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Autor Thema: Stern AU Microscopii (AU Mic)  (Gelesen 2543 mal)

Offline Gertrud

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Stern AU Microscopii (AU Mic)
« am: 08. Oktober 2015, 18:23:02 »
Hallo Zusammen,

Einzigartige Strukturen um den Stern AU Microscopii entdeckt.

Unter der  Verwendung von Bildern des Weltraumteleskop Hubble und dem Very Large Telescope haben Astronomen noch nie zuvor gesehene Strukturen innerhalb einer staubigen Scheibe rund um einen nahen Stern entdeckt. Die sich schnell wellenartig bewegenden Strukturen in der Scheibe des Sterns AU Microscopii (AU Mic)  sind ganz anders, als alles, was bis jetzt beobachtet wurde. Dem Ursprung und Eigenschaften der Strukturen sind für die Wissenschaftler ein Rätsel und werden noch genauer erforscht. Auf den früheren Bildern mit dem Hubble wurden diese Eigenschaften nie identifiziert.
Die Wissenschaftler haben die Umgebung des AU Mic schon länger auf mögliche Planeten untersucht. Studien solcher Trümmerscheiben können wertvolle Hinweise auf sich, in solchen Scheiben, bildende Planeten liefern. Im Jahr 2014 untersuchten die Wissenschaftler den Stern AU Mic und die Umgebung mit dem neu am Very Large Telescope installierten SPHERE Instrument. Mit den  leistungsstarken kontrastreichen Abbildungs-Funktionen des SPHERE entdeckten die Forscher etwas unerwartetes.
Die Bilder von SPHERE zeigen eine Reihe von ungeklärten Merkmale in der Scheibe, es zeigte sich eine bogenförmige oder wellenartige Struktur, die vorher nie beobachtet wurde. Die fünf wellenförmigen Bögen in unterschiedlichen Abständen auf den neuen Bildern erinnern an Wellen im Wasser. Die Bewegungen der Wellen sind sehr schnell. Die Wellen nehmen an Geschwindigkeit zu, je weiter sie sich von dem Stern entfernen, bis etwa 40 000 km / h. Mindestens drei dieser Merkmale bewegen sich so schnell, das sie gut der Anziehungskraft des Sterns entkommen könnten.
Die Forscher haben keine Erklärung für dieses Phänomen, aber einige Hypothesen. Durch eine Kollision zweier massiver und seltene Asteroiden könnten große Mengen  Staub und Spiralwellen Instabilitäten in der Schwerkraft des Systems ausgelöst haben. Eine andere Erklärung für die seltsame Struktur vermuten sie in die hohe aktive Eruption des Sterns. Oft ereignen sich plötzliche große Ausbrüche von Energie an der Oberfläche.
Um herauszufinden, was diese sonderbaren Strukturen auslöst, planen die Astronomen, das AU-Mic-System mit  SPHERE, mit ALMA und anderen  Observatorien zu beobachten. Bis dahin bleiben die sonderbaren Strukturen ein Rätsel. AU Microscopii liegt  32 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Quellen:
http://www.eso.org/public/germany/news/eso1538/
http://www.spacetelescope.org/news/heic1521/

Ein kurzer Film von den wellenartigen Strukturen
http://www.spacetelescope.org/videos/heic1521c/

Ein sehr ausführliches Video dazu.
http://www.eso.org/public/germany/videos/eso1538a/

Zitat
Auf Bildern, die mit dem Very Large Telescope/ SPHERE und dem Weltraumteleskop Hubble aufgenommen wurden, haben Astronomen sich schnell bewegende, wellenartige Strukturen in der Staubscheibe um den nahen Stern AU Microscopii entdeckt. Die Strukturen unterscheiden sich von allem, was bislang beobachtet oder auch nur vorhergesagt wurde.
Die oberen beiden Bilder wurden mit Hubble 2010 (oben) und 2011(Mitte) aufgenommen, das untere Bild mit VLT/SPHERE im Jahre 2014. Der schwarze Kreis in der Mitte zeigt an, wo das helle Licht des Zentralsterns künstlich abgeschattet wurde, um die Beobachtung der deutlich leuchtschwächeren Scheibe zu ermöglichen. Das Symbol in der Kreismitte zeigt die Position des Sterns an.
Die Entfernungsskala ganz oben im Bild zeigt den Durchmesser des Planeten Neptun in unserem Sonnensystem (60 AU). Die Helligkeit der äußeren Scheibenregionen wurde künstlich vergrößert, um dort Strukturen sichtbar zu machen.

Credit:ESO, ESA & NASA
 Quelle des Zitates:
http://www.eso.org/public/germany/images/eso1538a/

Mit den besten Grüßen
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
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Die Gabe des Staunens lässt uns die Welt aufgeschlossener sehen und ihre Wunder würdigen. (Richard Henry Lee)

Offline Liftboy

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Re: Stern AU Microscopii (AU Mic)
« Antwort #1 am: 09. Oktober 2015, 09:08:46 »
Huhu, vielen Dank für die Meldung :) Da bin ich mal gespannt, was da noch bei rauskommt, und was am Ende als wahrscheinliche Ursache gilt.

Bei einem Satz musste ich dann aber nochmal kurz nachlesen:

Zitat
Die Wellen nehmen an Geschwindigkeit zu, je weiter sie sich von dem Stern entfernen, bis etwa 40 000 km / h.
Das hört sich ein bisschen so an, als würden die Wellen "beschleunigen", also schneller werden.
Gemeint war aber glaube ich, dass die äußerste Welle, am schnellsten ist, und die anderen sind etwas langsamer unterwegs - aber sie werden nicht schneller.

Offline Gertrud

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Re: Stern AU Microscopii (AU Mic)
« Antwort #2 am: 09. Oktober 2015, 15:05:05 »
Hallo Liftboy,

(..............)
Bei einem Satz musste ich dann aber nochmal kurz nachlesen:

Zitat
Die Wellen nehmen an Geschwindigkeit zu, je weiter sie sich von dem Stern entfernen, bis etwa 40 000 km / h.
Das hört sich ein bisschen so an, als würden die Wellen "beschleunigen", also schneller werden.
Gemeint war aber glaube ich, dass die äußerste Welle, am schnellsten ist, und die anderen sind etwas langsamer unterwegs - aber sie werden nicht schneller.

Die Stelle hatte mich auch zum Grübeln gebracht. Jetzt habe ich die Stelle aus den Berichten kopiert, damit andere Mittleser es besser nachvollziehen können.

Zitat
"So fanden wir heraus, dass die Bögen sich mit Geschwindigkeiten von bis zu 40.000 Kilometern pro Stunde von dem Stern entfernen!"
Diejenigen Strukturen, die weiter vom Stern entfernt sind, scheinen sich dabei schneller zu bewegen als die sternnäheren Strukturen. Mindestens drei der Strukturen bewegen sich so schnell, dass sie der Schwereanziehung des Sterns entkommen könnten.
Quelle: http://www.eso.org/public/germany/news/eso1538/

Zitat
“By doing this, we found that the arches are racing away from the star at speeds of up to about 40 000 kilometres/hour!”
The features further away from the star seem to be moving faster than those closer to it. At least three of the features are moving so fast that they could well be escaping from the gravitational attraction of the star
Quelle: http://www.spacetelescope.org/news/heic1521/

Mein Gedankengang dazu war:
da in den Texten immer zu lesen steht, die Wellen werden schneller, je weiter sie vom Stern entfernt sind, muß es ja etwas geben, was sie beschleunigt. Vor allem dann, wenn drei die Kraft und Energie aufbringen und sich von der Gravitation des Sterns lösen können.

Da ich nur eine Laiin bin,
lasse ich mich gerne von dem Gegenteil überzeugen.

Mit gespannten Grüßen auf die Meinung oder Wissen anderer Leser  :)
Gertrud
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Offline Rücksturz

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Re: Stern AU Microscopii (AU Mic)
« Antwort #3 am: 14. Oktober 2015, 21:49:42 »
So wie ich die Beobachtungen verstehe, sind die Strukturen, welche am weitesten vom Zentralstern entfernt sind am schnellsten.
Eine Interpretation wäre, dass diese mit der Entfernung beschleunigen.
Das würde aber irgendeine Kraft voraussetzen, die die mit den Strukturen verbundenen Masseteilchen beschleunigt.
Welche sollte das sein?

Eine andere Erklärung (die mir einfallen würde  ::)) wäre, dass die Strukturen, welche jetzt am weitesten entfernt sind, schon von Anfang an mit mehr Energie bzw. höherer Geschwindigkeit gestartet sind.
Beispielsweise wenn die Strukturen aus Eruptionen des Sterns entstanden sind.
Die ersten Eruptionen waren am stärksten, weitere wurden dann immer schwächer.
Die ersten Eruptionsprodukte/Strukturen sind jetzt am weitesten entfernt und wegen ihrer höheren Startgeschwindigkeit immer noch am schnellsten.
Die später mit weniger Energie gestarteten sind immer noch langsamer und weniger weit entfernt.
(Denkbar wäre sogar, dass schnellere Teilchen, langsamere überholt haben und deshalb jetzt am weitesten entfernt sind  :o).


Soviel zu meinen Spekulationen, mal sehen was die Wissenschaftler in den nächsten Jahren herausfinden.  :)

LG
Rücksturz
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