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Wann startet die Falcon Heavy zum ersten Mal?

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Stimmen insgesamt: 153

Autor Thema: Falcon Heavy  (Gelesen 457506 mal)

Führerschein

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #25 am: 21. Februar 2013, 08:24:04 »
Wenn ich das Bild oben sehe und betrachte mir die Delta Heavy, die bei etwa gleicher höher zwar etwas fetter als die Falcon Heavy aber dafür mit dem hochenergetischen Wasserstoff/LOX beladen ist und dann im Vergleich dazu die Falcon soll nur mit Kerosin/LOX etwa doppelt soviel Cargo (>50t laut Wiki) in den LEO wuppen. Irgendwie kommen mir da Zweifel. hmmm....  ???

Ist die Falcon H um so viel effektiver, also insbesondere die neuen Merlins in Verbindung mit dem crossfeed, dass sich trotz der schlankeren Aussenmaße im Vergleich zur Delta H eine doppelt so hohe Nutzlast realistisch erklären lässt? Oder ist man da einfach mal sehr optimistisch? Achja, ich möchte sicherlich kein SpaceX-Bashing betreiben wie ein gewisser Herr L. in seinem Blog, im Gegenteil, aber ein bisschen skeptisch bin ich hier schon ::)

Die neuen Merlins sind tatsächlich sehr gut. Crossfeed bringt tatsächlich sehr viel.  Ich frage mich, warum es bisher nicht eingesetzt wurde. Bei NSF haben einige dazu Berechnungen angestellt. Die Leistungsdaten sollen danach realistisch sein.

Das hohe ISP von LH/LOX bringt für den LEO Orbit noch nicht sehr viel. Der Hauptvorteil kommt für energiereichere Bahnen. Deshalb werden die Leistungsdaten von Falcon 9 und Falcon Heavy bei GTO und weiter auch viel schlechter. Die Konstruktion ist für LEO-Lasten.

SpaceX ist wegen der hohen Kosten nicht für LH/LOX aber sie arbeiten an Methan-Triebwerken, die Verbesserungen für Flüge jenseits LEO bringen sollen und auch bessere Voraussetzungen für wiederverwendbare Triebwerke haben.

Nachtrag: Bei Falcon Heavy sind die Tanks der Booster größer als beim Core. Das ist erst mit Crossfeed möglich und vergrößert den Crossfeed Vorteil und damit die Nutzlast erheblich. Gerade dieser Punkt bringt viel Nutzlast und war lange unbekannt. Deshalb wurden die Leistungsdaten der Heavy von Kritikern immer zu niedrig kalkuliert.

Offline HausD

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #26 am: 21. Februar 2013, 10:00:36 »
Hallo Führerschein und Gerry,
könnt ihr den Begriff "crossfeed" im Zusammenhang mit dem Aufbau der Rakete erläutern.
Leider kenn ich ihn nur aus der Lautsprechertechnik und kann mir kein so richtiges Bild machen.
Beste Grüße, HausD

Offline KSC

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #27 am: 21. Februar 2013, 10:24:37 »
Die erste Stufe besteht ja aus 3 Falcon 9 Core Stages.
Cross Feed meint im Grunde, dass in der Anfangsphase des Fluges die Triebwerke aller Core Stages, also auch der Zentrale Core,  hauptsächlich durch die Tanks der Booster Cores versorgt werden. Wenn diese leer sind, werden die Booster Cores abgetrennt und der zentrale Core wird dann mit den eigenen Tanks versorgt.

Wenn man so will, eine Art Zusatztanks mit eigenem Antrieb  :)

Gruß,
KSC

 


Offline Gerry

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #28 am: 21. Februar 2013, 10:40:08 »
Hi,

im Vergleich dazu wird bei der Delta Heavy die mittlere Corestage mit reduziertem Schub betrieben wärend die beiden äusseren mit etwas mehr Schub laufen und so früher ihren Treibstoff verbrannt haben und abgeworfen werden um gewicht zu sparen wärend die mittlere Corestage noch Treibstoff hat. So fungieren die beiden äusseren Stufen, obwohl (fast?) baugleich mit der inneren als klassische Booster. EDIT: man sieht das auch sehr schön bei den Launchvideos der Delta H, das "Düsenfeuer" der mittleren Stufe ist etwas kleiner.

Wenn ich mich richtig erinnere bietet Space X die Falcon Heavy auch ohne Crossfeed, also dann so wie bei der Delta, an, was etwas günstiger ist dafür auch (nur) ~8 Tonnen weniger Nutzlast in den LEO. So meine ich das zumindest mal gelesen zu haben. Deswegen war ich auch etwas stutzig da der Vorteil des Crossfeeds nicht all zu hoch zu sein schien.

Aber ich kann den Argumenten von Führerschein durchaus folgen.

Imho wäre es wohl vernünftig wenn Space X bei Zeiten als ersten nächsten Schritt eine hochenergetische Oberstufe (Methan) entwiickelt, das müsste dann ja für höhere Orbit bei relativ wenig Aufwand eine deutliche Steigerung der Nutzlast ermöglichen.

Bedenken habe ich bei der Nutzlastverkleidung, die ist ja nur ~5m im Durchmesser und auch nicht sehr lang, was gibts denn für Nutzlasten denkbar die so schwer sind bei geringen Aussenmaßen?

Gruß, Gerry

EDIT: Führerschein, inwiefern haben die äusseren Stufen bei der Falcon H grössere Tank? Die drei Stufen sind doch alle baugleich mit denen der Falcon 9?

Bezüglich der Frage warum hat das crossfeed noch keiner vorher gemacht: Nun, ich denke einfach weil es doch relativ schwierig ist aus technischer Sicht. Es müssen Treibstoffverbindungen bei hoher Geschwindigkeit in noch dichter Luft, also bei hohem aerodynamischen Belastungen innerhalb kurzer Zeit sicher verschlossen und getrennt werden bevor die Boosterstufen abgetrennt werden. Das sowas möglich ist hat das Space Shuttle ja oft genug bewiesen, Trennung ET vom Shuttle. Allerdings war das schon in so grosser Höhe das da der Luftwiderstand keine Rolle mehr spielt.

Bei der Falcon passiert das aber bei höchsten aerodynamischen Belastungen und dann gleich mit zwei tanks. Da ist das Risiko eines Fehlschlages schon etwas höher. Man mag ja nichtmal auszudenken was passiert wenn sich da einer der Booster nicht richtig lösen mag.. Ich denke auch aufgrund dessen wird man noch lange warten müssen bis man über eine manrated Falcon Heavy nachdenken könnte
Raumcon-Realist

Offline Kelvin

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #29 am: 21. Februar 2013, 11:37:25 »
Zitat
Kreative Köpfe könnten den sicher auch irgendwie außen dransetzen ohne die Struktur im wesentlichen zu verändern ::)
Da fühle ich mich angesprochen. ;)  Zum Beispiel wäre etwas in dieser Art möglich, ob nun mobil oder fest "angeflanscht". Das Ganze wäre dann auch nur bei Bedarf vorhanden und u.U. vielleicht auch als "Fluchtfahrzeug" nutzbar. 

 

Führerschein

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #30 am: 21. Februar 2013, 14:17:05 »

Imho wäre es wohl vernünftig wenn Space X bei Zeiten als ersten nächsten Schritt eine hochenergetische Oberstufe (Methan) entwiickelt, das müsste dann ja für höhere Orbit bei relativ wenig Aufwand eine deutliche Steigerung der Nutzlast ermöglichen.

Ja, das halte ich auch für sinnvoll. Geredet wurde ja bisher nur von einem großen Methan-Triebwerk für MCT mit staged combustion. Ein sehr sinnvoller Zwischenschritt wäre aber auch meiner Meinung nach ein  Methantriebwerk mit staged combustion in der Leistungsklasse der Merlin-Familie. Das könnte man mit vorhandenem Werkzeug bauen und testen. Das ginge ohne riesige Kosten und würde die Falcon-Familie aufwerten. Gleichzeitig würde man wertvolle Erfahrungen für das große Triebwerk sammeln.

EDIT: Führerschein, inwiefern haben die äusseren Stufen bei der Falcon H grössere Tank? Die drei Stufen sind doch alle baugleich mit denen der Falcon 9?

Hier ein "Bild" der Falcon Heavy. Man sieht ganz gut, daß der Kern kürzer ist. Der dunkle Ring ist die Interstage.

Es gab mal Angaben für eine Falcon 9 Heavy mit Merlin 1C Triebwerken und wohl drei identischen Falcon 1.0 cores. Die sollte mit oder ohne crossfeed angeboten werden. Das ist aber hinfällig, weil die 1.0 nie in Serie gegangen ist. Ob es die Falcon Heavy (ohne 9) mit Merlin 1D mit und ohne crossfeed geben wird, ist für mich noch unklar. Ohne Crossfeed könnte man die Booster sicher nicht volltanken. Sonst wäre der Kern ja früher leer oder selbst gedrosselt höchstens gleichzeitig.



Bezüglich der Frage warum hat das crossfeed noch keiner vorher gemacht: Nun, ich denke einfach weil es doch relativ schwierig ist aus technischer Sicht. Es müssen Treibstoffverbindungen bei hoher Geschwindigkeit in noch dichter Luft, also bei hohem aerodynamischen Belastungen innerhalb kurzer Zeit sicher verschlossen und getrennt werden bevor die Boosterstufen abgetrennt werden. Das sowas möglich ist hat das Space Shuttle ja oft genug bewiesen, Trennung ET vom Shuttle. Allerdings war das schon in so grosser Höhe das da der Luftwiderstand keine Rolle mehr spielt.

Bei der Falcon passiert das aber bei höchsten aerodynamischen Belastungen und dann gleich mit zwei tanks. Da ist das Risiko eines Fehlschlages schon etwas höher. Man mag ja nichtmal auszudenken was passiert wenn sich da einer der Booster nicht richtig lösen mag.. Ich denke auch aufgrund dessen wird man noch lange warten müssen bis man über eine manrated Falcon Heavy nachdenken könnte

Die Frage habe ich schonmal bei NSF gestellt, aber keine Antwort bekommen. In den Disussionen scheint man davon auszugehen, daß auch die Heavy manrated ist. Das halte ich aber auch nicht als automatisch gegeben.

Offline tobi

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #31 am: 21. Februar 2013, 16:32:25 »
Naja in jedem Fall dürfte sie relativ einfach für bemannte Flüge umrüstbar sein (wie jetzt die F9 oder die Atlas V). Schließlich denkt man bei SpaceX langfristig und nicht so wie bei CNES... ::)
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline runner02

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #32 am: 21. Februar 2013, 17:42:36 »
Naja in jedem Fall dürfte sie relativ einfach für bemannte Flüge umrüstbar sein (wie jetzt die F9 oder die Atlas V). Schließlich denkt man bei SpaceX langfristig und nicht so wie bei CNES... ::)

Es wird doch auch ein Lauch abort System geben, mit pusher Triebwerken, wenn ich es richtig in Erinnerung habe?


Zitat
Wenn ich das Bild oben sehe und betrachte mir die Delta Heavy, die bei etwa gleicher höher zwar etwas fetter als die Falcon Heavy aber dafür mit dem hochenergetischen Wasserstoff/LOX beladen ist und dann im Vergleich dazu die Falcon soll nur mit Kerosin/LOX etwa doppelt soviel Cargo (>50t laut Wiki) in den LEO wuppen. Irgendwie kommen mir da Zweifel. hmmm....

Zusätzlich zu den bereits angeführen Sachen wie z.B. Crossfeeding verwendet man vioelleicht auch leichtere Werkstoffe? Oder spart irgendwo Material ein?


Zitat
Die neuen Merlins sind tatsächlich sehr gut. Crossfeed bringt tatsächlich sehr viel.  Ich frage mich, warum es bisher nicht eingesetzt wurde. Bei NSF haben einige dazu Berechnungen angestellt. Die Leistungsdaten sollen danach realistisch sein.

Ich schätze mal, dass man es bisher nicht angewandt hat, weil es eine Innovation (mit Risiken, wie immer) wäre. Never change a running system, wird man sich denken. Wenn es nicht funktioniert, wäre es ein wirtschaftlicher Fehlschlag...

Das ist halt das Geschäft von SpaceX, möglichst innovativ und kostengünstig zu sein...
(über Musk) “He wants to make people a multi-planet species, and he’s not going to quit. He’ll change the model, or he’ll spend more of his own money—he’ll do something. He’s not in it to build the rockets; that’s a means to an end. It’s a religion for him.”

Offline Schillrich

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #33 am: 21. Februar 2013, 17:54:44 »
...
Das ist halt das Geschäft von SpaceX, möglichst innovativ und kostengünstig zu sein...

Möglichst innovativ, zumindest in der Technik, ist SpaceX eigentlich nicht. Sie erlernen eine an sich alte Technik für ihr Geschäft. In ihren Verfahren und Methoden sind sie vielleicht doch innovativ ... wobei hier auch manch einer meint sie kopierten einfach auch die alte NASA ;).
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

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Offline LOXRP1

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #34 am: 21. Februar 2013, 18:00:27 »
...
Das ist halt das Geschäft von SpaceX, möglichst innovativ und kostengünstig zu sein...

Möglichst innovativ, zumindest in der Technik, ist SpaceX eigentlich nicht. Sie erlernen eine an sich alte Technik für ihr Geschäft. In ihren Verfahren und Methoden sind sie vielleicht doch innovativ ... wobei hier auch manch einer meint sie kopierten einfach auch die alte NASA ;).

Du meinst doch nciht etwa die NASA, die uns auf den Mond gebracht hat oder .. ::)

In der Technik sind sie stellenweise auch innovativ z.B. Friction stir welding bei der Tankfertigung.

Achja ich möchte mich davon distanzieren, dass SpaceX der Messias ist..
"Humanity should become a space faring civilization. ... If that is not the point of human space flight, what the hell are we doing?" Astrophysicist Christopher Chyba

Offline tobi

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #35 am: 22. Februar 2013, 23:54:39 »
Möglichst innovativ, zumindest in der Technik, ist SpaceX eigentlich nicht. Sie erlernen eine an sich alte Technik für ihr Geschäft. In ihren Verfahren und Methoden sind sie vielleicht doch innovativ ... wobei hier auch manch einer meint sie kopierten einfach auch die alte NASA ;).

Bisher nicht. Aber das ändert sich ja gerade. Beispiele hierfür sind z.B. das Crossfeed (keine neue Idee, aber es hat bisher keiner gemacht) oder das Dragon LAS (kein Tower mehr).
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline LOXRP1

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #36 am: 22. März 2013, 17:40:29 »
Hier ist ein etwas populisischer Artikel aus der Popsci, dafür mit bunten Bilder.
 
Ein paar Punkte aus dem Artikel:
  • die Nutzlastverkleidung ist 5,2 m breit & 13,7 m lang
  • die LEO Nutzlast wird mit 53 tonnen angegeben

http://www.popsci.com/science/article/2013-03/most-powerful-space-rocket

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Offline espega

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #37 am: 23. März 2013, 14:28:53 »
Hallo,

ich bin ja nicht so der Raketenprofi, aber...
27 einzelne, kleine Motore in einer Rakete?
Das erinnert mich sehr an die N1 der Sowjets.

Gruß
E.

websquid

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #38 am: 23. März 2013, 14:39:10 »
Nicht nur dich ;)

Aber zumindest hat die Falcon 9 schon bewiesen, mit Triebwerksausfällen klarzukommen... das hat die N1 ja leider nie geschafft ::)

Offline tobi

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #39 am: 23. März 2013, 15:16:51 »
Von den Merlin 1C sind bisher 5*9+3=48 Triebwerke geflogen. Es gab einen Ausfall, also ca. 1/50. Man könnte also vermuten, dass die Wahrscheinlichkeit für mindestens(!) einen Ausfall bei 1-(49/50)^27=42% ist.

Genauer kann man das dann mit der Binomialverteilung bestimmen und kommt bei p=1/50 und n=27 auf folgende Wahrscheinlichkeiten:
Ein Ausfall: 32%
Zwei Ausfälle: 8,5%
Drei Ausfälle: 1,4%
Vier Ausfälle: 0,2%

Fazit: Wenn ein Ausfall unkritisch ist, bekommen wir eine Wahrscheinlichkeit von 10% zum Versagen, bei zwei Verkraftbaren auf 1,5%. Da die Überlebensfähigkeit (mit Performanceverlust) bei einem Triebwerksverlust bereits bewiesen wurde, ist die Wahrscheinlichkeit auf einen Erfolg bei mindestens 90% (unter der Annahme, dass alles andere funktioniert).
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline spacer

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #40 am: 23. März 2013, 18:19:52 »
Hallo,

Da die Überlebensfähigkeit (mit Performanceverlust) bei einem Triebwerksverlust bereits bewiesen wurde, ist die Wahrscheinlichkeit auf einen Erfolg bei mindestens 90% (unter der Annahme, dass alles andere funktioniert).
Das dürfte aber davon abhängen, wie früh im Flug der Ausfall passiert. Außerdem ist diese Toleranz eben nur gegeben, wenn die Rakete nicht an ihrer absoluten Leistungsgrenze für den angestrebten Orbit fliegt oder ein Aussetzen der Nutzlast in einem niedrigeren Orbit akzeptabel ist.
Gruß, spacer
Raumcon-Chat

Führerschein

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #41 am: 23. März 2013, 18:50:29 »
Hallo,

Da die Überlebensfähigkeit (mit Performanceverlust) bei einem Triebwerksverlust bereits bewiesen wurde, ist die Wahrscheinlichkeit auf einen Erfolg bei mindestens 90% (unter der Annahme, dass alles andere funktioniert).
Das dürfte aber davon abhängen, wie früh im Flug der Ausfall passiert. Außerdem ist diese Toleranz eben nur gegeben, wenn die Rakete nicht an ihrer absoluten Leistungsgrenze für den angestrebten Orbit fliegt oder ein Aussetzen der Nutzlast in einem niedrigeren Orbit akzeptabel ist.

Volle Ausnutzung der Nutzlast wird aber eher die Ausnahme sein. Man kann auch durchaus vermuten, daß 53t Nutzlast angegeben von SpaceX schon Abschläge für Engine Out enthalten. Die NASA rechnet nämlich mit 58 t Nutzlast.

Die Ursache des einen Fehlers ist offenbar auch bekannt. Eine erneute Analyse der Röntgendaten mit neuer Software hat eine Anomalie entdeckt, die vorher nicht erkannt wurde. Das ist Teil eines Lernprozesses, der zu steigender Zuverlässigkeit führen wird.

Hoffentlich hören wir mehr und eindeutiges, wenn der Report veröffentlicht wird. Bisher steht ITAR dagegen. Man könnte fast annehmen bei ITAR spielt eine gewisse Paranoia eine Rolle.


Bradbury

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #42 am: 23. März 2013, 21:02:22 »
Hallo zusammen,

meine Frage ist: Wie beeinflussen sich die Triebwerke gegenseitig im Betrieb?
Nagelt mich jetzt nicht fest, aber ich glaube gelesen zu haben, das bei der N1
Vibrationen auftraten wegen der Bündelung solch einer Menge Triebwerke.
Könnte das bei der Falcon auch auftreten?ß

Mfg   Bradbury

Führerschein

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #43 am: 23. März 2013, 21:27:19 »
Hallo zusammen,

meine Frage ist: Wie beeinflussen sich die Triebwerke gegenseitig im Betrieb?
Nagelt mich jetzt nicht fest, aber ich glaube gelesen zu haben, das bei der N1
Vibrationen auftraten wegen der Bündelung solch einer Menge Triebwerke.
Könnte das bei der Falcon auch auftreten?ß

Mfg   Bradbury

Die Falcon 9 ist schon mit 9 Triebwerken geflogen. Da spielen Vibrationen keine unkontrollierbare Rolle. Die 3x9 sind auf drei Kerne verteilt. Das gibt eine ordentliche, wenn auch nicht vollständige Entkoppelung.

Bei NSF habe ich eine entsprechende Diskussion interessiert verfolgt, auch wenn ich nicht die Kenntnisse habe, alles zu verstehen. Danach war das Hauptproblem der N1, daß die Flüge politisch erzwungen wurden, weil die USA kurz vor dem Erfolg mit Apollo standen. Die Flüge erfolgten wider besseres Wissen der Ingenieure mit einem nicht flugtauglich ausgetesteten System. Jemand sagte sogar, daß bei jedem Start Fehlerquellen erkannt und beseitigt wurden, und die N1 beim nächsten Flug erfolgreich gewesen wären, wenn dann nicht die politische Entscheidung zum Abbruch des Programms erfolgt wäre. Das ist sicher ziemlich optimistisch gedacht, aber mit genug Zeit hätte N1 wohl durchaus erfolgreich sein können.

Falcon Heavy mit 3x9 Triebwerken und Engine Out Fähigkeiten und mit der modernen Steuerungselektronik dürfte sehr gute Chancen haben. Was Fehler, die bei den ersten Starts erkannt werden, nicht ausschließt.

websquid

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #44 am: 23. März 2013, 21:30:47 »
Die Flüge erfolgten wider besseres Wissen der Ingenieure mit einem nicht flugtauglich ausgetesteten System. Jemand sagte sogar, daß bei jedem Start Fehlerquellen erkannt und beseitigt wurden, und die N1 beim nächsten Flug erfolgreich gewesen wären
Da ist durchaus was dran... im Gegensatz zur Saturn V gab es für die N1 keinen Teststand in Russland, auf dem man eine komplette Erststufe hätte testen können. Die einzige Möglichkeit zu testen war daher zu fliegen. Selbstverständlich wurde dabei bei jedem Flug was neues gelernt und es ist gut möglich, dass der nächste Flug tatsächlich geklappt hätte.

Insofern bleibt festzuhalten, dass Bodentests vor dem ersten Start durch nichts zu ersetzen sind - soweit ich weiß baut SpaceX gerade an einem FH-Teststand?

Führerschein

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #45 am: 23. März 2013, 21:48:52 »
Die Flüge erfolgten wider besseres Wissen der Ingenieure mit einem nicht flugtauglich ausgetesteten System. Jemand sagte sogar, daß bei jedem Start Fehlerquellen erkannt und beseitigt wurden, und die N1 beim nächsten Flug erfolgreich gewesen wären
Da ist durchaus was dran... im Gegensatz zur Saturn V gab es für die N1 keinen Teststand in Russland, auf dem man eine komplette Erststufe hätte testen können. Die einzige Möglichkeit zu testen war daher zu fliegen. Selbstverständlich wurde dabei bei jedem Flug was neues gelernt und es ist gut möglich, dass der nächste Flug tatsächlich geklappt hätte.

Insofern bleibt festzuhalten, dass Bodentests vor dem ersten Start durch nichts zu ersetzen sind - soweit ich weiß baut SpaceX gerade an einem FH-Teststand?

Es waren wohl nicht einmal die Triebwerke einzeln ausreichend getestet. Auch nicht das Zusammenspiel der Steuerung für so viele Triebwerke.

Wenn ich es richtig verstanden habe, wurde der letzten Rakete ein ganz elementarer Fehler der Steuerung zum Verhängnis, der nur durch extremen Zeitdruck entstehen konnte. Bei Ausfall eines Triebwerkes sollte zum ausbalancieren  das gegenüberliegende Triebwerk abgeschaltet werden. Stattdessen wurde aber nicht das genau gegenüberliegende Triebwerk, sondern das daneben abgeschaltet. Was wiederum dazu führte, daß das gegenüberliegende Triebwerk abgeschaltet werden sollte und so weiter. Eine Kettenreaktion  von Abschaltungen.

Aber auch mit mehr Tests war die Riesenrakete mit nur einem Kern und so vielen Triebwerken damals kaum beherrschbar und selbst im Idealfall wäre das Risiko immer deutlich größer gewesen als bei Saturn 5 oder heute Falcon Heavy. In Kombination mit dem LAS aber durchaus vertretbar bei ausreichend Tests.


Bradbury

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #46 am: 23. März 2013, 23:03:12 »
Danke Führeschein für die Info

Mfg Bradbury

Offline max-q

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #47 am: 24. März 2013, 10:05:08 »
Zitat
Da ist durchaus was dran... im Gegensatz zur Saturn V gab es für die N1 keinen Teststand in Russland, auf dem man eine komplette Erststufe hätte testen können. Die einzige Möglichkeit zu testen war daher zu fliegen. Selbstverständlich wurde dabei bei jedem Flug was neues gelernt und es ist gut möglich, dass der nächste Flug tatsächlich geklappt hätte.
Ich will die Diskussion nicht zu weit OT führen. Aber noch eine kleine Korrektur zum Verlauf des letzten N-1 Fluges. Details (Vorsicht schamloser Verweis auf meine eigene Homepage) hier http://www.raumfahrtkalender.de/raumfahrtchronik/19721123). In Kurzfassung - das Kontrollsystem, damals ein Meisterwerk sowjetischer "Kybernetik", hat eigentlich alles richtig gemacht. Nur konnte das Feuerlöschsystem den Brand im Heck der Rakete nicht unter Kontrolle bringen. Und solange das Kontrollsystem noch etwas bewirken konnte, schaltete es für jedes explodierende Triebwerk der vorgegbenen Logik nach das gegenüberliegende auch noch ab.
Zitat
Insofern bleibt festzuhalten, dass Bodentests vor dem ersten Start durch nichts zu ersetzen sind - soweit ich weiß baut SpaceX gerade an einem FH-Teststand?
Dem ist nichts hinzuzufügen. Und glücklicherweise sind heutige Steuerungssysteme "intelligenter", leistungsfähiger, flexibler und reaktionsschneller als das unglückliche KORD Steuerungssystem der N-1.

Olaf
Geschichte und Geschichten aus sechs Jahrzehnten Raumfahrt:
http://www.raumfahrtkalender.de

Offline tobi

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #48 am: 18. Mai 2013, 12:09:42 »
Zitat
Two authoritative sources confirmed for me that #SpaceX is interested in LC -39A for Falcon Heavy. That's why #NASA issued proposal request.

https://twitter.com/SpaceKSCBlog/status/335533375869837312

F9 Heavy von LC -39A? Angeblich ist SpaceX interessiert, halt ich aber für unwahrscheinlich.
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline sf4ever

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Re: Falcon Heavy
« Antwort #49 am: 18. Mai 2013, 12:26:43 »
F9 Heavy von LC -39A? Angeblich ist SpaceX interessiert, halt ich aber für unwahrscheinlich.

Dies ist schon länger im Gespräch, auch für andere Trägerraketen aus dem CCiP-Programms, etwa der Atlas V. Zudem will man die Rampen flexibel für eine ganze Reihe von Raketentypen nutzen, um die Startanlagen möglichst gut auszulasten. Auch kann dahinter stecken, dass man die unbemannten Starts auf die anderen Startkomplexe (hier SLC 40 und 41) dort belassen will, um so unabhängig voneinander zu sein.
MfG
sf4ever

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