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Astronomie => Sonnensystem => Thema gestartet von: Beverly am 24. Oktober 2004, 22:43:44

Titel: Jupitermonde
Beitrag von: Beverly am 24. Oktober 2004, 22:43:44
Seitdem die Raumsonde "Voyager" Bilder vom Jupitermond Io zur Erde funkte, reißt das Interesse an diesem Mond nicht ab. Die Sonden Voyager und Galileo fanden auf Io hunderte von Vulkanen, die bei Ausbrüchen ihre Lava bis zu 300 Kilometer hoch schleudern.

Io hat einen Durchmesser von 3600 Kilometern und ist der Innerste der vier großen Jupitermonde, ca. 400 000 Kilometer von Jupiter entfernt. Die Anziehung von Jupiter und der beiden Monde Europa und Ganymed sorgt für starke Gezeitenkräfte, die das Innere des Mondes aufheizen. Io besteht aus einem Eisenkern, um dem Kern liegt ein Mantel aus flüssigem Gestein.
Die Oberfläche besteht aus Schwefel, Schwefeldioxyd und anderen Schwefelverbindungen, die sich aus Vulkanausbrüchen abgelagert haben. Während die Durchschnittstemperatur -140 Grad beträgt, ist die Lava der Vulkanausbrüche über 1500 Grad heiß und es gibt Flüsse und Seen aus flüssigem Schwefel.

Siehe

http://www.uni-koeln.de/math-nat-fak/geomet/geo/forschung/pluto/io.html

http://www.blinde-kuh.de/weltall/io.html

http://www.discovery.de/de/pub/specials/schoenewelten/monde/io.htm

http://home.arcor.de/richard_sturm/sonnensystem/io.htm

http://www.astronomie.de/news/0000368.htm


Es gibt auch schon Pläne, mit einger eigens für Io entwickelten Sonde mehr über diese Welt zu erfahren, siehe

http://www.unibw-muenchen.de/campus/LRT9/Forschung/Io.htm

Eine interessante Frage ist, ob es unter solchen Bedingungen komplexe Verbindungen und Leben geben könnte; falls ja, wäre es ganz anders aufgebaut als Leben auf der Erde, weil es auf Io zwar flüssigen Schwefel aber kein Wasser gibt.
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Beverly am 25. Oktober 2004, 09:29:45
Wie lebhaft es auf dem Jupitermond Io zugeht, zeigt folgender Bericht über Beobachtungen der Sonde "Galileo" auf

http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=151214

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In der Gegend von Tvashtar Catena setzte vor zwei Jahren heftige vulkanische Aktivität ein. Die neuen Bilder zeigen, dass in der Gegend noch immer glutflüssiges Gestein an die Oberfläche dringt. Die Stellen, die Ende 1999 und Anfang 2000 Lava spuckten, sind auch jetzt noch heißer als die Umgebung. Zusätzlich sind aber auch neue Lavaquellen aufgebrochen. Ähnlich wie viele Eruptionen auf der Erde scheint die Aktivität von Tvashtar Catena plötzlich und heftig begonnen zu haben und lässt jetzt allmählich nach.

Ein ganz anderes Bild bietet der Vulkan Loki. Der heiße Fleck auf den Galileo-Bildern wird mal größer, mal kleiner. Möglicherweise schwankt die Helligkeit sogar in regelmäßigen Zyklen, ein Verhalten, dass bei irdischen Vulkanen unbekannt ist. Die neuesten Bilder vom Vorbeiflug am 16. Oktober sprechen dafür, dass Loki ein Lavasee und keine Caldera, also eine eingestürzte Magmakammer, ist. Die Bilder zeigen eine heiße Linie am Rand der Lavamassen. Offenbar bricht die Kruste über dem See dort auf, weil sie gegen den Rand stößt.

Spektakulär sind auch die Bilder eines bröckelnden Steilhangs. In einer Welt, in der es weder Wasser noch eine Atmosphäre gibt, die die Erosion fördern, brechen die Klippen allein unter dem Einfluss ihrer eigenen Schwerkraft zusammen.
==================================================

Io ist also eine der geologisch aktivsten Welten im Sonnensystem.
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Impulse am 19. August 2003, 13:28:37
Hi!
Ich habe jetzt schön des öfteren Berichte gesehen und gelesen zum genannten thema.
Unzwar soll Europa mit einer dicken eissschicht überzogen sein unter der jede menge wasser vorhanden ist. Möglicherweise sogar warme quellen. Was haltet ihr davon?

Gruß, Daniel
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: pikarl am 19. August 2003, 14:55:36
Hallo,

der Jupitermond Europa ist einer der interessantesten Monde im Sonnensystem. Eigentlich ist er ja viel zu weit von der Sonne entfernt, als dass auf ihm Leben hätte entstehen können (weil es so kein flüssiges Wasser geben kann).

Aber durch die Gezeitenkräfte des Jupiter könnten das Innere des Mondes so erhitzen, dass aufgrund von Vulkanismus unterirdische Wärme das Wasser von Europa zum Schmelzen gebracht hat.

Das *könnte* sogar primitive Lebensformen ermöglichen. Allerdings herrscht am Jupiter auch ziemlich starke Röntgenstrahlung, was relativ tödlich für jede Erbinformation ist.  8)  :'(
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Myrdin am 19. August 2003, 18:01:01
Der Kilometerdicke Eispanzer dürfte einen großteil der Strahlung abhalten.Auch wenn eine gewisse Reststrahlung durchs Eis dringt, würden die ersten Metzer Wasser diese herausfiltern. wenn es Leben geben sollte, dann nur in der Nähe von heißen Quellen am Grunde des Ozeans.

Vielleicht hat die intensivere Strahlung auch die Evulution  angeheitzt, wie das vermutlich auch auf der Erde der Fall war.

Schwierig wird es jedoch eine Sonde zu schicken, die der Strahlung gewachsen ist....
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: pikarl am 08. September 2003, 06:58:11
Zitat
[...] Schwierig wird es jedoch eine Sonde zu schicken, die der Strahlung gewachsen ist....

Ich glaube ein mindestens genauso großes Problem ist der Kilometerdicke Panzer: Wenn wir Europa mit einer Sonde erkunden wollen um herauszufinden, ob im Inneren seines Ozeans Leben entstanden ist, muss ja über kurz oder lang auch eine Sonde durch den Eispanzer geschickt werden...  8)

Was meint ihr - wäre eine große Menge Sprengstoff, die vielleicht ein Weg wäre, durch Europas Eiskruste zu kommen, kein zu großer Eingriff in ein potenzielles Ökosystem unter seiner Oberfläche...?
Zudem ist es trotzdem schwierig ein Kilometer tiefes Loch zu sprengen.  :o
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Beverly am 17. Oktober 2004, 21:57:03
Die Veränderungen im Magnetfeld von Europa sprechen für die Existenz eines Ozeans aus flüssigem Wasser unter dem Eis, siehe

http://www.astronews.com/news/artikel/2000/01/0001-007.shtml

Europas Eiskruste bewegt sich frei über einem Ozean aus flüssigem Wasser, siehe

http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=151154


Und möglicherweise gibt es Leben auf Europa, siehe

http://www.astronews.com/news/artikel/2002/05/0205-015.shtml

und http://www.welt.de/daten/2001/06/18/0618astr261406.htx

aber wohl auch aggressive Substanzen wie Schwefelsäure und vielleicht unter der Eiskruste Unterwasservulkane, welche die Schwefelsäure freisetzen, siehe

http://www.wissenschaft.de/wissen/news/237932.html

Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Beverly am 17. Oktober 2004, 22:01:57
Zitat

Zudem ist es trotzdem schwierig ein Kilometer tiefes Loch zu sprengen.  :o


Die Eiskruste von Europa soll 10 bis 30 Kilometer dick sein, es wird also schwer sein, da ein Loch hinein zu sprengen. Da aber Wassereins bei 0 Grad schmilzt, müsste ein Bohrer das Eis nur auf diese Temperatur erwärmen, um hindurch zu kommen. Obwohl mindestens zehn Kilometer Bohrtiefe so oder so sehr viel sind, ist als zumindest theoretisch einfacher als durch festes Gestein zu bohren.
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Beverly am 17. Oktober 2004, 22:09:07
2003 sollte die Raumsonde "Europa Orbiter" starten und 2008 dort ankommen, siehe

http://www.space-odyssey.de/cgi-bin/snews/frame.cgi?/cgi-bin/snews/zeigen.cgi?1-00-6&snews

Weiß jemand, was daraus geworden ist?

In der Antarktis soll eine Sonde getestet werden, die sich durch den Eispanzer von Europa bis zum Ozean schmelzen soll, siehe

http://www.innovations-report.de/html/berichte/geowissenschaften/bericht-28730.html

und http://helena.ludwig.name/Texte%20und%20mehr/leben_auf_jupitermond.htm
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Beverly am 25. Oktober 2004, 09:41:09
Es gibt Spekulationen nach denen auf Europa nicht nur Leben möglich ist, sondern die Umwelt auch abwechslungsreich genug ist, um Anpassung an veränderte Bedingungen und unterschiedliche Nischen und somit Evolution zu stimulieren. Siehe

http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=150550
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: ga am 15. Juni 2005, 22:42:12
Zitat
2003 sollte die Raumsonde "Europa Orbiter" starten und 2008 dort ankommen, siehe<br><br>http://www.space-odyssey.de/cgi-bin/snews/frame.cgi?/cgi-bin/snews/zeigen.cgi?1-00-6&snews<br><br>Weiß jemand, was daraus geworden ist?

Daraus wurde dann wohl JIMO (Jupiter Icy Moon Orbiter) im Rahmen des Projekts Prometheus (Kernspaltungsreaktoren für Sonden ins äußere Sonnensystem, http://prometheus.jpl.nasa.gov/ ), aber dessen Entwicklung wurde zurückgestellt, man will anfangs eine einfachere Mission, um einen Kernreaktor zu testen.


Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: ralfkannenberg am 23. September 2005, 21:42:13
Tatsächlich könnte es interessant sein, mal eine Doppelmission loszuschicken, die je eine Landeeinheit auf den Jupitermond Europa und dann - den Swing-By ausnutzend - nach Absetzen des Europa-Landers weiterfliegt zum Saturn und dort eine Landeeinheit auf Europa's kleinerer Schwester Enceladus absetzt. Entwicklungsmässig dürften die beiden Lande-Einheiten miteinander konzipiert werden können, was Kosten einsparen hilft und es wäre sicherlich mal ganz interessant, wenigstens die Oberfläche dieser beiden Monde aus der Nähe anzuschauen.

Nach dem grossen Erfolg auf dem Titan könnte sich ja mal die ESA zu profilieren versuchen, aber bitte nicht ganz so halbherzig wie bei der Mars-Landung ! Ok, böse Zungen behaupten ja, dass die dichte Atmosphäre die Landung auf dem Titan erleichtert habe; mag sein; dadurch, dass die Enceladus nicht so gross ist, würde ein Landemodul auch eine etwas härtere Landung überstehen können.
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Schillrich am 15. Mai 2008, 17:47:09
Europas Eispanzer rotiert wahrscheinlich entkoppelt vom Kern und ist in seiner Geschichte um 80° gekippt. Mit diesem Modell lassen sich 2 ausgeprägte Oberflächenformationen erklären, zu denen auch andere Formationen auf der Oberfläche symmetrisch verlaufen. Außerdem ist so ein unabhängiges weiteres Indiz für einen Wasserozean unter dem Eismantel gefunden.
http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/15052008173019.shtml
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: DeepSpace am 21. Oktober 2008, 19:48:35
Hallo,
ich habe dazu ein Video gefunden:
http://de.youtube.com/watch?v=FJcJSbCYzoU

Ich denke wenn das mal realität wird, ist das die interessanteste Sonde die jemals gestartet wurde!

Was denkt ihr was das Teil so für Instrumente tragen wird?

Schöne Grüße
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: tul am 24. Oktober 2008, 18:05:37
Zitat
Tatsächlich könnte es interessant sein, mal eine Doppelmission loszuschicken, die je eine Landeeinheit auf den Jupitermond Europa und dann - den Swing-By ausnutzend - nach Absetzen des Europa-Landers weiterfliegt zum Saturn und dort eine Landeeinheit auf Europa's kleinerer Schwester Enceladus absetzt. Entwicklungsmässig dürften die beiden Lande-Einheiten miteinander konzipiert werden können, was Kosten einsparen hilft und es wäre sicherlich mal ganz interessant, wenigstens die Oberfläche dieser beiden Monde aus der Nähe anzuschauen.



Ist das überhaupt möglich? Europa soll schwer zu erreichen sein. Ist dann ein Swing By zum Saturn überhaupt noch drin?
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Kreuzberga am 25. Oktober 2008, 13:54:32
Grundsätzlich ist das schon möglich. Die interplanetare Sonde würde den Europa-Lander aussetzen, ohne selbst in einen Orbit um Jupiter einzuschwenken. Stattdessen würde sie stets schneller bleiben als Jupiters Fluchtgeschwindigkeit und mit dem zusätzlichen Schwung (Bahndrehimpuls) zum Saturn weiter fliegen.

Oder verstehe ich Deine Frage nicht?
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: tul am 25. Oktober 2008, 14:55:53
Es heißt, dass Europa extrem schwer zu erreichen ist, genauer gesagt dass dafür eine hohe Masse an Treibstoff notwendig ist.
http://www.spaceflightnow.com/galileo/030921jimo.html

Mit anderen Worten, die gesamte Masse (Mutterschiff + 2 Landeeinheiten + Manövriereinheit) dürfte zu groß sein, um auf die Reise geschickt werden zu können.

Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: GG am 27. Oktober 2008, 15:59:13
Um zum Jupiter zu kommen, ist eine hohe Geschwindigkeit erforderlich. Im Anflug auf Jupiter steigt die Geschwindigkeit sogar noch. Ein Abbremsen in der Jupiteratmosphäre, um anschließend einen Jupiterorbit zu erreichen, ist zwar kompliziert, man würde es aber hinbekommen (Beweis ist die Sonde Galileo).

Europa ist aber relativ nahe am Jupiter und selbst vergleichsweise klein. Hier ist der Unterschied in den Orbitgeschwindigkeiten zu groß.

Das ist ein gewaltiger Unterschied. (Ich hoffe, ich habe mich nicht verrechnet.) Da Europa keine Atmosphäre hat, muss man mit Triebwerken abbremsen und das kostet viiiiiiiiel Treibstoff.

Ein ähnliches Problem hat übrigens auch Messenger beim Merkur. Bei der Saturnsonde Cassini/Huygens am Titan konnte man dagegen dessen Atmosphäre zum Bremsen von Huygens verwenden.

GG
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Hansjuergen am 17. Dezember 2008, 22:23:03
Wellen-Abbrüche auf Europa begründet die Universität von Washington-Pressenotiz mit  Oberflächeneigenschaften von Europa' s-Eisoberteil und das Vorhandensein eines Magnetfelds.  Wissenschaftler  glauben, dass ein Ozean wahrscheinlich unter der Eisoberfläche auf dem Jupitermond heute ist.
Der Mond in unserem Sonnensystem hat das Potenzial Leben zu beherbergen und könnte  ein weit dynamischeren Ozean haben als man bisher dachte.
Wenn der Mond Europa auf seine Mittellinie beeinflußt wird bei seiner Umlaufbahn um den riesigen Planeten Jupiter, dann könnte Jupiter´s-Gravitationszugkraft  leistungsfähige Wellen in Europa' herstellen.
Da jene Wellen sich zerstreuen, würden sie bedeutende Wärmeenergie abgeben. So die Aussage von Robert Tyler, ein Ozeanograph der Universität von Washington' s-angewandte Physik-Labor und Autor eines Beitrags in der 11. Dezember-Ausgabe in Natur.
(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up035926.jpg)

Mehr darüber hier:http://www.astrobio.net/news/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=2971&mode=thread&order=0&thold=0

Hansjürgen
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Schillrich am 21. Dezember 2008, 09:28:02
Gezeitenwellen könnten eine Wärmequelle für Europas Ozean sein

Quelle: http://uwnews.washington.edu/ni/article.asp?articleID=45923

Das Modell simuliert die Reaktion flüssigen Wassers auf die Gezeitenkräfte Jupiters. Unter der Annahme, dass es flüssiges Wasser unter dem Eispanzer gibt, sagt dieses neue Modell voraus, dass so deutlich mehr Energie (2 bis 3 Größenordnungen) in den Ozean eingebracht wird, als durch das sonst gängige Modell eines durch Gezeitenkräfte "gekneteten" Kerns erklärt wird. Wenn die Wellen dann abebben, dissipiert ihre kinetische und potentielle Energie durch Reibung zu Wärme.
Das Modell geht von einer Neigung Europas zu seiner Orbitebene aus. Der Rotationszustand des Mondes scheint noch nicht wirklich bekannt zu sein. Annahmen gehen von mindestens 0,1° Neigung aus.
Das Modell ist noch neu und muss ich erst bewähren.

Meine Frage:
Warum benötigt dieses Modell für die Wirkung seiner Wellen die Neigung der Rotationsachse? Die Wellenberge der Gezeiten entstehen doch auch ohne die Neigung, rein durch die Gravitation Jupiters und das "darunter Durchrotieren" des Kerns. Ich kann mir nur vorstellen, dass durch eine Neigung auch nördliche/südliche Breiten mehr von den Wellenbergen mitbekommen, dass der Effekt also globaler ausgeprägt ist. Aber ich verstehe nicht, warum dadurch mehr Energie in den Ozean eingespeist werden kann als ohne Neigung.
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: GG am 21. Dezember 2008, 16:14:34
Europa rotiert gebunden, Umlaufzeit und Rotationsdauer liegen bei 3,551 Tagen. Wären Rotationsachse und Umlaufbahnachse parallel, dann könnte Europa nur daraus Energie beziehen, dass der Mond manchmal näher am Jupiter ist und manchmal weiter, der "Flutberg" also manchmal höher und manchmal niedriger ist.

Durch den Winkel verschiebt sich der Flutberg in Nord-Süd-Richtung hin und her. Dies gibt zusätzliche Reibungsenergie. Allerdings wird sich auch die Rotationsachse mit der Zeit der Bahnachse angleichen, da ja ein entgegengesetzt gerichtetes Drehmoment wirkt.

Ich hoffe, das war verständlich. Allerdings habe ich den Artikel noch nicht gelesen.

Gruß, Günther.

P.S. Die Tatsache würde natürlich auch ohne gebundene Rotation verstärkend wirken.

P.P.S. Ich mach mal ein gemeinsames Newsbit draus.
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Schillrich am 21. Dezember 2008, 16:29:27
Gebundene Rotation, klar. Dann braucht man eine Neigung, um eine Art "umlaufenden" Wellenberg zu erhalten.
Danke Günther.
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: H.J.Kemm am 21. April 2009, 09:44:00
Moin,

heute gegen 05:45 h MESZ kam es zu einer partiellen Bedeckung vom Jupitermond *Io* durch seinen grösseren Kollegen, den Mond *Ganymed*.

Jerry 
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Raffi am 24. Mai 2009, 21:07:28
Mir ist aufgefallen, dass die Jupiter-Monde trotz ihrer Entfernung zum Jupiter eine sehr geringe Umlaufzeit haben, Io ist z.B etwas weiter vom Jupiter entfernt als unser Mond und braucht nur 1.8 Tage und Callisto ist vom Jupiter 1.8 Mio km entfernt und braucht halb so lang um den Jupiter wie unser Mond um die Erde. Woher kommt die geringe Umlaufzeit?

Hat das irgendwas mit der Größe und Schwerkraft vom Jupiter zu tun, dass er großen Umlaufgeschwindigkeiten seiner Monde verursacht?
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Schillrich am 24. Mai 2009, 21:15:54
Hallo raffi,

die Schwerkraft Jupiters ist groesser, also muss man auf einem Orbit um ihn auch schneller laufen, um sie zu kontern.
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Raffi am 29. Mai 2009, 19:46:12
die Schwerkraft Jupiters ist groesser, also muss man auf einem Orbit um ihn auch schneller laufen, um sie zu kontern.

Ach ja, wie konnt ich das nur vergessen, die Fliehkraft, die der Anziehungskraft entgegen wirkt muss größer sein und sie wird nur größer, je schneller sich der Mond um Jupiter dreht.
Erstaunlich, wie die Gallileischen Monde sich an ihre Geschwindigkeit im Orbit angepasst haben.

Da interessiert mich, wie schnell z.B Io bei einer Finsternis in Jupiters Schatten eintaucht, unser Mond braucht von der Berührung bis zum kompletten Eintritt eine Stunde bei Io gehts sicher rasant, zu meinen Highlights, die ich mit meinem Teleskop beobachtet habe, war eine Mondfinsternis auf dem Jupiter, wo Io aus seinem Schatten rausgekommen ist, allerdings können wir von der Erde keine Phasen der Jupitermonde beobachten.
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Schillrich am 29. Mai 2009, 20:20:48
Na das ist doch einfach:


Das macht dann:
t=\frac{s}{v}=211s=3,5min
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: H.J.Kemm am 07. Januar 2010, 00:12:42
Moin,

am 7. Januar 1610 wurden die ersten Monde eines anderen Planeten von dem italienischen Astronomen und Naturforscher Galileo Galilei entdeckt und später nach ihm benannt. Mit dieser Entdeckung konnte zum ersten Mal beobachtet werden, dass es Himmelskörper gibt, die sich nicht um die Erde drehen.

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up035924.jpg)
Galileo Galilei

Es handelt sich hierbei um die *Galileischen Monde*.

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up035925.png)

Sie sind die vier größten Satelliten des Planeten Jupiter: Io, Europa, Ganymed und Kallisto.

Jerry  
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Kreuzberga am 14. Mai 2011, 15:52:31
Neues von Galileo, nicht von der historischen Person und auch nicht vom europäischen GPS, sondern der ersten Sonde, die in einen Jupiterorbit einschwenkte.

Auswertungen der jahrealten Daten der Jupitersonde zeigen nun ein neues Bild vom Inneren des Vulkanmondes Io. Nach Angaben der NASA sei der innere Aufbau dieses kleinen Trabanten dem eines großen Felsplaneten, wie z.B. der Erde, verblüffend ähnlich. Io weist die höchte vulkanische Aktivität aller Objekte im Sonnensystem auf. Anders als bei der Erde, treten Vulkane jedoch nicht entlang der Grenzen tektonischer Platten auf, sondern über die ganze Oberfläche verteilt. Jupiters Gezeitenwirkung sorgt für ein beträchtliches Aufheizen des Mondinneren.

Man geht nun davon aus, dass sich unter der 30 bis 50 km dicken festen Oberfläche ein mindestens 50 km tiefer Magma-Ozean befindet. Unter diesem gibt es einen Mantel aus nur zum Teil flüssigen Gestein und im Inneren einen festen Eisenkern. Möglich wurden die Erkenntnisse durch Fortschritte in einer irdischen Wissenschaft, der mineralischen Physik. Hier gewann man neue Erkenntnisse über die elektrischen Eigenschaften bestimmter Gesteinsarten. Dies konnte wiederum die Wechselwirkung Ios mit dem Magnetfeld Jupiters sehr gut erklären.

Io produziert pro Jahr etwa einhundermal soviel Lava wie alle Vulkane der Erde zusammen.

Hier die NASA PM: http://www.nasa.gov/home/hqnews/2011/may/HQ_11-144_Galileo_Moon.html (http://www.nasa.gov/home/hqnews/2011/may/HQ_11-144_Galileo_Moon.html)
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: einsteinturm am 14. Mai 2011, 18:10:29
Hallo, ich habe eine vielleicht naive Frage. In einem anderen Thread der neuen Missionen der Nasa ging es um die Möglichkeiten mit Antrieb das Jupitersystem wieder zu verlassen, die Antworten klangen ziemlich ernüchternd.

Wäre es denn aber möglich die ja ziemlich großen galiläischen Monde zum swing by zu nutzen ?
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: websquid am 15. Mai 2011, 13:33:58
Wäre es denn aber möglich die ja ziemlich großen galiläischen Monde zum swing by zu nutzen ?
Theoretisch ja, aber es gibt ein Problem: Jupiter selbst ist auch ziemlich groß ;)
Um das zu schaffen, müsste man (wahrscheinlich über Jahre) eine ganze Menge Manöver fliegen
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: technician am 15. Mai 2011, 14:55:59
und hier die aktuelle Position der Jupitermonde inkl. einer Abhandlung der "Schattenspiele"


http://thomas-wehr.homeip.net/space/Weltraum.php (http://thomas-wehr.homeip.net/space/Weltraum.php)
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Schillrich am 16. Mai 2011, 07:42:35
Die Idee mit den Mond-Flybys finde ich interessant. Ich muss mal in einen alten Unterlagen nachschauen, ob ich "überschlagen" kann, welche Zuwächse man dort pro Flyby gewinnen könnte.
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: -eumel- am 16. Mai 2011, 18:12:59
Ich glaube, die Fluchtgeschwindigkeit vom Jupiter liegt bei 60 km/s.
Vor welcher Geschwindigkeit willst Du für Deine Berechnungen ausgehen?
Eine Sample Return Mission von Europa oder Ganymed? 8)
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: redmoon am 31. Januar 2012, 09:44:43
Hallo,

einem Astronomenteam um Scott S. Sheppard von der Carnegie Institution of Washington gelang mit dem 6,5-Meter-Magellan-Baade-Teleskop in Chile die Entdeckung von zwei weiteren Jupitermonden. Bei den neu entdeckten Monden S/2011 J1 und S/2011 J2 handelt es sich um jeweils nur wenige Kilometer durchmessende Objekte, welche den Jupiter auf retrograden Bahnen in Entfernungen von etwa 20 bzw. 23,3 Millionen Kilometern umkreisen. Somit stieg die Zahl der bekannten Jupiter-Monde auf mittlerweile 67 Objekte an.

Quelle :  http://www.astronomie-heute.de/alias/planetenmonde/zwei-neue-jupitermonde/1140511 (http://www.astronomie-heute.de/alias/planetenmonde/zwei-neue-jupitermonde/1140511)

Weitere Infos und Bahndaten : 
http://www.minorplanetcenter.net/mpec/K12/K12B97.html (http://www.minorplanetcenter.net/mpec/K12/K12B97.html) 
http://www.cbat.eps.harvard.edu/iau/cbet/003000/CBET003002.txt (http://www.cbat.eps.harvard.edu/iau/cbet/003000/CBET003002.txt) 

Hier die Liste aller Jupitermonde : 
http://www.dtm.ciw.edu/users/sheppard/satellites/jupsatdata.html (http://www.dtm.ciw.edu/users/sheppard/satellites/jupsatdata.html) 

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Gertrud am 19. März 2012, 23:50:45
Hallo Zusammen,

Erste geologische Karte  von Jupiters Mond Io mit den Einzelheiten der vulkanischen Oberfläche

Mehr als 400 Jahre nach der Entdeckung von dem innersten Mond um Jupiter der- Io- durch Galileo, produzierte eine Gruppe von Wissenschaftlern um Dr. David A. Williams von der Arizona State University die erste globale geologische Karte von dem Jupitermond Io.
Die Karte, die von US Geological Survey veröffentlicht wurde, zeigt den technisch geologischen Charakter einige der einzigartigsten und aktiven Vulkane, die jemals im Sonnensystem dokumentiert wurden.
Die geologische Karte von Io ist ein Unikat von USGS, da Oberflächenmerkmale unter Verwendung von vier verschiedenen globalen Bildmosaike zusammengestellt wurden. Produziert von der USGS, kombinieren diese Bildmosaike die besten Bilder von Voyager 1 und 2 Missionen (im Jahr 1979) sowie durch die Bilder von dem Galileo-Orbiter (1995-2003).

Die Vermittlung von Informationen aus mehreren Bildmosaike in einer einzigen Karte war eine kartographische Herausforderung und erforderte den Einsatz von komplementären Karten- Symbole, Farben und Feature-Namen.
Der Geologe  Dr. Ken Tanaka sagte, das Io in den letzten Jahren durch die vulkanischen Aktivität  eine Veränderung erfahren hat.
Die sehr detaillierten, farbigen Karte zeigt eine Reihe von vulkanischen Funktionen, einschließlich: Vulkankegel und Vertiefungen, Lavastrom Felder, Berge, Plume,sowie Schwefel-und Schwefeldioxid-reichen Ebenen. Trotz dieser geologischen Vielfalt, gibt es eine Besonderheit auf Io, die für den Mond, Mars, Erde in den geologischen Karten dargestellt werden,aber nicht auf der Io-Karte zu finden sind. Es fehlen die Einschlagskrater.

Der Mond Io ist bis jetzt das einzige Objekt im Sonnensystem, auf dem die Wissenschaftler noch keinen Einschlagskrater gesehen haben.
Dafür gibt es auf  Io die immer wiederkehrenden, sehr aktive vulkanische Aktivitäten.
Um die Informationen in einer einzigen Ansicht von Jupiters Mond Io zu präsentieren, wurden die Galileo Farbbilder in ein Mosaikbild von hoher Auflösung mit den Bilder von Voyager 1 überlagert. Dieses fusionierte Mosaik (oben) diente als primäre Basiskarte für die geologische Karte von Io (unten).
Io Global Image Mosaic and Geologic Map
(http://www7.pic-upload.de/19.03.12/6br3rnniy4c.jpg)
Credit: US Geological Survey, Image mosaics were produced by USGS.  Geologic map was authored by Dr. David Williams (Arizona State University) and was published by the USGS as scientific investigations map
in sehr groß:
http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up035923.jpg (http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up035923.jpg)

Wer nur ein kleines Gelände von Io in groß ansehen möchte, kann mit der Maus über die Bilder in diesem Link fahren.
http://gallery.usgs.gov/photos/03_15_2012_xcs1VIh77P_03_15_2012_0 (http://gallery.usgs.gov/photos/03_15_2012_xcs1VIh77P_03_15_2012_0)


in diesem PDF sind sehr viele Details, mit den Bezeichnungen der Oberfläche von Io aufgeführt.
http://pubs.usgs.gov/sim/3168/ (http://pubs.usgs.gov/sim/3168/)
http://pubs.usgs.gov/sim/3168/sim3168_sheet.pdf (http://pubs.usgs.gov/sim/3168/sim3168_sheet.pdf)

das Video mit der geologischen Karte von Io als routierende Kugel 
Rotating Globe of Io Geology http://gallery.usgs.gov/videos/529 (http://gallery.usgs.gov/videos/529)
die YouTube- Version kann ich leider nicht einbinden. :(

Quelle:
http://www.usgs.gov/newsroom/article.asp?ID=3146 (http://www.usgs.gov/newsroom/article.asp?ID=3146)

mit den besten Grüßen
Gertrud

Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: -eumel- am 20. März 2012, 00:15:22
Klasse Beitrag, Gertrud! :)
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: marslady am 17. Mai 2012, 20:04:47
Anbei ein Video von SungrazerComets, mit Bildern des Obsevatoriums SOHO: Jupiter, seine Monde, the Sun und mehr...toll gemacht.    Mfg Marslady  http://www.planetary.org/blogs/emily-lakdawalla/2012/05160939.html (http://www.planetary.org/blogs/emily-lakdawalla/2012/05160939.html)
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Gertrud am 10. Juni 2012, 01:21:31
Hallo Zusammen,

Eine neue Karte der Vulkane auf Io,
eine neue Studie zeigt das Muster von Wärme der Vulkane auf der Oberfläche von Io. Die Ergebnisse der Daten von hunderte  aktiven Vulkane deuten auf eine komplexe mehrschichtige Herkunft (multi-layer source)  hin.
Die Karte mit den „Hotspot“  zeigt die Menge der globale Verteilung und klassifiziert die breite Palette der ausstrahlenden Wärme von der vulkanischen Aktivität auf Io an.Die meisten Ausbrüche von Io stellen die Vulkanausbrüche der Erde in den Schatten.
Dies ist die umfassendste Studie mit den neusten Stand von der vulkanischen thermischen Emission auf Io. 
Das Team untersuchte in erster Linie Daten von den Voyager-und Galileo-Missionen,aber auch die Infrarot-Daten von Teleskopen auf der Erde wurden zu der Erforschung genutzt. Die Forscher sind fasziniert von der Verteilung des Wärmestroms, der nicht im Einklang mit dem aktuellen bevorzugten Modell ist, die von einer Gezeitenaufheizung von Io in relativ geringer Tiefe ausgeht.
Stattdessen tritt die Haupt-thermische Emission etwa 40 Grad nach Osten von der erwarteten Positionen auf.
Das Muster zeigt die Punkte zu einer komplexen Erwärmung innerhalb Io an.
Nach der Ausage der Wissenschaftler deutet es auf eine Mischung aus beiden, der tiefen und flachen Erwärmung hin.
Die Wissenschaftler fanden heraus, das die aktiven Vulkane  nur etwa 60 Prozent der Wärme auf Io produzieren, welche von den flachverlaufenden Vulkankratern (Paterae ) ausgehen, ein gemeinsames Merkmal auf Io.
Aber woher kommen die "fehlenden" 40 Prozent"? Die Forscher untersuchen die Möglichkeit, das es viele kleinere, schwer zu erkennende Vulkane geben könnte.
Sie rätseln noch über das beobachtete Muster des Wärmeflusses.

Die thermische Emission von ausbrechenden Vulkanen auf dem Jupitermond Io. Eine logarithmische Skala wird verwendet, um Vulkane auf der Basis von thermischen Emission zu klassifizieren: Je größer der Fleck, desto größer ist die thermische Emission.
(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up035921.jpg)
Bild: NASA / JPL-Caltech / Bear Fight Institut
http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up035922.jpg (http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up035922.jpg)

Quelle:
http://www.jpl.nasa.gov/news/news.cfm?release=2012-167 (http://www.jpl.nasa.gov/news/news.cfm?release=2012-167)

mit den besten Grüßen
Gertrud
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: redmoon am 27. September 2012, 16:57:02
Hallo,

ein griechischer Amateurastronom hat eine Albedokarte des Jupitermondes Ganymed angefertigt. Mehr dazu auf der Portalseite : 
http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/27092012165408.shtml (http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/27092012165408.shtml) 

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: ilbus am 27. September 2012, 18:01:19
Sehr beieindrückend! Hut ab!

mit beigesterten Grüßen
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: einsteinturm am 15. September 2013, 22:10:35
Noch einmal zu den swingby Möglichkeiten, im Voyagerthread wurden ja die Zeiten erwähnt, die es dauert, bis man soweit draussen ist. Was waere denn möglich mit swingby, am Jupiter beschleunigen, am Uranus bremsen und dann zum Neptun troedeln um dort einzuschwenken? Warum ist Europa so schwierig zu erreichen? Bremsen in der Jupiterathmosphaere? Kommt man damit auch wieder weg? Swingby um die 4 galileischen Monde? Ich kann diese leider nicht msl überschlagen...
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Schillrich am 15. September 2013, 22:56:46
Hallo einsteinturm,

grundsätzlich geht das: swing-bys, um an den äußeren Planeten relativ zur Sonne zu beschleunigen und zu bremsen. Nur, die müssen auch zur rechten Zeit am rechten Ort sein. Damals bei Voyager gab es gerade diese "Linienkonstellation" da draußen. Das machte diese sehr direkte Route für die große Tour möglich.
Heute gibt es diese Konstellation nicht mehr. Die kommt auch erst nach unseren Lebenszeiten wieder. Es ist praktisch unmöglich mehrfache Swing-bys in direkter Linie da draußen zu erzielen. Höchstens auf echten Ellipsen, also mehrfachen kompletten Umläufen um die Sonne, könnte man mit jeder Ellipse einen anden Planeten anvisieren. Ab Saturn dauert das praktisch ewig ...
So machen wir das heute im inneren Sonnensystem. Aber hier ändern sich die Konstellationen zwischen Venus, Erde und Mars schnell und öffnen häufig swing-by-Fenster und die Orbitzeiten um die Sonne sind überschaubar. Dann fliegen Sonden auch mal mehrfach an der Erde vorbei, aber immer nach einem kompletten Sonnenumlauf.
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Gertrud am 12. Februar 2014, 20:51:54
Hallo Zusammen,
die erste globale geologische Karte von Ganymed

Das globale Bildmosaik von dem eisigen Ganymed wurde aus den verfügbaren Bildern der Raumsonden Voyager 1 und 2  und Galileo zusammengesetzt. Das Bild zeigt Ganymed zentriert bei 200 westlicher Länge. Dieses Mosaik (rechts) diente als Basiskarte für die geologische Karte von Ganymed (links).

Bild-Kredit:  USGS Astrogeology Science Center / Wheaton / NASA / JPL-Caltech   
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA17901 (http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA17901)

Rotating Globe of Ganymede Geology (http://www.youtube.com/watch?v=n0bSHPkRVtA#)
Die Studien zeigen eine komplexe eisige Welt, deren Oberfläche durch markante Kontraste der beiden großen Geländearten gekennzeichnet sind. Die Kontraste zeigen  die dunklen, sehr alten, kraterreiche Regionen und den helleren, jüngeren (aber immer noch alten) Regionen mit einer umfangreichen Ansammlung von Rillen und Hügelketten.
"Drei große geologische Zeiträume wurden für Ganymed identifiziert, die die Dominanz der Auswirkungen der Kraterbildung, dann die tektonischen Verwerfungen, gefolgt von einem Rückgang der geologischen Aktivität beinhalten", sagte USGS Geologe Dr. Ken Tanaka.
Quelle:
http://www.usgs.gov/newsroom/article_pf.asp?ID=3802 (http://www.usgs.gov/newsroom/article_pf.asp?ID=3802)

Mit den besten Grüßen
Gertrud
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Gertrud am 26. Februar 2014, 11:46:42
Hallo Zusammen,

da leider das vorherige Video zu der erste globale geologische Karte von Ganymed nicht mehr zur Verfügung steht, gebe ich ein neues Video dazu.

Rotating Globe of Ganymede Geology (http://www.youtube.com/watch?v=kTBx7IPVQPk#)

Mit den besten Grüßen
Gertrud
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Gertrud am 13. Mai 2014, 22:34:12
Hallo Zusammen,

Der größte Mond im Sonnensystem, Ganymed, verfügt vermutlich über eine Club- Sandwich-Struktur aus Ozeane und Eis.

Nach dem neuen Modell könnten sich mehrere Schichten aus Eis und Meere auf dem Jupitermond Ganymed wie bei einem Club- Sandwich stapeln. Die neuen theoretischen Beweise lassen den Schluss zu, das die erste Schicht auf dem felsigen Kern aus salzigen Wasser bestehen könnte. Diese Ergebnisse unterstützen die Idee, das sich primitives Leben möglicherweise auf dem eisigen Mond gebildet haben könnte. Nach der Aussage der Wissenschaftler könnte der Kontakt zwischen Fels und Wasser wichtig für die Entwicklung des Lebens sein.

Die Galileo-Mission bestätigte in den 1990er Jahren, das Ganymed über einen Ozean, der bis in die Tiefen von 800 Kilometer reicht, verfügt. Die Sonde fand auch Hinweise auf salzige Meere, die wahrscheinlich das Salz  Magnesiumsulfat enthalten.  Durch Laborexperimente kann man erforschen,wie viel Salz die Dichte von Flüssigkeit erhöht. Das kann man selber mit einem Glas Wasser und mit dem guten alten Tafelsalz erforschen. Die Flüssigkeit schrumpft durch das Salz, welches die Wassermoleküle anzieht.
Die Modelle haben verschiedene Formen von Eis berücksichtigt. Das Eis, welches in unseren Getränken schwimmt wird „Ice I“ bezeichnet. Es ist die, am wenigste dichte Form von Eis und leichter als Wasser. Bei hohen Drücken, wie sie in den tiefen Ozeanen von Ganymed vorhanden sind, werden die Eis-Kristallstrukturen kompakter. Das Eis wird so dicht, das es schwerer als Wasser ist und auf den Boden des Meeres fällt. Dieses dichteste und schwerste Eis wird auf Ganymed bei „Ice VI“  vermutet. Durch die Modelle konnte das Team mit dem Computer zwischen drei Schichten Eis unterscheiden. Das Eis in der obersten Ozeanschicht , „Ice III“ könnte sich im Meerwasser bilden. Bei der Bildung von Eis fallen schwerere Salze aus und sinken bei Ganymed bis „Ice VI „. Das leichtere Eis oder Schneematsch würde nach oben schweben. Dieser „Schnee“ schmilzt wieder vor erreichen der Oberfläche des Ozeans. Dieser Matsch stellt vielleicht die Mitte des Mond-Sandwiches da.
Die Wissenschaftler wissen nicht, wie lange diese Struktur existiert. Sie stellt an sich einen stabilen Zustand da, aber verschiedene Faktoren könnten bedeuten, das Ganymed nicht diesen stabilen Zustand erreicht hat. Der Mond könnte sich mehr zu einen „normalen„ Sandwich entwickeln.

Kredit: NASA / JPL-Caltech

http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA18005 (http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA18005)
   
http://www.jpl.nasa.gov/news/news.php?release=2014-138 (http://www.jpl.nasa.gov/news/news.php?release=2014-138)

Mit den besten Grüßen
Gertrud
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Gertrud am 04. August 2014, 22:01:37
Hallo Zusammen,

Helle Ausbruch auf Io
auf dem Jupitermond Io ereigneten sich im August 2013 über einem Zeitraum von zwei Wochen drei massiven Vulkanausbrüche. Der Ausbruch vom 29.08.2013 auf Io ist mit der größte, jemals beobachtete Ausbruch auf  einem vulkanisch aktivsten Körper im Sonnensystem.
Das Infrarot-Bild ist vom Gemini Nord-Teleskop, mit freundlicher Genehmigung von Katherine de Kleer, UC Berkeley.
Credit: NSF/NASA/JPL-Caltech//UC Berkeley/Gemini Observatory

http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA18657 (http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA18657)

Eruptionen auf Io
Diese Bilder vom  10-Meter-Keck-II-Teleskop mit dem WM Keck Observatory zeigen in verschiedenen Infrarotwellenlängen (in Mikrometer) Jupiter Mond Io.
Am 15.08.2013 wurden die Aufnahmen a und c  mit der Nah-Infrarot-Kamera (NIRC2) aufgenommen.
Bei der hellsten , der Rarog Patera, wurde eine Größe von 130 Quadratkilometer berechnet und  es wurde einen 10 Meter dicken Lavastrom produziert. Die andere Eruption Heno Patera produzierte Ströme in der Größe von  310 Quadratkilometer. Bei der Aufnahme d am 29.08.2013 sind die großen Vulkanausbrüche von Rarog und Heno Paterae erheblich verblasst. Der Lava-See Loki Patera  war zur gleichen Zeit aktiv. Der Forscher De Pater entdeckte unter Verwendung  mit dem Near-Infrared Imager mit  der adaptiver Optik auf dem  Gemini-Nord-Teleskop  auf dem Mauna Kea, und mit dem  SpeX near-infrared Spectrometer auf dem Nearby Infrared Telescope Facility (IRTF) einen dritten, noch helleren Ausbruch.
Die Wissenschaftlerin De Kleer verwendet bei der zufälligen Erfassung bei diesem hellsten Ausbruch gleichzeitig  Gemini und IRTF um zu zeigen, dass die Temperaturen bei den Ausbrüchen wahrscheinlich viel höher als eine typische Eruption heute auf der Erde sind. Das die Zusammensetzung der Magma der in den prägenden früheren Jahren auf der Erde gleicht.
 Mit freundlicher Genehmigung von Imke de Pater und Katherine de Kleer.
Credit: NSF/NASA/JPL-Caltech//UC Berkeley/Gemini Observatory/W. M. Keck Observatory

 
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA18656 (http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA18656)

http://www.jpl.nasa.gov/news/news.php?release=2014-260&rn=news.xml&rst=4243 (http://www.jpl.nasa.gov/news/news.php?release=2014-260&rn=news.xml&rst=4243)

http://www.keckobservatory.org/recent/entry/keck_gemini_observatories_reveal_massive_eruptions_on_io (http://www.keckobservatory.org/recent/entry/keck_gemini_observatories_reveal_massive_eruptions_on_io)
 
Mit den besten Grüßen
Gertrud
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Schillrich am 05. August 2014, 06:47:55
Und keine Sonde ist vor Ort ... schade.
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Gertrud am 31. August 2014, 19:16:04
Hallo Zusammen,

Lavafontäne auf Io wurde interpretiert

Dieses Mosaik wurde mit den Bildern der Sonde Galileo am Thanksgiving Day, den 25. November 1999, zusammengestellt.
Es zeigt eine Fontäne aus Lava über der Oberfläche des Jupitermondes Io.
Auf den Originalbildern ist durch die aktive, heiße Lava nur ein weißer Fleck zu sehen. Der Kameradetektor war durch die Helligkeit der Lava überlastet. Die Bearbeitung mit Computern hat den weißen Bereich wieder so aufgebaut, wie er vielleicht im Original erscheinen würde. Die Höhe des weißen Feldes wurde so interpretiert, das die Lava mehr als 1,5 Kilometer in die Höhe geschossen ist. Die weiteren heißen, weißen Bereiche unterhalb der Linie deutet darauf hin, das heiße Lava aus dem Spalt fließt. Erste Schätzungen der Temperatur der Lava schwankt zwischen weit über  1.000 Kelvin  und vielleicht noch heißer als 1.600 Kelvin. Die Nahaufnahmen der Bilder zeigen eine Kette von riesige Calderen, Vertiefungen durch den Zusammenbruch von Hohlräumen unter der erkalteten Lava.
Die Größe der Kette der Calderen von 290 mal 100 Kilometer ist sieben Mal größer als die größte Caldera auf der Erde, auf Sumatra in Indonesien. Sie hat eine Länge von 100 km und ist ca. 30 km breit.
Diese Bilder zeigen die komplexe Natur dieser riesigen Caldera auf Io, in der weitere kleineren Zusammenbrüchen innerhalb der langgestreckten Caldera aufgetreten sind. Von großen Interesse ist auch die abgeflachte Hochebene auf der rechten Seite. Der wellige Rand ist typisch für dem Prozess, den die Geologen als "sapping" bezeichnen. Die Erosion durch Flüssigkeitsaustritt am Fuße einer Felswand verursacht dieses Form. Auf der Erde werden solche "sapping" Funktionen durch Grundwasser verursacht. Auf Io wird Schwefeldioxid als Flüssigkeit unter Druck vermutet. Wenn das Schwefeldioxid das nahe Vakuum der Oberfläche von Io erreicht, wird es zu einem Gas, welches das Material am Fuße der Klippe weg sprengt. Das Schwefeldioxidgas erstarrt auf der Oberfläche von Io in Form von Frost. Das Eis kann später durch Ablagerungen begraben werden, es kann erhitzt und unter Druck gesetzt werden, bis es flüssig ist. Diese Flüssigkeit fließt dann wieder aus den Boden und vollendet die Version von dem „  Wasserkreislauf“ auf Io.
Auf dem Bild ist Norden oben links. Die Sonne beleuchtete die Oberfläche von links unten.  Das Bild ist bei 61,1 Grad nördlicher Breite und 119,4 zentriert Grad Länge und umfasst eine Fläche von etwa 300 mal 75 Kilometer. Die Auflösung beträgt 185 Meter pro  Bildelement. Bei den Aufnahmen betrug die Entfernung von Galileo zu Io rund 17.000 Kilometern .

http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA02519 (http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA02519)

Credit: NASA/JPL/ASU
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA02525 (http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA02525)

Mit den besten Grüßen
Gertrud
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Lumpi am 10. März 2015, 10:38:49
Hallo,

habe gerade gelesen, dass die NASA mithilfe von Hubble auf Ganymed eine außerordentliche Entdeckung gemacht hätte.    ???
Zitat: "Die Ergebnisse werden Wissenschaftler bei der Suche nach lebensfreundlichen Welten jenseits der Erde behilflich sein." Am 12.03. soll es dazu eine Pressekonferenz geben...
http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.de/2015/03/nasa-kundigt-hubble-entdeckung-auf.html (http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.de/2015/03/nasa-kundigt-hubble-entdeckung-auf.html)
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Liftboy am 10. März 2015, 11:13:10
Zitat
Hallo,

habe gerade gelesen, dass die NASA mithilfe von Hubble auf Ganymed eine außerordentliche Entdeckung gemacht hätte.    ???
Zitat: "Die Ergebnisse werden Wissenschaftler bei der Suche nach lebensfreundlichen Welten jenseits der Erde behilflich sein." Am 12.03. soll es dazu eine Pressekonferenz geben...
http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.de/2015/03/nasa-kundigt-hubble-entdeckung-auf.html (http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.de/2015/03/nasa-kundigt-hubble-entdeckung-auf.html)

16:00 Uhr unserer Zeit glaube ich (11am EDT), ist eine Telefonkonferenz, die dann auch gestreamt wird:

Audiostream: http://www.nasa.gov/newsaudio (http://www.nasa.gov/newsaudio)

Quelle: http://www.nasa.gov/press/2015/march/nasa-holds-teleconference-on-hubble-observations-of-jupiter-s-largest-moon/ (http://www.nasa.gov/press/2015/march/nasa-holds-teleconference-on-hubble-observations-of-jupiter-s-largest-moon/)
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: redmoon am 10. März 2015, 17:39:40
Hallo Liftboy,

11:00 a.m. EDT entspricht 17:00 MEZ.

Worum könnte es bei dieser Entdeckung gehen? Im Forum von Unmanned Spaceflight wird vermutet, dass jetzt auch bei Ganymed Anzeichen für einen unter der Oberfläche befindlichen Ozean entdeckt worden sein könnten : 
http://www.unmannedspaceflight.com/index.php?s=&showtopic=7984&view=findpost&p=218723 (http://www.unmannedspaceflight.com/index.php?s=&showtopic=7984&view=findpost&p=218723)  ( engl. ) 

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Liftboy am 10. März 2015, 19:39:58
Hm, egal wo ich schaue, ich komm aktuell nur auf einen Versatz von 5h (also 16 Uhr). Wenn bei uns dann auf Sommerzeit umgestellt wird (29.03.) würde ich auch auf 17 Uhr kommen (aber MESZ dann).
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Lumpi am 10. März 2015, 21:09:01
In den USA wird schon am 2.Sonntag im März auf Sommerzeit umgestellt, also doch 16.00 h!  8)
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Steffen am 10. März 2015, 22:44:00
Immer diese Verwirrung mit der Uhrzeit.  ;D ;D

Ich schaue meist hier nach:
http://www.timeanddate.com/time/map/ (http://www.timeanddate.com/time/map/)

Wenn man auf eine Stadt klickt, wird auch angezeigt, wann die Uhr auf Sommerzeit gestellt wird.
Es gibt auf dieser Web-Site auch noch weitere die Uhrzeit betreffende Tools, z.B.  kann man sich den html-Code für verschiedene Uhren oder für eine eigene Weltzeituhr erstellen lassen.

viele Grüße
Steffen
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Majo2096 am 10. März 2015, 22:49:37
Immer diese Verwirrung mit der Uhrzeit.  ;D ;D
Gibt es hier im Forum nicht auch irgendwo eine Liste mit den Zeitzonen an den Wichtigsten Raumfahrtstandorte? Ansonsten währe es sicher Sinnvoll so eine Liste zu erstellen.
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: HausD am 11. März 2015, 07:04:21
Gibt es hier im Forum nicht auch irgendwo eine Liste mit den Zeitzonen an den Wichtigsten Raumfahrtstandorte?
Ja,  hier -Zeitzonen  (http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=12961.0) , doch die Pflege (die Umstellungen) muss über die Mod's erfolgen, da eine automatische Umstellung per BBCode nicht möglich ist.
Jedoch können im   -Zeitzonen- Thread  (http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=12961.0) gern die Nachrichten über die von einzelnen gefundenen Umstellungen hinterlegt werden, so war es als Hilfe hier im Forum gedacht.
Gruß, HausD
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Lumpi am 12. März 2015, 16:46:40
Ozean auf Ganymed!
Soviel habe ich  bei der NASA-Telekonferenz verstanden: Die NASA ist sich sicher, dass es unter der Kruste von Ganymed einen bis zu 330km tiefen Ozean aus Wasser gibt!  :D
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Pham am 12. März 2015, 16:54:01
Ozean auf Ganymed!
Soviel habe ich  bei der NASA-Telekonferenz verstanden: Die NASA ist sich sicher, dass es unter der Kruste von Ganymed einen bis zu 330km tiefen Ozean aus Wasser gibt!  :D
Dagegen wäre der vermutete Ozean auf Europa eine Pfütze gegen.
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Lumpi am 12. März 2015, 17:24:19
Eine Zusammenfassung der Telekonferenz von http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/jupitermond-ganymed-hinweise-auf-wasser-ozean-a-1023000.html (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/jupitermond-ganymed-hinweise-auf-wasser-ozean-a-1023000.html)
Für 2022 plant die ESA den Start der Mission JUICE, wobei die Raumsonde in einem Orbit um Ganymed einschwenken soll.
Die russische Raumfahrtorganisation wollte sich daran mit einem Lander für Ganymed beteiligen. Ist das, auch angesichts der derzeitigen politischen Lage, überhaupt noch aktuell? Hat jemand hier im Forum dazu Informationen?
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Lumpi am 13. März 2015, 13:18:32
Hier noch zum besseren Vergleich das alte und neue Modell der NASA zum inneren Aufbau von Ganymed:

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up044936.jpg)
http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up044937.jpg (http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up044937.jpg) = altes Modell

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up044938.jpg)
http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up044939.jpg (http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up044939.jpg) = neues Modell

Für diejenigen, die es ganz genau wissen wollen, der dazugehörige Link auf das Science Paper (Englisch):
http://hubblesite.org/pubinfo/pdf/2015/09/pdf.pdf (http://hubblesite.org/pubinfo/pdf/2015/09/pdf.pdf)

An Wasser scheint es in unserem Sonnensystem also nicht zu mangeln.  :)

Viele Grüße von Lumpi
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Sensei am 13. März 2015, 14:09:16
Aber fürs entstehen des Lebens wäre es besser wenn das flüssige Wasser Kontakt zu Silikaten hätte.

Und durchbohren wird man sich durch eine so mächtige eisdecke wohl auch nicht :l
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Lumpi am 04. Mai 2015, 17:25:32
Blick in Lavasee auf Io!

Mit dem Large Binocular Telescope (LBT) in Arizona ist diese spektakuläre Aufnahme geglückt. Sie ist aus einem Interferometerbild des LBT in Überlagerung mit einer Voyager-Aufnahme entstanden und zeigt den 200 km großen Lavasee des Vulkans Loki auf dem Jupitermond Io. Das LBT besteht aus zwei Einzelspiegeln mit je 8,4m Durchmesser, was eine Auflösung ermöglicht, wie sie mit einem 22,8m - Teleskop theoretisch zu erreichen wäre. Man darf sich also schon mal auf die Fertigstellung der neuen, im Bau befindlichen, Riesenteleskope TMT auf Hawaii und E-ELT in Chile freuen. Das dauert aber noch etliche Jahre...
http://www.astronews.com/news/artikel/2015/05/1505-002.shtml (http://www.astronews.com/news/artikel/2015/05/1505-002.shtml)

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up048673.jpg)
Bild: LBTO/ NASA
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Lumpi am 16. September 2015, 22:53:10
Als Ergebnis der Analyse jahrzehntelanger Beobachtungen durch Satelliten (Voyager, Galileo) und Teleskope ist diese spannende Wärmestromkarte von 242 aktiven Vulkanen auf Io entstanden. Interessant und noch zu klären ist, warum die größten Wärmeströme nicht unbedingt in den Gebieten größter Vulkandichte vorherrschen. http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA19655 (http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA19655) 

(http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up048672.jpg)
Credit: NASA/JPL-Caltech/Bear Fight Institute 

Als "Bewegtbild" u.a. hier:  http://photojournal.jpl.nasa.gov/archive/PIA19655_JPL-20150915-pJupiter-0001-1280.m4v (http://photojournal.jpl.nasa.gov/archive/PIA19655_JPL-20150915-pJupiter-0001-1280.m4v)
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: ragger65 am 20. Oktober 2015, 07:04:55
Ein kleines Rätsel:
Welches Objekt im Sonnensystem hat (nach der Erde) die zweitdichteste, sauerstoffreiche Atmosphäre?
Tip 1: Thema dieses Threads.
Tip 2: Emily Lakdawallas Blog bei der Planetary Society (schon eine Weile her).
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: akku am 20. Oktober 2015, 22:48:57
aus dem kopf
Europa ?
 Genug Sauerstoff für Leben oder schon zuviel ?  :o
oder   Rhea ?
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: ragger65 am 21. Oktober 2015, 07:13:31
Europa ?
 Genug Sauerstoff für Leben oder schon zuviel ?  :o
oder   Rhea ?

Nein, es ist keiner von beiden. Europa und Rhea haben wohl beide nur Exosphären (d.h., die Moleküle stoßen praktisch nicht zusammen). Es geht besser.
Andere Vorschläge?

Noch ein Tipp: Das ist eine ganz neue Beobachtung, die bisher weder in der englischen noch in der deutschen Wikipedia drin ist.
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Anki64 am 21. Oktober 2015, 12:50:59
Ein kleines Rätsel:
Welches Objekt im Sonnensystem hat (nach der Erde) die zweitdichteste, sauerstoffreiche Atmosphäre?
Tip 1: Thema dieses Threads.
Tip 2: Emily Lakdawallas Blog bei der Planetary Society (schon eine Weile her).

Callisto
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Pham am 21. Oktober 2015, 12:56:52
Ein kleines Rätsel:
Welches Objekt im Sonnensystem hat (nach der Erde) die zweitdichteste, sauerstoffreiche Atmosphäre?
Tip 1: Thema dieses Threads.
Tip 2: Emily Lakdawallas Blog bei der Planetary Society (schon eine Weile her).
Ich tippe eher auf Ganymed
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Major Tom am 21. Oktober 2015, 15:06:20
Ein kleines Rätsel:
Welches Objekt im Sonnensystem hat (nach der Erde) die zweitdichteste, sauerstoffreiche Atmosphäre?
Tip 1: Thema dieses Threads.
Tip 2: Emily Lakdawallas Blog bei der Planetary Society (schon eine Weile her).

Kann eigentlich nur Io sein. Callisto hat zwar auch eine Atmosphäre, aber die ist extrem dünn.
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Prodatron am 21. Oktober 2015, 16:06:20
Ganymeds Atmosphäre besteht zwar hauptsächlich aus Sauerstoff, ist aber zu dünn und zählt daher als Exosphäre.
Laut Emily Lakdawalla haben nur Io und Callisto Atmosphären, in denen Moleküle kollidieren. Daher tippe ich auch mal auf Callisto, da Ios nur ionisierten Sauerstoff in größerer Höhe hat.
Ich frage mich allerdings, ob der Mars nicht trotzdem insgesamt mehr Sauerstoff in der Athmosphäre hat?
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: ragger65 am 22. Oktober 2015, 02:25:30
Ganymeds Atmosphäre besteht zwar hauptsächlich aus Sauerstoff, ist aber zu dünn und zählt daher als Exosphäre.
Laut Emily Lakdawalla haben nur Io und Callisto Atmosphären, in denen Moleküle kollidieren. Daher tippe ich auch mal auf Callisto, da Ios nur ionisierten Sauerstoff in größerer Höhe hat.
Ja, es ist tatsächlich Callisto. Siehe hier:
http://www.planetary.org/blogs/emily-lakdawalla/2015/04081101-a-moon-with-atmosphere.html (http://www.planetary.org/blogs/emily-lakdawalla/2015/04081101-a-moon-with-atmosphere.html)
Ios Atmosphäre ist zwar dichter, aber nicht sauerstoffreich; der Hauptbestandteil ist SO2. Bei Callisto war schon lange bekannt, dass da ein paar CO2-Moleküle herumhüpfen, aber neue Beobachtungen mit dem HST haben gezeigt, dass molekularer Sauerstoff der Hauptbestandteil von Callistos Atmosphäre ist. Sie ist dicht genug, dass die Moleküle miteinander zusammenstoßen ("collisional atmosphere"). Das Original-Paper dazu gibt es hier:
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0019103515001219 (http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0019103515001219)

Bevor wir nun aber hinfliegen und den Helm abnehmen: Die Exosphäre der Erde beginnt (je nach Sonnenaktivität) in 500-1000 km Höhe. Das heißt, die ISS (~ 400 km Höhe) befindet sich auch noch innerhalb einer "collisional atmosphere". Das dürften so etwa die Bedingungen sein, die auf der Oberfläche von Callisto herrschen.

Zitat
Ich frage mich allerdings, ob der Mars nicht trotzdem insgesamt mehr Sauerstoff in der Athmosphäre hat?
Mit Sicherheit. Wahrscheinlich sogar Venus. Ich meinte "sauerstoffreich" aber im Sinn von relativem Gehalt (z.B. in Volumenprozent).
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: hp6300 am 06. Juni 2016, 13:52:21
Io (auch Jupiter I) ist der innerste der vier großen Monde des Planeten Jupiter und mit einem Durchmesser von 3643 km der drittgrößte Mond Jupiters und der viertgrößte Mond des Sonnensystems.

Seine Besonderheit ist ein extremer Vulkanismus, der von keinem anderen Himmelskörper im Sonnensystem überboten wird.

(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up055989.jpg)

(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up055990.jpg)

http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up052032.jpg (http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up052032.jpg)

Das Bild habe ich aus urheberrechtlichen Gründen gelöscht.
Bitte nur freie Bilder posten und immer eine Quelle dazu geben.
Gruß Gertrud
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Gertrud am 21. November 2016, 22:41:44
Hallo Zusammen,

Die Forscher können zu sehen, wie sich der Vulkan Loki Patera auf dem Mond Io ändert.
Der innerste Mond des Jupiter befindet sich in einem fast konstanten Eruptionszustand.
Seitdem Voyager 1 im Jahr 1979 den mächtigen Vulkan, Loki Patera, entdeckt hat, kam die Magma nicht zur Ruhe. Der Mond Io ist so weit von der Sonne entfernt, das die durchschnittliche Oberflächentemperatur etwa -130 ° C beträgt. Die kalten Oberflächen sind mit Frost aus  Schwefeldioxid überzogen, das verleiht ihnen ein glänzendes Aussehen.
Aber der Vulkan Loki mit der hufeisenförmigen, 200 Kilometer breiten Öffnung ist warm und sieht daher dunkel aus. In den Infrarotwellenlängen leuchtet der Vulkan hell und gibt mehr als 10% der gesamten Wärme ab. Es könnte als eine thermische Abluftöffnung bezeichnet werden. Es gibt auf Io noch mehr Vulkane, die wie Loki kontinuierlich arbeiteten. Es brechen aber auch quer über der Oberfläche von Io viele Vulkane in periodischen Ausbrüchen aus und sterben dann wieder ab.

Jedoch verändert sich bei Loki Patera im Laufe der Zeit das Muster. Über  Jahrzehnte des Studiums  wurde von den Wissenschaftlern bemerkt, das sich etwa alle 540 Tage eine Welle der Helligkeit am Ende des Lavasees bildet und sich entgegen des Uhrzeigersinn wie ein Scheibenwischer dreht.  Diese Vorderseite der wärmeren Lava bewegt sich ca. 1 km pro Tag, bis der ganze See heiß glüht. Dann kühlt sich die Oberfläche von Loki wieder ab, bis der Prozess wieder beginnt.
Im Jahr 2002 kam es zu einem Stillstand dieser Phasen und die Wissenschaftler dachten, der Vulkan ist zur Ruhe gekommen. Aber im Jahr 2009 begann sich die Lava wieder zu bewegen, aber diesmal im Uhrzeigersinn. Die Wissenschaftler können nur über die Veränderung spekulieren. Es könnte eine Veränderung der Zusammensetzung der Lava zu der Pause geführt haben. Und dass die neue Bewegungsrichtung  durch eine nahe gelegene Eruption verursacht sein könnte und dies zum Sinken des falschen Ende der Magmaseeoberfläche geführt hat.
Credit: NASA / JPL / USGS
https://www.newscientist.com/article/2113305-window-to-hell-ios-strongest-volcano-changes-face-as-we-watch/ (https://www.newscientist.com/article/2113305-window-to-hell-ios-strongest-volcano-changes-face-as-we-watch/)

Mit den besten Grüßen
Gertrud
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: McPhönix am 21. November 2016, 23:57:37
"Faszinierend" würde Mr. Spock sagen.
Wird Zeit, daß man mal da hin kann.....  ;)
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: AeitschTi am 22. November 2016, 06:26:48
"Faszinierend" würde Mr. Spock sagen.
Wird Zeit, daß man mal da hin kann.....  ;)

Die ESA lässt derzeit die Sonde Juice (Jupiter Icy Moon Explorer) bauen. Juice (geplanter Start 2022) soll 2030 am Jupiter ankommen. Zwischen 2030 und 2032 soll die Sonde zwar "lediglich" 2x an Europa und 12x an Kallisto vorbeifliegen, bevor sie in einen Orbit um Ganymed einschwenkt, aber ich gehe stark davon aus, dass man aus einer größeren Entfernung auch mal das Kamerasystem auf Io richten wird. 
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Gertrud am 12. Mai 2017, 12:01:51
Hallo Zusammen,

In dem vulkanischen Kratersee Loki Patera auf Jupiters Mond Io wurden Wellen beobachtet.

Der aktivste vulkanische Krater im Sonnensystem, Loki Patera auf Jupiters Mond Io, wird als ein Lavasee betrachtet, der sich periodisch erhellt, weil er Lava umwälzt.  Ein Team der UC Berkeley überwacht den Mond Io regelmäßig und nutzte 2015 eine seltene Veranstaltung, da kam es zu einer Bedeckung vom Mond Europa des Mondes Io, um die Oberfläche des Sees im Detail zuzuordnen.  Sie fanden Beweise für zwei massive Wellen der umwälzenden Lava, die in Richtung der südöstlichen Ecke des Sees konvergierte. Diese seltene Okkultation von Io durch Europa ermöglichte die detaillierte Infrarot-Kartierung von Loki Patera.

Die Wissenschaftler beobachteten mit den "zwei Augen" des Binokular-Teleskop  ( Large Binocular Telescope Observatory LBTO) in den Bergen von Südost-Arizona den Krater Loki Patera. Die Bilder wurden von den zwei 8,4-Meter-Spiegel auf dem LBTO aufgenommen, die als Interferometer mit fortgeschrittener adaptiver Optik verbunden sind, um atmosphärische Unschärfe zu entfernen. Die Anlage wird von einem internationalen Konsortium mit Sitz in der Universität von Arizona in Tucson betrieben.
Unter der Nutzung einer seltenen Orbitalausrichtung zwischen den zwei Monden von Jupiters, Io und Europa, haben die Forscher eine außergewöhnlich detaillierte Karte des größten Lavasees auf Io, dem vulkanischten Körper des Sonnensystems, erhalten.

Am 8. März 2015 zog  Europa vor Io vorbei und verdunkelte allmählich das Licht auf dem vulkanischen Mond. Weil Europas Oberfläche mit Wassereis beschichtet ist, spiegelt sich nur sehr wenig Sonnenlicht bei  den Infrarot-Wellenlängen, so dass die Forscher die Hitze, die von Vulkanen auf Ios Oberfläche ausgeht, genau isolieren konnten. Die Infrarot-Daten zeigten, dass die Oberflächentemperatur von Ios massivem geschmolzenen vulkanischen See stetig von einem Ende zum anderen zunahm, was darauf hindeutet, dass die Lava in zwei Wellen gewendet wurde. Jede Welle bewegte sich von Westen nach Osten mit etwa einen Kilometer  pro Tag.
In diesem Szenario sinken Teile der kühlen Kruste, decken die  heißglühende Magma darunter ab und verursachen eine Aufhellung in Infrarot.

Eine Karte vom Lavasee Loki Patera auf dem Mond Io, die zeigt, wie die Oberfläche im Nordwesten kühler ist (1 und 2), wo die Lava umkippte und im Südosten (3) am heißesten war, wo das heißere Magma vor kurzem aufstieg. Die gesamte Seeoberfläche wurde in etwa drei Monaten umgewälzt.
Credit: Large Binocular Telescope Observatory, Katherine de Kleer Grafik.


Die umwälzende Lava ist eine beliebte Erklärung für die periodische Aufhellung und Dimmung des Hot Spot, nach dem nordischen Gott Loki Patera genannt, (ein Patera ist ein schüsselförmiger vulkanischer Krater.) Die aktivste Vulkanstelle auf Io, der selbst der vulkanisch aktivste Körper im Sonnensystem ist, ist Loki Patera. Die heiße Region der Patera hat eine Fläche von 21.500 Quadratkilometern, größer als der See Ontario.
Wenn Loki Patera ein Meer von Lava ist, umfasst es eine Fläche, die mehr als eine Million Mal eines typischen Lavasees auf der Erde beträgt.

Erdgebundene Astronomen bemerkten zuerst die wechselnde Helligkeit vom Mond Io in den 1970er Jahren, aber nur, als 1979 die Raumsonden die Voyager 1 und 2 vorbeiflogen, wurde klar, dass dies wegen Vulkanausbrüchen auf der Oberfläche so war.   
Trotz hochgradig detaillierter Bilder von der Galileo-Mission in den späten 1990er und frühen 2000er Jahren diskutieren die Astronomen darüber hinaus, ob die Aufhellung bei Loki Patera, die alle 400 bis 600 Tage stattfindet, durch Bewegungen in einem massiven Lave-See  oder ob in regelmäßigen Abständen Eruptionen die Lavaströme über eine große Fläche verbreitet.
Nach der Aussage von Co-Autor Ashley Davies, der Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena, der Io's Vulkane seit vielen Jahren studiert hat, ist es die erste nützliche Karte der gesamten Patera. Es zeigt nicht nur eine, sondern zwei wieder auftauchende Wellen, die um die Patera herumlaufen. Das ist viel komplexer als das, was vorher gedacht wurde.

Der Co-Autor und LBTO-Direktor Christian Veillet berichtete, das mit dem LBTO  zwei Jahre zuvor  die ersten bodengestützten Bilder von zwei separaten Hotspots innerhalb von Loki Patera, dank der einzigartigen Auflösung, die durch die interferometrische Verwendung von LBT angeboten wird, aufgenommen wurden. Diesmal wurde die exquisite Auflösung durch die Beobachtung von Loki Patera zum Zeitpunkt der Okkultation durch Europa erreicht.
Es dauerte etwa 10 Sekunden bis Europa Loki Patera vollständig abgedeckt hatte.

Es gab so viel Infrarotlicht, dass die Beobachtungen in ein-achtel-Sekunden Intervalle erfasst werden konnte, während der Rand von Europa nur wenige Kilometer über Io's Oberfläche vorrückte.
 Loki Patera wurde von einer Richtung abgedeckt, und die andere Seite war aufgedeckt. So konnte eine echte Karte der Verteilung der warmen Oberfläche innerhalb der Patera gemacht werden.

Diese Beobachtungen gaben den Astronomen eine zweidimensionale thermische Karte von Loki Patera mit einer Auflösung von besser als 10 Kilometer, 10-mal besser als normalerweise mit dem LBT-Interferometer bei dieser Wellenlänge (4,5 Mikrometer) möglich ist. Die Temperaturkarte zeigte eine glatte Temperaturveränderung über die Oberfläche des Sees, von etwa 270 Kelvin am westlichen Ende, wo die kühle Kruste lag, um 330 Kelvin am südöstlichen Ende zu beginnen, wo die umgewälzte Lava am frischsten und am heißesten war.
 
Unter Verwendung von Informationen über die Temperatur und Abkühlrate von Magma aus Studien von Vulkanen auf der Erde abgeleitet, konnte de Kleer, führender Autor des Berichtes,  berechnen, wie vor kurzem neue Magma an der Oberfläche geflossen war. Die Ergebnisse, zwischen 180 und 230 Tage vor den Beobachtungen am westlichen Ende und 75 Tage vor dem östlichen Ende, stimmen mit früheren Daten über die Geschwindigkeit und das Timing des Umwälzung überein. Interessanterweise begann das Umwälzen zu verschiedenen Zeiten auf zwei Seiten einer kühlen Insel in der Mitte des Sees, die dort von Voyager 1979 fotografiert wurde.
 
Die Geschwindigkeit der Umwälzung ist auch auf den beiden Seiten der Insel unterschiedlich, was etwas mit der Zusammensetzung des Magmas oder der Menge des gelösten Gases in Blasen im Magma zu tun haben kann. Es muss Unterschiede in der Magma-Versorgung zu den beiden Hälften des Patera geben, und was auch immer der Start der Umwälzung auslöst, schafft es, beide Hälften nahezu gleichzeitig, aber nicht genau auszulösen. Diese Ergebnisse gibt einen Einblick in das komplexe System unter Loki Patera.

Lava-Seen wie Loki Patera wälzen sich um, weil sich die kühle Kruste langsam verdickt, bis sie dichter wird als das zugrunde liegende Magma und sinkt. Dann zieht die  Kruste in der Nähe wie in einer Welle über die Oberfläche. Wenn die Kruste auseinanderbricht, kann Magma als Feuerbrunnen aufsteigen, ähnlich wie in Lavaseen auf der Erde in einem kleineren Maßstab gesehen wird.

Die Wissenschaftler haben vor, andere Io-Okkultationen zu beobachten, um ihre Erkenntnisse zu verifizieren, aber sie müssen bis 2021 zur nächsten Ausrichtung warten. Die Forscher waren sich nicht sicher, ob so eine solche komplexe Beobachtung funktionieren würde, aber sie waren alle überrascht und erfreut, dass es so erfolgreich war.
Dies ist ein Schritt vorwärts, um zu versuchen, Vulkanismus auf Io zu verstehen, den sie seit mehr als 15 Jahren beobachtet haben, und insbesondere die vulkanische Aktivität bei Loki Patera.


Die  Karten der Temperatur und das Alter der Lavakruste in Loki Patera, abgeleitet aus der LBTO Beobachtungen. Die höheren Temperaturen im Südosten (Standort 3) deuten darauf hin, dass dort vor kurzem die neue Magma an dieser Stelle aufstieg.

https://www.youtube.com/watch?v=GiUp91Ybciw (https://www.youtube.com/watch?v=GiUp91Ybciw)

Eine Animation als der Mond Europa über Loki Patera zog und verschiedene Teile des Bodens verdeckte. Die unteren Tafeln zeigen die Infrarot-Intensität des Lavasees in der Zeit,als er abgedeckt wurde (Eintritt) und aufgedeckt (Ausstieg) von Europa. Die rote Kurve ist die Ausgleich -Karte für die Beobachtungen. (Katherine de Kleer Video)

https://www.youtube.com/watch?v=OAUzzuOd3xg (https://www.youtube.com/watch?v=OAUzzuOd3xg)

Aus ihren Infrarotmessungen hat das Team das Alter der Lava an der Oberfläche von Loki Patera abgeleitet. Die  jüngste Lava  ist rechts unten, nachdem sie sich vor kurzem, etwa 75 Tage vor den Beobachtungen umgewälzt hatte.
Credit: Large Binocular Telescope Observatory, Katherine de Kleer Grafik.

Quellen:
http://news.berkeley.edu/2017/05/10/waves-of-lava-seen-in-ios-largest-volcanic-crater/ (http://news.berkeley.edu/2017/05/10/waves-of-lava-seen-in-ios-largest-volcanic-crater/)
http://lbtonews.blogspot.de/2017/05/waves-of-lava-seen-in-ios-largest.html (http://lbtonews.blogspot.de/2017/05/waves-of-lava-seen-in-ios-largest.html)
http://www.nature.com/nature/journal/v545/n7653/full/nature22339.html (http://www.nature.com/nature/journal/v545/n7653/full/nature22339.html)

Mit den besten Grüßen
Gertrud
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Lumpi am 13. Mai 2017, 12:56:46

Die Infrarot-Daten zeigten, dass die Oberflächentemperatur von Ios massivem geschmolzenen vulkanischen See stetig von einem Ende zum anderen zunahm, was darauf hindeutet, dass die Lava in zwei Wellen gewendet wurde.
...
Die Temperaturkarte zeigte eine glatte Temperaturveränderung über die Oberfläche des Sees, von etwa 270 Kelvin am westlichen Ende, wo die kühle Kruste lag, um 330 Kelvin am südöstlichen Ende zu beginnen, wo die umgewälzte Lava am frischsten und am heißesten war.


(Hervorhebung von mir)

Danke @Gertrud für den sehr ausführlichen Artikel, ich hätte dazu aber doch noch paar (blöde) Fragen:

Bei einer Temperatur zwischen -3°C und +57°C muss der "Lavasee" doch eine feste Oberfläche haben? Also kein aktiver Lavasee im eigentlichen Sinne mit flüssiger Lava an der Oberfläche wie auf der Erde vorkommend, sondern lediglich ein "Hotspot"? Wie lange bleibt wohl aufsteigendes, die Kruste durchbrechendes Magma auf der Oberfläche Io's flüssig?

VG, Lumpi
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Gertrud am 13. Mai 2017, 22:28:15
Hallo @Lumpi,


Die Infrarot-Daten zeigten, dass die Oberflächentemperatur von Ios massivem geschmolzenen vulkanischen See stetig von einem Ende zum anderen zunahm, was darauf hindeutet, dass die Lava in zwei Wellen gewendet wurde.
...
Die Temperaturkarte zeigte eine glatte Temperaturveränderung über die Oberfläche des Sees, von etwa 270 Kelvin am westlichen Ende, wo die kühle Kruste lag, um 330 Kelvin am südöstlichen Ende zu beginnen, wo die umgewälzte Lava am frischsten und am heißesten war.


(Hervorhebung von mir)

Danke @Gertrud für den sehr ausführlichen Artikel, ich hätte dazu aber doch noch paar (blöde) Fragen:

Bei einer Temperatur zwischen -3°C und +57°C muss der "Lavasee" doch eine feste Oberfläche haben? Also kein aktiver Lavasee im eigentlichen Sinne mit flüssiger Lava an der Oberfläche wie auf der Erde vorkommend, sondern lediglich ein "Hotspot"? Wie lange bleibt wohl aufsteigendes, die Kruste durchbrechendes Magma auf der Oberfläche Io's flüssig?

VG, Lumpi

Du weiß doch, es gibt keine blöden Fragen, sondern nur dumme oder unzureichende Antworten. ;) Da ich nur eine Laiin bin, kann ich dir leider auch nur nach meinen Verständnis antworten.

Zu meiner Bezeichnung:  Ios massivem geschmolzenen vulkanischen See,
habe ich den Originalsatz rausgesucht. So ist das Wort für mich OK.
Zitat
The infrared data showed that the surface temperature of Io’s massive molten lake steadily increased from one end to the other, suggesting that the lava had overturned in two waves that each swept from west to east at about a kilometer (3,300 feet) per day.
http://news.berkeley.edu/2017/05/10/waves-of-lava-seen-in-ios-largest-volcanic-crater/ (http://news.berkeley.edu/2017/05/10/waves-of-lava-seen-in-ios-largest-volcanic-crater/)

In allen Beschreibungen wird eine "Patera" als eine flache vulkanische Vertiefung mit einer dichteren Lavakruste, die sich auf der Oberfläche eines Lavassses bildet und in bestimmten Abständen darin versinkt, angegeben. Da sich die kalte Kruste auf Loki Patera mit einem Kilometer am Tag bewegt, besteht ja doch eine stetige Aktivität.?


Loki Patera wird nicht als "Hotspot" beschrieben. Es bildet sich dort bis jetzt ja kein Vulkankegel.
Hot Spot-Vulkanismus, Was ist ein Hot Spot?
http://www.scinexx.de/redaktion/lernwelten/pdf/ab_vp_m7_b.pdf (http://www.scinexx.de/redaktion/lernwelten/pdf/ab_vp_m7_b.pdf)

Zu Deiner Frage:
Zitat
Wie lange bleibt wohl aufsteigendes, die Kruste durchbrechendes Magma auf der Oberfläche Io's flüssig?
habe ich wohl nicht gut gesucht... ich konnte keine schlüssige Antwort, betreffen den Mond Io, finden. Auf der Erde erkaltet die Oberfläche der Lava sofort, so kann ich dies auch nur für den Mond Io vermuten.?

Zu der Frage nach der "festen" Oberfläche von Lavakraterseen habe ich eine Videos rausgesucht. Leider konnte ich ein gutes Video, welches die Vorgänge auf Loki Patera super wiedergibt, nicht mehr wiederfinden. :(

Hier wird auch gezeigt, wie der Stiefel des Forschers die Oberfläche der Lava bearbeiten kann. :)
https://www.youtube.com/watch?v=OzJ74KKuYmo (https://www.youtube.com/watch?v=OzJ74KKuYmo)

In diesem Video bricht die Lavakruste plötzlich ein.
https://www.youtube.com/watch?v=TjLtt2yvJLs (https://www.youtube.com/watch?v=TjLtt2yvJLs)

Der Flug mit den Hubschrauber über den Lavasee ist sehr stark.
https://www.youtube.com/watch?v=w_XX4r6jzUo (https://www.youtube.com/watch?v=w_XX4r6jzUo)

Vorhin hatte ich die Antwort fast fertig, und natürlich alles gelöscht...seufz... :o
So kann es sein, das ich noch frühere Gedanken nachreiche.

Mit den besten Grüßen
Gertrud
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Lumpi am 14. Mai 2017, 11:38:50
Danke @Gertrud, bei dem Wort Lavasee dachte ich bisher halt immer an einen See mit flüssiger, "blubbernder" Lava. Die Temperaturangabe von max. 330 Kelvin hat mich dann stutzig gemacht. Wie du schreibst, befindet sich an der Oberfläche von Loki Patera also eine mehr oder weniger dicke Kruste, mit sich darunter befindlicher flüssiger Lava. So macht das Sinn. Laut Wikipedia gibt es auf Io aber auch "echte" Seen aus geschmolzenem Schwefel (Schmelzpunkt 115°C) und Hotspots mit bis zu 2000 Kelvin, dort müsste es dann auch wirklich  "blubbern".

Meine Frage, wie lange flüssiges Magma an der Oberfläche wohl flüssig bleibt hatte den Hintergrund, dass Io ja quasi keine Atmosphäre besitzt, an die Wärme abgegeben werden kann.

Zitat
Vorhin hatte ich die Antwort fast fertig, und natürlich alles gelöscht...seufz... :o

Das kommt mir irgendwie bekannt vor...   ;)

VG, Lumpi

Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Lumpi am 13. April 2018, 19:01:42
Io im Infrarot

Roman Tkachenko hat aus den Daten von JIRAM (Jovian Infrared Auroral Mapper) der Raumsonde Juno dieses erstaunliche Foto erstellt, welches mehrere Vulkane und Hotspots auf Io zeigt.  :)  Bitte mehr davon!
https://www.universetoday.com/138990/io-afire-with-volcanoes-under-junos-gaze/ (https://www.universetoday.com/138990/io-afire-with-volcanoes-under-junos-gaze/)
http://earthsky.org/todays-image/in-infrared-io-appears-alive-with-volcanos (http://earthsky.org/todays-image/in-infrared-io-appears-alive-with-volcanos)

Das Bild habe ich von png in jpg umgewandelt.
(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up062950.jpg)
Credit: NASA / JPL-Caltech / SwRI / ASI / INAF /JIRAM / Roman Tkachenko


Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Lumpi am 18. Mai 2018, 16:55:19
In der Nacht vom 20. zum 21. Mai kommt es zu einer Sternenbedeckung durch den Jupitermond Himalia. Der ca. 170 km große Mond bedeckt dabei für ca. 8,8 Sekunden den Stern TYC 6168-00860-1.  Die Bedeckung konnte mithilfe der Daten des neuen DR2 Kataloges von Gaia und neuesten Ephemeridendaten berechnet werden. Man erhofft sich durch die Occultation mehr über die unregelmäßige Form und die Größe von Himalia herauszufinden. Die Raumsonde Cassini  konnte seinerzeit auf ihren Weg zum Saturn den Mond nur als 4 - 6 Pixel großes Objekt ablichten. https://abenteuer-astronomie.de/seltene-sternbedeckung-durch-jupitermond-himalia-zu-pfingsten/ (https://abenteuer-astronomie.de/seltene-sternbedeckung-durch-jupitermond-himalia-zu-pfingsten/)

(https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up063688.jpg)
Credit: NASA/JPL/University of Arizona https://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA02881 (https://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA02881)
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: sven am 08. Juli 2018, 18:07:30
Eine kleine Animation der Orbits der Jupitermonde
https://www.youtube.com/watch?v=5l2tR2smeHY (https://www.youtube.com/watch?v=5l2tR2smeHY)

Credits: NASA's Goddard Space Flight Center
Visualizers/Animators: Greg Shirah (NASA/GSFC); Ernie Wright (USRA); Tom Bridgman (GST)
Producer: Michael Starobin (HTSI)
Scientist: Amy A. Simon (NASA)
Writer: Alex Kasprak (USRA)
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: SFF-TWRiker am 08. Juli 2018, 20:55:41
Durch diese Animation wird die Größe des Jupiter-Systems deutlich:
Wenn man die kleinen Monde sehen könnte, wären sie mehrere Grad von Jupiter entfernt, da die Distanz AFAIR bis zu 16 Millionen km beträgt.
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: christian am 17. Juli 2018, 16:54:54
Zwölf neue Jupitermonde endeckt :D


https://www.spektrum.de/news/zwoelf-neue-monde-fuer-jupiter/1577806 (https://www.spektrum.de/news/zwoelf-neue-monde-fuer-jupiter/1577806)
https://www.zeit.de/wissen/2018-07/astronomie-jupiter-monde-weltraum-valetudo (https://www.zeit.de/wissen/2018-07/astronomie-jupiter-monde-weltraum-valetudo)

Wow! :D Da merkt man erst wie wenig wir über unser Sonnensystem wissen ::) :D
Noch dazu ein Zufallsfund ;) Weiße flecke (Unentdeckte Regionen) im unseren Sonnensystem und das obwohl wir technisch ziemlich gut sind.
Da müssen Bücher über Planeten wieder aktualisiert werden ;D
Was die im Bau befindlichen Teleskope wohl noch so finden, schön das es noch Geheimnisse im All gibt die nur drauf warten gelüftet bzw. erforscht zu werden :D

Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Lumpi am 20. Juli 2018, 20:04:55
Hypothetischen Planet 9 mit 10 Erdmassen gesucht - 12 "Möndchen" von  ca. 1 bis 3 Kilometern bei Jupiter entdeckt.  :) Was nach dem Entdecker Scott S. Sheppard die Frage aufwirft, ob man künftig Monde mit weniger als 1 Kilometer Größe Zwergmonde nennen soll? Die Teleskope werden ja immer besser und man wird künftig viele weitere "Krümel" finden.
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: ZilCarSpace am 24. Juli 2018, 18:58:13
Hallo.
Ich habe gestern Abend nach der ISS Ausschau gehalten und wollte sie mit meiner Sony Cam filmen. Da sie so schnell vorbeiflog habe ich dann meine Cam auf den Jupiter gerichtet. Beim Filmen hatte ich den Eindruck, dass ich auch einige Monde auf dem Filmmaterial drauf habe. Ich kann mich aber auch irren. Ich würde es gerne überprüfen. Dazu bräuchte ich aber die konkrete Konstellation, wie die Monde gestern Abend gegen 23 Uhr von der Erde aus zu sehen gewesen wäre.
Kennt jemand so ein Programm, das mir das zeigen kann?
Ich hab leider keins gefunden.
 :-[

Vielen Dank
ZilCarSpace
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: MpunktApunkt am 24. Juli 2018, 21:49:10
Hallo.
Ich habe gestern Abend nach der ISS Ausschau gehalten und wollte sie mit meiner Sony Cam filmen. Da sie so schnell vorbeiflog habe ich dann meine Cam auf den Jupiter gerichtet. Beim Filmen hatte ich den Eindruck, dass ich auch einige Monde auf dem Filmmaterial drauf habe. Ich kann mich aber auch irren. Ich würde es gerne überprüfen. Dazu bräuchte ich aber die konkrete Konstellation, wie die Monde gestern Abend gegen 23 Uhr von der Erde aus zu sehen gewesen wäre.
Kennt jemand so ein Programm, das mir das zeigen kann?
Ich hab leider keins gefunden.
 :-[

Vielen Dank
ZilCarSpace

Hallo,

ich habe hier Stellarium installiert. Das ist ein finde ich sehr gutes Planetarium für den PC. Wenn man darin eine Uhrzeit einstellt und auf Jupiter zoomt, sieht man die Monde in "Echtzeit". Außerdem kann man sich auch noch Satellitendatenbanken einbinden etc.

Gruß

Mario
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: ZilCarSpace am 24. Juli 2018, 23:01:17
 :D Danke Mario.

Ich werd es mal ausprobieren!

 ::) :D :)
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: ZilCarSpace am 04. August 2018, 17:30:28
:D Danke Mario.

Ich werd es mal ausprobieren!

 ::) :D :)

Das Programm ist klasse. Die Konstelation der Jupitermonde konnte ich damit überprüfen.
Danke nachmals an Mario! :D
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Gertrud am 06. September 2018, 16:43:29
Hallo Zusammen,

Die globale Karte der Oberflächentemperatur von dem Mond Europa.

Die neue globale Karte der Oberflächenwärme von dem Mond Europa zeigt eine ungewöhnlich kalte Region in Europas nördlicher Hemisphäre.
Das Team beobachtete Europa mit dem Atacama Large Millimeter / Submillimeter Array (ALMA), das Radioteleskop im Norden Chiles. Sie haben sich vier ALMA-Beobachtungen angesehen, die im November 2015 bei einer Wellenlänge aufgenommen wurden, die Wärme von den äußeren Schichten der Oberfläche Europas erfasst.
Sie fanden heraus, dass die Oberflächentemperatur Europas nicht mehr als 10 K heißer oder kälter war, als in der Simulation vorhersagte. Dies legt nahe, dass die Oberflächentemperatur des Mondes wird hauptsächlich durch seine Fähigkeit, Sonnenwärme zu speichern, bestimmt wird.

Konkret untersuchten sie Europas thermische Trägheit , wie schnell die Temperatur über die Oberfläche abfällt, sowie die Emissivität des Mondes (ausgehende Strahlung). Die thermische Trägheit hängt wahrscheinlich mit der Oberflächentextur zusammen und der Emissionsgrad hängt wahrscheinlich mit der Zusammensetzung zusammen.

Obwohl die Karte eine ungewöhnlich kalte Region in Europas nördlicher Hemisphäre enthüllt, scheint die räumliche Verteilung der Wärme weitgehend mit der Oberfläche übereinzustimmen, die das Sonnenlicht reflektiert und absorbiert, so die Forscher. Dennoch schienen ein paar Stellen auf der Temperaturkarte ein bisschen zu heiß oder zu kalt zu sein, um vollständig durch Sonnenlicht erklärt zu werden. Um diese Regionen zu erklären, verwendete das Team die ALMA-Daten, um Karten der europäischen thermischen Oberflächeneigenschaften zu erstellen.

Die Forscher entdeckten zwei merkwürdige Stellen.

Einer befindet sich am Pwyll-Krater, dem größten frischen Krater des Mondes, der ,ähnlich wie andere Krater im Sonnensystem, Wärme zu speichern scheint, obwohl der Krater durch einen Aufprall auf Eis entstanden ist.

Eine andere anomale Signatur scheint jedoch nicht mit einem offensichtlichen physikalischen Merkmal in Zusammenhang zu stehen. Er liegt bei 90 ° W und 23 ° N, einem Punkt im nördlichen Teil von Europas führender Hemisphäre, der immer in Richtung der Mondbahn zeigt. Dieser Spot ist der kälteste Ort auf dieser Hemisphäre. Das Modell weist darauf hin, dass es entweder sehr resistent gegenüber Temperaturänderungen ist oder weniger Strahlung emittiert als andere Bereiche des Mondes.

Die Forscher haben noch keine gute Erklärung, was der kalte Punkt bedeutet. Aber da sie die gleiche Anomalie zweimal zu zwei verschiedenen Zeiten des Europa-Tages gesehen haben, könnte dass es eine Region sein, die sich in ihren thermischen Eigenschaften unterscheidet. Das Team wies darauf hin, dass der Standort Europas höchste Wassereiskonzentration aufweist und auch fast direkt gegenüber vom Krater Pwyll liegt. Allerdings kann keiner dieser Fakten die seltsamen thermischen Eigenschaften dieser Stelle erklären.

Die globale Karte der Europa-Oberflächentemperatur, die mit ALMA-Beobachtungen erstellt wurde. Die Oberflächentemperatur von Europa wird in Kelvin gemessen, wärmere Farben entsprechen einer wärmeren Oberfläche. Alle Oberflächentemperaturen bleiben unter kühlen 96 K (-177 ° C). Die vier Felder zeigen vier halbkugelförmige Ansichten des Mondes, die um den aufgelisteten Längengrad zentriert sind, der als Grad westlich der Jupiter zugewandten Seite gemessen wird. Der ungerade kalte Punkt ist der grüne Bereich um zehn Uhr oben links. Die Karte hat eine räumliche Auflösung von 200 Kilometern,
Kredit: Samantha K. Trumbo, Michael E. Brown und Bryan J. Butler
https://eos.org/articles/how-hot-is-europa-now-theres-a-map-for-that (https://eos.org/articles/how-hot-is-europa-now-theres-a-map-for-that)

Mit den besten Grüßen
Gertrud
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Lumpi am 10. November 2018, 11:14:44
Dieses beeindruckende Video mit den Monden Io und Europa wurde aus Aufnahmen der Raumsonde Cassini beim Vorbeiflug an Jupiter erstellt.  :D (Merkwürdig: Europa überholt Io?)

https://www.youtube.com/watch?v=-0JxkZjwpRg (https://www.youtube.com/watch?v=-0JxkZjwpRg)
Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Lumpi am 02. Januar 2019, 11:16:22
Juno fotografiert Vulkanwolke auf Io

Während des 17. Vorbeiflugs von Juno an Jupiter wurde die Polregion von Io mit 4 Kameras (JunoCam, Stellar Reference Unit, Jovian Infrared Auroral Mapper, Ultraviolet Imaging Spectrograph) über eine Stunde lang beobachtet. Dabei wurde u.a. dieses von der JunoCam aus 3 Einzelbildern (mit rotem, blauem und grünem Filter) zusammengesetzte Bild erworben. Die Aufnahme entstand am 21.12.2018 um 12.20 h UTC aus ca. 300.000 km Entfernung, kurz vor Eintritt Io's in den Schatten Jupiters. https://www.swri.org/press-release/light-from-volcanoes-io-juno-jupiter-moon (https://www.swri.org/press-release/light-from-volcanoes-io-juno-jupiter-moon)

(https://www2.pic-upload.de/img/36318089/io-plume-ravine.jpg)
Credit: Image Courtesy of NASA/SwRI/MSSS


Nach Eintritt Io's in den Schatten von Jupiter entstand am 21.12.2018 um 12.40 h UTC mit der Stellar Reference Unit diese Aufnahme. Dabei wurde Io vom Mondschein Europas beleuchtet. Zu erkennen sind einige aktive Vulkane, einschließlich einer im Bild eingekreisten Wolke.

(https://www2.pic-upload.de/img/36318090/io_stellar-reference-unit-sru-io.jpg)
Image Courtesy of NASA/JPL-Caltech/SwRI

Edit: Ich möchte dieses Bild, aufgenommen mit JIRAM (Jovian Infrared Auroral Mapper), welches Orte mit hohen Temperaturen aufgrund von Vulkanausbrüchen auf Io zeigt, nicht unterschlagen. Die Aufnahme entstand am 21.12.2018 um 12.30 h UTC.

(https://www2.pic-upload.de/img/36318101/Io_jovian-infrared-auroral-mapper-jiram.jpg)
Image Courtesy of NASA/JPL-Caltech/SwRI/INAF


Titel: Re: Jupitermonde
Beitrag von: Pham am 02. Januar 2019, 17:44:43
Dieses beeindruckende Video mit den Monden Io und Europa wurde aus Aufnahmen der Raumsonde Cassini beim Vorbeiflug an Jupiter erstellt.  :D (Merkwürdig: Europa überholt Io?)

https://www.youtube.com/watch?v=-0JxkZjwpRg (https://www.youtube.com/watch?v=-0JxkZjwpRg)
Das wird sicher ein optischer Effekt sein, da die Sonde sich durch das Jupitersystem bewegt hat und der scheinbare "Überholvorgang" ein Projektionseffekt aufgrund der Eigengeschwindigkeit von Cassini ist.