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Autor Thema: Überriesen  (Gelesen 10156 mal)

cape_cookia

  • Gast
Überriesen
« am: 23. März 2006, 23:54:02 »
Hi Leute,

nach dem Cambridge Catalogue soll Canopus im Sternbild Carina die 200.000 fache Strahlkraft unserer Sonne haben (Quelle:Atlas der Sterne). Welche Sonnen sind in der selben Liga wie Canopus? Welche ist die Nr.1 in Sachen Leuchtkraft?

Wieviele (tausende?) Kilometer müsste ein "Raumschiff" in einen Gasriesen eintauchen, bis es festen Boden unter den Füßen hat, um zu landen?

Danke und gute Nacht ;)


« Letzte Änderung: 24. Juni 2009, 10:56:10 von Kreuzberga »

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Super-Sonnen und Gasriesen
« Antwort #1 am: 24. März 2006, 00:32:21 »
Moin,

zur Zeit ist wohl *LBV 1806-20* (LBV steht für: leuchtkräftiger blauer Veränderlicher) der leuchtkräftigste Stern; er besitzt bei ~ 150-facher Größe unserer Sonne eine ~  5 - 40-millionenfache Leuchtkraft.

Auch *Eta Carinae* ist mit 100 - 150 Sonnenmassen und ~ 4 - 5-millionenfacher Leuchtkraft dabei, sowie der *Pistolenstern* mit über 100 Sonnenmassen und ~ 10-millionenfacher Leuchtkraft.

Da die Sterne hauptsächlich aus Wasserstoff bestehen und diesen durch Kernfusion im Inneren in Helium und noch schwerere chemische Elemente umwandeln, wirst das hypothetische Raumschiff wohl kaum auf festen Boden treffen.

Weitere Informationen findest Du unter >>>

Jerry
« Letzte Änderung: 24. März 2006, 00:43:48 von H.J.Kemm »

cape_cookia

  • Gast
Re: Super-Sonnen und Gasriesen
« Antwort #2 am: 24. März 2006, 12:13:07 »
Hallo H.J.Kemm,
war wohl ein wenig missverständlich von mir ausgedrückt, ich meinte eine hypothetische Landung z. B. auf Jupiter oder Uranus. Sorry

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Super-Sonnen und Gasriesen
« Antwort #3 am: 24. März 2006, 12:28:06 »
Moin,

aha, das war damit gemeint.

Aber diese Frage wird wohl auch keiner letztendlich verbindlich beantworten können, dieweil:

@ Jupiter: Mit zunehmender Tiefe der Atmosphäre ist der Wasserstoff, aus dem Jupiter zur Hauptsache besteht, aufgrund des hohen Drucks flüssig, aber ohne Phasenübergang, so dass keine definierte Oberfläche existent ist, da der Druck in den Tiefen der Atmosphäre jenseits des kritischen Punktes ansteigt. Unter diesen Bedingungen ist die Unterscheidung zwischen Gas und Flüssigkeit nicht mehr möglich. Ab etwa 25 % des Jupiterradius geht der Wasserstoff bei einem Druck jenseits von 300 Millionen Erdatmosphären in eine metallische Form über. Es wird vermutet, dass Jupiter unterhalb dieser metallischen Wasserstoffschicht einen Gestein-Eis-Kern hat, der aus schweren Elementen besteht.

@Uranus: Die hellblaue Farbe von Uranus entsteht durch die Absorption von rotem Licht durch seine Methan-Atmosphäre. Darunter besteht Uranus hauptsächlich aus Gestein und Wasser, mit nur etwa 85% Wasserstoff und wenig Helium (im Gegensatz zu Jupiter und Saturn, die zum größten Teil aus Wasserstoff bestehen). Uranus und Neptun ähneln dem Kern von Jupiter und Saturn, nur ohne die massive Hülle aus flüssigem metallischem Wasserstoff. Man vermutet, dass seine Materie einigermaßen gleichmäßig verteilt ist, das heißt Uranus besteht aus einem großen Ozean aus Wasser und geschmolzenem Gestein.


Also auch da wird es wohl kaum *festen Boden* zum *aufsetzen* geben.

Hat das mit der Info über die Größe und Helligkeit der *Überriesen* gereicht?



Jerry

cape_cookia

  • Gast
Re: Super-Sonnen und Gasriesen
« Antwort #4 am: 24. März 2006, 13:58:12 »
@H.J.Kemm: Danke für Antwort und die Info über die Überriesen. Werde sie noch studieren und ggf. rückfragen ;) Bis dann

cape_cookia

  • Gast
Re: Super-Sonnen und Gasriesen
« Antwort #5 am: 24. März 2006, 15:05:24 »
Hallo H.J.Kemm,

da habe ich schon die ersten Rückfragen: wie bereits vorher erwähnt, soll laut Cambridge Catalogue der Stern Canopus die 200.000 fache Leuchtkraft unserer Sonne besitzen. Unter dem von Dir gesetzten Link, wird behauptet, dass Canopus die 14.800 fache Leuchtkraft hat. Welche These stimmt nun? Ist die Cambridge Theorie veraltet? Wurde Canopus neu vermessen oder kollabiert Alpha Carina :-?

cape cookia

cape_cookia

  • Gast
Re: Super-Sonnen und Gasriesen
« Antwort #6 am: 27. März 2006, 00:17:02 »
Hallo,

Alpha Carinae kollabiert... noch nicht. Die Daten meinerseits sind veraltet  :-[ und nach heutigem Vermessungsstand, sind es tatsächliche 14.800 fache Sonnenleuchtkräfte. Der Grund, Canopus liegt "näher" an uns, als wir dies vermuteten. Danke an den Webmaster von jumk.de

Gute Nacht

H.J.Kemm

  • Gast
Re: Super-Sonnen und Gasriesen
« Antwort #7 am: 27. März 2006, 00:39:08 »
Moin,

ich hatte Deine Frage nicht übersehen, aber erst heute die Gelegenheit mit jemendem darüber zu sprechen, der mehr Ahnung hat.

Nach seiner Aussage sieht es so aus, dass a) die neusten Daten die Besseren sind und das b) grundsätzlich mit allen Daten vorsichtig umgegangen werden sollte.


Bestes Beispiel: a Carinae (Canopus), da gibt es ausser diesen beiden genannten Entfernungen noch zwei weitere Angaben, die ca. in der Mitte liegen.


Jerry

H.J.Kemm

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Re: Super-Sonnen und Gasriesen
« Antwort #8 am: 12. Dezember 2006, 05:29:57 »
Moin,

aus Yahoo-Nachrichten >>>>>
Zitat gelöscht.

Jerry
« Letzte Änderung: 23. April 2009, 07:26:40 von tobi453 »

H.J.Kemm

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Re: Super-Sonnen und Gasriesen
« Antwort #9 am: 14. Dezember 2006, 04:30:38 »
Moin,

hierzu noch diese Aufnahme:



Jerry

Hansjuergen

  • Gast
Re: Super-Sonnen und Gasriesen
« Antwort #10 am: 18. Februar 2009, 23:40:39 »
Riesenstern in Großaufnahme

Mit Hilfe des Very Large Telescope Interferometer (VLTI) hat eine Gruppe französischer Astronomen das vermutlich schärfste Farbbild aufgenommen, das je von einem astronomischen Objekt gemacht wurde. Es zeigt den Riesenstern T Leporis in 500 Lichtjahren Entfernung. Deutlich zu erkennen ist eine sphärische Hülle aus Gas, die die ferne Sonne ins All abgestoßen hat.




Mehr darüber hier:http://www.astronews.com/news/artikel/2009/02/0902-026.shtml

Hansjürgen

Offline Kreuzberga

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Re: Super-Sonnen und Gasriesen
« Antwort #11 am: 19. Februar 2009, 09:23:31 »
Hier nochmal der Größenvergleich mit unserer Sonne und der Umlaubahn der Erde:


ESO

Wirklich ein beeidruckendes Bild!  :)

edit: Danke für den Hinweis, eumel!
« Letzte Änderung: 19. Februar 2009, 15:22:13 von Kreuzberga »

Offline GlassMoon

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Re: Super-Sonnen und Gasriesen
« Antwort #12 am: 19. Februar 2009, 20:12:17 »
http://de.rofl.to/unser-planet-ist-so-klein

bitte nur das video anschaun und die unseriöse beschreibung und die kommentare vernachlässigen, tut dem astronomenherz nicht gut xD


Aber das video ists echt wert!
der vergleich dürfte es doch in etwa treffen
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Sun_and_VY_Canis_Majoris.svg&filetimestamp=20070822170942
« Letzte Änderung: 19. Februar 2009, 20:19:44 von DaBeste »
42/13,37 ≈ Pi

Offline Ensi

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Re: Überriesen
« Antwort #13 am: 05. Juli 2009, 09:47:16 »
hallo forum,

ich hab was über risensterne ala VV Cephei gelesen und z.B. dass er (als größter bekannter stern), 1600- 1900 sonnenradien (etwa sonne bis saturnbahn), groß sein soll bei etwa 40 bis knapp über 100 sonnenmassen,

ich denke ich bin nicht der einzige, den dies verwundert,
100 sonnenmassen bei 1900 sonnenradien?

ich würde dies nicht als volumen des sterns angeben, sondern stelle mir dass eher wie eine gewaltige atmosphere oder umgebende staubwolke vor,

wie kommen die wissenschaftler auf solche werte?

wie kann  man sich einen solchen stern vorstellen?
( "kleiner" stern in rießenatmosphere vs. riesiger stern mit imens niedriger dicht?)

ich tendiere stark zu möglichkeit 1

dank für die antworten
mfg
Ensicube
« Letzte Änderung: 05. Juli 2009, 13:24:08 von Kreuzberga »

Offline Kreuzberga

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Re: Überriesen
« Antwort #14 am: 05. Juli 2009, 20:33:49 »
Hallo Ensicube und willkommen im Forum!

Der große Radius bei Roten Überriesen hängt wesentlich von der im Vergleich zu Sternen wie der Sonne extrem hohen Temperatur im Kern ab. Durch diese hohe Temperatur und die damit verbundene schnell ablaufende Fusionsreaktion im Kern wird der Rest des Sterns gehörig ausgedehnt. Damit nimmt die Dichte nach außen hin immer weiter ab, ebenso wie die Temperatur. Rote Superriesen haben daher eine eher kühle Oberfläche.

Sie können sich in Blaue Überriesen verwandeln, wenn aus irgendeinem Grund die Fusionsreaktionen im Kern anfangen langsamer abzulaufen. Schon wird der Druck nach außen hin geringer und der Stern zieht sich auf einige zig Sonnenradien zusammen, wobei die Oberflächentemperatur auf mehrere zehntausend Grad steigen kann.

Im "Beteigeuze schrumpft"-Thread hatten wir auch schon ein wenig über Rote Überriesen und ihre Eigenschaften diskutiert.

Offline Ensi

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Re: Überriesen
« Antwort #15 am: 05. Juli 2009, 21:44:54 »
okok, danke ersdmal soweit :)

aber eins will mir nicht einleuchten,
ein stern mit 1900 sonnenradien und ca. 100 sonnenmassen, erscheint mir unrealistisch,

könnte man sich nicht dem kern von VV Cephei deutlich weiter näher als diese 1900 SR?

muss man nicht eher diese 1900 SR als als obergrenzer einer sternatmosphere betrachten?

ich kann mir nicht vorstellen, dass es so etwas wie eine oberfläche 1900 SR vom kern entfert gibt

 ???



Offline Kreuzberga

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Re: Überriesen
« Antwort #16 am: 05. Juli 2009, 21:57:26 »
ich kann mir nicht vorstellen, dass es so etwas wie eine oberfläche 1900 SR vom kern entfert gibt

Naja, auch unsere Sonne hat ja keine richtige Oberfläche im Sinne einer scharf abgegrenzten Fläche. Was wir als Oberfläche sehen ist ja im wesentlichen die so genannte Photosphäre (paar hundert Kilometer dick). Darunter gibt es verschiedene andere Zonen, bis hin zum Kern. Die Photosphäre hat einer Dichte, die der der Erdatmosphäre in rund 70 km Höhe entspricht - also sehr gering. Das ist bei einem Überriesen mit einem Radius von 1900 Sonnenradien nicht anders: Die Photosphäre ist sogar noch weniger dicht, dafür aber wahrscheinlich breiter.

Insgesamt haben wir es bei Sternen ja mit einem Plasma (ionisiertes Gas) zu tun, dessen Dichte zum Kern hin immer weiter zunimmt. Nach außen hin wird die Dichte, ähnlich wie bei unserer Erdatmosphäre immer geringer. Du kannst ja auch bei der Erdatmosphäre nicht sagen, wo diese genau endet.

Volki

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Ist der größte bekannte Stern immernoch VY Canis Majoris
« Antwort #17 am: 17. August 2009, 18:38:22 »
Ist der größte bekannte Stern immernoch VY Canis Majoris oder gibt es bereits neue Entdeckungen?



H.J.Kemm

  • Gast
Re: Überriesen
« Antwort #18 am: 17. August 2009, 19:25:39 »
Moin,

ich habe Deine Frage in diesen Thread gepackt.

*VY Canis Majoris* (VY CMa), roter Überriese Großer Hund, 7,4 - 9,6 mag, 5.000 Lj, 30 - 40 MSo, 1.800  - 2.100 Sr, ist der größte z.Z. bekannte Stern und vielleicht auch einer der leuchtstärksten Sterne. Sein ø ist über 200.000 mal größer als der der Erde.

Jerry 

greatattraktor

  • Gast
Re: Überriesen
« Antwort #19 am: 25. Juli 2010, 19:16:14 »
Im diesem Thread http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=451.msg153623#new wird gerade über den Riesenstern RMC 136a diskutiert.
Ist eigentlich geklärt, ob es sich hierbei nicht um ein Doppelsternsystem handelt bzw. handeln könnte? Oder, könnte es sein, daß die bisherigen Annahmen nach der maximalen Größe von Sternen neu überdacht werden müssen? 

Offline T.D.K.

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Re: Überriesen
« Antwort #20 am: 25. Juli 2010, 22:16:57 »
Man hat 2 Entstehungsgebiete Untersucht, NGC 3603 und RMC 136a.
Bei dem Stern RMC 135a1 scheint es sich um einen Einzelstern zu handeln.
Man hat aber in dem Cluster NGC 3603 Sterne gefunden die sehr Massiv und heiß sind,
und die auch Doppelsterne bilden und zusammen eine ähnliche Masse haben.
NGC 3603 liegt in der Milchstrasse und RMC 136a in der Grossen Magellanschen Wolke.
Ist denn der Mond auch da wenn niemand hinsieht? ::)

Offline Lumpi

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Re: Überriesen
« Antwort #21 am: 23. August 2017, 18:51:57 »
Bislang bestes Bild der Oberfläche + Atmosphäre des roten Überriesen Antares erstellt

Eine Gruppe von Astronomen hat mithilfe des Very Large Telescope Interferometers (VLTI) die Oberfläche von Antares kartiert und Materialbewegungen darauf vermessen. Es entstand das bisher beste Bild der Oberfläche und der Atmosphäre eines Sterns überhaupt (außer unserer Sonne natürlich). Auch konnte eine zweidimensionale Geschwindigkeitskarte der Atmosphäre des etwa 600 Lichtjahre entfernten roten Überriesen erstellt werden. Entgegen bisheriger Modelle wurde turbulentes Gas geringerer Dichte in viel größerer Entfernung vom Stern gefunden als vorher gedacht. Das bedeutet, dass die Bewegung nicht von Konvektion hervorgerufen worden sein kann. Für eine Erklärung der Bewegung in der ausgedehnten Atmosphäre von Antares, bzw. von roten Überriesen überhaupt, ist offensichtlich ein noch unbekannter Mechanismus ursächlich.
https://www.eso.org/public/germany/news/eso1726/

Oberflächenstrukturen des roten Überriesen Antares:

Herkunftsnachweis:  ESO/K. Ohnaka

Das Video erklärt kurz die wichtigsten Aspekte der Entdeckung:

https://www.youtube.com/watch?v=LRy68WZtKrE
Quelle: ESO

Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich.

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