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03. April 2020, 06:59:46
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Autor Thema: Flugfähige Falcon Heavy  (Gelesen 350 mal)

Offline FlyRider

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Flugfähige Falcon Heavy
« am: 01. April 2020, 15:01:08 »
Hi,

nachdem mir Corona auch eine Auszeit aufzwingt / beschert (?) wollte ich die Zeit für Dinge nutzen, die mir wenigstens Spass machen, auch wenn man zuhause sitzt.

Meine Idee ist eine (hoffentlich) flugfähige Falcon Heavy, ca. im Maßstab 1/62. Ich möchte die Rakete so bauen, dass die Booster im Flug nach unten wegfallen, sobald deren Motoren (für die Modellbauer unter euch: C6-5 und C6-P)  ausgebrannt sind. Der Center Core soll dann dank länger brennender Motoren (D2 oder D3?) noch ein Stück weiter fliegen. Als Nutzlast sind ein Höhenmeter und eine Key-Cam geplant.

Im Maßstab 1/62 ist die Falcon Heavy ca. 1,12 Meter hoch, die seitlichen Bootster sind ca. 72 cm lang, die Durchmesser liegen bei allen bei 6 cm.

Heute möchte ich euch kurz die Planung in Open Rocket vorstellen, die ersten Bauabschnitte folgen dann die nächsten Tage:

Side - Booster:




Die Stabilität ist nicht berauschend, aber OK.

Und hier die Simulation mit 4 x C6:



Center - Core:



Hier hab ich nur 0,5 Caliber, aber nach der trennung müsste der Core schn relativ schnell sein und es sollte wohl reichen.

Offline McPhönix

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Re: Flugfähige Falcon Heavy
« Antwort #1 am: 01. April 2020, 15:48:50 »
Gefällt mir, das Projektchen :)

Die Rohre wickelst vermutlich selbst mit CFK ?

Die C und D Motoren, sind das Seelenbrander?
Gibts da Schnittbilder von der Füllung?

Und Zündung mit A-Brückenzündern ?

Ich habe keine Angst vor Aliens. Solange sie über uns lachen wegen dem kleinkarierten Raketengefummel auf der Erde, tun sie uns nix.

Offline FlyRider

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Re: Flugfähige Falcon Heavy
« Antwort #2 am: 01. April 2020, 17:43:20 »
Gefällt mir, das Projektchen :)

Danke!


Die Rohre wickelst vermutlich selbst mit CFK ?

Die C und D Motoren, sind das Seelenbrander?
Gibts da Schnittbilder von der Füllung?

Und Zündung mit A-Brückenzündern ?

Die Rohre werden nicht selbst gewickelt, ich habe Papprohre mit 60 mm Durchmesser, sollte funktionieren, das ist ja keine High-Power Rakete. Die Motoren sind ganz normale Antriebe von Klima, Weco, usw. Keine Ahnung ob es Schnittbilder gibt, es gibt jedenfalls Diagramme zum Schubverlauf für so gut wie alle Motoren.

Für die Zündung nehme ich Brückenzünder, je einen Zünder pro Booster. Der 4 Motoren Cluster wird dann über Anzündbänder (Klebebänder mit Schwarzpulver) erledigt. Mir wäre es lieber, alle 12 Motoren elektrisch zu zünden, aber das gibt mein Zündgerät nicht her. Ehrlich gesagt wird das eh die größte Challenge bei dem Projekt, alle 12 Motoren gleichzeitig zu zünden.  8) Wenn das mit Anzündbändern nicht geht, werd ich mir wohl einen Megazünder bauen müssen und 12  Brückenzünder einsetzen. Muss ich noch testen.

Offline McPhönix

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Re: Flugfähige Falcon Heavy
« Antwort #3 am: 01. April 2020, 19:17:19 »
Zitat
Mir wäre es lieber, alle 12 Motoren elektrisch zu zünden, aber das gibt mein Zündgerät nicht her. Ehrlich gesagt wird das eh die größte Challenge bei dem Projekt, alle 12 Motoren gleichzeitig zu zünden.
Du wirst doch nicht das elegante elektrische Zünden durch eine Mischzündung ersetzen  :o :o :-[ :-\
Und eine Herausforderung sehe ich da überhaupt nicht ;)  Ich baue gerade für 'nen Kumpel in der WildWest Szene ein sehr ähnliches Zündgerät, da kann ich gleich eine leicht geänderte Leiterplatte mehr machen. In Deinem Fall wäre das größte im Gehäuse ein Batteriehalter für 6 oder 8 Monozellen = 9 / 12 Volt. Die reichen dicke für je zwei Zünder in Reihe, zumal die Batterie natürlich Elko-gepuffert wird. 6 Gruppen zu je zwei Zündern, beliebig parallel zu schalten. Falls Du 20 Meter weit weg willst, nimmst halt einen Halter für 8 Zellen.

Kabel zum Start zum Beispiel sowas
15m Telefonkabel 6x2x0,6 Verlegekabel Telefon Kabel Leitung 12 Adern 6 x 2
Bei eBay ca 14 Euro. Da hast was Solides.
Schaltung natürlich mit Prüfanzeige vor der Zündung.

Die Frage nach Schnittbildern ist deshalb - man könnte den ausgebrannten Vierer-Cluster abstoßen und einen Zweiten zünden. Man müßte halt mal sehn, wie die sich kurz vor dem Ausbrennen verhalten.

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Offline FlyRider

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Re: Flugfähige Falcon Heavy
« Antwort #4 am: Gestern um 08:51:21 »
@McPhönix

Danke für das Angebot  8) Aber ich denke, ich probier es erstmal mit dem Zeug, das ich hab, 2 x 3 Motoren hab ich schon gezündet, ging gut. Vielleicht kann das Zündgerät auch mehr, ich hab noch nie probiert.

Was das Zünden eines zweiten Clusters angeht, das ist easy: Einfach z.B. einen C6-0, also einen Motor ohne Verzögerung nehmen und die "2te Stufe"  direkt darüber anordnen. Die zünden durch.

Hab ich bei meiner Falcon Heavy allerdings nicht vor, so hoch will ich gar nicht. Ich hab hier eine zweistufige 20€ Bausatzrakete, die ich mal mit C6-0 und C6-5 geflogen bin. Es war eigentlich windstill, trotzdem war ich froh, das Ding nach einer Stunde suchen wieder gefunden zu haben...

Offline FlyRider

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Re: Flugfähige Falcon Heavy
« Antwort #5 am: Gestern um 11:47:30 »
Ich habe nun die endgültigen 3 Motorenhalterungen gebaut. Ich hab jeweils 3 Zentrierringe verwendet, weil es mir bei einem Testlauf mit dem Booster einen Haken, der der Motor am Platz hält, heraus gerissen hat. Die Dinger sollten nun jede auftretende Belastung wegstecken können, mit dem Holzleim hab ich auch nicht gerade gespart, ist bei einer Falcon Heavy auch egal  8)


Offline McPhönix

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Re: Flugfähige Falcon Heavy
« Antwort #6 am: Gestern um 12:20:47 »
Zitat
Was das Zünden eines zweiten Clusters angeht, das ist easy: Einfach z.B. einen C6-0, also einen Motor ohne Verzögerung nehmen und die "2te Stufe"  direkt darüber anordnen. Die zünden durch.
Genau, ich war mir nur nicht sicher, wie exakt der Übergang ist. Hatte damals nur Motoren mit Verzögerung und mußte mir selbst was einfallen lassen. Motto Bohren nach Farbe, abschneiden  und Weiterzünden per Pulver :D Und um T2 (wegen der Bündelung) hat man sich nicht gekümmert. 

Den Aufwand mit gelochten Ebenen hatte ich mir gespart. Ich hab die Motoren direkt zusammen und in ein passendes Papprohr geklebt. Allerdings war ich nicht an Maße gebunden. :D Da hast Du es nicht so einfach.

Wenn ich bedenke, was es heute so alles gibt...
Damals hab ich mir Sekundenverzögerung mit Unkraut Ex hergestellt - heute gibts sekundengenaue Zündschnüre.
Damals mußte man sich Papprohre wickeln - heute gibts CFK Rohre bei Ebay. Oder man wickelt sich da auch CFK selbst
Und heute könnte ich mir sogar Raketendüsen herstellen mit Ceramabond 571. Ein irres Zeug, verwende ich im Flieger im Propellerassembly. Kann man wegen dem angepaßten Ausdehnungskoeffizienten sogar Metallteile einkleben.

Tja, da hast Du es einfacher. Und ich bin schon gespannt :)




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Offline FlyRider

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Re: Flugfähige Falcon Heavy
« Antwort #7 am: Gestern um 13:30:33 »
Tja, da hast Du es einfacher. Und ich bin schon gespannt :)

Zum Glück!

Ich bin jetzt nicht wirklich der Profi im Modellraketenbau, im Gegenteil. Ich hab - vor allem als die Jungs noch kleiner waren - ab und zu Baukastenmodelle geflogen. Jetzt hab ich plötzlich mehr freie Zeit als geplant und bin im Keller über eine Kiste mit nicht verschossenen Motoren, Spitzen, Zündern usw. gestolpert. Da kam mir die Idee mit der Falcon Heavy.

Hab jetzt dreimal einen Fallschirmschutz gebaut, dann geht's ans Verkleben der Rohre.

Offline Hugo

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Re: Flugfähige Falcon Heavy
« Antwort #8 am: Gestern um 17:24:18 »
Ich freue mich auf jedes Foto vom Bau, von der Entwicklung, usw. Das ist ein spannendes Hobby. Vielleicht gibt es ja auch ein Video vom Start.

Wo und wie startest Du die Rakete später? Kann man "einfach" den Besitzer der Wiese im Ort fragen und beim nächsten Flughafen eine Starterlaubnis einholen?

Offline FlyRider

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Re: Flugfähige Falcon Heavy
« Antwort #9 am: Gestern um 18:29:31 »
Ich freue mich auf jedes Foto vom Bau, von der Entwicklung, usw. Das ist ein spannendes Hobby. Vielleicht gibt es ja auch ein Video vom Start.

Freut mich, dass es euch interessiert. Aber wie gesagt, ich bin eher Anfänger. Was wirklich geht, kann man sich z.B. hier

https://www.rollirocket.de/

anschauen. Das ist wirklich ein Fachmann! Einfach mal das Proton - Projekt oder die Saturn 2019 anschauen. Ich bastel hier nur bisschen vor mich hin.

Wo und wie startest Du die Rakete später? Kann man "einfach" den Besitzer der Wiese im Ort fragen und beim nächsten Flughafen eine Starterlaubnis einholen?

Besser ist es immer, nicht zu viele Fragen zu stellen  ::)

Man darf ohne Aufstiegsgenehmigung offiziell nichts starten, was über eine Minimalrakete mit einem Motor hinausgeht. Wichtiger ist aus meiner Sicht, dass man sein Hirn einschaltet und das Schwierigste ist tatsächlich ein gutes Startgelände zu finden (Wiese gemäht, sonst Mecker vom Landwirt, keine Straße, kein Spazierweg und kein Haus in der Nähe wegen Gefährdung, kein Wald in der Nähe weil die Rakete darin unauffindbar ist).

Deshalb will ich auch nicht besonders hoch fliegen, 150 bis 200 Meter langen mir, dann kann man bei Windstille ziemlich gut abschätzen, wo das Ding runter geht. Man muss ja auch damit rechnen, dass ein Fallschirm mal nicht auslöst, dann kommt die Rakete ziemlich flott runter. Aber mit Hirn kann man eine Gefährdung wirklich sehr gut ausschließen, wir reden hier, zumindest in meinem Fall, von paar hundert Gramm Pappe und Sperrholz. 

Offline FlyRider

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Re: Flugfähige Falcon Heavy
« Antwort #10 am: Gestern um 18:47:33 »
Hier ein Bild von einer meiner Fallschirm - Schutzvorrichtungen: Das Problem ist, dass die heißen Gase / Funken der Austoss- Ladungen der Motoren die Fallschirme ziemlich ramponieren, gerade Kunststoff reagiert zimlich ungehalten auf brennende Partikel. Entweder nimmt man nun spezielle Watte als Schutz her, oder man sorgt dafür, dass der Druck der Ladung den Fallschirm erreicht (er muss ja ausgestossen werden), aber die heißen Partikel nicht. Dazu der Fallschirmschutz.

Ich habe einfach in zwei runde Sperrholzbrettchen Löcher an unterschiedlichen Stellen gebohrt und die "Schote" mit ca. 5 cm Abstand im Rohr verklebt (auf dem Foto sieht man nur das vordere "Schot", das hintere ist im Rohr verborgen). Habe ich getestet, funktioniert 1a, der Fallschirm war nach dem Test wie neu.

Der Fallschirmschutz  dient auch gleich als Verbinder für die beiden Körperrohre: Das hintere hat 45 cm, das noch zu klebende hat 15 cm, macht gesamt 60 cm. Die Spitze wird ca. 9,5 cm haben, dann kommt noch ein Ring als "engine section" ans Ende und so komm ich dann ca. auf die geplanten 72 cm Länge für die Booster.


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