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Autor Thema: Wandern in Baikonur  (Gelesen 100901 mal)

Online Wilga35

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #250 am: 11. Februar 2019, 09:12:47 »
Eine Bildstrecke dazu gibt es auch von Nikolay Voyt HIER

Das erste Bild der Fotostrecke ist offensichtlich auf dem Dach des Vibrationsteststandes SDI aufgenommen worden. Im Hintergrund die große Halle ist das MSK-80. Die beiden Gebäude mitsamt der darin befindlichen Technik (Buran-Exemplare, Energija-M) gehören Kasachstan. Russland bzw. Roskosmos sind also nicht zuständig, wenn sich dort jemand Zutritt verschafft, das ist Sache der kasachischen Behörden. Und vielleicht handhaben die das ziemlich locker? Andere geenterte Bauwerke der Blogger gehören aber schon noch Russland, doch die Überwachung dort scheint derzeit ziemlich lückenhaft zu sein.
Gab hier vor einiger Zeit schon einmal Fotostrecken aus den beiden Gebäuden von Ralph Mirebs. Und die Bilder finde ich doch immer wieder eindrucksvoll. Leider kümmert sich um die eingelagerte Technik niemand mehr, dabei ist das Ganze schon erhaltenswert.
Alle sind gleich, nur manche sind gleicher!
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Offline HausD

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #251 am: 16. Februar 2019, 09:33:03 »
Besuch bei Saturn

Nachdem wir mit dem Bus am Luftverflüssigungswerk vorbei gefahren sind, sehen wir auf dem Hügel die Bauten der Station SATURN mit den weithin sichtbaren Türmen mit den großen Antennenschüsseln.

Empfangs- und Sendestation SATURN auf dem Hügel links neben der Straße zur Stadt Baikonur

Der offizielle Name dieser Empfangs- und Sendestation für kosmische Fernverbindungen lautet

                Zentrum für Tests und Anwendungs
                                 Mess Komplex
                               Messpunkt  Nr. 5

 
Blick auf das Schild am Eingang zum Komplex auf dem Plateau des Hügels.

Es gibt von Wikimapia ein älteres Bild als Draufsicht auf das Gelände (NovKos-Wikimapia)

Verfolgen wir den Weg dorthin: Wir sind die Straße zur Stadt Baikonur gekommen, dann auf die Straße( li.ob.) zum Hügel hin abgebogen und halten auf dem freien Platz vor der im Bild oberen Antennenschüssel an.

Nach einigen organisatorischen Fragen, wir sind entweder etwas zu zeitig oder zu spät angekommen, geht der Rundgang auf dem Gelände in Richtung der zweiten großen Antenne los. Der Turm mit der Antennenanlage ist über 70 m hoch und die Antennenschüssel hat einen Durchmesser von 35 m, sie soll in 9 min von einer Seite auf die andere geschwenkt werden können.

Wir laufen von der Ankunftsstelle aus ostwärts, vor uns der zweite Turm mit der dreh- und schwenkbaren Antenne und zugehörigem Spiegel

- Zur Örtlichkeit und den Türmen mit den großen Antennenschüsseln :
Wir stehen auf dem Berg Murguduk (Schlangenberg), auf dem Platz 23, der etwa 11 km nordöstlich vom Bahnhof Tjura-Tam liegt.

Zur Bebauung dieses Bergs führte die Notwendigkeit einer multifunktionalen Kommunikation mit der 7K-Sojus-Sonde auf der Flugbahn zum Mond. Man brauchte so einen Komplex auch im Startbereich, um mit dem Raumschiff schon von der Startposition aus eine stabile Funkverbindung zu haben.
 
Der Komplex "Saturn-MS" wurde am 25.01.1967 begonnen und hat den Ersterprobungsbetrieb am 24. November 1970 aufgenommen und zwar mit der Kommunikation zur Mondsonde "Luna16", die eine Bodenprobe vom Mond zur Erde zurückzuführen ermöglichte.
Ein Jahr später begann am 3. November 1971 der durchgehende Probebetrieb des Saturn-MS Komplexes.
Die erste Bauphase wurde 1973 abgeschlossen und diente auch als Kommunikationsbasis des EPAS-Programms, das im Frühjahr 1975 abgeschlossen wurde. (s. hier: Apollo-Sojus-Test-Projekt/K. Urban)

Neben dem Antennenturm steht ein Denkmal, das bildlich auf die "Kosmische Fernverbindung" bezug nimmt.
Im Umkreis sind eine Reihe von kleineren Antennensystemen zu sehen, die zum ZESST (Zentrum für den Betrieb von Telekommunikations- und Telekommunikationsnetzen) gehören, einem Teilbetrieb von ZENKI.

Teil vom Denkmal "Kosmische Fernverbindung", daneben ein ZESST-Bau mit Antenne
  ЦЭССТ  Центр эксплуатации сетей связи и телекоммуникаций 
  ZESST  Zentrum für den Betrieb von Funk und Telekommunikationsnetzen

Das Zentrum für den Betrieb von Funk und Telekommunikationsnetzen wurde am 22.06.1998 aus der militärisch geführten "760. Fernmelde-Abteilung" des Kosmodroms heraus gegründet und dann wurde 2000 die gesamte  Kommunikation mit dem Kosmodrom an ZENKI übertragen.

Auf der linken Seite neben dem Turm ein Radom vorn und ein Doppler-Radar hinten an der Kante des Plateaus

Einen Rundgang machen wir nicht dorthin, gibt es doch freie Sicht auf die einzelnen Einrichtungen.

Das Doppler-Radar zur Bahnverfolgung

Zum WEIBEL-Radar, das auch bei der JAXA eingesetzt wird das : Kopfball Video bei WEIBEL (ARD)

Etwas weiter hinter dem Antennenturm steht ein Mobiler Mess-Punkt (MIP) zur Beobachtung von Starts
Bekannt geworden sind diese MIPs beim ersten Start von Wostotschny aus

Zum Rand des Hügels kann man auch nur per Foto gehen und durch die vor Hitze flirrende Luft hindurch auf den fernen Horizont mit den Bauten des Kosmodroms schauen.

Am Horizont die markanten Bauten des Kosmodroms

Neben dem Besucher kann man die Bauten auf dem Pl 254 ausmachen. Markant hebt sich in der Bildmitte das sehr hohe Gebäude des Vibrationsteststandes SDI ab, dann folgt das flachere graue Gebäude, das MSK-80 (in den noch BURAN-Muster stehen).
Der Startplatz ist auf dem Bild ganz rechts nur zu erahnen, man kann einen der weiss-roten Gittertürme erkennen.

Fliegt man in diese Richtung (mit einem  Video von ZENKI[/url]), ist die Situation etwas deutlicher.
(Quelle des Videos :) ) https://www.youtube.com/watch?v=a5KO9KEbVHQ
Der weiss-roten Gitterturm knapp 2 km vor dem Startplatz

Bei der Rückfahrt vom Hügel herunter in die Stadt haben wir noch die Möglichkeit  kurz einen Blick auf die Stadt zu werfen. Ein Bild davon geht davon nicht zu machen, dagegen haben die heiße Sonne von Baikonur und die nicht ganz saubere Busscheibe etwas ...

Gruß, HausD&A

Online Wilga35

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #252 am: 16. Februar 2019, 10:34:05 »
@HausD,
vielen Dank für die interessante, ausführliche Berichterstattung über Deine Baikonur-Reise. Das weckt Erinnerungen an die eigene, schon ewig zurückliegende Baikonur-Reise.

Zur Station Saturn (IP-5):
Meines Wissens nach kann von dort aus bei bemannten Sojus-Flügen im Falle einer Havarie auf der Startrampe per Funksignal das Rettungssystem SAS der Trägerrakete aktiviert werden. Zuständig dafür sind zwei Sicherheitsoffiziere, die beide zur gleichen Zeit den Havarieknopf drücken müssen. Ihr Arbeitsplatz müsste eine Bunkeranlage auf dem Gelände sein. Habt ihr den Bunker eventuell besichtigen können, und ist zu diesem Thema etwas gesagt worden? Mit welcher der abgebildeten Antennen wird eigentlich das Havariesignal gesendet?

Gruß, Wilga35
Alle sind gleich, nur manche sind gleicher!
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Offline HausD

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #253 am: 16. Februar 2019, 13:24:07 »
Hallo Wilga35,
hallo Freunde,

Neben den allgemeinen historischen Informationen wurde auch gesagt: Hier sitzen auch die Bediener des SAS Rettungssystems... aber kein Wo und Wie.
Nach meiner Sicht gibt es keinen Extra-Bunker auf dem Gelände, Schutzräume in den Gebäuden wird es aber noch geben. (Das ist bei besonderen Fernmelde-Anlagen üblich).

Aus einem Video von Roskosmos aus dem Jahr 2017 über die Sicherung innerhalb von Sekunden bei einer Havarie auf dem Startgelände habe ich die folgenden Bilder hier zu den SAS-Prozeduren kopiert.


Der Bediener von ROSKOSMOS vor dem Bedienpult des SAS, vor ihm eine Kamera und ein Mikrofon als Direktverbindung zum Startbunker
Schon längere Zeit gibt es keine Armeeangehörigen mehr bei Roskosmos und bei ZENKI

So kommen die Bilder vom SAS-Bediener im Startbunker an

Gruß, HausD


Offline HausD

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #254 am: 21. Februar 2019, 19:10:56 »
Starttag - 11.10.2018  - Verabschiedung aus der Stadt

Heute ist der Starttag von Sojus MS-10 und der beginnt für die Raumfahrer im Kosmonautenhotel des ZPK/CTC J. Gagarin - Filiale Baikonur im Norden der Stadt.
Zu der Vorbereitung auf die Fahrt zum Kosmodrom gehören für sie einige Rituale im Haus, wie ein besonderes Frühstück oder die wasserreiche Segnung der Mannschaften durch den "Seelsorger" von Roskosmos...

       Zu diesen Ritualen gehört aber auch die traditionelle Verabschiedung aus der Stadt

Dazu haben sich bereits die ersten Gäste auf dem Vorplatz versammelt und am Tor herrscht reger Andrang.
Auf dem Vorplatz des Kosmonautenhotels stehen bereits die Busse bereit.

An der Pforte, neben dem Eingangstor zum Gelände des Kosmonautenhotels, herrscht reger Betrieb.
 
In den Bereich neben den Bussen, der abgesperrt ist, kommt man nach einer Kontrolle von Besucher-Ausweis und mitgebrachten Sachen.

Als wir auf dem Vorplatz ankommen ist er bereits voller Menschen

Auch besondere Gäste stehen vor der Absperrung zu den Bussen und so kam es, dass ich ...

...neben dem Leiter des Kosmospalastes, , auf der WDNH in Moskau, Jurtschichin, gelandet war.

Die Hymne "Gras vor dem Haus" lief, ... nur die Raumfahrer waren bei ihrem Ausmarsch vor lauter Menschen nicht erkennbar.

Blick über die Köpfe zum Hotel-Ausgang, aus dem die Raumfahrer herauskommen ...

Die Stammbesatzung steht von Jubel begleitet nun vor ihrem Bus und grüßt alle Anwesende vor der Abfahrt

Ein Winken nicht nur für die Kameras .. sondern vor allem für die Angehörigen, die noch ein Stück neben dem Bus mitlaufen.
Beide Busse fahren vorsichtig los und jeder versucht nochmal einen Blick auf die Raumfahrer zu erhaschen. Leider haben wir die Sonne immer vor uns, dass ein Blick in den Bus kaum noch möglich ist.

"Der Mann mit der Kamera" ist auch da, irgendwo habe ich ihn doch schon mal getroffen  :)

Beide Busse mit Stamm- und Ersatzmannschaft und ihren Begleitern verlassen nun die Stadt

Die Fahrt zum Kosmodrom dauert auch mit der Polizeibegleitung eine knappe Stunde.

Wir haben nun Zeit und Gelegenheit uns die "Allee der Kosmonauten" hinter dem Hotelkomplex anzusehen.

Gruß, HausD&A

Offline HausD

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #255 am: 25. Februar 2019, 09:41:38 »
Starttag - 11.10.2018  - Besuch der Kosmonautenallee (1)

Während die Raumfahrer mit den Bussen zum Kosmodrom fahren, dort nochmals untersucht werden, die Mannschaft bestimmt wird die fliegen wird, die Anzüge angezogen und druckgeprüft werden, ...  besteht für uns nun
      die Gelegenheit die "Allee der Kosmonauten" anzusehen.

Hier haben die beiden Kosmonauten der Stammmanschaft bereits vor Tagen den Setzling für den Baum von Hague gepflantzt und reichlich gegossen. Owtschinin hat hier bereits ein Bäumchen, dem er anschließend Wasser gegeben hat.

Owtschinin und Hague beim Setzen des Bäumchens und ...       Bild: ZPK Baikonur

...ist fertig damit und schaut zufrieden in die Kameras              Bild: ZPK Baikonur

              Baum gesetzt von
                   HAGUE
                      Nick
                     2018

Vom Vorplatz des Kosmonautenhotels aus geht es hier vorbei zur "Allee der Kosmonauten".

Gagarin grüßt von der Wand des Kosmonautenhotels

Etwas weiter kommen wir an einem  einladenden Blockhaus vorbei ... ein schöner Ruheplatz, nicht für uns, sondern für die Kosmonauten (nach einer Trainingseinheit...)

Das "Hexenhäusl", dahinter die Sportplätze und außerhalb der TV-Turm von Baikonur

Nach einem Rondell geht die Allee der Kosmonauten los und da stehen stehen eine Menge Leute um einen Baum herum. Das kann nur der Baum des Ersten sein ...

Der erste von einem Raumfahrer gesetzte Baum in Baikonur

Der stattliche Baum Gagarins ist die gesamte Zeit umhegt worden, schließlich ist das Klima dort sehr hart und vorher sind in der Steppe kaum Bäume zu sehen gewesen.
Sibierischer Ahorn oder Esche, das habe ich nicht richtig verstanden, auf jeden Fall sibierisch und damit klimahart. In der ersten Zeit des Wuchses haben diese Bäume noch eine glatte Rinde, im Alter dann wird die Rinde rissig. Gagarins Baum ist alt, man sieht es ihm an

Gagarins Baum - April 1961 gesetzt

Es gibt viele Bäume, die von Raumfahrern gesetzt wurden, und an jedem kommen Erinnerungen auf.
Doch ich werde ermahnt, dass ich doch nicht vor jedem Baum stehen bleiben soll!
Aber einige wollen und müssen wir in der nicht zu lange verbleibenden Zeit schon noch besuchen.

Da ist zuerst das Bäumchen von Sigmund Jähn, vor über 30 Jahren gesetzt, dann eingegangen, 2009 ein nachgezogener Ableger davon auf der Nordachse nachgesetzt.

Bäumchen von Sigmund Jähn, nachgesetzt 2009

Doch an dieser Stelle war kein Bäumchen oder Baum von Sigmund Jähn...
Nach einiger Zeit habe ich den Baum dann auf der gegenüber liegenden Südseite gefunden und es war wieder ein richtiger Baum geworden.

        Da ist er, der Baum ...
 
        Baum gesetzt von
                 JÄHN
               Sigmund
                 1978

... zwischendurch immer wieder ein Blick auf die Uhr, ... es ist noch etwas Zeit sich hier umzuschauen, nur nicht den Start verpassen ...

Gruß, HausD&A

Offline HausD

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #256 am: 03. März 2019, 18:59:29 »
Starttag - 11.10.2018  - Besuch der Kosmonautenallee (2)

Nicht weit vom Baum von Sigmund Jähn, auf der anderen Wegseite, die zum Fluss hingewendet ist, steht
der Baum den Alexander Gerst vor seinem ersten Flug gesetzt hat.
Dabei kommt mir der Gedanke, dass man die Bäume der freundschaftlich verbundenen Raumfahrer hier beeinander haben wollte. Geschadet hat es nicht!

        Baum gesetzt von
                 GERST
               Alexander
                  2014


2009 tauchte vor uns auf einem der Schilder, nicht weit vom damaligen Standort des Baums von S. Jähn, plötzlich unser Name auf der Allee der Kosmonauten auf...
Überraschung! 2009...

Auch dieses Bäumchen ist "gewandert", ähnlich wie der Baum von Sigmund Jähn, auf die Südseite und es hat sich gemausert...

... auch wieder gefunden ...
        Baum gesetzt von
               HELMS
                Susan
                 2001
Susan Helms war Mitglied der zweiten ISS-Expedition und für 163 Tage auf der ISS. Deshalb hat sie auch die Sojus-Flugausbildung mitgemacht, denn die Sojus-Rückkehrkapsel war und ist das Rettungsboot für den Notfall.

Auf dem Schnittpunkt der Ost-West und der Nord-Süd Achse ist ein Denkmal mit der Sojusrakete installiert.
Die Sojus stand nicht immer hier, sie hat die Proton nach 2009 abgelöst.

Vor diesem Denkmal stehen die Raumfahrer bei ihrem Fototermin vor dem Start

Diesen Ort kann sicher auch als Ruheplatz am Fluss nutzen ... doch heute eher nicht

Heute ist keine Ruhe, heute ist Betrieb an allen Ecken und Enden.
Aber auch die Gelegenheit Personen zu treffen, die man nicht jeden Tag zu sehen bekommt.

Jim Bridenstine spricht mit einem Besucher aus unserer Gruppe

Jim Bridenstine ist seit September 2017 neuer NASA-Administrator und hat sich hier  auch mit dem neuen Roskosmos GD Rogosin getroffen.

Bridenstine und Rogosin im Gespräch auf der Allee der Kosmonauten                  Foto: ZPK/Roskosmos

Der Weg zurück ist plötzlich leer, im Hintergrund auf dem Rondell steht der der Brunnen

Ein Zeichen, dass es Zeit ist sich zu beeilen, um den Bus zum nächsten wichtigen Treff zu erreichen - Kosmodrom -Platz 254!

Zum Schluss noch ein Ausschnitt aus einem Bild, das den Bereich zeigt, den wir gerade angesehen haben.
     Im rechten oberen Teil sieht man die Straße zum Kosmodrom, daneben die Bahnstrecke.
  Links mittig der ZENKI.Turm, darüber das sternförmige Sputnik-Hotel, rechts davon der TV-Turm von
           Baikonur und darunter das Kosmonautenhotel und dahinter die Allee der Kosmonauten
               (mit Ziffern gekennzeichnete  Baumsymbole und Orte, wie unten beschrieben).

        Allee der kosmonauten :                      (  )
O  das Rondell mit dem Brunnen                                                      1   Gagarins Baum
2   Jähns Baum jetzt                     -2  der Jähn-Baum 2009                3  Baum von Gerst
    daneben "unser" Namen ...                                                          5  Denkmal: SOJUS-Rakete im Modell

  Gruß, HausD&A

Offline HausD

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #257 am: 12. April 2019, 11:45:32 »
Starttag - 11.10.2018  - Verabschiedung der Kosmonauten zum Start (1)

Die Verabschiedung der Kosmonauten zum Start erfolgt vom Platz 254 aus. Dorthin sind sie gut eine Stunde vor uns angekommen und werden auf den Start vorbereitet.
Wir sind nicht die ersten, die auf dem Innenhof des Gebäudekomplexes an kommen. Noch ist es relativ ruhig und ein Blick auf die Uhr sagt, es wird auch noch einige Zeit dauern bis die Kosmonauten startbereit aus dem Eingang kommen.

Die beiden Kosmonauten werden aus dem Eingang links neben den Bussen kommen

Der Konvoi steht schon bereit, das Führungsfahrzeug ist ein Polizeiwagen des Komplexes "Baikonur". Die Presse hat sich auch schon positioniert, es sieht so aus, als wenn es jeden Moment losgehen könnte...

Ein Polizeiwagen des Komplexes"Baikonur"

Die Besucher können wählen, ob sie auf der äusseren Tribüne, auf der ich gerade stehe, oder im Inneraum des Vorplatzes auf bestimmten Bereichen stehen möchten.
Die Tribüne hat den Vorteil, dass man über die vor einem stehenden Besucher auf das Geschehen blicken kann.

Auf den Stufen der Tribüne kann man sich auch einmal hinsetzen...

Viele Besucher wählen den Innenhof, mit der Aussicht auf Nähe zu den Kosmonauten...

Es dauert garnicht lange und der Innenhof ist voll mit Besuchern, wobei nur einige aus der ersten Reihe eine Chance haben, unmittelbar neben den Raumfahrern zu stehen.

Die Wartezeit wird etwas durch das Hin und Her der Organisatoren verkürzt. Neben den vielen unbekannten Helfern bekommt man zur Abwechslung auch immer wieder bekannte Gesichter vor die Linse.
 
Hier wartet der Leiter des Moskauer Kosmos-Pavilions, dem "Zentrum für Raumfahrt und Luftfahrt", Jurtschichin, auf den weiteren Fortgang, ... und er kennt den zeitmäßigen Ablauf der Prozedur sicher genauer als wir ...

Ganz außer der Reihe dagegen bieten den Besuchern nun auch noch einige "Stammbewohner des Kosmodroms" zur Abwechlung einige ihrer spielerischen Flugmanöver ...
Doch nach ihrer kurzen "Vorführung" wie man so etwas macht, ziehen sie ab und es heißt schon wieder, weiter warten ...

"Flugvorführung" über dem Warteraum...

Die Zeit des Wartens scheint bald vorbei zu sein, denn vereinzelt kommen Leute aus dem Haus, mit Taschen, Fotoapparaten oder nur im weissen Kittel und suchen ihren Platz hier auf dem Innenhof ... die Spannung steigt ...

  Grüße zum heutigen Ehrentag und an den MRST, HausD&A

Offline Mim

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #258 am: 12. April 2019, 19:27:57 »
Klassischer Cliffhanger, an der spannendsten Stelle aufhören...  ;D

Macht Spaß zu lesen!
Danke, Mim  :)


Offline HausD

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #259 am: 19. April 2019, 18:22:31 »
Starttag - 11.10.2018  - Verabschiedung der Kosmonauten zum Start (2)

Das Warten hat ein Ende.
Vor dem Eingang zum Gebäude taucht ein Mitarbeiter von Roskosmos mit einem schweren Aktenkoffer auf und geht zügig zu dem Punkt, an dem  die beiden Raumfahrer sich vor der Staatlichen Kommision startbereit melden werden.
An der Absperrung erkenne ich den Stellvertretenden Leiter des Trainingszentrum (ZPK), Maxim Charlimow, der bei
den Aktionen in Baikonur stets dabei ist. Dort ist auch Fjodor Jurtschichin, der unsere Wege bei diesem Besuch schon mehrfach gekreuzt hat.
Kurz danach kommen die NASA-Vertreter Bill Gerstenmaier und Jim Bridenstine aus dem Haus, der Vorplatz füllt sich nun so stark, dass man kaum noch etwas erkennen kann.

Die NASA-Vertreter Bill Gerstenmaier und Jim Bridenstine kommen aus dem Haus...

In dem Trubel vor dem Eingang zeigen sich einige Begleiter, die durch ihre weissen Kittel und Haarschutzkappen als Mediziner erkennbar sind, auch im Vorhaus stehen einige, nur von den Raumfahrern ist nichts zu sehen...

Wirklich nicht?   Etwas Suchen hilft weiter, sie sind schon draussen...

Die Raumfahrer stehen etwas versteckt rechts neben dem Eingang,  erkennbar an ihren Startanzügen und den schwarzen Kappen

Vom Eingang aus marschieren sie kurze Zeit darauf zur Meldung, geleitet von Juri Malentschenko vom Kosmonauten-Trainingszentrum (ZPK).

 Alexei Owtschinin , Tyler Hague, Juri Iwanowitsch Malentschenko...     Foto: Roskosmos

So sieht die Situation von meinem Standplatz auf der Tribüne aus. Das Bild zeigt die Abmeldung vor der Staatlichen Kommision, die von Dmitri Rogosin und Sergej Romanow gebildet wird.
Man muss wieder etwas suchen, doch die hellen Startanzüge der Raumfahrer kann man sicher finden. Links davor stehen Dimitri Rogosin und Sergej Romanow.

Meldung der Startbereitschaft vor Dimitri Rogosin und Sergej Romanow

Nach der kurzen Meldung der Startbereitschaft geht es für die Stammmannschaft zu ihrem Bus. Ihr Weg ist sofort
stark umlagert von Offiziellen, Presse und Besuchern.

Beim Gang zum Bus ... Offizielle, TV ...

Oleg Kotow, den wir hier vor über acht Jahren in einer eiskalten Winternacht verabschiedet haben, steht am roten Absperrband. Die beiden Starter werden leider wieder verdeckt, doch der Besucher mit der roten Mütze (aus unserer Gruppe) will natürlich mit seinem Handy nahe an seinem Landsmann dran sein.

"Rotkäppchen", wieder hart am Geschehen ...

Alle sind eingestiegen, haben sich nochmal an den Busscheiben von ihren Verwandten und Bekannten verabschiedet.
Langsam fahren die Busse los, die Besucher winken ihnen zu, die Raumfahrer grüßen aus ihrem Bus heraus und fahren nun zum Startplatz.

Die Startmannschaft mit ihren Begleitern fahren zum Startplatz

Die Doubles fahren im blauen Bus hinterher ...

Schnell sind sie weg, der Platz hat sich geleert und für uns geht es zum Bus.

Um zwei von den noch verbleibenden drei Stunden bis zum Start zu überbrücken, ist für uns nocheinmal ein Besuch im Museum des Kosmodroms eingeplant.

  Gruß, HausD&A

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