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18. Juli 2019, 04:28:41
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Autor Thema: Wandern in Baikonur  (Gelesen 106442 mal)

Offline HausD

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #275 am: 17. Mai 2019, 21:06:41 »
War es Krim-Sekt ?   ::) ;)
... die Amerikaner haben mitgetrunken ...

Offline HausD

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #276 am: 24. Mai 2019, 21:00:49 »
Starttag - 11.10.2018  - Landung...(2)

Aus den Nachrichten zur Bergung der Raumfahrer nach ihrer Landung 400 km weiter gab es zunächst noch wenige Bilder, doch mit der Zeit kamen immer wieder welche dazu herein und so konnte man sich über die Bergung informieren.

Die Kapsel ist am Landeort so gedreht worden, dass sie links neben der bei der Landung entstandenen Furche zu liegen kam.

Die Rückkehrer hingen nach dieser Drehung kopfüber an der Oberseite der Kapsel      Foto: Roskosmos

Die beiden Rückkehrer wurden dann aus ihrer doch unbequemen Lage in der Kapsel befreit und herausgeholt. Hier  sitzen sie noch in ihren Start- oder nunmehr Lande-Anzügen vor der Kapsel.

Das einzige Bild von der Beiden kurz nach dem Verlassen der Rückkehrkapsel      Foto: Roskosmos
   
Das Umziehen ist wohl in dem Bergungsfahrzeug neben der Kapsel erfolgt. Mit dem Bergungsfahrzeug werden sie dann in die Nähe des Hubschraubers gebracht.
Die letzten Schritte vom Bergungsfahrzeug aus zum Hubschrauber begleiten die Bergungsleute die Raumfahrer.
Diese Bilder stammen aus den Nachrichten über die Bergung, hier von R24.

   Bergungsleute begleiten die Raumfahrer - vorn Nick Hague           Foto: Roskosmos-R24-Video / ed. HausD

Bi: SCR21.JPG
   Bergungsleute begleiten die Raumfahrer
 - rechts Owtschinin  mit seiner warmen Jacke über dem Arm           Foto: Roskosmos-R24-Video / ed. HausD

Der Hubschrauber hat sie dann zum Flugzeug gebracht, in dem sie von Rogosin nach Baikonur zurück begleitet wurden.

Umstieg vom Hubschrauber zum Flugzeug                           Foto: Roskosmos

Mit dem Roskosmoschef im Arm                                         Foto: Roskosmos

Treffen in Baikonur mit den Rückkehrern Hague - Rogosin      Foto: Roskosmos

Owtschinin - Kotow, Sewastjanow, Malentschenko                 Foto: Roskosmos


Auch für uns war das der letzte Spaziergang in Baikonur und eine Auswertung der bis dahin eingegangenen Nachrichten im Fersehen zu dem Start, der sehr schnell zur Landung und Bergung wurde.

Am Abend noch ein Spaziergang zu Koroljow, was er wohl sagen würde...

Gruß, HausD&A

Offline Guan

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #277 am: 25. Mai 2019, 14:12:40 »
Zitat
Auf die Gesundheit der Gelandeten!

Gruß, HausD&A

... Aber doch hoffentlich mit echtem Schampanskoje ?

Gruß
Guan


.
« Letzte Änderung: 25. Mai 2019, 18:13:54 von RonB »

Offline Guan

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #278 am: 25. Mai 2019, 14:28:24 »
Zitat
Doch noch ist alles ruhig, nur die heisse Luft flimmert über dem Hügel vor dem Serviceturm und der Rakete.

Gruß, HausD&A


Die Glühbirnen an den Scheinwerfertürmen des BURAN-Startplatzes sind ja immer noch nicht ausgewechselt wurden.

Guan
« Letzte Änderung: 25. Mai 2019, 17:58:50 von RonB »

Offline Guan

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #279 am: 25. Mai 2019, 14:35:51 »
Xenia dürfte sich nun auch als 1A-Kosmosexpertin qualifiziert haben - und ist dann bestimmt für einen Mitflug geeignet.

Guan
« Letzte Änderung: 25. Mai 2019, 18:01:53 von RonB »

Offline Mim

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #280 am: 25. Mai 2019, 15:52:02 »
Bitte bitte könnte ein Moderator die doppelten dreifachen und vierfachen Beiträge rauslöschen? Das wäre toll.
LG, Mim

Offline RonB

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #281 am: 25. Mai 2019, 18:04:02 »
Ich hoffe, dass ich die richtigen Sequenzen entfernt habe.
Es recht zu machen Jedermann ist eine Kunst die keiner kann.

Offline HausD

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #282 am: 07. Juni 2019, 11:06:22 »
Abschied  - 12.10.2018  - Rückflug...

Es ist der Tag an dem wir wieder zurückfliegen und Abschied von Baikonur nehmen.

Nach dem Frühstück im Hotel Zentralnaja ist noch etwas Zeit uns auf dem Platz vor dem Hotel die Füße zu vertreten. Leider hatte sich der Himmel zugezogen und wir hatten nicht mehr das gute Wetter der Vortage, eben Wetter zum Abreisen ...

Panorama - Zentralplatz:  Administration          Allee "Arbat"     Hotel "Zentralnaja"

Vor dem Hotel warten schon die ersten auf ihre Abfahrt, sie fahren sicher wieder über Kysilorda, so wie wir gekommen sind. Doch bei dieser Gruppe sind wir nicht dabei, wir haben einen Direktflug etwas später vom Stadtflughafen Krainy nach Moskau-Domodedjewo.

Nach einiger Zeit war unser angekündigter Bus vor dem Hotel, wir konnten unser Gepäck verstauen und im Bus platznehmen. Mittlerweile regnete es leicht und die dickere Jacke war nötig geworden.

Alle waren da, auch die Vertreterin von ZENKI mit den Listen für die Ausreise aus dem Stadtgebiet von Baikonur.

Die Fahrtroute kam mir noch gut bekannt vor, waren wir doch 2009 diese Strecke mehrfach gefahren.

Doch plötzlich kam: Stop, stop,stop..!!! von der Frau mit den Listen. Ratlosigkeit bei uns.
Nach einer kurzen Unterhaltung der Frau mit den Listen mit dem Fahrer wendete der und fuhr wieder zurück. Wieder in die Stadt...?

Fahrer wendete auf halben Wege und fuhr ostwärts wieder zurück in die Stadt

Sind wir im falschen Bus? ... Fehlt jemand? ... Fehlt ein Papier? Wir fahren wieder zum Hotel, halten aber nicht an, sondern fahren in Richtung Kosmodrom weiter und zum dortigen Kontrollpunkt.

Auch nocheinmal am Sojus-Denkmal vorbei...

Nun dämmert es mir: Hier sind wir hereingekommen, hier müssen wir wieder herausfahren.
Dadurch sind wir auch noch zu einem Kurztrip  nach Tjuratam, der alten Siedlung an der Fernbahnstrecke,  gekommen.

Die Straßen Tjuratams, die um das Stadtgebiet von Baikonur führen, hier das Stück Straße parallel zur Fernbahnstrecke

Am Stadrand von Baikonur fahren wir noch ein Stück westwärts und biegen dann nach Süden ab. So kommen wir außerhalb des dortigen Kontrollpunkts auf die Zufahrtsstraße zum Stadtflughafen "KRAINY".

Vom Springbrunnen im Park vor dem Empfangsgebäude muss noch ein Bild sein

Während wir in der Empfangshalle warten, werden draußen die Fahnen eingeholt...

...es wird aber auch dieser Flieger vorbereitet   

Nach einiger Wartezeit öffnet sich die Tür und nach kurzem Check sowie einer kurzen Busfahrt waren wir endlich auf unserem Platz im Flieger, einer Boeing 737-700 der Fluggesellschaft ALROSA.

Von unserem Platz im Flugzeug aus noch ein Blick auf das FH-Gebäude

Über dem Syrdarja ... Baikonur ade ...

Gruß, HausD&A

Offline McPhönix

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #283 am: 07. Juni 2019, 13:51:49 »
Immer wieder schön, diese Berichte. Auch die Bilder ohne Raketen ! :)
Ich habe keine Angst vor Aliens. Solange sie über uns lachen wegen dem kleinkarierten Raketengefummel auf der Erde, tun sie uns nix.

Offline Axel_F

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #284 am: 07. Juni 2019, 16:08:12 »
Ich kann mich nur McPhönix anschließen!

Vielen, vielen Dank für deinen ausführlichen Bilderbericht, HausD!  :)

Vielen Bilder haben mich sehr an meinen eigenen Besuch mit den Usern "Mars" und "Baikonur" erinnert und ich musste erst vorgestern beim Blick aus dem Flugzeugfenster auf den Syr Darja und die kasachische Steppe
an diesen interessanten und historisch wichtigen Ort denken. Baikonur lag leider auf der anderen Seite des Flugzeugs und die Fensterplätze waren belegt...
"Denn ein Schiff erschaffen heißt nicht die Segel hissen, die Nägel schmieden, die Sterne lesen, sondern die Freude am Meer wachrufen." (Antoine de Saint-Exupéry)

Offline Mim

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #285 am: 07. Juni 2019, 21:31:04 »
Toll, vielen Dank!  :)

Offline HausD

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #286 am: 17. Juni 2019, 11:34:20 »
Nachlese zum Geschehen ...(1)

Nach der Abreise von Baikonur und einer Übernachtung ging es am 13.10. wieder nachhause,doch die Eindrücke des Starts und der unplanmäßigen Landung drängten sich immer wieder in den Vordergrund.

Gut zuhause angekommen, habe ich dann gleich einmal bei Rogosins Tweets
nachgeschaut und da stand nüchtern das:
Um die Unfallursache bei der Sojus-FG LV zu klären, wurde
durch meine Entscheidung eine staatliche Kommission gebildet.
Sie hat bereits mit der Arbeit begonnen.
Die Telemetrie wird untersucht. 
Die Rettungsdienste arbeiten ab der ersten Sekunde des Unfalls.
Das Rettungssystem des Sojus-MS-Schiffes funktionierte normal.
Die Besatzung ist gerettet.


Die Besatzung ist gerettet - das war auch die Nachricht, die uns auf dem Startbeobachtungsplatz erreicht und Erleichterung geschafft hatte...

Das erste Bild, eine Grafik, vom Ablauf der Havarie bis zur Landung               Grafik: Roskosmos
Daraus kann man ersehen, dass rd. 23 min nach dem Start bereits die Landung erfolgt war.

Die Rückkehrer waren am späten Nachmittag des Starttags mit einem Flugzeug des ZPK nach Baikonur auf den FH Krainy zurückgeflogen worden. Hier wartete schon ein Krankenwagen, doch die Raumfahrer machen einen fiten Eindruck und kommen ohne Hilfe die Gangway herunter. Das sieht bekanntlich nach einem halben Jahr im All und der Schwerelosigkeit wesentlich anders aus, ... da sind schon stützende Helfer nötig.
 
Ankunft auf dem FH Krainy                             BS-Bild: Video Roskosmos

Es wartet auch ein Krankenwagen                       BS-Bild: Video Roskosmos

Die Rückkehrer steigen aus der Maschine               BS-Bild: Video Roskosmos

Die Rückkehrer waren nach dem Treffen und ersten medizinischen Untersuchungen am späten Abend bzw. frühen Morgen, noch vor unserer Abreise, von Baikonur FH Krainy zurück nach Moskau FH Tschalowsky geflogen worden. Auch dort wurden sie herzlich empfangen ...

Abflug der Rückkehrer am späten Abend bzw. frühen Morgen von Baikonur aus         Foto: Roskosmos/ZPK

Herzlicher Empfang auf dem Flugfeld Tschalowsky                                    Foto: Roskosmos/ZPK
 - nicht weit vom ZPK/CTC (Sternenstädchen) entfernt

Die Rückkehrer werden von ihren Lieben erleichtert in die Arme genommen ...        Foto: Roskosmos/ZPK

... froh, dass nicht mehr passiert ist.

Noch ist nicht klar, was die Ursache für den Startabbruch war.

Gruß, HausD

Offline HausD

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #287 am: 27. Juni 2019, 21:22:27 »
Nachlese zum Geschehen ...(2)

Einige Tage nach unserer Ankunft daheim, gab es ein Video bei Roskosmos, das «Unterrichtsstunde in Mut»  heißt.
Die Hauptdarsteller, die wir jeden Tag einmal in Baikonur gesehen habe, jetzt im Kosmos-Pavillion auf der Bühne :
    Fjodor Jurtschichin, mehrf, Kosmonaut, Direktor der Ausstellung im Kosmos-Pavillion auf der WDNH
             Alexej Owtschinin, Pilot Sojus MS-10
                  Alexej Lukjanow, Rosaviazia (Stv. Leiter für Suche und Rettung in der Luft- und Raumfahrt)

F. Jurtschichin (Moderator)      A. Owtschinin    A. Lukjanow         Foto: Roskosmos

Das Video zeigt wie vor Schülern und der Presse die Landung und die Bergung nach dem missglückten Start erfolgt war.
 
Das Auditorium im Kosmos-Pavillion auf der WDNH                            Foto: Roskosmos

Alexej Owtschinin, als Kommandant und Pilot von Sojus MS-10, berichtet darüber, dass man Mut nicht mit Übermut verwechselt werden darf. Den Mut zum schnellen und sicheren Handeln haben sich die beiden Starter durch ständiges Training auch der möglichen nichtregulären Abläufe und Vorkommnisse erarbeitet. So waren sie in der Lage, auch im Moment der Havarie und der darauf folgenden Landung mutig zu sein und besonnen zu handeln.

"Die Besatzung ist die Spitze der Pyramide, und jeder, der bei diesem Start mitarbeitet, ob auf einem Schiff, bei der Raketentechnologie, bei den Diensten, die den Flug sicherstellen, sind die ganze Pyramide, die sich unter der Besatzung befindet", sagt Alexej Lukjanow zu seiner Aufgabe bei einem Start.

Er zeigte auch, dass die Suche und Rettung in der Luft- und Raumfahrt umfangreich und minitös vorbereitet werden muss, und ja , auch das muss immer wieder geübt werden.

Zum konkreten Fall zeigte er den Ablaufplan zur Suche, Rettung und Bergung nach der Havarie der Trägerrakete von SOJUS MS-10 am 11.10.2019 mit allen Such- und Bergungsmitteln und ihrer Standorte.

Karte zur Suche, Rettung und Bergung nach der Havarie                             Grafik: Roskosmos

                                                Text-Tabelle der Karte

          FH Krainy                             FH Dsheskasgan                     FH Dsheskasgan                     FH Karaganda               
11:48 - Abflug 2 Mi-811:50 - Abflug 1 AN-1211:50 - Abfahrt der 2
       Bergungsfahrzeuge
12:00 - Abflug 2 Mi-8
13:38 - Landung an
      der Kapsel SA / DM
12:05 - Verbindung mit
       der Mannschaft
13:25 - Ankunft der
       Bergungsfahrzeuge
14:34 - Landung 2 Mi-8
            FH Dsheskasgan
13:58 - Abflug 1 Mi-8
       mit den Kosmonauten
       zum FH Dsheskasgan
12:08 - Bilder von der
      Kapsel SA / DM
16:00 - Abfahrt der Berge-
     Kfz mit der Kapsel SA / DM
   
14:08 - Landung am
       FH Dsheskasgan
12:15 - Fallschirmlandung
      der Kapsel SA /  DM
17:25 - Abfahrt der Berge-
     Kfz mit der Kapsel SA / DM
     am  FH Dsheskasgan
   

A. Owtschinin und A. Lukjanow schauen mit dem Publikum die Grafiken zur Rettung der Mannschaft an

Grafik mit den Hauptdaten der Rettung (Zeiten im MKS)                            Grafik: Roskosmos

Die im Video gezeigten Bilder und die Darlegungen zu der schnellen und besonnenen Herangehensweise, aber
auch das Verhalten der Raumfahrer nach der Havarie rechtfertigen den Titel des Videos, eben  «Unterrichtsstunde in Mut» .
Und es gab erste Hinweise für die Ursache des Startabbruchs.

Gruß, HausD

Offline HausD

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #288 am: 10. Juli 2019, 21:52:41 »
Nachlese zum Geschehen ...(3)

Es gab zwar schon die ersten Hinweise für die Ursache des Startabbruchs, aber auch eine riesige Menge an Spekulationen ...

Daher habe ich die Pressekonferenz zu den Ergebnissen der Staatlichen Kommission zur Havarie der "Sojus-FG" interessiert verfolgt.

Das Gremium zeigt die Ergebnisse, beginnend mit dem Start und dem Abtrennen der ersten Stufe (Aussenblocks)   Bild: Roskosmos

Auf den Bildschirmen läuft das Startvideo, aufgenommen von einer Kamera auf der Rakete und an ZENKI direkt übertragen.

In dem Video, in dem auch unser Standort zu sehen war, ist der Abtrennvorgang der ersten Stufe (Block B, W, G, D )relativ gut zu erkennen. Dadurch hat man sich auch ein Bild vom Schadenshergang machen können, da der betroffene Block D im Blickfeld der Kamera lag.

Die Blöcke B und W machen alles richtig, auch Block G (nicht zu sehen), doch Block D hängt irgendwie fest   BS-Bild: Roskosmos/ed. HausD

Es folgen die Erläuterungen zum Ablauf der Rettung durch das SAS-System in größerer Höhe.
Da ist die markante Spitze von der Nuzlastabdeckung bereits getrennt und abgeworfen worden. Es funktionieren nun die in den Schalen der Nuzlastabdeckung vorhandenen Triebwerkssätze des SAS und ziehen das Raumschiff aus der Gefahrenzone der havarierenden Rakete heraus.

Erläuterungen zum Ablauf der Rettung durch das SAS-System             Bild: Roskosmos

Untersuchte Elemente der Rakete, die zur Havarie geführt haben können, werden besprochen    BS-Bild:  Roskosmos/ed. HausD

Der Bildschirm mit den untersuchten Elementen        BS-Bild:  Roskosmos/ed. HausD

Links oben einer der Aussenblocks bei der Bergung. Es handelt sich auf dem Bild um ein Teil vom Juli aus dem Jahr 2017 von einer Sojus 2.1. Damals hatte es einen Steppenbrand bei einem der anderen niedergegangenen Aussenblock gegeben.

Bild von der Bergung eines der anderen niedergegangenen Aussenblocks      Bild: Roskosmos/ZENKI

Auf dem  Bildschirm mit den untersuchten Elementen liegt das Hauptaugenmerk auf der unteren Bildreihe, dort ist die Ursache für die Fehlfunktion illustriert worden. Im Tragkopf der Aussenblocks ist ein Stab zu erkennen, der verjüngt etwas aus der Kugel herausschaut. Dieser Stab wird während der Antriebsphase der Aussenblocks in die Kugel hineingedrückt und schaltet einen Sensor auf Inaktiv. Wird das Triebwerk der Aussenblocks abgeschaltet und der Zentralblock treibt noch an, wird der Sensor über den herausgehenden Stab auf Aktiv geschaltet und die Aussenblocks werden von der zentalen zweiten Stufe der Rakete weggedrückt.

Der kugelförmige Tragkopf mit dem herausragenden Stabende in der Entlastungsstellung     Bild: Roskosmos/ZENKI

Das Bild stammt von einem Raketenteil das von Wostotschny aus gestartet wurde und nach der Bergung im Museum von Ziolkowski ausgestellt ist. Das Besondere daran ist, dass der herausragende Teil des Stabes verbogen ist.
Das hatte die Vermutung genährt, dass eine solche Verformung beim Zusammenbau der Sojus MS-10 beim Block D passiert sein könnte. Doch das ist nicht bestätigt worden, eine solch starke Verbiegung ist bei der Montage eher nicht möglich und würde  den Montagevorgang sofort stoppen. Die festgestellte Biegung des Stabes ist zwar am herabgefallenen Teil vorhanden, aber doch erst beim Aufschlagen auf dem Bodeen entstanden.
Letztlich ist herausgekommen, dass ein Monteur, da das betroffene Teil etwas schwer in das Widerlager am Zenralblock einzufügen war, etwas mit einem Schmiermittel nnachgeholfen hat.
Dieses Schmiermittel ist nach der Betankung des Block D mit dem LOX gefroren und hat den Sensorstab nicht in die -Aktiv- Stellung gehen lassen, wodurch der reguläre Trennvorgang für diesen Block gestört war und die Rakete havarieren ließ.

In Konsequenz daraus wurden die Kontrollmaßnahmen bei der Montage auf ein wesentlich höheren Level gesetzt.

So hat der Start von Sojus MS-10 aus als noch alles in Ordnung war...

Der Bildschirm mit der Übertragung des Starts von Sojus MS-10  ... Moskau im KOSMOS-Palast auf der WDNH ...    Bild: Roskosmos/WDNH

Dort waren wir - und - auch dort waren wir...

Gruß, HausD&A

Offline Lennart

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #289 am: 10. Juli 2019, 22:04:18 »
Die Aussenblöcke gehen ja noch fast unbeschädigt runter!
Probleme sind nur dornige Chancen

Offline HausD

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #290 am: 10. Juli 2019, 22:22:03 »
Die Aussenblöcke gehen ja noch fast unbeschädigt runter!
Ich war noch nicht fertig mit Korrekturlesen, da warst du schon mit einer fragenden Antwort darauf da ...
Nunja, ganz so heil sehen sie nicht mehr aus...
 
Die Orbital-Sektion nach einem Fall aus doch schon sehr großer Höhe ...       Foto: Roskosmos/ENERGIA

Gruß, HausD

Offline Christoph

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Re: Wandern in Baikonur
« Antwort #291 am: 11. Juli 2019, 22:44:55 »
Das Bild sieht schon interessant aus - bei dem geflogenen Orbitalmodul dürfte es sich ja um ein absolutes Einzelstück handeln.

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