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Autor Thema: Der Doppelstern KIC9655129  (Gelesen 1387 mal)

Offline Gertrud

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Der Doppelstern KIC9655129
« am: 04. Dezember 2015, 22:01:22 »
Hallo Zusammen,

Die vermutete Superflare auf dem Doppelstern KIC9655129, ein K- Typ, zeigt, welches Potenzial in unserer Sonne vorhanden sein könnte.
Die Wissenschaftler haben das Wellenmuster von KIC9655129 mit denen ,die bei den Sonneneruptionen beobachtet wird, verglichen. Die zugrunde liegende Physik der Flare lässt die Wissenschaftler vermuten, das auf Grund der Ähnlichkeiten zwischen der Superflare auf KIC9655129 und den Sonneneruptionen unserer Sonne, eine Tausend Mal stärkere Flare von unserer Sonne  produziert werden könnte. Typische Sonneneruptionen können Energien von 100 Millionen Megatonnen-Bomben freigesetzt werden, aber eine Superflare auf der Sonne könnte die Energie entsprechend einer Milliarde Megatonnen-Bomben freigegeben werden.
 Die Forscher an der University of Warwick wollen näher untersuchen, ob die gleichen physikalischen Prozesse sowohl für stellare Superflares und Sonneneruptionen verantwortlich sind. Damit wollen sie ermitteln, ob unsere Sonne eine katastrophale Superflare produzieren könnte. Die Wissenschaftler sind zwar der Ansicht, das es sehr unwahrscheinlich ist, das unsere Sonne die notwendigen Bedingungen für eine Superflare hat. Diese Ansicht basiert auf  früheren Beobachtungen der Sonnenaktivität.
Die Forscher verwendeten eine Zeitreihenanalyse, um das Wellenmuster in der Lichtkurve von einem Aufflackern von KIC9655129 zu erfassen. Dazu konnten sie die Daten von dem Weltraumteleskop Kepler nutzen.
Wenn ein Flare auftritt, erfolgt in der Regel eine schnelle Zunahme der Intensität, gefolgt von einem allmählichen Rückgang. Die Rückgangphase ist in der Regel relativ glatt, aber gelegentlich gibt es eine spürbare Delle, die Quasi-Periodic Pulsations( QPPs). Die Wissenschaftler verwendeten Techniken, wie die Wavelet- Analyse und Monte-Carlo-Modellierung, um die Periodizität und die statistische Signifikanz dieser QPPs zu beurteilen.  Die  Analyse der Forscher zeigte nicht eine, sondern zwei signifikanten Periodizitäten, mit weniger als einer Wahrscheinlichkeit von 1%, dass dieses Pulsieren zufällig beobachtet werden würde. Die Forscher haben ein Modell beschrieben, die eine Lichtkurve und die  exponentiellen Abfall-Phase und die zwei Periodizitäten enthielt. Die Zeiten wurden in den Daten gefunden, und betragen um 78 Minuten und 32 Minuten. Die Eigenschaften der Periodizitäten  und ihre Abklingzeiten beinhalten, dass die zwei Periodizitäten unabhängig von einander sind.
Die wahrscheinlichste Erklärung für die Anwesenheit von zwei unabhängigen Periodizitäten ist, dass die QPPs durch magnetohydrodynamische (MHD) Oszillationen, die häufig in Sonneneruptionen beobachtet werden, verursacht wurden.  Dieses Ergebnis ist deshalb ein Indiz dafür, dass die gleichen physikalischen Prozesse bei den Sonneneruptionen und stellare Superflares vorhanden sind. Letzte Befund stützt die Hypothese, dass die Sonne in der Lage ist, eine potenziell verheerenden Superflare zu produzieren.

Die Superflare: So könnten eine 1000x größere Flare, als jemals zuvor aufgezeichnet wurde, auf unserer Sonne aussehen
 
Bildnachweis: University of Warwick / Ronald Warmington

Quellen:
http://www2.warwick.ac.uk/newsandevents/pressreleases/the_sun_could     
http://www.science-media.org/userfiles/85/posters/85_poster_33.pdf
http://keplerebs.villanova.edu/overview/?k=9655129

Mit den besten Grüßen
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
***
Die Gabe des Staunens lässt uns die Welt aufgeschlossener sehen und ihre Wunder würdigen. (Richard Henry Lee)

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