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Autor Thema: Fehler in Raumfahrtfilmen  (Gelesen 18921 mal)

Offline pikarl

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Fehler in Raumfahrtfilmen
« am: 04. September 2013, 14:50:38 »
Hallo ihr Lieben,

ich bin gerade für einen Artikel auf der Suche nach Fehlern in Spielfilmen - konkret: Wo in Science Fiction-Filmen gab es merkwürdig verdrehte Physik zu sehen?

Ich konzentriere mich dabei auf SciFi-Filme der letzten Jahre (Elysium, Sunshine, Avatar, ...) und Allzeit-Klassiker (2001, Apollo 13, Space Cowboys, Star Trek XI/XII, ...).

Und ja: Armageddon ist sicher am dankbarsten in dieser Recherche. Über dessen Fehler gibt es sogar wissenschaftliche Veröffentlichungen (Could Bruce Willis Save the World? / Could Bruce Willis Predict the End of the World?).

Eure Einfälle?

Offline Schillrich

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #1 am: 04. September 2013, 14:54:36 »
Avatar und die schwebenden Felsen auf Pandora?

Das hatten wir hier im Forum mal überschlagen, welche Dichte das Fluid haben müssten, um die Felsen zu tragen ... es wäre dann kein Fluid mehr.
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

"Failures are ammo in your arsenal, not baggage that weighs you down." (JPL)

Offline Schillrich

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #2 am: 04. September 2013, 15:17:31 »
WALL*E

Wall*e hängt an der Außenhaut des Raumschiffs als es knapp unter den Eispartikeln eines Planetenrings (Saturn?) vorbeifliegt. Wall*e hält seine Hand in den Ring ... und verwirbelt die Eispartikel. Wirbel aber gibt es nur in einem Fluid. Die Partikel müssten einfach per Impulsaustausch an seiner Hand geradlinig abprallen, anstatt eine hübsche Wirbelschleppe zu bilden.
\\   //    Grüße
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Offline Schillrich

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #3 am: 04. September 2013, 15:24:19 »
Und wo ich schon mal beim Verhalten von Fluiden bin ...

2001 - A Space Odyssey

Die Erde-Mond-Fähre landet in Clavius. Dabei wirbeln ihre Triebwerke Staub auf ... eben wieder Wirbel ... der Staub müsste aber geradlinig davonfliegen, ohne Fluid.

\\   //    Grüße
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Offline KSC

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #4 am: 04. September 2013, 15:35:48 »
Der Klassiker und fast in jedem SciFi Film, oder Serie:
Das Gloriose Raumschiff donnert mit riesigem Triebwerksgeräusch durchs Vakuum des Alls  :)

Gruß,
KSC


Offline T.D.K.

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #5 am: 04. September 2013, 15:51:21 »
Der Klassiker und fast in jedem SciFi Film, oder Serie:
Das Gloriose Raumschiff donnert mit riesigem Triebwerksgeräusch durchs Vakuum des Alls  :)

Gruß,
KSC

Nun das läßt sich aber leicht erklären.
Sensoren erfassen die Triebwerksaktivität oder Waffenfeuer und
wanndeln das dann innerhalb des Schiffes in Akustische Signale um,
damit die Crew mitbekommt was draußen vor sich geht!   ;)
Ist denn der Mond auch da wenn niemand hinsieht? ::)

Offline Martin

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #6 am: 04. September 2013, 15:51:58 »
Avatar und die schwebenden Felsen auf Pandora?

Das hatten wir hier im Forum mal überschlagen, welche Dichte das Fluid haben müssten, um die Felsen zu tragen ... es wäre dann kein Fluid mehr.

Die Felsen waren heliumgefuellt und die Atmosphaere bestand zum grossen Teil aus Brom.
Dein Posting kommt ohne Sand nicht an sein Ziel. Wir sind überall. Deine Geo- & Montanwissenschaften | www.wir-sind-ueberall.de

Offline Pirx

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #7 am: 04. September 2013, 17:35:41 »
Hallo ihr Lieben,

ich bin gerade für einen Artikel auf der Suche nach Fehlern in Spielfilmen - konkret: Wo in Science Fiction-Filmen gab es merkwürdig verdrehte Physik zu sehen? .... Eure Einfälle?

Starflight One – Irrflug ins Weltall.

James Bond: Moonraker.

Mondbasis Alpha 1 alias Space 1999.

Gruß   Pirx
Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben. (Alexander von Humboldt)

Offline Excalibur

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #8 am: 04. September 2013, 17:43:07 »
Hallo,

keine konkrete Antwort auf die Frage, aber vielleicht eine Hilfestellung: Einfach mal bei Youtube nach "Harald Lesch Science vs. Fiction" suchen. Da gibt es jede Menge Filmchen von ihm im Stile der Sendung "Alpha Centauri", wo er sich mit der Anwendung von echter Physik in Bezug auf Star Trek auseinandersetzt.

Beispiel:


Science vs. Fiction - Deflektorschilde

Gruß
Excalibur
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Offline T.D.K.

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #9 am: 04. September 2013, 18:26:28 »
Starflight One – Irrflug ins Weltall.

Starflight One war doch ne gute Webung für das Shuttle,
immerhin hat es da die Columbia geschaft innerhalb von wenigen Tagen gleich
3 oder 4 Missionen zu fliegen, wenn das nicht 'reliable' ist!  ;D
Müßt ihn mir glatt noch mal anschauen. :)
Ist denn der Mond auch da wenn niemand hinsieht? ::)

Offline Schillrich

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #10 am: 04. September 2013, 18:28:23 »
Ja, aber die Idee, dass das Shuttle vorausfliegt und den Flieger "vor der Hitze beim Wiedereintritt"  schützt ...
\\   //    Grüße
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Offline T.D.K.

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #11 am: 04. September 2013, 18:32:02 »
Das zeigt eben die Vielseitigkeit des Systems.  ;)
Ist denn der Mond auch da wenn niemand hinsieht? ::)

Offline trallala

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #12 am: 04. September 2013, 19:51:08 »
Alle Raumschiffe die umherfliegen verhalten sich wie Flugzeuge in einer Athmosphäre. Besonders bei irgendwelchen Raumschlachten, aber auch sonst eigentlich IMMER.
Manöver im All würden VÖLLIG anders aussehen. Kein nach oben ziehen, kein zur Seite wegrollen, keine gleichbleibenden Relativgeschwindigkeiten, usw.

Mich nervt das immer das jede Raumschlacht(Computerspiele genauso) aussieht wie die Luftschlacht um England mit komischen Flugzeugen. Dabei gäbe es so viele völlig neue taktische Möglichkeiten ... aber da traut sich scheinbar niemand mal mit unseren Sehgewohnheiten aufzuräumen.

Offline TWiX

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #13 am: 04. September 2013, 21:58:36 »
@ trallala: hast du mal was von der Honor Harrington-Reihe von David Weber gehört ? Da werden Raumschlachten genau so ausgetragen, wie es (physikalisch) sein sollte. Sicher, auch Weber übertreibt maßlos, sobald es um konkrete technische Daten geht, aber man kann sich vorstellen, dass es funktionieren könnte. Man müsste es nun halt noch verfilmen  ;D

Offline MX87

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #14 am: 04. September 2013, 23:55:59 »
Mich nervt das immer das jede Raumschlacht(Computerspiele genauso) aussieht wie die Luftschlacht um England mit komischen Flugzeugen. Dabei gäbe es so viele völlig neue taktische Möglichkeiten ... aber da traut sich scheinbar niemand mal mit unseren Sehgewohnheiten aufzuräumen.

Die Serie "Battlestar Galactica" hatte da zumindest ansatzweise aufgeräumt, aber auch eher so und mal so das gehandhabt...
"Whoopie! Man, that may have been a small one for Neil, but that's a long one for me."

Offline Nitro

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #15 am: 05. September 2013, 11:56:13 »
Die Serie Babylon 5 fällt mir da auch noch ein. Speziell die Jäger.

Bei Computerspielen gäb es da die Elite Spiele und die I-War Spiele. Beides allerdings schon Klassiker.
Bevor man einen Beitrag letztendlich abschickt sollte man ihn sich noch ein letztes Mal durchlesen und sich dabei überlegen ob man ihn genau in diesem Wortlaut auch Abends seinem Partner und/oder Kindern ohne Bedenken vorlesen würde.

Offline wulf 21

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #16 am: 05. September 2013, 17:10:53 »
Bei der Erwähnung von Apollo 13 ist mir spontan der Wikipadia-Artikel eingefallen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Apollo_13_%28Film%29#Abweichungen_zum_realen_Verlauf

Dort werden detailliert die Fehler aufgelistet. Der Detailgrad der Liste bei vergleichsweise überschaubarer Fehlerzahl zeigt aber m.E., dass der Film sonst sehr exakt ist.

Avatar und die schwebenden Felsen auf Pandora?

Das hatten wir hier im Forum mal überschlagen, welche Dichte das Fluid haben müssten, um die Felsen zu tragen ... es wäre dann kein Fluid mehr.

Die Felsen waren heliumgefuellt und die Atmosphaere bestand zum grossen Teil aus Brom.

Also, da habt ihr aber, als die Physik des Avatar-Universums erklärt wurde nicht richtig aufgepasst :P. (oder nicht nachrecherchiert)

Die schwebenden Berge sollen keinesfalls durch den atmosphärischen Auftrieb schweben, sondern aufgrund eines elektromagnetischen Effekts. Die Berge sollen große Mengen von Unobtainium enthalten, eines auf Pandora natürlich vorkommenden Hochtemperatursupraleiters. Bei Supraleitern gibt es tatsächlich den Effekt, dass sie in einem Magnetfeld schweben, die magnetische Levitation. Deshalb werden alle auf Elektromagnetismus beruhenden Bordgeräte im Film in der Nähe dieser Berge wirkungslos.

Dagegen spricht allerdings, dass die bekannten Hochtemperatursupraleiter noch stark gekühlt werden müssen, nur nicht so stark wie konventionelle Supraleiter. (>100 K vs. nahe 0 K). Es gibt theoretische Argumente gegen die Existenz von Materialien, die bei Raumtemperatur supraleitend sind, vollkommen ausschließen kann man das jedoch nicht. Deshalb soll im Avatar-Universum jemand das Zeug scherzhaft Unobtainium getauft haben. (und der Reichtum daran auf Pandora der Grund für die rücksichtslose Ausbeutung sein)

Der Begriff steht nämlich eigentlich für nicht existente bzw. unmögliche Hollywood-Materialien, auf deutsch etwa "Nichtzukriegium". Allerdings verliert die deutsche Variante die Klangähnlichkeit mit realen chemischen Elementen in der Systematischen Benennung. Z.B. heißt das schwerste bekannte Element Nr. 118 Ununoctium. Wenn es das gibt, würde Element Nr. 189 Unoctennium heißen.

Ein weiterer Kritikpunkt wäre die Stärke des lokalen Magnetfeldes, das dort herrschen müsste. Wenn man sich damit auskennt und das mal ernsthaft durchrechnet und dann vielleicht auch noch versucht, zu modellieren unter welchen Bedingungen ein Himmelkörper ein so starkes lokales Magnetfeld herausbilden könnte und eventuell auch noch die Literatur zum Forschungsstand bei Hochtemperatursupraleitern einbezieht, könnte man da leicht eine Doktor-Arbeit draus machen  ;D

Generell kann man sagen, dass sich Physik (aber auch Technik und Biologie) des Avatar-Universums an dem "theoretisch nicht ganz Ausgeschlossenen" orientiert. Extrem unwahrscheinlich ist es allemal.

Die Serie Babylon 5 fällt mir da auch noch ein. Speziell die Jäger.

Bei Computerspielen gäb es da die Elite Spiele und die I-War Spiele. Beides allerdings schon Klassiker.

Bei Computerspielen fällt mir die kostenlose (Anm.: man braucht Steam und muss mindestens ein Source-Engine-Spiel besitzen) Source-Mod "Eternal Silence" ein.

Da hat man Bewegungsfreiheit um alle Rotations und Translations-Achsen. Die einzigen unrealistischen Beschränkungen sind:

1. eine harte Obergrenze der Geschwindigkeit. Man kann also nicht endlos beschleunigen. Vermutlich würden überhaupt keine richtigen Kämpfe zustandekommen, wenn sich die Spieler mit zu hoher Relativgeschwindigkeit begegnen und einfach aneinander vorbeifliegen.
2. Wenn man alle Tasten los lässt, bremst der Jäger automatisch auf 0 ab. Auch stehen alle großen Objekte (große Raumschiffe, Stationen und Asteroiden) relativ zu dieser Geschwindigkeit still. (es befindet sich sozusagen alles im selben Orbit, obwohl die Distanzen wohl durchaus relevant wären). Es gibt allerdings eine Drift-Taste, die es einem erlaubt, diese automatische Bremse vorrübergehend auszuschalten, sodass man beispielsweise in gerader Linie fliegen und sich gleichzeitig drehen kann. (Das hat zusätzlich den Vorteil, dass man sich schneller dreht)

Ansonsten kann man ziemlich krasse Manöver fliegen, z.B. gleichzeitig seitwärts oder vertikal beschleunigen, rollen und sein Ziel mit der Maus/Joystick im Visier behalten (kontrolliert in der Standard-Konfiguration Nick und Gierdrehung, ist aber auch änderbar). Leider war die Spielergemeinde schon immer klein und jetzt spielt es kaum noch jemand...  :'( (Session verabreden? gänge aber am Topic vorbei)

Offline christiankrause6

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #17 am: 05. September 2013, 23:19:04 »
Ganz aktuell ist im Film "Gravity" zu sehen, wie Hollywood-Schorsch mir seiner EMU wie mit einem Go-Kart mit enormer Geschwindigkeit Richtungswechsel hinlegt und ums Shuttle manövriert.
In echt sieht alles viel langsamer und behäbiger aus, was denke ich mal mit der Massenträgheit und begrenzten Impulskraft der EMU zu tun hat.

Der zweite Fehler der mir auffällt ist, das zu beginn des Filmes das Shuttle auf einer Hubble-Mission ist und im Laufe des Filmes beide Protagonisten nur in ihren Raumanzügen die ISS erreichen. Aufgrund der unterschiedlichen Bahnhöhe und Inklination ist das Szenario auch unrealistisch.
Grüße,
Chris

Offline Zedia

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #18 am: 14. September 2013, 20:27:54 »
"The Cape" Fernsehserie von 1996 fällt mir da ein--->

http://en.wikipedia.org/wiki/The_Cape_(1996_TV_series)

Offline pikarl

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #19 am: 16. September 2013, 11:11:45 »
Danke euch, schon einmal. Noch eine Frage an euch:

Im aktuellen Film Elysium (

https://www.youtube.com/watch?v=QILNSgou5BY) gibt es eine dutzende Kilometer große rotierende Raumstation, an deren Innenseite es normale Schwerkraft gibt. So weit so gut: Allerdings gibt es hier auch eine dichte (atembare) Atmosphäre, die *nicht* nach außen abgetrennt ist. Die Innenseite der Raumstation ist also offen zum All!

Natürlich verursacht die Fliehkraft, dass auch die Luft in die Station gedrückt wird. Dennoch kann ich mir kaum vorstellen, dass sich diese Lufthülle auf so kurzer Höhe halten lässt. - Oder doch?

Offline Kryo

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #20 am: 16. September 2013, 11:23:30 »
wird das im Film auch so erklärt? oder sieht man das nur? Ich glaube nicht, dass es funktionieren würde^^ Alleine der Druckunterschied zwischen Vakuum und atembarer Luft würde zu groß sein. Gut man könnte sagen, die Erdatmosphäre wird ja auch nur von 1 g gehalten, aber eben in viel größerem Maßstab. Vor allem, wenn die Luft der Atmosphäre aufsteigt, bleibt sie weiter im Schwerfeld und kann also wieder zurückgezogen werden. Luft die in dem Rotationskörper "aufsteigt" würde sich ja dem Rotationszentrum nähern und dabei würde die Fliehkraft abnehmen und dadurch könnte die Luft ganz entsprannt entweichen^^

Offline Schillrich

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #21 am: 16. September 2013, 11:42:34 »
Na es passt schon grundsätzlich nicht. Mit 1g kann ich die Luft schon halten, aber bei 1g kommt der richtige Luftdruck durch diese immense Luftsäule über uns zustande, nicht nur durch die unteren 10m oder 100m Luft bei 1g. Die Raumstation bräuchte also eine Luftschicht, die höher ist als die der Erde, denn in der Raumstation herrschen ja "weiter oben"/"weiter innen" keine 1g mehr.

Die Raumstation könnte so Luft halten, aber bei deutlich weniger als die 101 Pa, die wir auf Meeresniveau haben. Mit reinem Sauerstoff könnte man den notwendigen Druck zum Atmen noch etwas senken.
\\   //    Grüße
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Offline Sternfahrer

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #22 am: 16. September 2013, 13:28:56 »
Die Raumstation könnte so Luft halten, aber bei deutlich weniger als die 101 Pa, die wir auf Meeresniveau haben. Mit reinem Sauerstoff könnte man den notwendigen Druck zum Atmen noch etwas senken.
...würde aber die Brandgefahr an Bord erheblich erhöhen. Dies im doppelten Sinn: Erstens ist die Gefahr, dass ein Brand ausbrechen kann erheblich grösser. Zweitens ist ein ausgebrochenes Feuer viel schwieriger unter Kontrolle zu kriegen und zu löschen.
Pojechali!

Offline pikarl

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #23 am: 16. September 2013, 14:18:11 »
Dieser Blogger beim Scientific American glaubt, dass eine "innen offene" rotierende Station machbar ist - wie ein in Kreis geschleuderter Eimer würde da nur wenig auslaufen.

Ich hätte aber noch eine andere Befürchtung: Eine so "kurze" Luftsäule kann weder ordentlich Weltraumschrott abhalten noch Partikel aus dem Sonnenwind. Da wäre eine dicker Wand schon von Vorteile, jedenfalls für einen Teil dieser Geschosse.

Offline tobi

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Re: Fehler in Raumfahrtfilmen
« Antwort #24 am: 16. September 2013, 18:33:15 »
Der Luftdruck wäre praktisch bei null. ;) Und natürlich läuft die Luft aus... Der obere Teil der Luft verschwindet in den Tiefen des Alls, es sinkt der Luftdruck (kleinere Luftsäule), Luftdichte sinkt, es fließt immer nach bis nichts mehr übrig ist. ;)

Erde verliert ja auch ihre Atmosphäre. ;)

Und Elysium war eh ein schlechter Film meiner Meinung nach...
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

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