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Autor Thema: Zwergplanet Ceres  (Gelesen 69705 mal)

Online Lumpi

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Zwergplanet Ceres
« am: 25. Februar 2016, 14:12:46 »
Ich finde die, von Giuseppe Piazzi am 01. Januar 1801 als erster Kleinplanet entdeckte, hochinteressante Ceres hat einen eigenen Thread verdient!  :)  Zumal ich davon ausgehe, dass DAWN zwar die erste, aber nicht die letzte Raumsonde ist, die Ceres erforscht.

Der Zwergplanet Ceres vereinigt 30% der Gesamtmasse aller Objekte im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter auf sich. Bei einem Abstand zur Sonne von ca. 2,5 bis 3,0 AE benötigt Ceres 4,6 Erdenjahre für einen kompletten Umlauf, ein Ceres-Tag dauert 9 Stunden und 7 Minuten. Ceres ist ein leicht abgeplattetes Rotationsellipsoid, der Äquatordurchmesser beträgt 963 km, der Poldurchmesser 891 km. Mit einer mittleren Dichte von etwas mehr als 2 g/cm³, entspricht ihre Schwerkraft nur knapp 3% der Erdschwerkraft.

Auffälligstes Oberflächenmerkmal sind die hellen Flecke. Inzwischen wurden 130 identifiziert. Die imposantesten davon befinden sich im 90 km großen Occator-Krater. Forscher gehen inzwischen davon aus, dass sie aus Salzmineralen und teilweise auch aus Wassereis betehen.

Bei hoch stehender Sonne konnte beobachtet werden, dass sich am Kraterboden vom Occator-Krater, aber auch beim 10 km großen Oxo-Krater, eine Art Nebelbank bildet, die sich wieder lichtet, sobald die Sonne nahe oder unter dem Horizont steht. Der Nebel soll durch Wasser, dass unter der Oberfläche durch Öffnungen emporsteigt und dann sublimiert, entstehen. Bei Tagestemperaturen zwischen -90°C und -30°C könnte das in Form einer stark salzigen Flüssigkeit geschehen.

Im mit 284 km Durchmesser größten Krater Kerwan, scheint das Bodenmaterial durch einen hohen Eisanteil viskos zu sein. Forscher vergleichen das Fließverhalten mit dem von irdischen Gletschern.

Dann gibt es ja auch noch den mysteriösen einsamen Berg, Ahuna Mons und und und...

Auf Ceres Oberfläche sind Ammonium enthaltene Schichtsilikate weit verbreitet. Diese Substanzen entstanden wahrscheinlich in der Frühzeit des Zwergplaneten durch Reaktion mit organischem Material oder Ammoniak-Eis. Da Ammoniak-Eis aber nur bei sehr niedrigen Temperaturen, wie sie im äußeren Sonnensystem herrschen stabil ist, ist denkbar, dass Ceres einst aus der Nähe der Neptun-Bahn in seine jetzige Position eingewandert ist.

Auf der Tagung der American Geophysical Union in San Francisco im vergangenem Dezember wurde publik gemacht, dass das Innere des Zwergplaneten viel weniger differenziert zu sein scheint als bisher gedacht. Die schweren und leichten Bestandteile des Körpers haben sich also nur unvollständig getrennt. Eis und Gestein wären auch in größeren Tiefen miteinander vermischt. Die äußere Kruste ist überraschend hart.

Ceres ist ein überaus spannender Himmelkörper - welche überraschenden Entdeckungen wird es wohl noch geben?

Ceres, fotografiert von DAWN am 07.05.2015 aus 13.600 km Höhe

Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA
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Offline Prodatron

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #1 am: 25. Februar 2016, 15:58:29 »
Dann nutz ich den neuen Thread gleich mal für eine Frage :)
Der Zwergplanet Ceres vereinigt 30% der Gesamtmasse aller Objekte im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter auf sich.
Warum hat Ceres es nicht geschafft, noch mehr Material zu akkreditieren? Klar, wegen Jupiter, der mit seiner Graviation die Bildung eines Planeten im Asteroidengürtel verhindert hat. Bedeutet das aber, daß Ceres bereits die maximal mögliche Größe eines Körpers dort erreicht hat? Wäre Ceres größer, würde er dann von Jupiter "zerrissen" werden? Oder liegt es einfach nur an der ebenfalls von Jupiter verschuldeten Materialknappheit im Asteroidengürtel, daß keine abgeschlossene Akkredition erfolgt ist?

Online Lumpi

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #2 am: 26. Februar 2016, 09:59:48 »
Ceres war halt ein Spätzünder und musste mit den Restposten des planetaren Urnebels vorliebnehmen.

Ja, der riesige Jupiter hat zudem jede Menge Material aus seiner Umgebung stibitzt. Ganz nach dem Motto, der Teufel sch... immer auf den größten Haufen.  ;)  Man muss aber auch in Erwägung ziehen, dass sich Ceres möglicherweise weiter draußen im Sonnensystem gebildet hat und Jupiter für den "Zwergenwuchs" gar nicht verantwortlich ist.

Ceres hat unter den gegebenen Voraussetzungen (wie auch immer die im Detail gewesen sein mögen) gewiss das maximale an Größe herausgeholt. Sie hat sicher nicht freiwillig eine Diät gemacht, obwohl Ceres ist ja weiblich... Warum sollte eine hypothetisch größere, massenreichere Ceres von Jupiter "zerrissen" werden? Kann ich mir nicht vorstellen.  ???

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Online Lumpi

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #3 am: 01. März 2016, 10:46:42 »
LAMO-Bild 36 zeigt einen Teil des 41 km durchmessenden Sekhet-Kraters. Das Foto wurde von DAWN am 06. Januar 2016 aufgenommen und ist bei 67,3° süd und 251,5° ost zentriert. Der Abstand zur Oberfläche betrug 388 km, was einer Auflösung von 36m/ Pixel entspricht.
http://dawn.jpl.nasa.gov/multimedia/images/image-detail.html?id=PIA20390


Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Vom obigen Foto habe ich diesen Ausschnitt 2fach vergrößert, gedreht und etwas "nachgeschärft". Am Kraterrand oben kann man schön das verdichtete Material erkennen und darunter Strukturen in unterschiedlichen Grautönen. Ein Farbbild wäre hier toll!  ::)

Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA
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Online Lumpi

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #4 am: 06. März 2016, 01:29:49 »
Dieses, aus den LAMO- Bildern 39 + 40 zusammengesetzte + gedrehte Bild, zeigt einen Teil vom Ikapati-Krater in der nördlichen Hemisphäre von Ceres mit interessant strukturierten Zentralbergen. Die flachen Ebenen im Krater scheinen von Materialströmen gefüllt worden zu sein. Gut sind auch Frakturen bzw. Risse im Boden zu erkennen. Die Raumsonde DAWN hat die Szenerie am 24. Januar 2016 aus 385 km Höhe aufgenommen. Die Auflösung beträgt 35m/ Pixel.
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA20394 http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA20393
http://www.unmannedspaceflight.com/index.php?act=attach&type=post&id=39037 v. User charborob

Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Zum Vergleich der Ikapati-Krater auf älteren Bildern:

...vom HAMO-Bild 64 aus 1.470 km Höhe (rechts am Bildrand)
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA20127

Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

...und vom Survey-Orbit Bild 30 aus 4.400 km Höhe (etwas oberhalb der Mitte)
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA19599

Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA
« Letzte Änderung: 06. März 2016, 02:49:36 von Lumpi »
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Online Lumpi

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #5 am: 07. März 2016, 17:40:45 »
Hier ist der "Einsame Berg"  :D

Ahuna Mons vom LAMO aus betrachtet! Der Berg ist nach neuesten Auswertungen der Topographie etwas "geschrumpft". An seiner Basis misst er 20 km im Durchmesser und ist durchschnittlich 4 km hoch, an seiner steilsten Stelle ca. 5 km. (Bis zum benachbarten Kraterboden geht es aber ja noch ein Stück weiter runter.) Die Aufnahmen wurden von DAWN aus 385 km Höhe gemacht und haben eine Auflösung von 35m/ Pixel.

http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA20348
http://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up050750.jpg (volle Größe)

Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA20349

Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Ahuna Mons 2fach vergrößert...

Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA
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Magellan

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #6 am: 07. März 2016, 17:47:19 »
Wie kommt denn das, daß die Kraterwände und Bergflanken so "sorgfältig" radial strukturiert sind? Allenfalls könnte man annehmen, wie lange gleichmäßig geblasen. So gleichmäßig kann doch nix rein oder rausfließen? Sieht irgendwie geschönt aus.  ;)

Online Lumpi

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #7 am: 07. März 2016, 19:54:10 »
Der Berg ist schon geheimnisvoll. Die glatten, glänzenden Bergflanken grenzen sind an der Basis klar von der unmittelbaren Umgebung ab. Für mich sieht das so aus, als wäre der Berg aus dem Untergrund empor gedrückt worden. Vielleicht im Zusammenhang mit der Entstehung des sich direkt neben dem Berg befindlichen Kraters? Ich bin gespannt auf die Erklärungen der Wissenschaftler...
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Offline astroman

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #8 am: 07. März 2016, 20:30:13 »
Die glänzenden Flanken von Ahuna Mons könnten ein Interpolationsartefakt sein. Falls es nur Aufnahmen aus einer Blickrichtung gibt, sind zwangsläufig Teile der Bergflanken in der Abdeckung und der 3D-Algorithmus muss da irgendwie eine vollständig Oberfläche reinlegen. Mir fällt zumindest keinen Grund ein, warum die hohen Ortsfrequenzen der Textur (i.e. Einschlagskrater) sonst fehlen könnten. Interessant wäre der Pfad des Satellitenfußpunktes bezogen auf die Szene.

Offline R2-D2

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #9 am: 07. März 2016, 22:04:29 »
Die glänzenden Flanken von Ahuna Mons könnten ein Interpolationsartefakt sein. Falls es nur Aufnahmen aus einer Blickrichtung gibt, sind zwangsläufig Teile der Bergflanken in der Abdeckung und der 3D-Algorithmus muss da irgendwie eine vollständig Oberfläche reinlegen. Mir fällt zumindest keinen Grund ein, warum die hohen Ortsfrequenzen der Textur (i.e. Einschlagskrater) sonst fehlen könnten. Interessant wäre der Pfad des Satellitenfußpunktes bezogen auf die Szene.
Es handelt sich hier aber um keine 3D-Projektion, sondern ein normales Bild von oben. Das 3D-Terrain ist danach zusätzlich erzeugt worden.

Offline Pham

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #10 am: 08. März 2016, 13:26:21 »
Man kann fast den Eindruck gewinnen, der Berg wäre der "Aushub" des Kraters daneben.
Müssten wir allein dem gesunden Menschenverstand vertrauen, so wäre die Welt noch immer eine Scheibe.

Online Lumpi

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #11 am: 11. März 2016, 19:35:13 »
Jetzt gibt es auch eine schöne farbige Höhenkarte vom Ahuna Mons. Der Höhenunterschied von den tiefsten Gebieten (blau) am Boden des Kraters bis zur Gipfelregion (braun) vom Ahuna Mons beträgt satte 9 km! http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA20399


Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Perspektivische Ansicht:

Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA
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Online Lumpi

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #12 am: 17. März 2016, 11:05:17 »
Während wir noch auf die LAMO-Bilder vom Occator-Krater warten, gibt es neue interessante Erkenntnisse zu den hellen Flecken. Durch Beobachtungen mit dem Spektrographen HARPS am 3,6m Teleskop der ESO in Chile fand man heraus, dass sich die Flecke im Laufe eines Tages verändern. Das wiederum könnte bedeuten, dass das Material, aus dem die hellen Flecke bestehen, flüchtig ist und im Sonnenlicht verdampft.
http://www.astronews.com/news/artikel/2016/03/1603-021.shtml

Zitat
Sollte sich diese Interpretation bestätigen, würde es sich bei Ceres tatsächlich um ein sehr ungewöhnliches Objekt handeln. Anders als etwa die Monde von Jupiter und Saturn, die teilweise auch eine bestimmte Aktivität zeigen, liegt der Zwergplanet isoliert, so dass nicht die Gezeitenkräfte eines anderen großen Objekts die Ursache für die Aktivität sein können.
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Offline -eumel-

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #13 am: 20. März 2016, 02:22:10 »
Image Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Zwergplanet Ceres, nördlichen Hemisphäre
südlichen Rand des Jarovit Kraters
Framing Kamera (vom MPS), Winkelauflösung: 93.7 µrad px-1
Entfernung zur Oberfläche: 385 km
Auflösung: 35 m/Pixel
Foto vom 25. Januar 2016


Image Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA 

Zwergplanet Ceres, nördlichen Hemisphäre
Bergige Landschaft am Kraterrand des Ikapati Kraters
Viele Krater von kleinen Einschlägen, mehrere Bruchlinien
Framing Kamera (vom MPS), Winkelauflösung: 93.7 µrad px-1
Entfernung zur Oberfläche: 385 km
Auflösung: 35 m/Pixel
Foto vom 25. Januar 2016
Nächster Berliner Stammtisch am Freitag, dem 28. Juni 2019 ab 19:30 Uhr in der Bar Gagarin.

Offline rok

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #14 am: 20. März 2016, 09:28:51 »
Ich möchte mal eine Theorie zur Entstehung des Ahuna Mons formulieren, ich beziehe mich dabei hauptsächlich auf die Bilder in Lumpis Artikel (#11):

1. Die Nähe des Berges zum Krater ist nicht zufällig, sondern aus demselben Ereignis entstanden, nämlich dem Einschlag eines Körpers, der unter einem flachen Winkel aus "oben-links-oben" in Ceres eingeschlagen ist.

2. Dieser Körper besaß einen klar differenzierten Aufbau, bspw. ein Komet mit einem Steinkern.

3. Dieser Komet (?) hat beim Einschlag zunächst einen normalen Krater erzeugt, wobei der Kern weiter nach unten-rechts-unten abgetaucht ist, zunächst geschützt durch eine Hülle aus Gasen und Plasmas.

4. Nach einigen Kilometern wurde der Kern dann so stark abgebremst, dass sich seine kinetische Energie zum großen Teil in Wärme umgesetzt hat. Dabei wurde die Kruste aufgerissen und der Berg entstand.

5. Ein Teil des Kerns bewegte sich noch weiter, allerdings reichte die Energie nur noch dazu, die Oberfläche aufzuwölben, erkennbar daran, dass die originale Oberfläche u-r-u (also in der Verlängerung der vermuteten Flugrichtung) entlang der Achse Krater-Berg um bis zu ca. 1 km höher liegt als die Umgebung.

6. Der Kern des Kometen (?) hat soviel Wärme unter dem Ahuna Mons erzeugt, dass über Jahrhunderte in weitem Umkreis Wassereis und andere leichtflüchtige Stoffe verdampft sind und entlang der Risse an die Oberfläche geströmt sind, wo sie resublimierten und eine helle und teilweise reflektierende Oberfläche schufen.

Diese Theorie hat allerdings mindestens einen Haken:

Die Oberfläche im Krater sollte dasselbe Alter haben wie die Berghänge des Mons, allerdings ist die Zahl der späteren Einschläge im Krater und an den Hängen leider völlig unterschiedlich, abgesehen von der "unteren" Region des Ahuna. Das würde dafür sprechen, dass es auch lange nach diesem Ereignis noch Aktivität unter dem Berg gegeben hat.

Schönen Sonntag,

Robert

Online Lumpi

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #15 am: 20. März 2016, 10:58:00 »
Am kommenden Dienstag gibt es im Rahmen der "47th Lunar and Planetary Science Conference"  Neuigkeiten über Ceres, dann wissen wir mehr. Wahrscheinlich werden da auch aktuelle Bilder vom Occator-Krater präsentiert.   :)
http://www.hou.usra.edu/meetings/lpsc2016/pdf/sess202.pdf
http://www.usra.edu/news/pr/2016/lpsc/
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Online Lumpi

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #16 am: 21. März 2016, 21:12:38 »
Emily Lakdawalla sorgt schon mal für Spannung, rötliche Ablagerungen im Occator-Krater, Wassereis im Oxo-Krater... Morgen ist Bescherung!   :)
https://twitter.com/elakdawalla/status/711936341357907968?lang=de



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Offline Gertrud

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #17 am: 22. März 2016, 18:45:10 »
Hallo zusammen,

Der Occator Krater endlich in großer Ansicht. :)
Die komplizierte Geometrie im Inneren des Kraters könnte geologische Aktivität in der jüngsten Vergangenheit entstanden sein.
7702 × 7702 und 4.17 MB.

In der Größe von 2147 × 1280 und 699.23 KB.
Kredit beider Bilder:NASA / JPL-Caltech / UCLA / MPS / DLR / IDA / PSI
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA20350

Das Zentrum vom Occator Krater ist ein Compositbild aus drei Aufnahmen.
Kredit:  NASA / JPL-Caltech / UCLA / MPS / DLR / IDA / PSI / LPI
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA20355

Das Inneres des Kraters ist wirklich sehr erstaunlich.
Ob wirklich Wasser an die Oberfläche kam.?

Mit den besten Grüßen
Gertrud
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http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
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Offline Gertrud

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #18 am: 22. März 2016, 19:34:44 »
Hallo Zusammen,

Der Haulani Krater in Infrarot.
Das Bild ganz links zeigt die Helligkeitsschwankungen in Haulani Krater. Das Licht mit dem Visible and Infrared Mapping Spectrometer (VIR) mit einer Wellenlänge von 1200 Nanometern wird in blau, 1900 Nanometer in grün und 2300 Nanometer in rot dargestellt.

Das Bild in der Mitte ist ein Falschfarbenbild, um die Unterschiede von dem Gestein und ausgestoßenem Material um den Krater hervorzuheben. Die Wissenschaftler sehen dies als Beweis dafür, dass das Material in diesem Bereich nicht einheitlich ist, und dass das Innere des Kraters eine andere Zusammensetzung als die Umgebung hat. Folgendes Farbverhältnis gaben die Wissenschaftler an (blau: 3200/3300 nm, grün: 2900/3100 nm, rot: 2600/2700 Nanometer).

Das rechte Bild zeigt Informationen in Bezug auf die Temperatur. Blaue Regionen sind kälteren Zonen und rote Regionen sind wärmer. Die Farben zeigen, dass das Innere des Haulani Krater ist anscheinend kälter als die Umgebung. Das Licht mit einer Wellenlänge von 2700 Nanometern wird in blau, 2000 Nanometer in grün und 5000 Nanometer in rot dargestellt.
Diese Bilder wurden während dem HAMO- Orbit am 5. September 2015, aus einer Entfernung von 1.470 Kilometer  von Ceres erhalten. Die Bildauflösung beträgt 370 Meter pro Pixel.
Kredit:  NASA / JPL-Caltech / UCLA / ASI / INAF

http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA20352

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Offline Gertrud

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #19 am: 22. März 2016, 20:37:01 »
Hallo zusammen,

Die verbesserte Farbkarte von Ceres
Diese globale Karte zeigt die Oberfläche von Ceres in verbesserte Farbe. Um diese Ansicht zu erstellen, wurden die Bilder unter Verwendung von Infrarot (965 nm), Grün (555 nm) und Blau (438 nm) der spektralen Filter kombiniert.
Diese Art der Karte ist als elliptische oder Mollweide Projektion bekannt. Sie hat eine Auflösung von 140 Meter pro Pixel. Einige Bereiche in der Nähe der Pole sind schwarz, da dort die Farbbildabdeckung unvollständig ist. Die Bilder wurden für die Karte in einem Abstand von 1.470 Kilometer zu Ceres im HAMO-Orbit aufgenommen.
Die Größe des Bildes beträgt 4000 × 2051 und 1.66 MB.
Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA20351

Kolorierte Karte von Ceres (Mercator-Projektion)
Diese kolorierte globale Karte von Ceres wurde in einem klaren Filtermosaik geschaffen. Die Farbe wurde der Karte hinzugefügt unter Verwendung von spektralen Daten aus anderen Beobachtungen von Ceres (es wurde mit einem Farbtransformationsprogramm berechnet und verwendet). Die grünen und gelben Flächen in den hohen Breiten sind Orte, wo die Farbbildabdeckung unvollständig ist.
Die Karte ist eine Mercator-Projektion und hat eine Auflösung von 140 Meter pro Pixel. Die Bilder für diese Karte wurden mit einem Abstand von 1.470 Kilometer zu Ceres im HAMO-Orbit aufgenommen.
Die Größe des Bildes beträgt 4000 × 2000 und 2.34 MB.

Kredit:  NASA / JPL-Caltech / UCLA / MPS / DLR / IDA
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA20354

Neutronenzählwerte auf Ceres
Diese Karte zeigt einen Teil der nördlichen Hemisphäre von Ceres mit Daten der Neutronenzählung durch den Gamma Ray and Neutron Detector (GRaND).
Diese Daten spiegeln die Konzentration von Wasserstoff bei der Zusammensetzung von Regolith, dem lose Oberflächenmaterial auf Ceres wieder. Die Farbinformationen basierend auf der Anzahl von Neutronen pro Sekunde, die durch GRaND detektiert wurden.
In Dawns niedrigsten Höhe der Umlaufbahn, im LAMO von 385 Kilometer, hat das Instrument weniger Neutronen in der Nähe der Pole von Ceres als am Äquator erfasst, die Wasserstoffkonzentration in den hohen Breiten wird erhöht anzeigt.
Die Farbskala der Karte wird von blau (niedrigste Neutronenzahl) bis rot (höchste Neutronenzahl) angezeigt. Da Wasserstoff ein Hauptbestandteil von Wasser ist, könnte Wassereis in den Polarregionen nahe an der Oberfläche vorhanden sein. Niedrigere Neutronenzählwerte in der Nähe der Pole deuten auf das Vorhandensein von Wassereis unter der Oberfläche in den hohen Breiten an. Der Nordpol von Ceres ist mit einer weißen Linie (konnte ich nicht erkennen) markiert. Die Länge ist auf den Occator Krater zentriert.
Kredit:  NASA / JPL-Caltech / UCLA / ASI / INAF
http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA20353

Die Wissenschaftler vermuten und hoffen, dass die Analysen eiskaltes Wasser in den hohen Breiten unter der Oberfläche von Ceres ergeben, das Milliarden von Jahren dort gespeichert wurde.
Quelle:
http://www.nasa.gov/feature/jpl/bright-spots-and-color-differences-revealed-on-ceres

Mit gespannten Grüßen
Gertrud
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Online Lumpi

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #20 am: 22. März 2016, 23:34:37 »
Komme gerade vom Spätdienst, "Emily" hatte nicht zu viel versprochen.  :)  Danke @Gertrud für Deine umfangreichen Posts dazu. Für mich sieht der innere helle Fleck vom Occartor-Krater mit der Aufwölbung im Zentrum aus wie ein Spiegelei!  :D  Diese Wölbung, sowie die vielen Risse und Brüche sind Anzeichen für eine geologische Aktivität in jüngster Vergangenheit!
http://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10081/151_read-17242/#/gallery/22482
http://www.mps.mpg.de/4471513/pm-2016-03-22-ceres-neues-vom-zwergplaneten

Bildausschnitt mit Spiegelei 2fach vergrößert und leicht Kontrastverstärkt:

Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/PSI/LPI  http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA20355
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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #21 am: 23. März 2016, 10:38:07 »
Könnten die Frakturen bzw. Risse in der "Wölbung" darauf hindeuten, dass sich ganze Region anhebt? Vielleicht gibt es im Untergrund dort eine Wärmequelle die, ähnlich wie bei einem irdischen Schlamm-Geysir, die Wölbung verursacht?   ???  Bei ca.10 Uhr im oben geposteten Bild ist ein besonderes heller Fleck der hellen Flecke auszumachen. Der scheint doch noch ganz "frisch" zu sein...

Interessant ist es auch sich die ganze Szenerie mal als Negativ-Bild (vom Bild in #20) zu betrachten.

Credit: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/PSI/LPI

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Offline Gertrud

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #22 am: 25. März 2016, 18:13:49 »
Hallo Zusammen,

Sehenswürdigkeiten auf dem Zwergplaneten Ceres


https://www.youtube.com/watch?v=AtLdprhvtVE

Viel Freude auf Ceres
wünscht Gertrud
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Magellan

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #23 am: 25. März 2016, 21:05:40 »
Ja, ein wirklich interessantes Planeterli ....
Nun mal flink 'nen Rover abgesetzt im Occator ;)

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Re: Zwergplanet Ceres
« Antwort #24 am: 26. März 2016, 11:55:33 »
Hier noch ein Bild der hellen Flecke im Occator-Krater zum Staunen, bearbeitet von Roman Tkchenko:

Nun mal flink 'nen Rover abgesetzt im Occator ;)
Das wär's  :D, es gibt ja nicht nur den Mars...


Credit: NASA / JPL-Caltech / UCLA / MPS / DLR / IDA / PSI / LPI / Roman Tkachenko
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