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Autor Thema: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie  (Gelesen 928528 mal)

Offline roger50

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1450 am: 24. August 2014, 01:56:37 »
Moin,

Danke für das Video.  :)

Habe ich ja doch richtig geguckt (siehe Antwort #1437), die F9R schwenkt von der Senkrechten in die Horizontale, bevor die Triebwerke abgeschaltet werden. Sie dreht sich natürlich weiter, bis die Spitze Richtung Erde zeigt. Dabei treten unverbrannte Treibstoffe aus den Triebwerken aus (weiße Wolke). Dann reagiert das Selbstzerstörungssystem.

Erinnert mich sehr an einen schwarzen Tag im Jahre anno domini 1996:


Ariane 5 Rocket Explosion

Frage bleibt, weshalb sich die F9R in die Horizontale gedreht hat... :o

Gruß
roger50

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1451 am: 24. August 2014, 07:41:07 »
Frage bleibt, weshalb sich die F9R in die Horizontale gedreht hat... :o

Gruß
roger50

In NSF Level 2 steht schon seit kurz nach dem Start fast alles dazu. Wird sicher irgendwann bald freigegeben. Sehr interessante Informationen auch zur Technik der Selbstzerstörung.

Bleibt trotzdem eine potentielle Fehlerquelle, die man zumindest mittelfristig beseitigen müßte. Wenn man es nicht schon getan hat. Falcon 9R dev.1 ist ja nicht mehr ganz neu.

Offline Caladaris

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1452 am: 24. August 2014, 17:31:05 »
Auch in den russischen Medien ist das Versagen der Falcon 9 groß Thema. Ich denke auch mit einem etwas genüsslichen Unterton, dass auch mal die Amerikaner Probleme mit ihren Raketen haben und nicht nur die zuletzt vielkritisierten Russen.

Was ich irgendwie vermisse ist eine Portal-News hier auf Raumfahrer.net. Sonst wird doch auch über alle kleinsten Neuigkeiten oder auch nur Routineberichte der ISS ein ellenlanger Artikel geschrieben und jetzt bei einer Breaking News, die sogar in den Mainstream-Medien Thema ist, nicht? Jemand, der sich auf dieser Seite über Raumfahrt-News informiert und nicht täglich in jeden alten Thread in allen eher unwichtigen Unterforen schaut, übersieht diese News.

Führerschein

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1453 am: 24. August 2014, 17:45:51 »
Auch in den russischen Medien ist das Versagen der Falcon 9 groß Thema. Ich denke auch mit einem etwas genüsslichen Unterton, dass auch mal die Amerikaner Probleme mit ihren Raketen haben und nicht nur die zuletzt vielkritisierten Russen.

Was ich irgendwie vermisse ist eine Portal-News hier auf Raumfahrer.net.


Wenn sie nichts besseres haben, sollen sie sich daran festhalten. Wir alle wissen jedenfalls, daß da keine Falcon 9 unter Einsatzbedingungen versagt hat.

Das mit dem Portalartikel ist eine gute Idee, aber der sollte warten, bis die Informationen über die Ursachen und Abläufe raus sind.


Offline HausD

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1454 am: 24. August 2014, 18:57:10 »
Auch in den russischen Medien ist das Versagen der Falcon 9 groß Thema. Ich denke auch mit einem etwas genüsslichen Unterton, dass auch mal die Amerikaner Probleme mit ihren Raketen haben und nicht nur die zuletzt vielkritisierten Russen....
Ich denke auch mit einem etwas genüsslichen Unterton, ...?
Hast du einen anderen Artikel gelesen, vielleicht einen aus dem Forum hier? Im zitierten Artikel in Deutsch steht nichts mit "genüsslichen Unterton" - das denkst du ...  HausD

GalacticTraveler

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1455 am: 25. August 2014, 09:52:59 »
Zitat von: Chris Bergin auf NASASpaceflight
They know exactly what happened and when they release it to the public (no doubt after using that info to conduct a review) you will all be put at ease and see why it has no impact on their missions. Trust me.

Also es gibt keinen Einfluss auf den Asiasat 6-Start. SpaceX kennt die Unglücksursache bereits.

Hm, "keinen Einfluss"?  ???

http://www.spaceflightnow.com/falcon9/012/140824delay/#.U_rrNWNuCBY

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1456 am: 25. August 2014, 10:10:53 »

Hm, "keinen Einfluss"?  ???

http://www.spaceflightnow.com/falcon9/012/140824delay/#.U_rrNWNuCBY

 :)

Chris Bergin von NSF ist da im Streit mit anderen. Er behauptet weiter fest, daß es nach seinen Quellen keinen Zusammenhang gibt, auch wenn andere das sagen.

Wer weiß das schon genau, außer den Zuständigen bei SpaceX? Wenn es da echte Sorgen gäbe, würde man wohl um mehr als einen Tag verschieben. Warten wir den Start ab.


Offline voschi

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1457 am: 25. August 2014, 18:47:12 »
Wie wärs denn mit einem Newsticker für Raumfahrer,net? Ich fände sowas gut.
Ich dacht schon ,es wird ein langweiliger Herbst.Es war alles so perfekt bei Spacex.
Pustekuchen!die Spannung steigt wieder.warten auf den nächsten Start.

Führerschein

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1458 am: 25. August 2014, 19:06:09 »
Auf Twitter schrieb jemand an Steve Jurvetson, er könnte doch als Investor Elon Musk drängen, ein HD-Video von dem letzten Flug zu veröffentlichen. Steve Jurvetson hat darauf geantwortet. Er hat das schon gemacht und vorgeschlagen, dazu als Hintergrundmusik "It's tricky tricky tricky" zu spielen.

Mal sehen, ob es geholfen hat.

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1459 am: 27. August 2014, 06:02:31 »
Für den Fehler war also ein Sensor verantwortlich. Bei dem Flug wurden erstmals alle drei Triebwerke gestartet. Eines der drei Triebwerke hatte einen fehlerhaften Sensor. Weil in dev.-1 nicht die komplette Fehlerreaktions-Logik vorhanden war, hat das zu dem Ausfall geführt. In einer normalen Falcon 9 wäre der Fehler aufgefangen worden durch redundante Sensoren und eine geeignete Fehlerreaktion. Wenn der Fehler beim Start entdeckt worden wäre, hätte es zum Abbruch geführt. Falcon 9 dev.-1 hat aber keine Haltevorrichtung und der Start konnte nicht abgebrochen werden.

Siehe Asiasat-6 thread.

http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=12100.msg301781#msg301781

Offline Klakow

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1460 am: 27. August 2014, 20:29:11 »
nun falls bei der Sicherheitsüberprüfung noch was gefunden wird und sei es noch Potential zu Verbesserungen, könnte man dies durchaus als positive Folgen bewerten.

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1461 am: 28. August 2014, 12:07:43 »
In dem Vortrag von Garrett Reisman, dem SpaceX Dragon Programm Chef, hat er noch einen Punkt erwähnt, der vorher noch nicht öffentlich war, glaube ich.

Das Flugabbruch-System verwendet keine Explosivladungen. Das zerlegen wird eingeleitet mit den sowieso vorhandenen Entlüftungsventilen. Der LOX-Tank Druck wird abgelassen und dadurch verliert er an Stabilität und zerbricht. Der Überdruck des Kerosintankes am gemeinsamen Tankabschluß für LOX und Kerosin sorgt dann wohl auch für das zerbrechen des Kerosintanks.

Für Starts in Florida gibt es eine explosive Ladung. Das hat mit zu den Verzögerungen des ersten Falcon 9 Starts geführt. SpaceX wollte keine explosiven Ladungen, weil sie unnötig und ein zusätzliches Risiko sind. Die Airforce Range Gruppe hat aber darauf bestanden.

Offline akku

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1462 am: 04. September 2014, 17:33:00 »
dieses foto musste ich euch zeigen

WOW
(Bild links: Screenshot aus einem kommenden CGI-Film erstellt von L2-Mitglieder)
will DEN Film sehen  ;D

http://www.nasaspaceflight.com/2014/09/spacex-weekend-launch-asiasat-6/

Offline Romsdalen

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1463 am: 08. September 2014, 15:01:09 »
Gibt es seitens SpaceX irgendwelche Angaben, wann sie den re-entry der Erststufe versuchen möchten?

Offline AndiJe

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1464 am: 08. September 2014, 15:11:30 »
2 Erststufen sind ja schon erfolgreich wiedereingetreten, doch im Wasser gelandet und beschädigt worden. Mit der SpaceX-4-Mission im Sept. wollen sie ja eine Erststufe an Land in der Nähe des Cape Canaveral landen lassen. Hoffentlich klappts...
Der Mensch kann nicht ewig in der Wiege bleiben, daher geht's ab sofort in die Krabbelstube!

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1465 am: 08. September 2014, 16:19:05 »
2 Erststufen sind ja schon erfolgreich wiedereingetreten, doch im Wasser gelandet und beschädigt worden. Mit der SpaceX-4-Mission im Sept. wollen sie ja eine Erststufe an Land in der Nähe des Cape Canaveral landen lassen. Hoffentlich klappts...

Anscheinend doch nicht. Aktuell heißt es, SpX-4 wird keine Beine haben. Es war vielleicht so, daß die Stufe, die ursprünglich für SpX-4 und für Beine vorgesehen war, jetzt mit Asiasat 6 geflogen ist und ohne Beine, weil der Satellit zu schwer war. SpX-4 fliegt jetzt ohne Beine, weil die Stufe dafür nicht vorbereitet ist. Jedenfalls ist das Stand der Gerüchte.

Landefähig sollen dann die nächsten beiden sein. Aber mangels Genehmigung für Landlandung sollen die dann auf einer Barke landen. Wenn das gelingt und die Zielgenauigkeit damit bewiesen ist, bekommen sie hoffentlich die Genehmigung für Landlandung. Auch wenn vielleicht die Stufe anschließend doch verloren geht, weil der Schiffskörper schwankt.

Wenn sie doch schon die Genehmigung für Landlandung bekommen, wäre das eine Überraschung.

Offline roger50

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1466 am: 08. September 2014, 16:57:16 »
Moin,

Wenn sie doch schon die Genehmigung für Landlandung bekommen, wäre das eine Überraschung.


... , die angesichts der kurzen Zeit bis zum geplanten Start mehr als unwahrscheinlich ist. Es wurde ja noch nicht mal festgelegt, wo eventuell eine Landung erfolgen könnte. Auch LC -13, das ja im Gespräch war/ist, müßte erst vorbereitet werden.

Ganz abgesehen davon, daß SpaceX bislang einen ganz wichtigen Schritt noch nicht nachgewiesen hat: daß sie imstande sind, die Flugbahn der Erststufe umzudrehen. also entgegen der ballistischen Abstiegsbahn zumindest ein Stück zurück zu fliegen. ;) 

Gruß
roger50

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1467 am: 08. September 2014, 17:03:25 »
Ganz abgesehen davon, daß SpaceX bislang einen ganz wichtigen Schritt noch nicht nachgewiesen hat: daß sie imstande sind, die Flugbahn der Erststufe umzudrehen. also entgegen der ballistischen Abstiegsbahn zumindest ein Stück zurück zu fliegen. ;) 

Doch, das haben sie bewiesen. Ob man die Triebwerke nur zum bremsen zündet, oder etwas länger laufen läßt für den Rückflug, macht keinen Unterschied.

Es sei denn man unterstellt ihnen, daß sie bei den verfügbaren Treibstoffreserven lügen. Denn ausrechnen kann man das sehr genau.


Offline Doc Hoschi

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1468 am: 08. September 2014, 17:09:27 »
...entgegen der ballistischen Abstiegsbahn...

Abstiegsbahn? Soll der Rückflug nicht im aufsteigenden Bereich stattfinden?

So wie hier angedeutet?
http://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=10338.msg255647#msg255647
Douglas Adams: "In an infinite universe, the one thing sentient life cannot afford to have is a sense of proportion."

Offline proton01

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1469 am: 08. September 2014, 17:52:22 »
Ganz abgesehen davon, daß SpaceX bislang einen ganz wichtigen Schritt noch nicht nachgewiesen hat: daß sie imstande sind, die Flugbahn der Erststufe umzudrehen. also entgegen der ballistischen Abstiegsbahn zumindest ein Stück zurück zu fliegen. ;) 

Doch, das haben sie bewiesen. Ob man die Triebwerke nur zum bremsen zündet, oder etwas länger laufen läßt für den Rückflug, macht keinen Unterschied.

Es sei denn man unterstellt ihnen, daß sie bei den verfügbaren Treibstoffreserven lügen. Denn ausrechnen kann man das sehr genau.

Die Treibstoffreserven und die Flugsteuerung muss mit unvorhersehbaren Störunge wie Windböen etc. klarkommen und trotzdem den Zielpukt sicher und mit ausreichender Genauigkeit erreichen. Die Änderung der Flugrichtung in die Gegenrichtung ist was ganz anderes als nur Abbremsen. Der Nachweis steht aus, und das kann auch nicht durch andere Manöver ersetzt werden. Sowas kann man auch nicht richtig ausrechnen, sondern nur aus Erfahrungswerten zusätzliche Reserven einplanen.

Der letzte Versuch in McGregor endeten mit der Zerstörung der Stufe, es kann also eniges schief gehen. die Philosophie von SpaceX war m.E. solche Fehlschäge einzuplanen und Ersatzgeräte bereit zuhalten.

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1470 am: 08. September 2014, 18:08:50 »
Die Treibstoffreserven und die Flugsteuerung muss mit unvorhersehbaren Störunge wie Windböen etc. klarkommen und trotzdem den Zielpukt sicher und mit ausreichender Genauigkeit erreichen. Die Änderung der Flugrichtung in die Gegenrichtung ist was ganz anderes als nur Abbremsen. Der Nachweis steht aus, und das kann auch nicht durch andere Manöver ersetzt werden. Sowas kann man auch nicht richtig ausrechnen, sondern nur aus Erfahrungswerten zusätzliche Reserven einplanen.

Tut mir leid, daran ist praktisch alles falsch. Der Rückflugschub ist eine genau bemessene und berechenbare Größe mit einer sehr präzise bekannten Treibstoffmenge. Das auszurechnen ist trivial. Windböen und Luftströmungen können damit sowieso nicht ausgeglichen werden. Dafür werden die Kaltgasdüsen und zukünftig wahrscheinlich die Grid Fins eingesetzt. Die können sowas perfekt und haben ihre Fähigkeiten in Waffensystemen mit hoher Präzision nachgewiesen. Richtig ist, daß man vielleicht noch ein oder zwei Flüge mit Grid Fins braucht, um Erfahrungen zu sammeln. Dann trifft man damit genau die Mitte eines Helikopterlandeplatzes. Beim ersten Versuch könnte man noch ein paar (hundert) Meter mehr danebenliegen.

Der letzte Versuch in McGregor endeten mit der Zerstörung der Stufe, es kann also eniges schief gehen. die Philosophie von SpaceX war m.E. solche Fehlschäge einzuplanen und Ersatzgeräte bereit zuhalten.

Das hat damit nun gar nichts zu tun. Das Fluggerät in McGregor war mechanisch eine vollständige Erststufe, die Ausrüstung mit Elektronik und Sensoren war aber nicht fluggerecht redundant. Daher die Fehlsteuerung, die zur Auslösung der Selbstzerstörung geführt hat. Mit einer Flugstufe hätte das nicht passieren können. Ich vermute mal stark, daß das beim zweiten Gerät in Neu-Mexiko anders sein wird. Das wird auch bei der Elektronik viel mehr einer echten Erststufe entsprechen.

Ja, die Möglichkeit war eingeplant. Man hat ja an dem Foto mit Elon Musk und Steve Jurvetson gesehen, daß sie das beim wahrscheinlich sowieso letzten Flug nicht schwer genommen hat.

Offline Klakow

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1471 am: 08. September 2014, 18:17:24 »
Ist schon toll, fast jeder hier wartet voller Hoffnung das es bald klappt, nun ja das wird da wohl ein historisches Ereigniss werden

Offline proton01

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1472 am: 08. September 2014, 19:16:19 »
Die Treibstoffreserven und die Flugsteuerung muss mit unvorhersehbaren Störungen wie Windböen etc. klarkommen und trotzdem den Zielpukt sicher und mit ausreichender Genauigkeit erreichen. Die Änderung der Flugrichtung in die Gegenrichtung ist was ganz anderes als nur Abbremsen. Der Nachweis steht aus, und das kann auch nicht durch andere Manöver ersetzt werden. Sowas kann man auch nicht richtig ausrechnen, sondern nur aus Erfahrungswerten zusätzliche Reserven einplanen.

Tut mir leid, daran ist praktisch alles falsch. Der Rückflugschub ist eine genau bemessene und berechenbare Größe mit einer sehr präzise bekannten Treibstoffmenge. Das auszurechnen ist trivial. Windböen und Luftströmungen können damit sowieso nicht ausgeglichen werden. Dafür werden die Kaltgasdüsen und zukünftig wahrscheinlich die Grid Fins eingesetzt. Die können sowas perfekt und haben ihre Fähigkeiten in Waffensystemen mit hoher Präzision nachgewiesen. Richtig ist, daß man vielleicht noch ein oder zwei Flüge mit Grid Fins braucht, um Erfahrungen zu sammeln. Dann trifft man damit genau die Mitte eines Helikopterlandeplatzes. Beim ersten Versuch könnte man noch ein paar (hundert) Meter mehr danebenliegen.

Dann kannst Du doch sicher diese triviale Rechnung hier kurz für alle darstellen.

Was ist  "genau bemessene und berechenbare Größe mit einer sehr präzise bekannten Treibstoffmenge" ?   Plus/minus wieviel Meter Zielgenauigkeit ?  Wie genau muss dafür die Treibstoffmenge berechnet werden ? Ist das realistisch ?

Dass jetzt behauptet wird, SpaceX wäre vergleichbar mit einer ICBM in Punkto Endzielanflug, erstaunt mich schon. den Aspekt hat SpaceX bisher (bewusst ?) ausgeblendet. Übrigens, Waffensysteme nutzen die Flugkinetik beim Ziel und haben nicht die Aufgabe daselbst weich zulanden. die Zerstörung der Waffe selbst ist dabei quasi vorgegeben. Falls hier an Drohnen gedacht war, die haben doch wohl etwas geringere Fluggeschwindigkeiten und -höhen.


Der letzte Versuch in McGregor endeten mit der Zerstörung der Stufe, es kann also eniges schief gehen. die Philosophie von SpaceX war m.E. solche Fehlschäge einzuplanen und Ersatzgeräte bereit zuhalten.
Das hat damit nun gar nichts zu tun. Das Fluggerät in McGregor war mechanisch eine vollständige Erststufe, die Ausrüstung mit Elektronik und Sensoren war aber nicht fluggerecht redundant. Daher die Fehlsteuerung, die zur Auslösung der Selbstzerstörung geführt hat. Mit einer Flugstufe hätte das nicht passieren können. Ich vermute mal stark, daß das beim zweiten Gerät in Neu-Mexiko anders sein wird. Das wird auch bei der Elektronik viel mehr einer echten Erststufe entsprechen.

Doch, hat es. Entweder gibt SpaceX zu, daß die geflogene Stufe nicht flugrepresäntativ war, dann ist die Frage was damit eigentlich gezeigt werden hätte können. Oder aber sie war flugrepresäntativ, dann hat es nicht funktioniert. Aber SpaceX kann sich nicht auf eine nicht vorhandene Redundanz berufen, die muss demonstriert werden. Hier hat sich gezeigt, daß man wohl ohne nicht auskommt. Wenn es dann mit Redundanz funktioniert, prima.

Offline Doc Hoschi

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1473 am: 08. September 2014, 19:56:14 »
Also ich glaube nicht, dass man sich in über 90km Höhe bei Drücken von unter 1 mbar Gedanken über Böen und Luftströmungen machen muss...:). Da sind für den Rückflug korrekte Ausrichtung und schließlich Masse und Geschwindigkeit ausschlaggebend.
Wieso hält man eigentlich außerdem in allen Diskussionsforen so vehement an diesen Gridfins fest?? Die wurden genau einmal bei nicht hohen Geschwindigkeiten getestet und waren beim nächsten Test schon nicht mehr dran. Nichts ist uns über die Ergebnisse bekannt.
Für den Rückflug können sie in meinen Augen aus oben genanntem Grund nur wenig Bedeutung haben und für eine Funktion als Stabilisatoren beim schnellen Sinkflug/Wiedereintritt besitzt man noch keinerlei Erfahrungswerte. Möglich dass sie tatsächlich am Ende eingesetzt werden, aber es klingt häufig wie "ohne die geht's nicht für eine präzise Landung". Wieso sollte man ohne Gridfins auf einer Barke landen können, aber nicht auf einem Pad an Land????
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Führerschein

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Re: Wiederverwendbarkeit und Landefähigkeit der Falcon-Familie
« Antwort #1474 am: 08. September 2014, 20:25:37 »

Dann kannst Du doch sicher diese triviale Rechnung hier kurz für alle darstellen.

Was ist  "genau bemessene und berechenbare Größe mit einer sehr präzise bekannten Treibstoffmenge" ?   Plus/minus wieviel Meter Zielgenauigkeit ?  Wie genau muss dafür die Treibstoffmenge berechnet werden ? Ist das realistisch ?

So trivial nun auch wieder nicht. Trivial in dem Sinne, daß es geradezu absurd ist, zu unterstellen, daß man mit dieser Rakete zwar einen Satelliten in einer genauen Umlaufbahn abliefern kann, sie aber nicht zum Startort zurückfliegen kann. Natürlich, wie ich schon sagte, mit Detailkorrekturen durch die Kaltgasdüsen und/oder Grid Fins. Als Hilfmittel dafür stehen einerseits die hochpräzisen GPS-Ortsbestimmungen und andererseits dann bei Zielannäherung Funk-Systeme für die Zielführung.

Dass jetzt behauptet wird, SpaceX wäre vergleichbar mit einer ICBM in Punkto Endzielanflug, erstaunt mich schon. den Aspekt hat SpaceX bisher (bewusst ?) ausgeblendet. Übrigens, Waffensysteme nutzen die Flugkinetik beim Ziel und haben nicht die Aufgabe daselbst weich zulanden. die Zerstörung der Waffe selbst ist dabei quasi vorgegeben. Falls hier an Drohnen gedacht war, die haben doch wohl etwas geringere Fluggeschwindigkeiten und -höhen.

Kein Kommentar.

Doch, hat es. Entweder gibt SpaceX zu, daß die geflogene Stufe nicht flugrepresäntativ war, dann ist die Frage was damit eigentlich gezeigt werden hätte können. Oder aber sie war flugrepresäntativ, dann hat es nicht funktioniert. Aber SpaceX kann sich nicht auf eine nicht vorhandene Redundanz berufen, die muss demonstriert werden. Hier hat sich gezeigt, daß man wohl ohne nicht auskommt. Wenn es dann mit Redundanz funktioniert, prima.
Eine vollkommen an den Tatsachen vorbeizielende Argumentation. Ich habe die nötigen Punkte schon in meinem letzten Beitrag mit ausreichender Genauigkeit und Klarheit dargelegt. Ich habe keinen Grund das zu wiederholen.