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22. September 2019, 22:41:56
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Autor Thema: Optisches SETI: Über 200 Kandidaten für intelligente Lichtsignale aus dem All  (Gelesen 5669 mal)

Offline KlausLange

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Im Jahre 2012 hat ein Forscher eine Methode vorgestellt, wie man Licht von fernen Sternen analysieren kann, um festzustellen, dass diese künstliche Signale enthalten (peer review Astrophysical Journal: SEARCHING FOR EXTRATERRESTRIAL INTELLIGENCE SIGNALS IN ASTRONOMICAL SPECTRA).

Nun hat dieser Forscher zusammen mit einem Kollegen über 200 solcher Lichtsignale aufgespürt, die sie als Kandidaten bezeichnen.

Eine kurze Meldung dazu hier (focus.de)
Life is but a dream...

Offline Gertrud

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Hallo KlausLange,

bis jetzt konnten diese Ergebnisse von den periodische Veränderungen der Spektraldaten der insgesamt 234 Sternen noch nicht bestätigt werden.
Die Veröffentlichung ist sehr mit Skeptik aufgenommen worden.
Das Breakthrough Listen Team an dem Berkeley SETI Research Center sagte in einer Erklärung. "Es ist zu früh, um eindeutig diese angeblichen Signale auf die Aktivitäten von außerirdischen Zivilisationen zu zuschreiben."
Das Team hat darauf hingewiesen, dass die spektralen Muster durch Fehler in der Kalibrierung oder Datenanalyse verursacht worden sein könnte, oder durch weniger verstandene natürliche Phänomene.
Quelle:
http://www.geekwire.com/2016/spectral-signals-alien-seti/

Einige andere Quellen dazu:
Von den federführenden Wissenschaftlern E.F. Borra, E. Trottier
https://arxiv.org/abs/1610.03031

http://setiathome.berkeley.edu/forum_thread.php?id=80378
http://sites.psu.edu/astrowright/2016/10/11/a-new-scale-for-seti-interest/

Die Überschrift gibt die Angelegenheit nicht richtig wieder.
Es ist nicht erwiesen, das es intelligente Lichtsignale sind.!

Mit den besten Grüßen
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
***
Die Gabe des Staunens lässt uns die Welt aufgeschlossener sehen und ihre Wunder würdigen. (Richard Henry Lee)

Offline KlausLange

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Die Überschrift gibt die Angelegenheit nicht richtig wieder.
Es ist nicht erwiesen, das es intelligente Lichtsignale sind.!

Mit den besten Grüßen
Gertrud

In der Themenüberschrift steht was von 'Kandidaten für intelligente Lichtsignale' und in der Tat. Es gibt mindestens zwei Forscher, die diese Ansicht vertreten. Mithin gibt die Überschrift die Angelegenheit richtig wieder!
Life is but a dream...

Offline Pham

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...
Das Breakthrough Listen Team an dem Berkeley SETI Research Center sagte in einer Erklärung. "Es ist zu früh, um eindeutig diese angeblichen Signale auf die Aktivitäten von außerirdischen Zivilisationen zu zuschreiben."
...

Mit den besten Grüßen
Gertrud
Wenn das ein wörtliches Zitat ist, ist es entweder sehr vorsichtig formuliert oder ein Hinweis darauf, dass tatsächlich etwas essentielles dran sein könnte (aber eben noch nicht gesichert).
Im Vergleich dazu sind die Aussagen zu Spekulationen zu Aktivitäten Außerirdischer um KIC 8462852 sehr viel deutlicher hinsichtlich dessen Unwahrscheinlichkeit (auch wenn man noch keine einleuchtende andere Erklärung dafür hat).

Zumindest ist mir in der Formulierung der Begriff "eindeutig" ins Auge gefallen und lässt es klingen wie "ja, durchaus denkbar, auch wenn uns noch die handfesten Nachweise fehlen". Ohne diesen Begriff klingt das Statement sehr viel distanzierter zu dieser Möglichkeit.
Müssten wir allein dem gesunden Menschenverstand vertrauen, so wäre die Welt noch immer eine Scheibe.

Offline Oh_Brain

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Ist nur irgendwie seltsam das ewaige außerirdische Signale so dermaßen von dem abweichen welche wir raussenden oder eruieren.  :-X

Offline Pham

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Ist nur irgendwie seltsam das ewaige außerirdische Signale so dermaßen von dem abweichen welche wir raussenden oder eruieren.  :-X
Naja, faktisch senden wir derzeit noch gar nichts aus, weil das was wir aussenden, kaum in den allernächsten Sternensystemen zu empfangen ist.
Insofern dürfte ein interstellares Kommunikationsnetz grundsätzlich von dem abweichen, was wir kennen. Zumal auch die Informationsdichte dessen was wir erwarten, entsprechend unserem Horizont angelegt ist.
Eventuell wird wesentlich schneller kommuniziert (eine Botschaft mit dem Informationsgehalt einer gesamte Enzyklopädie innerhalb von Mikrosekunden) oder vielleicht ist man auch mit einem Bit pro Jahrhundert zufrieden.
Allein dann würden uns Signale entgehen, weil wir eine gewissen Bandbreitenkorridor erwarten. Aber wenn Signale eh Jahrhunderte oder Jahrtausende unterwegs sind, kann man auch das Signal selbst strecken.
Eine hochentwickelte Gesellschaft, die den eigenen Untergang nicht mehr als Option fürchten muss, hat viel Zeit und evtl. Geduld.

Vielleicht sind ja die Verdunkelungen um KIC 8462852 so eine Art Rauchzeichen und haben selbst Informationsgehalt. Zumindest wenn man vom richtigen Winkel darauf blickt.
Oder das WOW!-Signal ist ein "Bit" einer Botschaft, welchem alle x Jahre ein weiteres "Bit" folgt.
Müssten wir allein dem gesunden Menschenverstand vertrauen, so wäre die Welt noch immer eine Scheibe.

Offline Gertrud

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Hallo Pham,
...
Das Breakthrough Listen Team an dem Berkeley SETI Research Center sagte in einer Erklärung. "Es ist zu früh, um eindeutig diese angeblichen Signale auf die Aktivitäten von außerirdischen Zivilisationen zu zuschreiben."
...

Mit den besten Grüßen
Gertrud
Wenn das ein wörtliches Zitat ist, ist es entweder sehr vorsichtig formuliert oder ein Hinweis darauf, dass tatsächlich etwas essentielles dran sein könnte (aber eben noch nicht gesichert).
Im Vergleich dazu sind die Aussagen zu Spekulationen zu Aktivitäten Außerirdischer um KIC 8462852 sehr viel deutlicher hinsichtlich dessen Unwahrscheinlichkeit (auch wenn man noch keine einleuchtende andere Erklärung dafür hat).

Zumindest ist mir in der Formulierung der Begriff "eindeutig" ins Auge gefallen und lässt es klingen wie "ja, durchaus denkbar, auch wenn uns noch die handfesten Nachweise fehlen". Ohne diesen Begriff klingt das Statement sehr viel distanzierter zu dieser Möglichkeit.

Der englische Text aus dem Artikel dazu:
“However, extraordinary claims require extraordinary evidence,” the Breakthrough Listen team at the Berkeley SETI Research Center said in its statement. “It is too early to unequivocally attribute these purported signals to the activities of extraterrestrial civilizations.”
Quelle:
http://www.geekwire.com/2016/spectral-signals-alien-seti/

Diesmal habe ich hoffentlich keinen großen Fehler bei der Übersetzung vollbracht. ;) ;D
Mit den besten Grüßen
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
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Offline Tobias Kolkmann

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Naja, mal wieder eine etwas vorschnelle Veröffentlichung, ohne die nötigen Gewissheiten zu haben...

Wie von Gertrud bereits geposted, hat Eric Korpela vom SETI-(@Home)Institut da eine andere  Meinung.
Er meint, dass bei 234 Planetensystemen, die jeweils in vergleichbaren Picosekunden-Abständen Signale direkt an die Erde schicken, es schon ein "galaktisches Konsortium" sein müsste, das versuchen wollte, direkt mit der Erde Kontakt aufzunehmen ;)
Für wahrscheinlicher hält er, dass es sich um Mess- oder Datenverarbeitungsfehler handelt. Details im OT siehe Link.


Viele Grüße
Tobias

Offline einsteinturm

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Also mit der gebotenen Vorsicht finde ich eine solcher Veröffentlichung schon ok. Und für mich ist seit dieser Aussage von Seti zu KIC:

Die Hypothese, dass evtl. eine Megastruktur für die außergewöhnlichen Helligkeitsänderungen verantwortlich sein könnte, wird immer unwahrscheinlicher. Douglas Vakoch, der Präsident vom SETI-Institut sagte, es wurden keine Hinweise auf Lasersignale, die von einer fortschrittlichen Zivilisation Richtung Erde geschickt wurden, gefunden.
http://www.astrobio.net/topic/deep-space/alien-life/no-extraterrestrial-laser-pulses-detected-from-kic-8462852-new-seti-organization-reports/
http://arxiv.org/abs/1512.02388

Seti auch kein besonderes Qualitätsmerkmal für irgendwelche Aussagen zum Thema.
Mich würde aber interessieren, welchen Energieaufwand man hat, um dem Licht des eigenen Sterns Signale aufzumodulieren. Dann wäre das ja in sämtlichen Richtungen zu sehen.

Offline Pham

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...

Seti auch kein besonderes Qualitätsmerkmal für irgendwelche Aussagen zum Thema.
Mich würde aber interessieren, welchen Energieaufwand man hat, um dem Licht des eigenen Sterns Signale aufzumodulieren. Dann wäre das ja in sämtlichen Richtungen zu sehen.

Die Frage des Energieaufwandes stellt sich indirekt, den eine gewollte Abschattung wie bei KIC beobachtet, wäre so Aufmodulation (der Amplitude). Dies wäre zumindest in Sichtlinie der Umlaufbahn der Abschattungsstrukturen u sehen, wenn auch nur in exakt einer Sichtlinie derart, dass die gewünschte Information eine bestimmte "Botschaft" enthält. In jeder anderen Sichtlinie wären es zufällige Abschattungen, da die Einzelteile sich während eines Umlaufs zueinander "verschieben".
Müssten wir allein dem gesunden Menschenverstand vertrauen, so wäre die Welt noch immer eine Scheibe.

Offline Meagan

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Wie schnell wäre denn überhaupt eine mögliche Kommunikation mittels Laserlicht ? Ausgehend von einer Kommunikation der Entfernung Erde - Mars , Erde - Saturn, Erde - Pluto gibt es Missionsdaten (mit Richtfunk). Aber wie viel Baud Übertragung sind denn theoretisch machbar mit unseren derzeitigen Möglichkeiten?

Offline Oh_Brain

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Offline Meagan

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50Mb/s , da kann was in der Rechnung nicht stimmen ! Eine DVD hat max. 4,7 GByte. Ein normaler Film immer noch mindestens 2GByte. Das sind minimal 16GigaBit. Das geteilt durch 3,5s macht rund 4,5 Gigabaud pro Sekunde ! Also nahezu 100mal so schnell wie angegeben !

Offline GG

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Es wurden keine DVDs übertragen sondern Video-Dateien, wie sie bei der Arbeit an Bord der ISS immer wieder anfallen. Viele Experimente werden ständig per Videokamera überwacht, so dass Wissenschaftler von der Erde aus die Ergebnisse begutachten und notfalls Alarm schlagen können.

Offline Meagan

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Das ist so ziemlich der dusselichste Vergleich, den ich bislang gehört habe. Ungefähr so , als ob ich sage, ich habe einen 10 Liter Eimer Kaffee in 5 Sekunden ausgetrunken , der bloß mit einer Tasse voll gefüllt war. Aber dafür bin ich jetzt Weltmeister und muß dafür gleich ins Guinness Buch der Rekorde kommen.

Mit 50Mbit/s und 3,5 Sekunden sind laut Adam Riese  maximal 175 Megabit =  21,8 MByte zu übertragen. Das ist ungefähr die Hälfte eines Liedes auf einer CD. (Synchronbytes habe ich nicht mit gerechnet)

Offline wulf 21

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wieso gehst du von einem Spielfilm in DVD-Qualität aus?

Ich denke es sind hier eher kurze Videos von Experimenten (einige 10 Sekunden) in beschränkter Qualität gemeint. Diese könnten in der Tat eine Dateigröße um 20 MB haben.

Offline Meagan

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Wieso nicht wenn davon die Rede ist. Ich bin eher erstaunt wie sehr etwas schöngeredet wird. 50 MBaud sind eben 50 MBaud und nicht mehr.

Theoretisch sollte da extrem viel mehr gehen. Nicht mit Radiosignalen, sondern mit kurzwelliger und Ultrakurzwelliger bzw. Lichtstrahlung. Ein Laserstrahl der moduliert wird kann sicher viel mehr übertragen.

Offline Doc Hoschi

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Da geht ja auch mehr:
400 Mbit/s (space-to-ground) durch OPALS (Optical PAyload for Lasercomm Science) im Jahr 2014.
622 Mbit/s (space-to-ground) bei Versuchen mit LADEE (Lunar Atmosphere and Dust Environment Explorer) im Jahr 2013
Und zu den optischen Kommunikationsversuchen zwischen Sentinel-1A (LEO) und Alphasat (GEO) hieß es (ebenfalls 2014):
Zitat
The link is operated at 1.8 Gbit/s, with a design that could scale up to 7.2 Gbit/s in the future.

Douglas Adams: "In an infinite universe, the one thing sentient life cannot afford to have is a sense of proportion."

Offline Sensei

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Zitat
Das Treffen ist schon eine hohe Kunst, die Verbindung anschließend aufrecht zu erhalten eine noch größere, weil die ISS mit einer Geschwindigkeit von 28.000 Kilometer pro Stunde um die Erde kreist. Der Leitstrahl muss ständig nanometergenau nachgeführt werden. Der Sender an Bord der ISS hängt so gewissermaßen an einer Nabelschnur.
Vom Mond aus mit hinreichender (schwerer) Technik vileicht noch machbar aber vom Mars möchte ich dann nicht millimetergenau nachrichten müssen.
Dann kann man zwar einen breiteren Laserstrahl nehmen. Aber das bedeutet wieder Leistungsverlust

Offline trallala

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Zitat
Das Treffen ist schon eine hohe Kunst, die Verbindung anschließend aufrecht zu erhalten eine noch größere, weil die ISS mit einer Geschwindigkeit von 28.000 Kilometer pro Stunde um die Erde kreist. Der Leitstrahl muss ständig nanometergenau nachgeführt werden. Der Sender an Bord der ISS hängt so gewissermaßen an einer Nabelschnur.
Vom Mond aus mit hinreichender (schwerer) Technik vileicht noch machbar aber vom Mars möchte ich dann nicht millimetergenau nachrichten müssen.
Dann kann man zwar einen breiteren Laserstrahl nehmen. Aber das bedeutet wieder Leistungsverlust

So dramatisch ist das mit der Ausrichtung nun aber nicht. Da muss nix "nanometergenau" nachgeführt werden. Erstens muss man die Genauigkeit eher in Bogensekunden angeben und zweitens streut auch ein Laserstrahl über diese Entfernungen ganz beträchtlich. Wir hatten hier mal das Thema Laserentfernungsmessung des Mondes mit den dort befindlichen Laserreflektoren aus Apollo-Zeiten. Der Laserstrahl von der Erde ist auf dem Mond mehrere Kilometer breit. Auf dem Rückweg streut er dann nochmal und man ist froh, wenn man auf der Erde noch eine Hand voll Photonen mit einem großen Teleskop auffangen kann.
Bei der Kommunikation hat man nur eine Richtung, aber der Laserstrahl kommt beim Ziel jedenfalls nicht so an wie wir es von einem Laserpointer-Punkt an der nächsten Wand kennen.
Also: genau Zielen: ja; uuunglaublichst genau Zielen: nein.

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