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Autor Thema: JAXA  (Gelesen 53270 mal)

Offline radi

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Re: JAXA
« Antwort #50 am: 28. Januar 2008, 08:23:06 »
Hi Markus,

du kannst auch das Tsukuba Space Center besuchen. Dort wird ja ein Teil der japanischen Sonden, Satelliten und das HTV zusammen gebaut. Von dir aus wär das sicher nicht so weit weg, einfach ab Akihabara mit dem Tsukuba Express nach Norden bis zur Endstation(Tsukuba Center), von da aus müsste es mit dem Bus weiter gehen. ;)

Mehr Infos gibts hier: http://www.jaxa.jp/visit/tsukuba/traffic_e.html

Tschau

Radi
« Letzte Änderung: 28. Januar 2008, 08:23:33 von radi »

Offline tul

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Re: JAXA
« Antwort #51 am: 28. Januar 2008, 23:34:02 »
Das Experiment Handyverbindungen mittels ETS-VIII ist übrigens gescheitert.  Beim Hochfahren des Satelliten hat es einen Kurzschluss im Empfänger gegeben. Dies hat die Leistungsfähigkeit erheblich vermindert. Um eine Verbindung aufbauen zu können ist daher eine 70cm Antenne notwendig.  Die anderen Experimente sind davon aber nicht betroffen.
Das soll jetzt aber nicht nur negativ beurteilt werden. Man darf nicht vergessen, dass ETS-VIII kein fertiger Anwendungssatellit ist, sondern eine Testmission.
(www.jaxa.jp)
JAXA ist übrigens mit 1700 Angestellten tierisch unterbesetzt. Auch sind die Verdienstmöglichkeiten eher schlecht. 1000 Euro plus freie Unterkunft.  Das ist nicht wirklich toll, vor allem weil man dann in einer sehr teuren Gegend wohnen muss. Da kommen zwar noch Bonuszahlungen dazu, aber trotzdem ...
(die Info habe ich über Dritte)

Noch ein kleiner Nachtrag zu H-II. Das Problem war, dass der Schwerpunkt sehr stark auf das Thema Technologie gesetzt wurde, da Japan vor allem technologisch punkten wollte. Dadurch geriet die H-II aber zu komplex und das Thema Wirtschaftlichkeit wurde vernachlässigt. (Ingenieure schiessen gelegentlich weit übers Ziel hinaus  ;D)
Insbesondere die Booster wurden später radikal vereinfacht.

« Letzte Änderung: 29. Januar 2008, 02:19:23 von tul »

Markus

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Re: JAXA
« Antwort #52 am: 29. Januar 2008, 09:03:11 »
Cool, den Tsukuba Space Port muss ich mir mal fuers WE vormerken. Ist tatsaechlich nicht so weit weg. Laenger als ne Stunde duerfte das nicht dauern da hin zu kommen. 8-)

Soll ich euch was mitbringen?

Gruss Markus

Offline radi

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Re: JAXA
« Antwort #53 am: 29. Januar 2008, 10:06:08 »
Vielleicht eine Spielzeug H-II ;)

Tschau

Radi

moritz

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Re: JAXA
« Antwort #54 am: 29. Januar 2008, 10:37:03 »
Zitat
Vielleicht eine Spielzeug H-II ;)

Tschau

Radi


für mich auch eine... ;) ;)
Vielleicht auch ne frühzeitige HII B ???
gruß,

moritz

Offline tul

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Re: JAXA
« Antwort #55 am: 14. Februar 2008, 11:44:42 »
Zitat
Allerdings kann es sich bei der Verzögerung nur um Tage handeln, da Japan für seine Starttermine nur kleine Zeitfenster zur Verfügung hat.

Kleiner Logikfehler. Grund der Verzögerung sind technische Probleme. Ob es sich bei der Verzögerung nur um wenige Tage handelt wird sich noch zeigen. Besser: Jaxa bzw. MHI hoffen, dass es sich bei der Verzögerung nur um wenige Tage handelt, da ... .

Zitat
Schließlich kam es im August 1968 zu einer Einigung zwischen den Fischereibehörden der Kagoshima- und Miyazakipräfekturen und der Uni Tôkyô, welche dem Weltraumhafen für ihre Starts ein Zeitfenster von zwei Mal 45 Tagen im Jahr, von Januar bis Februar und von August bis September, zugestanden. Diese engen Zeiträume existieren heute noch und stellen ganz allgemein ein Problem der japanische Raumfahrt dar, da dadurch alle Vorbereitungen einzig auf diese beiden kurzen Perioden fokussiert werden müssen.

Jein. Hayabusa wurde im Mai gestartet. Planet-C ist ebenfalls für Mai geplant. ETS-VIII und Midori-2 wurden im Dezember gestartet, Suzaku im Juli. IGS #1 im März. Die Grenzen sind längst nicht mehr so streng. Es gibt zwar weiterhin Monate die tabu sind, andere sind jedoch nur teilweise tabu, bzw. es ist Verhandlungssache. (Durch Überfischung hat die Bedeutung der küstennahen Fischerei auch erheblich abgenommen. Andererseits scheint sich die Position der Fischereibetriebe dadurch wieder zu verhärten.)
« Letzte Änderung: 14. Februar 2008, 12:02:13 von tul »

Offline tobi

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Re: JAXA
« Antwort #56 am: 01. Mai 2008, 09:21:37 »
Die JAXA arbeitet gerade an einem wiederverwendbaren suborbitalen Raketenkonzept, dass Experimente in 100km Höhe und wieder zrück bringen kann. Die geplante Rakete soll ein VTVL sein mit folgenden Daten:
  • Höhe: 10m
  • Durchmesser 3m
  • Masse 8875kg
  • Trockenmasse 2619kg
  • Schub 4x 31kN
  • Isp Meereshöhe: 315s All: 360s
  • Treibstoff: LH2/LOX
  • Drosselbarkeit 30-100%

Hier gibt es mehr Infos und neue Bilder dazu:
http://www.flightglobal.com/blogs/hyperbola/2008/04/look-our-jeff-bezos-here-comes.html

Sicherlich eine lohnende Entwicklung. :)
« Letzte Änderung: 01. Mai 2008, 11:12:04 von tobi453 »
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline Schillrich

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Re: JAXA
« Antwort #57 am: 02. Mai 2008, 08:57:17 »
Zitat
Sicherlich eine lohnende Entwicklung. :)

Ich sehe dieses Projekt eher "sinnlos". Um ballistische Flüge/Experimente durchzuführen, soll die gesamte Technik und der Treibstoff für eine aufwendige vertikle Landung mitgeführt werden? Ein paar Gründe, die dagegen sprechen:
  • Aufwand/Kosten
    Die Steuerung (Systeme, Software, Verfahren), um senkrecht zu landen, ist richtig komplex verglichen mit den Alternativen. So etwas zu entwickeln, zu testen und in Stand zu halten, treibt den Aufwand in die Höhe.
  • Nutzlast
    Hier schleppt man also starke Triewerke und den gesamten Landetreibstoff mit auf den Hüpfer? Kein Wunder, dass das Ding so groß wird.
  • Komplexität
    So ein komplexes System hat neben den Kosten noch den Nachteil höherer Fehleranfälligkeit.
Für suborbitale Flüge gibt es einfache und bewährte andere Konzepte. Ein mal wären da die Höhenforschungsraketen, welche passiv am Fallschirm zur Erde zurückkehren. Zum anderen gibt es neue Konzepte wie WK2+SS2, welche im passiven Gleitflug zur Erde zurückkehren. Solche Landekonzepte reichen vollkommen aus, v.a. spart man sich Treibstofmasse.

@Tobias:
Warum sagst du eigentlich bei jeder neuen Studie der ESA "Wieder mal eine Studie, die Studie bleiben wird ..." und wenn andere so etwas machen, ist es "lohnend"? ;)
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

"Failures are ammo in your arsenal, not baggage that weighs you down." (JPL)

Offline tobi

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Re: JAXA
« Antwort #58 am: 02. Mai 2008, 19:00:31 »
Hallo Daniel,

ich habe das so interpretiert, dass das keine Studie ist, sondern sich das ganze in Entwicklung befindet oder habe ich das falsch verstanden? :o

Tobi
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline tul

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Re: JAXA
« Antwort #59 am: 02. Mai 2008, 19:07:22 »
Wer es noch nicht kennt hier ist ein altes Interview mit dem Chefentwickler:
http://www.hobbyspace.com/AAdmin/archive/Interviews/Systems/Inatani.html

Das Problem ist, dass die Höhenforschungsraketen selbst nicht ganz billig sind. Da kommen pro Start einige Millionen US-Dollar zusammen.

Das JAXA Gesamtbudget für das neue Fiskaljahr ist übrigens 187 Milliarden Yen, das ist ein Plus von ungefähr 5 Milliarden Yen gegenüber dem Vorjahr. ABER: Das Budget für Weltraumforschung ist von 19 Milliarden Yen auf ungefär 15 Milliarden Yen gefallen. Das ist eine Katastrophe. :'( (Quelle: mext.go.jp)

USEF scheint ebenfalls Probleme zu haben, deren Budget ist von ~8 Milliarden Yen von vor einiger Zeit auf 1,5 Milliarden Yen gefallen, wenn ich das richtig verstanden habe. usef.or.jp
« Letzte Änderung: 02. Mai 2008, 19:22:36 von tul »

Offline Schillrich

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Re: JAXA
« Antwort #60 am: 02. Mai 2008, 21:11:26 »
@tul

Wird denn eine Höhenforschungsrakete durch so ein komplexes Kkonzept billiger? Ich bezweifel dass sehr stark. Ziel ist ja eine Wiederverwendbarkeit und wie ich oben sagte, lässt die sich für so eine Rakete einfacher durch Fallschirme oder ein Gleiterkonzept (WK2+SS2) herstellen.
\\   //    Grüße
 \\ ///    Daniel

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Cosmo

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Re: JAXA
« Antwort #61 am: 02. Mai 2008, 23:12:41 »
Zitat
Das Problem ist, dass die Höhenforschungsraketen selbst nicht ganz billig sind. Da kommen pro Start einige Millionen US-Dollar zusammen.

Das stimmt so nicht. Meines Wissens nach bekommt man Höhenforschungsraketen bereits ab hohen 5-stelligen Summen, ganz sicher jedoch für niedrige 6-stellige Summen (in €). Mag sein das es Unterschiede zwischen den einzelnen Typen gibt, aber allgemein sind die Raketen sehr preiswert (besonders im Hinblick auf die üblichen Kosten im Raumfahrtgeschäft).

Und wie Daniel es bereits andeutete, gibt es mit den privaten Unternehmen (WK2, SS2) wohl schon bald ein grosses Angebot in diesem Segment. Das Potenzial sollte man neben dem medientauglichen Tourismus nicht unterschätzen.

Offline tul

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Re: JAXA
« Antwort #62 am: 03. Mai 2008, 20:55:02 »
Zitat
Zitat
Das Problem ist, dass die Höhenforschungsraketen selbst nicht ganz billig sind. Da kommen pro Start einige Millionen US-Dollar zusammen.

Das stimmt so nicht. Meines Wissens nach bekommt man Höhenforschungsraketen bereits ab hohen 5-stelligen Summen, ganz sicher jedoch für niedrige 6-stellige Summen (in €). Mag sein das es Unterschiede zwischen den einzelnen Typen gibt, aber allgemein sind die Raketen sehr preiswert (besonders im Hinblick auf die üblichen Kosten im Raumfahrtgeschäft).

Und wie Daniel es bereits andeutete, gibt es mit den privaten Unternehmen (WK2, SS2) wohl schon bald ein grosses Angebot in diesem Segment. Das Potenzial sollte man neben dem medientauglichen Tourismus nicht unterschätzen.

Der Wert stammt nicht von mir, sondern aus einem Artikel der vor einigen Monaten veröffentlicht wurde.
Das scheint korrekt zu sein. Laut JAXA liegen die Startkosten der S-310 bei 200 Million Yen, das sind ~1,2 Millionen Euro bzw. 1,9 Millionen Dollar. (Der Eurowert wird verfälscht durch die Eurostärke). Wenn ich das japanische Wikipedia richtig verstanden habe, liegen die Startkosten der S-520 bei bis zu 600 Millionen Yen, das sind runde 3,7 Millionen Euro bzw. 5,7 Millionen US-Dollar. Die geplanten Startkosten des RVT sollen bei 25 Millionen Yen liegen, dass sind ~240000 US-Dollar bzw. ~150000 Euro. Die Entwicklungskosten sollen bei 5 Milliarden Yen auf 5 Jahre liegen (31Millionen Euro/50 Millionen US-Dollar).

Cosmo

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Re: JAXA
« Antwort #63 am: 06. Mai 2008, 00:07:15 »
Zitat
Der Wert stammt nicht von mir, sondern aus einem Artikel der vor einigen Monaten veröffentlicht wurde.
Das scheint korrekt zu sein. Laut JAXA liegen die Startkosten der S-310 bei 200 Million Yen, das sind ~1,2 Millionen Euro bzw. 1,9 Millionen Dollar. (Der Eurowert wird verfälscht durch die Eurostärke). Wenn ich das japanische Wikipedia richtig verstanden habe, liegen die Startkosten der S-520 bei bis zu 600 Millionen Yen, das sind runde 3,7 Millionen Euro bzw. 5,7 Millionen US-Dollar. Die geplanten Startkosten des RVT sollen bei 25 Millionen Yen liegen, dass sind ~240000 US-Dollar bzw. ~150000 Euro. Die Entwicklungskosten sollen bei 5 Milliarden Yen auf 5 Jahre liegen (31Millionen Euro/50 Millionen US-Dollar).
Hallo Tul,

ich wollte nur allgemein darauf hinweisen dass man bereits für weit weniger als Millionen von Euro eine Höhenforschungsrakete kaufen kann (bzw. den Start). Dein Post bezog sich wohl direkt auf die japanischen Raketen, was ich leider eben erst (mit deinem neuen Post) so verstanden habe :-[.
Dass die japanischen Sounding Rockets einige Millionen verschlingen wundert mich aber trotzdem, denn soweit ich sehen kann fliegen diese nicht sooo hoch (nur wenige hundert km). Ein anderer Kostentreiber ist natürlich auch die Nutzlastkapazität, dass sollte man nicht vergessen. Ich sehe gerade dass die S-520 100kg Nutzlast in 300km Höhe bringt. Hmm, 57000$ pro Kg für 5 Minuten Microgravity ::) (zum Vergleich: RVT soll 100kg in 130km Höhe bringen).

Die Entwicklungskosten des RVT sind für meine Begriffe eher "günstig". Da frage ich mich direkt, wieso man Delta Clipper eingestellt hat. Aber schön zu sehen dass dieses Konzept immer noch lebt.

Insgesamt bleib ich jedoch der Meinung, dass man heutzutage kein staatliches Geld mehr für die Entwicklung neuer Träger/Konzepte für diese Art der "Raumfahrt" bereitstellen sollte. Die private Industrie ist da auf gutem Wege.


Gruss
Cosmo

Offline tul

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Re: JAXA
« Antwort #64 am: 06. Mai 2008, 09:34:08 »
Zitat

Insgesamt bleib ich jedoch der Meinung, dass man heutzutage kein staatliches Geld mehr für die Entwicklung neuer Träger/Konzepte für diese Art der "Raumfahrt" bereitstellen sollte. Die private Industrie ist da auf gutem Wege.


Gruss
Cosmo


Nicht in Japan. Die Firmen, die im Bereich Raumfahrt aktiv sind, sind die "Heavy" Maschinenbauer MHI, KHI, IHI, FHI. Die sind stockkonservativ und erstmal nur an Staatsknete interessiert. Es gibt zwar das staatlich-private Projekt GX, aber das hat schwere Probleme. Weitere kooperative Projekte in diesem Gebiet sind daher eher unwahrscheinlich. Rein private Projekte wirds hier wohl nicht geben. Hoffnung aktiv zu werden gibt es einzig bezogen auf Toyota oder Honda, aber das ist rein spekulativ.

Offline tul

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Re: JAXA
« Antwort #65 am: 09. Juli 2008, 19:32:35 »
Es geht weiter. Laut MEXT ist der Start von GCOM-C ~Februar 2014. Das Budget für den Satelliten beträgt 18 Mrd. Yen (~106 Millionen Euro) und 4,2 Mrd. Yen  (~25 Millionen Euro) für die Bodeninfrastruktur. Es gab ne Kostensteigerung in der Entwicklung des SGLI Sensors, die wurden aber dadurch kompensiert, dass GCOM-C den gleichen Bus benützt wie GCOM-W.

Im Sommer 2013 gibt es eine neue Röntgenmission NeXT. Nachdem die geplante Zusammenarbeit mit NASA voranschreitet, ist die Mission eigentlich so gut wie sicher. http://www.nasa.gov/home/hqnews/2008/jun/HQ_C08040_SMEX_selections.html
NeXT wird mit der H-2A gestartet. Ursprünglich wurde für die Mission ja die M-V vorgesehen. Nachdem man aber jetzt mehr Power zur Verfügung hat, wurde der Satellit überarbeitet. Er ist jetzt mit 2,4 Tonnen deutlich schwerer und leistungsfähiger.  NeXT ist damit die schwerste Astronomiemission Japans.

Natürlich haben die bösen Sith Lords vom Finanzministerium noch das letzte Sagen ... .

Wäre natürlich toll wenn Hayabusa 2 zustande kommen würde.

Offline tul

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Re: JAXA
« Antwort #66 am: 11. Juli 2008, 19:00:20 »

Offline tul

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Re: JAXA
« Antwort #67 am: 01. Januar 2009, 19:27:15 »
Das Budget für Fiskaljahr 2009 ist da.  MEXT (das Wissenschafts- und Erziehungsministerium) hat ungefähr 244 Mrd. Yen (~2,4 Mrd. Dollar) für JAXA beantragt.  Das kämme auch einer Verdoppelung des Budget des Wissenschaftsprogrammes auf 35 Mrd. Yen gleich. Die Forderung wurde natürlich vom Finanzministerium zusammengestrichen. Rausgekommen ist ein Budget von 196 Mrd. Yen, nach 187-190 Mrd. Yen im laufenden Fiskaljahr. Damit hat sich das Budget der Organisation seit 2006 um 200 Millionen Dollar erhöht.
7,2 Mrd. Yen sind für GCOM vorgesehen, d.h. GCOM-C ist damit wohl klar für Februar 2014. Auch die ALSO (Daiichi) Mission wird in Zukunft aufgeteilt, da JAXA nicht mehr soviele Funktionen auf einem Satelliten vereinigen will. Im Geschäftsjahr 2012 will JAXA einen SAR Satelliten starten. Das Gesamtbudget liegt bei 22 Mrd. Yen für den Satelliten und 7 Mrd. Yen für die Modernisierung der dazugehörigen Infrastruktur auf
den Boden.  2009 ist eine Mrd. Yen vorgesehen, damit kommt das Projekt ins laufen. Ob der Starttermin eingehalten werden kann, wird man sehen. Eine japanische Zeitung hat geschrieben, dass das Projekt der Energieübertragung zwischen einem Satelliten und einer Bodenstation weiter voran getrieben wird. 2015 soll ein kleiner Demonstrationssatellit gestartet werdem.

Allerdings bleibt das Budget für das Wissenschaftsprogramm mit knappen 18 Mrd. Yen mehr oder weniger gleich. JAXA hat zwar mit Astro-H eine neue Mission bekommen, ob aber der Starttermin Sommer 2013 dann eingehalten werden kann , wird man sehen. Ob Selene-2 und Hayabusa-2 in Phase-B 2009 übergehen können, kann dann bezweifelt werden.

Es soll aber noch angemerkt werden, dass JAXA auch Geld von den anderen Ministerien bekommt. Z.B. wird GOSAT in Teilen  vom Umweltministerium bezahlt, IGS vom Kabinetbudget, und das erwähnte Projekt zur Energieübertragung in Teilen vom Wirtschaftsministerium.
« Letzte Änderung: 01. Januar 2009, 19:29:23 von tul »

Offline tul

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Re: JAXA
« Antwort #68 am: 14. Februar 2009, 15:06:02 »
Es sind seit einiger Zeit Details über die Advanced Solid Rocket (ASR), der Nachfolgerin für die M-V bekannt.
Die M-V hatte das Problem, dass sie leistungsoptimiert war, nicht jedoch kostenoptimiert.  Deswegen lag der Startpreis bei 7,5 Mrd. Yen, dass sind momentan bei ungünstigen Wechselkursen ungefähr 63 Millionen Euro. Die Kapazität der Rakete lag bei ungefähr 1,8 Tonnen für LEO. Laut einem älteren Blogeintrag auf planetary.or.jp gab es den Plan die M-V kosten zu optimieren, dafür wären aber 100 Millionen US-Dollar notwendig gewesen.  Der Plan hat sich nicht durchgesetzt.
Stattdessen wurde die Entwicklung der ASR beschlossen. Das Budget liegt momentan bei 260 Millionen US-Dollar.  ::)
ASR kann 1,2 Tonnen in den LEO und 600 kg in SSO befördern. Die angepeilten Startkosten liegen bei 2,5-3.0 Mrd. Yen.
Die M-V hatte eine Vorlaufzeit von mindestens 3 Jahren und benötigte knappe 80 Tage zur Startvorbereitung.  Bei der ASR soll die Vorlaufzeit maximal 1 Jahr betragen und der benötigte Zeitraum für die Startvorbereitung am Startgelände soll erheblich zusammengestrichen werden.  Die erste Stufe der ASR basiert übrigens auf den Boostern der H-IIA.
Der Hintergrund der ASR liegt in dem Wunsch neben schweren Forschungsmissionen wie der ASTRO-H auch wieder kleinere Missionen bis 400 kg zu starten. Der erste Start ist für das Fiskaljahr 2012 geplannt. Allerdings ist die Aufgabe der M-V intern nicht unumstritten.

u.a. http://www.senkyo.co.jp/ists2008/pdf/2008-g-04.pdf

Offline tobi

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Re: JAXA
« Antwort #69 am: 26. Februar 2009, 10:36:32 »
Die Jaxa hat zwei neue Astronauten gewählt, Takuya Onishi, 33, and Lt. Col. Kimiya Yui, 39:
http://search.japantimes.co.jp/cgi-bin/nn20090226a8.html
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline tobi

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Re: JAXA
« Antwort #70 am: 03. März 2009, 13:41:00 »
Die 2 Astronautenanwärter arbeiten ab 1. April 2009 offiziell für die JAXA. Dann werden sie für 2 Jahre zum Training zur NASA geschickt. Basierend auf den Trainingsergebnissen werden sie dann offziell zu JAXA Astronauten. Danach sind noch mal zwei zusätzliche Jahre ISS Training notwendig, bevor sie dann zur ISS fliegen können.

Eventuell wird ein weiterer Kandidat als Reserve ausgewählt.

Quelle:
http://www.jaxa.jp/press/2009/02/20090225_select_e.html
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline tobi

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Re: JAXA
« Antwort #71 am: 06. März 2009, 11:59:54 »
Japan überlegt einen Roboter auf den Mond zu schicken, so ca. 2020. Man hat Angst zu weit hinter andere Nationen in der Raumfahrtentwicklung zurückzufallen.

Quelle:
http://www.reuters.com/article/scienceNews/idUSTRE5251RS20090306
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

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Re: JAXA
« Antwort #72 am: 17. März 2009, 19:27:19 »
Es gibt Neuigkeiten bzgl. einer neuen japanischen Marsmission (Planet-D?).

Grundlegende Frage der Mission ist die Entwicklung der Marsatmosphäre, insofern stellt sie ein Ersatz der leider fehlgeschlagenen Nozomi Sonde bzw. eine Ergänzung zu Maven da.  Untersucht werden soll der Verlust von Molekülen in den Weltraum, aber auch die Wechselwirkungen zwischen Marsatmosphäre und der Oberfläche. Die Mission besteht dafür aus drei Teilen: zwei Orbiter und ein bis drei Lander.

Der Start soll entweder 2016 oder 2018 mit H-IIA 204 erfolgen mit Hinblick auf das nächste Solarmaximum.

Das ganze ist aber nur eine Vorplanung. Wie immer haben die Sith Lords im Finanzministerium das letzte Wort.

http://mepag.jpl.nasa.gov/meeting/mar-09/MELOS_at_MEPAG_March2009.pdf

Offline tobi

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Re: JAXA
« Antwort #73 am: 03. April 2009, 13:18:04 »
Die JAXA hat jetzt einen neuen Supercomputer. Er ist mit einer Effizienz von 91% der effizienteste auf der Welt. Was die Rechenleistung angeht ist er der schnellste in Japan und weltweit auf Platz 17. Mit dem Computer sollen unter anderem Raketentriebwerke analysiert werden.

Quelle:
http://www.japancorp.net/Article.Asp?Art_ID=21259
Jean-Yves Le Gall: "CNES: The Future of Space!", "Le CNES, The Place to Be!!!"

Offline pikarl

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Re: JAXA
« Antwort #74 am: 03. April 2009, 17:31:12 »
Was heißt denn Effizienz von 91%? Ich dachte, Rechenpower wird eher meist in Teraflops angegeben, also der Anzahl von Rechenoperationen pro Sekunde.

Tags: Japan