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Raumcon
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Autor Thema: Raumfahrt Nordkorea  (Gelesen 27648 mal)

Offline Lumpi

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Raumfahrt Nordkorea
« am: 02. Februar 2016, 19:31:53 »
Nordkorea will Medienberichten zufolge zwischen dem 08. und 25. Februar eine neue Rakete nebst Satelliten in den Weltraum befördern. Das wäre nach 2012 das zweite Mal... Was soll man davon halten? Machtspiele?
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/nordkorea-will-im-februar-rakete-mit-satellit-starten-a-1075310.html
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/pjoengjang-schreibt-den-un-nordkorea-will-im-februar-weltraumrakete-starten-14048584.html
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Offline 8K82KM (-ex Rakete54-)

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #1 am: 02. Februar 2016, 20:37:09 »
Das Nordkorea einen weiteren Satelliten starten will, ist schon länger bekannt und wird ständig von Geheimdiensten aus anderen Ländern überwacht und aufgeklärt. Das dieses Land, das wahrlich größere Probleme hat als Weltraummacht zu sein, hier hinein so viel Geld hineinsteckt, ist aber unbegreiflich. Drohgebärden mit Atom- und (angeblichen ?) Wasserstoffbomben, Trägermitteln dafür, das verschlingt Unsummen. Das kann auf Dauer nicht gutgehen.

Offline holleser

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #2 am: 03. Februar 2016, 07:56:56 »
Machtpolitisch macht das aber Sinn.

Der erste Sattelit aus NK war sehr klein. Wenn man jetzt einen etwas größeren in die Umlaufbahn bekommt, dann bringt das strategische Vorteile.
Bisher haben sie zwar eine Bombe und eine Rakete, aber die Erstlingsbombe wird wohl zu schwer für den Träger sein. Kann der Träger jetzt mehr, muss man in den USA jetzt davon ausgehen, dass ihr Land nun erreicht werden kann. NK wird dadurch für konventionelle mil. Interventionen unangreigfbar.
Auch wenn der Träger orbital ist und nicht als ICBM ausgelegt ist und man die Vorberetungen auf der Startrampe vermutlich Tage im Vorraus beobachten kann, bleibt doch ein Restrisiko, dass es in dem abgeschotteten Land eine weitere Rampe in einem ausgehölten Berg gibt.
Eine Aktion wie im Irak ist somit unmöglich.

NotTheAndroidYouSearching

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #3 am: 03. Februar 2016, 08:43:44 »
Machtpolitisch macht das aber Sinn.

Der erste Sattelit aus NK war sehr klein. Wenn man jetzt einen etwas größeren in die Umlaufbahn bekommt, dann bringt das strategische Vorteile.
Bisher haben sie zwar eine Bombe und eine Rakete, aber die Erstlingsbombe wird wohl zu schwer für den Träger sein. Kann der Träger jetzt mehr, muss man in den USA jetzt davon ausgehen, dass ihr Land nun erreicht werden kann. NK wird dadurch für konventionelle mil. Interventionen unangreigfbar.
Auch wenn der Träger orbital ist und nicht als ICBM ausgelegt ist und man die Vorberetungen auf der Startrampe vermutlich Tage im Vorraus beobachten kann, bleibt doch ein Restrisiko, dass es in dem abgeschotteten Land eine weitere Rampe in einem ausgehölten Berg gibt.
Eine Aktion wie im Irak ist somit unmöglich.

Wie im Irak ist richtig, ein Einsatz mit Spezialeinheiten wäre dennoch noch möglich, aber im Anbetracht der schieren Anzahl an Militärischen Einheiten im Irak sehr riskant.
Weiterhin wäre ein Taktischer schlag möglich, aber nur wenn man zuverlässig eventuelle Raketen abfangen kann.

Offline TWiX

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #4 am: 03. Februar 2016, 10:05:35 »
Also, solange Nordkorea nicht entweder multiple Sprengköpfe in seine Raketen einbaut (Und die haben schon Probleme, überhaupt einen Gefechtskopf unterzubringen) oder dutzende Raketen auf einmal starten kann, dürfte es kein Problem sein, die Raketen abzuschießen. Israel schafft das sogar mit den deutlich kleineren Kassam-Raketen, und das bei einer Vorwarnzeit von wenigen Minuten...
Sorgen würde ich mir eher um Mittelstreckenraketen wie die Scud machen, wenn Nordkorea im Kriegsfalle hunderte davon abfeuert und davon einige atomar bestückt sind, dürfte das gerade für Seoul, das recht nahe an der Grenze liegt, brandgefährlich werden

Offline holleser

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #5 am: 03. Februar 2016, 12:36:33 »
Die Geschwindigkeit einer ICBM ist ungleich höher als die einer kurz oder Mittelstreckenrkete und daher z.B. mit Patriot nicht abzufangen.

Es ist sehr unwahrscheinlich dass es bereits einen Sprengkopf gibt der sich auf eine Rakete integrieren lässt und dass dieser dann auch noch durch die Raketenabwehr durchkommt. Da die Wahrscheinlichkeit aber nicht bei 0,00 liegt, wird man sich keine Intervention in NK erlauben.

Offline Pham

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #6 am: 03. Februar 2016, 12:42:13 »
Der Titel des Threads ist "Raumfahrt Nordkoreas" und diskutieren hier ausschließlich über Gefahr von Kurz und Mittelstreckeraketen und ICBMs.
Auch wenn speziell bei Nodkorea ein mittelbarer Zusammenhang vernutet wird, sind das doch zwei verschiedene themen. Wobei das Bedrohungspotential durch Nodkoreadurch eventuell nuklear bestückte Raketen eher nicht in das Raumfahrtforum passt.
Müssten wir allein dem gesunden Menschenverstand vertrauen, so wäre die Welt noch immer eine Scheibe.

Offline Pirx

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #7 am: 06. Februar 2016, 12:01:29 »
Nordkorea will Medienberichten zufolge zwischen dem 08. und 25. Februar eine neue Rakete nebst Satelliten in den Weltraum befördern. ...
Zu dieser konkreten Mission gib es nun einen eigenen Thread:

Unha 3 mit Kwangmyongsong 4 von Sohae
http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=14098.0

Gruß   Pirx
Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben. (Alexander von Humboldt)

Offline Lumpi

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #8 am: 07. Februar 2016, 13:22:15 »
Nachdem der "Erdbeobachtungssatellit" Kwangmyongsong 4 offensichtlich erfolgreich in eine Erdumlaufbahn gebracht wurde, hagelt es haufenweise Proteste. War die benutzte Rakete nun eine (militärische) Langstreckenrakete oder eine (zivile) Trägerrakete? Kann man das überhaupt so eindeutig unterscheiden? Wer zieht da die Trennlinie?
Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich.

Magellan

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #9 am: 07. Februar 2016, 14:33:05 »
Zitat
Wer zieht da die Trennlinie?
Und auch - warum ?
Oder wird hier nur bemängelt, daß man nicht ehrlicherweise einen weltumfassenden Kraken auf einen Spionagesatelliten draufmalt wie die USA?
Die Einzigen die Recht auf Protest haben, sind für mich die Japaner. Dafür daß sie nicht über den Überflug informiert wurden.
Alle anderen protestieren doch nur, damit sie um Himmels willen nicht als Freunde N.Koreas angesehen werden. Wohl wissend, daß dem Riesenbaby jeglicher Protest am A*** vorbei geht.
Freilich ist N.Korea kreuzgefährlich. Aber ein Protest zu einer Sache, die jeder der kann, selbst auch macht oder zuliefert, ist einfach kindisch....

Offline Martin

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #10 am: 07. Februar 2016, 15:19:09 »
Wen das ganze etwas mehr interessiert, kann die UN Resolutionen gegen NK hier studieren:
https://www.armscontrol.org/factsheets/UN-Security-Council-Resolutions-on-North-Korea

Egal, ob die Unha 3 in diese Konfiguration als ICBM geeignet ist oder nicht - sie nutzte ballistische Raketentechnologie, und verstoesst damit gegen die UN Resolutionen gegen das Land. Die Proteste sind daher nicht aus der Luft gegriffen.
Dein Posting kommt ohne Sand nicht an sein Ziel. Wir sind überall. Deine Geo- & Montanwissenschaften | www.wir-sind-ueberall.de

Magellan

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #11 am: 07. Februar 2016, 16:17:01 »
Sehe ich das richtig - die Resolution untersagt N.K.
- Atomwaffen weiter zu entwickeln (das ist erstmal ok, wenn sich dort jemand dran hält freilich nur)
- Raketen zu entwickeln und zu starten, weil sie Atomköpfe tragen könnten

Meine Güte - wievieviel Menschen könnte ich mit meinem Küchenmesser umbringen. Hoffentlich protestiert keiner, daß ich eins habe  ::)

Nun könnte es ja sein, daß man dort was Brauchbares gestartet hat. Aber sämtliche Presse- u.a. Kommentare sind mit "vermutlich" gespickt, damits uns trotzdem bange wird. "Bericht"erstattung heute.

Ich bin trotzdem Optimist und denke mal, zunehmend notwendige wissenschaftliche Entwicklung dort bringt evtl. eine Durchlöcherung des Regimes mit sich. Und die Geschichte zeigt, daß Sanktionen und Restriktionen einer Diktatur eher das Gegenteil bewirken.
Ja, ok, ein fertiges Kuchenrezept hab ich auch nicht.
Bin ich jetzt ein Freund Nordkoreas?

Offline Spike77

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #12 am: 07. Februar 2016, 16:46:38 »
Welche Perspektiven hat eigentlich so ein Raumfahrtprogramm für Nordkorea?


ich sehe bisher nur:

- Tarnung der militärischen Raketenentwicklung
 
glaubt zwar niemand, is aber egal.


- Entwicklung der Fähigkeiten Satelliten in eine Erdumlaufbahn zu schicken


okay, das hat Nordkorea wohl erreicht. Jetzt könnte man eigene Satelliten entwickeln. Vielleicht sogar welche die auch irgendeinen Nutzen haben. Z.B. Erdbeobachtung? Spionage? Eventuell um Südkorea besser beobachten zu können?
 

- Erschließung neuer Finanzierungsquellen durch kommerzielle Raketenstarts

ist das wirklich eine Option? Z.B. durch das Angebot besonders billig Satelitten für andere Staaten ins All zu schicken? Ich glaub ja eher nicht. Durch die bestehenden Sanktionen, wird sich kaum jemand trauen Nordkorea damit zu beauftragen. Außer vielleicht so ein paar kleinere Regime die international isoliert sind. Aber die dürften wohl kaum die finanzstarken Kunden sein, oder?

- andere Perspektiven?

mir fällt nicht viel mehr ein.. euch eventuell?

Offline Spike77

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #13 am: 07. Februar 2016, 19:27:31 »
bei Welt.de ist ein interessanter Kommentar zu den nordkoreanischen Unha-Raketentests erschienen..

Quelle: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article151950544/Kim-tischt-uns-ein-technologisches-Maerchen-auf.html

Bei den Unha-Raketen kann es sich nicht um Eigenentwicklungen handeln, da Nordkorea viel zu wenige Raketentests macht. Es muss sich daher um den (in diesem Fall) illegalen Import von - wie der Autor behauptet - sowjetischer Raketentechnologie handeln. Damit fällt das in den Bereich der Proliferation.

Komisch jedoch, dass die UN-Resolutionen allgemein auf den Test von Raketen abzielen und damit auch Eigenentwicklungen (wenn es sie denn gibt) betreffen würden.

Edit tomtom: Zitate entfernt
« Letzte Änderung: 07. Februar 2016, 20:13:52 von tomtom »

Online Klakow

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #14 am: 07. Februar 2016, 19:42:01 »
... Bin ich jetzt ein Freund Nordkoreas?
Vermutlich eher nicht.
Aber ich stell die Frage mal anders, wenn du um die 20 bist hast du dich mit dem Wesen von Diktaturen noch nicht näher befasst, bist also noch wenig gebildet in dem Thema,
Bist du dagegen um die 50 bist du im besten Fall ein Ignorant oder wie man das im hessischen sagen würde ein "Dummbeutel" (nicht böse gemeint).

Nordkorea ist natürlich eines der übelsten Länder und vielleicht die derzeit übelste Diktatur die es derzeit gibt.
Leider reiht sich das ein in sehr viele anderen bestehenden und vergangenen Diktaturen. Wie man weiß hatten wir hier noch vor recht kurzer Zeit auch eine,
ne nicht vor über 70 Jahren zurück, kürzer geht's auch, die DDR.
Typisches Zeichen ist ein ideologischer Wahn, oft in Kombination mit Personenkult.
Leider leider ist dies eher eine Standartsituation in der Welt, ein Rechtsstaat eher die Ausnahme.

Es würde wohl die Ankunft von Außerirdischen bedürfen damit hier vielleicht den Deppen das Fundament zu klauen, wenn überhaupt.

Magellan

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #15 am: 07. Februar 2016, 21:12:57 »
Das mit dem Dummbeutel geht schon ok, ich seh ja den Kontext :)

Daß N.K. eine üble Sache ist, weiß man ja. Kommt durchaus genug Info nach draußen.
Aber man kann das nicht immer hochzeigen und andererseits dann hoffen, daß dort auf "Proteste" reagiert wird. Das ist für mich scheinheiliges Profilierungstheater. Stattdessen sollte man lieber andere Möglichkeiten zur Einwirkung suchen. Ein Mittel wäre vlt doch die Raumfahrt. Trotz allem Angebote machen, um ein Bein reinzukriegen oder so. Ja, ok, ist naiv. Aber abwegig? Dann bitte auch keine politischen Krokodilstränen...

Offline Spike77

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #16 am: 05. März 2016, 09:40:00 »
Eine Auswertung der Satellitenbilder der letzten Tage - auf 38north.org - hat ergeben das ein Raketentriebwerkstest in naher Zukunft möglich ist. sehr interessant.

Link: http://38north.org/2016/03/sohae030316/

zusätzlich gibt es dort auch Bilder eines 3D-Modells des Versorgungsturms der Sohae Satellite Launch Station.

(Ich habe die mal hier nicht gepostet, da ich mir nicht sicher bin wie das mit den Copyrights ist.. eine einfache Nennung der Quelle samt Link reicht ja nicht aus, um das Posten zu können, oder?)

Vielleicht kann man bald einen eigenen Thread für Sohae aufmachen, da sich ja insbesondere um die ganzen Satellitenbilder- und die Fragen rund um die einzelnen Gebäude und ihre Funktion dort vor Ort schon ein großer Teil der ganzen Nordkorea-Diskussion konzentriert.

Ein Vorteil wäre dass die ganze Menchenrechtsdiskussion und Politische Fragen um Sanktionen, Atomkrieg etc., dann hier im "Raumfahrt Nordkorea" Thread bleiben könnten. Das würde mehr Übersicht erzeugen.

Offline Spike77

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #17 am: 22. März 2016, 18:36:33 »
Am 15. März hat der vermutete Test nun stattgefunden. Aber anscheinend war es kein Triebwerkstest, sondern der Test eines Hitzeschildes. Einige Quellen nennen es eine "Wiedereintrittssimulation" bzw. "re-entry simulation".

Die ganzen Spekulationen darüber ob nun ein Hitzeschild für den Wiedereintritt einer ballistischen Rakete oder eben für eine Weltraumrakete getestet wurde zeigt sehr gut den widersprüchlichen Charakter von Dual-Use-Technologien.

Bild Material gibt es dazu hier:
https://nkleadershipwatch.wordpress.com/2016/03/14/kim-jong-un-observes-and-guides-ballistic-rocket-reentry-simulation/

Und mehr Bilder hier: (Mittschnitt einer Fernsehsendung von KCTV, ab Minute 02:07 wirds spannend)

https://www.youtube.com/watch?v=ZZl4oinUvxk

Magellan

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #18 am: 22. März 2016, 21:36:21 »
Sieht von der Form her für mich aus wie der Schutz eines Hochgeschwindigkeits Projektils .
Und da frage ich  mich doch mal, ob bei dem letzten "Satelliten" überhaupt geplant war, daß er irgendwas piepst.
Wenn von der Sorte da ein paar Dinger in Wartebahnen kreisen und jederzeit auf einen Hochgeschwindigkeits-Wiedereintrittskurs gebracht werden können...

Offline Schillrich

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #19 am: 22. März 2016, 21:44:33 »
Hallo Magellan

...
Wenn von der Sorte da ein paar Dinger in Wartebahnen kreisen und jederzeit auf einen Hochgeschwindigkeits-Wiedereintrittskurs gebracht werden können...

Ne, diese Bedrohung funktioniert nicht. An solche "raumgestützten Bomben" hatten früher auch USA und UdSSR gedacht, und verworfen. Bomben auf ICBMs sind viel wirkungsvoller, denn Bomben auf Wartebahnen:
  • sind gut zu beobachten und vorherzusagen --> weniger Überraschung als eine ICBM
  • sind unflexibel auf ihre Bahnebenen gebunden --> weniger flexibel bei möglichen Zielen und Angriffszeiten
  • sind nicht immer in Kontakt mit der Bodenstation (in Nordkorea) --> nicht jederzeit, überraschend aktivierbar
  • sind im Orbit weiche, ungeschützte Ziele --> während eine ICBM auf eigenem Hoheitsgebiet im gehärteten Silo schlummert
  • wären auf flachen/langsamen Eintrittsbahnen lange in der Atmosphäre unterwegs und so im Endanflug besser bekämpfbar --> während eine ICBM auf einer hohen ballistischen Trajektorien schnell und kurz in die Atmosphäre über dem Ziel eintritt
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

"Failures are ammo in your arsenal, not baggage that weighs you down." (JPL)

Magellan

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #20 am: 23. März 2016, 00:03:24 »
Ja das ist einzusehen, der Vorteil des Eintritts als Wolke von Sprengköpfen geht da verloren, selbst im Stundenbereich. Ich hatte das nicht so unvorteilhaft eingeschätzt.
Ich hoffe KimBaby sieht das auch so. Bzw läßt sich beraten.

Offline Spike77

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #21 am: 23. März 2016, 07:20:13 »
bei nknews.org gibt es noch eine "Expertenmeinung".

Zitat
Jonathan McDowell from the Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics said Pyongyang’s claim about the successful development of heat-shield material is possible, even though it’s hard to judge from the photos and rocket engine flame.
“A rocket engine flame is actually not the same as the heat caused by re-entry, so it may not be a convincing test,” McDowell told NK News.

Aber ganz ehrlich, diesen Jonathan McDowell, der im übrigen auch bei NSF angemeldet ist und dort eifrig im Nordkorea-Thread schreibt, interviewen die auch echt jedes Mal. Obwohl er immer nur sagt: "Ja dies und jenes ist prinzipiell möglich, aber ich habe keine klaren beweise".

Ich glaube dabei geht es oft eher darum, das er seinen guten Namen, bzw. den Namen seines Instituts hergibt. Da klingt Astrophysik dann auch gleich super-seriös. Er sollte sich mal fragen, ob es das wirklich wert ist, ständig in nordkoreanischen Artikeln für die Seriösitätssteigerung zuständig zu sein.

Offline Spike77

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #22 am: 24. März 2016, 07:07:25 »
Ich bin jedes Mal wieder beeindruckt was mit ein paar Ausschnitten aus groben Youtube-Videos und den Satellitenbildern von Airbus Defense & Space alles möglich ist.

eine aktuelle Analyse von 38north.org hat ergeben, dass der Test des Hitzeschildes der kürzlich stattfand, weder am Satellitenstartplatz in Sohae noch in der ähnlichen Anlage in Tonghae stattfand.

Stattdessen handelt es sich dabei wohl um die Chamjin Raketenfabrik, die südwestlich von Pyongyang liegt.

Offline wernher66

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #23 am: 24. März 2016, 07:24:17 »
Am 15. März hat der vermutete Test nun stattgefunden. Aber anscheinend war es kein Triebwerkstest, sondern der Test eines Hitzeschildes. Einige Quellen nennen es eine "Wiedereintrittssimulation" bzw. "re-entry simulation".

Die ganzen Spekulationen darüber ob nun ein Hitzeschild für den Wiedereintritt einer ballistischen Rakete oder eben für eine Weltraumrakete getestet wurde zeigt sehr gut den widersprüchlichen Charakter von Dual-Use-Technologien

Nach meiner Ansicht ist das die Nasenkappe der neuen Interkontinentalrakete HS-13.

Wobei natürlich nicht klar ist, ob es sich hierbei um eine echte Rakete oder Attrappe handelt.
Mein persönlicher Tipp:
die ganze Hardware ist nicht einsatzbereit. Aber Genosse Kim signalisiert dem Westen, dass er den ganz großen Knüppel hat, um Los Angeles oder die Vandenberg Air Force Base in Schutt und Asche zu legen. Also mehr Drohung als Realität.
Denn ich zweifle, dass Nordkorea aus eigener Kraft einen funktionierenden Hitzeschild für einen nuklearen Gefechtskopf entwickelt hat.
Die bisher gezeigte Technologie war sowjetischen oder chinesischen Ursprungs.

Offline Martin

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Re: Raumfahrt Nordkorea
« Antwort #24 am: 24. März 2016, 08:23:25 »
NK hat nach eigenen Angaben nun auch einen Feststoffmotor fuer ballistische Raketen getestet:
http://www.spacedaily.com/reports/N_Korean_leader_hails_solid-fuel_rocket_success_999.html
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