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  • 17:30 MEZ - SNC DreamChaser - Pressekonferenz: 30. Januar 2013
  • 21:00 MEZ - SNC DreamChaser - Pressekonferenz auf NASA-TV: 23. Januar 2014

Autor Thema: SNC DreamChaser  (Gelesen 296839 mal)

Offline tobi

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #350 am: 09. Januar 2014, 00:22:30 »
Das kann dann wohl nur unbemannt sein, ein Abort wäre so wohl kaum möglich.
Und für unbemanntes gibt es wohl günstigere Konfigurationen, denk ich mal.

Genau wie soll das bemannt gehen, das fragt man sich jetzt (siehe mein vorheriger Post).

Offline roger50

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #351 am: 09. Januar 2014, 01:23:24 »
N'abend,

warum sollte man einen bemannten DC nicht innerhalb eines Fairings starten können? Bei der Sojus klappt das ja auch... ;)

Und wenn DC nicht ins jetzige Fairing paßt, könnte man durchaus ein etwas breiteres entwickeln (Hammerhead). Käme wahrscheinlich billiger, als DC zu ändern.

Aber auch wenn man DC ohne Fairing auf die AR-5 aufsetzt, sollte es funktionieren. Wie im BBC-link beschrieben:

Zitat
Or one puts it on top of the Ariane 5 as it will be on the Atlas, but then we have to re-calculate all the aerodynamics

Natürlich muß die Aerodynamik neu kalkuliert werden, aber man sollte nicht vergessen, daß AR-5 für den erheblich größeren Hermes-Shuttle mit einer vergleichsweise großen Flügelspannweite konzipiert und durchkalkuliert wurde.

Anmerkung: es ist heute ja gerade unser Problem mit der AR-5, daß sie vor über 20 Jahren nicht für Satellitentransporte, sondern für 'Hermes' designt wurde. Der wurde ständig größer und schwerer, also wuchs AR-5 parallel mit. Und als man Hermes schließlich cancelte, hat man einfach die momentane Größe der AR-5 beibehalten...

Also technisch funktionieren können beide Methoden.

Aber der wirklich interessante Punkt scheint in der ganzen Diskussion unter zu gehen: daß sich zumindest eine Raumfahrtagentur jetzt langsam der bemannten Raumfahrt zuzuwenden scheint... :D

Gruß
roger50

Offline Caladaris

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #352 am: 09. Januar 2014, 02:01:14 »
Schade. Jetzt finanzieren wir schon US-Firmen mit EU-Steuergeldern, statt damit wenigstens die EU-Raumfahrt-Industrie am Leben zu erhalten?  :(
Auch wenn die Ariane zum Einsatz kommt, die Technik und das KnowHow des DreamChaser bleiben natürlich in Übersee.

Das mit der Betriebsverlängerung wäre doch alles eine suuuuper Möglichkeit gewesen, eine neue Version des ATV aufzulegen, vielleicht mit Potential für Return und Crew!
Stattdessen investiert man in ausländische Firmen, damit die ihre Ideen umsetzen können. Wirklich schade um die europäischen Firmen, das KnowHow vom ATV das verloren geht und der BrainDrain an Fachkräfte, die es in die USA ziehen wird. Alles um vielleicht ein paar Euros zu sparen.

Nur bei der nächsten Gelegenheit, wo es mal wieder Fracht oder Crew zu transportieren gibt, hat man dann halt gar keine Optionen mehr, weil alles an KnowHow und Personal aus Europa weg ist. Dann ist man definitiv von der USA oder Russland abhängig.

Offline Schillrich

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #353 am: 09. Januar 2014, 05:58:43 »
Guten Morgen,

also nochmal: Wir investieren keine europäischen Steuergelder in den USA (ausgeben wäre der bessere Begriff). Wenn, dann werden sie hier investiert und wir werden Teil der, an deren Ende DC aus der Halle rollt ... Columbus steckt ja auch nicht an einer eigenen europäischen Raumstation.

Braindrain und keine eigene, bemannte Systemfähigkeit sind andere Aspekte. Alleine bekommt Europa aber offensichtlich kein bemanntes System hin. Dann ist Kooperation angesagt, wenn eine Agentur trotzdem bemanntes machen möchte.
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Offline Major Tom

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #354 am: 09. Januar 2014, 09:43:45 »
Ich hätte schon gerne ein bemanntes ATV-Derivat gesehen, aber Dreamchaser bietet doch mehr Möglichkeiten. Die beste Nachricht überhaupt ist aber der Einstieg Europas in die bemannte Raumfahrt. Endlich!  :D
Zuerst habe ich nicht verstanden, warum das Leichtgewicht Dreamchaser mit der Ariane 5ME starten soll, dann hatte ich eine dumme Idee. Sind mit einem modifizierten Adapter Doppelstarts mit einem Satelliten möglich? Die Nutzlast sollte reichen...  :-\
Wie dem auch sei, mit Dreamchaser wäre die Zukunft der Ariane 5 bzw. die Entwicklung eines vernünftigen Nachfolgers gesichert. Hoffentlich klappts. 8)
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Stolzer Träger einer Raumconverwarnung wegen Schreibens unbequemer Wahrheiten.

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #355 am: 09. Januar 2014, 09:56:47 »
Wie dem auch sei, mit Dreamchaser wäre die Zukunft der Ariane 5 bzw. die Entwicklung eines vernünftigen Nachfolgers gesichert. Hoffentlich klappts. 8)

Bei NSF hat jemand geschrieben, das ist die Idee von DLR hinter dem Deal.

Es geht doch nichts über eine gute Verschwörungstheorie.

Offline Fabi485

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #356 am: 09. Januar 2014, 10:02:00 »
Irgendwie bin ich da weitaus weniger optimistisch, nach Hermes, Kliper, ACTS, X-38 (CRV)....

Den großen Einstieg Europas in die bemannte Raumfahrt sehe ich noch lange nicht. Wenn ich mir anschaue was für einen Eiertanz man beim dringend notwendigen Ausbau der Ariane 5 (ESC-B) vollführt glaube ich nicht dran das man dieses Projekt in nächster Zeit ernsthaft angeht.

Es wäre aber schön die Ariane 5 bemannt mit so einem Mini-Shuttle starten zu sehen. Dafür wurde sie ja ursprünglich entwickelt, nur das die Entwicklung von Hermes dann gestrichen wurde :-)


Offline Doc Hoschi

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #357 am: 09. Januar 2014, 10:44:42 »
Schade. Jetzt finanzieren wir schon US-Firmen mit EU-Steuergeldern, statt damit wenigstens die EU-Raumfahrt-Industrie am Leben zu erhalten?  :(

Also ich glaube nicht, dass das Überleben der EU-Raumfahrt Industrie groß von der bemannten Raumfahrt abhängig ist... ;)
Obwohl ich die Meinung prinzipiell nachvollziehen kann, frage ich mich, warum es selbst Raumfahrtbegeisterten so enorm wichtig ist, wohin die Steuergelder verschwinden? Die Raumfahrt sollte doch meines Erachtens als Ganzes vorankommen. Wenn in ein ausreichend fortgeschrittenes und vielversprechendes System investiert wird, das einen Gewinn für die europäische bemannte Raumfahrt verspricht, ist es mir persönlich egal, wohin die Gelder gehen. Ich dachte hier in den Foren sammeln sich Raumfahrtbegeisterte und keine Wirtschaftspolitiker.

Das mit der Betriebsverlängerung wäre doch alles eine suuuuper Möglichkeit gewesen, eine neue Version des ATV aufzulegen, vielleicht mit Potential für Return und Crew!

Wohin sollte man denn abgesehen von der ISS? Dragon-Rider, Sojus und CST-100 würden ja vorraussichtlich trotzdem fliegen. Mir wäre es ohnehin lieber die europäische Raumfahrt gäbe das Geld für billigere Personentransportkonzepte aus wie DragonRider oder CST-100? Jetzt gibt es dann demnächst tatsächlich vier Taxis, die um die Gunst der Kunden buhlen....glaube kaum, dass die Airbus Group da preislich konkurieren könnte, wenn deren Träger die Ariane 5 ME ist. Das eingesparte Geld kann dann von mir aus liebend gerne für andere europäische Raumfahrttechnologien verwendet werden.
Warum muss eine Nation oder eine Agentur immer alles selbst entwickeln, statt günstig einzukaufen?? Geht es uns hier wie gesagt um Wissenszuwachs oder Wirtschaftsentwicklung?

Stattdessen investiert man in ausländische Firmen, damit die ihre Ideen umsetzen können. Wirklich schade um die europäischen Firmen, das KnowHow vom ATV das verloren geht und der BrainDrain an Fachkräfte, die es in die USA ziehen wird.

Wieso ist das ATV-Know-How nach Beendigung des Programms für Airbus Defence and Space bzw. die ESA verloren?? Es gibt ja trotzdem ein geplantes Nachfolgeprogramm (Servicemodul für MCVP). Selbst wenn dies nicht verwirklicht werden würde, wäre das Know-How ja prinzipiell immer noch bei der Airbus Group.

Sind mit einem modifizierten Adapter Doppelstarts mit einem Satelliten möglich? Die Nutzlast sollte reichen...  :-\

Würde sie das? Dreamchaser soll doch alleine schon 11,3t wiegen. Jetzt noch 7 Mann Besatzung mit schweren Anzügen rein und ein paar Tonnen Fracht und dann sieht die Sache doch sicherlich anders aus.
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Offline Doc Hoschi

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #358 am: 09. Januar 2014, 10:53:45 »
Sind mit einem modifizierten Adapter Doppelstarts mit einem Satelliten möglich? Die Nutzlast sollte reichen...  :-\
Würde sie das? Dreamchaser soll doch alleine schon 11,3t wiegen. Jetzt noch 7 Mann Besatzung mit schweren Anzügen rein und ein paar Tonnen Fracht und dann sieht die Sache doch sicherlich anders aus.

Hoppla, das nehme ich zurück. Ich glaube mit 7 Mann passt da nicht mehr viel Fracht rein.... ;D
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Offline tobi

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #359 am: 09. Januar 2014, 11:03:49 »
Stattdessen investiert man in ausländische Firmen, damit die ihre Ideen umsetzen können. Wirklich schade um die europäischen Firmen, das KnowHow vom ATV das verloren geht und der BrainDrain an Fachkräfte, die es in die USA ziehen wird.

Wieso ist das ATV-Know-How nach Beendigung des Programms für Airbus Defence and Space bzw. die ESA verloren?? Es gibt ja trotzdem ein geplantes Nachfolgeprogramm (Servicemodul für MCVP). Selbst wenn dies nicht verwirklicht werden würde, wäre das Know-How ja prinzipiell immer noch bei der Airbus Group.

Na überleg doch mal, wie wird das Know-How gehalten? Das Know-How ist in den Köpfen der Mitarbeiter. Die wandern ab oder vergessen es. Abwanderung nach USA ist aber unwahrscheinlich wegen ITAR.

Wer kann denn noch seine Abiaufgaben lösen nach vielen Jahren und wer würde heute durchs Abi durchfallen? Nicht anders ist es mit dem ATV.

Offline Caladaris

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #360 am: 09. Januar 2014, 11:24:15 »
Guten Morgen,

also nochmal: Wir investieren keine europäischen Steuergelder in den USA (ausgeben wäre der bessere Begriff). Wenn, dann werden sie hier investiert und wir werden Teil der, an deren Ende DC aus der Halle rollt ... Columbus steckt ja auch nicht an einer eigenen europäischen Raumstation.

Braindrain und keine eigene, bemannte Systemfähigkeit sind andere Aspekte. Alleine bekommt Europa aber offensichtlich kein bemanntes System hin. Dann ist Kooperation angesagt, wenn eine Agentur trotzdem bemanntes machen möchte.

Aus Sicht eines staatlichen Akteurs: Ausgeben = Investieren hier.

Ich finde die Parallele zu Soyuz in Kourou ganz gut. Obwohl sie natürlich von französischem Territorium startet und Arianespace die operative Leitung hat, wird hier russische Technik bestellt und damit natürlich dessen Weiterentwicklung gefördert. Auch hier war der Grund, Geld zu sparen...

Columbus ist eigentlich ein gutes Beispiel dafür, wie man es richtig macht. Es wurde nämlich von EADS und Alenia Space gebaut. Also europäischen Firmen, die dadurch KnowHow entwickelt haben.
Das genau war ja auch der Grund, warum man für nur fünf Raumschiffe das ATV entwickelt hat, statt ein paar Progress bei den Russen einzukaufen - europäisches KnowHow.
Auch beim MPCV SM hat man daran gedacht. Statt die Betriebskosten direkt an die NASA zu überweisen, überweist man das Geld an europäische Firmen, ein SM zu entwickeln, und stellt es dann der NASA hin. Wer das Endergebnis rumstehen hat, ist hier nebensächlich, wichtig war die Investition in die heimische Industrie.

Also manche Politiker wissen scheinbar eigentlich, wie man es richtig macht. Und dann sowas wie DreamChaser und Soyuz...
Dieses widersprüchliche Verhalten zeigt mal wieder die Vielstimmigkeit und Uneinigkeit der EU.

Offline Doc Hoschi

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #361 am: 09. Januar 2014, 11:41:29 »
Ich weiß einfach nicht Tobi, ich bin schon länger der Meinung, dass die Know-How-Abwanderung meist zumindest stark übertrieben wird. In Zeiten der digitalen Archivierung sind Pläne, Spezifizierungen und Fertigungsvorgaben, -anweisungen zu jeder Zeit verfügbar. Experten braucht man natürlich immer, aber wie ein automatischer Kopplungsvorgang beim ATV funktioniert ist bis ins letzte Detail archiviert.
Ist ja nicht mehr so wie zu Zeiten der Saturn V, wo die Papierpläne bzw. Mikrofilme in Pappkartons archiviert wurden. 
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Offline Kryo

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #362 am: 09. Januar 2014, 11:54:39 »
Die Abwanderung des Wissens kannst du nicht verhindern, weil die Erfahrung und das Know how und das Intuitionsvermögen von Mitarbeitern kannst du nicht in irgendwelche Dokumentationen verfrachten. Bei nem Praktikum bei Astrium in Bremen konnt ich das selbst erfahren. Hatte ich Fragen zu etwas, das ein Mitarbeiter vor 20 Jahren beim Design der ESC-A gemacht hat, war es sehr aufwendig die Informationen dazu zu bekommen. und wenn der MItarbeiter inzwischen in Rente ist, war es nahezu unmöglich xD

Führerschein

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #363 am: 09. Januar 2014, 12:00:05 »

Warum muss eine Nation oder eine Agentur immer alles selbst entwickeln, statt günstig einzukaufen?? Geht es uns hier wie gesagt um Wissenszuwachs oder Wirtschaftsentwicklung?

Dem stimme ich zu. Europa ist richtig gut in Wissenschaftsinstrumenten. Ich würde es gut finden, wenn die mehr auf europäischen Sonden fliegen würden. Trägersysteme und bei Bedarf bemannte Systeme könnten wir dann extern einkaufen. Aber bitte möglichst den günstigsten Anbieter und nicht nach politischen Vorgaben.

Ist aber schon wieder OT. :-[

Offline tobi

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #364 am: 09. Januar 2014, 12:01:10 »
Ich weiß einfach nicht Tobi, ich bin schon länger der Meinung, dass die Know-How-Abwanderung meist zumindest stark übertrieben wird. In Zeiten der digitalen Archivierung sind Pläne, Spezifizierungen und Fertigungsvorgaben, -anweisungen zu jeder Zeit verfügbar. Experten braucht man natürlich immer, aber wie ein automatischer Kopplungsvorgang beim ATV funktioniert ist bis ins letzte Detail archiviert.
Ist ja nicht mehr so wie zu Zeiten der Saturn V, wo die Papierpläne bzw. Mikrofilme in Pappkartons archiviert wurden.

Im Internet ist ein Großteil des Wissens der Menschheit sofort verfügbar, trotzdem muss man sich 13 lange Jahre lang in der Schule für ein Abitur ein Bruchtteil dieses Wissens aneignen.

McFire

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #365 am: 09. Januar 2014, 12:04:39 »
Gibts denn Neues zu Technik, Tests und Aufbau des DC ?

Offline tomtom

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #366 am: 09. Januar 2014, 12:12:59 »
Abitur reicht auch nicht zum Bau eines Dreamchasers. Zurück zum Thema:

warum sollte man einen bemannten DC nicht innerhalb eines Fairings starten können? Bei der Sojus klappt das ja auch... ;)

Möglich ist wohl letztlich alles, aber unproblematisch scheint mir das auch nicht. DC soll ja ein Pusher-LAS enthalten, ( dass auch für Orbit-Manöver eingesetzt wird?, um effektiv zu sein.) (wobei das alles noch unklar ist). Jedenfalls müßte im Launch-Abort-Fall DC+Fairing evakuiert werden oder eine vorher eine Trennung des Fairing erfolgen.

Vielleicht wäre eine Ariane aber für diesen Launch Abort-Fall durch eine Zwischenstufe aufrüstbar, so dass DC diese Funktionalität nicht erst realisieren müßte und Ariane 5 gerade attraktiv macht.

Ist natürlich auch sehr spekulativ, denn ein Orion-Einsatz mit Ariane 5 wäre sicher technisch nahehliegender und konkretisierte sich auch nicht, genauso wie eine bemannt Sojus von Kourou. 

Gibts denn Neues zu Technik, Tests und Aufbau des DC ?

Nein.

Offline Doc Hoschi

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #367 am: 09. Januar 2014, 12:52:59 »
Möglich ist wohl letztlich alles, aber unproblematisch scheint mir das auch nicht. DC soll ja ein Pusher-LAS enthalten, ( dass auch für Orbit-Manöver eingesetzt wird?, um effektiv zu sein.) (wobei das alles noch unklar ist). Jedenfalls müßte im Launch-Abort-Fall DC+Fairing evakuiert werden oder eine vorher eine Trennung des Fairing erfolgen.

Gibt es eine Mitteilung seitens der ESA, dass DC mit Fairing gestartet werden soll? Auf der Atlas soll der sieben Meter breite DC doch ebenfalls "nackt" thronen. Welchen Durchmesser hat noch einmal die größte Nutzlastverkleidung der Ariane 5?
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Offline TWiX

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #368 am: 09. Januar 2014, 13:23:11 »
Mal was anderes:
Wenn die Ariane 5 ME so massiv overpowered ist, könnte man dann nicht einfach an den DreamChaser ein zusätzliches (euuropäisches) Servicemodul anhängen, das einen "nach oben" zeigenden Dockingadapter (ähnlich dem Shuttle  :) ) sowie unter Druck stehenden Frachtraum bietet?
Das wäre dann zum einen ein signifikanter europäischer Beitrag und würde zum anderen die Kapazität der A5 besser ausschöpfen, wenn es denn technisch (einfach) machbar wäre...

Offline Nitro

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #369 am: 09. Januar 2014, 13:35:21 »
Gibts denn Neues zu Technik, Tests und Aufbau des DC ?

Nein.

Doch, zu den kommenden Tests gab es einige Informationen:

Der ETA kann, wie schon vor einiger Zeit erwaehnt, repariert werden und soll dieses Jahr einige Nachruestungen bekommen. Man spricht dann von ETA Block 0.5 anstatt Block 0.

Dieser Block 0.5 soll dann in laufe des Jahres zwei weitere Abwurftests (ALT-1 und ALT-2) durchfuehren. Danach wird der ETA erneut umgeruestet (auf Block 1) um schliesslich naechstes Jahr einen finalen bemannten Abwurftest durchzufuehren. In der Zwischenzeit wird das Orbital Test Vehicle (OTV) fertig gestellt. Man hat bereits mit dem Bau daran begonnen.

2016 wird man das OTV auf einen unbemannten orbitalen Testflug mit der Atlas 5 schicken. Anfang 2017 soll dann ein weiterer Flug stattfinden, diesmal bemannt mit zwei Astronauten. Der OFT-2 genannte Flug in 2017 geht zue ISS und gilt damit als Zertifizierung fuer den DreamChaser.

Das alles natuerlich nur unter der Annahme, dass auch weiterhin Geld fliessen wird.
Bevor man einen Beitrag letztendlich abschickt sollte man ihn sich noch ein letztes Mal durchlesen und sich dabei überlegen ob man ihn genau in diesem Wortlaut auch Abends seinem Partner und/oder Kindern ohne Bedenken vorlesen würde.

Offline MX87

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #370 am: 09. Januar 2014, 17:08:46 »
Einen komplett eigenen bemannten europäischen Zugang zum All wird es auf absehbare Zeit nicht geben. Die ESA wünscht sich das zwar, aber genauso auch eine Marslandung und anderes. Ein bemanntes System würde immenses politisches Commitment erfordern und sogleich finanzielle Mittel in beträchtlicher Höhe erfordern. Poltisch hat hier keiner, derjenigen die das wirklich mitentscheiden würden (=Minister), entsprechenden Mut - auch wegen des zweiten Faktors: Im jetzigen Europa wäre ein solches Projekt finanziell nicht vertretbar. Ohne Aufstockung des Budgets würde ein eigenes bemanntes System wertvolle (auch finanzielle) Ressourcen binden, die in Wisseschaft und Forschung zu investieren wären. Wollen wir wirklich Marssonden oder Weltraumteleskope nur darum streichen, damit der bemannte Transporter 100% europäisch ist, wenn es günstigere Alternativenfür den Personentransport gibt? Der Braindrain tritt durch die Kooperationsabkommen nicht ein und die ATV-Technologie wird unter Beachtung der Rahmenbedingen bestmöglich weiterentwickelt und zum Einsatz gebracht. Auf Basis der Technologie kann man doch auch eine kleine Raumstation aufbauen, die man eben mit DC anfliegen kann. Seht euch mal als Beispiel ein gecanceltes Schwesterprogramm von Columbus und Hermes an, den Man-Tended Free Flyer:
http://www.astronautix.com/craft/colrmtff.htm

Da man DC auch für Aussetz- und Einfangmanöver jenseits der ISS-Umlaufbahn nutzen möchte bieten sich noch weitere Dinge an: Ein europäisches Weltraumteleskop ähnlich Hubble mit modularem Aufbau und vieles andere...

Wenn wir jetzt der ESA GEO-Return und Industriehilfe noch stärker als sonst aufbürden, läuft es Gefahr, dass die Airbus und Co. die ESA managen. Man sehe sich nur die unheimliche Macht der Zulieferer bei der NASA an. Wollen wir sowas wirklich? Hauptziel der ESA sollte Wissenschaft sein und nicht Industriehilfe. Aufträge bekommt die europäische Industrie genug. Aber diese Thematik ist in diesem Thread fehl am Platz...

Der eingeschlagene Weg der ESA ist sehr clever. Bei Orion hat man durch das SM einen Fuß in der Tür wenn es um Expeditionen in den BEO gehen wird. Ist doch toll, wenn ein mindestens ein Platz bei einer Asteoridenmission oder anderen Flügen für die ESA reserviert ist.  ;) Gleichzeitig hat man in den BEO eine Beteiligung. Der Dockingadapter soll übrigens nach jedem Flug ausgetauscht werden, hieß es bei SNC einige Male. Man hat Bedenken wegen der Belastung beim Wiedereintritt.

Fazit: Die ESA kann unter den komplizierten Rahmenbedingen mit dieser Strategie ihre Bemühungen hinsichtlich  bemannter Raumfahrt intensivieren. Dies allerdings ohne die Bürden eines eigenen Programms, wodurch mehr Geld übrig bleibt für das was man eigentlich da oben machen will: Forschung & Wissenschaft.

Ich hoffe inständig, dass aus der Studie mehr wird als ein Papiertiger!!!  :) :) :)
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Offline KlausLange

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #371 am: 10. Januar 2014, 14:52:55 »
@MX87: Deinen Ausführungen kann ich nur beipflichten. Ich finde diese Strategie auch clever.

Dem kann ich noch einen weiteren Aspekt hinzufügen:
Eine ESA-SNC-Kooperation ist auch eine schöne mittelfristige (2018-2025) Lückenschließung bis ein anderes europäisches Raumschiff soweit ist, stärker von der ESA genutzt zu werden: Skylon!

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Offline KlausLange

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #372 am: 10. Januar 2014, 16:12:43 »
Auch wenn ich dem Pessimismus des nun folgenden Artikels nicht zustimme, zumal m.E. dort bei Hermes vs. DC Äpfel mit Birnen verglichen werden, will ich den Beitrag der Mars-Society als Diskussionsbeitrag verlinken: hier.
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Offline tobi

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #373 am: 10. Januar 2014, 16:37:00 »
Also der Autor scheint wie ich der Meinung zu sein, dass das Projekt ein Non-Starter (deutsch: Rohrkrepierer) ist. ;)

Die technische Seite würde ich allerdings nicht so negativ beurteilen. Nur weil die ESA bei Hermes gestrauchelt ist, muss das nicht heißen, dass das bei SNC auch der Fall ist. Die Technik ist jetzt 20 Jahre weiter, außerdem wissen wir ja schon aus der aktuellen SpaceX- Diskussion, dass man in der Führungsetage in Europa nicht immer mit der größten Weisheit gesegnet ist.

Ein bedeutender Anteil an Aussagen von Leuten aus der europäischen Raumfahrtindustrie (teils sehr verdiente Leute!!!) bzgl. wirtschaftlichen, technischen oder organisatorischen Aspekten der Raumfahrt, die ich in Vorlesungen, Vorträgen etc.. erleben durfte, wird gerade von SpaceX und anderen als nicht zutreffend demonstriert. Das amüsiert mich alles gerade köstlich. 8)

Offline MX87

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Re: SNC DreamChaser
« Antwort #374 am: 10. Januar 2014, 21:08:46 »
Auch wenn ich dem Pessimismus des nun folgenden Artikels nicht zustimme, zumal m.E. dort bei Hermes vs. DC Äpfel mit Birnen verglichen werden, will ich den Beitrag der Mars-Society als Diskussionsbeitrag verlinken: hier.

Im Grunde ist der Vergleich zwischen Hermes und DC allein schon deshalb hinfällig, weil DC bereits fertig konzipiert ist. Eine krasse Umkonzipierung ist bei DC schlichtweg nicht mehr zu machen (zum Glück). Bei Hermes konnte man sich einfach nicht mit irgendwas zufrieden geben. Außerdem kann die ESA Extrawünsche haben wie sie will: Das Grundkonzept steht, was neben der jetzt verwirklichten Version vielleicht noch kommt ist noch eine mit einer Nutzlastbucht, aber da wird sich nicht so viel am Gesamtkonzept ändern (größer, breiter usw. beispielsweise).

Übrigens: Wie sollte eigentlich bei Hermes ein Launch Abort - vor allem auf der Rampe - funktionieren?

Also der Autor scheint wie ich der Meinung zu sein, dass das Projekt ein Non-Starter (deutsch: Rohrkrepierer) ist. ;)

Die technische Seite würde ich allerdings nicht so negativ beurteilen. Nur weil die ESA bei Hermes gestrauchelt ist, muss das nicht heißen, dass das bei SNC auch der Fall ist. Die Technik ist jetzt 20 Jahre weiter, außerdem wissen wir ja schon aus der aktuellen SpaceX- Diskussion, dass man in der Führungsetage in Europa nicht immer mit der größten Weisheit gesegnet ist.

Zu der Führungsriege und SpaceX stimme ich dir zu. Einen Rohrkrepierer sehe ich in DC allerdings nicht. Genauer genommen sehe ich bei DC sogar bessere Chancen auf eine Verwirklichung, als bei Boeings CST-100. Wieso? Weil im Gegensatz zu CST-100 es bei DC Commitments von allen Seiten gibt. Die NASA hat schon bis in die jetzige Commercial Crew-Phase DC schon fast spitzbübisch gepusht. SNC hat auch eigenes Kapital investiert und schon vor der ESA eigene Pläne mit dem Raumschiff. Die neueste Entwicklung zeigt, dass es Interesse an kommerziellem bemannten Raumflug gibt und Raumfahrtagenturen schon heiß darauf sind.  ;)

DC kann eigentlich nur am finanziellen scheitern. Das ist aber nicht so wahrscheinlich wie man es vielleicht sehen möchte. Wie gesagt: Man betont auch allein weiter zu machen. In der Häufigkeit und Deutlichkeit würde man dies so nicht tun, wenn es keinen entsprechenden Plan B gebe, der auch halbwegs solide ist. Bei SNC sieht man den DC als eine mögliche zukünftige Haupteinnahmequelle und als integralen Bestandteil des Unternehmenswachstums. SNC ist in den Jahren beträchtlich gewachsen, einerseits durch die SpaceDev Übernahme, als auch durch den Auftrag für den Lizenzbau des Embraer Super Tucano COIN-Flugzeugs für die US Air Force.

Boeing dagegen mag im Commercial Crew-Rennen weiter sein, aber deren Commitment zu dem Ganzen ist ziemlich seltsam. Vor 1,5 Jahren sagte man mal dass man nicht wirklich an das alles glaube. Wieso machen sie dann mit? Hauptsache Geld kassieren?  ;) Naja jedenfalls möchte man falls das was wird dennoch dabei sein  :D Ohne die NASA fliegt CST-100 auf keinen Fall. Möglicherweise liegt darin der Grund wieso die NASA-Sympathie zwar eindeutig bei DC liegt, aber Boeing mit mehr finanziellen Mitteln bedacht wird: Um auch CST-100 zum fliegen zu bringen.
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