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Autor Thema: Jupitermonde  (Gelesen 56955 mal)

Beverly

  • Gast
Jupitermonde
« am: 24. Oktober 2004, 22:43:44 »
Seitdem die Raumsonde "Voyager" Bilder vom Jupitermond Io zur Erde funkte, reißt das Interesse an diesem Mond nicht ab. Die Sonden Voyager und Galileo fanden auf Io hunderte von Vulkanen, die bei Ausbrüchen ihre Lava bis zu 300 Kilometer hoch schleudern.

Io hat einen Durchmesser von 3600 Kilometern und ist der Innerste der vier großen Jupitermonde, ca. 400 000 Kilometer von Jupiter entfernt. Die Anziehung von Jupiter und der beiden Monde Europa und Ganymed sorgt für starke Gezeitenkräfte, die das Innere des Mondes aufheizen. Io besteht aus einem Eisenkern, um dem Kern liegt ein Mantel aus flüssigem Gestein.
Die Oberfläche besteht aus Schwefel, Schwefeldioxyd und anderen Schwefelverbindungen, die sich aus Vulkanausbrüchen abgelagert haben. Während die Durchschnittstemperatur -140 Grad beträgt, ist die Lava der Vulkanausbrüche über 1500 Grad heiß und es gibt Flüsse und Seen aus flüssigem Schwefel.

Siehe

http://www.uni-koeln.de/math-nat-fak/geomet/geo/forschung/pluto/io.html

http://www.blinde-kuh.de/weltall/io.html

http://www.discovery.de/de/pub/specials/schoenewelten/monde/io.htm

http://home.arcor.de/richard_sturm/sonnensystem/io.htm

http://www.astronomie.de/news/0000368.htm


Es gibt auch schon Pläne, mit einger eigens für Io entwickelten Sonde mehr über diese Welt zu erfahren, siehe

http://www.unibw-muenchen.de/campus/LRT9/Forschung/Io.htm

Eine interessante Frage ist, ob es unter solchen Bedingungen komplexe Verbindungen und Leben geben könnte; falls ja, wäre es ganz anders aufgebaut als Leben auf der Erde, weil es auf Io zwar flüssigen Schwefel aber kein Wasser gibt.
« Letzte Änderung: 21. Oktober 2008, 20:26:06 von Kreuzberga »

Beverly

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Re: Jupitermonde
« Antwort #1 am: 25. Oktober 2004, 09:29:45 »
Wie lebhaft es auf dem Jupitermond Io zugeht, zeigt folgender Bericht über Beobachtungen der Sonde "Galileo" auf

http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=151214

==================================================
In der Gegend von Tvashtar Catena setzte vor zwei Jahren heftige vulkanische Aktivität ein. Die neuen Bilder zeigen, dass in der Gegend noch immer glutflüssiges Gestein an die Oberfläche dringt. Die Stellen, die Ende 1999 und Anfang 2000 Lava spuckten, sind auch jetzt noch heißer als die Umgebung. Zusätzlich sind aber auch neue Lavaquellen aufgebrochen. Ähnlich wie viele Eruptionen auf der Erde scheint die Aktivität von Tvashtar Catena plötzlich und heftig begonnen zu haben und lässt jetzt allmählich nach.

Ein ganz anderes Bild bietet der Vulkan Loki. Der heiße Fleck auf den Galileo-Bildern wird mal größer, mal kleiner. Möglicherweise schwankt die Helligkeit sogar in regelmäßigen Zyklen, ein Verhalten, dass bei irdischen Vulkanen unbekannt ist. Die neuesten Bilder vom Vorbeiflug am 16. Oktober sprechen dafür, dass Loki ein Lavasee und keine Caldera, also eine eingestürzte Magmakammer, ist. Die Bilder zeigen eine heiße Linie am Rand der Lavamassen. Offenbar bricht die Kruste über dem See dort auf, weil sie gegen den Rand stößt.

Spektakulär sind auch die Bilder eines bröckelnden Steilhangs. In einer Welt, in der es weder Wasser noch eine Atmosphäre gibt, die die Erosion fördern, brechen die Klippen allein unter dem Einfluss ihrer eigenen Schwerkraft zusammen.
==================================================

Io ist also eine der geologisch aktivsten Welten im Sonnensystem.
« Letzte Änderung: 25. Oktober 2004, 09:30:28 von Beverly »

Impulse

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Re: Jupitermonde
« Antwort #2 am: 19. August 2003, 13:28:37 »
Hi!
Ich habe jetzt schön des öfteren Berichte gesehen und gelesen zum genannten thema.
Unzwar soll Europa mit einer dicken eissschicht überzogen sein unter der jede menge wasser vorhanden ist. Möglicherweise sogar warme quellen. Was haltet ihr davon?

Gruß, Daniel
« Letzte Änderung: 21. April 2009, 09:33:53 von H.J.Kemm »

Offline pikarl

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Re: Jupitermonde
« Antwort #3 am: 19. August 2003, 14:55:36 »
Hallo,

der Jupitermond Europa ist einer der interessantesten Monde im Sonnensystem. Eigentlich ist er ja viel zu weit von der Sonne entfernt, als dass auf ihm Leben hätte entstehen können (weil es so kein flüssiges Wasser geben kann).

Aber durch die Gezeitenkräfte des Jupiter könnten das Innere des Mondes so erhitzen, dass aufgrund von Vulkanismus unterirdische Wärme das Wasser von Europa zum Schmelzen gebracht hat.

Das *könnte* sogar primitive Lebensformen ermöglichen. Allerdings herrscht am Jupiter auch ziemlich starke Röntgenstrahlung, was relativ tödlich für jede Erbinformation ist.  8)  :'(

Myrdin

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Re: Jupitermonde
« Antwort #4 am: 19. August 2003, 18:01:01 »
Der Kilometerdicke Eispanzer dürfte einen großteil der Strahlung abhalten.Auch wenn eine gewisse Reststrahlung durchs Eis dringt, würden die ersten Metzer Wasser diese herausfiltern. wenn es Leben geben sollte, dann nur in der Nähe von heißen Quellen am Grunde des Ozeans.

Vielleicht hat die intensivere Strahlung auch die Evulution  angeheitzt, wie das vermutlich auch auf der Erde der Fall war.

Schwierig wird es jedoch eine Sonde zu schicken, die der Strahlung gewachsen ist....

Offline pikarl

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Re: Jupitermonde
« Antwort #5 am: 08. September 2003, 06:58:11 »
Zitat
[...] Schwierig wird es jedoch eine Sonde zu schicken, die der Strahlung gewachsen ist....

Ich glaube ein mindestens genauso großes Problem ist der Kilometerdicke Panzer: Wenn wir Europa mit einer Sonde erkunden wollen um herauszufinden, ob im Inneren seines Ozeans Leben entstanden ist, muss ja über kurz oder lang auch eine Sonde durch den Eispanzer geschickt werden...  8)

Was meint ihr - wäre eine große Menge Sprengstoff, die vielleicht ein Weg wäre, durch Europas Eiskruste zu kommen, kein zu großer Eingriff in ein potenzielles Ökosystem unter seiner Oberfläche...?
Zudem ist es trotzdem schwierig ein Kilometer tiefes Loch zu sprengen.  :o

Beverly

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Re: Jupitermonde
« Antwort #6 am: 17. Oktober 2004, 21:57:03 »
Die Veränderungen im Magnetfeld von Europa sprechen für die Existenz eines Ozeans aus flüssigem Wasser unter dem Eis, siehe

http://www.astronews.com/news/artikel/2000/01/0001-007.shtml

Europas Eiskruste bewegt sich frei über einem Ozean aus flüssigem Wasser, siehe

http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=151154


Und möglicherweise gibt es Leben auf Europa, siehe

http://www.astronews.com/news/artikel/2002/05/0205-015.shtml

und http://www.welt.de/daten/2001/06/18/0618astr261406.htx

aber wohl auch aggressive Substanzen wie Schwefelsäure und vielleicht unter der Eiskruste Unterwasservulkane, welche die Schwefelsäure freisetzen, siehe

http://www.wissenschaft.de/wissen/news/237932.html


Beverly

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Re: Jupitermonde
« Antwort #7 am: 17. Oktober 2004, 22:01:57 »
Zitat

Zudem ist es trotzdem schwierig ein Kilometer tiefes Loch zu sprengen.  :o


Die Eiskruste von Europa soll 10 bis 30 Kilometer dick sein, es wird also schwer sein, da ein Loch hinein zu sprengen. Da aber Wassereins bei 0 Grad schmilzt, müsste ein Bohrer das Eis nur auf diese Temperatur erwärmen, um hindurch zu kommen. Obwohl mindestens zehn Kilometer Bohrtiefe so oder so sehr viel sind, ist als zumindest theoretisch einfacher als durch festes Gestein zu bohren.

Beverly

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Re: Jupitermonde
« Antwort #8 am: 17. Oktober 2004, 22:09:07 »
2003 sollte die Raumsonde "Europa Orbiter" starten und 2008 dort ankommen, siehe

http://www.space-odyssey.de/cgi-bin/snews/frame.cgi?/cgi-bin/snews/zeigen.cgi?1-00-6&snews

Weiß jemand, was daraus geworden ist?

In der Antarktis soll eine Sonde getestet werden, die sich durch den Eispanzer von Europa bis zum Ozean schmelzen soll, siehe

http://www.innovations-report.de/html/berichte/geowissenschaften/bericht-28730.html

und http://helena.ludwig.name/Texte%20und%20mehr/leben_auf_jupitermond.htm
« Letzte Änderung: 17. Oktober 2004, 22:11:39 von Beverly »

Beverly

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Re: Jupitermonde
« Antwort #9 am: 25. Oktober 2004, 09:41:09 »
Es gibt Spekulationen nach denen auf Europa nicht nur Leben möglich ist, sondern die Umwelt auch abwechslungsreich genug ist, um Anpassung an veränderte Bedingungen und unterschiedliche Nischen und somit Evolution zu stimulieren. Siehe

http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=150550

ga

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Re: Jupitermonde
« Antwort #10 am: 15. Juni 2005, 22:42:12 »
Zitat
2003 sollte die Raumsonde "Europa Orbiter" starten und 2008 dort ankommen, siehe<br><br>http://www.space-odyssey.de/cgi-bin/snews/frame.cgi?/cgi-bin/snews/zeigen.cgi?1-00-6&snews<br><br>Weiß jemand, was daraus geworden ist?

Daraus wurde dann wohl JIMO (Jupiter Icy Moon Orbiter) im Rahmen des Projekts Prometheus (Kernspaltungsreaktoren für Sonden ins äußere Sonnensystem, http://prometheus.jpl.nasa.gov/ ), aber dessen Entwicklung wurde zurückgestellt, man will anfangs eine einfachere Mission, um einen Kernreaktor zu testen.



Offline ralfkannenberg

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Re: Jupitermonde
« Antwort #11 am: 23. September 2005, 21:42:13 »
Tatsächlich könnte es interessant sein, mal eine Doppelmission loszuschicken, die je eine Landeeinheit auf den Jupitermond Europa und dann - den Swing-By ausnutzend - nach Absetzen des Europa-Landers weiterfliegt zum Saturn und dort eine Landeeinheit auf Europa's kleinerer Schwester Enceladus absetzt. Entwicklungsmässig dürften die beiden Lande-Einheiten miteinander konzipiert werden können, was Kosten einsparen hilft und es wäre sicherlich mal ganz interessant, wenigstens die Oberfläche dieser beiden Monde aus der Nähe anzuschauen.

Nach dem grossen Erfolg auf dem Titan könnte sich ja mal die ESA zu profilieren versuchen, aber bitte nicht ganz so halbherzig wie bei der Mars-Landung ! Ok, böse Zungen behaupten ja, dass die dichte Atmosphäre die Landung auf dem Titan erleichtert habe; mag sein; dadurch, dass die Enceladus nicht so gross ist, würde ein Landemodul auch eine etwas härtere Landung überstehen können.

Offline Schillrich

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Re: Jupitermonde
« Antwort #12 am: 15. Mai 2008, 17:47:09 »
Europas Eispanzer rotiert wahrscheinlich entkoppelt vom Kern und ist in seiner Geschichte um 80° gekippt. Mit diesem Modell lassen sich 2 ausgeprägte Oberflächenformationen erklären, zu denen auch andere Formationen auf der Oberfläche symmetrisch verlaufen. Außerdem ist so ein unabhängiges weiteres Indiz für einen Wasserozean unter dem Eismantel gefunden.
http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/15052008173019.shtml
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Offline DeepSpace

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Re: Jupitermonde
« Antwort #13 am: 21. Oktober 2008, 19:48:35 »
Hallo,
ich habe dazu ein Video gefunden:

http://de.youtube.com/watch?v=FJcJSbCYzoU

Ich denke wenn das mal realität wird, ist das die interessanteste Sonde die jemals gestartet wurde!

Was denkt ihr was das Teil so für Instrumente tragen wird?

Schöne Grüße
« Letzte Änderung: 21. Oktober 2008, 19:50:31 von DeepSpace »

Offline tul

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Re: Jupitermonde
« Antwort #14 am: 24. Oktober 2008, 18:05:37 »
Zitat
Tatsächlich könnte es interessant sein, mal eine Doppelmission loszuschicken, die je eine Landeeinheit auf den Jupitermond Europa und dann - den Swing-By ausnutzend - nach Absetzen des Europa-Landers weiterfliegt zum Saturn und dort eine Landeeinheit auf Europa's kleinerer Schwester Enceladus absetzt. Entwicklungsmässig dürften die beiden Lande-Einheiten miteinander konzipiert werden können, was Kosten einsparen hilft und es wäre sicherlich mal ganz interessant, wenigstens die Oberfläche dieser beiden Monde aus der Nähe anzuschauen.



Ist das überhaupt möglich? Europa soll schwer zu erreichen sein. Ist dann ein Swing By zum Saturn überhaupt noch drin?

Offline Kreuzberga

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Re: Jupitermonde
« Antwort #15 am: 25. Oktober 2008, 13:54:32 »
Grundsätzlich ist das schon möglich. Die interplanetare Sonde würde den Europa-Lander aussetzen, ohne selbst in einen Orbit um Jupiter einzuschwenken. Stattdessen würde sie stets schneller bleiben als Jupiters Fluchtgeschwindigkeit und mit dem zusätzlichen Schwung (Bahndrehimpuls) zum Saturn weiter fliegen.

Oder verstehe ich Deine Frage nicht?

Offline tul

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Re: Jupitermonde
« Antwort #16 am: 25. Oktober 2008, 14:55:53 »
Es heißt, dass Europa extrem schwer zu erreichen ist, genauer gesagt dass dafür eine hohe Masse an Treibstoff notwendig ist.
http://www.spaceflightnow.com/galileo/030921jimo.html

Mit anderen Worten, die gesamte Masse (Mutterschiff + 2 Landeeinheiten + Manövriereinheit) dürfte zu groß sein, um auf die Reise geschickt werden zu können.


Offline GG

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Re: Jupitermonde
« Antwort #17 am: 27. Oktober 2008, 15:59:13 »
Um zum Jupiter zu kommen, ist eine hohe Geschwindigkeit erforderlich. Im Anflug auf Jupiter steigt die Geschwindigkeit sogar noch. Ein Abbremsen in der Jupiteratmosphäre, um anschließend einen Jupiterorbit zu erreichen, ist zwar kompliziert, man würde es aber hinbekommen (Beweis ist die Sonde Galileo).

Europa ist aber relativ nahe am Jupiter und selbst vergleichsweise klein. Hier ist der Unterschied in den Orbitgeschwindigkeiten zu groß.

  • Orbitgeschwindigkeit um Jupiter in Höhe der Flugbahn von Europa: ca. 13,7 km/s
  • Maximale Orbitgeschwindigkeit um Europa: ca. 1,4 km/s
Das ist ein gewaltiger Unterschied. (Ich hoffe, ich habe mich nicht verrechnet.) Da Europa keine Atmosphäre hat, muss man mit Triebwerken abbremsen und das kostet viiiiiiiiel Treibstoff.

Ein ähnliches Problem hat übrigens auch Messenger beim Merkur. Bei der Saturnsonde Cassini/Huygens am Titan konnte man dagegen dessen Atmosphäre zum Bremsen von Huygens verwenden.

GG
« Letzte Änderung: 27. Oktober 2008, 18:32:02 von GG »

Hansjuergen

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Re: Jupitermonde
« Antwort #18 am: 17. Dezember 2008, 22:23:03 »
Wellen-Abbrüche auf Europa begründet die Universität von Washington-Pressenotiz mit  Oberflächeneigenschaften von Europa' s-Eisoberteil und das Vorhandensein eines Magnetfelds.  Wissenschaftler  glauben, dass ein Ozean wahrscheinlich unter der Eisoberfläche auf dem Jupitermond heute ist.
Der Mond in unserem Sonnensystem hat das Potenzial Leben zu beherbergen und könnte  ein weit dynamischeren Ozean haben als man bisher dachte.
Wenn der Mond Europa auf seine Mittellinie beeinflußt wird bei seiner Umlaufbahn um den riesigen Planeten Jupiter, dann könnte Jupiter´s-Gravitationszugkraft  leistungsfähige Wellen in Europa' herstellen.
Da jene Wellen sich zerstreuen, würden sie bedeutende Wärmeenergie abgeben. So die Aussage von Robert Tyler, ein Ozeanograph der Universität von Washington' s-angewandte Physik-Labor und Autor eines Beitrags in der 11. Dezember-Ausgabe in Natur.


Mehr darüber hier:http://www.astrobio.net/news/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=2971&mode=thread&order=0&thold=0

Hansjürgen

Offline Schillrich

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Re: Jupitermonde
« Antwort #19 am: 21. Dezember 2008, 09:28:02 »
Gezeitenwellen könnten eine Wärmequelle für Europas Ozean sein

Quelle: http://uwnews.washington.edu/ni/article.asp?articleID=45923

Das Modell simuliert die Reaktion flüssigen Wassers auf die Gezeitenkräfte Jupiters. Unter der Annahme, dass es flüssiges Wasser unter dem Eispanzer gibt, sagt dieses neue Modell voraus, dass so deutlich mehr Energie (2 bis 3 Größenordnungen) in den Ozean eingebracht wird, als durch das sonst gängige Modell eines durch Gezeitenkräfte "gekneteten" Kerns erklärt wird. Wenn die Wellen dann abebben, dissipiert ihre kinetische und potentielle Energie durch Reibung zu Wärme.
Das Modell geht von einer Neigung Europas zu seiner Orbitebene aus. Der Rotationszustand des Mondes scheint noch nicht wirklich bekannt zu sein. Annahmen gehen von mindestens 0,1° Neigung aus.
Das Modell ist noch neu und muss ich erst bewähren.

Meine Frage:
Warum benötigt dieses Modell für die Wirkung seiner Wellen die Neigung der Rotationsachse? Die Wellenberge der Gezeiten entstehen doch auch ohne die Neigung, rein durch die Gravitation Jupiters und das "darunter Durchrotieren" des Kerns. Ich kann mir nur vorstellen, dass durch eine Neigung auch nördliche/südliche Breiten mehr von den Wellenbergen mitbekommen, dass der Effekt also globaler ausgeprägt ist. Aber ich verstehe nicht, warum dadurch mehr Energie in den Ozean eingespeist werden kann als ohne Neigung.
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Offline GG

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Re: Jupitermonde
« Antwort #20 am: 21. Dezember 2008, 16:14:34 »
Europa rotiert gebunden, Umlaufzeit und Rotationsdauer liegen bei 3,551 Tagen. Wären Rotationsachse und Umlaufbahnachse parallel, dann könnte Europa nur daraus Energie beziehen, dass der Mond manchmal näher am Jupiter ist und manchmal weiter, der "Flutberg" also manchmal höher und manchmal niedriger ist.

Durch den Winkel verschiebt sich der Flutberg in Nord-Süd-Richtung hin und her. Dies gibt zusätzliche Reibungsenergie. Allerdings wird sich auch die Rotationsachse mit der Zeit der Bahnachse angleichen, da ja ein entgegengesetzt gerichtetes Drehmoment wirkt.

Ich hoffe, das war verständlich. Allerdings habe ich den Artikel noch nicht gelesen.

Gruß, Günther.

P.S. Die Tatsache würde natürlich auch ohne gebundene Rotation verstärkend wirken.

P.P.S. Ich mach mal ein gemeinsames Newsbit draus.
« Letzte Änderung: 21. Dezember 2008, 16:57:36 von GG »

Offline Schillrich

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Re: Jupitermonde
« Antwort #21 am: 21. Dezember 2008, 16:29:27 »
Gebundene Rotation, klar. Dann braucht man eine Neigung, um eine Art "umlaufenden" Wellenberg zu erhalten.
Danke Günther.
« Letzte Änderung: 21. Dezember 2008, 16:29:49 von Schillrich »
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H.J.Kemm

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Re: Jupitermonde
« Antwort #22 am: 21. April 2009, 09:44:00 »
Moin,

heute gegen 05:45 h MESZ kam es zu einer partiellen Bedeckung vom Jupitermond *Io* durch seinen grösseren Kollegen, den Mond *Ganymed*.

Jerry 

Online Raffi

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Re: Jupitermonde
« Antwort #23 am: 24. Mai 2009, 21:07:28 »
Mir ist aufgefallen, dass die Jupiter-Monde trotz ihrer Entfernung zum Jupiter eine sehr geringe Umlaufzeit haben, Io ist z.B etwas weiter vom Jupiter entfernt als unser Mond und braucht nur 1.8 Tage und Callisto ist vom Jupiter 1.8 Mio km entfernt und braucht halb so lang um den Jupiter wie unser Mond um die Erde. Woher kommt die geringe Umlaufzeit?

Hat das irgendwas mit der Größe und Schwerkraft vom Jupiter zu tun, dass er großen Umlaufgeschwindigkeiten seiner Monde verursacht?
Der nächste Regensburg-Nürnberger Raumcon Stammtisch findet am 13. September in Regensburg statt.

Offline Schillrich

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Re: Jupitermonde
« Antwort #24 am: 24. Mai 2009, 21:15:54 »
Hallo raffi,

die Schwerkraft Jupiters ist groesser, also muss man auf einem Orbit um ihn auch schneller laufen, um sie zu kontern.
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Tags: Jupiter