOJUS wird sie vielleicht noch assoziieren, dass es was "Böses" aus dem Osten ist...
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 23. Januar 2014, 23:56:28
In Deutschland wird Raumfahrt nicht mehr Technologiepolitik, sondern Industriepolitik.

Wirtschaftsminister Gabriel baut die Organisation um, legt IT- und Technologiepolitik zusammen und den Bereich Luft- und Raumfahrt in die Industriepolitik.

Vorteil oder Nachteil?
Nebenaspekt dabei ist, dass die Industriepolitik in Berlin gemacht wurde, die Technologiepolitik in Bonn. Da ist wohl einiges noch im Fluß.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/wirtschaft-und-energie-gabriel-sortiert-sein-ministerium-12741502.html (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/wirtschaft-und-energie-gabriel-sortiert-sein-ministerium-12741502.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 24. Januar 2014, 00:08:38
Na dann ist die Raumfahrt ja jetzt näher an der "Macht".

Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 24. Januar 2014, 00:51:18
Im Moment scheint das Wirtschaftministerium ja nur noch damit beschäftigt zu sein, das Erneuerbare Energien Gesetz in den Griff zu bekommen.

Dennoch muß das BMWi sich mal drum kümmern, ob Luft- und Raumfahrt in Deutschland noch eine Zukunft hat.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: MX87 am 24. Januar 2014, 01:58:13
Na dann ist die Raumfahrt ja jetzt näher an der "Macht".

... und näher am Rotstift  ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: roger50 am 24. Januar 2014, 02:03:00
N'abend,

"Die Raumfahrt ist für uns alle Neuland"..... ???

Gruß
roger50
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 24. Januar 2014, 06:59:19
Na dann ist die Raumfahrt ja jetzt näher an der "Macht".

... und näher am Rotstift  ;)

Die letzten Jahre waren nicht rot ... eher das Gegenteil. Das Raumfahrtbudget ist wahrscheinlich das größte themenspezifische Förderbudget für Forschung und Technologie im Bundeshaushalt.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 06. März 2014, 20:22:12
Raumfahrtpolitik jetzt beim Kölner Karneval, und zwar die Arianedebatte: ;D
http://www.dlr.de/blogs/de/desktopdefault.aspx/tabid-5896/9578_read-701/ (http://www.dlr.de/blogs/de/desktopdefault.aspx/tabid-5896/9578_read-701/)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 09. März 2014, 23:31:33
Das BMWi hat eine Regelung zur Vergabe von Beihilfen im "Nationalen Programm für Weltraum und Innovation" zum 01.01.14 in Kraft gesetzt.

Gemäß der deutschen Raumfahrtstrategie werden die Anwendungsfelder genannt:

1. Raumfahrtanwendungen
1.1 Erdbeobachtung
1.2. Telekommunikation
1.3. Navigation

2. Weltraumwissenschaft
2.1 Exploartion
2.2 Forschung (ISS)

3. Technologie und Infrastruktur
3.1. Systeme und Robotik
3.2. Raumstation
3.3. Transport
3.4. Weltraumlage

4. Technologietransfer

Unter 2.1 Exploration heißt es:
"Hier handelt es sich hauptsächlich um Grundlagenforschung. Inhaltlich erstreckt sich diese Forschung auf Astronomie und Astrophysik, die Erforschung der Entstehung und Funktionsweise unseres Sonnensystems sowie fundamentaler Gesetze der Physik.
Dafür sind neue Technologien zu entwickeln, die wegen der extremen Anforderungen eine stimulierende Wirkung auf die terrestrische Technologieforschung haben."

unter 3.3 Transport heißt es:
"Das übergeordnete gesamteuropäische Ziel ist der Erhalt des wettbewerbsfähigen und europäisch kontrollierten Zugangs zum Weltraum. Entscheidendes Ziel für eine zukünftige Generation von Raumtransportern ist die deutliche Senkung der Transportkosten mit besonderem Gewicht auf hochbelasteten Strukturen, Steuerungssystemen und Antriebskomponenten"

http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/B/bekanntmachung-der-regelung-zur-vergabe-von-beihilfen-zuwendungen-an-unternehmen-der-gewerblichen-wirtschaft-aus-dem-nationalen-programm-weltraum-und-innovation,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf (http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/B/bekanntmachung-der-regelung-zur-vergabe-von-beihilfen-zuwendungen-an-unternehmen-der-gewerblichen-wirtschaft-aus-dem-nationalen-programm-weltraum-und-innovation,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 11. April 2014, 20:36:51
Frau Zypries würdigt den bevorstehenden Start von Alexander Gerst zur ISS. In der Pressemitteilung heißt es:
http://www.bmwi.de/DE/Presse/pressemitteilungen,did=634704.html (http://www.bmwi.de/DE/Presse/pressemitteilungen,did=634704.html)

"... Die im Zusammenhang mit der Raumfahrt gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse und daraus entwickelten Produkte sind inzwischen fester Bestandteil unseres Alltags geworden - denken Sie beispielsweise an die satellitengestützte Navigation im Straßenverkehr oder das Satellitenbild im abendlichen Wetterbericht."

Ich hab mal kurz drüber nachgedacht und festgestellt, dass es gar keine abendlichen Wettersatellitenbilder mehr gibt. ;)

Mir scheint, die Kommunikation des BMWi könnte mal etwas innovativer sein.
Früher schien mir die SPD ambitionierter zu sein.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 11. April 2014, 21:01:48
Das sind vielleicht keine direkten Satellitenbilder im ursprünglichen Sinn ... aber Bilder, aufbereitet aus optischen Daten aus dem Orbit, sind es schon ;).
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 12. Mai 2014, 22:26:35
Frau Zypries gibt in einem Tagesspiegel-Interview zu brennenden Fragen mehr oder weniger aufschlußreiche Antworten:

Seite 7
http://www.dlr.de/pw/Portaldata/68/Resources/dokumente/BerlinBulletin092014.pdf (http://www.dlr.de/pw/Portaldata/68/Resources/dokumente/BerlinBulletin092014.pdf)

Ende des Monats steht ein Höhepunkt im Raumfahrtkalender. Der deutsche Astronaut Alexander Gerst wird zur Internationa-len Raumstation (ISS) fliegen. Beneiden Sie ihn um den Trip?

Höchstens um den Blick, den er auf die Erde haben wird. Der ist bestimmt grandios. Aber das Leben dort oben ist sicher sehr entbehrlich. Ich jedenfalls möchte keine sechs Monate ohne Dusche sein.

Brauchen wir die teure bemannte Raumfahrt überhaupt?
Der Charme der ISS ist, dass sich Russen, Amerikaner, Europäer und weitere Nationen die Station teilen. Das ist für die Frage, wie arbeitet die Welt zusammen, ein gutes Signal. Die ISS ist als politisches Projekt entstanden und war ein bedeutendes Symbol für das Ende des kalten Krieges.
Die Station wird jetzt wissenschaftlich genutzt und dient beispielsweise Medizinern, Biologen oder Materialforschern dazu, Grundlagen besser zu verstehen und so bessere Therapien oder Werkstoffe zu entwickeln.
Die Zukunft gehört meines Erachtens allerdings der Robotik, die solche Untersuchungen kostengünstiger und ohne Gefährdung von Menschen möglich macht.

Um die Zukunft der ISS verhandeln die ESA-Minister im Dezember. Einer der größten Streitpunkte dürfte dort auch die Zukunft der Ariane-Rakete sein. Sie setzen auf eine Weiterentwicklung, genannt Ariane-5 ME. Warum?
Es geht vor allem um die Frage, was der kostengünstigste Weg ist, um den europäischen Zugang zum All zu sichern. Nach unserer Vorstellung ist das die Weiterentwicklung der Ariane 5, die ja schon viele Jahre erfolgreich fliegt.

Braucht Europa überhaupt eine eigene Transportrakete?
Ja. Die Bedeutung eines europäischen Zugangs zum Weltall sieht man gerade jetzt während der Ukraine-Krise. Da kann Europa schnell zwischen die Interessen der Amerikaner und der Russen geraten. Aber wir müssen sicher sein, dass wir unsere Satelliten auch künftig ins All bekommen - denn auf die Daten, die die Satelliten liefern, sind wir inzwischen angewiesen. Deswegen ist es aus meiner Sicht wichtig, dass die Europäer eine eigene Startmöglichkeit haben.

Was wird bei der Ministerratskonferenz au-ßerdem wichtig sein?

Die Frage, wie sich die europäische Raumfahrtagentur ESA weiter-entwickelt. Ich möchte, dass sie in der jetzigen Form bestehen bleibt und nicht in der EU aufgeht.

Warum nicht?

Sie ist nicht deckungsgleich bei den Mitgliedsstaaten. Wir haben auch die Schweiz und Norwegen dabei, die nicht zur EU gehören. Und es gibt einige Länder, die nicht dabei sind, aber EU-Mitglieder sind. Wir sollten diese Länder nicht dazu bringen, bei etwas mitzumachen, was sie nicht wollen. Und wir haben bei der ESA immer einen guten return of invest: Das, was wir an Geld hineingeben, kommt in Form von Forschungsmitteln und Arbeitsplätzen nach Deutschland zurück. Damit sind wir sehr gut gefahren, das wollen wir beibehalten.

2015 wird der ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain in den Ruhestand gehen.
Und wir möchten, dass der Nachfolger aus Deutschland kommt.

Als möglicher Kandidat wird der DLR-Chef Johann-Dietrich Wörner gehandelt. Würden Sie seine Bewerbung unterstützen?
Bisher gibt es noch nicht einmal eine Ausschreibung - aber Herr Professor Wörner wäre ohne Zweifel hervorragend geeignet.

Zur nationalen Raumfahrt. Ihr Amtsvor-gänger Peter Hintze hat lange Zeit für eine unbemannte Mondmission unter der Führung Deutschlands geworben. Haben Sie ein ähnliches Herzensprojekt?
Mein Anliegen ist es, die Felder zu stärken, die zu Nutzanwendungen auf der Erde führen. Hier sehe ich gerade für die mittelständischen Firmen in der Luft- und Raumfahrt besondere Chancen. Ich habe bereits eine Reihe von Unternehmen besucht, um zu schauen, wie wir diese noch besser positionieren können, auch international. Bei der Satellitentechnik zum Beispiel sind einige deutsche Firmen weltweit führend. Dort schließen sich aber noch weitere Geschäftsfelder an. Viele Apps wären gar nicht möglich, wenn wir nicht kontinuierlich Daten aus dem Weltraum bekommen würden. Neulich wurde auch der erste Copernicus-Satellit für die Erdbeobachtung gestartet. Seine Daten stehen offen zur Verfügung und können von jedem, der eine gute Idee hat, genutzt werden. Diesen Weg wollen wir weitergehen.

Für die Astronomen hingegen läuft es schlecht. „Sofia“, einem umgebauten Jumbojet mit einem Spezialteleskop im Heck, droht die Stilllegung, weil die Amerikaner die Finanzierung von 84 Millionen Dollar im Jahr auf 12 Millionen kürzen wollen. Dem mehr 1,25 Milliarden Dollar teuren Projekt von Nasa und DLR droht nach nur drei Jahren das Aus.
Wir sind dazu mit den Amerikanern in intensiven Gesprächen auf ver-schiedenen politischen Kanälen. Wir versuchen, sie davon zu überzeugen, dass es keine kluge Entscheidung ist, Sofia auf den Boden zu zwingen.

Eine Lösung wäre, dass Deutschland seinen Anteil von 20 Prozent an allen Kosten erhöht.
Es gibt Vereinbarungen. An die muss sich jedes Land als Vertragspartner halten. Es kann nicht sein, dass Deutschland seinen finanziellen Beitrag erhöht, wenn ein anderes Land sagt, sie zahlen nicht mehr.

Nun ist es nicht das erste Mal, dass die Nasa ein internationales Vorhaben einfach kürzt.
Das mag sein, aber das ist keine Entschuldigung. Unser Ziel ist es, die Amerikaner zu überzeugen, dass das in die Forschungsvorhaben von Sofia investierte Geld gut investiertes Geld ist.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 12. Mai 2014, 22:33:51
2015 wird der ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain in den Ruhestand gehen.
Und wir möchten, dass der Nachfolger aus Deutschland kommt.

Als möglicher Kandidat wird der DLR-Chef Johann-Dietrich Wörner gehandelt. Würden Sie seine Bewerbung unterstützen?
Bisher gibt es noch nicht einmal eine Ausschreibung - aber Herr Professor Wörner wäre ohne Zweifel hervorragend geeignet.

Tja, wenn es wieder keinen willigen Kandidaten aus Deutschland gibt, dürfte Le Gall gute Karten haben. Letztes Mal wollte Wörner nicht und wer ist sonst noch für ein solches Amt qualifiziert in Deutschland?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 12. Mai 2014, 22:39:50
Ich vermute, dass man sich im Dezember auf einen gemeinsamen neuen ESA-General Director einigen will/wird. Und da man ja nicht in einen offenen Streit gehen will, wird man das wohl im Vorfeld klären.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 11. Juni 2014, 14:04:55
Die Politikabteilung des DLR kennt seine eigenen Astronauten nicht mehr.

Im Berlin Bulletin des DLR ist an zwei Stellen von Uwe Merbold die Rede.

http://www.dlr.de/pw/Portaldata/68/Resources/dokumente/BerlinBulletin112014.pdf (http://www.dlr.de/pw/Portaldata/68/Resources/dokumente/BerlinBulletin112014.pdf)

Ich frag mich sowieso, was dieses Newsletter soll, da es nur politisches enthält, das zu genüge an anderer Stelle ausgebreitet wird. Nicht mal der OHB Sarah-Auftrag wurde letztes Jahr thematisiert.

Es wäre besser, wenn das DLR eigene Projekte/Aktivitäten in die Politik tragen würde.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 02. Juli 2014, 18:34:47
Im Haushaltplan 2015 sind 273 Mio € für das nationale Raumfahrtprogramm eingeplant, der ESA-Beitrag wird mit 627 Mio € "auf hohem Niveau gefestigt". ;)

http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/H/haushalt-2015-eckpunkte-regierungsentwurf,property=pdf,bereich=bmwi,sprache=de,rwb=true.pdf (http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/H/haushalt-2015-eckpunkte-regierungsentwurf,property=pdf,bereich=bmwi,sprache=de,rwb=true.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 03. September 2014, 23:09:08
Das BMBF hat eine neue HighTec-Strategie, in der - wie gehabt - auch Raumfahrt vorkommt. Da man vor allem Innovationen und Wirtschaftsförderung haben möchte, denkt man in diesem Zusammenhang vor allem an Start-ups.

Erwähnenswert ist vielleicht auch, dass man für mehr Transparenz sorgen will, ua. durch Bürgerdialoge und Bürgerforschung - oder neudeutsch Citizen Science.

"alle Bürgerinnen und Bürger sollen leichten Zugang zu Diskussionsforen und vorhandenen Informationen haben."

http://www.bmbf.de/pub/HTS_Broschure.pdf (http://www.bmbf.de/pub/HTS_Broschure.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 20. Oktober 2014, 20:48:54
Der Bundestag berät am 07. Nov. über einen CDU/SPD-Antrag:

"Strategische Ziele für die Raumfahrt in dieser Legislaturperiode absichern"

Worum es geht, wird wohl zu einem späteren Zeitpunkt in der Drucksache beschrieben werden.
https://www.bundestag.de/dokumente/tagesordnungen/tagesordnung_64/286444 (https://www.bundestag.de/dokumente/tagesordnungen/tagesordnung_64/286444)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 20. Oktober 2014, 21:15:40
Kann man das live gucken? ;)

Allerdings sind Bundestagsdebatten ja heutzutage zum Einschlafen.

Vielleicht darf die heuteshow bis dahin ja wieder in den Bundestag und kann mal über die Raumfahrt berichten. Es gibt enormes Satirepotential.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 21. Oktober 2014, 13:35:32
Ja, im Parlaments-TV: http://www.bundestag.de/tv (http://www.bundestag.de/tv)

In der Mediathek gibts zum Thema Raumfahrtpolitik eine Debatte von 2004. Die hat sogar ausgesprochenen Unterhaltungswert, zum einen, weil mittlerweile 10 Jahre vergangen sind (was so daraus wurde) und weil es damals schon um EU/ESA, Ariane und Galileo ging.

http://www.bundestag.de/mediathek?action=search&contentArea=details&offsetStart=0&id=164094&instance=m187&categorie=alle&searchword=raumfahrt&mask=search (http://www.bundestag.de/mediathek?action=search&contentArea=details&offsetStart=0&id=164094&instance=m187&categorie=alle&searchword=raumfahrt&mask=search)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: binkurzweg am 21. Oktober 2014, 14:48:46
Kann man das live gucken? ;)
Allerdings sind Bundestagsdebatten ja heutzutage zum Einschlafen.
Vielleicht darf die heuteshow bis dahin ja wieder in den Bundestag und kann mal über die Raumfahrt berichten. Es gibt enormes Satirepotential.

Bundestag kann auch live im Radio gehört werden.

Im Digitalradio DAB+ gibt es den Kanal Dokumente + Debatten (DRadio DokDeb),
dort werden viele (alle?) Bundestagssitzungen übertragen.
Das ganze gibts auch ganz klassisch in Amplitudenmodulation auf Langwelle 177 kHz und 153 kHz
sowie über Satellit (im ZDF Bereich)

http://www.deutschlandradio.de/dokumente-und-debatten.237.de.html (http://www.deutschlandradio.de/dokumente-und-debatten.237.de.html)

Ich höre da immer mal wieder rein, teilweise echt unterhaltsam. Mit den 70iger/80iger jahre Wortschlachten allerdings nicht zu vergleichen.
Grüße!
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 05. November 2014, 10:46:57
hier Antragstext:
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/030/1803040.pdf (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/030/1803040.pdf)

Man will das nationale Budget bis 2017 auf 292 Mio € erhöhen. (aktuell ca. 270 Mio).

Die bisherige deutsche Position bzgl. Ariane, ISS und EU/ESA wird hier nochmal in Stein gemeiselt, offenbar als Basis für den ESA-Ministerrat. ;)
Es geht nur um Europa, keine weiteren Details zur US- oder anderen Kooperationen.

Zitat letzter Punkt:
Zitat
durch öffentlichkeitswirksame Maßnahmen weiter dazu beizutragen, für wissenschaftlich sinnvolle und anwendungsorientierte Raumfahrtprojekte eine breite gesellschaftliche Unterstützung zu finden, insbesondere auch um den Rückhalt für die Finanzierung wichtiger Missionen und den Fachkräftenachwuchs zu sichern.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 05. November 2014, 12:27:52
Die deutschen Astronauten Ulrich Walter und Ernst Messerschmid vermissen den Pioniergeist in der Strategie.

Die Politik wünscht sich mehr industriell unternehmerische Verantwortung. Die Grünen wollen die bemannte Raumfahrt abschaffen.

DLR-Vize Gruppe sagt: "Die Vision des DLR als Raumfahrtagentur ist ein technologisch und kommerziell starkes Deutschland." (Anm: eine etwas komische Vision ;) )

Fr. Zypries findet die Strategie natürlich gut, scheint aber auch die mangelnde Effektivität zu kritisieren:
"Die Bilanz der Europäer bei der satellitengestützten Navigation sei bis anhin eher durchwachsen. Es wäre auch Aufgabe einer Weltraumstrategie, hier klarer aufzuzeigen, wo wir stünden und wie wir besser werden könnten."

http://www.nzz.ch/international/deutschland-und-oesterreich/der-griff-nach-den-sternen-1.18409124 (http://www.nzz.ch/international/deutschland-und-oesterreich/der-griff-nach-den-sternen-1.18409124)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: hesaenger am 05. November 2014, 12:42:04
wenn es schon kein anderer tut, muß sich halt jeder selbst loben.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 05. November 2014, 12:58:23
kleines Detail: Gerd Gruppe ist nicht "DLR-Vize". Er ist Vorstand des Raumfahrtmanagements. Stellvertretender Vorstandsvorsitzender ist Klaus Hamacher.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 05. November 2014, 13:39:22
Na welcher Name fehlt bei den Antragsstellern? :o
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: HausD am 05. November 2014, 13:47:10
Na welche Name fehlt bei den Antragsstellern? :o
Welche Buchstaben fehlen?
 a)  r       b)  s       c)  n       d)  e           
-es sind mehrere Lösungen möglich-         HausD
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 05. November 2014, 13:52:59
Ich habs korrigiert und tippe auf a). Die wieviel-Euro Frage war das? ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Zenit am 05. November 2014, 14:32:51
Die deutschen Astronauten Ulrich Walter und Ernst Messerschmid vermissen den Pioniergeist in der Strategie.


Nicht nur die. Die ganze Strategie ist meiner Meinung nach darauf ausgerichtet, den status quo zu halten. Das ist immer noch besser, als da rumzukürzen, dennoch: Eine Vision fehlt, das muss man ganz klar sagen. Der Schwerpunkt liegt vor allem auf Forschung, einem besseren Kosten-Nutzen Verhältnis und der Wahrung von Arbeitsplätzen. Dann noch ein paar kleinere Satelliten-Projekte. Dann gibt es noch zwei Sätze, mit denen ich mich nicht wirklich anfreunden kann:

Zitat
dass Entscheidungen zu einer neuen Ariane-Generation erst dann fallen, wenn belastbare Vorschläge mit definierten Kostenkorridoren vorliegen und die Teilhabe der deutschen Industrie mit ihren Kompetenzfeldern sichergestellt ist,

Dahinter steckt meiner Meinung nach ein weiteres starres Festhalten an dem Geo-Return und ein Spiel auf Zeit. Auch bleibt man bei der Haltung, dass man zwar gerne ein neues Trägersystem haben möchte, aber kein Geld dafür in die Hand nehmen will.

Zitat
dass die Fähigkeiten zur bemannten Raumfahrt erhalten bleiben, solange robotische Systeme bei Aufgaben im All die menschliche Präsenz nicht vollständig ersetzen können

Fähigkeiten zur bemannten Raumfahrt? Die existieren in Europa meines Wissens nach nicht, man kauft sich beim Russen ein. Wenn man bei der Auffassung bleibt, dass bemannte Raumfahrt nur für Aufgaben im All oder Forschung gut ist, sehe ich sie über kurz oder lang wegen mangelhaftem Kosten-Nutzen Verhältnis gecancelt. Dass man den kulturellen und prestigeträchtigen Nutzen der bemannten Raumfahrt erkennt, sehe ich auch in dieser Strategie nicht.

Die Umsetzung dieses Ziels

Zitat
dass bei der Weiterentwicklung der Ariane eine weitergehende Übertragung von Verantwortung an die Industrie erfolgt, einhergehend mit der Übernahme von zusätzlichen Risiken durch die Industrie und einem subventionsfreien Ariane-Betrieb,

darf ich angesichts der bisherigen Ariane 6-Konzeptes mal ganz stark bezweifeln.

Gruß
Zenit


Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: hesaenger am 05. November 2014, 14:58:18
Das ist nichts anderes als eine Fortschreibung der bisherigen Tätigkeiten ohne weitere Zielsetzung. Das kann doch nicht nur am Geld liegen. Aber solange in Deutschland alle noch zufrieden sind und es reicht, dass es vorerst noch weiter Geld gibt, dass kaum einer beschädigt wird und das alles noch einen schönen Titel hat.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 07. November 2014, 13:40:39
Ich wollte gerade schauen, ob die Debatte zur Raumfahrt noch läuft, leider ist der Server vom Bundestags-TV abgeschmiert.
http://www.bundestag.de/tv (http://www.bundestag.de/tv)

Aber das Internet ist ja noch Neuland in Deutschland, da kann man wohl nicht mehr erwarten.

Nachtrag: Jetzt geht die Seite teilweise wieder...
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 07. November 2014, 13:56:55
Eine ziemlich konsensbetonte Debatte, in der Herr Riesenhuber gewohnt engagiert, die Grünen ihren Öko-Aspekt und Hr. Tiefensee bei Galileo immerhin von Blaupause für die künftige Zusammenarbeit in Europa sprach und dennoch die Kurve bekam, eine eigenständige ESA zu fordern.

Alle konnten sich freuen über den Einsatz von A. Gerst auf der ISS. So wurde wenigstens noch die Frage aufgeworfen, ob es nicht eine weitere deutsche ISS-Mission geben sollte.

Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 07. November 2014, 19:49:09
So der Bundestag hat es geschafft seine Mediathek wieder online zu bringen, hier ist der Beitrag von Zypries:
http://dbtg.tv/fvid/4080733 (http://dbtg.tv/fvid/4080733)

Sie macht klar, dass die Bundesregierung EU und ESA nicht zusammensehen will.

Thomas Lutze von der Linke:
http://dbtg.tv/fvid/4080734 (http://dbtg.tv/fvid/4080734)

Die Linke will keine Förderung vom Militär im Weltall. Realitätsfern. Unabhängige Satellitenbilder also nicht? Blind sein? Und auf Bilder aus Frankreich und USA angewiesen sein? Autonomes Handeln scheint so schwer möglich.

Riesenhuber:
http://dbtg.tv/fvid/4080774 (http://dbtg.tv/fvid/4080774)

Ist skeptisch, ob die Industrie bereit ist die Verantwortung zuübernehmen. Sonst viel Begeisterung aber nichts substantielles.

Janecek:
http://dbtg.tv/fvid/4080779 (http://dbtg.tv/fvid/4080779)

Hat alle Star Trek Deep Space Nine Folgen gesehen. Sonst redet er über die Umweltperspektive der Raumfahrt, deutet verschiedene Punkte an aber ansonsten nichts substantielles.

Tiefensee:
http://dbtg.tv/fvid/4080780 (http://dbtg.tv/fvid/4080780)

Glaubt mit der ESA sei Europa wettbewerbsfähig. Will schnelle Ariane-Entscheidung.

Mattfeldt:
http://dbtg.tv/fvid/4080804 (http://dbtg.tv/fvid/4080804)

Die Mondlandung in 1969 war bedeutender als die Kanzlerschaft von Willi Brandt im selben Jahr (findet er). Redet über Galileofehlstart und sieht den Fehlstart als Grund für europäische Autonomie im Raumtransport. Redet über China und bewundert die chinesische Autonomie. Befürwortet Ariane 5 ME anstatt Ariane 6. Ariane 6 soll 4,31 Milliarden Euro kosten sagt er. Ariane 5 ME 1,2 Milliarden. Scheint von allen Redner den substantiellsten Beitrag gemacht zu haben.

---------

Also die Bundesregierung ist strikt gegen eine ESA in der EU. Damit machen wir also weiter Kleinstaaterei in der europäischen Raumfahrt.  :(
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: hesaenger am 08. November 2014, 13:26:07
wo ist der Unterschied? Die ESA verwendet den Geographical Return, die EU nicht. Möglicherweise traut man dem eigenen Standort weniger zu, sich im Europäischen Wettbewerb durchsetzten zu können.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: proton01 am 08. November 2014, 14:09:12
wo ist der Unterschied? Die ESA verwendet den Geographical Return, die EU nicht. Möglicherweise traut man dem eigenen Standort weniger zu, sich im Europäischen Wettbewerb durchsetzten zu können.
Der geographical return ist der Unterschied.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Zenit am 08. November 2014, 14:32:37
Hört sich für mich so an, als wären alle ungefähr derselben Meinung gewesen. Raumfahrt ist super, viel Geld dafür ausgeben nicht. Eine echte Vision hat man ebenso wenig zu hören bekommen wie Reformbereitschaft. Meiner Meinung nach eine enttäuschende Debatte. :(

Gruß
Zenit

Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Ruhri am 08. November 2014, 19:18:17
wo ist der Unterschied? Die ESA verwendet den Geographical Return, die EU nicht. Möglicherweise traut man dem eigenen Standort weniger zu, sich im Europäischen Wettbewerb durchsetzten zu können.

Wo ist das Problem? Die EU benutzt keinen klar definierten Geographical Return (insgeheim hinter den Kulissen dann natürlich doch wieder) und tritt bereits heute als Auftraggeber der ESA auf. Was braucht es mehr? Die EU entscheidet, was sie machen will, zahlt dafür und die ESA setzt es in die Realität um. Kein Grund, ESA oder EU neu zu ordnen. Zur Erinnerung: Die Mitgliedsländer der beiden supranationalen Organisationen sind nicht deckungsgleich!
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: roger50 am 08. November 2014, 23:31:25
N'abend,

tobi
Zitat
Ariane 6 soll 4,31 Milliarden Euro kosten sagt er. Ariane 5 ME 1,2 Milliarden.

[Ironie an]
Na, dann entwickeln wir doch schnell die 5 ME. Wenig Risiko, geht schnell und bringt 2 große Satelliten (je 6,5 t) in den GTO, von denen SpaceX mit der F9v1.1 nicht mal einen schafft.

Dann bleiben 3,1 Mrd € übrig. Die geben wir dann direkt an Arianespace, die können dann mindestens 50 kommerzielle Starts je 60 Mio € billiger anbieten (oder 40 a 80 Mio €) und damit alle Konkurrenten, selbst SpaceX, locker aus dem Feld schlagen.

Alle Probleme gelöst. Arianespace bleibt Marktführer, die Beschäftigung der beteiligten Firmen ist auf Jahre hinaus gesichert. Und es gibt kein Risiko bei den Kosten, wie sie bei einer neu zu entwickelten Rakete immer auftauchen.

Und so ab 2020 sehen wir dann mal weiter... 8)
[Ironie aus] ;)

Gruß
roger50
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: proton01 am 09. November 2014, 01:01:57
N'abend,
[Ironie an]
Na, dann entwickeln wir doch schnell die 5 ME. Wenig Risiko, geht schnell und bringt 2 große Satelliten (je 6,5 t) in den GTO, von denen SpaceX mit der F9v1.1 nicht mal einen schafft.

Dann bleiben 3,1 Mrd € übrig. Die geben wir dann direkt an Arianespace, die können dann mindestens 50 kommerzielle Starts je 60 Mio € billiger anbieten (oder 40 a 80 Mio €) und damit alle Konkurrenten, selbst SpaceX, locker aus dem Feld schlagen.

Alle Probleme gelöst. Arianespace bleibt Marktführer, die Beschäftigung der beteiligten Firmen ist auf Jahre hinaus gesichert. Und es gibt kein Risiko bei den Kosten, wie sie bei einer neu zu entwickelten Rakete immer auftauchen.

Und so ab 2020 sehen wir dann mal weiter... 8)
[Ironie aus] ;)

Na, dann stimmt ja wenigstens der Vorwurf, ESA würde jeden Start subventionieren (mit 60 MEuro)   ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: hesaenger am 09. November 2014, 11:02:59

Wo ist das Problem? Die EU benutzt keinen klar definierten Geographical Return (insgeheim hinter den Kulissen dann natürlich doch wieder) und tritt bereits heute als Auftraggeber der ESA auf. Was braucht es mehr? Die EU entscheidet, was sie machen will, zahlt dafür und die ESA setzt es in die Realität um. Kein Grund, ESA oder EU neu zu ordnen. Zur Erinnerung: Die Mitgliedsländer der beiden supranationalen Organisationen sind nicht deckungsgleich!

Dazu fällt mir eine Frage ein. Die EU als Aufraggeber an die ESA gibt also der ESA Mittel. Wie wird das dann im Geographical Return der ESA verrechnet? Zweite Frage, gäbe es das Geographical Return der ESA nicht, flöße dann an Deutschland genau soviel an Aufträgen und Mitteln zurück?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 09. November 2014, 12:45:09
Wie wird das dann im Geographical Return der ESA verrechnet?

Verrechnet wird das im Prinzip gar nicht. Höchstens wird der EU gemeldet, in welchen Ländern das EU-Geld ausgegeben wird, denn das interessiert die EU auch.

So einfach wie Ruhri es darstellt ist es nicht, die ESA muß praktisch zwei unterschiedlichen Beschaffungssystemen gerecht werden (den Regeln der EU und denen der ESA). Das dürfte den Bürokratiefaktor der ESA eher steigern.

Zitat
Zweite Frage, gäbe es das Geographical Return der ESA nicht, flöße dann an Deutschland genau soviel an Aufträgen und Mitteln zurück?

Läßt sich wohl nur schwer beurteilen. Ein Faktor ist aber die Gewissheit für die zahlenden Länder, dass ihre Investments auch zurückfliegen (neudeutsch quasi Return on Investment).

Interessanter ESA-Report zum Geo-Return:
https://www.vedatechnika.sk/SK/ESA_SR/Documents/Konferencie%20prednasky/wedin_Principles_of_Industrial_Policy_practises_procurement_rules_and_procedures_010612_V774.pdf (https://www.vedatechnika.sk/SK/ESA_SR/Documents/Konferencie%20prednasky/wedin_Principles_of_Industrial_Policy_practises_procurement_rules_and_procedures_010612_V774.pdf)

Die ESA berechnet pro Land den GeoReturn-Koeffizient, der oft nur 0,8 nicht unterschreiten sollte und alle 5 Jahre geprüft wird. Da gibts auch Zahlen für einzelne Kategorien wie HSF, Erdbeobachtung, Science, etc.

Der Koeffizient für den Pflichtteil der ESA von Frankreich und Italien ist relativ hoch. Das kann an Wettbewerbsvorteilen liegen, kann aber auch an Konzentrationstendenzen liegen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: hesaenger am 09. November 2014, 14:52:28
Als vor einem viertel Jahrhundert Deutschland noch eher den Wettbewerb dominierte, wurde der Return kontinuierlich auf die zweite Kommastelle kontrolliert. Das scheint doch eher laxer geworden zu sein.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Ruhri am 11. November 2014, 10:55:55
Verrechnet wird das im Prinzip gar nicht. Höchstens wird der EU gemeldet, in welchen Ländern das EU-Geld ausgegeben wird, denn das interessiert die EU auch.

So einfach wie Ruhri es darstellt ist es nicht, die ESA muß praktisch zwei unterschiedlichen Beschaffungssystemen gerecht werden (den Regeln der EU und denen der ESA). Das dürfte den Bürokratiefaktor der ESA eher steigern.

[...]

Und was ist mit den Regeln der einzelnen Mitgliedsländern? Sind die irrelevant? Und wenn sie es sind, wieso müssen die Regeln der EU dann so penibel beachtet werden, dass die Bürokratie zunimmt?

Die ESA zu einer Tochterorganisation der EU zu machen, wie du es dir vorstellst, würde aber vermutlich den bürokratischen Aufwand um einiges steigern, da die Nicht-EU-Länder, die heute Mitglied der ESA, Kandidaten oder Teilnehmer an Förderprogrammen sind, irgendwie auch allesamt verwaltet werden müssten. Die ESA in ihrer heutigen Form scheint mir dazu besser geeignet zu sein als die EU.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 14. November 2014, 13:08:02
Der Antrag im Bundestag ist im nicht-öffentlichen Ausschuß für Wirtschaft und Energie behandelt und zwischenzeitlich beschlossen worden.

Die Grünen sind mit ihrem Antrag im Haushaltsausschuss, das LuR-Budget um 73,35 Mio € zu gunsten erneuerbarer Energien zu senken, erwartungsgemäß nicht durchgekommen.

Auf dem Parlamentarischen Abend mit Live-Schalte zur ISS äußerte sich Wirtschaftsminister Gabriel zum Thema Raumfahrt:
Zitat
"Es ist also weder die Zeit, Geld mit vollen Händen ausgeben zu können, aber auch nicht die Zeit, den Bankrott der europäischen Raumfahrt zu prophezeien. Vielmehr müssen wir alle wieder lernen, effizienter mit den vorhandenen Mitteln umzugehen. Wir müssen mit konstanten Budgets mehr Raumfahrt ermöglichen.“
"Wir müssen die Rollenverteilung zwischen der ESA, der Industrie und den nationalen Agenturen neu definieren.“
So sei der Vorschlag, für den Bau der Ariane 6 ein Joint Venture der Firmen Airbus Defence and Space und Safran zu gründen, durchaus aus deutscher Sicht attraktiv, wenn dadurch die Kosten sinken und die Verantwortung und Risiken zwischen Industrie und öffentlicher Hand sachgerecht verteilt werden.

Deutschland sperre sich nicht gegen die Entwicklung einer neuen Trägerrakete, aber:
− die offenen Fragen hinsichtlich Technik und Kosten müssen geklärt sein;
− der Finanzkorridor für die Trägerraketen muss eingehalten werden und
− wir brauchen verlässliche, belastbare Vereinbarungen.

DLR-Chef Wörner sprach sich nochmals gegen das Duplizieren von Strukturen auf „Es macht keinen Sinn, dass die EU Parallelstrukturen zur ESA aufbaut.“

http://www.dlr.de/pw/Portaldata/68/Resources/dokumente/BerlinBulletin202014.pdf (http://www.dlr.de/pw/Portaldata/68/Resources/dokumente/BerlinBulletin202014.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 25. März 2015, 10:45:21
Bundesregierung beschließt 7 Mrd € Nachtragshaushalt 2015, in dem 87 Mio € für die Ariane 6 Entwicklung vorgesehen sind, um die Vereinbarungen der Ministerratskonferenz 2014 zu erfüllen.

http://www.dlr.de/pw/Portaldata/68/Resources/dokumente/BerlinBulletin062015_Final.pdf (http://www.dlr.de/pw/Portaldata/68/Resources/dokumente/BerlinBulletin062015_Final.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 20. April 2015, 21:40:12
MdB Klaus-Peter Willsch erläutert im Rahmen der 31ten Space Symposium auf einem deutsch-amerikanischen, runden Tisch die deutsche Raumfahrt in Bezug auf die New Space Economy.

Die vorletzte Folie läßt sich eigentlich nur so interpretieren, dass das zentrale Element der deutschen Raumfahrtpolitik bzgl. Kommerzialisierung die Ariane 6 ist.

http://www.dlr.de/pw/Portaldata/68/Resources/dokumente/UGART_PPT_Final.pdf (http://www.dlr.de/pw/Portaldata/68/Resources/dokumente/UGART_PPT_Final.pdf)

Weitere Erläuterungen mit der Info zur SNC-Kooperation:
http://www.dlr.de/pw/desktopdefault.aspx/tabid-10115/17455_read-42323/ (http://www.dlr.de/pw/desktopdefault.aspx/tabid-10115/17455_read-42323/)

machen mich aber nicht wirklich schlauer, was man mit dem Dreamchaser im Sinn hat.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 21. April 2015, 07:55:20
Die letzten Folien der Präsentation haben einen ... "naiven Charme". Offenbar scheint man aber auf politischer Ebene mit solchen Schlagworten, plakativen Slogans und kleinen Bildchen zu hantieren. Die Fachleute am Tisch schalten dann ab ... oder amüsieren sich.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Zenit am 21. April 2015, 16:18:13
Stimme da Daniel zu. Bei der vorletzten Seite musste ich angesichts der Naivität und der Oberflächlichkeit ungewollt schmunzeln...

Gruß
Zenit
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: roger50 am 21. April 2015, 16:55:59
Moin,

Raumfahrt ist für uns alle (zumindest für Parlamentarier) noch Neuland..... 8)

Schön finde ich auch die vor-vorletzte Seite:

Deutschland, das Land der Erfinder und Denker....

Und alle Abgebildeten sind schon lange tot....Lebende E+D gibt's demnach nicht mehr... :o

Gruß
roger50

 
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 21. April 2015, 23:22:24
Jetzt nicht wegen der Präsentation, aber inhaltlich stellt sich mir die Frage, ob die deutsche Raumfahrt-Politik von Naivität gekennzeichnet ist.

Abgesehen vom Aspekt der Beschäftigungspolitik könnte man zu der Auffassung kommen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 21. April 2015, 23:46:40
Und alle Abgebildeten sind schon lange tot....Lebende E+D gibt's demnach nicht mehr... :o

Das war auch sofort mein Gedanke, als ich die Bilder gesehen habe.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 27. April 2015, 10:42:48
Na was ist denn hier los:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/tandem-x-bundeswehr-kauft-satelliten-hoehenmodell-a-1030171.html (http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/tandem-x-bundeswehr-kauft-satelliten-hoehenmodell-a-1030171.html)

Wirtschaftsministerium bezahlt Tandem-X, Airbus bekommt kommerzielle Vermarktungsrechte und das Verteidigungsministerium bezahlt nochmal anstatt die Bilder umsonst beim DLR abzuholen?

Na was ist denn hier los? 475 Millionen Euro werden in den Sand gesetzt? Oder gibt es weitere unbekannte Details?

Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: cullyn am 27. April 2015, 11:11:00
Ich kann nur hoffen, dass es sich bei der Summe dabei nicht um die Rohdaten handelt, sondern um bereits verarbeitete Daten.
Die gibt es hier (https://apollomapping.com/blog/12-meter-worlddem-product-availability-monthly-update-10)  z.B. für ~$10/km^2.

Was allerdings für die gesamte Welt doch eine stolze Summe ergibt wenn man für die gesamte ~150 Millionen km^2 Landmasse Karten will, müssten man nochmal ordentlich Mengenrabatt aushandeln.


Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 11. Mai 2015, 12:44:18
DLR-Vorstandsmitglied Gruppe bescheinigt der deutschen und europäischen Raumfahrtindustrie eine "ausgeprägte inhärente Behäbigkeit".

Er erhofft sich andererseits aus anderen Industriebranchen Inspiration für die Raumfahrt. Die Industrie sei zu teuer und er hält die Amerikaner mit ihrem Sinn für neue Geschäftskonzepte für vorbildlich.

http://www.dlr.de/rd/desktopdefault.aspx/tabid-4788/7944_read-42356/ (http://www.dlr.de/rd/desktopdefault.aspx/tabid-4788/7944_read-42356/)

Vielleicht liegt es an der Industriepolitik der letzten 5-10 Jahre? Früher sollte die Raumfahrt die Industrie inspirieren, warum hat sich das nur geändert.
Das sich Unternehmen von Staatsbudgets lösen könnten, ist wohl mehr Wunschdenken als Realismus.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 11. Mai 2015, 13:59:05
Hier der ganze Text von Gruppe:
Zitat
Liebe Leserinnen und Leser,
wir erleben es täglich: Wir beschäftigen uns mit höchst spannenden Themen. Am deutlichsten merkt man das bei Gesprächen im privaten Umfeld, aber nicht nur dort. Die letzten Wochen waren für mich ganz besonders inspirierend.

Hoch aktuell ist die Frage, wie es den Amerikanern immer wie der gelingt, neue Geschäftskonzepte für die Raumfahrt zu entwickeln. Und: Was können wir in Deutschland bzw. Europa  unternehmen, um das Rennen mitzugestalten? 

Eine der Antworten ist sicher, dass die Amerikaner oft einfach handeln, selbst, wenn der Erfolg nicht offensichtlich ist. Sie haben den Mut zum Aufbruch und probieren gerne Neues aus.

Die deutsche und europäische Raumfahrt ist dagegen oft zu teuer und zeigt häufig eine ausgeprägte inhärente Behäbigkeit. Aber ich bin überzeugt: Wir haben auch diesseits des Atlantiks genügend Gestaltungswillen und Unternehmergeist.

Drei Grundtendenzen treffen sich derzeit: 1. Die staatlichen Budgets wachsen beschränkt. Viele Unternehmen sehen sich daher in ihrem Wachstum behindert. 2. In den letzten Jahren hat sich technologisch bei Mikroelektronik, Software, Materialforschung und anderen Disziplinen sehr viel getan. Es sind heute signifikant billigere und schnellere Angebote möglich. Es gibt auch Unternehmer, die genau das wollen. 3. US-amerikanische Unternehmen verstehen Raumfahrt als Tool und Service für Kunden. Diese drei Grundtendenzen eröffnen jetzt die Chance, sich von Staatsbudgets zu lösen und durch gezielte Angebote mehr Nachfrage nach Raumfahrt zu schaffen. Derzeit sind die auf dem Vormarsch, die das als Chance verstehen.

Die Qualität der deutschen Raumfahrt ist unbestritten. Es gibt „hidden champions“, die außerordentlich erfolgreich im weltweiten Wettbewerb agieren. Viele neue Ideen werden an die Raumfahrt von anderen Branchen herangetragen. Deshalb führt das Raumfahrtmanagement des DLR branchenübergreifende Tagungen mit Industrien jenseits der Raumfahrt durch – die Innospace Initiative. Ich persönlich suche immer wieder den Kontakt mit anderen Branchen, spreche mit Venture Capital-Gebern, diskutiere mit Politikern, lasse mir von Firmengründern ihre Ideen und Erfolgsgeschichten erzählen, „forsche” im Ausland ... Kurzum: Es geht darum, herauszufinden, wo wir ansetzen können, um die deutsche Raumfahrt weiterzubringen.

Deshalb lade ich Sie herzlich ein, machen Sie mit! Die Countdown richtet sich ganz bewusst nicht nur an die „Raumfahrer“, sondern auch an alle weiteren Interessierten und Entscheider. Wir wünschen uns, dass dies keine Einbahnstraße bleibt. Sie erreichen uns per Mail an countdown@dlr.de

Gute Inspiration wünscht Ihnen
Ihr Gerd Gruppe

------------------------

Das Problem ist doch bekannt: keine Regierung in Europa war bereit den Geo-Return zu lockern bei der letzten Ministerratskonferenz.
Deswegen haben die Unternehmen nur die Wahl:
1. Staatsgelder annehmen mit ineffizienter aber politischer korrekter Standort- & Arbeitsverteilung oder
2. keine Staatsgelder annehmen und freie Strukturwahl.

In den USA bei COTS/CRS /CCiCap/CCtCap gibt es kein Standortkriterium, sogar bis zu 50% nicht-US Anteil(!!!) dürfen die Lösungen haben (siehe Orbital z.B.). Natürlich gibts auch andere amerikanische Programme wie SLS, wo es vor allem um Abeitsplätze an den richtigen Stellen geht aber der Vorteil bei den kommerziellen Programmen ist offensichtlich.

Dann gibts natürlich noch das Silicon Valley, wo es in Europa kein Äquivalent gibt aber zumindestens bei der Proporzfrage sollte die Politik was machen können, wenn ein Wille vorhanden ist (was offenkundig nicht der Fall ist).
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 11. Mai 2015, 14:28:14
BDLI-Präsident Gerwert fordert Überlegungen ein für ein ISS-Nachfolgeprogramm und eine Aktualisierung der deutschen Raumfahrtstrategie.

http://bdli.de/index.php?option=com_content&view=bdliarticle&layout=press&id=3788&Itemid=16 (http://bdli.de/index.php?option=com_content&view=bdliarticle&layout=press&id=3788&Itemid=16)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 11. Mai 2015, 14:35:48
BDLI-Präsident Gerwert fordert Überlegungen ein für ein ISS-Nachfolgeprogramm und eine Aktualisierung der deutschen Raumfahrtstrategie.

http://bdli.de/index.php?option=com_content&view=bdliarticle&layout=press&id=3788&Itemid=16 (http://bdli.de/index.php?option=com_content&view=bdliarticle&layout=press&id=3788&Itemid=16)

Das bringt doch nichts. Wir brauchen eine europäische Raumfahrtstrategie anstatt das jedes Land eine eigene macht... :(
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 11. Mai 2015, 18:17:37
kann sein, wobei wir haben ja zwei, die der EU - bzgl. ISS und Folgeprogramm ist die aber irrellevant und die der ESA - von 2007, also durchaus updatefähig.

Die wird aber quasi durch jede Ministerkonferenz erneuert. Dann also wieder 2016. ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Führerschein am 11. Mai 2015, 18:24:02
ISS-Folgeprogramm, wie könnte das  aussehen? Es gab doch vor kurzem eine NASA-Erklärung, daß mit dem Ende von ISS die LEO-Aktivitäten der NASA beendet werden. Weiteres kann bei Bedarf die Industrie alleine machen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 11. Mai 2015, 19:28:41
Ohne NASA-Geld wird es keine LEO-Aktivitäten geben.

Ein erster Vorschlag von Wörner war eine Station auf der Mondrückseite, die sogar hier ihren Medienniederschlag fand:
http://www.morgenpost.de/vermischtes/article140635440/Die-Rueckseite-des-Mondes-ist-das-naechste-Ziel.html (http://www.morgenpost.de/vermischtes/article140635440/Die-Rueckseite-des-Mondes-ist-das-naechste-Ziel.html)

Da D und ESA den Mondlander ablehnten und die Amis sich derzeit weigern, auf dem Mond landen zu wollen, scheint mir der Vorschlag wenig schlüssig zu sein.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Lumpi am 11. Mai 2015, 19:38:36
Das habe ich auch woanders gelesen. Die Frage die aufgeworfen wurde war, ob hinter der Aussage ein Scherz, eine kühne Vision oder tatsächliche Absicht steckt?   ???
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Auf-zum-Mond-Raumfahrt-draengt-auf-Nachfolge-fuer-Raumstation-ISS-2637926.html (http://www.heise.de/newsticker/meldung/Auf-zum-Mond-Raumfahrt-draengt-auf-Nachfolge-fuer-Raumstation-ISS-2637926.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: cullyn am 12. Mai 2015, 10:00:13
Er erhofft sich andererseits aus anderen Industriebranchen Inspiration für die Raumfahrt. Die Industrie sei zu teuer und er hält die Amerikaner mit ihrem Sinn für neue Geschäftskonzepte für vorbildlich.

Da schlage ich vor das DLR vergibt ab jetzt nur noch Aufträge, bei denen explizit auf alle Anforderungen aller ESA-Richtlinien (sowie MIL) verzichtet wird, zugunsten einer schnellen und schlanken Entwicklung (insbesondere auf die Aufwendige und teure Dokumentation gegenüber DLR).

Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 12. Mai 2015, 10:11:31
Das Problem ist hier der Spagat der öffentlichen Hand. Wenn das DLR für den Bund einkauft (also einen Auftrag vergibt), kommen grundsätzliche Vergabeordnungen des Bundes ins Spiel, die z.B. auch für Beschaffungen in Gemeinden gelten. Die sehen eigentlich "kein Risiko" vor, sondern ordentliche Beschaffung einer Leistung, um einen konkreten Bedarf zu decken (z.B. Computer für eine Gemeindeverwaltung). Das ist grundsätzlich also kein "Spielgeld" oder Risikokapital. Jetzt müssen sich auch (Forschungs-Technologie-)Aufträge der Raumfahrt darin bewegen ...

Die andere Art der Förderung sind Zuwendungen. Da redet der Bund dann praktisch nicht mehr mit. Er prüft am Anfang nur die Ziele (sind sie z.B. kompatibel zu einer Strategie?), fördert das Ganze (falls Geld da ist) und prüft, ob die Gelder im Sinne der Ziele verwendet wurden. Mit so etwas lässt sich aber eben kein konkreter Bedarf decken ...

Aber auch in einem Raumfahrtprojekt (ob Auftrag oder Zuwendung) werden nicht "pauschal alle Projektstandards" angewandt, die es in der europäischen Raumfahrt so gibt. Stattdessen soll der Fundus an Standards auf das Projekt zurecht geschneidert werden. So kann man (bewusst) auch mehr Risiko einarbeiten, u.a. bei der Bauteileauswahl, bei der Verifikation, bei Qualifikation ... der Wille bzw. Mut muss dazu aber da sein.


Übrigens gibt es bei kleinen Vorhaben durchaus schnelle Erfolge, zuletzt mit Magvector/MFX auf der ISS. Auch die Industrie (Airbus) sagt: das ging sehr schnell und das war auch wichtig, um hier Ideen schnell zu in Richtung Anwendungsfälle zu prüfen. Deutsche Raumfahrt ist also nicht nur langsam ...
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 14. Mai 2015, 07:29:05
Der kommende ESA-Chef Wörner sprach über die Herausforderungen der ESA. Die Zukunft der ISS sei noch ungeklärt. Heinz Riesenhuber forderte konkrete Alternativen zur ISS. Die Diskussion sei bislang schwierig, da die Nachfolgeprogramme bislang "unscharf" seien.

Darüber hinaus sei die Frage der Aufgabenteilung zwischen EU und ESA, so Wörner, noch ungeklärt. ... Lissabon ... Seitdem wurde die Frage nach der Kompetenzverteilung gestellt. Heinz Riesenhuber MdB forderte die ESA auf, klar zu definieren, was sie von der EU erwarte ...

Die Politik interessiert sich für Raumfahrt-Kommerzialisierung und erkundigt sich nach dem Sachstand von Galileo.

http://www.dlr.de/pw/Portaldata/68/Resources/dokumente/berlinbulletin_ab08_2015/BerlinBulletin092015.pdf (http://www.dlr.de/pw/Portaldata/68/Resources/dokumente/berlinbulletin_ab08_2015/BerlinBulletin092015.pdf)

im Westen nichts neues...
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 17. Juni 2015, 09:12:09
Der Haushaltsausschuß soll Mittel freigeben und Spiegel Online betitelt das als "Millardenschub für neue ESA-Rakete". Es geht um 1,36 Mrd €.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/bundesregierung-1-36-milliarden-fuer-esa-rakete-ariane-6-a-1039130.html (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/bundesregierung-1-36-milliarden-fuer-esa-rakete-ariane-6-a-1039130.html)

Schön wärs ja, aber das ist wohl nur der Betrag, der bisher 1,26 Mrd. ohne Ariane 6-Entwicklung betrug.

Anscheinend will sich D jetzt doch mit 141 Mio € am neuen Startplatz in Kourou beteiligen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 01. Juli 2015, 18:00:48
Bundeshaushalt 2016 verabschiedet. DLR bekommt insgesamt 1,43 Mrd €, davon sind 782 Mio. (bisher 627) für die ESA und 273 Mio für das nationale Raumfahrtbudget.

Die Steigerung wird mit den Entwicklungskosten der Ariane 6 begründet.
http://www.bmwi.de/DE/Presse/pressemitteilungen,did=717958.html (http://www.bmwi.de/DE/Presse/pressemitteilungen,did=717958.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 16. Juli 2015, 21:29:46
In Augsburg sagt am 24.07. die Industrie der Politik, was sie Raumfahrtpolitisch haben will.

http://www.nereus-regions.eu/sites/all/documents/EVENTS2015/BAVARIA/SPSI.pdf (http://www.nereus-regions.eu/sites/all/documents/EVENTS2015/BAVARIA/SPSI.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 16. Juli 2015, 22:17:53
In Augsburg sagt am 24.07. die Industrie der Politik, was sie Raumfahrtpolitisch haben will.

http://www.nereus-regions.eu/sites/all/documents/EVENTS2015/BAVARIA/SPSI.pdf (http://www.nereus-regions.eu/sites/all/documents/EVENTS2015/BAVARIA/SPSI.pdf)

Der wichtigste Programmpunkt ist natürlich zwischen 11:30 und 12:30! ;D
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: F-D-R am 17. Juli 2015, 11:36:05
In Augsburg sagt am 24.07. die Industrie der Politik, was sie Raumfahrtpolitisch haben will.

http://www.nereus-regions.eu/sites/all/documents/EVENTS2015/BAVARIA/SPSI.pdf (http://www.nereus-regions.eu/sites/all/documents/EVENTS2015/BAVARIA/SPSI.pdf)

Der wichtigste Programmpunkt ist natürlich zwischen 11:30 und 12:30! ;D

Großartiger Beitrag !   :D
Damit hat Du den Leser "gezwungen", auch wirklich die PDF zu lesen, weil er sonst den Witz nicht versteht...... .
Genial !   :D
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Nitro am 17. Juli 2015, 11:39:47
Da gibt es mittlerweile sogar einen Ausdruck fuer: Clickbaiting..  ;D
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 29. Juli 2015, 21:36:29
Der bayrische Staatsminister Huber besuchte die MTU in Augsburg und will den Hightec-Standort Bayern erhalten. Er verspricht:

"Das die Bayerische Staatsregierung wird ein Auge darauf haben, dass die Zusagen der ESA Konferenz auch eins zu eins umgesetzt werden. Die Tragweite des Auftrags für Bayerns Raumfahrtunternehmen ist enorm. Das vorgesehene Auftragsvolumen muss auch wie geplant am Augsburger Standort erbracht werden. Augsburg ist und bleibt Premiumstandort für Luft- und Raumfahrt“

https://www.bayernkurier.de/inland/4363-raketen-aus-bayern (https://www.bayernkurier.de/inland/4363-raketen-aus-bayern)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 30. Juli 2015, 09:19:56
Der bayrische Staatsminister Huber besuchte die MTU in Augsburg und will den Hightec-Standort Bayern erhalten. Er verspricht:

"Das die Bayerische Staatsregierung wird ein Auge darauf haben, dass die Zusagen der ESA Konferenz auch eins zu eins umgesetzt werden. Die Tragweite des Auftrags für Bayerns Raumfahrtunternehmen ist enorm. Das vorgesehene Auftragsvolumen muss auch wie geplant am Augsburger Standort erbracht werden. Augsburg ist und bleibt Premiumstandort für Luft- und Raumfahrt“

https://www.bayernkurier.de/inland/4363-raketen-aus-bayern (https://www.bayernkurier.de/inland/4363-raketen-aus-bayern)

Danke für die Meldung.

Jetzt ist also eine Rakete ohne Feststoff weder von französischer, noch von italienischer noch von deutscher Seite mehr denkbar. Wiederverwendbarkeit ist soweit weg wie nie zuvor in Europa. :(

Adeline war für mich sowieso schon immer nur ein PR-Projekt ohne Realisierungschancen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 30. Juli 2015, 09:33:59
aber zumindest die Oberstufe soll wiederverwendet werden

http://www.ingenieur.de/Branchen/Luft-Raumfahrt/Airbus-denkt-ueber-Parkhaus-im-Orbit-fuer-Raketen-Oberstufen (http://www.ingenieur.de/Branchen/Luft-Raumfahrt/Airbus-denkt-ueber-Parkhaus-im-Orbit-fuer-Raketen-Oberstufen)

Glaub ich erst, wenn ich es sehe.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Kryo am 30. Juli 2015, 11:42:43
Da gehts doch gar nicht wirklich um Wiederverwendbarkeit in dem Konzept. Eher darum Nutzlast und Oberstufe getrennt zu starten und dann im Orbit (LEO) anzudocken, und von dort bringt die Oberstufe den Satelliten zum GTO oder GEO. Der Vorteil ist man braucht ne viel kleinere Rakete aber dafür 2 Starts pro Nutzlast, oder nicht?? Seltsames Konzept, könnte sich aber tatsächlich lohnen. Man bräuchte 2 Ariane 6 für 1 Nutzlast und diese könnte größer sein, oder die Ariane 6 deutlich kleiner.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: blackman am 30. Juli 2015, 11:52:09
Ich könnte mir vorstellen das eine rießige Oberstufe in den Orbit gebracht wird, die dann etwa 3-4 Nutzlasten in den GEO tranportieren kann. (Vielleicht sogar alte Satelliten zurück  ::) ) Und dann wird nur noch alle 4 Flüge einmal aufgetankt. Das könnte sich schon lohnen (höhere Nutzlast beim Start?). Ein alternativ Konzept zu SpaceX. Müssen ja nicht alle gleich das selbe machen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 30. Juli 2015, 12:12:02
An anderer Stelle im Ariane 6 Thread hatten wir das doch schon mal diskutiert und mit Zahlen durchgespielt. Ergebnis: so eine "Doppelarchitektur" mit Tug zwischen LEO und GEO, bei denen der Tug entweder alle paar Missionen aufgetankt oder ersetzt wird, lohnt sich nicht. Man bekommt über die Zeit nicht mehr Nutzlast bei gleichem Aufwand in den GEO.

Holleser hatte es damals zuerst abgeschätzt und klar formuliert. Auch bei meinem Zahlenspiel schien es dann so, dass die Strecke LEO-GEO-LEO "zu groß" ist, also zu viel Energie erfordert, als dass man damit etwas einsparen könnte. Mit dedizierten Einzelmissionen fährt man mindestens gleich gut, eher sogar besser.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 08. Oktober 2015, 12:19:21
Wer hätte das gedacht, die deutsche Raumfahrtstrategie wird in diesem Monat 5 Jahre alt. Es ist wohl nicht zu erwarten, dass das jemand feiern wird. Schauen wir uns trotzdem mal an, was daraus geworden ist (oder noch werden soll ?):

Sie entstand im Jahr 2010 nachdem in Deutschland die Koalition aus CDU/FDP die Regierung übernahm und in USA Anfang 2010 ein umfassender Politikwechsel in der Raumfahrt vollzogen wurde. Die vorher gültige deutsche Strategie enthielt noch D-Mark Angaben, schon deswegen mußte wohl was Neues her.

Die Strategie benannte 8 Handlungsfelder, die wir hier mal überprüfen können:
1. Kompetenzen ausbauen
2. Rechtsrahmen schaffen
3. Forschung nachhaltig ausbauen
4. Neue Märkte erschließen
5. zivile und militärische Sicherheit
6. Rollenverteilung in Europa bestimmen
7. Rolle in der Exploration bestimmen
8. Zugang zum All sichern

Nun galt die Strategie schon damals nicht als besonders ambitioniert. Einen gewissen Wiedererkennungseffekt findet man zum Thema "Stärkung der ESA" und "Zugang zum All sichern". Dagegen scheint die Zielsetzung "Galileo/GMES haben höchste Priorität" und "robotische Raumfahrt zur Exploration bestimmen" eher im Dunst der Jahre verschwunden zu sein.

Klar, die ISS wurde mit ESA-Astronauten besucht und es gab Rosetta, aber diese Aktivitäten waren 2010 bereits weitgehend festgelegt, während die nächsten 5 Jahre eher unsicher sind.

Es gab zwischenzeitlich die neue Kooperation mit dem Orion/ESM, zum Zweck der ISS-Beteiligung, und Zweifel an der Umsetzung und Nachhaltigkeit im SLS-Programm dürften ziemlich groß sein. Man hört und liest jedenfalls sehr wenig dazu.

Industriepolitisch verhinderte man die geplante Fusions mit BAE. Aus EADS wurde Airbus und der Raumfahrtanteil teilt sich in Träger (ASL-JointVenture) und Satellitensparte. Die Bundesregierung fördert hauptsächlich OHB, MT Aerospace und andere KMUs. Neue Märkte? - sehe ich nicht.

Als neues Projekt scheint sich Ariane 6 zu entwickeln, immerhin wurde dafür das Budget aufgestockt und es sollen dort 3,5 Mrd € für Entwicklung investiert werden. Das ist immer noch viel weniger als für Galileo (6,5 Mrd € von 2014-20), aber Galileo ist praktisch aus der politischen Agenda verschwunden.

Zivile und militärische Sicherheit, dass soll wohl Galileo + Copernicus sein, und Sarah als SarLupe-Nachfolger wird wohl auch eher geschoben, da man die MwSt. in der Kalkulation übersah. Bei optischen Satelliten kooperiert man mit Frankreich, sprich man bezahlt für die Entwicklung dort, um später Bilder zu erhalten.

Gar nichts geworden ist aus der robotischen Raumfahrt. Von einigen Experimenten im Labor abgesehen. Man wollte ja auch nur "weiter prüfen".

"Die westliche Welt muss die Fähigkeit zur bemannten Raumfahrt behalten". Abgesehen davon, dass sie bzgl. Start nicht mehr vorhanden ist, hat sich die Zuverlässigkeit der Sojus weiterhin bewährt und die zwischenzeitlich eingetretenen politischen Probleme (Ukraine-Sanktionen) sich nicht ausgewirkt. "Man bleibt im Gespräch" miteinander. Das ist schön, aber irgendwann muß man auch da mal entscheiden/handeln.

Ok, Technologie kostet viel Geld, aber wenigstens ein Weltraumgesetz hätte es dann doch gemäß den Absichten geben können, jedoch wenn ich es Recht sehe, Fehlanzeige.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Lumpi am 08. Oktober 2015, 12:45:30
Was ist mir der Zusammenarbeit mit SNC - Dream Chaser?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 08. Oktober 2015, 15:20:09
Was soll damit sein? OHB kooperiert mit SNC und das DLR bezahlt es. Es ist aber nicht zu erwarten, das aus dem DreamChaser was wird.


Gestern fand eine Diskussion im ESOC über Exploration statt, sogar Bill Gerstenmaier war dabei. Medien waren aber nicht zugelassen, um "eine möglichst offene Diskussion zu ermöglichen".

http://www.dlr.de/pw/desktopdefault.aspx/tabid-10054/17194_read-44280/ (http://www.dlr.de/pw/desktopdefault.aspx/tabid-10054/17194_read-44280/)

Ist das nötig, bei dem Thema hinter verschlossenen Türen im dann doch größeren Kreis zu diskutieren? Haben die Fragezeichen im Vortrag von Frau Ehrenfreund Antworten erhalten?

Es sei ihnen ja gegönnt, aber fragwürdig find ich es trotzdem.

So bleibt mir nur zu erwähnen, dass die Bildauswahl teilweise eher "mutig" ist:
die NASA-Strategie von 2007 wird zitiert und das Shuttle-for-Sale-Foto verwendet. ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 08. Oktober 2015, 15:21:17
Das Weltraumgesetz existiert als Entwurf. Dann wird es sehr wahrscheinlich auch (bald?) kommen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 09. Oktober 2015, 23:14:38
Das DLR veröffentlichte Aussagen von Politikern und Stakeholdern zur zukünftgen Rolle von Deutschland und Europa in der Exploration.

http://www.dlr.de/pw/desktopdefault.aspx/tabid-10127/#gallery/26524 (http://www.dlr.de/pw/desktopdefault.aspx/tabid-10127/#gallery/26524)

Man sieht Deutschland im Vergleich zu den USA im Hintertreffen, was privates Engagement in der kommerziellen Raumfahrt angeht, obschon man Hochtechnologie besitzt.

Man hat aber auch keine Budgetspielräume (komisch der Haushalt ist die letzten Jahren geradezu explodiert.)

Zukunftsmacher sehen möglicherweise anders aus.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 06. November 2015, 12:30:27
Das BMVg will zur Auswertung der Daten von den Tandem-X Satelliten eine Software von Airbus kaufen - für 400 Mio €.

Die Tagesschau fragt sich, ob das ein Geschenk für das Pentagon ist.

Die Nutzung von Tandem-X sei bisher nur national vereinbart gewesen ?!

https://www.tagesschau.de/inland/bundeswehr-airbus-103.html (https://www.tagesschau.de/inland/bundeswehr-airbus-103.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: cullyn am 06. November 2015, 15:30:18
Das BMVg will zur Auswertung der Daten von den Tandem-X Satelliten eine Software von Airbus kaufen - für 400 Mio €.
https://www.tagesschau.de/inland/bundeswehr-airbus-103.html (https://www.tagesschau.de/inland/bundeswehr-airbus-103.html)

Es gibt leider aktuell nichts offizielles von Airbus, aber mein Kenntnisstand ist, dass es sich dabei nicht um Software, sondern aufbereitete Daten handelt => WorldDEM?.
Und das man die insbesondere dann nicht zum Freundschaftspreis bekommt, wenn man sie nach Kauf kostenlos an andere Staaten verteilen will, wundert mich nicht wirklich. Zumindest behaupten einige Quellen wie der Link oben, dass ein wichtiger Faktor ist, dass die USA an die Daten wollen (ohne selber dafür zu zahlen).
Siehe auch schon dieser Thread im April. So ganz neu ist das Anliegen der Bundeswehr also nicht.

Wäre dann fast ein Kandidat zum verschieben in den Thread "falsche Nachrichten in der Presse".
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 06. November 2015, 16:41:56
Danke für den Hinweis, war mir nicht bewußt, dass das Thema schon länger existent ist.

Aktueller Anlaß ist die Beschlussvorlage im Parlamentsausschuß:
"Beschaffung von Rohdaten einschließlich Nutzungslizenzen der TanDEM-X-Mission, der erforderlichen Editier- und Validierungssoftware einschließlich Nutzungslizenzen sowie Aufbau und Betrieb eines Datenmanagementsystems"

Der Spiegel schreibt aktuell, dass es sich um Gegenleistungen für die Bereitstellung von Satellitenbilder der National Geospatial-Intelligence Agency (NGA) handeln soll.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-usa-draengen-auf-daten-deal-a-1060912.html#js-article-comments-box-pager (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-usa-draengen-auf-daten-deal-a-1060912.html#js-article-comments-box-pager)

Kommerzialisierung führt zur militärischen Nutzung - ich muß mir noch überlegen, was ich davon halten soll.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: cullyn am 09. November 2015, 10:25:37
Interessant wäre da die Bestellungsdetails zu kennen, aber die wird das BmVg nicht publizieren wollen.

Wenn der Spiegelartikel stimmt, geht es im Grunde darum für eine knappe halbe Milliarde Euro Rohdaten zu kaufen um sie weiter zu geben, Rohdaten, die man bereits besitzt allerdings ohne Lizenz zur Weitergabe. Sprich, man will im Grunde den Nachbarn etwas zu Weihnachten schenken, damit man selber auch wieder Geschenke bekommt und nimmt dafür ~400MEuro in die Hand. Kann man machen, warum auch nicht, wenn man nicht weiss wohin sonst mit dem Geld....  :-\


Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 09. November 2015, 10:40:41
Das DLR berichtet in seinem BerlinBulletin über "Aktuelles aus Regierung und Parlament".
http://www.dlr.de/pw/Portaldata/68/Resources/dokumente/berlinbulletin_ab08_2015/BerlinBulletin202015.pdf (http://www.dlr.de/pw/Portaldata/68/Resources/dokumente/berlinbulletin_ab08_2015/BerlinBulletin202015.pdf)

Da kommt alles Mögliche vor, nur leider nix zu der TanDEM-X Datenbeschaffung.

Nja, lesen wir halt amerikanische Medien, da steht, dass der Antrag auf Dezember vertagt wurde.
http://www.defensenews.com/story/defense/air-space/isr/2015/11/06/germany-supply-geo-data-35-military-partners/75301364/ (http://www.defensenews.com/story/defense/air-space/isr/2015/11/06/germany-supply-geo-data-35-military-partners/75301364/)

Letzter Satz: "Deutsche Steuerzahler werden zweimal zur Kasse gebeten, sagen Kritiker."
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 09. November 2015, 10:46:02
Nja, lesen wir halt amerikanische Medien, da steht, dass der Antrag auf Dezember vertagt wurde.
http://www.defensenews.com/story/defense/air-space/isr/2015/11/06/germany-supply-geo-data-35-military-partners/75301364/ (http://www.defensenews.com/story/defense/air-space/isr/2015/11/06/germany-supply-geo-data-35-military-partners/75301364/)

Letzter Satz: "Deutsche Steuerzahler werden zweimal zur Kasse gebeten, sagen Kritiker."

Aber das ist doch kein Einzelfall, tomtom. Sehr häufig muss man bei Kooperationsprojekten die ausländischen Medien lesen, weil sich hier im Lande (fast) niemand darum kümmert das mal zu kommunizieren.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 26. November 2015, 23:02:37
Nja, lesen wir halt amerikanische Medien, da steht, dass der Antrag auf Dezember vertagt wurde.

Ging das jetzt doch schneller? Die Bundeswehr und Airbus DS haben einen Vertrag über das globale TanDEM-X Höhenmodell unterzeichnet.

http://www.bdli.de/index.php?option=com_content&view=bdliarticle&layout=lrifakten&id=3945&Itemid=61 (http://www.bdli.de/index.php?option=com_content&view=bdliarticle&layout=lrifakten&id=3945&Itemid=61)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 18. Dezember 2015, 23:54:46
Die SPD beschließt auf ihrem Bundesparteitag unter Nr. 36 das Galileo Projekt zu fördern. Da heißt es: "Das Projekt Galileo ist vorbildlich."

https://www.spd.de/aktuelles/bundesparteitag-2015/beschluesse/ (https://www.spd.de/aktuelles/bundesparteitag-2015/beschluesse/)

Da hab ich so meine Schwierigkeiten, das als vorbildlich zu sehen.

Ein anderer Beschluss der Bundesregierung ist 2014 die "Digitale Agenda". Dort heißt es:
Zitat
Auch der wissenschaftliche Austausch kommt heute an der Digitalisierung nicht vorbei. Wissenschaftler wollen unkompliziert Informationen austauschen und über Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiten.

In einer möglichst lückenlosen Kette von der Grundlagenforschung bis hin zur Umsetzung sollen Forschungsergebnisse schneller den Weg in innovative Anwendungen finden: Das trägt zu neuem Wohlstand und sicheren Arbeitsplätzen der Zukunft bei.

Auch für Kultur-und Medienschaffende ist das Internet eine Quelle der Inspiration. Es eröffnet zugleich neue Nutzungsmöglichkeiten, Geschäftsmodelle und Verbreitungswege.

Vielleicht könnte die (europäische) Raumfahrt hier mal eine Vorreiterrolle spielen, zumindestens wenn man jetzt nicht gleich an Rosetta/MPS/Osiris denkt.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 18. Januar 2016, 19:02:02
BMWi will einen Aktionsplan Raumfahrt entwickeln:

"Maßgeblich getrieben durch amerikanische Unternehmen und NASA hat sich die Kommerzialisierung der bisher stark von Staatsaufträgen getragenen Raumfahrt rasant beschleunigt. Neue Geschäfts- und Finanzierungsmodelle haben sich entwickelt. Dies bietet einer technologisch gut aufgestellten deutschen Industrie neue Möglichkeiten – insbesondere auch mit ihrer starken Position im Bereich Komponenten und Bauteile. Gleichzeitig wird die Raumfahrt zu einem großen Teil staatlich geprägt bleiben.

Das BMWi begleitet den Prozess mit einem Aktionsplan „Zukunftsperspektiven der deutschen Raumfahrtindustrie – eine Antwort auf die Kommerzialisierung globaler Märkte“. Dieser umfasst aktuell insbesondere folgende Maßnahmen:

– Durchführung einer umfassenden Studie zur Kommerzialisierung der Raumfahrt,
– Evaluierung des Nationalen Programms für Weltraum und Innovation,
– Unterstützung der Zulieferer im Rahmen der Komponenteninitiative des DLR-Raumfahrtmanagements,
– ein fortgesetzter Dialogprozess mit dem BDLI-Forum Raumfahrt und Sozialpartnern sowie
– Durchführung der Nationalen Raumfahrtkonferenz „Zukunftsperspektiven der deutschen Raumfahrtindustrie“ voraussichtlich im Herbst 2016."

http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/G/gemeinsame-erklaerung-branchendialog-luft-raumfahrt,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf (http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/G/gemeinsame-erklaerung-branchendialog-luft-raumfahrt,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 18. Januar 2016, 20:06:22
Das BMWi merkt auch alles. Das hätte man schon 2010, allerspätestens 2012, merken können. Vor 4-6 Jahren wohlgemerkt.

– Durchführung einer umfassenden Studie zur Kommerzialisierung der Raumfahrt,
– Evaluierung des Nationalen Programms für Weltraum und Innovation,
– Unterstützung der Zulieferer im Rahmen der Komponenteninitiative des DLR-Raumfahrtmanagements,
– ein fortgesetzter Dialogprozess mit dem BDLI-Forum Raumfahrt und Sozialpartnern sowie
– Durchführung der Nationalen Raumfahrtkonferenz „Zukunftsperspektiven der deutschen Raumfahrtindustrie“ voraussichtlich im Herbst 2016."

Ne Studie zur Kommerzialisierung der Raumfahrt.

Mein Gott, die NASA hat zum COTS Programm Archive mit Interviews, programmtischen Informationen, das ist alle öffentlich auf der NASA-Seite zugänglich, vielleicht das mal lesen?? Auch die ganzen COTS/CRS Verträge sind doch bis auf einige geschwärzte Details alle öffentlich zugänglich. Es gab jede Menge NASA TV Konferenzen, wo alle programmatischen Details detailliert erläutert wurden. Ich weiß diese Offenheit ist ein Schock für deutsche Politiker und Beamte, die Informationsfreiheitsgesetze seit Jahren wegen angeblicher möglicher Behördenüberlastung erfolgreich blockieren.

Hier der Link, extra nur fürs BMWi: http://www.jsc.nasa.gov/history/oral_histories/c3po.htm (http://www.jsc.nasa.gov/history/oral_histories/c3po.htm)
Hier das sehr interessante Interview mit Hans Königsmann: http://www.jsc.nasa.gov/history/oral_histories/C3PO/KoenigsmannH/KoenigsmannH_1-15-13.htm (http://www.jsc.nasa.gov/history/oral_histories/C3PO/KoenigsmannH/KoenigsmannH_1-15-13.htm)

Für den Rest empfehle ich www.google.de (http://www.google.de). Achja steht auch alles hier im Forum, nur hier liest natürlich keine von denen, das ist mir auch klar. Vielleicht das Problem.

Mein Gott das ist ja alles mal wieder Realsatire hier. ::)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Zenit am 18. Januar 2016, 20:25:51
Irre ich mich oder ist das mal wieder nur heiße Luft?

Gruß
Martin
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 18. Januar 2016, 22:56:29
Das BMWi merkt auch alles. Das hätte man schon 2010, allerspätestens 2012, merken können. Vor 4-6 Jahren wohlgemerkt.

Ich interpretiere es so:
Das BMWi hat es nicht gemerkt, die Industrie (BDLI) und die Gewerkschaften (IG Metall) sind zur Bundesregierung gegangen (im wesentlichen gings um Luftfahrt) und das BMWi will die Zulieferindustrie-Rolle und ein paar Start-ups.

Im Prinzip ja nichts Neues.
Fr. Ehrenfreund war auch nicht dabei. ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 29. Januar 2016, 11:40:26
DLR-Chefin Ehrenfreund spricht mit der Politik, diesmal mit SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann. Für ihn "war der aktuelle Stand der Entwicklung bei dem neuen Trägersystem Ariane 6 von großem Interesse".

http://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10857/1527_read-16550#/gallery/21820 (http://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10857/1527_read-16550#/gallery/21820)

Auch wir sind alle interessiert, wie auch an anderen Dingen der Raumfahrt. Auf den DLR-Webseiten ist der letzte Ariane News-Eintrag die Ministerratskonferenz 2014.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 22. Februar 2016, 22:02:49
Die Partei "Die Linke" interessiert sich für das europäische Datenrelaissystem ERDS und stellt umfangreiche und interessante Fragen dazu.

Der Kontext der Fragestellung behandelt die Nutzung durch Grenzpolizei und Militär, es wird aber auch gefragt nach der Kommerzialisierung durch Airbus DS (public-privat-partnership).

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/18/074/1807491.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/18/074/1807491.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 22. Februar 2016, 22:20:20
Die erste Frage der Linken kann man zur Hälfte auf der Webseite beantworten:
http://www.edrs-spacedatahighway.com/project-insights/project-partners (http://www.edrs-spacedatahighway.com/project-insights/project-partners)

Die Frage nach den Mitteln ist natürlich schon interessanter, leider werden Finanzdaten der Behörden in der europäischen Raumfahrt nur unzureichend kommuniziert. Der Rest der Fragen ist stark ideologisch geprägt, Richtung Militär, Kapitalismus etc.. das merkt man.

Die Linke sollte anfragen, wieviel Deutschland zu welchem ESA Programm beiträgt, das wäre schonmal interessanter.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 22. Februar 2016, 22:53:38
allgemeine Aussagen zum Haushaltüberschuss und zum langfristigen Tragfähigkeitsbericht hab ich gelöscht. Wir bleiben hier eng beim Thema Raumfahrtpolitik.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 26. Februar 2016, 15:33:57
Die Politik interessiert sich für die Ariane 6, informieren sich über den Entwicklungsstand und wünschen sich eine bessere Kommunikation.

http://www.dlr.de/pw/desktopdefault.aspx/tabid-10057/17249_read-45632/ (http://www.dlr.de/pw/desktopdefault.aspx/tabid-10057/17249_read-45632/)

Ja das wünscht sich so mancher, aber auch von der Politik in Sachen Raumfahrt.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 04. März 2016, 14:18:56
Staatssekretär Matthias Machnig stellt den Weiterbetrieb der ISS von 2020-24 in Frage.

Er fordert ein besseres Marketing und ein wissenschaftliches Konzept:  „Da muss, freundlich gesagt, noch nachgearbeitet werden“.

... insbesondere zu klären, welche wissenschaftlichen Untersuchungen ausschließlich durch astronautische Raumfahrt und entsprechende Infrastrukturen bzw. den Weiterbetrieb der ISS erreicht werden können.

Man müsse sich jetzt entscheiden, ob man auf astronautische oder unbemannte Raumfahrt setze und über den Ressourceneinsatz nachdenken.

So könne Deutschland beispielsweise aus internationalen Projekten, wie der Entwicklung einer zukünftigen Trägerrakete, als wichtiger Partner nicht aussteigen.

http://www.dlr.de/pw/desktopdefault.aspx/tabid-10054/17194_read-45695/ (http://www.dlr.de/pw/desktopdefault.aspx/tabid-10054/17194_read-45695/)

Ich würde sagen, selbstgemachte Baustellen. ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Mirka am 04. März 2016, 16:10:01
Ich würde sagen, selbstgemachte Baustellen. ;)

Dem kann ich nur zustimmen.

Man müsse sich jetzt entscheiden, ob man auf astronautische oder unbemannte Raumfahrt setze und über den Ressourceneinsatz nachdenken.

Das riecht für mich nach Budgetkürzungen. Abgesehen davon braucht man beides: medizinische Experimente klappen mit Robotern genauso schlecht wie eine bemannte Mission zum Pluto.

"Das Marketing müsse laut Machnig besser werden. Reine industriepolitische oder regionalpolitische Argumente reichten nicht aus. Er forderte erkennbare Beispiele, die die Fantasie anregen."
Dafür sollte man dann aber nicht die bemannte Raumfahrt einstellen. Es kennen viel mehr Leute einen Alexander Gerst als die Raumsonde Rosetta...
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 04. März 2016, 18:39:37
So könne Deutschland beispielsweise aus internationalen Projekten, wie der Entwicklung einer zukünftigen Trägerrakete, als wichtiger Partner nicht aussteigen.

Implizit: So könne Deutschland beispielsweise aus internationalen Projekten, wie [der ISS], als [un]wichtiger Partner [eventuell] aussteigen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 09. März 2016, 00:43:04
Die Partei "Die Linke" interessiert sich für das europäische Datenrelaissystem ERDS und stellt umfangreiche und interessante Fragen dazu.

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/18/074/1807491.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/18/074/1807491.pdf)

und hier ist die Antwort der Bundesregierung:
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/18/077/1807754.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/18/077/1807754.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Doc Hoschi am 09. März 2016, 06:29:01
Ist eine derartig umfangreiche Fragestellung zu einem Thema so wichtig für die linke Politik?
Als ABM für die Regierung scheint mir der Fragenkatalog zu spezifisch zu sein. Das erweckt den Anschein, dass hier eine externe Interessensgruppe an die Linke herangetreten ist und die Anfrage erbeten hat.
Entweder sind normale Anfragen vom Umfang der Fragestellungen her noch größer, oder der Vermerk "kleine Anfrage" für 33 Einzelfragen ist eindeutig sarkastisch gemeint.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Spike77 am 09. März 2016, 06:44:23
da kann ich dich beruhigen, dieser Umfang ist normal.

"Kleine Anfrage" steht dort, weil das parlamentarische Instrument so heißt, über dass die Anfrage gelaufen ist. Das Pendant dazu ist die "Große Anfrage", welche allerdings von mehreren Abgeordneten gestellt werden muss, während bei der "Kleinen Anfrage" ein einzelner Abgeordneter ausreicht.

Das ganze Prozedere ist in der Geschäftsordnung des Bundestages klar geregelt.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Doc Hoschi am 09. März 2016, 06:59:36
Danke, gut zu wissen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: TWiX am 09. März 2016, 08:57:55
Ist eine derartig umfangreiche Fragestellung zu einem Thema so wichtig für die linke Politik?[...]
"Die Linke" reibt sich vor allem daran, dass EDRS dazu verwendet wird, Daten von Aufklärungssatelliten zu übertragen. Der andere Punkt, der ihnen nicht passt, ist, dass Airbus ihrer Ansicht nach die EU mit dem PPP-Vertrag ausnimmt...
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 30. März 2016, 12:37:25
Abgeordneter der Links-Partei Michael Leutert stellt Strafanzeige gegen den Vertrag der Bundeswehr mit Airbus (Terra-Sar-X, Tandem-X), da dieser gegen das Außenwirtschaftsrecht verstoßen soll.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/tandem-x-sorgt-fuer-aerger-im-verteidigungsministerium-14144975.html (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/tandem-x-sorgt-fuer-aerger-im-verteidigungsministerium-14144975.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 30. April 2016, 23:40:10
Der BDLI hat klare Erwartungen an die Politik:

Zitat
Es gilt insbesondere, gemeinsam den neuen Herausforderungen zu begegnen, die sich durch die sich wandelnde Raumfahrtlandschaft weltweit stellen. Durch US-amerikanische Wettbewerber und neue Akteure wird in Deutschland und Europa unter dem Schlagwort „New Space“ verstärkt die Kommerzialisierung in der Raumfahrt diskutiert. „Auf Basis der zur Kommerzialisierung in der Raumfahrt seitens des BMWi in Auftrag gegebenen Studie müssen gemeinsame Lösungsansätze gefunden werden mit dem Ziel, die deutsche Raumfahrt weiterhin wettbewerbsfähig aufzustellen“, erklärte Gerwert. „Die Industrie hat mit der Gründung des Unternehmens Airbus Safran Launcher und der Beteiligung an OneWeb wichtige Schritte hin zu mehr Kommerzialisierung unternommen. Entscheidend ist nun, entsprechende politische und rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen und gemeinsam Strukturen, Beschaffungsprozesse, Genehmigungsverfahren, Standards und Qualitätsanforderungen auf den Prüfstand zu stellen.“

Raumfahrt trägt entscheidend zur Lösung der globalen gesellschaftlichen Herausforderungen bei. „New Space“ bietet dafür ein zusätzliches neues Betätigungsfeld und neue Chancen. Allerdings ist und bleibt Raumfahrt stets Staatsaufgabe!

Die deutsche Raumfahrtindustrie setzt daher insbesondere auch bei der nächsten ESA-Ministerratskonferenz im Dezember 2016 auf eine Fortsetzung der starken deutschen Beteiligung der vergangenen Jahre und eine konsequente Weiterführung der 2014 getroffenen Beschlüsse.
http://www.bdli.de/index.php?option=com_content&view=bdliarticle&layout=press&id=4067&Itemid=16 (http://www.bdli.de/index.php?option=com_content&view=bdliarticle&layout=press&id=4067&Itemid=16)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 17. Mai 2016, 15:53:32
Kanzlerin Merkel besucht morgen das DLR und das EAC in Köln.

Sie sagt im Video-Potcast, Raumforschung ist nützlich, die ESA-Mittel fließen nach Deutschland zurück und es seien für die europäische Raumfahrt wichtige Entscheidungen getroffen worden, auch für die Trägerraketen.

http://www.bundeskanzlerin.de/Webs/BKin/DE/Mediathek/Einstieg/mediathek_einstieg_podcasts_node.html?id=1949820&cat=podcasts (http://www.bundeskanzlerin.de/Webs/BKin/DE/Mediathek/Einstieg/mediathek_einstieg_podcasts_node.html?id=1949820&cat=podcasts)

Vielleicht gibt sie ja auch bekannt, was Wörner zu Jahresbeginn ankündigte, wer der nächste deutsche Astronaut wird?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Hermes am 17. Mai 2016, 17:24:33
Der Begriff "Kommerzialisierung" wird natürlich auch gerne als Schlagwort gebraucht. Man muß schon sagen, was man kommerzialisiert - Fertigung von Komponenten, oder Entwicklung und Betrieb von Systemen. Weiter kommt es auch darauf an, wer Kunde ist.
Im strengen Sinn kommerziell entwickelte und betriebene (Raumfahrt-)Systeme gibt es im nur Nachrichtenbereich und (teilweise) in der Erdbeobachtung. Alles andere sind öffentliche Aufträge.
Wenn die Entwicklung von Trägern vom öffentlichen Tropf weg soll, braucht es dazu Voraussetzungen, Kapital, Markt, Kunden, Startplatz. Da wird es in Europa eng, in D sowieso. Nebenbei, auch Herr Musk hatte am Anfang staatliche Zusagen, und hat sie heute noch.
Bemannte Raumfahrt läuft nur im internationalen Verbund.
Über die Finanzierung wissenschaftlicher Missionen brauchen wir nicht zu reden.
hg
Hermes

 
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: ZeT am 17. Mai 2016, 17:34:43
Wenn das Merkelsprech ist, dann bedeutet das "weniger öffentliche Mittel für die Raumfahrt".
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: -eumel- am 17. Mai 2016, 17:39:31
Bemannte Raumfahrt läuft nur im internationalen Verbund.

Offensichtlich nicht!  ::)

In der ESA sind 22 Staaten = keine bemannte Raumfahrt.
Bemannte Raumfahrt gibt es bisher nur in Einzelstaaten: Russland, USA und China.
Noch kleiner scheint es besser zu gehen: Eine Privatfirma will sogar den Mars besiedeln!

Im internationalen Verbund warten nur alle darauf, dass die anderen bezahlen.
Weil das aber alle tun, wird das nichts. :(
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Hermes am 17. Mai 2016, 17:48:13
Mit China hast Du schon recht, man muß da aber den Stand und die Randbedingungen sehen. Das ISS Programm ist international, und Orion läuft auch nicht ohne Europäer.
Die PR oder Träume des Inhabers der kleinen Privatfirma sind bekannt. Mich würde mal sein Programmentwurf basierend auf nicht staatlichem Geld interessieren. Mit Träger in den Erdorbit, Stufe und Habitat zum Mars, usw.
hg
Hermes
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 17. Mai 2016, 18:12:13
Das ISS Programm ist international, und Orion läuft auch nicht ohne Europäer.

Naja der europäische Beitrag zu Orion ist dazu da, um das Programm in Amerika politisch zu stabilisieren. Außerdem musste den Europäern eine Gelegenheit gegeben werden, ihren ISS Beitrag nach dem Ende des ATVs weiterzuzahlen. Wenn die Amerikaner nicht bei Orion eine Möglichkeit geschaffen hätten, wäre Europa jetzt wohl aus der ISS ausgestiegen. Und wenn die Europäer aus der ISS ausgestiegen wären, wäre das ganze Projekt ISS gefährdet gewesen.

Die Amerikaner haben mehr als genug Geld um Orion alleine zu bauen, beschleunigt wird das Projekt durch Europa auch nicht. Die Amerikaner pumpen 1 Milliarde pro Jahr in Orion, 2 Milliarden pro Jahr in SLS. Da ist der europäische Beitrag doch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: -eumel- am 17. Mai 2016, 18:48:48
Also wenn ich das richtig verstanden habe, beschränkt sich die europäische Beteiligung an Orion auf die Lieferung des Service-Moduls.
Davon haben sie ganze zwei Stück bestellt. :-\

Die Amerikaner haben schon Service-Module gebaut, als es noch gar keine ESA gab.
Sie können gewiss ein eigenes bauen und brauchen dafür keine Europäer.

Wenn die europäische bemannte Raumfahrt darin besteht, Service-Module für außereuropäische Länder zu liefern, ist das doch irgendwie arm, oder? ??? :-\
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 17. Mai 2016, 18:55:17
Alexander Gerst hat die Bundeskanzlerin nach Köln eingeladen. Es geht also auch um nationale bemannte Raumfahrt.

Bei all der Kommerziallisierung macht es wahrscheinlich nichts aus, dass Facebook den "Facebook Space Day" ausruft, das Treffen auf Facebook streamt und sich dabei wohl gut in Scene setzt.

 http://de.newsroom.fb.com/news/2016/05/bundeskanzlerin-merkel-live-ueber-facebook-im-europaeischen-weltraumzentrum-am-18-mai-2016/ (http://de.newsroom.fb.com/news/2016/05/bundeskanzlerin-merkel-live-ueber-facebook-im-europaeischen-weltraumzentrum-am-18-mai-2016/)

Da erwächst spacelivecast wohl ernstzunehmende Konkurrenz. ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Hermes am 18. Mai 2016, 09:05:00
Zitat
Also wenn ich das richtig verstanden habe, beschränkt sich die europäische Beteiligung an Orion auf die Lieferung des Service-Moduls.
Davon haben sie ganze zwei Stück bestellt. :-\

Die Amerikaner haben schon Service-Module gebaut, als es noch gar keine ESA gab.
Sie können gewiss ein eigenes bauen und brauchen dafür keine Europäer.

Wenn die europäische bemannte Raumfahrt darin besteht, Service-Module für außereuropäische Länder zu liefern, ist das doch irgendwie arm, oder?
Das ESM ist immerhin eines der beiden Elemente des MPCV. Es umfaßt Antrieb, Energieerzeugung, Thermalregelung, Gas- und Wasserversorgung. Was ist daran bitte arm?
Und haben die Amerikaner von ihrem eigenen Hersteller des CM mehr als zwei bestellt?
Daß Orion amerikanisch dominiert ist, ist ja unbestritten.
Zitat
Und wenn die Europäer aus der ISS ausgestiegen wären, wäre das ganze Projekt ISS gefährdet gewesen.
Wenn auch eher politisch, trotzdem q.e.d.

hg
Hermes
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 26. Juni 2016, 22:08:26
MdB Riesenhuber fordert im Bundestag in der Debatte über Forschung und Innovation:

"... Die Industrie darf dabei nicht alleine auf das  schauen, was der Staat hier beschließt und als geniale  Ziele vorgibt, sondern auf den Markt, und sie muss das Potential so nutzen, wie das in den USA schon geschieht. In den USA sind im letzten Jahr knapp 2 Milliarden Dollar an Wagniskapital in Space-Start-ups bzw. NewSpace  investiert worden. Das müssen wir auch hinkriegen."

http://www.innomonitor.de/index2.php?id=132&be=3915 (http://www.innomonitor.de/index2.php?id=132&be=3915)

Na dann kann ja nichts mehr schief gehen. ;)

Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 02. Juli 2016, 10:31:08
Die Raumfahrtlobby im Bundestag. Vor ein paar Monaten hat abgeordnetenwatch auf Herausgabe der Hausausweisliste im Bundestag geklagt. Hier ist die Liste:
https://www.abgeordnetenwatch.de/blog/lobbyliste (https://www.abgeordnetenwatch.de/blog/lobbyliste)

Folgende Unternehmen mit Raumfahrtbezug haben ungehinderten Zugang zu den Abgeordnetenbüros:
Airbus Group: 7 Ausweise, genehmigt von CDU
BDLI: 2 Ausweise, genehmigt von CDU
DLR: 4 Ausweise, genehmigt von CDU
EADS Deutschland GmbH: 3 Ausweise, genehmigt von CDU
Forum Luft- und Raumfahrt e.V.: 1 Ausweis, genehmigt von CDU
MPG: 6 Ausweise, 1 genehmigt von CDU, 5 SPD
IABG mbH, 1 Ausweis, genehmigt von SPD
OHB AG: 2 Ausweise, genehmigt von CDU
RUAG: 1 Ausweis, genehmigt von CDU
Thales Deutschland: 4 Ausweise, genehmigt von CDU
Thales Group: 2 Ausweise, genehmigt von CDU

Fazit: die CDU ist der große Freund der Luft- und Raumfahrtindustrie in Deutschland.

Hat OHB seine Ausweise benutzt, um für die redundante (und damit völlig sinnlose) Ariane 6 Boosterproduktion in Augsburg zu werben oder lief das über die bayerische Staatskanzlei?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 06. Juli 2016, 14:44:21
Bundesregierung beschließt Haushaltsentwurf 2017. Das nationale Raumfahrtprogramm bekommt etwas mehr 275,672 (273,450 in 2016). Die ESA bekommt nur noch 755,25 Mio. (782,25 Mio 2016).
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 09. September 2016, 21:47:50
Der Bundestag beschließt den Haushalt 2017 (+11,8 Mrd € auf 328,7 Mrd €) mit der ESA-Beteiligung von rund 755 Mio € und begründet die Reduzierung gegenüber 2017 mit geringeren Entwicklungskosten für die Ariane 6 in 2017.

http://www.dlr.de/pw/Portaldata/68/Resources/dokumente/berlinbulletin_ab08_2015/BerlinBulletin152016.pdf (http://www.dlr.de/pw/Portaldata/68/Resources/dokumente/berlinbulletin_ab08_2015/BerlinBulletin152016.pdf)

Ich wußte gar nicht, dass 2016 soviel mehr an A6 entwickelt wurde und wo ist da der Plan.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: cullyn am 11. September 2016, 11:46:52
Wo siehst du ein Problem, wenn bei ca 3% Haushaltswachstum die Raumfahrt ~2.5% weniger zur Verfügung hat, es muss sich halt jedes Resort (das nicht direkt Wählermehrheiten bringt) etwas an den neuen Stuergeschenken beteiligen, die gerade für das Wahljahr diskutiert werden  :o
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 12. September 2016, 09:37:20
Die Länder BW, Bayern und Bremen haben im Sommer ein gemeinsames Positionspapier an Merkel geschickt, damit die Raumfahrtkompetenzen gestärkt werden.

Bremen ist 2018 Ausrichter des IAC.

ESA-Chef Wörner sprach in seinem Vortrag über die Entwicklung und die Perspektiven der europäischen Raumfahrt, in dem er sich für einen optimistischen Blick nach vorne mutige Entscheidungen im Sinne einer gemeinsamen europäischen Raumfahrtstrategie aussprach.

http://senatspressestelle.bremen.de/detail.php?gsid=bremen146.c.181174.de&asl=bremen02.c.732.de (http://senatspressestelle.bremen.de/detail.php?gsid=bremen146.c.181174.de&asl=bremen02.c.732.de)

Dazu müßte es erstmal eine europäische Raumfahrtstrategie geben.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 10. November 2016, 18:40:39
Der Bundesnachrichtendienst bekommt einen eigenen Spionagesatelliten.

Kosten mindestens 400 Mio €.
Der BND will es mit Hilfe der Bundeswehr und des DLR entwickeln lassen.

http://www.sueddeutsche.de/politik/nachrichtendienste-bnd-bekommt-eigene-spionage-satelliten-1.3243519 (http://www.sueddeutsche.de/politik/nachrichtendienste-bnd-bekommt-eigene-spionage-satelliten-1.3243519)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 23. November 2016, 22:35:56
Der DLR-Vorstand informiert die CDU-Fraktion AG Wirtschaft und Energie über die Herausforderungen der ESA-Ministerratssitzung (welche denn?) und den DLR-Organisationsprozess (sh. ppt).

Herr Gruppe findet die Gewichtung von 75% ESA und 25% D-Budget im Vergleich zu anderen Ländern für unausgewogen.

http://www.dlr.de/pw/desktopdefault.aspx/tabid-10057/17249_read-47982/ (http://www.dlr.de/pw/desktopdefault.aspx/tabid-10057/17249_read-47982/)

Der Trend scheint aber weg zu gehen von Luft- und Raumfahrt.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 27. November 2016, 20:03:01
Der ehemalige Luft- und Raumfahrtkoordinator Peter Hintze ist verstorben.
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/peter-hintze-ist-tot-ein-demokrat-aus-dem-bilderbuch/14900350.html (http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/peter-hintze-ist-tot-ein-demokrat-aus-dem-bilderbuch/14900350.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 29. November 2016, 14:09:31
Grafik der FAZ:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/grafik-des-tages-wohin-die-subventionen-fliessen-14550629.html (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/grafik-des-tages-wohin-die-subventionen-fliessen-14550629.html)
https://www.ifw-kiel.de/pub/wipo/volumes/wipo_9.pdf (https://www.ifw-kiel.de/pub/wipo/volumes/wipo_9.pdf)

2015 hat Deutschland 150 Millionen an Subventionen in die Luft- und Raumfahrtindustrie gepumpt - laut Grafik.

Das kann nur stimmen, wenn quasi nichts eine Subvention ist. Laut Grafik sind Finanzhilfen und Steuererleichterungen eine Subvention.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 24. Januar 2017, 23:50:46
Die Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen diskutierte in einem Fachgespräch über Raumfahrt.

Im Mittelpunkt der Diskussion standen dabei die Beiträge der Raumfahrt zur Lösung der globalen Herausforderungen Klimaschutz und Entwicklungszusammenarbeit, die Kommerzialisierung der Raumfahrt sowie die Exploration des Sonnensystems.

http://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10857/1527_read-20758/#/gallery/25506 (http://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10857/1527_read-20758/#/gallery/25506)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 22. März 2017, 19:14:24
Frau Zypries legte heute im Bundestag einen neuen Bericht über die Deutsche Luft- und Raumfahrt vor.

http://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Technologie/bericht-der-koordinatorin-lur.pdf?__blob=publicationFile&v=18 (http://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Technologie/bericht-der-koordinatorin-lur.pdf?__blob=publicationFile&v=18)

Die letzten Jahre und wo man jetzt die Schwerpunkte setzen will, wird alles schön beschrieben.
Man sollte als Leser aber ein hohes Maß an Buzzword-Akzeptanz mitbringen. ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 18. April 2017, 11:06:40
Das Wirtschaftsministerium denkt darüber nach, ein Strategisches Innovationszentrum Deutschland nach Vorbild der DARPA zu gründen.

http://de.reuters.com/article/deutschland-innovationen-plan-idDEKBN17K0EW (http://de.reuters.com/article/deutschland-innovationen-plan-idDEKBN17K0EW)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 18. April 2017, 11:17:12
Das Wirtschaftsministerium denkt darüber nach, ein Strategisches Innovationszentrum Deutschland nach Vorbild der DARPA zu gründen.

http://de.reuters.com/article/deutschland-innovationen-plan-idDEKBN17K0EW (http://de.reuters.com/article/deutschland-innovationen-plan-idDEKBN17K0EW)

Hmm also viel hat die DARPA in der Raumfahrt bisher nicht hinbekommen. Von DARPA steht auch nix im Artikel, nur was von
Zitat
Das Ministerium denke zudem über den Aufbau einer staatlichen Denkfabrik nach US-Vorbild nach. Überlegt werde, ein strategisches Innovationszentrum zu schaffen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 28. April 2017, 12:10:44
Der Industrieverband BDLI vermeldet excellente Zahlen und wünscht sich weiterhin einen Koordinator für Luft- und Raumfahrt.

"In der Raumfahrt stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 17,3% auf 2,9 Mrd. Euro, die Zahl der Arbeitskräfte erhöhte sich um 5,7% auf 8.900 Beschäftigte."

https://www.bdli.de/meldungen/starkes-wachstum-rekordbeschaeftigung-luft-und-raumfahrtindustrie-2016-weiter-auf (https://www.bdli.de/meldungen/starkes-wachstum-rekordbeschaeftigung-luft-und-raumfahrtindustrie-2016-weiter-auf)

Ich frage mich, warum von dieser Raumfahrt in der Öffentlichkeit so wenig sichtbar ist.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tnt am 28. April 2017, 12:31:47
Nur 8900 Beschäftigte? Das ist so gut wie nichts! In Deutschland gibt es insgesamt knapp 44 Millionen Erwerbstätige!
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 28. April 2017, 13:47:01
Ich frage mich, warum von dieser Raumfahrt in der Öffentlichkeit so wenig sichtbar ist.
8900 Beschäftige sind Peanuts. Da gibts Unternehmen in Deutschland, die haben mehr als das 10fache davon.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 05. Juni 2017, 22:18:08
Die Bundestagswahl scheint langweilig zu werden, zumindestens in Sachen Raumfahrt.

Nur die Grünen thematisieren auf ihrer Webseite die Raumfahrt - Steuergelder im Weltraum - "Zivile Raumfahrt - Chance oder teure Ware?"
Sie stellen fest, dass der Bund jährlich 1,5 Mrd € ausgibt und wollen mit der Raumfahrt die sozial-ökologische Modernisierung und einen nachhaltig, gesellschaftlichen Wohlstand auch für künftige Generationen, Nutzen der Allgemeinheit im Vordergrund.

https://www.gruene-bundestag.de/themen/haushalt/steuergelder-im-weltraum-09-03-2017.html (https://www.gruene-bundestag.de/themen/haushalt/steuergelder-im-weltraum-09-03-2017.html)

Ich wußte gar nicht, dass die Grünen an der Regierung sind. ;)
Bebildert wird der Artikel dann nicht mit einem Klimasatelliten, sondern mit einem DLR-Rover, der wohl doch etwas cooler ist, auch wenn er bis jetzt nicht im Weltraum war. ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Zenit am 05. Juni 2017, 22:44:00
Zitat
Das Fachgespräch hat verdeutlicht, wie stark die zivile Raumfahrt die Lebenswelten der Menschen prägt. Die neusten Entwicklungen lassen eine Überprüfung sinnvoll erscheinen, welche aktuellen staatlichen Investitionen aus grüner Perspektive mittel- und langfristig sinnvoll und zukunftsfähig sind. Teure Prestigeprojekte im Weltraum gehören sicher nicht dazu. Wo Steuermittel eingesetzt werden, muss der Nutzen der Allgemeinheit im Vordergrund stehen. Das muss im Sinne heutiger und zukünftiger Generationen auch einen ökologisch-sozialen Mehrwert für die Gesellschaft bedeuten.

Das weckt meine Skepsis. Die Grünen sehen Raumfahrt offenbar als Mittel zum Zweck, eine "grüne" Gesellschaft zu erreichen. Die angesprochene Prüfung würde doch wahrscheinlich vor allem dazu führen, dass einige Raumfahrtprogramme gestrichen werden, es fehlen Beispiele, welche "teuren Prestigeprojekte im Weltraum" das genau sind. Welchen "ökologisch-sozialen Mehrwert" hat die Trägerentwicklung? Welchen "ökologisch-sozialen Mehrwert" haben Raumsonden zu anderen Himmelskörpern (JUICE etc.)? Welchen "ökologisch-sozialen Mehrwert" hat etwa das ESM? (abgesehen von ein paar hundert Arbeitsplätzen) Dieses Kriterium darf doch niemals das alleinig entscheidende sein, wenn es um staatliche Raumfahrtmissionen geht, für eine hinreichende Bewertung sind deutlich mehr Faktoren entscheidend. Wenn es mir nur um Raumfahrtpolitik gehen würde, würde ich einer Wahl der Grünen eher kritisch gegenüberstehen (das tue ich ohnehin, wenn auch primär aus anderen Gründen).

Gruß
Martin
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: MpunktApunkt am 06. Juni 2017, 19:04:31
Welchen "ökologisch-sozialen Mehrwert" hat die Trägerentwicklung? Welchen "ökologisch-sozialen Mehrwert" haben Raumsonden zu anderen Himmelskörpern (JUICE etc.)? Welchen "ökologisch-sozialen Mehrwert" hat etwa das ESM? (abgesehen von ein paar hundert Arbeitsplätzen)

Hallo,

ich sehe den sozialen Mehrwert der Raumfahrt im Erkenntnis- und Technologiegewinn. Mit dem Argument braucht man als Grüner nicht am Raumfahrtbudget rumstreichen.

Viele Grüße

Mario
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 19. Juni 2017, 23:41:13
In einer "kleinen Anfrage" fordert die Fraktion der Grünen eine Überprüfung der Raumfarhtstrategie von 2010 bzw. fragt, ob daran gearbeitet wird. Ihnen geht es um Klimaschutz und Innovation

Zitat
In Anbetracht der Höhe der von staatlicher Seite bereitgestellten finanziellen Mittel ist die politische Schwerpunktsetzung innerhalb der deutschen Raumfahrtagenda samt ihrer ökologischen, technologiepolitischen  und  industriepolitischen  Auswirkungen  ein  Prozess,  der sowohl in der parlamentarischen als auch in der öffentlichen Debatte vergleichsweise  wenig  Aufmerksamkeit  erfährt und der Zivilgesellschaft auch nur beschränkt Mitwirkungsmöglichkeiten einräumt. 

Die Kernthemen dürften im Bericht von Frau Zypries weitgehend bekannt sein. Die Antwort der Regierung auf die Anfrage liegt noch nicht vor, könnte aber in manchen Punkten dennoch interessant sein.

Die Grünen interessieren sich auch für wiederverwendbare Träger, Weltraumschrott, das Budget der bemannten Raumfahrt, Technologieentwicklung, DLR-Veränderungsbedarfe und Startups.

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/18/126/1812662.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/18/126/1812662.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 19. Juni 2017, 23:53:59
Zitat
Wie schätzt die Bundesregierung das Kosten-Nutzen-Verhältnis und die öko-logische Bilanz von der Wiederverwendung von Trägerraketen ein? 

Ja, Bravo für diese Frage.

Leider, leider ist es mit den Wegwerf-Raketen wie mit der Kohle. Ein Ende ist nicht in Sicht in Deutschland.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 20. Juni 2017, 00:02:51
Wiederverwendbarkeit von Trägerraketen in eine ökologische Bilanz zu rechtfertigen, erscheint mir dann doch Öko-Romantik zu sein.
btw, die Kohlesubventionierung läuft 2018 aus.

Was mich eher wundert, die Grünen scheinen den Aufwand für Galileo nicht zu thematisieren.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 27. Juni 2017, 13:44:35
Wirtschaftsministerin Zypries erklärt zwar die Digitalisierung und Luft-/Raumfahrt zu ihren Lieblingsthemen, will aber Jan Wörner zum Mond schicken, weil der dort Häuser bauen will und sich ansehen soll, wie es dort aussieht.

http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/was-haetten-sie-gerne-noch-erreicht_-frau-zypries_-15284864.html (http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/was-haetten-sie-gerne-noch-erreicht_-frau-zypries_-15284864.html)

Hört sich nicht so an, dass Frau Zypries Wörners Vorschlag besonders ernst nimmt.

Aber sie sagt auch, sie hört in der Politik auf damit jüngere dran kommen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 02. Juli 2017, 08:43:19
Bundesregierung beschließt Haushaltsentwurf 2017. Das nationale Raumfahrtprogramm bekommt etwas mehr 275,672 (273,450 in 2016). Die ESA bekommt nur noch 755,25 Mio. (782,25 Mio 2016).

Bundesregierung beschließt Haushaltsentwurf 2018. Das nationale Raumfahrtprogramm bekommt etwas mehr 276,283 Mio €. Die ESA bekommt 852,45 Mio €. Die Steigerung wird mit ISS-Beteiligung und Ariane 6 Entwicklung begründet. DLR-Betrieb bekommt auch mehr (369 nach 358,64 nach 300,5 Mio €).

http://www.dlr.de/dlr/Portaldata/1/Resources/documents/pw_berlinbulletin/2017/BerlinBulletin112017.pdf (http://www.dlr.de/dlr/Portaldata/1/Resources/documents/pw_berlinbulletin/2017/BerlinBulletin112017.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 12. Juli 2017, 09:27:30
Die Bundesregierung sieht keinen Bedarf an einer Änderung der Raumfahrtstrategie von 2010 und verfolgt langfristig nicht die Entwicklung von wiederverwendbaren Trägern.

Bis zum Jahr 2024 sind erhebliche Mittel in der Entwicklung der Ariane 6 gebunden und danach würde eine anschließende Entwicklung zu Lasten der Raumfahrtnutzung z.B. der Klimaforschung gehen.
Den Entwicklungsaufwand für Wiederverwendung schätzt man noch höher ein als für die A6.

Man will aber diurch Vorstudien die Bewertungskompetenz erhalten.

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/18/130/1813078.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/18/130/1813078.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 12. Juli 2017, 09:38:18
Das war mir klar.

Hoffnung auf Wiederverwendung in Europa gibt es keine.

Und das nach Ariane 6 nicht sofort Ariane 7 kommt war auch klar. Man will schließlich auch Missionen fliegen.

Da bleib ich weiter SpaceX-Fan. :)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Kryo am 12. Juli 2017, 10:00:40
Stimmt nun mal leider, dass ein großer Anteil des europäischen Raumfahrt-Budgets im Launcher-Bereich gebunden ist, und daher wenig Geld übrig bleibt, die Launcher auch entsprechend zu nutzen. Natürlich will jeder für seinen Bereich so viel wie möglich Investitionen, aber das geht halt leider nicht. Wenn wir nachher einen Super-Launcher haben, aber keine Forschungsmissionen oder Erdbeobachtungsmissionen mehr, dann haben wir nichts gewonnen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: proton01 am 12. Juli 2017, 12:17:47
Da bleib ich weiter SpaceX-Fan. :)

Bedingt das gleich alles andere für grundwegs schlecht zu halten ?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Calapine am 13. Juli 2017, 22:16:42
Würde sagen die Veränderung wird von den Franzosen angestoßen, Deutschland ist in diesem Bereich zu behäbig.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 19. August 2017, 13:26:32
Frau Zypries zieht sich aus dem Bundestag zurück. Wer wird neue(r) Luft- Raumfahrtkoordinator(in)?
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/deutscher-bundestag-welche-abgeordneten-ausscheiden-a-1163429.html (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/deutscher-bundestag-welche-abgeordneten-ausscheiden-a-1163429.html)

Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 19. August 2017, 13:59:43
Die Politik ist bereits gemacht, egal wer da kommt:

"Raumfahrzentrum rüstet für neue Bedrohungen auf"
https://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article211356977/Raumfahrzentrum-ruestet-fuer-neue-Bedrohungen-auf.html (https://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article211356977/Raumfahrzentrum-ruestet-fuer-neue-Bedrohungen-auf.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 19. August 2017, 15:24:33
Neuer Werbespruch ab 2018:
DLR - Wir machen alles. Außer Raumfahrt. 8)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Dano am 25. August 2017, 10:50:07
Schon irgenwie schade das heutzutage mehr Geld für Sicherheitsmaßnahmen ausgegeben werden muss als für die eigentliche Raumfahrt. Ich hoffe mal dass sich das in ein paar Jahren wieder bessert.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 27. August 2017, 18:54:19
Wow, Özdemir macht das Ende des Verbrennungsmotors zur Koalitionsbedingung.

Schön wäre, wenn die Grünen dann in ein paar Jahren auch das Ende von Wegwerfraketen zur Koalitionsbedingung machen würden, aber leider ist das wohl nicht wahlkampfrelevant genug.

Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 28. August 2017, 06:35:18
Ahem ... der Titel ist "Raumfahrtpolitik" ... nicht ein beliebiges Produkt der Bundespolitik mit einer konstruierten Krügge in die Raumfahrt zerren!
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 29. August 2017, 15:39:43
Ahem ... der Titel ist "Raumfahrtpolitik" ... nicht ein beliebiges Produkt der Bundespolitik mit einer konstruierten Krügge in die Raumfahrt zerren!

Elektromobilität und die Wiederverwendung von Trägerraketen sind doch von der Debatte sehr ähnlich.

Geringe Reichweite auf der einen Seite und weniger Nutzlast auf der anderen.
Beides Mal stellt sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit und dem Umweltschutz.

Dann will niemand Veränderung wegen Gefahr um Arbeitsplätze und den Technologiestandort Deutschland. Beide Male haben wir stark auf die falsche Technologie gesetzt, das rächt sich jetzt.

Ok es gibt doch noch ein paar Unterschiede:
Bei den Trägerraketen kommt noch die starke militärische Komponente dazu. Und die ESA hat den Geo-Return. Und laut ESA verhält es sich mit dem Recyclen von Trägerraketen wie mit  Plastikflaschen.

 => Keine Hoffnung auf Veränderung.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 29. August 2017, 16:22:10
Tobias,
nur weil man eine Parallele ziehen kann, wird daraus kein Raumfahrthema. Chip 5 aus meiner letzten Chipstüte sah im Sonnenuntergang auch aus wie Space ....
Also wenn wir hier diskutieren, dann bitte Raumfahrtpolitik und nicht alle anderen Politikfelder.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 29. August 2017, 18:24:01
Die neuste Umfrage zur Bundestagswahl zeigt, dass es für schwarz-gelb reichen könnte.

Da freut man sich schon in Frankreich bei CNES: diese Koalition hat Frankreich 2012 bei der Ministerratskonferenz über den Tisch gezogen ohne dass Deutschland es gemerkt hat. Die haben tatsächlich geglaubt, sie würden Ariane 5 ME bekommen. ;D
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: stillesWasser am 29. August 2017, 20:18:35
Die haben tatsächlich geglaubt, sie würden Ariane 5 ME bekommen. ;D
Haben sie ja auch bekommen...
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 29. August 2017, 21:31:49
Die haben tatsächlich geglaubt, sie würden Ariane 5 ME bekommen. ;D
Haben sie ja auch bekommen...

Ja Ariane 6 + Ariane 5 ME gleichzeitig. Das hätte ja auch garantiert geklappt. Dass Frankreich sich 2 Jahre später (wenn auch mit einem etwas anderen) Ariane 6 Konzept durchsetzt, war doch offensichtlich.

Selbst im besten Fall wäre Ariane 5 ME nur ein paar Jahre geflogen.

Ich hab mich jetzt auch bei SpaceNews registriert und was ich da lese, ist der Anfang vom Ende des europäischen Raumtransports....

Zitat
The design of the rocket — two solid-fueled lower stages and a cryogenic upper stage, plus solid-fueled strap-on boosters — was frozen Nov. 21 during a meeting of ESA government ministers.ESA Launcher Director Antonio Fabrizi said this design, and no other, is what ministers approved.

Deutschland hat sich über den Tisch ziehen lassen, ich kanns nicht fassen. Für kurz-/mittelfristige Ziele (Ariane 5 ME) hat man die Zukunft geopfert. Man kann allen jungen Ingenieuren nur raten, schnell eine Greencard für die USA zu beantragen.

Willkommen zu 30 Jahren Stagnation im europäischen Raumtransport und 30 Jahre keine bemannte europäische Raumfahrt.  >:( >:( >:( >:(

Glückwunsch an SpaceX, aufgrund überlegener strategischer Entscheidungen hat man bereits gewonnen bevor der Konflikt überhaupt erst ausgebrochen ist. Die Konkurrenten von SpaceX zerlegen sich aufgrund schlechter strategischer Entscheidungen gerade alle selbst, Musk muss gar nichts mehr machen.

Das Ariane 6 Konzept wurde zwar inzwischen beerdigt aber auch das neue Konzept bietet weder Wiederverwendbarkeit noch bemannte Raumfahrt und ist meiner Meinung nach Ausdruck von technischer Stagnation.

Im November jährt sich die Konferenz von damals zum 5ten Mal. SpaceX hat gigantische Fortschritte gemacht und in Europa ist nichts passiert. Das hat mich ja jetzt mal überhaupt nicht überrascht.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: stillesWasser am 29. August 2017, 22:58:26
Ich wollte eigentlich darauf hinaus, dass das was heute Ariane 6 heißt schon sehr nah an der Ariane 5ME ist, allerdings mit dem Vorteil von etwas mehr Flexibilität was die Konfiguration betrifft. Vom damaligen französischem A6 Konzept ist eigentlich nur noch der Name geblieben.

Natürlich hast du Recht, dass das Level der Innovation was Trägerraketen betrifft doch sehr dürftig in Europa ist, aber ob man in der aktuellen Gesamtsituation als Greencard Besitzer in den USA glücklich wird, wage ich dann doch zu bezweifeln  ;D

Allerdings weichen wir vom Thema ab...
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: proton01 am 29. August 2017, 23:20:01
Die haben tatsächlich geglaubt, sie würden Ariane 5 ME bekommen. ;D
Haben sie ja auch bekommen...

Ja Ariane 6 + Ariane 5 ME gleichzeitig. Das hätte ja auch garantiert geklappt. Dass Frankreich sich 2 Jahre später (wenn auch mit einem etwas anderen) Ariane 6 Konzept durchsetzt, war doch offensichtlich.

Selbst im besten Fall wäre Ariane 5 ME nur ein paar Jahre geflogen.

Das Ariane 6 Konzept wurde zwar inzwischen beerdigt aber auch das neue Konzept bietet weder Wiederverwendbarkeit noch bemannte Raumfahrt und ist meiner Meinung nach Ausdruck von technischer Stagnation.

Im November jährt sich die Konferenz von damals zum 5ten Mal. SpaceX hat gigantische Fortschritte gemacht und in Europa ist nichts passiert. Das hat mich ja jetzt mal überhaupt nicht überrascht.

Ariane 6 ist eine verkleinerte und vereinfachte Ariane 5 Zentralstufe mit einem zur Kostenreduktion modifizierten Vulcain 2 Triebwerk, plus 2 oder 4 Feststoffboostern, welche auch als Unterstufe der vergrößerten Vega-Raketen dienen, plus einer neue Oberstufe, welche das für A5ME bereits entwickelte Vinci Triebwerk benutzt. Gegenüber dem A5ME Konzept sind in der Oberstufe manche  technische Lösungen durch einfachere ersetzt, ebenfalls um Kosten zu sparen, und das Vinci Triebwerk hat keine Ausfahrdüse mehr sondern eine fixe Düse.

SpaceX betreibt eine Falcon 9 Rakete und verbesserte diese durch den Betrieb kontinuierlich. Die dazu parallel in der Entwicklung befindliche FH hat ja auch schon einige Verzögerungen erfahren.

Arianespace betreibt eine A5ECA, bei der nur durch Verringerung der Reserven der Einsatzbereich kontinuierlich erweitert wird, parallel dazu entwickelt die ArianeGroup die Ariane 6. Ab dem Erststart wird dann die A5 nach und nach durch die A6 ersetzt.

Dass auch fünf Jahre nach der Entscheidung für Ariane 6 auf der damaligen Konferenz (eigentlich sind es nur etwa 2 1/2 Jahre, die Entscheidungen für das jetzige A6 Konzept und für den Abbruch der A5ME-Entwicklung wurden im Dezember 2014 getroffen) noch nichts geflogen ist, ist ganz normal. Es wird noch entwickelt, gebaut und getestet. FH ist ja auch noch nicht geflogen. Im Jahre 2011 hat SpaceX den Erststart der Falcon Heavy für 2013 angekündigt [deutsches Wikipedia, siehe dazu auch die Grafik dort], aber wir warten immer noch darauf. Derartige Verzögerungne könnten natürlich theoretisch auch Ariane 6 treffen.

Das Ariane 6 Konzept zielt vor allem auf günstige Kosten. Dazu gehört auch daß die Feststoffbooster auch für Vega C verwendet werden, durch die höheren Produktionszahlen sollen die Kosten weiter sinken. Dem widerspricht dann aber der deutsche Anspruch, eine zweite Produktionslinie bei MT-Aerospace in Augsburg aufzubauen, zusätzlich zu Avio in Collefero. Das macht nur Sinn wenn MT-A nachweisen kann daß deren Technologie sehr viel billiger produziert werden kann als diejenige von Avio.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Klakow am 30. August 2017, 10:17:16
Leider hat Deutschland ja ein kaum behebbares Problem, bis auf polare Bahnen, gäbe es kaum die Möglichkeit auf deutschem Grund einen Startplatz zu bauen.
Vielleicht ist das einer der Gründe warum Frankreich hier eine Führungsrolle hat.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: -eumel- am 01. September 2017, 14:29:48
Horst Lünig spricht in seinem Unterblog darüber,
wie man in Deutschland eine eigene Weltraumfirma gründen kann,
bzw. warum man in Deutschland keine Weltraumfirma gründen kann:

https://www.youtube.com/watch?v=fdP-HPQ6cJg (https://www.youtube.com/watch?v=fdP-HPQ6cJg)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 09. September 2017, 07:32:46
Die Bundesregierung feiert 50 Jahre ESOC und sieht große Herausforderungen der Digitalisierung und glaubt an Großkonstellationen. Man ist stolz, nächstes Jahr den ISS Kommandanten stellen zu dürfen.

https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2017/09/2017-09-raumfahrt-esoc.html (https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2017/09/2017-09-raumfahrt-esoc.html)

Konkrete Zukunftspläne werden nicht genannt. Vielleicht landet Merkel doch im Technikmuseum.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 13. September 2017, 15:31:39
Die Bundesregierung beschließt zwar keine neue Raumfahrtstrategie, aber eine nationale Copernicus-Strategie mit 5 Zielen:

1. Orientierung an Nutzen und Bedarf
2. Wachstumsimpulse für die deutsche Wirtschaft
3. Stärkung internationaler Zusammenarbeit
4. Beteiligung der deutschen Industrie, Wissenschaft und Institutionen
5. Sicherung der Nachhaltigkeit und Weiterentwicklung von Copernicus

https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2017/09/2017-09-13-copernicus-strategie.html?nn=434518 (https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2017/09/2017-09-13-copernicus-strategie.html?nn=434518)

ok, für die Ziele müßte man jetzt eigentlich keine Strategie beschließen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 13. September 2017, 15:54:54
Liest sich schon schmal und selbsterklärend ... Braucht man das vielleicht, um die deutsche Position zum Programm gegenüber den europäischen Partnern darzustellen und zu verteidigen? Dann wäre diese Strategie eine Art "Antwort" auf anderslautenden Ideen zu Copernicus.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Klakow am 13. September 2017, 17:46:31
Schon der erste Punkt ist ein einziges Armutszeugnis. am "Bedarf"???
Der Begriff ist im Zusammenhang mit Forschung ziemlicher Unfug, Forschung ist erstmal ohne genaues Ziel, sonst kann man auch gleich Entwicklung
hinschreiben.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 13. September 2017, 17:50:52
Hallo Klakow,

natürlich am Bedarf! Copernicus ist eine Infrastruktur, die einen gesellschaftlichen Bedarf abdeckt, dauerhaft. Außerdem haben auch Wissenschaftler einen Bedarf was sie untersuchen wollen, der artikuliert und definiert werden muss, um eine passende "Maschine" für sie zu bauen. In jeder Wissenschaftsmission stehen am Anfang die "user requirements".
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 14. September 2017, 10:36:08
naja, ganz so natürlich ist es nicht. Copernicus mag am wissenschaftlichen Bedarf ausgelegt worden zu sein, aber jetzt soll es ja um die wirtschaftliche Anwendung gehen und die "user" sollen erst noch gefunden werden.

Nicht ganz nachvollziehen kann ich die These, dass es unterschiedliche Interessen in der EU gibt und D da mit der Strategie etwas adressieren will, aber möglich wär es. Das ist eher eine Frage der Transparenz.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 14. September 2017, 10:46:08
Hallo tomtom, GMES steht/stand für Global Monitoring for Environment and Security ... "wissenschaftlichen Bedarf" sehe ich da nicht primär oder gar singulär. Es ging von Anfang an um Geoinformationen an sich ... mit beliebiger Nutzung zu Umwelt und Sicherheitsvorsorge danach. Wer immer eine Idee hat, ob wissenschaftlichh, behördlich oder wirtschaftlich, darf die Daten in sein Produkt einbauen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 19. Dezember 2017, 23:44:09
Alexander Gerst bei Kanzlerin Merkel

Merkel: "Raumfahrt verbindet, und zwar nicht nur Europa, sondern eben auch viele Länder der Welt."

https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2017/12/2017-12-19-gerst-kanzleramt.html (https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2017/12/2017-12-19-gerst-kanzleramt.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 07. Februar 2018, 15:26:47
Peter Altmaier wird Wirtschaftsminister* in der neuen GroKo und ist damit für die deutsche Raumfahrt zuständig:
https://www.focus.de/politik/deutschland/groko-kabinett-altmaier-wird-wirtschaftsminister-von-der-leyen-behaelt-verteidigung_id_8430485.html (https://www.focus.de/politik/deutschland/groko-kabinett-altmaier-wird-wirtschaftsminister-von-der-leyen-behaelt-verteidigung_id_8430485.html)

*wenn es die SPD-Mitglieder nicht noch verhinden.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 07. Februar 2018, 16:13:04
Wenn Raumfahrt beim BMWi bleibt ... auch das könnte man in einer neuen Regierung ja neu zuschneiden/verteilen. Aber Luft- und Raumfahrt sieht man wohl strategisch mehr bei der Wirtschaft, weniger bei der Forschung ... also sollte es bleiben.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 07. Februar 2018, 17:31:28
Der Koalitionsvertrag heißt "Ein neuer Aufbruch für Europa..." und man bekennt sich zur Industrie.

In Sachen Raumfahrt will man die ESA als eigenständige internationale Organisation erhalten,  mittelständische Unternehmen fördern und ein Weltraumgesetz auf den Weg bringen (gut, dass wollte man schon vor 8 Jahren.)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 07. Februar 2018, 17:44:55
Der Koalitionsvertrag heißt "Ein neuer Aufbruch für Europa..." und man bekennt sich zur Industrie.

In Sachen Raumfahrt will man die ESA als eigenständige internationale Organisation erhalten,  mittelständische Unternehmen fördern und ein Weltraumgesetz auf den Weg bringen (gut, dass wollte man schon vor 8 Jahren.)

Also nichts neues.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 25. Februar 2018, 12:29:09
Die Fraktion DIE LINKE interessiert sich für Weltraumwetter, also den möglichen Einfluss von Sonnenstürmen auf die Infrastruktur. Die Bundesregierung antwortet, man mache mit bei der ESA, beteiligt sich an Sonnenforschung und gibt sich ansonsten ahnungslos.

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/004/1900493.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/004/1900493.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: cullyn am 27. Februar 2018, 17:58:18
Naja, Ahnungslos wäre etwas anderes. Aber man kehrt geschickt ein paar Dinge unter den Tisch (z.b Folgen von längerem Stromausfall auf Atomkraftwerke), während im Grossen und Ganzen die Antworten für mich brauchbar aussehen, wenn man betrachtet, das parlamentarische Anfragen gerne mehrere politische Dimensionen haben und selten dazu dienen nur eine "Informationslücke" zu schliessen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 02. März 2018, 11:32:35
Ich stimme dir zu und das mit den "Anfragen" ist mir auch klar, ich wollte es etwas pointierter ausdrücken. ;)

Eine andere Anfrage behandelt das Thema "EU-Satellitenaufklärung für militärische und grenzpolizeiliche Zwecke". (noch nicht beantwortet und ohne konkreten Bezug auf Sat-Technologie).

http://dipbt.bundestag.de/dip21.web/search/find_without_search_detail_vp.do?vorgangId=231794 (http://dipbt.bundestag.de/dip21.web/search/find_without_search_detail_vp.do?vorgangId=231794)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 03. März 2018, 18:30:20
"... und da müssen wir uns jetzt noch ein bisschen gedulden."

Das war die Antwort auf der Bundespressekonferenz auf die Frage nach dem Weltraumgesetz und dem SpaceX Falcon Heavy Erstflug und ob die Ariane 6 noch ein gutes Investment sei.

http://www.jungundnaiv.de/2018/02/12/bundesregierung-fuer-desinteressierte-komplette-bpk-vom-12-februar-2018/ (http://www.jungundnaiv.de/2018/02/12/bundesregierung-fuer-desinteressierte-komplette-bpk-vom-12-februar-2018/)

Das mit dem Weltraumgesetz steht natürlich auch schon in der Strategie von 2010.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 12. April 2018, 01:21:59
Der neue Koordinator für Luft- und Raumfahrt heißt Thomas Jarzombek (CDU) und kommt aus Düsseldorf.

https://www.bmwi.de/Navigation/DE/Ministerium/Koordinatoren-und-Beauftragte/koordinatoren-und-beauftragte.html (https://www.bmwi.de/Navigation/DE/Ministerium/Koordinatoren-und-Beauftragte/koordinatoren-und-beauftragte.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: spacecat am 12. April 2018, 02:46:36
Wow, wenn man sich seinen Wikipedia-Eintrag anschaut, haben wir da ja einen echt ehrlichen, voll im Stoff stehenden und kompetenten Kämpfer für unsere Sache gewinnen können.

Dieser Beitrag enthält eine Gigatonne Zynismus.

Gute Nacht!
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Invicta am 12. April 2018, 06:49:24
Zitat
1996
Vordiplom der Wirtschaftswissenschaften und Gründung eines Unternehmens für IT-Dienstleistungen
:o

Nur Vordiplom... d.h. Studium nicht abgeschlossen...

und was zwischen 1996 und 2005 passiert ist...? ::) Na da würde jeder Normalo beim Bewerbungsgespräch gelöchert oder erstmal garnicht eingeladen... Läuft! Wir schaffen das (alles)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 12. April 2018, 06:57:07
Wunderbar, wie ihr über einen Menschen in zwei Zeilen urteilt, den ihr gar nicht kennt ... dauert ja auch nur ein paar Sekunden die zu schreiben ... ein Symtpom der Internetkultur.
Und trotz eures Fingerzeigens: er hat es auf diese Position geschafft.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Invicta am 12. April 2018, 07:08:57
Kleider machen Leute... und ein "Lebenslauf" eben auch. Heutzutage muss man jeden Politiker anzweifeln ob dieser für seinen Posten geeignet ist oder nicht. Es gibt genügend die völlig fehl am Platze sind.  Und gerade die Internetkultur erlaubt es Details einer Person die in der Öffentlichkeit steht zu erfahren. Daher darf ich mir ein Urteil Bilden... Machst Du doch über uns genauso... also!
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Therodon am 12. April 2018, 07:11:48
Wunderbar, wie ihr über einen Menschen in zwei Zeilen urteilt, den ihr gar nicht kennt ... dauert ja auch nur ein paar Sekunden die zu schreiben ... ein Symtpom der Internetkultur.
Und trotz eures Fingerzeigens: er hat es auf diese Position geschafft.

Zumal es eine politische Position ist.

@Invicta

Es war noch nie Vorraussetzung für politische Arbeit Fachqualifikationen in bestimmten Bereichen aufzuweisen. Es ist somit völlig egal was er gelernt oder studiert hat. Entscheidender ist für wie kompetent man ihn auf politischer Ebene hält.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Invicta am 12. April 2018, 07:36:17
Ich sehe das anders. Für ein Amt  kann nur jemand Qualifiziert sein der aus dem selben Bereich kommt. Ein Maurer kann auch kein Arzt sein nur weil er oder sie für kompetent angesehen wird. Flintenuschi ist ja das beste Beispiel. Nie beim Bund gewesen und das Ergebnis kennen wir ja.

Solche speziellen Ämter sollten m.E. nur von Personen bekleidet werden die auch Ahnung davon haben. Was nutzt es wenn Sich ein Laie erstmal in die Materie reinfuchsen muss... Bis dieser die Hintergründe, Forschungsstand und Anwendungsbereiche verstanden hat ist die Legislaturperiode um. Nichts erreicht, viel Geld für nix ausgegeben... Fortschritt dahin!
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: spacecat am 12. April 2018, 08:31:15
Mag ja stimmen, daß ich ihn nicht kenne (wie auch, er ist ja in unserem Interessenbereich noch nicht in Erscheinung getreten), aber ich darf einen Menschen bewerten, was er und in welcher Weise er etwas zu Stande bekommen hat oder eben auch nicht. Ich darf mir von ihm außerdem ein Bild machen, indem ich mir anschaue, wie er mit anderen Menschen umgeht, denn dass ist ja einer seiner Aufgabengebiete als Koordinator. Des Weiteren braucht man normalerweise in Deutschland für alles einen Schein, eine Urkunde, einen Befähigungsnachweis, eine Qualifikation, nennt es wie ihr es wollt, sonst kommt man nicht zu seiner Arbeitsstelle und selbst mit diesem Nachweis ist es schwer genug Ja außer, außer man ist Politiker, dann braucht man nur Freunde. Offensichtlich hat sich die Bevölkerung schon so an diesen Zustand gewöhnt, daß dieser Umstand als normal empfunden wird. Ich, der es als nicht normal empfindet (was es auch nicht ist), muß nun begründen, warum ich nicht "Hosianna!"  rufe, beim Anblick des neuen Königs, äh Koordinators. Nun vielleicht hilft es Euch meinen Standpunkt nachzuvollziehen, wenn Ihr wißt, daß ich in Berlin lebe und arbeite. Ich darf mir hier daß Ergebniss der Politik von Generationen unfähiger Politiker auf eine mittlerweile gut 4Mio Einwohner Stadt anschauen. Der unfertige Flughafen ist nur eines davon. Der Rest ist auch ziemlich bescheiden. Nun gut, ich könnte fortgehen und vielleicht muß ich dies auch, wenn die sozialen Schieflagen hier endgültig ins Rutschen kommen, aber ich kann auch, verdammt noch mal, einfordern, daß kompetente Leute für das Geld auch ordentlich ihre Arbeit tun. Das sehe ich aber nicht und ich mag auch nicht mehr daran glauben. Ich sehe nur einen Typen, der ein Pöstchen ergattert, das er als Trittstein zum nächsten Pöstchen benutzen wird. In einer Zeit in der Andere die Richtung vorgeben und die Raumfahrt revolutionieren, müssen wir hier unsere Lücken suchen. Dazu brauchen wir gutes Personal. Sollten wir nämlich die Lücke nicht finden und ausfüllen, brauchen wir auch bald keinen Koordinator für Luft- und Raumfahrt mehr. Dann brauchen wir auch keine Autos mehr herzustellen, das können dann Andere auch besser, dann geht vielleicht noch T-Shirts nähen. Ich denke aber, das die werten Lesenden darauf auch wenig Lust verspüren, daher rührt mein Zorn.

Guten Morgen!

EDIT: Dankeschön, Invicta!
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 12. April 2018, 09:05:54
Bei der CDU übernimmt man eh nur Industriewünsche, da braucht man nur minimale Qualifikation. Copy-Paste.

Er ruft kurz bei Airbus an: Brauchen wir Wiederverwendung?
Airbus: Ne das ist nur ein Hirngespinst vom Silicon Valley.
Fertig.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Therodon am 12. April 2018, 09:28:54
Ich sehe das anders. Für ein Amt  kann nur jemand Qualifiziert sein der aus dem selben Bereich kommt. Ein Maurer kann auch kein Arzt sein nur weil er oder sie für kompetent angesehen wird. Flintenuschi ist ja das beste Beispiel. Nie beim Bund gewesen und das Ergebnis kennen wir ja.

Solche speziellen Ämter sollten m.E. nur von Personen bekleidet werden die auch Ahnung davon haben. Was nutzt es wenn Sich ein Laie erstmal in die Materie reinfuchsen muss... Bis dieser die Hintergründe, Forschungsstand und Anwendungsbereiche verstanden hat ist die Legislaturperiode um. Nichts erreicht, viel Geld für nix ausgegeben... Fortschritt dahin!

Warum soll gerade der politische Koordinator aus dem Bereich kommen. Kommt doch auch sonst kein Politiker aus irgendeinem passenden Bereich und das überall (und wenn doch dann ist es purer Zufall). Ganz im Gegenteil, er muss die Sachen doch nur politisch koordinieren. Und hat doch gar keine Aufgabe irgendwas zu fachlich zu entscheiden.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Invicta am 12. April 2018, 09:31:21
Zitat
Dankeschön, Invicta!
Immer wieder gerne!

Zitat
Warum soll gerade der politische Koordinator aus dem Bereich kommen. Kommt doch auch sonst kein Politiker aus irgendeinem passenden Bereich und das überall (und wenn doch dann ist es purer Zufall). Ganz im Gegenteil, er muss die Sachen doch nur politisch koordinieren. Und hat doch gar keine Aufgabe irgendwas zu fachlich zu entscheiden.

Genau dass ist es was ich bemängel... derjenige hat eben keine Ahnung von dem was er da überhaupt koordiniert! Klar muss er fachlich etwas mitentscheiden... sonst wäre er kein Koordinator!
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Therodon am 12. April 2018, 09:46:52
Wann hat jemand auf der Position jemals etwas fachliches entschieden?
Er koordiniert.

Anfrage kommt rein -> er weiß welche Leute er dafür zusammenbringen muss
Politiker hat ne Frage -> er weiß wo er die Antwort auf eine verständliche Art bekommt
Projekt läuft -> er weiß welche Kennzahlen für die Politik interessant sind

Das es jetzt nicht gerade die sprichwörtliche Atomwissenschaft. Eher die Fähigkeit politisches Networking in dem Bereich zu betreiben.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Invicta am 12. April 2018, 10:34:40
Anfrage kommt rein -> weiß er welche Leute er dafür zusammenbringen muss?
Politiker hat ne Frage -> weiß er wo er die Antwort auf eine verständliche Art bekommt?
Projekt läuft -> weiß er welche Kennzahlen für die Politik interessant sind?

Wenn ich ein Hintergrundwissen habe, dann weiß ich das alles!

Nochmal... das sind alles fachlich bezogene Inhalte. Ich kann mich mit einem Hirnchirugen auch nicht unterhalten wenn ich keine Ahnung von der Thematik habe... Das ist hier nicht Sendung mit der Maus... dann brauchen wir auch keinen Koordinator! Wie blauäugig sind denn bitte einige hier?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 12. April 2018, 11:02:37
Von der Vorgängerin Zypries ("Was ist ein Browser") ist auch bekannt, dass sie nicht gerade Fachfrau für Luft- und Raumfahrt war, es ihr aber im Laufe der Zeit recht gut gefiel.

So gesehen haben wir mit einem IT- und medienkompetenten Koordinator schon mal einen Fortschritt. ;)

Der Einfluss des Koordinators ist begrenzt, aber auch nicht Null, Fr. Zypries hatte zb. die Initiative Astronautin wohlwollend begleitet.

Politische Repräsentanten sind keine Fachleute, insofern überrascht es mich nicht, bin eher neugierig auf das eher unbeschriebene Blatt.

Interessanter ist vielleicht, wer die Abteilung Industriepolitik führen soll, W. Scheremet ist weg und W. Horstmann im Gespräch, wobei der für Energiepolitik steht.

Raumfahrtbezogenes: Internationales, Verteidigung, Verkehr, Forschung, Bildung, Industrie, IT, Umwelt ist komplizierter geworden; Industiepolitik ist dagegen tatsächlich so einfach definiert, dass die Industrieinteressen von der Politik aufgenommen werden, wie Tobi es beschreibt.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Invicta am 12. April 2018, 11:52:25
Zitat
Politische Repräsentanten sind keine Fachleute...

sollten Sie aber sein! Jeder Politiker hat mal was anderes gelernt, studiert wie auch immer... und somit sollten Ministerien, Amter und koordinierende Stellen durch affine Personen besetzt werden.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: spacecat am 12. April 2018, 11:58:03
Toll, er brauch also für diese Stellung keine Qualifikationen und verdient mehr im Monat, als ich Netto im Jahr. Phantastischer Job das, wo kann ich mich bewerben?
Ach dafür muss ich eine politische Laufbahn einschlagen? Oh das tut mir Leid, ich bin Pfleger, ich säubere nur Hintern, ich krieche in keine hinein. Es ist mir zu stickig und zu eng dort. Aber hey, die Bezahlung stimmt!
In seinem letzten Jobs war er irgendwas mit Medien, IT und Internet, nicht wahr? Nun ein jeder kennt das deutsche, superinnovative, spannende Fernsehprogramm, welches aus Fussball, Soap Operas, Rateshows, Krimis und, äh hatten wir schon Fussball, besteht. Wir exportieren es weltweit.
Unsere ITler erst! Sogar die Südkoreaner erzählen ihren Kindern tolle Gute Nacht Geschichten von deutschen IT-Leuten, welche mit zwei Laptops in den Händen und einem zwischen den Zähnen gegen böse russische Hacker kämpfen. Nun vor zwei Tagen haben sie den Frankfurter De-CIX Knoten etwas verkackt und im Bundestag lief es auch nicht so toll, aber das kann ja jedem Mal passieren.
Übertroffen wird das Ganze nur vom wahnsinnigen, deutschen Internet. Seiner unübertroffenen Qualität, der enormen Geschwindigkeit und des Preises. Wenn Japaner die Anzahl unserer Glasfaseranschlüsse hören, werden sie blass und wenn Rumänen unser WLAN hätten, würden ihnen die Münder offenstehen. Wir werden bald vielleicht sogar Funklöcher direkt melden können! Jeder von uns hat den Breitbandausbau der letzten 10 Jahre mit massiven steuerlichen Subventionen mitbekommen und welche unerhörten Erleichterungen er mitgebracht hat!
Das alles hat man ohne qualifizierte Politiker hinbekommen, werte Mitforisten!
Wozu soll man jetzt damit in der Koordination von Luft- und Raumfahrt damit anfangen.
Das ist unnötig wie ein Herzschrittmacher, oder wie war doch gleich das Wort?

Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Nitro am 12. April 2018, 13:20:13
Koennen wir bitte darauf achten nicht zu weit vom Thema abzukommen. Der Thread heisst Raumfahrt-Politik in Deutschland, nicht Politik- und Wirtschaftskritik-Sammelthread!
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: spacecat am 12. April 2018, 13:51:17
Japp, entschuldigt, vielleicht bin ich auch gerade auf diese Herren und  Damen schlecht zu sprechen, weil wir uns in der Pflege gerade den Gesundheits- und Terrorspezialexperten Spahn eingezogen haben. Da bekommt man dünne Haut...
Nun dann möchte ich mal Herrn Jarzombek seine Chance geben, sich als Koordinator zu verwirklichen. Arbeit ist ja genug da.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 18. April 2018, 23:04:24
Bayerns Ministerpräsident Söder kündigt in seiner Regierungserklärung Investitionen u.a. in ein neues Raumfahrtprogramm "Bavaria One" an.
Es soll eine Fakultät der TU München in Ottobrunn gegründetwerden.

http://www.sueddeutsche.de/bayern/regierungserklaerung-soeder-verspricht-eine-milliarde-euro-1.3949443 (http://www.sueddeutsche.de/bayern/regierungserklaerung-soeder-verspricht-eine-milliarde-euro-1.3949443)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 19. April 2018, 20:09:25
Die AfD will von der Bundesregierung wissen, wie der Entwicklungsstand von Galileo ist, was es bisher/aktuell kostet und was es bringt.

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/016/1901615.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/016/1901615.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: MpunktApunkt am 19. April 2018, 20:31:27
Die AfD will von der Bundesregierung wissen, wie der Entwicklungsstand von Galileo ist, was es bisher/aktuell kostet und was es bringt.

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/016/1901615.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/016/1901615.pdf)

Interessanter ausführlicher Fragenkatalog, leider von einem zweifelhaften Fragesteller.

Spannend wäre in der Tat, was die Bundesregierung zu Punkt 11:
Zitat
Können nach Kenntnis der Bundesregierung mit Hilfe der Galileo Satelliten
Positionsdaten deutscher Staatsbürger und anderer Besitzer von Handys und
anderen Geräten, die über eine Vorrichtung zur Positionsbestimmung verfü-
gen, gespeichert werden?
a)  Wenn ja, wie lange werden diese Daten gespeichert?
b) Wenn nein, warum nicht?
sagt.

Und 12. finde ich auch nicht uninteressant:
Zitat
Werden mit Hilfe der durch das Galileo System gewonnene Positionsdaten
von  Behörden  oder  sonstige  Körperschaften  des  öffentlichen  Rechts  der
Bundesrepublik Deutschland genutzt bzw. weiterverwendet?
Ich könnte mir an dieser Stelle spezielle Galileo Polizeinavis vorstellen oder so.

Viele auf die Antworten gespannte Grüße aus dem chlorophylfarbenen politischen Lager ;)

Mario

PS: @Paddy Ich mag die AfD als Partei nicht. Eine besondere Intention hinter den Fragen, außer "wir können fragen" konnte ich nicht erkennen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: PaddyPatrone am 19. April 2018, 20:35:51
Interessanter ausführlicher Fragenkatalog, leider von einem zweifelhaften Fragesteller.

Warum zweifelhaft, bzw. gibts eine bestimmte Intention hinter der Frage?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 19. April 2018, 22:04:04
Die 11. Frage ist doch sinnfrei. Natürlich kann ein Gerät, dass Positionsdaten errechnet, diese speichern oder zu irgendetwas anderem nutzen. Das ergibt sich von selbst und hat nichts mit Galileo zu tun.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Lumpi am 21. April 2018, 18:02:57
Raumfahrtprogramm für Bayern

Der neue bayerische Ministerpräsident Markus Söder möchte in Ottobrunn eine Raumfahrt-Fakultät ansiedeln. Zudem solle ein neues bayerisches Raumfahrtprogramm "Bavaria One" erarbeitet werden. Ziel sei die Entwicklung unbemannter, suborbitaler Flugkörper, Erdbeobachtung sowie Quantensensorik.
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/landkreismuenchen/raumfahrtprogramm-bavaria-one-ottobrunn-wird-zur-universitaetsgemeinde-1.3951681 (http://www.sueddeutsche.de/muenchen/landkreismuenchen/raumfahrtprogramm-bavaria-one-ottobrunn-wird-zur-universitaetsgemeinde-1.3951681)
https://www.br.de/nachrichten/oberbayern/inhalt/astro-experte-begruesst-soeders-raumfahrt-plaene-100.html (https://www.br.de/nachrichten/oberbayern/inhalt/astro-experte-begruesst-soeders-raumfahrt-plaene-100.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 30. April 2018, 21:28:06
Der BDLI will ein nationales Raumfahrtbudget und eine nationale Raumfahrtgesetzgebung.

https://www.flugrevue.de/zivilluftfahrt/rekordumsatz-fuer-die-deutsche-luft-und-raumfahrtindustrie/752856?special_id=678078 (https://www.flugrevue.de/zivilluftfahrt/rekordumsatz-fuer-die-deutsche-luft-und-raumfahrtindustrie/752856?special_id=678078)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 01. Mai 2018, 12:00:40
Es gibt doch ein nationales Raumfahrtbudget ... das wichtige Wort ist “entsprechendes“. Der BDLI will ein “ entsprechendes nationales Raumfahrtbudget“, um strategisch die Zukunft zu sichern.

Während der Koalitionsverhandlungen gab es da Kaffeesatzlesen aus politischen Aussagen, zwischen stabil bis Zuwachs. Geworden ist's “stabil“, und damit ist der BDLI unzufrieden.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Youronas am 04. Mai 2018, 18:53:56
Raumfahrtprogramm für Bayern

Der neue bayerische Ministerpräsident Markus Söder möchte in Ottobrunn eine Raumfahrt-Fakultät ansiedeln. Zudem solle ein neues bayerisches Raumfahrtprogramm "Bavaria One" erarbeitet werden. Ziel sei die Entwicklung unbemannter, suborbitaler Flugkörper, Erdbeobachtung sowie Quantensensorik.
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/landkreismuenchen/raumfahrtprogramm-bavaria-one-ottobrunn-wird-zur-universitaetsgemeinde-1.3951681 (http://www.sueddeutsche.de/muenchen/landkreismuenchen/raumfahrtprogramm-bavaria-one-ottobrunn-wird-zur-universitaetsgemeinde-1.3951681)
https://www.br.de/nachrichten/oberbayern/inhalt/astro-experte-begruesst-soeders-raumfahrt-plaene-100.html (https://www.br.de/nachrichten/oberbayern/inhalt/astro-experte-begruesst-soeders-raumfahrt-plaene-100.html)

Zum Bavaria One Programm gibt es beim BR ein Interview mit einem Prof der TU München mit unter anderem folgender ominösen Aussage - man ist mit SpaceX im Gespräch, über was auch immer:

Zitat
"Ottobrunn wird für internationale Kooperation stehen. Wir sind schon mit SpaceX im Gespräch. Das werden Themen werden, die mit Sicherheit sehr international laufen werden."

Klaus Drechsler, Professor für Verbundmaterialien TU München

Zudem gab es eben in der Rundschau ein Interview mit Ulrich Walter, der Söder persönlich in einem Telefongespräch beraten hat. Finanziell stehen wohl erst einmal 100 Millionen Euro zur Verfügung. Neben der Erweiterung des TUM Campuses soll es als erstes Projekt einen Erdbeobachtungssatelliten mit steuerbarer Kamera und einem dazugehörigen Werbetruck für Bildungsarbeit in Schulen geben - vielleicht gar nicht einmal so verkehrt um ein bisschen Nachwuchsarbeit zu leisten.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: MpunktApunkt am 04. Mai 2018, 19:11:38
Hallo,

Zum Bavaria One Programm gibt es beim BR ein Interview mit einem Prof der TU München mit unter anderem folgender ominösen Aussage - man ist mit SpaceX im Gespräch, über was auch immer:

Zitat
"Ottobrunn wird für internationale Kooperation stehen. Wir sind schon mit SpaceX im Gespräch. Das werden Themen werden, die mit Sicherheit sehr international laufen werden."

Klaus Drechsler, Professor für Verbundmaterialien TU München

Das sich der Lehrstuhl von Klaus Drechsler offensichtlich mit Verbundmaterialien beschäftigt, denke ich an die Fertigung von Raketenteilen aus neuen Werkstoffen.

Viele Grüße

Mario

PS: Ich erwarte deshalb zumindest keinen BFR Startplatz in Erding. ;D Gehofft habe ich ja beim ersten Lesen auf eine Hyper-Loop zwischen Hauptbahnhof und Flughafen in Erding

Edit tomtom: Link zum Stoiber-Transrapid gelöscht.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Klakow am 13. Mai 2018, 09:05:24
Falls dass das Video ist wo sich der damalige Ministerpräsident vertut, finde ich das ziemlich unpassend und niederträchtig das hier zu verlinken.
Man mag über den Mann und seine Überzeugungen sagen was man will, aber von den Ergebnissen für sein Bundesland her könnten sich einigen Andere ne dicke Scheibe abschneiden.
Mit dem Thema hier hat das Video garantiert nichts zu tun.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: MpunktApunkt am 13. Mai 2018, 10:13:57
Falls dass das Video ist wo sich der damalige Ministerpräsident vertut, finde ich das ziemlich unpassend und niederträchtig das hier zu verlinken.
Man mag über den Mann und seine Überzeugungen sagen was man will, aber von den Ergebnissen für sein Bundesland her könnten sich einigen Andere ne dicke Scheibe abschneiden.
Mit dem Thema hier hat das Video garantiert nichts zu tun.

Hallo,

Edmund Stoiber hat sich nicht vertan sondern nur sehr unglücklich formuliert, wie er sich die Anbindung des Hauptbahnhof durch den Transrapid an den Erdinger Flughafen vorstellt. Klar hat die Szene eine gewisse Komik, aber ich denke bei der Rede immer an das nicht erreichte Ziel "In 10 Minuten!". Und jedes mal wenn ich Dokus über den "Schanghai Maglev" sehe oder ein Kollege vom Flug nach Erding erzählt ärgere ich mich, dass man nicht "am Hauptbahnhof einchecken kann und in 10 Minuten" in Erding am Terminal ist. Ich hätte unsere Hochtechnologie sehr gerne auf deutschem/bayrischem Boden eingesetzt gesehen, anstatt in Schanghai.

Gruß

Mario

PS: Ich kann den Link nicht mehr entfernen, da der Post von mir zu alt ist.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Klakow am 13. Mai 2018, 14:22:59
Das dies ein Fehler war, war mir schon klar und das der Transrapid nicht gebaut wurde finde ich auch schlimm, dass einzige was dies vielleicht noch ausgleichen könnte ist ein Hyperloop.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 02. Juni 2018, 19:54:03
Die Bundeskanzlerin wünscht Alexander Gerst alles Gute.

Weil gerade Fussball läuft stell ich mir gerade vor, die Bundeskanzlerin würde die Fussballer zur WM verabschieden mit dem Hinweis, dass Fussball doch so nützlich ist, weil man mehr Daimler und Sporttickots verkaufen kann. ;)

https://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Mediathek/Einstieg/mediathek_einstieg_podcasts_node.html?id=2364616 (https://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Mediathek/Einstieg/mediathek_einstieg_podcasts_node.html?id=2364616)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Axel_F am 02. Juni 2018, 21:37:43
Und schön wie sie vom Teleprompter abliest.  ::)

Toll wäre gewesen, wenn sie nicht nur zur Fussball-WM fährt, sondern sich auch mal den Start von Gerst anschaut.
Ich finde auch ihre Rechtfertigung für die Ausgaben für die 1 Milliarde Euro in der Raumfahrt sinnlos. Da werden woanders mehre Milliardensummen ohne Rechtfertigung ausgegeben...
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: MillenniumPilot am 02. Juni 2018, 22:58:35
In der Tat, die Rechtfertigung ist mir auch sauer aufgestossen. Sieht so aus, als war ich da nicht der einzige.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: jakda am 04. Juni 2018, 08:09:21
Bundeskanzlerin Merkel wünscht Gerst einen guten Start und vergisst Russland als ISS-Partner

http://www.gerhardkowalski.com/?p=16015 (http://www.gerhardkowalski.com/?p=16015)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: siran am 04. Juni 2018, 09:11:42
Das ist keine Schußligkeit,das ist System >:(

Siran
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Prodatron am 05. Juni 2018, 00:39:45
Bundeskanzlerin Merkel wünscht Gerst einen guten Start und vergisst Russland als ISS-Partner

http://www.gerhardkowalski.com/?p=16015 (http://www.gerhardkowalski.com/?p=16015)
Das ist absolut erbärmlich :-[ (würde mich nicht wundern, wenn Siran recht hat)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 05. Juni 2018, 09:35:30
Regierungssprecher Seibert erklärte dazu, das in diesem Zusammenhang Europa nicht politisch gemeint ist (?) und Russland zu Europa gehört.
https://twitter.com/RegSprecher/status/1002856177938653185 (https://twitter.com/RegSprecher/status/1002856177938653185)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Wilga35 am 05. Juni 2018, 14:11:31
... und Russland zu Europa gehört.

Hört, hört! Russland also ein Teil Europas! In zahlreiche anderen Reden betont die Kanzlerin dagegen stehts das derzeit schwierige Verhältnis Europas zu Russland, oder aber den Umgang der europäischen Staaten mit Russland! Also was denn nun? Zugehörig, oder nicht?
Offenbar hat die Kanzlerin Russlands bei der Aufzählung der ISS-Partner ganz bewusst weggelassen, und Herr Seibers übt sich nun meiner Meinung nach in Schadensbegrenzung.

Bei Wikipedia ließt man zu den ISS-Partnern übrigens folgendes:
"Die ISS ist ein gemeinsames Projekt der US-amerikanischen NASA, der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos, der europäischen Raumfahrtagentur ESA, sowie der Raumfahrtagenturen Kanadas CSA und Japans JAXA."
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: rok am 07. Juni 2018, 16:03:54
Frau Merkel hat ja nur das gesagt, was ihr von ihrem "zuständigen" Berater vorformuliert wurde, aber diese Formulierung wirft schon ein klares Licht auf die momentane Einstellung der BRD-Regierung gegenüber Russland.

Herr Seibert ist ja nun mal keine seriöse Quelle, sondern ein Wurm, der sich krümmt, wenn er "festgenagelt" wird (sorry, aber es ist so).


Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 01. Juli 2018, 10:32:05
Der Haushaltsausschuss beschloss eine Erhöhung des nationalen Weltraumprogramms um 2 Mio € auf 278 Mio € zur Stärkung der Komponenteninitiative.

https://www.cducsu.de/presse/pressemitteilungen/koalition-staerkt-die-luft-und-raumfahrt (https://www.cducsu.de/presse/pressemitteilungen/koalition-staerkt-die-luft-und-raumfahrt)

Das DLR hat die Webseite Komponenteninitiative allerdings vor einiger Zeit bereits abgeschaltet.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 01. Juli 2018, 11:50:28
Die Komponenteninitiative gibt es schon noch ... da ja gerade Geld dafür da ist. Nur die Webseite macht technische Probleme.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 03. Juli 2018, 13:56:36
In dieser Woche beschließt der Deutsche Bundestag den Haushalt 2018.
Das DLR bekommt viel mehr Geld.

Die ESA soll 852 Mio. (2017: 755 Mio; 2016: 790 Mio) bekommen.

Ein kleiner Vermerk scheint die Steigerung zu begründen: "Mehr wegen Fortführung ISS bis 2024."

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/017/1901700.pdf (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/017/1901700.pdf)

Ich wage die Begründung aber mal zu bezweifeln.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 03. Juli 2018, 14:06:49
Das DLR bekommt viel mehr Geld.

Nationales Programm für Weltraum und Innovation - Forschungs- und Entwicklungsvorhaben
2018 276 283 TEuro
2017 275 672 TEuro
2016 255 322 TEuro

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - Betrieb
2018 369 029 TEuro
2017 358 640 TEuro
2016 294 698 TEuro

Institutionelle Förderung/Zuschüsse an Einrichtungen gemäß § 26 Abs. 3 BHO
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR), Köln-Porz..........
2018 477 951 TEuro
2017 465 085 TEuro
2016 404 337 TEuro

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - Investitionen
2018 76 249 TEuro
2017 73 805 TEuro
2016 71 432 TEuro

Mehr Geld ja, aber den großen Sprung nach vorne sehe ich jetzt nicht, außer bei den ESA-Mitteln.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 15. Juli 2018, 22:10:44
Bündnis90/Die Grünen wollen von der Bundesregierung wissen, was die Ziele und der Zeitplan zum angekündigten Weltraumgesetz sind und was es mit den deutsch-französischen EU-Plänen zu Newspace auf sich hat.

Sie halten die Berichterstattung in der Öffentlichkeit über Raumfahrt für nicht ausreichend.

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/032/1903296.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/032/1903296.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 17. Juli 2018, 08:58:01
Auch die FDP sorgt sich um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Raumfahrt und thematisiert die Ariane 6. Sie will von der Bundesregierung u.a. wissen, ob ein Produktionsstop droht und ob mehr Bestellungen für die Ariane 6 ermöglicht werden sollen.

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/033/1903304.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/033/1903304.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Kryo am 17. Juli 2018, 09:05:54
gute Fragen! wann und wo erfährt man die Antworten?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 17. Juli 2018, 09:19:53
Das dauert etwas und steht dann auf den Bundestagseiten hier:
http://dipbt.bundestag.de/dip21.web/search/find_without_search_list.do?selId=237455&method=select&offset=0&anzahl=100&sort=3&direction=desc (http://dipbt.bundestag.de/dip21.web/search/find_without_search_list.do?selId=237455&method=select&offset=0&anzahl=100&sort=3&direction=desc)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: MillenniumPilot am 17. Juli 2018, 10:17:40
Interessant, wie die virale Zahl “doppelter Preis” nicht mehr tot zu kriegen ist. SpaceX hat die Zahlen im Kongress veroeffentlicht und wer Mathematik kann, dem wird auffallen, dass da was nicht hinhaut. Ansonsten finde ich die meisten Fragen angebracht.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 17. Juli 2018, 10:32:39
Auch die FDP sorgt sich um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Raumfahrt und thematisiert die Ariane 6. Sie will von der Bundesregierung u.a. wissen, ob ein Produktionsstop droht und ob mehr Bestellungen für die Ariane 6 ermöglicht werden sollen.

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/033/1903304.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/033/1903304.pdf)

Die FDP redet dauernd von der EU, das Wort ESA kommt im Fragenkatalog nur einmal vor. Dabei hat die EU direkt nichts mit der Ariane zu tun. Was ist bitte mit der ESA und den dahinterstehenden Regierungen und der Industrie, die dieses Konzept durchgedrückt haben?

FDP hat keine Ahnung von Raumfahrt. Lieber nicht regieren, als inkompetent regieren, nicht wahr Herr Lindner? ;D

----

Die Grünen wissen in ihrer Anfrage immerhin von dem EU/ESA Konflikt.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Therodon am 17. Juli 2018, 11:23:57
Solche politischen Spitzen gegen Parteien bringen doch nichts. In dem Zusammenhang ist das mit der EU aber nicht wirklich falsch. Denn wie man am Treffen Macron <> Merkel sieht, wird Raumfahrtpolitik ja durchaus auf Regierungsebene gemacht ohne das da überhaupt jemand von der ESA dabei steht.

Die europäische Politik sieht des öfteren die ESA eher als eine Art ausführender Arm. Und für die Fragen muss die Bundesregierung wohl auch nicht die ESA fragen, die können zu den Aufträgen wahrscheinlich auch nur wenig Auskunft geben.


Edit tomtom: Gesamt-Zitat entfernt, nicht erforderlich, wenn sich der Beitrag auf den Vor-Beitrag bezieht.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Calapine am 18. Juli 2018, 09:44:11
Gibt es schon eine Antwort auf die Anfrage. Liest sich ja durchaus interessant.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 18. Juli 2018, 09:53:09
Gibt es schon eine Antwort auf die Anfrage. Liest sich ja durchaus interessant.

Wo bitte? Auf den Seiten des Bundestages steht, dass diese noch nicht beantwortet wäre.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Sensei am 18. Juli 2018, 10:40:16
Ich gehe davon aus dass Calapine hier eine Frage gestellt hatte, ob denn die Antworten schon vorliegen.
Und der zweite Satz bezog sich dann auf die Fragen selbst ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Calapine am 18. Juli 2018, 12:35:00
Ja, genau, danke. Hab die Nachricht am Smartphone getippt, da sollte ein ? stehen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 06. August 2018, 09:58:32
gute Fragen! wann und wo erfährt man die Antworten?

Die Antwort der Bundesregierung ist jetzt verfügbar:
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/036/1903614.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/036/1903614.pdf)

Sie verneint darin, dass es eine Abnahmegarantie der EU gibt und der ESA-Rat hat
"lediglich das Einvernehmen bekundet, dass „verschiedene institutionelle Akteure in Europa ... eine bestimmte jährliche Zahl an Starts in Auftrag geben werde."
hat keine Kenntnis, ob die Zahl der Bestellungen wirtschaftlich sind,
räumt aber ein, dass die Zahl der Bestellungen bislang hinter den Erwartungen zurückbleibt.

"Eine  starke  ESA  ist  die  Voraussetzung  der  für  die  Unabhängigkeit  der  europäischen Raumfahrt unabdingbaren starken europäischen Technologiebasis."
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 06. August 2018, 10:02:25
Zitat
Was unternimmt die Bundesregierung, um den drohenden Produktionsstopp der „Ariane 6“-Rakete zu verhindern?

Die  Bundesregierung  hat  keine  Kenntnis  über  einen  „drohenden  Produktions-
stopp“ der Ariane 6. Die Serienproduktion der Ariane 6 hat noch nicht begonnen.
Bekannt sind jedoch Äußerungen aus der Industrie, dass die Zahl der bislang vor-
liegenden Bestellungen hinter den Erwartungen der Anbieter zurückbleibt.

Sag ich ja auch hier im Forum: die Ariane 6 ist bisher kein Erfolgsprodukt. Man schaue sich nur die OneWeb-Bestellungen an....
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 06. August 2018, 10:05:06
"Die  Ariane  6  wird  für  einen  langen  Zeitraum  die  Hauptsäule des unabhängigen, souveränen europäischen Zugangs zum All bilden."
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 06. August 2018, 10:05:13
Zitat
Plant die Bundesregierung, in Zukunft vor allem die „Ariane 6“-Rakete bei Ausschreibungen  zu berücksichtigen,  oder  plant  sie,  alternative  Raketen  (z. B. die Falcon 9) zu benutzen?

Die Bundesregierung führt bislang im Regelfall keine separaten Ausschreibungen
für Startdienstleistungen durch, sondern schreibt komplette Dienstleistungen als
Paket aus. Dabei sind die Starts Bestandteil der Gesamtleistung, die vom jeweili-
gen Auftragnehmer erbracht werden muss. Die Optionen für Startsysteme liegen
damit in der Verantwortung des Auftragnehmers. Aus Sicht des Auftraggebers ist
dies  derzeit  der  wirtschaftlichste  und  risikoärmste  Weg.  Allerdings  wird  dieser 
Sachverhalt vor jedem neuen Vergabeverfahren neu bewertet.

OHB ist schuld, dass SARAH auf F9 fliegt.



Zitat
Welche Anstrengungen werden von der Bundesregierung unternommen, um eine unabhängige europäische Raumfahrt sicherzustellen?  Welche Art der Unterstützung braucht die europäische Raumfahrt von den EU-Mitgliedstaaten, um unabhängig zu bleiben?

Die Bundesregierung setzt sich dafür ein, die Europäische Weltraumorganisation (ESA) als eigenständige internationale Organisation zu erhalten und sie weiter zu stärken.  Eine  starke  ESA  ist  die  Voraussetzung  der  für  die  Unabhängigkeit  der  europäischen Raumfahrt unabdingbaren starken europäischen Technologiebasis. Das  deutsche  Engagement  im  Rahmen der  ESA  flankiert  die  Bundesregierung  mit dem Nationalen Programm für Weltraum und Innovation. Ergänzend spielen Nutzung und Anwendung der großen Programme der EU, vor allem des Galileo-Navigationssystems   und   des   Copernicus-Erdbeobachtungsprogramms,   durch   Forschung und Industrie eine wichtige Rolle.

Eine starke ESA ist Voraussetzung dafür, dass der Nationalismus in der euuropäischen Raumfahrt erhalten bleibt. Wenn Brüssel alles macht, dann hat die Bundesregierung ja nichts mehr zu melden.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: AN am 06. August 2018, 14:30:41
.... unter der Croissant-Fuchtel...
? Muss das sein?

Axel
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Nitro am 06. August 2018, 15:08:20
.... unter der Croissant-Fuchtel...
? Muss das sein?

Axel

Nein, absolut nicht. Deshalb habe ich es auch gleich geloescht und eine Verwarnung erteilt.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Invicta am 06. August 2018, 15:20:50
Eine Verwarnung für Sarkasmus? Ganz ehrlich, wenn ich hier in manch anderen Threads lese wie sich leute an die Gurgel gehen wird absolut nix gemacht und bei so einem lapidaren Ausdruck der nunmal der Tatsache entspricht bekommt man eine Verwarnung?

Nicht mehr mein Forum! Kritische Ansprachen gehören zur freien Meinungsäußerung solange diese nicht persönlich verletztend sind. Behaltet es für euch... lächerlich!
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: proton01 am 06. August 2018, 15:31:30
.... unter der Croissant-Fuchtel...
? Muss das sein?

Axel

Nein, absolut nicht. Deshalb habe ich es auch gleich geloescht und eine Verwarnung erteilt.
Eine Verwarnung für Sarkasmus? Ganz ehrlich, wenn ich hier in manch anderen Threads lese wie sich leute an die Gurgel gehen wird absolut nix gemacht und bei so einem lapidaren Ausdruck der nunmal der Tatsache entspricht bekommt man eine Verwarnung?

Nicht mehr mein Forum! Kritische Ansprachen gehören zur freien Meinungsäußerung solange diese nicht persönlich verletztend sind. Behaltet es für euch... lächerlich!

Hier wäre es für alle fruchtbringender gewesen man hätte Invicta gebeten zu erkären, warum er meint der kritisierte Ausdruck (für mich lax formuliert, für den Sarkasmus überspitzt, aber nicht ehrabschneidend) entspricht der Wahrheit. Da hätten wir eventuell was lernen können. So habt ihr jemanden vertrieben der bisher hier was eingebracht hat. In jeder TV-Satiresendung fallen schlimmere Begriffe ohne daß sich das öffentlich-rechtliche gleich ausblendet.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Nitro am 06. August 2018, 15:39:24
Das geht auf mich und ich stehe zu meiner Entscheidung. Ich kann gerne einmal meine franzoesischen Kollegen fragen, ob sie es eher als Sarkasmus oder als Beleidigung empfinden wenn man sie als Croissants bezeichnet. Ich zweifle wirklich sehr stark an Ersterem.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Pirx am 06. August 2018, 18:16:07
Das geht auf mich und ich stehe zu meiner Entscheidung. Ich kann gerne einmal meine franzoesischen Kollegen fragen, ob sie es eher als Sarkasmus oder als Beleidigung empfinden wenn man sie als Croissants bezeichnet. Ich zweifle wirklich sehr stark an Ersterem.
Guten Abend Zusammen!

Um das mal in die Runde zu werfen: Ich finde das absolut richtig entschieden.

Und selbst für den Fall, dass "bloß" Sarkasmus im Spiel gewesen sein sollte: Systemimmanent ist beim schriftlichen Austausch - und einen solchen betreiben wir hier - dass zusätzliche Übertragungsmöglichkeiten einer Angesicht-zu-angesicht-Kommunikation nicht vorhanden sind. Dass Zynismus, Ironie und sonstige Formen indirekter Rede bei schriftlichem Austausch Missverständnisse und Beleidigungen verursachen können, ist nicht neu. Deswegen ist hier eine gewisse Achtsamkeit angesagt.

Abgesehen davon: Ich wollte auch nicht als Kraut oder Kartoffel bezeichnet werden. Erst recht nicht von Fremden aus anderen Ländern.

Gruß   Pirx
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: jakda am 07. August 2018, 07:40:21
Meine volle Unterstützung für Nitro und Pirx !!!
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Lumpi am 12. August 2018, 12:10:26
Bündnis90/Die Grünen wollen von der Bundesregierung wissen, was die Ziele und der Zeitplan zum angekündigten Weltraumgesetz sind und was es mit den deutsch-französischen EU-Plänen zu Newspace auf sich hat.

Sie halten die Berichterstattung in der Öffentlichkeit über Raumfahrt für nicht ausreichend.

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/032/1903296.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/032/1903296.pdf)

Auch diese Antwort liegt jetzt vor. Ein erster Entwurf eines Weltraumgesetzes soll im Verlauf der zweiten Hälfte der Legislaturperiode vorliegen.
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2018/19-3296.pdf?__blob=publicationFile&v=4 (https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2018/19-3296.pdf?__blob=publicationFile&v=4)

Dazu auch dieser Artikel in der "SZ": https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/raumfahrt-regierung-will-nicht-mehr-fuer-herunterfallenden-weltraumschrott-haften-1.4087237 (https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/raumfahrt-regierung-will-nicht-mehr-fuer-herunterfallenden-weltraumschrott-haften-1.4087237)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 12. August 2018, 12:37:53
Zitat
Die Aufgabenerweiterung der GSA (Europäische GNSS-Agentur; zuständig bisher nur für die Programme eines globalen Navigationssatellitensystems(Global Navigation Satellite System (GNSS), zu dem Galileo und EGNОS zählen) zu einer „Agentur der Europäischen Union für alle Weltraumprogrammkomponenten", bewertet die Bundesregierung hingegen als kritisch. Dies könnte zu einer Verschiebung etablierter Aufgaben und Rollen in der europäischen Raumfahrt zu Lasten der Mitgliedstaaten und der ESA führen.


Das ist nicht kritisch, dass ist die beste Nachricht seit langem.

Zitat
Deutschland setzt dabei auf  seine vielschichtige Industriestruktur, es wird nicht auf das Mittel  der US-amerikanischen Subventionspolitik zurückgegriffen. 

Oho, keine Subventionen von Deutschland in der Raumfahrt. Völlig neue Erkenntnis bei der Bundesregierung. Pippi Langstrumpf lässt grüßen.

Zitat
Die Raumfahrt ist und leibt eine strategische Fähigkeit. In der Folge werden trotz zunehmenden privaten Engagements staatliche Finanzierungen weltweit immer eineRolle spielen.
Widerspruch zur obigen Aussage.

Zitat
Die zunehmende Kommerzialisierung der Raumfahrt unterstützt die Bundesregierung über das DLR-Raumfahrtmanagement mit verschiedenen Förderprogrammen sowohl mit Mitteln aus dem Nationalen Programm für Weltraum und Innovation als auch durch die  Beteiligung an ESA-Programmen.
Und noch ein Widerspruch zu oben.
Zitat
Durch wen und wann soll eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden, dieVorschläge macht, wie die  EU die richtigen Antworten auf neue Herausforderungen in der Weltraumpolitik und Raumfahrtindustrie (insbesondere „NewSpace") geben kann?

Antwort: Die Regierungen Deutschlands und Frankreichs haben ihre RaumfahrtagenturenCNES (Centre national d'études spatiales: FR-Raumfahrtagentur) und DLR-RFM beauftragt, zusammen mit Industrievertretern in den kommenden Monaten erste Vorschläge zu erarbeiten.
Oh es gibt jetzt eine Arbeitsgruppe zu New Space, in den kommenden Monaten gibt es erste Ergebnissse.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 12. August 2018, 12:45:54
Der Knackpunkt in den Aussagen und an einer möglichen Kritik ist, wie man (Produkt-)Subvention definiert und von technologischer Förderung abgrenzt. Nicht ganz einfach ... nicht intuitiv ... aber das steckt dahinter.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 16. August 2018, 21:39:57
Die FDP und die Grünen haben der Bundesregierung einen Fragenkatalog vorgelegt, mit sicher interessanten Antworten.

Ich hatte Gelegenheit zu einem Interview mit dem neuen Luft- und Raumfahrtkoordinator Thomas Jarzombek, MdB. Hier mein Bericht:
https://www.raumfahrer.net/news/?16082018204720.shtml (https://www.raumfahrer.net/news/?16082018204720.shtml)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: HausD am 17. August 2018, 06:56:35
Danke für den Vorstoß und das Deutlichmachen, dass auch "der einfache Bürger" viel mehr Interesse an der Raumfahrtpolitik hat, als es von der Regierung kommuniziert wird ...   HausD
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 17. August 2018, 14:33:17
Nach Bundesverkehrsminister Scheuer besucht am Montag der Wirtschaftsminister Peter Altmaier den "Raumfahrtstandort Oberpfaffenhofen".
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 19. August 2018, 21:23:16
Ich bin gefragt worden, warum ich den Artikel mit einem Buchcover von 1989 illustriert habe und im Text nicht darauf eingehe.

Ich suchte einfach nach einer Bildillustrierung zum Thema "Europa" und "Raumfahrt". Das Buch war aber auch eine Inspiration, diesen Artikel zu schreiben, gewissermaßen ein Zeitsprung von 30 Jahren. Inhaltlich relevant war es für das Interview nicht.

Ich erwähnte das Buch schonmal in einem Beitrag zur EU-Space-Policy:
https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=9380.msg418427#msg418427 (https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=9380.msg418427#msg418427)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 20. August 2018, 19:57:12
Laut ZDF will Wirtschaftsminister Altmaier bis Herbst ein Thesenpapier entwickeln:

"Altmaier will die Raumfahrt intensiv fördern. Bis Herbst wolle er ein Thesenpapier zur Weiterentwicklung der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie vorstellen. Die künftige Raumfahrtstrategie müsse mit den europäischen Partnern entwickelt werden."

https://www.zdf.de/nachrichten/heute/alexander-gerst-will-kein-superheld-sein-100.html (https://www.zdf.de/nachrichten/heute/alexander-gerst-will-kein-superheld-sein-100.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 21. August 2018, 17:20:11
OHB-Chef Marco Fuchs fordert eine Erhöhung des nationalen Raumfahrtbudgets und begründet es damit, dass Frankreich ein viel höheres Budget hat und Technologieentwicklungen ermöglicht, so dass man bei der ESA weitere Aufträge bekomme.

https://www.ohb.de/de/magazin/space-encounter-warum-wir-mehr-foerderung-in-der-raumfahrt-brauchen/ (https://www.ohb.de/de/magazin/space-encounter-warum-wir-mehr-foerderung-in-der-raumfahrt-brauchen/)

Ich dachte, bei der ESA geht das sowieso nach Geo-Return.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 21. August 2018, 17:33:26
Ich dachte, bei der ESA geht das sowieso nach Geo-Return.

Vielleicht kann Frankreich den technologisch interessanteren Teil der Aufträge ergattern.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 22. August 2018, 06:07:57
...
Ich dachte, bei der ESA geht das sowieso nach Geo-Return.

"GEO-Return" und "mehr Aufträge" widersprechen sich doch nicht. Wenn Deutschland sein Budget erhöhte (nicht in dieser Legislaturperiode ...) und einen Teil davon zur ESA schickt, dann kommt auch von dort mehr zurück, nach GEO-Return-Regeln ... also mehr Aufträge für deutsche Firmen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: MillenniumPilot am 22. August 2018, 12:56:14
...
Ich dachte, bei der ESA geht das sowieso nach Geo-Return.

"GEO-Return" und "mehr Aufträge" widersprechen sich doch nicht. Wenn Deutschland sein Budget erhöhte (nicht in dieser Legislaturperiode ...) und einen Teil davon zur ESA schickt, dann kommt auch von dort mehr zurück, nach GEO-Return-Regeln ... also mehr Aufträge für deutsche Firmen.

Und je hoeher die Investitionen, umso mehr wird das Leistungsprinzip eliminiert. Angenommen Firma XYZ baut die besten Raketenmotoren der Welt und kriegt dennoch den Auftrag nicht, weil der Firmensitz im falschen Staat liegt. Georeturn muss ganz anders funktionieren. Maximaler Wettbewerb und der Staat erhaelt seine Investitionen prozentual vom Einsatz in Form von Naturalien oder Geld zurueck, wenn ein Projekt erfolgreich abgeschlossen und den Zweck wie geplant erfuellt hat.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 23. August 2018, 09:23:50
Der BDI möchte von der Bundesregierung ein deutsches Weltraumgesetz.

Ich hab es bisher nicht gepostet, weil ich es nicht verstanden hab und das eher für eine Sommerloch-Zeitungsstory halte.

Jetzt legt die WELT nochmal nach und meint, dass der BDI die Risiken durch eine HERMES Bürgschaft abgedeckt sehen möchte.

Auch das verstehe ich nicht, es sei denn, es gäbe wirklich deutsche Firmen, die Haftungsrisiken im Start/Betrieb zu schultern hätten.
(Das Risiko, dass es nicht funktioniert, ist ja das Unternehmerrisiko).

https://www.welt.de/wirtschaft/article181245776/Deutschland-laesst-einem-Zwergstaat-im-All-den-Vortritt.html (https://www.welt.de/wirtschaft/article181245776/Deutschland-laesst-einem-Zwergstaat-im-All-den-Vortritt.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 23. August 2018, 09:27:42
Deutschland braucht schon lange ein Weltraumgesetz, das klärt wer für ein Raumsegment im Orbit verantwortlich ist, wie dessen Inbetriebnahme geregelt ist, wie es zu registrieren ist, wer den Betrieb genehmigt ... und v.a. wie man mit der Haftung umgeht, wenn ein Schaden entsteht. So ist das bisher "Wilder WestenOrbit". Im Zweifelsfall wäre der deutsche Staat verantwortlich, egal wie fahrlässig sich ein deutscher Betreiber verhält.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 23. August 2018, 10:02:02
Deutschland will schon lange ein Weltraumgesetz, aber es kommt nichts. (wurde auch schon als Weltraumverhinderungsgesetz bezeichnet.)

Ganz so exotisch ist es aber tatsächlich nicht, die Bundesregierung erläßt eine Rechtsverordnung zur Begrenzung des maritimen Geo-Engineering (Terraforming):
http://dipbt.bundestag.de/dip21.web/search/find_without_search_detail.do?vorgangId=238420 (http://dipbt.bundestag.de/dip21.web/search/find_without_search_detail.do?vorgangId=238420)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Sensei am 23. August 2018, 12:07:47
Der Link ist von mir leider nicht aufrufbar.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 23. August 2018, 13:12:55
versuche Google - Deutscher Bundestag drs 356/18
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 27. August 2018, 11:13:45
Von Wirtschaftsminister Altmeier kam beim "Telefongespräch mit Alex" auch diese Aussage:

Zitat
Er sei überzeugt, dass die Zahl der Arbeitsplätze in dem Bereich bis Ende des nächsten Jahrzehnts verdoppelt werden könne. "Das ist ein ehrgeiziges Ziel, aber es bedeutet, dass wir Hochtechnologiearbeitsplätze in Deutschland erhalten und weiter schaffen." Die künftige Raumfahrtstrategie müsse mit den europäischen Partnern entwickelt werden.
https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2018/08/2018-08-20-altmaier-gerst.html (https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2018/08/2018-08-20-altmaier-gerst.html)

Offenbar schaut man da auf öffentliche und die private Raumfahrtprogramme/-aktivitäten ... und deren Umsatz. Bis Oktober soll es schon ein Thesenpapier geben, was und wie es möglich wäre.

Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 02. September 2018, 12:06:53
Aktuell scheint gerade außer Klimawandel und Sommerzeit nichts los zu sein, Achtung ich werde auch Offtopic:

Bündnis90/Die Grünen wollen von der Bundesregierung wissen, was die Ziele und der Zeitplan zum angekündigten Weltraumgesetz sind und was es mit den deutsch-französischen EU-Plänen zu Newspace auf sich hat.

Sie halten die Berichterstattung in der Öffentlichkeit über Raumfahrt für nicht ausreichend.

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/032/1903296.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/032/1903296.pdf)

Auch diese Antwort liegt jetzt vor. Ein erster Entwurf eines Weltraumgesetzes soll im Verlauf der zweiten Hälfte der Legislaturperiode vorliegen.
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2018/19-3296.pdf?__blob=publicationFile&v=4 (https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2018/19-3296.pdf?__blob=publicationFile&v=4)

In der Antwort wird gesagt, dass Innospace in verschiedenen Bundesländern stattgefunden hat, ua. in Nordrhein-Westpfalen.

Als Westfale ist das eine komische Schreibweise, aber es hat tatsächlich um 1807 ein "Königreich Westphalen" gegeben, das als Satellitenstaat des französischen Kaiserreichs galt.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 12. September 2018, 22:33:38
Immerhin muss man CNES/Le Gall zu Gute halten, dass er viele Kooperationen anstößt. Was macht eigentlich Ehrenfreund den ganzen Tag? ???

Sie ist auf dem Bürgerfest des Bundespräsidenten. Der hat genauso wie Frau Merkel aus Anlaß "Jugend forscht" eine Live-Schalte zu Alexander Gerst bekommen. Es ging um Begeisterung für Wissenschaft.

https://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10081/151_read-29743/#/gallery/31942 (https://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10081/151_read-29743/#/gallery/31942)

Die Bundesregierung hat aktuell die nächste Version ihrer Hightech-Strategie 2025 verabschiedet. Während Alexander Gerst die Begeistung zu entfachen vermag, ist im Vergleich dazu bei der Strategie noch-sehr-viel-Luft-nach-oben.
Wer sich langweilen will, hier der Link:
https://www.bmbf.de/pub/Forschung_und_Innovation_fuer_die_Menschen.pdf (https://www.bmbf.de/pub/Forschung_und_Innovation_fuer_die_Menschen.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 14. September 2018, 11:49:46
Der Bundestag debattierte über den Haushalt 2019 und Wirtschaftsminister Altmaier versprach mehr Ausgaben für Raumfahrt.

Nja, der ESA-Anteil soll von 852 auf 857 Mio und das Nat. Raumfahrtbudget von 276 auf 285 Mio. steigen.

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/H/haushalt-bmwi-2019-eckpunkte.pdf?__blob=publicationFile (https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/H/haushalt-bmwi-2019-eckpunkte.pdf?__blob=publicationFile)

Da ist wohl nichts zu erwarten, was nicht auch bisher gemacht wurde.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Klakow am 14. September 2018, 13:50:22
Beim ersten Betrag sind es 0,5% mehr, beim zweiten 3,2%, bezogen auf die Gesamtsumme und abzüglich Inflation (ca. 2%), ist es eine Kürzung.
Bei sowas geht mir das Messer in der Tasche auf, man wird belogen das sich die Balken biegen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 02. Oktober 2018, 15:04:01
Die Bundesregierung tüffelt noch an ihrer neuen Raumfahrtstrategie,

Bayern erklärt schon mal seine in einem Video:

https://www.youtube.com/watch?v=yh4thfQp-34 (https://www.youtube.com/watch?v=yh4thfQp-34)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 03. Oktober 2018, 09:06:00
Nach MarsOne jetzt Bavaria One:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/markus-soeder-stellt-in-bayern-bavaria-one-vor-kritik-wegen-groessenwahn-a-1231351.html (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/markus-soeder-stellt-in-bayern-bavaria-one-vor-kritik-wegen-groessenwahn-a-1231351.html)

Zitat
Dazu investiere Bayern 700 Millionen Euro, man baue einen bayerischen Satelliten und gründe die größte Raumfahrtfakultät Europas an der TU München.

700 Millionen Euro ist eine ordentliche Summe. Faktisch muss man aber sagen, es gibt einen Überfluss an Raumfahrtstudenten in Deutschland. Das kann man nicht zuletzt an der miesen Doktorandenbezahlung erkennen z.B. in Stuttgart am IRS.


Zitat
Dem Bericht zufolge soll Landeswirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (CSU) als "Raumfahrtkoordinator" das Projekt "Bavaria One" vorantreiben.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 03. Oktober 2018, 09:21:44
(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up066226.jpg:large)

Der Erlöser! ::)

Muss dieses tolle Logo jetzt bald an der TU München an allen Raumfahrtinstituten groß aufgehängt werden um der Großartigkeit von Söder zu huldigen?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 03. Oktober 2018, 09:48:22
Zitat
"Bayern ist Marktführer: Wir investieren in Digitalisierung, Robotik, künstliche Intelligenz, Hyperloop und Raumfahrt und entwickeln sogar Quantencomputer."
Warum investiert Bayern in nutzlose Dinge wie Hyperloop anstatt in wiederverwendbare Raketen bzw. Triebwerke?

Warum kopieren wir die schlechten Ideen von Musk anstatt die guten? Ich packs nicht.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Captain-S am 03. Oktober 2018, 10:14:13
Zitat
"Bayern ist Marktführer: Wir investieren in Digitalisierung, Robotik, künstliche Intelligenz, Hyperloop und Raumfahrt und entwickeln sogar Quantencomputer."
Warum investiert Bayern in nutzlose Dinge wie Hyperloop anstatt in wiederverwendbare Raketen bzw. Triebwerke?

Warum kopieren wir die schlechten Ideen von Musk anstatt die guten? Ich packs nicht.
Ja, wir hatten z.B. mit dem Transrapid das fortschrittlichste Transportsystem überhaupt.
50 Jahre Entwicklung mal einfach so an die Chinesen verschenkt.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: FlyRider am 03. Oktober 2018, 11:13:52
ich finde die Initiative an sich gar nicht so schlecht. Eigentlich wünschen sich doch die meisten hier mehr Investition in die Raumfahrt und Hochtechnologie, oder? Leider hat der gute Markus mit seinem Monsterego die Chance verspielt, eine Idee sozialverträglich zu verkaufen. Ich bin mir sicher: Hätte er mal sein Logo weggelassen, wäre die öffentliche Reaktion ganz anders ausgefallen...
Schade  :( 
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Klakow am 03. Oktober 2018, 18:34:31
Ich habe nichts gegen den Hyperloop und ob das letztendlich ein Flop wird ist längst nicht ausgemacht. Das man den Transrapid an die Chinesen verschenkt hat mag war sein, aber in Anbetracht der Tatsache das EM schon mehrere Dinge geschafft hat die unmöglich schienen, wäre ich vorsichtig mit solche Aussagen.
Das der CSU Mann ein Ego wie Ein Eisbär mit Zahnscherzen hat ist leider ein häufiges Problem und sein Poster ist wirklich peinlich.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: MillenniumPilot am 03. Oktober 2018, 19:55:44
Zitat
"Bayern ist Marktführer: Wir investieren in Digitalisierung, Robotik, künstliche Intelligenz, Hyperloop und Raumfahrt und entwickeln sogar Quantencomputer."
Warum investiert Bayern in nutzlose Dinge wie Hyperloop anstatt in wiederverwendbare Raketen bzw. Triebwerke?

Warum kopieren wir die schlechten Ideen von Musk anstatt die guten? Ich packs nicht.

Hyperloop wird ja nicht primär vom Staat “gesponsort”. Hyperloop ist ein weltweites open source Projekt, bei dem die Entwicklungskosten auf viele Schultern verteilt wird. Da die TU Muenchen schon 3 mal in Folge den Speed-Wettbewerb gewonnen, ist es sicher kein Fehler, das Projekt auch weiterhin mit ueberschaubaren finanziellen Mitteln zu foerdern. Im uebrigen tendiere ich dazu zu glauben, dass der Hyperloop den Weg in unser Leben finden wird. Vielleicht setzt ja die Regierung damit sogar aufs richtige Pferd und wir bekommen eine zweite Chance, das modernste Transportmittel der Welt mitzubauen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Gertrud am 03. Oktober 2018, 20:44:08
Hallo Zusammen,

Zitat
"Bayern ist Marktführer: Wir investieren in Digitalisierung, Robotik, künstliche Intelligenz, Hyperloop und Raumfahrt und entwickeln sogar Quantencomputer."
Warum investiert Bayern in nutzlose Dinge wie Hyperloop anstatt in wiederverwendbare Raketen bzw. Triebwerke?

Warum kopieren wir die schlechten Ideen von Musk anstatt die guten? Ich packs nicht.
Ja, wir hatten z.B. mit dem Transrapid das fortschrittlichste Transportsystem überhaupt.
50 Jahre Entwicklung mal einfach so an die Chinesen verschenkt.

Schon mal etwas von Technologietransfer (https://de.wikipedia.org/wiki/Technologietransfer) gehört .?

Transrapid Shanghai (https://de.wikipedia.org/wiki/Transrapid_Shanghai)

Der Transrapid lebt (https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/das-deutsche-valley-der-transrapid-lebt-1.3818462)
Heute kann jeder am WE mit dem "Transrapid" Multi in Deutschland fahren. :)
thyssenkrupp Testturm Rottweil (https://testturm.thyssenkrupp-elevator.com/)
https://multi.thyssenkrupp-elevator.com/de/ (https://multi.thyssenkrupp-elevator.com/de/)

Dann wurde von dem Unternehmer Max Bögl die Magnetbahntechnik weiterentwickelt.
Deutscher Mittelständler will den Transrapid wiederbeleben (https://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/magnetschwebebahn-deutscher-mittelstaendler-will-den-transrapid-wiederbeleben/22791120.html)

Wie der Transrapid in der Oberpfalz eine Renaissance erlebt  (https://www.br.de/nachricht/wie-der-transrapid-in-der-oberpfalz-eine-renaissance-erlebt-100.html)

Viel Spaß beim Ausprobieren des Multi wünscht Gertrud
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: TWiX am 04. Oktober 2018, 18:10:57
Nach MarsOne jetzt Bavaria One:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/markus-soeder-stellt-in-bayern-bavaria-one-vor-kritik-wegen-groessenwahn-a-1231351.html (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/markus-soeder-stellt-in-bayern-bavaria-one-vor-kritik-wegen-groessenwahn-a-1231351.html)

Zitat
Dazu investiere Bayern 700 Millionen Euro, man baue einen bayerischen Satelliten und gründe die größte Raumfahrtfakultät Europas an der TU München.
[...]
Was dieser Satellit bzw die Raumfahrtfakultät genau machen sollen, kann ich den Berichten nicht entnehmen. Gibts dazu überhaupt schon weitere Infos?
PS: In dem Bericht von SPON sind ein paar Reaktionen auf den Vorstoß eingebaut, samt obligatorischem Photoshopping und Science-Fiction-Anspielungen...
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 04. Oktober 2018, 19:08:43
Gute Frage, abseits des Wahlkampfgetöses ist das inhaltlich eine ziemlich unspektakuläre Ankündigung.

In der Pressemitteilung heißt es nur: "BayernSat wird als Schaufenster Raumfahrt die Chancen und Möglichkeiten der Raumfahrt transportieren. BayernSat wird ein bayerischer Erdbeobachtungssatellit als Gemeinschaftsvorhaben von Industrie, Hochschulen und außeruniversitärer Forschung."

Bei der neuen TUM-Fakultät geht es um 132 neue Stellen, rund 50 neue Professuren und knapp 2.000 Studienplätze.

Man will Business und Gründerzentren in Technologiefeldern gründen.

http://bayern.de/wp-content/uploads/2018/10/181002-ministerrat.pdf (http://bayern.de/wp-content/uploads/2018/10/181002-ministerrat.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 11. Oktober 2018, 09:45:47
Ulrich Walter erklärt in einem Artikel Bavaria One, an dem er maßgeblich beteiligt war. Er meint, dass Deutschland sich beim Thema Newspace im Dornröschenschlaf befinde.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/markus-soeder-und-bavaria-one-das-steckt-wirklich-hinter-den-plaenen-a-1231773.html (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/markus-soeder-und-bavaria-one-das-steckt-wirklich-hinter-den-plaenen-a-1231773.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Oh_Brain am 11. Oktober 2018, 19:10:55
Seit wann kocht in der Bundesrepublik jedes Bundesland wieder sein eigenes Süppchen? Alles an Bavaria One wird kritisiert nur das nicht?

Gibt es bald auch wieder Stadtgeld? Ich sehe trauige Zeiten aufziehen. :'(
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 11. Oktober 2018, 19:34:55
Gibt es in Deutschland bei der Raumfahrt demnächst den Länder-Return?  ;)

Das wäre für Bremen das Ende.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 30. Oktober 2018, 22:31:48
Wirtschaftsminister Altmaier hatte im August angekündigt, dass das BMWi im Sep/Okt. ein Thesenpapier zur Weiterentwicklung der deutschen Luft- und Raumfahrt vorstellen würde.
https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/altmaier-telefoniert-ins-all-1506120 (https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/altmaier-telefoniert-ins-all-1506120)

Hab ich da was verpaßt, zb. auf dem IAC, oder gibts das noch nicht. Sonst würde ich mal beim BMWi nachfragen.


Edit: Das BMWi sagt, dass das Thesenpapier noch in Arbeit ist.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: MillenniumPilot am 31. Oktober 2018, 07:48:16
Was mich stutzig macht, an will mehr Geld investieren, staatliche Foerderung etc. was mir fehlt, was will man denn mit diesem Geld genau machen? Irgendwie fehlt mir da der Plan, oder ich habe nur noch nicht die richtigen Quellen gefunden.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Invicta am 14. November 2018, 06:53:59
Zitat
Das Bremen soviel Geld als Mini-Bundesland bekommt, konnte ich noch nie nachvollziehen! :o

Im Verhältnis gesehen wird in Bremen am meisten Raumfahrt gemacht... Ariane 5 ESC-A und VEB --> UC; Ariane 6 ULPM, ISS Bartholomeo, European Service Module für das MPCV, Service Operations für die ISS (Columbus), VEGA RACS und VEGA C, Tankfetigung für etliche Satelliten usw...  dazu zählen noch die vielen kleinen Projekte die Texus/Maxus und und und...

Ich verstehe eher nicht dass sich Bayern jetzt als Raumfahrtbundesland feiert... denn das ist mehr heisse Luft, als Antrieb was da rauskommt... ich sage nur Söder One... lächerlich!
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: R2-D2 am 14. November 2018, 19:23:07
Zitat
Das Bremen soviel Geld als Mini-Bundesland bekommt, konnte ich noch nie nachvollziehen! :o
Im Verhältnis gesehen wird in Bremen am meisten Raumfahrt gemacht... [..]

Ich verstehe eher nicht dass sich Bayern jetzt als Raumfahrtbundesland feiert... [..]
Gerade deshalb sollte das Geld doch auch mal in andere Bundesländer fließen  ;). Ihr habt ja schon so viele Projekte - vergiss auch nicht die andere Seite der Weser...
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: roger50 am 14. November 2018, 21:41:40
Das Geld fließt doch nicht in die Bundesländer, bzw. deren Kassen, sondern direkt in die Raumfahrt-Firmen. Und die großen sitzen nun mal eben in Bremen. Airbus und das hier bislang unerwähnte OHB, das sich ja inzwischen auch zu einem europaweit vertretenen Konzern entwickelt hat. Muß ich das Galileo-Projekt erwähnen?

Es steht jedem Bundesland frei, eigene Raumfahrtunternehmen, die komplette Projekte abwickeln können, zu gründen oder zu sponsern. In Bayern gibt es das ehemalige MBB, in BW ex-Dornier und MAN. Aber die gehören heute auch zu Airbus/OHB und haben andere Schwerpunkte.

Neue Betriebe müssen sich dann auch im Wettbewerb bewähren. Bislang gibt es da kaum welche.

Und leider gibt es in D keine Supereichen, die bereit sind, ihr Geld in der Raumfahrt zu investieren. Aldi-Space wäre schön, aber.... :(

Und solange da nichts Neues kommt, wird sich nicht viel ändern.

Gruß
roger50
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: R2-D2 am 14. November 2018, 21:57:31
Das Geld fließt doch nicht in die Bundesländer, bzw. deren Kassen, sondern direkt in die Raumfahrt-Firmen.
[..]
Es steht jedem Bundesland frei, eigene Raumfahrtunternehmen, die komplette Projekte abwickeln können, zu gründen oder zu sponsern. In Bayern gibt es das ehemalige MBB, in BW ex-Dornier und MAN. Aber die gehören heute auch zu Airbus/OHB und haben andere Schwerpunkte.
[..]
Weiß ich doch, roger50...
Wobei über DLR-Förderungen o.ä. das Geld letztlich auch irgendwie in den Bundesländern ankommt (Arbeitsplätze, Steuern, ...)

Noch ein paar kleine Korrekturen: Ex-MAN (MT Aerospace) ist nicht in BW, sondern auch Bayern - und wieso andere Schwerpunkte? Dazu gibt es noch Ex-Kayser-Threde - jetzt auch OHB in/bei München.

Und dass mit "Bavaria One" weiter Geld investiert werden soll, muss ja auch nicht schlecht sein - so lächerlich das manche User das auch finden mögen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Invicta am 15. November 2018, 07:20:24
... wer sich nicht auskennt der sollte auch nicht so laut iwelche alternativen Fakten verbreiten. Wer sich den Haushaltsauschuss und die Fördermittel die für BAYERN bereitgestellt werden mal anschaut, dem werden die Augen ausfallen. Statt ständig auf Bremen rumzuhacken wird Geld schon wieder dahin geschoben wo massiv Geld vorhanden ist. Bremen ist ein Stadtstaat und hat leider massive wirtschaftliche Herausforderungen zu stemmen. Allerdings schwebt man in Bremen nicht auf einer selbstbeweihräuchernden Wolke sondern tut sehr viel. Die gegebenen Umstände führen drumherum allerdings dazu das Bremen immer auf der Kippe steht...

Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Doc Hoschi am 15. November 2018, 07:30:41
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sich alle darüber im Klaren sind, um welche Beträge (für Einzelunternehmen) es bei der hier diskutierten staatlichen Raumfahrtförderung geht.

Wirtschaftsminister Altmaier hatte im August angekündigt, dass das BMWi im Sep/Okt. ein Thesenpapier zur Weiterentwicklung der deutschen Luft- und Raumfahrt vorstellen würde.

In dem Artikel hieß es, dass der Haushalt für 2018 gut 80 Millionen Euro zusätzlich für die Raumfahrt bereitstellen würde. In welcher Form da wer (Unternehmensgröße) daran partizipieren darf, wird (noch) nicht erwähnt.
Im Rahmen von Bavaria One sind 700 Millionen Euro im Gespräch, die zu einem großen Anteil in den Infrastrukturausbau der staatlichen Forschungslandschaft in Bayern investiert werden sollen. Was da noch für einzelne Technologieprojekte für welche Unternehmen übrigbleibt, wurde ebenfalls nicht erwähnt.

Im Allgemeinen:
Die deutsche Förderlandschaft zielt in erster Linie auf KMUs und zu einem nicht unwesentlichen Anteil auf die Hochschulen ab. Größere Unternehmen (ob in Bremen, BW oder Bayern), wie hier in den Vorposts genannt, haben es deutlich schwerer an entsprechende Mittel zu kommen und dann sind es zumindest bei gezielten Technologieprojekten auch selten Beträge über 1 Millionen (!) Euro. An derartige Gelder kommt man eher auf EU-Ebene ran, die jedoch hochkompetitiv ist und einen erheblichen administrativen Aufwand erfordert. Das schreckt oft schon viele nationale Unternehmen ab.

Technologische Quantensprünge kann mit solchen Mitteln kein großes Unternehmen erzielen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 15. November 2018, 07:37:24
Das DLR diskutierte in Bonn über die Zukunft der deutschen Raumfahrt anhand von Thesen. Mit dabei waren:

DLR, BMWi, OHB, BDLI, SCISYS, HPS, Airbus, BMVg, Uni Erlangen, GAF AG.

https://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10857/1527_read-30820/#/gallery/32680 (https://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10857/1527_read-30820/#/gallery/32680)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 15. November 2018, 11:18:32
Das DLR diskutierte in Bonn über die Zukunft der deutschen Raumfahrt anhand von Thesen. Mit dabei waren:

DLR, BMWi, OHB, BDLI, SCISYS, HPS, Airbus, BMVg, Uni Erlangen, GAF AG.

https://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10857/1527_read-30820/#/gallery/32680 (https://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10857/1527_read-30820/#/gallery/32680)

Hier sehen wir die Zukunft der deutschen Raumfahrt.
(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up066225.jpg)

22 Männer, 3 Frauen. Außerdem das Durchschnittsalter scheint mir jenseits von 50 zu liegen.

Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 03. Dezember 2018, 21:35:46
Der Jugendkanal "Deutschland3000" sagt, Deutschland zündet nicht, es fehlt an Anreizen.

https://www.youtube.com/watch?v=gQYQ0rE6Yd8 (https://www.youtube.com/watch?v=gQYQ0rE6Yd8)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 13. Dezember 2018, 10:41:16
Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) fordert, ein "Buy-European-Act" wird die Ariane 6 Probleme nicht alleine lösen, es braucht "eine umfassende Strategie".

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ariane-komplizierte-strukturen-1.4249907 (https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ariane-komplizierte-strukturen-1.4249907)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 18. Dezember 2018, 11:59:41
Die deutsche Raumfahrtpolitik ist aktuell weitgehend unklar, aber wir haben ja "Bavaria One".

Ulrich Walter erläutert, warum es Raumfahrt schwer hat und hat einfache Antworten: "Wir sind ein Land alter Menschen. Alte Menschen interessieren sich nicht für die Zukunft. So einfach ist das."

Deswegen wird das auch nichts mit autonomen Fahren und Flugtaxis. "Die Politik ist da mal wieder ein Hemmschuh“, findet Walter. „Ich wette, dass das autonome Fahren in den nächsten zehn Jahren nicht kommen wird und zwar nur wegen dieser Probleme.“

Er outet sich auf jeden Fall als SpaceX-Fan, aber wer tut das heutzutage nicht. ;)

https://www.businessinsider.de/bayern-will-mit-dem-programm-bavaria-one-am-milliardenmarkt-new-space-mitverdienen-ein-ex-astronaut-erklaert-die-hintergruende-2018-12 (https://www.businessinsider.de/bayern-will-mit-dem-programm-bavaria-one-am-milliardenmarkt-new-space-mitverdienen-ein-ex-astronaut-erklaert-die-hintergruende-2018-12)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 18. Dezember 2018, 12:18:56
Deswegen wird das auch nichts mit autonomen Fahren und Flugtaxis. "Die Politik ist da mal wieder ein Hemmschuh“, findet Walter. „Ich wette, dass das autonome Fahren in den nächsten zehn Jahren nicht kommen wird und zwar nur wegen dieser Probleme.“

Flugtaxis sind keine Lösung für die aktuellen Verkehrsprobleme, eher schon Flugbusse (englisch Airbuses - Name kommt mir bekannt vor)  und das autonome Fahren wird sicher nicht an alten Leuten scheitern.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: MillenniumPilot am 18. Dezember 2018, 13:53:01
Deswegen wird das auch nichts mit autonomen Fahren und Flugtaxis. "Die Politik ist da mal wieder ein Hemmschuh“, findet Walter. „Ich wette, dass das autonome Fahren in den nächsten zehn Jahren nicht kommen wird und zwar nur wegen dieser Probleme.“

Flugtaxis sind keine Lösung für die aktuellen Verkehrsprobleme, eher schon Flugbusse (englisch Airbuses - Name kommt mir bekannt vor)  und das autonome Fahren wird sicher nicht an alten Leuten scheitern.

Ich kann Herrn Walter recht gut nachvollziehen. Wenn man sich so im Umfeld umhört, was alles nicht geht, oder gar nie gehen wird, dann ist das schon eine Marktbremse. Immerhin ist es schon ein Fortschritt, wenn diese Diskussion in die Oeffentlichkeit getragen wird. Nur so kann sich was aendern.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 18. Dezember 2018, 14:23:07
Wirtschaftsminister Altmaier: "Die Zeit der Sonntagsreden ist vorbei, jetzt geht es um konkrete Kooperationsprojekte bei Künstlicher Intelligenz, Batteriezellen und Raumfahrt."

Erfährt nach Paris und will "konkrete Ansätze für eine Unternehmenskooperation im Bereich Künstliche Intelligenz („KI-Airbus“) erörtern."

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2018/20181218-altmaier-in-paris-zeit-der-sonntagsreden-ist-vorbei.html (https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2018/20181218-altmaier-in-paris-zeit-der-sonntagsreden-ist-vorbei.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: MillenniumPilot am 18. Dezember 2018, 15:09:21
Jetzt muss es nur in die Tat umgesetzt werden. Klingt aber zumindest gut und ganz ehrlich, dass wir diese Diskussion haben, verdanken wir einem Afrikaner.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 29. Dezember 2018, 17:40:39
Wen es noch interessiert, Altmaier hat in Paris wohl nur über die Herstellung von Batterien gesprochen, nicht über Raumfahrt. In der gemeinsamen Erklärung ist nichts erwähnt.

Die FDP hatte am 13.12. eine "Kleine Anfrage" über die Ariane 6 Problematik gestartet, die noch nicht beantwortet ist. Im wesentlichen geht es um die Ariane 6 Vermarktung und die Vergabepolitik von nationalen Satelliten (Sarah).
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/064/1906491.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/064/1906491.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 30. Dezember 2018, 11:23:41
Helmut Schmidt wäre 100 Jahre geworden. Er war kein Raumfahrtkanzler, hat aber in den 70er Jahren als die ESA umstritten war, Kourou unterstützt und OTRAG ausgebremst.

https://www.deutschlandfunk.de/der-kanzler-und-die-raumfahrt-helmut-schmidt-der-kanzler.732.de.html?dram:article_id=436672 (https://www.deutschlandfunk.de/der-kanzler-und-die-raumfahrt-helmut-schmidt-der-kanzler.732.de.html?dram:article_id=436672)

Obwohl man ja gerne unternehmerische Raumfahrt auch in Deutschland hätte, wäre wohl heute eine OTRAG auch nicht möglich.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 11. Januar 2019, 19:07:24
BMWi-Koordinator Jarzombek fordert ein "NewSpace"-Programm.

Er will auch beim US-Projekt Lunar Gateway mitmachen, aber dabei müsse deutsche Technologie sichtbar sein, anders als im Fall vom ISS-Modul Columbus.
.
https://de.reuters.com/article/deutschland-raumfahrt-jarzombek-idDEKCN1P51EN (https://de.reuters.com/article/deutschland-raumfahrt-jarzombek-idDEKCN1P51EN)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 14. Januar 2019, 13:33:15
Dazu noch eine Mitteilung von Reuters: "Deutschland bereitet sich auf Weltraum-Bergbau vor"

Das deutsche Weltraumgesetz soll kommen, 2019 wäre "wünschenswert".
Privaten Unternehmen soll darin eine Beschränkung der Haftung eingeräumt werden.

https://de.reuters.com/article/deutschland-raumfahrt-jarzombek-idDEKCN1P816T?il=0 (https://de.reuters.com/article/deutschland-raumfahrt-jarzombek-idDEKCN1P816T?il=0)

Zuletzt hieß es ja eigentlich, man sei für ein europäisches Recht.
Für mich schwer nachvollziehbar, ich hoffe, man kümmert sich noch um andere Dinge in Sachen Raumfahrt.

Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Therodon am 14. Januar 2019, 13:56:25
Zuletzt hieß es ja eigentlich, man sei für ein europäisches Recht.
Für mich schwer nachvollziehbar, ich hoffe, man kümmert sich noch um andere Dinge in Sachen Raumfahrt.

Höchstwahrscheinlich zu viele Beteiligte in Europa mit zu wenig Interesse, so das man dann doch was eigenes macht.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 22. Januar 2019, 13:59:38
Die Bundesregierung erklärt zu einer Anfrage, dass man den europäischen Zugang zum Weltraum sicherstellen will, aber bei der Vergabe von Satellitenentwicklungsaufträgen es der auftragnehmenden Industrie überläßt, mit wem sie den Satelliten transportieren wollen.

Eigener Zugang setzt eine Mindestanzahl von institutionellen Starts voraus.

D läßt sich die Trägerentwicklung ca. 250 Mio € p.a. kosten. Sarah soll im Zeitraum Nov. 2020 bis Sep. 2021 mit Falcon 9 gestartet werden.

Wie man in Zukunft verfahren will, wird geprüft.

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-6491.pdf (https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-6491.pdf)

Damit ist der schwarze Peter wohl wieder bei der OHB.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 23. Januar 2019, 15:28:50
Raumfahrt-Koordinator Thomas Jarzombek trifft sich mit Europas schärfsten Wettbewerber - Elon Musk.

Zumindestens bekommt man so Aufmerksamkeit. ;)

https://www.wz.de/nrw/duesseldorf/thomas-jarzombek-trifft-elon-musk-bei-spacex_aid-35829015 (https://www.wz.de/nrw/duesseldorf/thomas-jarzombek-trifft-elon-musk-bei-spacex_aid-35829015)

Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Prodatron am 23. Januar 2019, 16:12:58
Und Hans darf Fotograf spielen :D
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 23. Januar 2019, 16:37:04
Raumfahrt-Koordinator Thomas Jarzombek trifft sich mit Europas schärfsten Wettbewerber - Elon Musk.

Zumindestens bekommt man so Aufmerksamkeit. ;)

https://www.wz.de/nrw/duesseldorf/thomas-jarzombek-trifft-elon-musk-bei-spacex_aid-35829015 (https://www.wz.de/nrw/duesseldorf/thomas-jarzombek-trifft-elon-musk-bei-spacex_aid-35829015)

Oh setzt sich die Bundesregierung jetzt mal für wiederverwendbare Raketen ein oder warum war der in LA? ???
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Bogeyman am 24. Januar 2019, 13:59:07
Und? Kam was dabei raus?
Aber der Californische Schnaps ist natürlich wichtig...
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 24. Januar 2019, 14:13:49
Von Zeit zu Zeit pilgern deutsche (europäische) Politiker ins Silicon Valley, das ist nichts Neues, Vorgänger Fr. Zypries war z.B. bei Planet Lab.

Startups wollen alle gerne, offen bleibt das wie.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 31. Januar 2019, 18:32:43
Die Industrie fordert mehr Engagement und Investitionen von der deutschen Politik, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
"Wer oben nicht dabei ist, hat unten nichts zu melden."

https://www.bdli.de/meldungen/retrospektive-bdli-gespraechsreihe-aerospace-insights-wie-deutschland-der-raumfahrt (https://www.bdli.de/meldungen/retrospektive-bdli-gespraechsreihe-aerospace-insights-wie-deutschland-der-raumfahrt)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 05. Februar 2019, 16:54:13
Der Koordinator war heute mal wieder in Bonn im DLR-Raumfahrtmanagement. Sollte wohl eine Mitarbeiterinformationsveranstaltung sein.

https://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10857/1527_read-32072/#/gallery/33427 (https://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10857/1527_read-32072/#/gallery/33427)

Immerhin scheint die Ariane 6 ein Thema gewesen zu sein.

(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up067204.jpg)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 05. Februar 2019, 16:58:11
Viel spannender ist natürlich wer nicht im Bild ist, gibt es da nicht irgendeine Frau im DLR?  ???
(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up067203.jpg)

Der starke Mann in der deutschen Raumfahrt scheint von der Verwaltung her Pelzer zu sein.

Pelzer gibt aber noch weniger Interviews als Ehrenfreund. Es wird immer schlimmer beim DLR mit der Öffentlichkeitsarbeit. :(
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: AN am 05. Februar 2019, 17:38:29
...noch weniger Interviews als Ehrenfreund. Es wird immer schlimmer beim DLR mit der Öffentlichkeitsarbeit. :(
Kannst Du mal das permanente Bashing lassen Tobi? "Alles doof" nervt auf die Dauer gewaltig.

Hast DU schon versucht, ein Interview zu bekommen?

Es ist bei Dir nicht mehr zu trennen, was noch Information ist, und was Dein persönliches Unbehagen.   >:(

Axel
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 05. Februar 2019, 19:39:37
Der Koordinator war heute mal wieder in Bonn im DLR-Raumfahrtmanagement. ...

Nicht "mal wieder", praktisch das erste Mal, zumindest als offizieller Termin.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 05. Februar 2019, 23:15:49
Ich hatte dabei an den Termin vom 15.11. gedacht, wo Industrievertreter dabei waren, ebenfalls mit Gruppenfoto und spärlichen Informationen.

Alles was so angekündigt wird (Thesen, D/F-Arbeitgruppe) scheint nicht zu fruchten. Wenn jetzt alle nur auf die ESA-Konferenz warten und hoffen, dass es im Haushalt mehr Geld gibt, wird das ein sehr Info-armes, wenig begeisterungsfähiges Jahr. Aber vielleicht ist genau das beabsichtigt.

Vielleicht bin ich aber auch nur genervt von irgendwelchen Twitter-Mitteilungen, die man auch noch lustig finden soll.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 08. März 2019, 18:29:40
Das DLR ergründete in einem zweiten Workshop den "New Space in Deutschland - technisch, wirtschaftlich, politisch".

Es ging um: 
- New Space versus staatliche Raumfahrt,
- Geschäftsmodelle aus dem so genannten Upstream- und Downstream-Sektor,
- New-Space-Start-ups,
- die Rolle der Business-Inkubatoren,
- Private Finanzierung und
- Kapitalmärkte

Mit dabei waren:
Walter Ballheimer (German Orbital Systems),
Dr.-iur. Ingo Baumann (BHO Legal),
Robert Böhme (PT Scientists GmbH),
Yann Fiebig (Hightech-Gründerfonds),
Jochen Harms (OHB Venture Capital),
Stefanie Herrmann (AZO & ESA BIC Bavaria),
Ulrich Kübler (Airbus Space Systems), 
Herbert Mangesius (Vito Ventures Management GmbH),
Udo Neuhäußer (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi),
Martin Polak (Planet Labs Inc.),
Dr.-Ing. Sebastian Scheiding (Astrofein Adlershof GmbH),
Tom Segert (Berlin Space Technologies),
Sebastian Straube (Interstellar Ventures),
Volker Thum (Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie),
Matthias Wachter (Bundesverband der Deutschen Industrie),
Marco Witzmann (Valispace).

https://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10857/1527_read-32640/#/gallery/33656 (https://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10857/1527_read-32640/#/gallery/33656)

(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up067202.jpg)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tobi am 14. März 2019, 11:17:43
Ein Beitrag aus Deutschland zur europäischen Weltraumpolitik:
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/interview-mit-andreas-mundt-kartellamtschef-mundt-man-muesse-diskutieren-in-europa-monopole-zuzulassen/24096956.html (https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/interview-mit-andreas-mundt-kartellamtschef-mundt-man-muesse-diskutieren-in-europa-monopole-zuzulassen/24096956.html)

Was er damit sagen will: wir brauchen das buy-Airbus-Gesetz auf europäischer Ebene.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 07. April 2019, 21:38:06
Ulrich Walter erklärt in einem Artikel Bavaria One, an dem er maßgeblich beteiligt war. Er meint, dass Deutschland sich beim Thema Newspace im Dornröschenschlaf befinde.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/markus-soeder-und-bavaria-one-das-steckt-wirklich-hinter-den-plaenen-a-1231773.html (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/markus-soeder-und-bavaria-one-das-steckt-wirklich-hinter-den-plaenen-a-1231773.html)

Der Dornröschenschlaf muß weitergehen, Bavaria One bekommt im Haushalt 2019/2020 nur 30 Mio. €.
Unklar, ob man je die anvisierten 700 Mio € erreichen wird.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bayern-kaum-geld-fuer-raumfahrtprogramm-von-markus-soeder-opposition-spottet-a-1261703.html (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bayern-kaum-geld-fuer-raumfahrtprogramm-von-markus-soeder-opposition-spottet-a-1261703.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 12. April 2019, 11:22:07
Was wird aus dem lange angekündigten deutschen Weltraumgesetz?

Nach Angaben des Ministeriums ist nur "ein zukunftsoffenes und schlankes Basisgesetz" geplant.

Eine einheitliche EU-Regelung wird es nicht geben.

Die Wirtschaftsministerkonferenz der Bundesländer befaßt sich mit "Europas eigenständiger Zugang zum All".

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/raumfahrt-gesetz-all-1.4406036 (https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/raumfahrt-gesetz-all-1.4406036)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: 15062018 am 23. April 2019, 09:13:08
Rostock-Laage soll Weltraumbahnhof werden!

http://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Rostock/Landesregierung-Rostock-Laage-soll-Weltraumbahnhof-werden (http://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Rostock/Landesregierung-Rostock-Laage-soll-Weltraumbahnhof-werden)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: orion am 23. April 2019, 09:56:31
Rostock-Laage soll Weltraumbahnhof werden!

http://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Rostock/Landesregierung-Rostock-Laage-soll-Weltraumbahnhof-werden (http://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Rostock/Landesregierung-Rostock-Laage-soll-Weltraumbahnhof-werden)
Zitat:
"Das Energieministerium lässt prüfen, ob der größte Airport in MV als Start- und Landeplatz für private Raumfahrt-Unternehmen in Frage kommt – für Raketen, Satelliten und Raumgleiter."

Der Artikel sollte wahrscheinlich am 1. April erscheinen...
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: F-D-R am 23. April 2019, 12:40:33
Na ja..... Nach dem GERMANIA-Absturz greift man nach jedem Strohhalm.
Laage ist so richtig im Nirgendwo. Da könnte man schon so einiges machen, ohne das andere gestört werden (Mit Ausnahme der Zugvögel). Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Jetzt wird doch erst einmal laut Artikel geprüft.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Bogeyman am 23. April 2019, 14:03:16

Laage ist so richtig im Nirgendwo. Da könnte man schon so einiges machen, ohne das andere gestört werden (Mit Ausnahme der Zugvögel). Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Ähm... HÄ? Da sind doch überall Ortschaften und Infrastruktur in alle Richtungen nach Osten. Wohin willst Du denn da ne 1. Stufe fallen lassen, geschweige denn Trümmer nach einem Fehlstart?
Ich glaube, da ist der Artikel eher von einem Journalisten geschrieben, der keine Ahnung hat?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 23. April 2019, 14:52:07
Der Journalist berichtet ertmal nur, was die öffentlichen Stellen dort offenbar geäußert haben.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: F-D-R am 23. April 2019, 15:48:00
Ähm... HÄ? Da sind doch überall Ortschaften und Infrastruktur in alle Richtungen nach Osten. Wohin willst Du denn da ne 1. Stufe fallen lassen, geschweige denn Trümmer nach einem Fehlstart?
Ich glaube, da ist der Artikel eher von einem Journalisten geschrieben, der keine Ahnung hat?

Nicht gleich soooo aufregen. Ruhe .... . Zen .... .
Blos weil jemand da eine etwas sehr übertriebene Fotomontage als Titel da platziert hat muss man nicht gleich denken, der Shuttle würde dort landen oder es würde Startbooster regnen..
Die Brötchen sind garantiert viel, viel kleiner gedacht.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Bogeyman am 23. April 2019, 16:13:42
*Ironie on*
Naja, wenn man zum Beispiel in Laage einen Satelliten in einen Transportcontainer packt, dann in ein Transportflugzeug steckt und nach CapeCanaveral fliegt, dann könnte man mit viel gutem Willen davon sprechen, daß in Laage Satelliten "gestartet" werden.
*Ironie off*
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: pehy am 23. April 2019, 18:51:42
Laage hat eine recht lange SLB, warum sollte man dort keine luftatmende erste Stufe starten können, die dann wieder dort landet? Es gibt noch keine, aber Flugzeugbau ist ja nun auch kein so großes Geheimnis mehr. Hier ist sogar das allererste Strahlflugzeug https://de.wikipedia.org/wiki/Heinkel_He_178 (https://de.wikipedia.org/wiki/Heinkel_He_178) geflogen. Immerhin hatte sich Rostock auch um einen Airbus-Produktionsstandort beworben.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 29. April 2019, 23:04:53
"Deutschland hinkt hinterher" sagt der BDI-Vertreter.
Airbus-Hoke will eine bessere Wettbewerbsfähigkeit und eine Beteiligung am Mondprogramm.

Das BMWi will versuchen, den deutschen ESA-Anteil für 2020-23 um 269 Mio € zu erhöhen - aber die Gesamtausgaben auf gleicher Höhe zu halten.

Die Entscheidung, wie die BND-Satelliten (Georg) gestartet werden sollen (SpaceX vs. Ariane), soll Ende 2020 getroffen werden, für einen Start 2022.
"Es ist eine Frage des Preises - oder eine politische Entscheidung."  meint OHB-Chef Fuchs.

https://graphics.reuters.com/SPACE-EXPLORATION-GERMANY/010091KW2C1/index.html (https://graphics.reuters.com/SPACE-EXPLORATION-GERMANY/010091KW2C1/index.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 03. Mai 2019, 15:11:24
Astronaut A. Gerst und ESA-Chef Wörner sind am 08.05. um 10:00 in einem Bundestags-Ausschuss für Wirtschaft und Energie geladen.
Die Sitzung wird öffentlich auf www.bundestag.de (http://www.bundestag.de) übertragen. Besucher und Presse sind eingeladen.

https://twitter.com/DLR_de/status/1124228110545838080 (https://twitter.com/DLR_de/status/1124228110545838080)
https://www.bundestag.de/wirtschaft#url=L2Rva3VtZW50ZS90ZXh0YXJjaGl2LzIwMTkva3cxOS1wYS13aXJ0c2NoYWZ0LTYzNjY4MA==&mod=mod538982 (https://www.bundestag.de/wirtschaft#url=L2Rva3VtZW50ZS90ZXh0YXJjaGl2LzIwMTkva3cxOS1wYS13aXJ0c2NoYWZ0LTYzNjY4MA==&mod=mod538982)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Sensei am 03. Mai 2019, 16:50:28
6h bevor PTScientists und Ariane ein paar km weiter eine Zusammenarbeit vereinbaren - unter Anwesenheit von zwei wichtigen MdB.

Ist das ein Zufall oder steckt da ein gemeinsamer Plan dahinter?  ???
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: F-D-R am 03. Mai 2019, 19:03:56
Und 24 Stunden davor gibt es Space-Cafe.
Nein im Ernst... Diese Veranstaltung:
https://ptscientists.com/save-the-date-space-cafe-in-berlin/ (https://ptscientists.com/save-the-date-space-cafe-in-berlin/)
....am Tag davor.

Man könnte ja richtig von einer Medienoffensive sprechen.

gefunden hier: https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=13679.msg451761#msg451761 (https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=13679.msg451761#msg451761)

Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 06. Mai 2019, 18:05:00
The European Darpa

Was immer das sein soll, wahrscheinlich geht es hier nicht um Raumfahrt.

(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up067880.jpg)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: F-D-R am 06. Mai 2019, 20:26:58
Thomas Jarzombek, MdB (Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt),
https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Jarzombek (https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Jarzombek)

Taucht auch auf dieser Veranstaltung am Mittwoch auf.
https://ptscientists.com/ptscientists-and-arianegroup-joint-media-event-in-berlin/ (https://ptscientists.com/ptscientists-and-arianegroup-joint-media-event-in-berlin/)
... wurde hier schon darauf hingewiesen.

 
Vielleicht ist das so eine Art Geheimbund europäischer Raumfahrtkoordinatoren, die dann die Ministerratskonferenz schon im Vorfeld aushandeln.

:)  ;)  :D
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 08. Mai 2019, 10:26:27
Im Bundestagsauschuss stellte Gerst seine Aktivitäten auf der ISS vor und empfiehlt die Beteiligung am Lunar-Gateway.

Es folgt das Statement von Wörner.
ESA macht ganz tolle Sachen. ESA hat den Geo-Return.
Er hofft auf gute Stimmung im Ausschuss und auf eine erfolgreiche ESA-Ministerratskonferenz.

Fragen von MdB Willsch (CDU)
- wie war das mit dem Start nach den Sojus-Problemen, wie lange hält die ISS und welche Bedeutung hatte die Krim-Annektion. europäischer Zugang zum All.

Fragen von MdB Westphal (SPD)
- Inspiration ist wichtig, Mittel sind gut angelegt. Nachhaltigkeit. wie ohne fossile Energien. Wettbewerbsfähigkeit

Fragen von MdB Komning (AfD)
- Modell ESA und Modell EU, Asteroideneinschläge/-abwehr, kann man im All riechen/schmecken
(Wörner: die Amis können besser schießen, wir können besser gucken. ;) )

Fragen von MdB Houben (FDP)
- gibt es eine option für eine europäische bemannte RF ?
- ist ein Weltraumgesetz sinnvoll ?
- Rohstoffabbau ?

Fragen vom Vorsitzenden (DieLinke)
- sollte die internat. Zusammenarbeit ausgedehnt werden, zb. Indien, China
(Wörner: es gibt erste Kontakte, aber es gibt noch keine Festlegungen, wie es weitergeht.)
- Weltraumschrott - ist man vorbereitet, wenn Schrott die ISS bedroht

Fragen von MdB Janecek (Bündnis90/DieGrünen)
- Klimakrise

diverse Fragen
- wie wird sich RF weiterentwicklen - Kosten, Ziele, Mond/Mars, Forschungsgebiete
- welche Priorität hat die A6 - BW bucht bei SpaceX
- Kooperation internat. und mit Kommerziellen
- wie kann die PR verbessert werden.

Statement Jarzombek
- RF-Ausgaben sind angemessen
- Frankreich führt bei Zugang zum All; Deutschland bei der bemannten Raumfahrt ( ;) )
- er wünscht sich mehr Sichtbarkeit wie zb. beim Canadarm für Kanada
- F investiert 5xmal zu viel national wie D und man habe entsprechenden Nachholbedarf.

Wörner argumentiert gegen die Wiederverwendbarkeit und fordert den europäischen Weg.

Schlusswort vom Vorsitzenden - lob für die gute Kommunikation.

Mein Fazit: nette Unterhaltung, nichts Neues.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 21. Mai 2019, 12:49:53
Der BDI beklagt in einem Grundsatzpapier "Zukunftsmarkt Weltraum - Bedeutung für die deutsche Industrie"
zu geringe Ausgabe für Raumfahrt trotz der industriellen Stärke und warnt vor Wettbewerbsnachteilen.

"Deutschland muss mit Blick auf den Weltraum ambitionierter werden."

https://bdi.eu/publikation/news/zukunftsmarkt-weltraum/ (https://bdi.eu/publikation/news/zukunftsmarkt-weltraum/)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: einsteinturm am 22. Mai 2019, 06:23:44
Was hat er denn genau für Argumente gegen eine Wiederverwendung?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 22. Mai 2019, 09:13:32
Sein Argument ist, dass die Startrate der Ariane zu gering ist, um den Entwicklungsaufwand/Betrieb eines wiederverwendbaren Trägers zu rechtfertigen.

Man tut sich ja jetzt schon schwer, überhaupt ein erstes Produktionslos zu rechtfertigen, weil es an Aufträgen mangelt und man nicht recht weiß, wofür man die Ariane einsetzen will.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: RonB am 25. Mai 2019, 12:17:42
Beiträge mit Parteibezug und -werbung wurden einschießlich der Links gelöscht.

Bei der Diskussion bitte die Forumsregeln beachten!
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: MpunktApunkt am 25. Mai 2019, 12:21:51
Beiträge mit Parteibezug und -werbung wurden einschießlich der Links gelöscht.

Bei der Diskussion bitte die Forumsregeln beachten!

Danke!
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 28. Mai 2019, 20:00:55
Raumfahrtkoordinator Jarzombek hatte heute seine Premiere im EU-Ministerrat und im ESA Council: Raumfahrt wird das nächste große Ding.
(er sollte allerdings wohl nicht @esaexhibitions schreiben, sondern ESA.)

https://twitter.com/tj_tweets/status/1133324688661393408 (https://twitter.com/tj_tweets/status/1133324688661393408)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 17. Juni 2019, 21:43:45
Die Bundesregierung würde gerne beim Mondprojekt mitmachen, fordert aber bis November einen klaren Plan und Verläßlichkeit.

https://www.focus.de/wissen/diverses/raumfahrt-koordinator-deutschland-ist-gerne-bei-mondmission-dabei_id_10832879.html (https://www.focus.de/wissen/diverses/raumfahrt-koordinator-deutschland-ist-gerne-bei-mondmission-dabei_id_10832879.html)

Warum eigentlich diese Forderung. Hat die beim ESM eine Rolle gespielt. Heißt dann wohl so viel wie, man will nichts machen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 26. Juni 2019, 13:41:32
In dieser Woche beschließt der Deutsche Bundestag den Haushalt 2018.
Das DLR bekommt viel mehr Geld.

Die ESA soll 852 Mio. (2017: 755 Mio; 2016: 790 Mio) bekommen.

Ein kleiner Vermerk scheint die Steigerung zu begründen: "Mehr wegen Fortführung ISS bis 2024."

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/017/1901700.pdf (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/017/1901700.pdf)

Ich wage die Begründung aber mal zu bezweifeln.

Wirtschaftsminister Altmaier sieht im neuen Haushalt 2020 eine Stärkung der deutschen Luft- und Raumfahrt.

Für die ESA sind 850 Mio € vorgesehen, die "eine starke und aktive Rolle in der internationalen Raumfahrt ermöglichen soll."
Das DLR bekommt 57,4 Mio € jährlich mehr für die Gründung von neuen Instituten (die aber nicht unbedingt mit L&R zu tun haben.)

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2019/20190626-altmaier-bmwi-haushalt-2020-staerkt-kuenstliche-intelligenz-digitalisierung-luft-und-raumfahrt.html (https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2019/20190626-altmaier-bmwi-haushalt-2020-staerkt-kuenstliche-intelligenz-digitalisierung-luft-und-raumfahrt.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 26. Juni 2019, 20:35:19
Die Wirtschaftsminister der Bundesländer fordern von der Bundesregierung ein "Aufbau-Deutschland-Programm", in erster Linie wohl ein Programm für strukturschwache Regionen. Außerdem soll Offshore-Windkraft auf See gefördert werden.

Und die Minsiterrunde unterstrich auch die zentrale Bedeutung der Raumfahrt und eines unabhängigen europäischen Zugangs zum Weltraum. Die Bundesregierung wurde aufgefordert, die neue Trägerrakete Ariane 6 nach deren Markteinführung für alle institutionellen Missionen zu nutzen.

https://www.n-tv.de/politik/Laender-fordern-Aufbau-Deutschland-Programm-article21109700.html (https://www.n-tv.de/politik/Laender-fordern-Aufbau-Deutschland-Programm-article21109700.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 28. Juni 2019, 13:43:32
Luft- und Raumfahrtkoordinator Jarzombek spricht mit NASA-HEO-Chef Gerstenmaier über Zusammenarbeit. Man will zum Mond.

https://twitter.com/tj_tweets/status/1144487696531742721 (https://twitter.com/tj_tweets/status/1144487696531742721)

"Unser" Tobi glaubt nicht dran.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: F-D-R am 28. Juni 2019, 21:57:42
Gestern im Planetarium Berlin waren beide auf der Bühne und haben den Mond als gemeinsames Ziel beschworen.
Interessant: Gerstenmeier zeigte Zeichnungen vom Gateway, wo das russische Segment irgentwie fehlte .... .
https://twitter.com/FDR81324382/status/1144348053035520000 (https://twitter.com/FDR81324382/status/1144348053035520000)

Zuvor muss Maurer im Bundestag gewesen sein.
Leider war es fast dunkel. Also nur schlechte Bilder und nicht vorzeigbar.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 28. Juni 2019, 22:14:47
aso, also nur eine PR-Veranstaltung wg. 50 Jahre Mondlandung.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 03. Juli 2019, 10:26:02
Ein Kommentar des BR zu Söders windiger Raumfahrt-Strategie "Bavaria One"

Die TU München bekommt ein Institut, aber ansonsten fehlt es an Geld und Inhalten.

https://www.br.de/nachrichten/bayern/kommentar-soeders-windige-raumfahrt-strategie,RUz7glb (https://www.br.de/nachrichten/bayern/kommentar-soeders-windige-raumfahrt-strategie,RUz7glb)

Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 07. Juli 2019, 23:02:46
Die FDP möchte von der Bundesregierung wissen, wie hoch der Anteil an den jährlichen Galileo-Kosten von 1,3 Mrd € ist und wie der personelle Einfluß auf das Programm ist.
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/112/1911209.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/112/1911209.pdf)

Außerdem beantragt sie die verfügbaren Mittel für
- bemannte Raumfahrt,
- europäisch entwickelte Raketen zu nutzen,
- in KMU / New Space zu investieren
- Weltraummüll vorzubeugen
- vorhandene Standorte ausbauen
- zukünftig auf eine angemessene Beteiligung von Astronautinnen an Raumfahrtmissionen hinzuarbeiten,
- mehr Forschung für Antriebstechnologien und Langzeitmissionen

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/112/1911232.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/112/1911232.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Zenit am 10. Juli 2019, 11:13:46
Eher ernüchternde Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage:
Zitat
Ohnehin sähe die Hälfte der Befragten die für bemannte Raumfahrt bereitgestellten Mittel lieber in andere Projekte aus Forschung, Umweltschutz oder auch Entwicklungshilfe investiert. Nur 29 Prozent der Menschen in Deutschland sind der Ansicht, dass weiter Geld in die bemannte Raumfahrt gesteckt werden sollte.
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kaum-interesse-am-all-wollen-sie-einmal-selbst-zum-mond-fliegen-16275444.html (https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kaum-interesse-am-all-wollen-sie-einmal-selbst-zum-mond-fliegen-16275444.html)

Gruß
Martin



Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 11. Juli 2019, 08:22:15
Jarzombek äußert sich zur PTS-Insolvenz:
„Wir wollen die Strategie der USA adaptieren und mehr Aufträge an New-Space-Unternehmen vergeben.“
„Es ist für Unternehmen wie PTScientists wichtig, dass es für sie ein Auftragsvolumen gibt.“
„Wir wollen New-Space-Unternehmen in die Lage versetzen, Produkte zu entwickeln, die für die Industrie spannend sind“

Sebastian Straube von Interstellar Ventures sieht dagegen Managementfehler und empfiehlt eine Umstrukturierung und „eine sehr klare geschäftliche Ausrichtung“ aus. Fraglich ist aus Straubes Sicht, ob Deutschland der richtige Ort für diesen Neuanfang sei.

https://www.gruenderszene.de/automotive-mobility/berliner-raumfahrt-startup-pt-scientists-meldet-insolvenz-an (https://www.gruenderszene.de/automotive-mobility/berliner-raumfahrt-startup-pt-scientists-meldet-insolvenz-an)

Aufträge an Newspace zu vergeben ist jetzt wirklich keine super neue Idee, aber immerhin. Dem Zitat folgend scheint die Ausrichtung unbedingt in Richtung Produktentwicklungshilfe zu gehen und nicht in Richtung staatlichem Bedarf. Da braucht es wirklich eine neue Strategie.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 19. Juli 2019, 19:41:37
Die Bundesregierung beantwortete die Fragen der FDP zu Galileo.

Sowohl die Fragen wie auch die Antworten dürften vor dem gerade eingetretenen einwöchigen Ausfall des Gesamtsystems formuliert worden sein.

"Mit 26 Satelliten ist Galileo als System voll einsatzfähig."
Der deutsche Anteil am EU-Haushalt beträgt 20%, so auch im Galileo-Projekt, nach dem Brexit entsprechend mehr.

"Galileo macht Europa und Deutschland zudem im digitalen Bereich sicherer. Mit dem sog. Public Regulated Service (PRS) des Galileo Systems steht weltweit erstmals ein sicherer Satellitennavigations- und Zeitdienst auch zivilen Stellen mit Sicherheitsaufgaben in der EU zur Verfügung, beispielsweise der Polizei oder Betreibern kritischer Infrastruktur."

"Bis Ende 2021 sind außerdem von der Bundesregierung die Voraussetzungen für einen national eigenständigen Zugang Deutschlands zum Galileo PRS zu schaffen."

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/115/1911545.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/115/1911545.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 22. Juli 2019, 11:27:33
Die Bundesregierung glaubt, dass die USA ab 2020 wieder zum Mond fliegen werden. Deutsche Technik soll sie auf Kurs Richtung Mond bringen.

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2019/20190719-50-jahre-nach-der-mondlandung.html (https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2019/20190719-50-jahre-nach-der-mondlandung.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Niklot am 22. Juli 2019, 12:24:19
moin

https://www.deutschlandfunk.de/apollo-11-jubilaeum-deutschland-verspielt-seine-rolle-im.720.de.html?dram:article_id=454437 (https://www.deutschlandfunk.de/apollo-11-jubilaeum-deutschland-verspielt-seine-rolle-im.720.de.html?dram:article_id=454437)

Der Beitrag fasst meine Meinung zur Raumfahrtpolitik gut zusammen. (Falls der schon an anderer Stelle verlinkt ist, bitte einfach entfernen)


Michael
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 25. Juli 2019, 08:59:34
Die LINKE will in einer kleinen Anfrage von der Bundesregierung wissen, was es mit dem Weltraumgesetz auf sich hat, wie die Vorbereitungen auf die Ministerratstagung laufen und wie weit die deutsch-französische Zusammenarbeit auch im Newspace-Sektor gediehen ist.

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/117/1911748.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/117/1911748.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 25. Juli 2019, 16:54:15
Die Bundesregierung möchte mehr weibliche ESA-Astronautinnen, hat aber kein Geld dafür.

https://www.bundestag.de/presse/pressemitteilungen/2019/pm-190725-das-parlament-652594 (https://www.bundestag.de/presse/pressemitteilungen/2019/pm-190725-das-parlament-652594)

Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 16. August 2019, 17:02:33
Die Bundesregierung hat geantwortet. Das Thema Weltraumgesetz ist ziemlich sperrig, für mich inhaltlich nicht nachvollziehbar.
Es soll erst noch einen Entwurf geben, "auf deren Grundlage soll im Laufe des Jahres 2019 ein breit aufgestellter Diskussionsprozess mit den Verbänden, der Industrie und der Fachöffentlichkeit angestoßen werden."

Ebenso das Thema Weltraumbergbau, im Prinzip wird dem auch keine Bedeutung beigemessen.

Bei der deutsch-französischen Zusammenarbeit hat man sich vier mal auf Arbeitsebene getroffen. Erstes Ergebnis:
"Die Raumfahrtagenturen haben sich auf ein gemeinsames Verständnis gegenüber den  europäischen Weltrauminstitutionen geeinigt. Sie haben die Bedeutung und Rolle der ESA hervorgehoben und den Erfolg der bisherigen EU-Raumfahrtpolitik und deren Weiterentwicklung begrüßt." (*wow* ;) )

Das Thema NewSpace wird weiter diskutiert.

Ansonsten fordert man gleiche Wettbewerbsbedingungen gegenüber China und beklagt eine US-Dominanz in der Raumfahrt.

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11748.pdf?__blob=publicationFile&v=2 (https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11748.pdf?__blob=publicationFile&v=2)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Captain-S am 16. August 2019, 18:24:28
Die Bundesregierung hat geantwortet. Das Thema Weltraumgesetz ist ziemlich sperrig, für mich inhaltlich nicht nachvollziehbar.
Es soll erst noch einen Entwurf geben, "auf deren Grundlage soll im Laufe des Jahres 2019 ein breit aufgestellter Diskussionsprozess mit den Verbänden, der Industrie und der Fachöffentlichkeit angestoßen werden."
Diskussionen sind das Spezialgebiet der Bundesregierung.  ;D
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Teetasse am 16. August 2019, 18:24:50
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11748.pdf?__blob=publicationFile&v=2 (https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11748.pdf?__blob=publicationFile&v=2)

Zitat: . "Im Fall der Tätigkeiten nicht staatlicher Rechtsträger erfolgt dies durch Genehmigung und ständige Aufsicht"

Welche Behörde hätte das denn zu Genehmigen?  ich dachte der Weltraum ist frei?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 16. August 2019, 18:42:25
Das Luftfahrtbundesamt könnte hier "aufwachsen" oder es könnte eine Raumfahrtbundesamt entstehen. Vielleicht wächst das Raumfahrtmanagement im DLR in diese Aufgabe hinein.

Und nein, der Weltraum ist "nicht (regel)frei" in dem implizierten Sinne. Derzeit ist es so, dass der Bund für mögliche Schäden durch deutsche Aktivitäten im Weltall eintritt/haftet. Das ist aber heute nicht mehr angemessen, in Zeiten von immer mehr privaten Aktivitäten. Über dieses Gesetz soll u.a. auch diese Verantwortung und Haftung geregelt werden, und wie man in Deutschland eine "Betrieberlaubnis" für seine Weltraumaktivitäten bekommen kann.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Teetasse am 20. August 2019, 19:28:16
Das Luftfahrtbundesamt könnte hier "aufwachsen" oder es könnte eine Raumfahrtbundesamt entstehen. Vielleicht wächst das Raumfahrtmanagement im DLR in diese Aufgabe hinein.

Und nein, der Weltraum ist "nicht (regel)frei" in dem implizierten Sinne. Derzeit ist es so, dass der Bund für mögliche Schäden durch deutsche Aktivitäten im Weltall eintritt/haftet. Das ist aber heute nicht mehr angemessen, in Zeiten von immer mehr privaten Aktivitäten. Über dieses Gesetz soll u.a. auch diese Verantwortung und Haftung geregelt werden, und wie man in Deutschland eine "Betrieberlaubnis" für seine Weltraumaktivitäten bekommen kann.

Okay, aber ich habe es doch Richtig Verstanden, das Deutschland als "Startland" auch für ein nicht staatlicher Rechtsträger Haften muss?

Dann würde doch die Genehmigungsbehörde den Flug nur mit entsprechende Versicherung Genehmigen?, um die Haftung der BRD abzuwälzen.  Aber wer würde so etwa Versichern? das wäre doch, vor allem für ein Start-up Unternehmen, eine unüberwindbare Hürde sein.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 20. August 2019, 20:11:08
Ich denke man muss das aufteilen.

Die "Genehmigung/Freigabe" wird sich darauf beziehen, dass man prüft, ob die Mission entsprechende Anforderungen z.B. für Space-Debris oder Datensicherheit kennt und ein Konzept/einen Plan zeigt, wie sie diese umsetzen/erfüllen wird.

Tja, aber was passiert, wenn dann tatsächlich etwas schief geht, ob nun fahrlässig oder nicht? Selbst mit dem besten Plan kann man Pech haben oder immer noch einen Fehler machen. Gute Frage ... Dafür muss es eine Versicherung geben. Wenn der Space-Markt groß genug ist, sollte es auch passende Versicherungsprodukte geben.

Außerdem kann man doch einem Startup keinen Blanco-Scheck ausstellen. Wenn sie etwas riskantes tun, müssen sie auch alle Kosten erfassen und internalisieren. Sonst zahlt "jemand anderes" ... der Steuerzahler etwa? ... für deren Fahrlässigkeit.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: proton01 am 20. August 2019, 22:27:52
Das Luftfahrtbundesamt könnte hier "aufwachsen" oder es könnte eine Raumfahrtbundesamt entstehen. Vielleicht wächst das Raumfahrtmanagement im DLR in diese Aufgabe hinein.

Und nein, der Weltraum ist "nicht (regel)frei" in dem implizierten Sinne. Derzeit ist es so, dass der Bund für mögliche Schäden durch deutsche Aktivitäten im Weltall eintritt/haftet. Das ist aber heute nicht mehr angemessen, in Zeiten von immer mehr privaten Aktivitäten. Über dieses Gesetz soll u.a. auch diese Verantwortung und Haftung geregelt werden, und wie man in Deutschland eine "Betrieberlaubnis" für seine Weltraumaktivitäten bekommen kann.

Okay, aber ich habe es doch Richtig Verstanden, das Deutschland als "Startland" auch für ein nicht staatlicher Rechtsträger Haften muss?

Dann würde doch die Genehmigungsbehörde den Flug nur mit entsprechende Versicherung Genehmigen?, um die Haftung der BRD abzuwälzen.  Aber wer würde so etwa Versichern? das wäre doch, vor allem für ein Start-up Unternehmen, eine unüberwindbare Hürde sein.

Eine deutsche Haftung setzt voraus daß das Schäden verursachende Raumfahrzeug von deutschem Territorium gestartet wird. Das ist aber seit Peenemünder Zeiten kaum noch realistisch. Ariane startet von Frankreich (franz. Überseegebiet), da ist Frankreich verantwortlich. Deshalb hat in CSG (Centre Spatial Guyanais) auch die CNES als französisch staatsnachgeordnete Behörde das Sagen. So gesehen führt auch der franz. Staat den Start durch und nicht die Privatindustrie mittels Arianespace. Die Versicherung der Ariane deckt Schäden am eigenen Kunden ab, wenn der Start misslingt und ein Ersatz gezahlt werden muss. Wie das dann zwischen franz. Staat und Arianespace geregelt ist weiß ich nicht.

Ergo, wenn die Ariane eine deutsche Nutzlast (oder irgendeine) startet muss ggü. CNES nachgewiesen werden daß das Risiko für Schäden an Dritten überschaubar und akzeptabel ist.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Teetasse am 20. August 2019, 22:46:05
Sicher?  Gut bei Ariane ist es sicher etwas Komplexer wer jetzt Verantwortlich ist. Aber wenn ein Deutsches Unternehmen in Schweden ein Raketenstart durchführt, dann ist "Deutschland" Trotzdem mit "Startland". In in dem Sinne müsste Deutschland und Schweden den Start Genehmigen, und dafür Haften.


Edti tomtom: Gesamtzitat wegen der Übersichtlichkeit entfernt.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 20. August 2019, 22:55:02
Die Frage ist, ob das auch für SpaceX gilt, dh. OHB läßt einen Satelliten der Bundeswehr von SpaceX transportieren. Haftet im Schadenfall dann die USA als "Startterritorium" oder Deutschland als "Nutzlastherkunft" und muß OHB den Start genehmigen lassen, weil er ja eigentlich kommerziell ist, denn Deutschland bezahlt nur dafür.

Anspruchsgrundlage ist eigentlich das internationale Weltraumrecht, soweit es von den Ländern übernommen wurde. Daraus ergibt sich ein Haftungsanspruch gegenüber einem Staat, egal wo etwas passiert. Daher würde ich meinen, es geht jeweils um natürliche oder juristische Personen als Rechtsträger und nicht um Territorium.

Österreich hat ein eigenes Weltraumgesetz verabschiedet, ist also kein Hexenwerk, Genehmigungsbehörde ist das Ministerium. Ne andere Frage ist natürlich, warum das nicht europäisch geht.

https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20007598 (https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20007598)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 30. August 2019, 22:27:36
DLR-Vorstand erklärt auf der MAKS in Russland, dass Deutschland nicht den Plänen der USA und Frankreich zur Schaffung eines Weltraum-Kommandos folgt.

Das kann jetzt auch an der Art des Interview liegen. Das Zitat find ich aber bemerkenswert: "The EU is now planning to get a new director-general in space and defense."

https://www.urdupoint.com/en/technology/germany-has-no-plans-to-follow-france-us-in-701032.html (https://www.urdupoint.com/en/technology/germany-has-no-plans-to-follow-france-us-in-701032.html)

Dafür, dass sonst nichts passiert oder man nichts mitbekommt, scheint mir das eine Neuigkeit zu sein.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 14. September 2019, 10:39:41
Die Branche beklagt eine "technologisch fehlende Förderung, fehlende deutsche Missionen und lähmende Bürokratie."

Und wenn, dann bekommen nur die Großen Airbus / OHB / Thales Alenia Space die Aufträge

https://www.welt.de/wirtschaft/article200280348/HPS-ECM-S4-Bringt-sich-Deutschland-um-die-Raumfahrt-Milliarden.html (https://www.welt.de/wirtschaft/article200280348/HPS-ECM-S4-Bringt-sich-Deutschland-um-die-Raumfahrt-Milliarden.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 16. September 2019, 19:41:30
Die AfD fragt bei der Bundesregierung an, wie der Sachstand und Inhalt des angekündigten Weltraumgesetzes ist und ob geplant ist, das nationale Budget für Weltraum und Innovation zu erhöhen.

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/128/1912817.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/128/1912817.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 24. September 2019, 12:21:13
Die Antwort des Wirtschaftsministeriums enthält keine neuen Informationen.

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-12817.pdf?__blob=publicationFile&v=2 (https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-12817.pdf?__blob=publicationFile&v=2)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 16. Oktober 2019, 21:50:40
Im Rahmen der heutigen deutsch-französischen Vereinbarungen zu Rüstungsexportregelungen hat man sich auch auf eine Erklärung geeinigt, die auch etwas Raumfahrt enthält:

"Deutschland und Frankreich setzen sich für eine stärkere Europäische Weltraumpolitik ein.

Beide Staaten unterstreichen die strategische Dimension eines unabhängigen europäischen Zugangs zum Weltraum. In dieser Hinsicht unterstützen sie das europäische Präferenzprinzip bei Trägerraketen (Ariane 6) und erkennen die Inanspruchnahme von Ariane 6-Leistungen durch institutionelle Auftraggeber als einen der entscheidenden Beiträge zur Konsolidierung ihrer Nutzung an. Gemeinsame Arbeit ist auch erforderlich hinsichtlich der Zukunft dieses Programms. Die Regierungen von Deutschland und Frankreich rufen industrielle Stakeholder auf, Konsolidierungsmaßnahmen zu entwickeln, um die Kosteneffizienz sowie die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und den europäischen Trägerraketensektor zu stärken – in enger Zusammenarbeit mit ihren europäischen Partnern, insbesondere Italien. Deutschland und Frankreich unterstützen die Einrichtung der neuen Generaldirektion der Europäischen Kommission, die unter anderem für Weltraumfragen zuständig ist, unter Berücksichtigung der zivilen Natur des EU-Raumfahrtprogramms."

https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/deutsch-franzoesische-erklaerung-von-toulouse-16-oktober-2019-1682252 (https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/deutsch-franzoesische-erklaerung-von-toulouse-16-oktober-2019-1682252)

Wird die ESA wohl nicht so sehr freuen. ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: FlyRider am 17. Oktober 2019, 06:54:30
Man muss hier mal auf die konkreten Satzaussagen achten:

Beide Staaten unterstreichen .... In dieser Hinsicht unterstützen sie .... und erkennen die Inanspruchnahme .... an. Gemeinsame Arbeit ist auch erforderlich ... Die Regierungen von Deutschland und Frankreich rufen auf .... Deutschland und Frankreich unterstützen die Einrichtung ...

Unterstreichen, unterstützen, anerkennen, aufrufen  ???
Ich würde mir mehr gründen, schaffen, beschließen, verabschieden, zusichern usw. wünschen  :-X
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 17. Oktober 2019, 10:04:02
Abgesehen von üblichen diplomatischen Formulierungen geht es bei der Erklärung um die Stärkung der EU-Politik, da können Deutschland und Frankreich als Mitgliedsstaaten nur unterstützen und eher nicht hineinregieren. Insofern hätte ich es auch unter EU-Space Policy posten sollen.

Da aber die "Stärkung der europäischen Trägerraketenindustrie" bisher eher nicht Gegenstand der EU-Politik war bzw. da auch keine signifikanten EU-Budgets vorhanden sind, ist das schon bemerkenswert.

Ebenso bemerkenswert, dass man auf die "zivile Natur des EU-Raumfahrtprogramms" abhebt, die eher nicht durchzuhalten ist und die sich auch schon die ESA auf die Fahne geschrieben hat.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Lumpi am 17. Oktober 2019, 17:38:50
Der BDI-Präsident möchte einen deutschen Weltraumbahnhof für Micro-Launcher. Dafür kämen die Flughäfen Rostock-Laage oder Nordholz infrage, Jarzombek ist aber skeptisch...
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/weltraumplaene-des-bdi-die-deutsche-industrie-will-zum-mond/25126130.html (https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/weltraumplaene-des-bdi-die-deutsche-industrie-will-zum-mond/25126130.html)
https://presse-augsburg.de/bdi-praesident-will-deutschen-weltraumbahnhof/499205/ (https://presse-augsburg.de/bdi-praesident-will-deutschen-weltraumbahnhof/499205/)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 17. Oktober 2019, 21:21:56
Die FDP stellt einmal mehr die Frage, ob die deutsche Raumfahrtstrategie von 2010 noch zeitgemäß ist und was sich in Sachen Raumfahrt überhaupt tut.

Welche Konsequenzen zieht man aus der Newspace-Entwicklung und der PT Scientists Pleite.

Man bemangelt auch die zunehmend thematische Unschärfe des DLR, die "sich Luft-und  Raumfahrt-unspezifischen Themen zuwendet, während die Fraunhofer Gesellschaft (FhG) gleichzeitig ihre Aktivitäten im Bereich Raumfahrt verstärkt, indem sie ebenfalls im Bereich Raumfahrt forscht und eine 18 Institute umfassende „Fraunhofer Allianz Space“ betreibt."

Man fragt, ob die Zuordnung zum BMWi sinnvoll ist oder nicht doch besser ins BMBF gehören sollte? (wobei es bedeutet, ob überhaupt noch eine Industriepolitik mit der Raumfahrt erfolgt).

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/138/1913883.pdf (http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/138/1913883.pdf)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: McPhönix am 18. Oktober 2019, 12:03:33
Die FDP stellt einmal mehr die Frage, ob die deutsche Raumfahrtstrategie von 2010 noch zeitgemäß ist und was sich in Sachen Raumfahrt überhaupt tut....... ob überhaupt noch eine Industriepolitik mit der Raumfahrt erfolgt).
Der letzten Entlassungen bei MT sind da wohl auch nicht grad mutmachend.

Wir werden noch lange Ruhe vor den Aliens haben (s.u.)  ;D
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 18. Oktober 2019, 21:07:07
Jetzt wissen wir wenigstens, warum Deutschland kein Geld für Raumfahrt hat - der Bundesfinanzminister Olaf Scholz wischt alle Vorschläge vom Tisch.

https://www.swr.de/swraktuell/Kongress-zur-Weltraumforschung-in-Berlin-Der-Bundesfinanzminister-ist-kein-grosser-Freund-der-Raumfahrt,einbeinig-im-weltraum-100.html (https://www.swr.de/swraktuell/Kongress-zur-Weltraumforschung-in-Berlin-Der-Bundesfinanzminister-ist-kein-grosser-Freund-der-Raumfahrt,einbeinig-im-weltraum-100.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: FlyRider am 19. Oktober 2019, 09:53:35
Passt auch zum (eher weniger erfreulichen) Thema:

https://www.welt.de/wirtschaft/article202139734/Weltraumkongress-Deutschlands-Start-ups-finden-kaum-heimische-Investoren.html (https://www.welt.de/wirtschaft/article202139734/Weltraumkongress-Deutschlands-Start-ups-finden-kaum-heimische-Investoren.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Ariane 42L am 21. Oktober 2019, 09:20:42
Der Tagesspiegel hat in seiner heutigen Online-Ausgabe einen Artikel, danach hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier wohlwollend auf den Wunsch der deutschen Industrie zur Errichtung eines deutschen Weltraumbahnhofs reagiert.

„Raumfahrt begeistert viele Menschen und sichert tausende Arbeitsplätze in Deutschland. In der Satellitentechnik sind wir führend. Deshalb werde ich den Vorschlag des BDI für einen Weltraumbahnhof gerne prüfen“, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier der „Bild“ (21/10/2019).

Der BDI fordert in seiner "Berliner Weltraumerklärung" eine Erhöhung des nationalen Raumfahrtbudgets analog zu Frankreich - von 285 Millionen auf 726 Millionen Euro.


https://www.tagesspiegel.de/politik/start-von-traegerraketen-in-deutschland-altmaier-will-eigenen-weltraumbahnhof-pruefen/25137008.html (https://www.tagesspiegel.de/politik/start-von-traegerraketen-in-deutschland-altmaier-will-eigenen-weltraumbahnhof-pruefen/25137008.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Pirx am 21. Oktober 2019, 10:42:27
.... Der BDI fordert in seiner "Berliner Weltraumerklärung" eine Erhöhung des nationalen Raumfahrtbudgets analog zu Frankreich - von 285 Millionen auf 726 Millionen Euro....
Download der Berliner Weltraumerklärung: https://bdi.eu/media/themenfelder/rohstoffe/publikationen/20191018_Position_BDI_Berliner_Weltraumerklaerung.pdf (https://bdi.eu/media/themenfelder/rohstoffe/publikationen/20191018_Position_BDI_Berliner_Weltraumerklaerung.pdf)

BDI-Präsident Prof. Dieter Kempf überreicht die Erklärung dem BM Peter Altmaier:
(Quelle: T. Weyrauch)

Gruß   Pirx
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: F-D-R am 21. Oktober 2019, 11:17:11
Der Tagesspiegel hat in seiner heutigen Online-Ausgabe einen Artikel, danach hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier wohlwollend auf den Wunsch der deutschen Industrie zur Errichtung eines deutschen Weltraumbahnhofs reagiert.... .

Ja, es gab auf der Veranstaltung von Seiten der Politik viel gute Worte und noch mehr Schulterklopfen, wie toll das alles wäre.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Ariane 42L am 21. Oktober 2019, 14:59:55
Ja, es gab auf der Veranstaltung von Seiten der Politik viel gute Worte und noch mehr Schulterklopfen, wie toll das alles wäre.

„Eine gemeinsame bemannte Mondmission mit einer deutschen Astronautin wäre ein starkes transatlantisches Signal, würde die Begeisterung für Raumfahrt und MINT-Berufe stärken und neue technologische und wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnen“, sagte BDI-Präsident Dieter Kempf.

https://www.fr.de/wirtschaft/weltraumbahnhof-deutschland-warum-sich-land-nicht-dafuer-eignet-zr-13137909.html (https://www.fr.de/wirtschaft/weltraumbahnhof-deutschland-warum-sich-land-nicht-dafuer-eignet-zr-13137909.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Teetasse am 21. Oktober 2019, 15:42:15
Ich glaube Punkt 7. "Weltraumschrott vermeiden" schaffen wir! = im dem wir erst garnichts ins Weltall schissen :D  alle anderen Punkte sind leider vollkommen unrealistisch...
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: F-D-R am 21. Oktober 2019, 16:58:24
Ja, es gab auf der Veranstaltung von Seiten der Politik viel gute Worte und noch mehr Schulterklopfen, wie toll das alles wäre.

„Eine gemeinsame bemannte Mondmission mit einer deutschen Astronautin wäre ein starkes transatlantisches Signal, würde die Begeisterung für Raumfahrt und MINT-Berufe stärken und neue technologische und wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnen“, sagte BDI-Präsident Dieter Kempf.

https://www.fr.de/wirtschaft/weltraumbahnhof-deutschland-warum-sich-land-nicht-dafuer-eignet-zr-13137909.html (https://www.fr.de/wirtschaft/weltraumbahnhof-deutschland-warum-sich-land-nicht-dafuer-eignet-zr-13137909.html)

Ja natürlich! Nichts hinzuzufügen! Hat er gesagt. "Es wäre ....." Ich kann mich aber nicht erinnern, dass irgendjemand dort gesagt hat. "Machen wir ... !" Egal jetzt was.  ???
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Bogeyman am 21. Oktober 2019, 21:28:09
Ein "Spaceport" in Deutschland - ja is klar...

https://www.sueddeutsche.de/wissen/weltraumbahnhof-deutschland-raumfahrt-1.4649271 (https://www.sueddeutsche.de/wissen/weltraumbahnhof-deutschland-raumfahrt-1.4649271)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Teetasse am 21. Oktober 2019, 22:24:36
(https://instagram.fham1-1.fna.fbcdn.net/vp/a2e01e53dc23a80a3bea3728afdb47a8/5E59EDE8/t51.2885-15/fr/e15/s1080x1080/74417788_2907946772567826_6608720452387419228_n.jpg?_nc_ht=instagram.fham1-1.fna.fbcdn.net&_nc_cat=1)
@tagesschau auf Instagram: „Wirtschaftsminister Altmaier hat wohlwollend auf den Wunsch der deutschen Industrie zur Errichtung eines deutschen Weltraumbahnhofs…“
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: -eumel- am 21. Oktober 2019, 23:44:08
Was ist denn ein Weltraumbahnhof?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Busmaster am 22. Oktober 2019, 00:05:56
Wo verspätet gestartet wird.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Bogeyman am 22. Oktober 2019, 06:28:21
Dürfen dann die Leute vom BER bauen...
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 22. Oktober 2019, 09:26:23
OHB findet die Idee natürlich gut und die Bremer Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke), derzeit auf dem IAC in Washington, kann sich das auch vorstellen.
In UK wird ja auch noch diskutiert, ob man vertikal oder horizontal oder beides braucht.

Das DLR hat mit Cochstedt schon seinen eigenen Flugplatz (für Drohnen) für 25 Mio €, aber da ist gerade erst die Abfertigungshalle einstürzt, ganz ohne Raketen. ;)

https://www.youtube.com/watch?v=NyVOrv89W2I (https://www.youtube.com/watch?v=NyVOrv89W2I)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Flandry am 22. Oktober 2019, 11:32:13
Wenn man wenigstens mal dieses saublöde Wort "Weltraumbahnhof" aus dem Wortschatz rausbekommen könnte...
Weder bei NASA noch bei SpaceX noch sonstirgendwo hört man "Space railway station" oder "Space train station"

Es gibt hier im Forum diverse Stränge, in denen über die Beleuchtung von Lokomotiven gerätselt wird.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Captain-S am 22. Oktober 2019, 11:44:11
Dürfen dann die Leute vom BER bauen...
Jo, der Spaceport soll auch in der Nähe des BER gebaut werden.
Da sparen die Baufirmen schonmal die Umzugskosten und es kann schneller mit dem Bau begonnen werden.
Ariane 6 fliegt dann, je nach Umlaufbahn, über Polen, Tschechien und bei polaren Orbits auch über Österreich.
Die polnische Bevökerung wird sich über "vom Himmel fallende" Edelmetalle freuen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Teetasse am 22. Oktober 2019, 11:58:10
Mal eine Frage,

Raketen sind laut Gesetz Luftfahrtzeuge.

Ist es nicht Verboten diese, wenn sie Unbemannt sind "außerhalb der Sichtweite des
Steuerers" zu betreiben?

Wie will man das lösen?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Captain-S am 22. Oktober 2019, 13:08:38
Mal eine Frage,
Raketen sind laut Gesetz Luftfahrtzeuge.
Ist es nicht Verboten diese, wenn Sie Unbemannt sind "außerhalb der Sichtweite des
Steuerers" zu betreiben?
Wie will man das lösen?
Du bist wohl auch ein frustrierter Drohnenpilot?  :)
Mir ist die Lust auf eine Drohne auch vergangen, wenn man sich die ganzen Einschränkungen ansieht.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 22. Oktober 2019, 13:27:06
Wie will man das lösen?

So wie überall, man sperrt den Luftraum und läßt die Rakete fliegen. Kommt ja nicht so oft vor.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Bogeyman am 22. Oktober 2019, 18:29:39

Du bist wohl auch ein frustrierter Drohnenpilot?  :)


Ähm, das sind keine Piloten! Nur so nebenbei ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 23. Oktober 2019, 18:30:39
Danke jdark, die Beiträge zur Deutschstunde werde ich entsprechend verschieben,
https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=16743.0 (https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=16743.0)

bitte zurück zum Topic.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Ijon am 24. Oktober 2019, 17:07:05
Zum Altmeier-Vorschlag eines Spaceport in Deutschland hat der NDR eine Glosse
https://www.ndr.de/info/sendungen/auf_ein_wort/Gute-Idee-Weltraumbahnhof,weltraumbahnhof106.html (https://www.ndr.de/info/sendungen/auf_ein_wort/Gute-Idee-Weltraumbahnhof,weltraumbahnhof106.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: roger50 am 25. Oktober 2019, 19:00:50
Heute war im Bremer Rundfunk ein längerer Beitrag zum 'Spaceport in D'. Träfe uns hier ja auch, da Nordholz praktisch nebenan liegt.

Dabei wurde ausdrücklich gesagt, daß es sich nicht um Starts von Raketen vom Boden aus handelt (was eindeutig nicht geht), sondern um Flugzeuge, die dann die Rakete in der Luft aussetzen und starten. Also Konzept wie L-1011/Pegasus oder B-474/Launcher One.

Und dann macht die Idee schon Sinn.

Gruß
roger50
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Teetasse am 25. Oktober 2019, 19:42:30
Heute war im Bremer Rundfunk ein längerer Beitrag zum 'Spaceport in D'. Träfe uns hier ja auch, da Nordholz praktisch nebenan liegt.

Dabei wurde ausdrücklich gesagt, daß es sich nicht um Starts von Raketen vom Boden aus handelt (was eindeutig nicht geht), sondern um Flugzeuge, die dann die Rakete in der Luft aussetzen und starten. Also Konzept wie L-1011/Pegasus oder B-474/Launcher One.

Und dann macht die Idee schon Sinn.

Gruß
roger50

Hm, dann wäre aber die Diskussion über ein "Weltraumbahnhof" (oder wie man es auch immer nennt) in Deutschland sehr überflüssig. Mit Pegasus oder Launcher One kann man ja praktisch von jeden Flughafen starten. So gesehen hätte Deutschland schon über 40 mögliche "Weltraumbahnhöfe"  bzw. aktive. Verkehrsflughäfen :)

Wozu noch über Lage oder Nordhausen Diskussion. Wir bräuchten eigentlich nur noch ein "Launcher" für die Raketen. Der dann von jeden beliebigen Flughafen startet und je nach Ziel-Orbit die Rakete an einem Sicheren Ort abwirft.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 25. Oktober 2019, 20:22:57
Nun ja, "jeder beliebige Flughafen" lässt sicherlich nicht das Processing einer betankten, startbereiten Rakete auf seinem Gelände zu. Das würde, mit all seinen Anforderungen und Sonderbestimmungen, den kommerziellen Betrieb extrem beeinträchtigen. Insofern braucht man schon einen speziellen Flugplatz, auf dem das sicher geht und zugelassen ist. (Alte) Militärplätze, die sonst keine weitere Nutzung haben, wären da schon passend.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Ariane 42L am 25. Oktober 2019, 20:35:02
Nun ja, "jeder beliebige Flughafen" lässt sicherlich nicht das Processing einer betankten, startbereiten Rakete auf seinem Gelände zu. Das würde, mit all seinen Anforderungen und Sonderbestimmungen, den kommerziellen Betrieb extrem beeinträchtigen. Insofern braucht man schon einen speziellen Flugplatz, auf dem das sicher geht und zugelassen ist. (Alte) Militärplätze, die sonst keine weitere Nutzung haben, wären da schon passend.

Man hat schon eine Pegasus-XL vom militärischen Bereich des Flughafen Gran Canaria gestartet. Dies war am 21. April 1997, die Nutzlast war der spanische Satellit "Minisat 01" gewesen. Natürlich wurde vom Gran Canaria nicht die Pegasus gestartet, sondern das Trägerflugzeug, eine L-1011. Welche den Träger über den Atlantik gebracht hatte.
Und wenn man das auf Deutschland bezieht dann müsste der Flughafen in Meeresnähe liegen.


https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Pegasus-Raketenstarts (https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Pegasus-Raketenstarts)
https://de.wikipedia.org/wiki/Flughafen_Gran_Canaria (https://de.wikipedia.org/wiki/Flughafen_Gran_Canaria)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 11. November 2019, 10:15:13
Im Rahmen der heutigen deutsch-französischen Vereinbarungen zu Rüstungsexportregelungen hat man sich auch auf eine Erklärung geeinigt, die auch etwas Raumfahrt enthält:

"Deutschland und Frankreich setzen sich für eine stärkere Europäische Weltraumpolitik ein.

Wenn Deutschland und Frankreich eine Mond-Mission vereinbaren, bekommt es Deutschland nicht mit. Mir ist das jedenfalls in der Presse nicht aufgefallen und es fehlt in der deutschen Pressemitteilung.

In der französischen ist es aber drin:
Zitat
However, the Franco-German Council of Ministers in Toulouse made it possible to define a common roadmap for the European Space Agency (ESA) ministerial conference to be held next November, during which the two countries are expected to present their plans for a joint robotics mission to the moon, using artificial intelligence to demonstrate the power of European technological leadership.
https://www.institutmontaigne.org/en/blog/france-germany-what-ambition-europe (https://www.institutmontaigne.org/en/blog/france-germany-what-ambition-europe)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: -eumel- am 11. November 2019, 10:21:17
Deutschland und Frankreich setzen sich für eine stärkere Europäische Weltraumpolitik ein.

Wie dürfen wir uns das vorstellen?
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 11. November 2019, 10:43:22
In der Quelle vom 16.10. war vor allem vom autonomen Zugang zum Weltraum per Ariane 6 die Rede.
Alles weitere muß man wohl abwarten.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 11. November 2019, 19:51:55
Die FDP fordert eine "Deutsche Weltraumagentur"
und mehr Geld für Newspace.

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/fdp-und-bdi-fordern-mehr-geld-der-weltraumbahnhof-ist-kein-witz-16480262.html (https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/fdp-und-bdi-fordern-mehr-geld-der-weltraumbahnhof-ist-kein-witz-16480262.html)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 12. November 2019, 08:00:17
Die SZ meldet, dass die Bundesregierung die ESA Mittel kürzen will.

Der BDI befürchtet, dass die Ariane Weiterentwicklung dann nur noch in Frankreich und Italien stattfindet.

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/raumfahrt-berlin-will-der-esa-weniger-geld-zahlen-1.4677059 (https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/raumfahrt-berlin-will-der-esa-weniger-geld-zahlen-1.4677059)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 12. November 2019, 09:12:04
Man kann sich ja des Eindrucks nicht erwehren, dass Launcher (also Ariane) ein Fass ohne Boden sind ... "mehr geht immer (auch, wenn man auf dem falschen Pferd sitzt)" ... Es ist spannend, ob in der deutschen Position dann nur die Launcher "abschmelzen", oder auch die Bereiche Forschung und Anwendungen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 12. November 2019, 12:40:18
Der Bundestag debatiert am Donnerstag 14.11. ca. 15:00 über die Vorlage von CDU/SPD zur ESA und der europäischen Raumfahrt.

"ESA-Ministerratskonferenz 2019 – Satellitengestützte Erdbeobachtung intensivieren, Europas Rolle im All stärken, nationales Raumfahrtprogramm aufwerten“

Kann man dann auch im Bundestag-TV-Stream verfolgen.

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2019/kw46-de-esa-ministerratskonferenz-667226 (https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2019/kw46-de-esa-ministerratskonferenz-667226)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 12. November 2019, 22:45:02
Jarzombek widerspricht dem BDI, dass die Bundesregierung die Mittel für die ESA kürzen will.

https://de.reuters.com/article/deutschland-weltraum-idDEKBN1XM27X (https://de.reuters.com/article/deutschland-weltraum-idDEKBN1XM27X)

Man will im November den Startschuss für eine europäische Mondmission geben (naja, in Form einer Studie). Entschieden werden soll dann 2022. (Wenn damit Heracles gemeint ist, der Lander soll von JAXA kommen, der Rover von Kanada).
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: tomtom am 13. November 2019, 11:56:00
Die Bundesregierung hat heute im Kabinett den BMWi-Entwurf beschlossen

"zur vorrangigen Nutzung der europäischen Trägerrakete Ariane 6 bei künftigen deutschen institutionellen Raumfahrtmissionen".

Das DLR darf also nur noch mit Ariane 6 starten - oder Private beauftragen. ;)
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 13. November 2019, 14:34:41
Das wird Frankreich freuen ... jetzt hat sich hier endlich ein strategischer Imperativ für Europa durchgesetzt. Wenn wir uns einen Träger leisten, ist diese Policy praktisch zwingend.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Captain-S am 13. November 2019, 14:57:38
Das wird Frankreich freuen ... jetzt hat sich hier endlich ein strategischer Imperativ für Europa durchgesetzt. Wenn wir uns einen Träger leisten, ist diese Policy praktisch zwingend.
Wenn es wenigstens ein innovativer Träger wäre, aber so.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: Schillrich am 13. November 2019, 15:06:49
Nun ja, aus politisch-strategischer Sicht muss es eigentlich nur ein "funktionierender Träger" sein, der die eigenen Anforderungen/Missionen erfüllt. Das Produkt muss also nur "gut genug" sein für die Missionen an sich, um den Imperativ zu rechtfertigen.
Titel: Re: Raumfahrt-Politik in Deutschland
Beitrag von: FlyRider am 13. November 2019, 18:10:07
Irgendwie ist das Dilemma: So nimmt man natürlich Innovationsdruck von Ariane, was irgendwie nicht so gut ist, weil einen irgendwann der technologische Fortschritt überrollt. Andererseits ist so ein europäisches Programm per se nicht auf höchste Effizienz ausgerichtet und kann mit innovativer Privatwirtschaft eh nicht mithalten.

In Summe eine vernünftige Entscheidung.