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Autor Thema: Solarstrom aus dem All für die Erde  (Gelesen 7413 mal)

Offline tobi

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Solarstrom aus dem All für die Erde
« am: 11. April 2007, 17:14:20 »
Das Pentagon überlegt zur Zeit, ob man nicht eine Studie zu Weltraumenergie durchführen will. Riesige Solarzellen im Weltall sollen dann am Boden kämpfende Truppen mit Energie versorgen. Allerdings könnte diese Studie auch helfen nichtmilitärische Anwendungen zu finden. Ein klarer Vorteil der Energie aus dem Weltall ist, dass Truppen auch Nachts mit Energie versorgt werden können.
Obwohl es momentan unklar ist, ob das ganze Konzept überhaupt praktikabel bzw. wirtschaftlich ist, hält man es für richtig auf jeden Mal eine nähere Betrachtung des Konzeptes durchzuführen. Wenn das Pentagon sich dann entscheidet eine Demonstration der Technologie durchzuführen, könnten die Kosten zwischen Pentagon, NASA und anderen Behörden aufgeteilt werden.
Des weiteren würde ein solches Projekt den Trägersystemen viele Nutzlasten bescheren, sodass die Raumtransportindustrie auch davon profitieren würde.

Quelle:
http://www.space.com/businesstechnology/070411_tech_wed.html

« Letzte Änderung: 19. Januar 2010, 19:49:01 von tobi453 »
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline roger50

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Re: Solarstrom aus dem All für die Erde
« Antwort #1 am: 11. April 2007, 20:19:29 »
Gääähhn! Och nö, nicht noch 'ne Studie :(
Hat das Pentagon die letzten 30 Jahre geschlafen ?

Derartige Konzepte wurden doch in den 70er- und 80er-Jahren schon von links bis rechts und von hinten bis vorne studiert.
Gebt mal in Google den Begriff "Solar Power Satellite" ein, dann erhaltet ihr mehr als 58.000 Treffer. ;)

Hier noch der Link zur Wiki: http://en.wikipedia.org/wiki/Solar_power_satellite

Wäre endlich an der Zeit, mal ein praktisches Experiment zur Energieübertragung zu fliegen !!  :D

Gruß
roger50

Speedator

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Re: Solarstrom aus dem All für die Erde
« Antwort #2 am: 12. Oktober 2007, 22:15:14 »
Es wurde schon diverse male diskutiert, nur schlägt das National Security Space Office (NSSO) des Pentagon der US-Regierung vor in ein System zu investieren, das Solarenergie im All abschöpfen und dann per Laser oder Mikrowellen zur Erde schicken soll. Die Idee stammt von aus dem Jahre 1968 von Peter Glaser. Bis heute als logistisch und wirtschaftlich unsinnig abgetan, wird dies in diesem Bericht nun für etwas machbarer gehalten. Dass das nicht im Ansatz für die freie Wirtschaft interessant ist, muss man wohl nicht lange disktieren. Aber auch hier kommt wieder ein alter Weggefährte, "Freund und Mäzen" der Raumfahrt ins Spiel.  Und zwar das Militär. Im weltweiten Einsatz wäre man unabhängiger von den lokalen Energielieferanten. Erste Testeinrichtungen könnten evtl. über die ISS ausprobiert werden. Weiteres siehe: http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,511203,00.html

Offline Nakova

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Re: Solarstrom aus dem All für die Erde
« Antwort #3 am: 12. Oktober 2007, 23:50:32 »
Hha...
Ist ja mal interessant!
Werd ich auf jeden Fall weiterverfolgen.
Mal sehen wer hier die Oberhand gewinnt. Millitär oder freie Wirtschafft?
Als er die Himmel bereitete, war ich da; als er einen Kreis [hebr. "chug" was zudem Kugel bedeutet] über der Fläche der Wassertiefe festsetzte ... (im 10 Jahrhunderd v.Chr. von Salomo verfasst)

Speedator

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Re: Solarstrom aus dem All für die Erde
« Antwort #4 am: 13. Oktober 2007, 14:08:58 »
Wie schon gesagt, es ist wohl gänzlich unwahrscheinlich, dass sich das für die freie Wirtschaft auch mit den optimistischsten  Rechnungen rechnet. Da muss sich der Strompreis extremst verteuern(sodass der gemeine Bürger sich gar keinen Strom mehr leisten kann), dass sich das unter heutigen Umständen irgendwie wirtschaftlich lohnt. Beim Militär ist das halt ein wenig anders. Darum war und ist das Militär in der Raumfahrt eine wichtige treibende Kraft, weil es da oftmals nicht auf das Geld ankommt...

Offline orbitall_express

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Re: Solarstrom aus dem All für die Erde
« Antwort #5 am: 14. Oktober 2007, 18:10:20 »
Das wird aber nicht so lange da oben bleiben oder?
In einem Buch steht drin das Solarzellen im All pro Jahr 7-8% an Leistunf verliehren, wegen den härteren Bedingungen im all z.b. Strahlendruk, Mikrometeoriten und so weiter.
In so 15 jahren wäre es wohl wieder vorbei mit dem Strom aus dem All?
"Weit draußen in den unerforschten Einöden des total aus der Mode gekommenen Ausläufers des westlichen Spiralarms der Galaxis leuchtet unbeachtet eine kleine gelbe Sonne"

Offline -eumel-

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Re: Solarstrom aus dem All für die Erde
« Antwort #6 am: 15. Oktober 2007, 02:36:30 »
Ja, da dürfte es noch massig Probleme geben!

So eine riesige Struktur wirkt auch wie ein großes Sonnensegel.
Das bedeutet, sie wird vom Sonnenwind abgetrieben oder in Drehung versetzt.

Was passiert, wenn der Energiestrahl sein Ziel (die Empfangsstation auf der Erde) verfehlt?
Verbrannte Erde, oder was?

Wie will man für die Sicherheit garantieren?
Kann man wirklich ausschließen, daß Terroristen Kontrolle über die Steuerung erlangen?
« Letzte Änderung: 15. Oktober 2007, 02:46:19 von -eumel- »
Nächster Berliner Stammtisch am Freitag, dem 28. Juni 2019 ab 19:30 Uhr in der Bar Gagarin.

jakda

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Re: Solarstrom aus dem All für die Erde
« Antwort #7 am: 15. Oktober 2007, 08:15:05 »
Zitat
Was passiert, wenn der Energiestrahl sein Ziel (die Empfangsstation auf der Erde) verfehlt?
Verbrannte Erde, oder was?

Wie will man für die Sicherheit garantieren?
Kann man wirklich ausschließen, daß Terroristen Kontrolle über die Steuerung erlangen?

Hallo -eumel-,
... die Steuerung in den Händen des amerikanischen Militärs ist viel schlimmer - wahrscheinlich ist das auch der wahre Grund für ihr Interesse...

So nach der Art:
"Wenn ihr nicht eure Massenvernichtungswaffen rausrückt - verbrennen wir euch..."
Dann werden wieder der UNO Beweise vorgelegt.... und das Land wird verbrannt....
... und hinterher wird festgestellt - es gab gar nichts zum rausrücken....

Grüße
jakda...

ILBUS

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Re: Solarstrom aus dem All für die Erde
« Antwort #8 am: 15. Oktober 2007, 09:18:02 »
Das Gefährlichste an der Technologie meiner Meinung nach, ist nicht der schneller militärischer Eisatz (ich bezweifle sehr, dass es geht) sondern ein dauerhafter Einfluss auf das Wetter, den man dadurch haben könnte.

Als in meiner Heimatstadt die Erdrutsche begannen, und ein koplettes Stadtviertel mitgerissen wurde, und ein weiterer wurde einfach dauerhaft unbewoohnbar, hat man bei Militär Flügzeuge bestellt, die in den Wolken irgendwas versprüht hatten, damit es keine Niederschläge mehr geben kann. Es gab zwar keine Erdrutsche mehr, und man konnte eine lockale masslose Kathastroffe in einer Grosstadt (über 2Mln Einwohner) vermeiden, aber es war der trockenste Sommer in der Stadt seit ich mich erinnern kann.

Das lässt mich meinen, dass es mit einem Laser, der auf bestimmte Wellenlängen abgestimmt ist (z.B Wasserlinien) was derartiges oder krasser möglich ist...viellecht sogar ohne, dass man die Einflussnamme beweisen könnte. Ernteausfälle oder noch mehr sind bestimmt nach bedarf machbar.
« Letzte Änderung: 15. Oktober 2007, 16:03:25 von ILBUS »

Offline Schillrich

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Re: Solarstrom aus dem All für die Erde
« Antwort #9 am: 15. Oktober 2007, 14:19:43 »
In diesem Zusammenhang verweise ich mal auf den (meine Meinung nach) besten Film Roland Emmerichs:
http://german.imdb.com/title/tt0086911/
http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Arche-Noah-Prinzip

Eine Raumstation zur Wetterkontrolle wird militärisch missbraucht ...
\\   //    Grüße
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Speedator

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Re: Solarstrom aus dem All für die Erde
« Antwort #10 am: 26. Oktober 2007, 23:56:41 »
Neues zum Thema: http://de.rian.ru/science/20071026/85584595.html

Scheint ja dann doch nicht so extrem unwirtschaftlich zu sein, wenn sich sowas schon bei 150 $ pro Barrel lohnen soll. Wobei ich da anzweifle, dass das inklusive des Aufbaus berechnet wurde und nicht nur für die aktiven Nutzung....

hibi

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Re: Solarstrom aus dem All für die Erde
« Antwort #11 am: 28. Oktober 2007, 13:11:13 »
Ich hab da auch gewisse Zweifel an der Wirtschaftlichkeit. Scheinbar ist es ja nicht mal (finanziell) rentabel, mehr Solarstrom auf dem Boden zu erzeugen .... zB in Spanien. Und dann mit hohen Startkosten aus dem Weltraum ?!

Ich glaube auch das da wohl eher jemand ne Alternative zu nuklear-verseuchtem Eroberungsterritorium sucht. Und da spielen Kosten bekanntlich keine Rolle ....

Offline thecrusader

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Re: Solarstrom aus dem All für die Erde
« Antwort #12 am: 10. Dezember 2007, 15:30:23 »
Denke auch nicht das sich das je rentieren wird. Wieviel Treibstoff braucht man um sagen wir 5t Solarzellen hoch zu schiesen??? Wie viel Strom kann man mit diesen Solarzellen über die Nutzungsdauer ( wie lange???) erzeugen, wie viel kommt unten an und wie viel Strom hätte man mit dem Treibstoff der Rakete erzeugen können???

Offline Martin

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Re: Solarstrom aus dem All für die Erde
« Antwort #13 am: 09. Februar 2008, 15:27:01 »
Hier gibt es einen aktuellen Artikel im SPON zu den Thema, diesmal mit den Plänen der JAXA:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,534225,00.html
Dein Posting kommt ohne Sand nicht an sein Ziel. Wir sind überall. Deine Geo- & Montanwissenschaften | www.wir-sind-ueberall.de

Offline tomtom

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Re: Solarstrom aus dem All für die Erde
« Antwort #14 am: 14. April 2009, 22:59:47 »
Hallo,

anscheinend hat es doch ein Energieübertragungs-Experiment gegeben, eine Übertragung zwischen zwei Inseln, die aufgrund ihrer Entfernung von 148 km die Übertragung durch die Atmosphäre vom Weltraum zur Erde simulierte.

Laut dieser Quelle
http://www.gizmag.com/solar-power-space-satellite/11064/
wurde jedoch leider nur ein tausendstel von 1% der Energie übertragen :(

Vielleicht wurde auch zu wenig Aufwand betrieben. Wenn man trotzdem an die Technologie glaubt sind diese Links wohl noch ganz nett:
http://www.economist.com/science/tq/displaystory.cfm?story_id=12673299
Da wir auch von Kosten gesprochen:
- ein LEO-Projekt = 1 Mrd$
- ein GEO-Projekt = 10 Mrd$
- Kosten pro KWh = optimistische 50 Cents

http://www.youtube.com/watch?v=YiU9MibyBJ0

@Mod: Bitte ggf. in den Bereich Konzepte/Perspektiven verschieben, vielleicht tut sich ja doch nochmal was zum Thema Solar Power Satellite.

tomtom

cake

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geostationäres Solar-Kraftwerk in Planung
« Antwort #15 am: 17. April 2009, 17:16:22 »
Hi
Wie ich gerade gelesen habe, plant ein amerikanischer Energiekonzern ein 200MW Solar-Kraftwerk in einer geostationären Umlaufbahn irgendwo über Kalifornien.
Hier der Artikel auf heise:
http://www.heise.de/newsticker/Erstes-Solar-Kraftwerk-im-Weltall-geplant--/meldung/136341

Leider sind noch nicht viele Infos bekannt. Trozdem habe ich mir ein paar Fragen gestellt:

- Nach wie vielen Jahren soll denn die Energie für die Herstellung der Panels UND das Liften amortisiert werden?

- Da es 200 MW liefern soll muss es relativ gross sein. So ein grosser, recht flacher "Klotz" kann aber sicher nicht all zu gut allem möglichem Weltraummüll ausweichen. Wie soll das funktionieren?

- Obwohl kein CO2 Verbrauch trägt es doch zur Aufwärmung bei (Wenn auch so unbedeutend dass wir diesen Punkt gleich wieder vergessen können) da es Energie von aussen ins System bringt.

- Kann man HARDWARE mässig verhindern dass so ein Satellit als Waffe misbraucht werden? 200 MW können als Microwellenstrahlung schon einigen schaden anrichten. Je nach Frequenz natürlich. Trozdem gefährlich!

Ahja ich habe mir überlegt ob das nicht doch eher in den Konzeptbereich gehört *nicht so ganz daran glaub*
Würde mich aber freuen wenn eine Diskussion darüber entsteht.

Gruss
cake

Offline tobi

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Re: geostationäres Solar-Kraftwerk in Planung
« Antwort #16 am: 17. April 2009, 17:30:22 »
Die Solarkonstante ist 1367 W/m^2 auf der Erde. 200MW/1367W/m^2 ergibt eine Fläche von ca. 150.000m^2. Jetzt haben Solarzellen aber nur einen geringen Wirkungsgrad, sagen wir mal so 25%, also muss die Fläche schon 600.000 m^2 groß sein. Wieviel Energie kommt davon denn dann noch auf der Erde an? Bei einem Wirkungsgrad von 60% braucht man also ingesamt eine Fläche von 1km^2.

Da bin ich mal gespannt. :o
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Offline Schillrich

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Re: geostationäres Solar-Kraftwerk in Planung
« Antwort #17 am: 17. April 2009, 17:36:04 »
Hallo,

wir haben doch irgendwo einen Thread zu dem Thema ... ich schaue mal im Konzeptbereich nach.

Aber, das Thema ist nur eine fixe Idee. Da wird nichts bei raus kommen. Wenn man schon Solarkraftwerke in den USA haben möchte, dann doch gleich in den leeren heißen sonnigen Landstrichen von Arizona, Nevada und New Mexico. Da geht das einfacher, größer, viel billiger ... usw. Im Orbit ist das alles nicht realisierbar und nicht sonnvoll.

EDIT:
Ach nein, im Bereich "Aktuelles":
http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=3183.0

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Offline Nitro

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Re: geostationäres Solar-Kraftwerk in Planung
« Antwort #18 am: 17. April 2009, 17:44:17 »
- Da es 200 MW liefern soll muss es relativ gross sein. So ein grosser, recht flacher "Klotz" kann aber sicher nicht all zu gut allem möglichem Weltraummüll ausweichen. Wie soll das funktionieren?

Laut dem Artikel sollen die Satelliten im geostationaeren Orbit ausgesetzt werden. Dort oben gibt es derzeit so gut wie keine Probleme mit Weltraummuell. Aber dazu kann Thomas bestimmt was sagen.

Ansonsten glaube ich das Ganze erst wenn ich es sehe. Die Firma gibt ja sogar selbst zu, dass es noch einige technische Huerden zu ueberwinden gibt. Solche Solarkraftwerke im Weltall werden vor allem vom U.S. Department of Energy schon seit Jahrzehnten immer wieder mal untersucht. Aber ueber Studien ist man bis heute nicht hinausgekommen. Die Hauptprobleme sind, wie schon angesprochen, vor allem die schiere Groesse der benoetigten Solarflaeche, wie auch die Uebertragung der gewonnenen Energie zur Erde. Wenn sie wirklich 2 Milliarden Dollar fuer dieses Projekt zur Verfuegung haben bin ich persoenlich mal gespannt. Immerhin ist das hier das erste mal, dass jemand konkrete Plaene hat ein Solarkraftwerk im Orbit umzusetzen.
Bevor man einen Beitrag letztendlich abschickt sollte man ihn sich noch ein letztes Mal durchlesen und sich dabei überlegen ob man ihn genau in diesem Wortlaut auch Abends seinem Partner und/oder Kindern ohne Bedenken vorlesen würde.

Speedator

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Re: Geostationäres Solarkraftwerk
« Antwort #19 am: 17. April 2009, 17:58:37 »
Ich habe die Threads zum Themenbereich mal zusammengeführt.

Speedator

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Re: Geostationäres Solarkraftwerk
« Antwort #20 am: 17. April 2009, 18:21:13 »
Solaren hat ein Patent, das zeigt wohin die Reise technisch gehen könnte: Space-based power system - James E. Rogers et al

Dabei wird die Strahlung anscheinend mit Spiegeln gebündelt. Vielleicht kann hier jemand anderes noch genaueres aus dem Patent herauslesen.

Desweiteren hier noch ein Foliensatz aus 2007 zu einem weiteren Ansatz: Early Welsom Space Power Commercial Demonstration of Space Solar Power

Cosmo

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Re: Geostationäres Solarkraftwerk
« Antwort #21 am: 23. April 2009, 00:03:49 »
Abgesehen von wohl so einigen technischen Hürden muss man hier aber davon ausgehen dass keine Solarzellen zur Energiegewinnung benutzt werden, jedenfalls nicht im klassischen Sinn. Und es steht auch nur geschrieben "Solar Power" und nicht Photovoltaik. Nur um das zu verdeutlichen (neben der riesigen Grösse): heutiger Stand der Technik bei Triple Junction Cells, sehr optimistisch betrachtet, ist eine Leistung von 100 Watt pro 1 kg Solar Array. Bei 200 MW ergibt das nur für die Energieerzeugung eine zu startende Masse von 2000 t. Oder anders gesagt, eine Tonne Nutzlast muss für eine 1 Million Dollar (1 kg für 1000 Dollar) in den Weltraum oder besser gesagt GEO befördert werden, bei angepeilten 2 Mrd. Dollar Projektkosten. Sowohl die Gesamtmasse als auch die reinen Startkosten würden das Konzept sofort erledigen.

Das Projekt wird sicher auf eine andere Art der Gewinnung von Solarenergie ausgelegt, vielleicht mit Spiegeln aus Solarsegelfolie und einem thermischen Kreisprozess im Brennpunkt. Es ist ja auch die Rede von mehreren Satelliten. Trotzdem sollte man das stark anzweifeln, insbesondere bei einem Zeitplan bis 2016. ::) Ich denke wenn innerhalb der nächsten 20 Jahre ein solches Kraftwerk mit "nur" 200 Kilowatt realisiert wird kann man bereits von einem grossen Erfolg reden.

Offline GlassMoon

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Re: Geostationäres Solarkraftwerk
« Antwort #22 am: 25. April 2009, 14:00:32 »
Wir haben genügend Wüsten auf dieser Welt, die praktisch wolkenfrei sind.
Auf der Erde kann man die Dinger warten, ausserdem haben Geothermiekraftwerke einen höheren Wirkungsgrad.
Z.B Parabolrinnenkraftwerke, ei denen man die Sonne per Parabolspiegel auf ein mit Spezialöl gefülltes Röhrchen spiegelt. Die Röhrchen werden gebündelt und zur Turbine geführt.
Es gibt z.b schon ein 2,3 km² Kraftwerk mit einer Leistung von ca 350 Megawatt.
Ich kenn mich nicht so sehr mit dem Transportverlust bei Strom aus, ich weiß nicht ob man z.b von der Sahara bis nach Europa sinnvoll strom transportieren kann.
Wenn nicht könnte man immer noch Wasserstoff beispielsweise herstellen.
Aber nein, wir brauchen ja Solarkraftwerke im Orbit, wo die Wartung viel zu teuer ist, wobei wir nichtmal die Mittel haben, soviel Zeug in den Orbit zu transportieren.
Soll der Strom dann etwa für 50€ pro kWh verkauft werden?
Und dann kommen ja noch mehr Probleme wie ihr schon gesagt habt, z.b Weltraummüll, Sonnenwind..

Wenn die das ernst meinen, dann ist das so ziemlich die dämlichste und absurdeste idee, die ich seit langem gehört hab..
Ist ja noch unwirtschaftlicher wie He3 vom mond abbauen.
Warum versuchen sie nicht gleich, Wasserstoff aus der Sonne abzubauen? dann wären all unsere sprit und energieprobleme gelöst, toll![/ironie]
42/13,37 ≈ Pi

knt

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Re: Geostationäres Solarkraftwerk
« Antwort #23 am: 25. April 2009, 14:41:25 »
Ich kenn mich nicht so sehr mit dem Transportverlust bei Strom aus, ich weiß nicht ob man z.b von der Sahara bis nach Europa sinnvoll strom transportieren kann.
Kann man. Entsprechende Projektvorschläge gibt es schon - das ganze nennt sich TREC - Trans-Mediterranean Renewable Energy Cooperation


Offline tobi

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Re: Solarstrom aus dem All für die Erde
« Antwort #24 am: 19. Januar 2010, 19:53:48 »
EADS will jetzt einen Testsatelliten entwickeln, der innerhalb der nächsten Dekade fliegen könnte, wenn das Geld stimmt. Die Leistung soll mit einem Infrarotlaser auf die Erde übertragen werden. Man arbeitet mit der Universität von Surrey zusammen um Konverter von Infrarotlicht in Strom zu entwickeln. Man hofft auf 80% Wirkungsgrad.

Mehr dazu hier:
http://news.bbc.co.uk/2/hi/science/nature/8467472.stm
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

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