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17. November 2018, 05:35:56
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Autor Thema: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6  (Gelesen 687034 mal)

Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2925 am: 17. Juni 2018, 15:29:12 »
Hallo allerseits,
ehe die Wellen der Fußball-WM mit dem heutigen Auftritt unserer Jungs völlig über mir zusammenschlagen, will ich mich zwischendurch doch wenigstens mal kurz melden, bin nämlich nach meiner erfolgreichen Ultraschallreinigung des FUD-IT z.Z. auf einer meiner obligatorischen Entdeckungsreisen und dabei immer noch auf der Suche nach dem Ursprung dieser wellenförmigen SOFI-Struktur auf den ET's der ersten Generation, die man sowohl auf diesem Foto des ET-33 (STS-36) von George Gassaway,


Quelle: georgesrockets.com

als auch auf dem LO2-Tank (ET-137) in diesem Video (ab 5:14) vor der letzten Mission der Discovery (STS-133) sehr deutlich sehen kann. 




https://www.youtube.com/watch?v=gD2iT8hSm0k

Zwischendurch hatte ich mich dazu hinter den PM-Kulissen mit dem Jürgen (AliveAgain) weiter ausgetauscht, wobei die Spuren bezüglich der ET-Herstellung bekanntlich direkt in die Michoud Assembly Facility (MAF), im Volksmund NASA's Rocket Factory, führen.

Fotos von den SOFI Cells hatte ich zwar zunächst noch keine gefunden, aber ein Freund aus dem NSF-Forum hat mir einen interessanten Hinweis auf Zeichnungen von den Montageabläufen bei der Tankherstellung gegeben.  8)

Und die stammen aus der PDF Space Shuttle/External Tank System Definition Handbook SLWT, Volume II/2, wie u.a. auch dieses Bild hier.



Darauf sieht man die Fertigungs- und Montage-Zellen, in denen sowohl die Grundierung (Prime) als auch die SOFI-Applikation der LH2- und LO2-Tanks, sowie der Intertanks erfolgten.

Von dort aus gingen alle ET-Teile in die Cell A, wo sie vertikal zusammengebaut wurden. Und von dieser größten damaligen Zelle habe ich im NSF-Forum auch ein imposantes Bild gefunden, nämlich dieses hier, das mit der Hi-Res.-Aufnahme verlinkt ist, in der man unten rechts auf dem Schild auch Cell A lesen kann. 


Quelle: forum.nasaspaceflight.com (Jester)

Dieser Achtungserfolg hat mich dann noch neugieriger gemacht, ??? und da ich unbedingt noch diese speziellem SOFI-Zellen der MAF ausfindig machen wollte, habe ich weiter gesucht,  wobei es ja immer auch auf die jeweilige Suche ankommt.

Die Schwierigkeit dabei besteht nämlich darin, dass die Google-Suche nach SOFI Application & MAF fast ausnahmslos zu aktuellen Fotos der dortigen Anlagen führt, wobei man aber beachten muss, dass in der MAF nach dem Ende des Shuttle-Programms 2012/13 alle damaligen Ausrüstungen demontiert bzw. für die größeren Tanks des SLS-Programms modifiziert wurden, was mir aber nicht sonderlich weiter hilft.  ::)

Aber in diesem Zusammenhang bin ich dann schließlich doch noch fündig geworden und auf diese tolle Foto-Kombination gestoßen, auf der man die Cell B & C im Building 110 sowohl vor (oben) als auch nach (unten) der Demontage sehen kann, in denen seinerzeit die LH2-Tanks ihr SOFI-TPS erhielten.


Quelle: blogs.nasa.gov

An dieser Stelle steht seither das neue Vertical Assembly Center (VAC) mit der weltgrößten Rührreibschweiß-Maschine (Friction Stir Weld Machine) für die Herstellung der größeren SLS-Tanks.

So weit, so gut, aber damit stand immer noch die Frage nach der Bewandtnis der typischen SOFI-Streifenstruktur der ETs im Raum.

Soviel ich mittlerweile weiß, wurden 90% der gesamten ET-SOFI-Isolierung mit einem Automatic Gun Spray System aufgetragen, und nur 10% von Hand, wie man auf diesem Foto am Verbindungsflansch zwischen dem Intertank und dem LO2-Tank sehen kann.  8)


Quelle: NASA

Aber wie dieses automatische System in den SOFI-Zellen funktioniert hat und wie und warum bei der Beschichtung diese wellenartige Struktur erzeugt wurde, bleibt damit immer noch ein Rätsel, das ich aber schon noch irgendwie lösen will, weshalb die Suche weiter geht ...
« Letzte Änderung: 19. Juni 2018, 08:55:20 von gino847 »

Offline Mim

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2926 am: 17. Juni 2018, 21:18:34 »
Hallo Manfred,
- wurde das Corpus delicti maschinell beschichtet-besprüht und dabei gedreht und die Düse ist dabei gleichmäßig nach oben gewandert?
- wurde das still stehende Corpus delicti maschinell von einer rundherum fahrenden Düse beschichtet-besprüht?
LG, Mim

Offline Ariane 42L

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2927 am: 17. Juni 2018, 21:56:05 »
Einige ETs erhielten während der Startvorbeitungen beschädigungen, dazu gehören die ETs der Mission STS-70 (durch Spechte) und STS-96 und STS-117 (durch Hagel). Vielleicht kann man dadurch Nahaufnahmen der Wellenstruktur ausfindig machen.

Beide Bilder zeigen jeweils den ET der Mission STS-70 aus unterschiedlicher Nähe.

Bild links:
https://science.ksc.nasa.gov/shuttle/missions/sts-70/images/medium/KSC-95EC-0852.jpg



Bild rechts:
https://science.ksc.nasa.gov/shuttle/missions/sts-70/images/high/KSC-95EC-0768.jpg






Photos: NASA


Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2928 am: 18. Juni 2018, 00:57:18 »
Hallo Manfred,
- wurde das Corpus delicti maschinell beschichtet-besprüht und dabei gedreht und die Düse ist dabei gleichmäßig nach oben gewandert?
- wurde das still stehende Corpus delicti maschinell von einer rundherum fahrenden Düse beschichtet-besprüht?
LG, Mim

Hallo Moni,

genau dieser spannenden Frage bin ich auch nachgegangen, und stell Dir vor, ich habe inzwischen eine Antwort darauf aus berufenem Munde bekommen, nämlich von diesem netten Herrn hier, Craig Capdepon aus New Orleans, hier bei Trimm-Arbeiten am ET-122,


Quelle: facebook.com

der bei der letzten Mission der Endeavour (STS-134) geflogen wurde.


Quelle: NASA
Und damit sind wir hautnah dran am SOFI-Geschehen.
Auf seiner Facebook-Seite bin ich mehr oder weniger zufällig bei meiner Suche in der MAF gestoßen, aber dazu heute gegen später mehr, denn das würde jetzt zu weit führen, zumal ich mittlerweile ziemlich müde bin und mich ohnehin von der bitteren Pleite gegen Mexiko erholen muss ...
« Letzte Änderung: 18. Juni 2018, 18:26:18 von gino847 »

Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2929 am: 18. Juni 2018, 01:17:47 »
Einige ETs erhielten während der Startvorbeitungen beschädigungen, dazu gehören die ETs der Mission STS-70 (durch Spechte) und STS-96 und STS-117 (durch Hagel). Vielleicht kann man dadurch Nahaufnahmen der Wellenstruktur ausfindig machen.

Beide Bilder zeigen jeweils den ET der Mission STS-70 aus unterschiedlicher Nähe.

Bild links:
https://science.ksc.nasa.gov/shuttle/missions/sts-70/images/medium/KSC-95EC-0852.jpg



Bild rechts:
https://science.ksc.nasa.gov/shuttle/missions/sts-70/images/high/KSC-95EC-0768.jpg






Photos: NASA

Danke für Deinen Beitrag auf die Schnelle.  8)

Viel schlimmer sah es nach dem Hagelschlag vom 26.02.2007 am ET-124 der Atlantis (STS-117) aus, der repariert werden musste.


Quelle: NASA
aber auch dazu später mehr.
« Letzte Änderung: 19. Juni 2018, 23:40:18 von gino847 »

Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2930 am: 19. Juni 2018, 01:23:46 »
Hallo allerseits,

weiter geht's, und damit nochmals zu Mim's Frage nach den Modalitäten der SOFI-Beschichtung, nach denen ich zuletzt länger in der MAF gesucht hatte.  8)

Dabei bin ich zunächst zufällig auch auf die Facebook-Seite Michoud - Materials Science gestoßen, die mich als einstiger Materialforscher sofort interessiert hat. Dort war zwar lange nichts gepostet worden, aber im vorletzten Beitrag vom 25.03.2011 fand ich dort diesen interessanten Hinweis im Zusammenhang mit der SOFI-Applikation, der mich sofort hat aufhorchen und näher hinschauen lassen.

The launch and landing crew from Michoud completed the last planned BX 265 spray of the shuttle program. The last pass of foam on the tank was applied by Craig Capdepon and Pat O’Rourke as they both held the handle of the spray gun. The only work remaining is to machine the foam and test the last 2 applications.

Aber hallo, dachte ich, da schau her, dieser heißen Spur musst Du unbedingt nachgehen!

Gesagt, getan, und über die Facebook-Suche habe ich dann sein Foto Trimming on ET-122 gefunden und ihn daraufhin sogleich kontaktiert und gefragt, an welchem ET-Teil er dort damals gearbeitet habe.

Daraufhin hat er dann tatsächlich auch geantwortet und meine Vermutung bestätigt, dass das am LO2 Tank war, nämlich: intertank/LO2 tank flange - had to replace some fasteners then repair insulation, womit der Bann gebrochen war.

Danach habe ich mich auf seiner Facebook-Seite weiter umgeschaut und dabei weitere interessante Fotos gefunden,

hier ein zu beschichtender IT-Stringer-Bereich, mit seinem Kommentar: closeout area on intertank,



und hier nach erfolgter Bearbeitung des aufgesprühten SOFI-Isolierschaums, mit der Notiz: machining complete.



Und zusammen mit diesem Foto vom 12.04.2011 nach getaner Arbeit am ET-122, einen Monat vor dem Start der Endeavour zu ihrer letzten Mission STS-134 (16.05.2011),



fand ich diese bemerkenswerte Information von ihm:

Endeavor the newest shuttle STS-134 on the pad. This is ET-122 - we did the mod in February. I've worked on every shuttle that has flown.
Und davor kann man sich nur in Erfurcht verneigen und den Hut ziehen.

Soweit erst einmal zu diesem ersten Kontakt mit Craig Capdepon, den ich dann natürlich auch noch zur SOFI-Technik und zu dieser ominösen Streifen-Struktur befragt habe.

Später dann mehr dazu, und dann ebenfalls zur Beseitigung des Hagelschadens am ET-124, wofür ein interessantes Tool verwendet wurde, der sogenannte Bleistiftspitzer (pencil sharpener).  ???

Jetzt aber erst mal
« Letzte Änderung: 19. Juni 2018, 08:44:41 von gino847 »

Offline Mim

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2931 am: 19. Juni 2018, 07:04:37 »
"doch später dazu mehr" - Du weißt schon, wie man seine Leser in den Wahnsinn treibt, nicht wahr?  ;D


Offline pilotace

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2932 am: 19. Juni 2018, 07:12:16 »
Manfred,

ich bin beeindruckt! 8)

Bitte Spanne uns nicht all zu lange auf die Folter. An solchen Beiträgen, mit solch tollen Fotos und solch interessanten Details kann ich mich nicht sattsehen! :o

Gruß
Daniel
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Offline jok

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2933 am: 19. Juni 2018, 21:22:31 »
Hallo,

Wer die Ereignisse um den Tank der Atlantis STS-117 Mission nachlesen möchte.


Alles hier: https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=3632.msg35908#msg35908

Wir haben damals ausführlich darüber berichtet. Alles schien gut am Cape , man war dabei die hypergolen Treibstoffe zu tanken.Dann kam der Hagel....

Alles beginnt mit dem Post von KSC auf Seite 14.

Insgesamt brachte es die Mission auf 138 Seiten.


gruß jok

Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2934 am: 20. Juni 2018, 01:35:47 »
Hallo Freunde,

leider bin ich heute/gestern im Laufe des Tages nicht dazu gekommen, Eure verständlichen Erwartungen nach weiteren Infos und tollen Fotos zu erfüllen,  :-[ und jetzt ist es auch schon wieder so spät geworden, dass es kaum noch lohnt, zumal mir der Jörg (jok) nun auch noch mit dem STS-117-Thread in die Parade gefahren ist, in dem ich natürlich gleich mal angefangen habe, die ersten Seiten ab S. 14 zu überfliegen.

Darin geht es ja u.a. auch um die notwendigen Reparaturarbeiten und -techniken am ET-124, die mich logischerweise sehr interessieren, zumal es dabei um den SOFI-Schaum geht. Leider sind einige interessante Links nicht mehr aktiv, so u.a. auch in Antwort #471 auf ein Video von der Handmodellierung, das mich besonders interessieren würde. Aber vielleicht kann ja jok in seinen Archiven dazu noch etwas finden ... 

Und zu dieser Reparatur am ET-124 werde ich auch mal Craig Capdepon befragen, möglicherweise war er daran sogar beteiligt, zumal er das u.a. auch in seiner letzten Antwort angesprochen hat:

At the Cape we did encounter hail damage and also damage from birds pecking at the foam.

Und auf seine dortigen Kernaussagen zum Making of der SOFI-Applikation möchte ich wenigstens noch kurz eingehen, um zunächst die Fragen von Mim zu beantworten.

Da einige technische Passagen in seiner Antwort schwierig zu übersetzen sind, ::) wozu ich selber noch Rückfragen an ihn habe, will ich sie zunächst im Original wiedergeben:

The SOFI (spray on foam insulation) area you are curious about was applied with automatic spray guns set on vertical moving rails I think in 3 locations 120 deg. apart around the tank. The tank would rotate and the guns traveled down the rail to apply the desired thickness. The 3 locations were required because the overlap max. time was 45 seconds. We desired the "as sprayed" finished condition because it was more durable when exposed to sunlight and the weather conditions in Florida. There was no attempt to create a "pattern" to the finish. We tried for a smooth uniform finish.
 
As I mentioned - during the spray operations a large volume of proportioned A & B component heated to 155 deg. passed through the gun and a small amount would build up on the pattern control tip. These tips were Teflon coated to resist this obstruction cause by the SOFI. We also had a "weed eater" type device that could be activated manually to clear off this build up and restore the spray pattern.

So the finish of the SOFI was a result of many variables in the application process.

At the Cape we did encounter hail damage and also damage from birds pecking at the foam.

I worked on every tank produced and flown during the Shuttle program it was a great experience to work with so many wonderful people. We worked many weekends and holidays to support NASA's schedule. I hope this answered some of your questions - the process was somewhat primitive compared to today's computer aided technology and when we finished a spray operation successfully there was a great sigh of relief because rework was time consuming and expensive. ... your friend, Craig


Die vom Google-Translator übersetzten Kernaussagen lauten leicht korrigiert so:

Der SOFI Bereich, der Dich interessiert, wurde mit automatischen Spritzpistolen auf vertikal beweglichen Schienen aufgebracht, die an 3 Stellen um den Tank herum, jeweils um 120° versetzt, angebracht waren.

Während sich der Tank drehte, bewegten sich die Spritzpistolen auf den Schienen nach unten, um die gewünschte Dicke aufzubringen. Die 3 Standorte wurden benötigt, da die Überlappungszeit max.45 Sekunden betrug. Dabei haben wir den Endzustand "as sprayed" angestrebt, weil er haltbarer war, wenn er dem Sonnenlicht und den Wetterbedingungen in Florida ausgesetzt wurde. Wir haben nicht versucht, eine Finish-"Struktur" zu erzeugen. Wir haben ein glattes, gleichmäßiges Finish angestrebt.
...
Das SOFI-Finish war also das Ergebnis vieler Variablen im Applikationsprozess.


Während die meisten von Euch mittlerweile sicherlich schlummern dürften, will ich mich jetzt auch noch ein paar Stunden zur Ruhe begeben.

Offline Mim

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2935 am: 20. Juni 2018, 08:11:46 »
Zitat
Während sich der Tank drehte, bewegten sich die Spritzpistolen auf den Schienen nach unten, um die gewünschte Dicke aufzubringen.
Ha, wußte ich es doch! Bin halt ein Käpsele.  ;D
LG, Mim  :)

Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2936 am: 20. Juni 2018, 08:26:44 »
Moin Moni,

, aber ein paar Rätsel bleiben doch noch, zumindest was diese "pattern" anbelangt, wie Craig Capdeon diese Streifen nennt, wozu ich ihn aber weiter löchern werde, denn auf den Intertank-Stringern gab es die nicht in dieser Form.

Offline pilotace

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2937 am: 20. Juni 2018, 12:30:35 »
Wahnsinnig interessant, klasse das du da anscheinend genau den richtigen Kontakt gefunden hast! 8)

Er schreibt ja das die Schichten durch die drei Sprayguns überlappend aufgetragen wurden, wodurch eventuell diese Ring“struktur“ zustande kam. Ich frage mich aber nach wie vor ob das Ganze nicht doch eher ein optischer Effekt als eine wirklich dreidimensionale Struktur ist...man erkennt es auf Fotos leider nicht zu 100%. Zumal er ja auch schreibt das eine möglichst glatte, einheitliche  Oberfläche das Ziel war („smooth and uniform Finish“).

Aber auch dieses Rätsel wird bestimmt noch gelöst werden ;)

Gruß
Daniel
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Offline AliveAgain

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2938 am: 20. Juni 2018, 14:04:07 »
Ich denke auch dass es sich grösstenteils um einen optischen Effekt handelt der umso stärker wird, je länger der ET mit ultravioletten Lichtanteilen in Berührung kommt.
Die Farbe des FOAM auf dem ET wird nämlich immer dunkler je länger sie dem Licht ausgesetzt wird.
Sehr schön auch hier zu erkennen:
https://www.quora.com/Why-was-the-natural-color-of-the-foam-that-was-used-to-cover-the-external-tank-of-the-Space-Shuttle-an-orange-brown-color

Durch minimale Überlappungen beim automatischen Sprayen werden manche Stellen auch minimal dicker oder dünner ausfallen was die Farbveränderung beeinflussen könnte. Das lässt dann eine Ringstruktur erahnen/erkennen wo eigentlich keine ist.

Es ist auch auffällig dass alle Bilder, die ich dazu bis jetzt gesehen habe, nur eine stärkere Ringstruktur zeigen wenn der Tank schon nachgedunkelt ist.

Aber das wird dir Craig Capdepon sicherlich genau beantworten können.

Gruß
Jürgen
No bucks - no Buck Rogers (Gus Grissom)

Offline pilotace

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2939 am: 20. Juni 2018, 15:21:20 »
Durch minimale Überlappungen beim automatischen Sprayen werden manche Stellen auch minimal dicker oder dünner ausfallen was die Farbveränderung beeinflussen könnte. Das lässt dann eine Ringstruktur erahnen/erkennen wo eigentlich keine ist.


Genau das ist auch mein Gedanke!  :D
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Offline jok

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2940 am: 20. Juni 2018, 21:23:07 »
Hallo Mane,

zum BX Spray -manuell ist mir nur noch die Reparatur am ET der Mission STS-122 in Erinnerung.

https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=3678.msg47292#msg47292


Es gab wieder die Probleme mit den ECO Sensoren wie bei einigen Missionen vorher auch. Bei der Ursachenforschung hat man dann herausgefunden das eine Steckverbindung in der Wandung des Externen Tanks dafür verantwortlich ist. Die Kabel werden vom inneren des Tanks durch den feed through connector nach außen geführt .
Damals hatte man sich entschlossen die Reparatur auf dem Pad zu machen.Es wurde eine kleine Einhausung ( Zelt ) gebaut und die Isolierung in dem Bereich aufgeschnitten.Der feed through connector wurde ausgebaut und die Steckverbindung verlötet, damit sollte dann alles funktionieren. Es wurde alles wieder eingebaut und die Isolierung in diesem Bereich wieder aufgetragen und getrimmt.
Damals gab es noch einige Webcams auf dem Pad. Durch Zufall hatte ich die Aufnahmen vom BX Spray mitgeschnitten. Später habe ich aus diesen Bildern eine Animation gemacht. Das alles findest du in dem Thread oben.
Ach ja, ich habe damals auch im NSF Forum geschrieben und die Animation da eingestellt. Den nächsten Tag hatte ich eine Mail von Chris Bergin mit der Anfrage ob er die Animation in seinem Bericht einstellen darf . Und siehe da joks Animation in einem großen Reparaturbericht der STS-122 auf Nasaspaceflight........


https://www.nasaspaceflight.com/2008/01/sts-122-atlantis-looking-good-ahead-of-flight-rationale-green-light/

...so war es dann auf NSF zu sehen....


schöne Zeit

gruß jok


Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2941 am: 21. Juni 2018, 19:27:21 »
Wahnsinnig interessant, klasse das du da anscheinend genau den richtigen Kontakt gefunden hast! 8)

Hi Daniel & hallo allerseits,

diese Antwort war eigentlich heute, fast wie üblich kurz nach Mitternacht  ::), bereits versandfertig, als mich wieder mal das Schicksal zu viel offener Fenster ereilt hat, indem ich versehentlich beim Rücksprung das Antwort-Fenster geschlossen haben muss, und weg war alles, Sch ..... eibenkleister!!!
Und danach wollte ich dann nur noch ins Bett ...

Tja, dann geht's Dir genauso wie mir, ich kann mich in diese technischen Details auch hoffnungslos verlieben  :-* und komm dann oft nicht los davon, weil man immer wieder neue Sachen drumherum findet.  8)

Und mit Craig Capdepon habe ich nun nach meinem Freund James MacLaren (unverzichtbare Website für Launch Pad-Feinschmecker!!!) einen weiteren absoluten Insider gefunden, der das Shuttle-Programm durch seine Mitarbeit an allen geflogenen ETs aus dem Effeff kennt, und jedem von ihnen seine Streicheleinheiten verpasst hat. 

Zitat
Er schreibt ja das die Schichten durch die drei Sprayguns überlappend aufgetragen wurden, wodurch eventuell diese Ring“struktur“ zustande kam. Ich frage mich aber nach wie vor ob das Ganze nicht doch eher ein optischer Effekt als eine wirklich dreidimensionale Struktur ist...man erkennt es auf Fotos leider nicht zu 100%. Zumal er ja auch schreibt das eine möglichst glatte, einheitliche  Oberfläche das Ziel war („smooth and uniform Finish“).

Wie er mir an anderer Stelle dazu geschrieben hat,

The wave like patterns you are noticing were unique to each tank as a result of the variations in the spray foam insulation process. The spray guns pattern control tip would accumulate a build up of foam causing a less than perfect pattern. There were engineering drawing requirements limiting the peaks and valleys of this finish.

war diese wellenartigen Struktur einzigartig für jeden Tank aufgrund der Schwankungen beim SOFI-Prozess, wodurch jeder ET ein Unikat war. Andererseits gab es sogar technische Zeichnungen mit entsprechenden Vorgaben, wodurch die Spitzen und Täler dieses Finish' begrenzt werden sollten mit dem Ziel, ein glattes und einheitliches Finish („smooth and uniform finish“) zu erreichen, das keinerlei Nachbearbeitung erforderte und damit kostengünstig war.  ???

Das würde konform gehen mit einer Formulierung aus der bereits zitierten ET-Bibel, SLWT-Handbook (Lockheed Martin), wo es dazu heißt:

The foam acreage materials are low viscosity, two component liquid systems, which are applied to the acreage structure by automated spray equipment. The application is controlled to provide an "as sprayed" finish within the required ET thickness, roughness and waviness constraints without machining.

Deshalb orientiere ich mich insbesondere an den Fotos der ersten Lightweight Tanks (LWT), die ab der STS-6 verwendet wurden, und deren SOFI-Isolierung eine deutliche Ringstruktur aufwies, wie ich sie bereits in meiner Antwort #2905 gezeigt habe,


Quelle: wikimedia.org

oder wie hier am bekannten Foto vom STS-6-Stack am LH2 Aft Dome deutlich zu sehen ist.  8)


Quelle: nasaspaceflight.com (woods170)

Und damit nochmal zur Gretchenfrage Optischer Effekt vs. dreidimensionale Struktur, und damit auch zu Dir, Jürgen.

Die zunehmende Verfärbung des Isolierschaums bei Sonneneinstrahlung ist hinlänglich bekannt, kann aber m.E. diese Ringstruktur nicht überzeugend erklären.

Dass diese Ringe tatsächlich eine dreidimensionale Struktur haben, kann man in diesem Video (leider ohne Ton) sehen, ::) in dem ein SOFI-Stück des bei der schicksalhaften letzten Columbia-Mission STS-107 verwendeten ET-93 gezeigt wird.


https://www.youtube.com/watch?v=W-hXW5Qi3jg

Wie man darin aus verschiedenen Perspektiven sehen kann, besteht der Isolierschaum aus mehreren Schichten,



und hat an der Oberfläche tatsächlich ein wellenartiges Profil, wenngleich es auch nur sehr flach und unregelmäßig ausgeprägt ist, was wiederum mit Craig Capdepon's Beschreibung übereinstimmt und die mir bekannten Fotos erklären würde.





Aber dazu werde ich Craig Capdepon nochmals befragen, insbesondere auch zum SOFI-Spray des Intertanks, der möglicherweise anders erfolgt ist, zumal man auf den Stringern diese Ringe nicht sehen kann, wie hier auf dem ET-29 bei der STS-30.


Quelle: georgesrockets.com

Außerdem sieht man, dass die Stringer bei den frühen Missionen nach dem SOFI-Prozess offenbar nicht mehr bearbeitet wurden wie bei den späteren Missionen, wie hier am ET-122 bei der STS-134, oder etwa doch?


Quelle: NASA
Es bleibt also spannend.

Offline pilotace

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2942 am: 21. Juni 2018, 20:49:21 »
Ok ok, ich gebe mich geschlagen...es IST eine dreidimensionale Ringstruktur! ;D

Eindrucksvoll zu sehen in dem Video wie grob die Oberfläche der Isolierung anscheinend doch war. Auf Fotos sieht man zwar immer diese leicht körnige Oberfläche, ich hätte aber nie gedacht dass das aus der Nähe so "schlimm" aussieht. ;)

Da frage ich mich wie die Oberfläche bei STS-1 (lackierter Tank) ausgesehen haben mag...aber das ist off topic und verdient vermutlich ein eigenes Thema ::)

Bin gespannt wie Du das am Ende im Modell umsetzen magst! 8)

Gruß
Daniel
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Offline Ariane 42L

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2943 am: 22. Juni 2018, 00:01:14 »
Jeder ET war ein Unikat, insbesondere was sein Aussehen betraf. Der Schaum wurde bei der Herstellung oder bei den Startvorbereitungen beschädigt, was zu Ausbesserungsarbeiten führte. Dadurch war fast jeder ET mit unterschiedlichen „Flecken“ ausgestattet gewesen. Hinzu kamen das technische Probleme aufgetreten sind, die dazu geführt haben das dann Komponente von ihn anders konstruiert worden sind. Oder durch Gesetzte mussten andere Chemikalien benutzt werden, was die unterschiedliche Farbgebung erklären.

Die Ringstruktur am Schaum des Sauerstoffstanks dürften durch das Abfräsen entstanden sein. Der gesamte Tank wurde maschinell nachbearbeitet und die Isolationsschicht auf eine Dicke von knapp 2 cm abgeschliffen, da dickere Schichten unnötiges Gewicht verursachen würden.

Auf den Intertank, das dürften vorgefertigte Platten gewesen sein.

Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2944 am: 22. Juni 2018, 00:07:20 »
Ok ok, ich gebe mich geschlagen...es IST eine dreidimensionale Ringstruktur! ;D

Eindrucksvoll zu sehen in dem Video wie grob die Oberfläche der Isolierung anscheinend doch war. Auf Fotos sieht man zwar immer diese leicht körnige Oberfläche, ich hätte aber nie gedacht dass das aus der Nähe so "schlimm" aussieht. ;)

Da frage ich mich wie die Oberfläche bei STS-1 (lackierter Tank) ausgesehen haben mag...aber das ist off topic und verdient vermutlich ein eigenes Thema ::)

Bin gespannt wie Du das am Ende im Modell umsetzen magst! 8)

Gruß
Daniel

Hallo Daniel,

tja, das ist offenbar das, was im Expertenmund mit "as sprayed" finish within the required ET thickness, roughness and waviness constraints without machining gemeint ist, denke ich mir zumindest.

Apropos STS-1/ET-1, von keiner Mission gibt es soviel Fotos wie von dieser ersten Shuttle-Mission, deshalb einfach mal im NASA-Mediaarchiv stöbern.  8)

Von dem weißen Latex-Schutzanstrich einmal abgesehen, aber die SOFI-Struktur im Untergrund sah schon anders aus und hatte keine solche wellenartigen Ringe, sondern war so eigenartig geschwungen. ??? Und demzufolge wird der Schaum auch anders appliziert worden sein als bei den bisher betrachteten Missionen,   


Quelle: NASA
was eine weitere spannende Frage an Craig Capdepon wäre, soll ich die mal vormerken?

Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2945 am: 22. Juni 2018, 00:21:55 »
Die Ringstruktur am Schaum des Sauerstoffstanks dürften durch das Abfräsen entstanden sein. Der gesamte Tank wurde maschinell nachbearbeitet und die Isolationsschicht auf eine Dicke von knapp 2 cm abgeschliffen, da dickere Schichten unnötiges Gewicht verursachen würden.

Auf den Intertank, das dürften vorgefertigte Platten gewesen sein.

Wenn Du die letzten Posts genauer gelesen hättest, würdest Du wissen, dass genau das nicht stimmt.

Deshalb nochmal das Zitat aus der ET-Bibel, SLWT-Handbook (Lockheed Martin):

The foam acreage materials are low viscosity, two component liquid systems, which are applied to the acreage structure by automated spray equipment. The application is controlled to provide an "as sprayed" finish within the required ET thickness, roughness and waviness constraints without machining.


Offline Ariane 42L

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2946 am: 22. Juni 2018, 07:54:43 »
Der STS-6-Tank trug die Seriennummer ET-8 und wurde zwischen dem 17. November 1980 und 8. August 1982 bei der Michoud Division der Firma Martin Marietta in Michoud (New Orleans/Texas) gebaut. Insgesamt nahm man folgende Gewichtseinsparungen gegenüber den früheren Tanks vor: Zwischentank: 635 kg; Wasserstofftank: 1.500 kg; Isolation: 600 kg; Treibstoff-Fördersysteme: 150 kg; Instrumentierung: 907 kg; Haltepunkte, elektrische Leitungen und Sicherheitseinrichtungen: 907 kg.

Die Gewichtseinsparung von 600 kg Isolation sind dadurch möglich geworden, das Teile des Tanks unterschiedlich gefräst worden, um die Dicke zu reduzieren.

- - -
Die ETs haben soviele Verändungen erhalten von welchen Tank wird geredet.

Offline gino847

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2947 am: 22. Juni 2018, 09:19:46 »
Das mag ja alles stimmen, ohne dass ich die Daten überprüft habe.  ???  Und dass es in meinem STS-6-Projekt um den dabei geflogenen ET-8 geht, habe ich an verschiedenen Stellen auch schon erwähnt.  8)
Einer von diesen ersten drei Lightweight Tanks (LWT) hier ist der ET-8, ich weiß nur noch nicht genau, welcher?


Quelle: wikimedia.org

Deshalb wäre es hilfreich, wenn Du Referenzfotos vom ET-8 beisteuern könntest, auf denen man die besagte SOFI-Struktur zweifelsfrei und möglichst im Detail erkennen kann.

Offline Ariane 42L

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2948 am: 22. Juni 2018, 11:41:27 »
Herkunft:
https://www.raumfahrer.net/forum/yabbfiles/Attachments/up063794.jpg






Photo: NASA/MSFC

Zur folgende Erklärung des Bildes benutze ich folgende Quelle
https://mix.msfc.nasa.gov/abstracts.php?p=1681
Danach ist das Bild am 1. Juli 1983 aufgenommen worden und zeigt die LWT mit der Nummer 5, 6 und 7.
 
Bei der Shuttle-Mission STS-6/Challenger wurde der ET mit der Seriennummer ET-8 und mit der weiteren Bezeichnung LWT-1 eingesetzt.

Offline AliveAgain

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Re: Space Shuttle Launch Pad 39A mit Challenger STS-6
« Antwort #2949 am: 22. Juni 2018, 20:04:50 »
Klar kann Schaum nie glatt wie ein Kinderpopo sein. Versucht mal nur mit einigen Bahnen Rasierschaum eine glatte Fläche zu erzeugen.  :)

Wenn es so ist, wie ich verstanden habe, wird die Komponente, die den Schaum erst zu Schaum werden lässt, in der Düse zugegeben. Am Objekt bläht er sich dann auf sein endgültiges Volumen auf. Da kann einfach nichts Glattes bei rauskommen.

Im Buch "Wings in Orbit" ist ein schönes Bild zu sehen wie unregelmässig die Oberfläche ist. Selbst eine gewisse Ringstruktur ist dort zweifelsfrei zu sehen. Zu finden in der Leseprobe auf Google Books, Seite 194.

In diesem Zusammenhang vielleicht noch interessant dass sich das Verfahren zum Aufbringen des Schaums Barber Pole Verfahren nennt. Barber Poles kennt man von amerikanischen Friseuren her - es sind diese kleinen Röhren in der sich ein 2-farbiger Zylinder dreht. Das heisst dann für mich, dass die Düsen nonstop rundherum sprühen ohne abzusetzen und dabei langsam immer tiefer (oder höher?) wandern und nicht wie zuerst angenommen eine komplette Runde fahren, Position ändern, nächste Runde.

Hier noch was für die Freunde der gepflegten Statistik - die Liste der Seriennummern der externen Tanks. Zu finden auf https://forum.nasaspaceflight.com/index.php?topic=8830.0 - das PDF als Anhang im zweiten Beitrag des Threads.

Gruß
Jürgen
No bucks - no Buck Rogers (Gus Grissom)

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