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Autor Thema: Jupitermond Europa  (Gelesen 47291 mal)

Offline Ruhri

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #75 am: 17. Mai 2014, 18:09:11 »
Vielleicht sollten wir ein paar Nummern kleiner loslegen? Eine Rückkehrsonde, die Eisproben zur Erde schaffen würde, könnte wertvolle Erkenntnisse liefern. Wenn es da unten tatsächlich Leben gibt und durch Prozesse an die Oberfläche transportiert wird, könnte man vielleicht auch Spuren finden, ohne sich kilometerweit durch das Eis schmelzen zu müssen.

Offline Major Tom

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #76 am: 17. Mai 2014, 20:12:19 »
Die Geysire würden sich für sowas anbieten. Da kommt das Wasser sowieso an die Oberfläche, und etwaiges organische Material gleich mit.
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Offline froggy

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #77 am: 14. Juli 2014, 06:33:35 »
Ich lese gerade ein Buch über einen Wissenschaftler, der Forschungen betreibt über Bakterien im arktischen Eis (Buchtitel: Kinnvika 80° Nord).
Auf den Seiten 100 und 172 werden "pinkfarbene", bzw "kirschrote" SCHNEEALGEN erwähnt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schneealge

Es ist das erstemal, dass ich von der Existenz dieser Schneealgen erfuhr. Und natürlich errinnerte mich dies gleich an einen Artikel auf Astronews. Dort wird die Frage gestellt, ob die rosa Färbung Europas von Bakterien herstammen könnte:

http://www.astronews.com/news/artikel/2001/12/0112-008.shtml

Interessant sind auch die Arbeiten des Wissenschaftlers, der in diesem Buch erwähnt wird: Hauke Trinks.
Seine Forschung erbringt den Hinweis, dass Eis sich fördernd auf die Evolution des Lebens auswirkt:

http://de.wikipedia.org/wiki/Hauke_Trinks



Grüsse
Froggy

Offline Majo2096

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #78 am: 14. Juli 2014, 20:45:18 »
Es ist das erstemal, dass ich von der Existenz dieser Schneealgen erfuhr. Und natürlich errinnerte mich dies gleich an einen Artikel auf Astronews. Dort wird die Frage gestellt, ob die rosa Färbung Europas von Bakterien herstammen könnte:

http://www.astronews.com/news/artikel/2001/12/0112-008.shtml


Der Artikel auf astronews ist von ende 2001 also schon über 10 Jahre her. weiß jemand ob es folge Untersuchungen gegeben hat ?

Offline einsteinturm

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #79 am: 14. Juli 2014, 21:03:42 »
Ohne eine Probe scheint es keine Möglichkeit zu geben, dass zu überprüfen. Aber es ist wahrscheinlich DIE Herausforderung schlechthin, aus dem Jupitersystem was zurückzuholen!?
Swingby mit den Großmonden?

Offline Gertrud

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #80 am: 15. Juli 2014, 02:33:57 »
Hallo Zusammen,
in den neuen Bericht steht nichts von möglichen "Schneealgen".

Rötliches Band auf Europa,
das eingefärbte Bild  zeigt Europa mit den klaren  Graustufen-Filter Daten der Sonde Galileo vom 6. November 1997. Die Entfernung zu Europa betrug ca. 21.700 Kilometer. Die Farbdaten wurden in einer niedrigeren Auflösung im Jahr 1998  aus der Entfernung von 143.000 km zu Europa gemacht. Das blau-weiße Terrain zeigt relatives reines Wassereis. Die rötlichen Bereiche enthalten Wassereis ,welches mit  hydratisierten Salzen,  potenziell Magnesiumsulfat oder Schwefelsäure gemischt ist. Das rötliche Material zieht sich wie ein breites Band durch die Mitte des Bildes. Verbunden sind damit auch ein Teil der schmalen Bänder, Grate und die Chaos-Typ-Merkmale . Es besteht die Möglichkeit, dass diese Oberflächenmerkmale mit einer  globalen Schicht vom Meeresgrund  während der Bildung der Schicht oder danach in Verbindung gestanden haben. Die Größe der Bildfläche beträgt  163 km zu 167 km.
NASA / JPL-Caltech / SETI-Institut
 http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA18413


Regionale Mosaik von einer Chaos -Region und dem grauem Band auf Europa.

Das Mosaik von einem Teil des Jupitermondes Europa. Es zeigt eine Region, welche durch fleckiges  (dunkel und fleckig) gezeichnetes Gebiet gekennzeichnet ist. Die Bilder in diesem Mosaik wurden vom  Solid State Imaging (CCD)-System der Sonde Galilao aufgenommen. Norden ist oben auf dem Bild und die Sonne beleuchtet die Gegend von rechts. Vor dem Erhalt der Aufnahmen war das Alter und die Herkunft des gesprenkelnden Geländes unbekannt. Wie auf dem Bild sichtbar ist, ergeben sich die fleckigen Erscheinungen aus dem Bereichen der hellen, eisigen Kruste, die auseinander gebrochen ist und durch ein dunkleres, darunter liegendes Material. Es ist als das „Chaos" Gelände bekannt. Das gesprenkelte Gelände repräsentiert einige der jüngsten geologischen Aktivitäten  auf Europa. Das glatte, graue Band zeigt eine Zone, an der die Kruste von Europa gebrochen, getrennt und gefüllt mit Material aus dem Inneren des Mondes ist. Das Chaos-Gelände und das graue Band zeigen die intensiven geologischen Verformungen. Die Fläche der Bilder erstreckt sich über eine Fläche von  365 km mal 335 km. Die kleinsten unterscheidbare Merkmale im Bild erstrecken sich über etwa 460 Meter . Die Bilder wurden von Galileo am 6.11. 1997 aufgenommen. Der Abstand zu Europa  betrug  ca. 21.700 km.
 http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA01125

Dieser Abstrakt befasst sich eher etwas mit den Verwerfungen auf Europa .
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1029/2000JE001332/abstract

Proben von dem Mond Europa würden bestimmt vieles aufklären. :)

Mit den besten Grüßen
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
http://de.wikipedia.org/wiki/NGC_2442
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap070315.html
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Offline Major Tom

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #81 am: 15. Juli 2014, 14:00:48 »
Eine Probenrückführung wäre natürlich genial, aber das wäre schon ein ziemlich dicker Brummer von Sonde, mit Lander, Rückkehrkapsel und sehr viel Treibstoff. Mit der Superschwerlastrakete von SpaceX problemlos machbar, aber bis dahin dauert es noch eine Weile. Ich wäre schon froh über einen Lander, der das Material vor Ort analysieren kann. Wenn das Ergebniss interessant ist, würde sich eine größere Mission natürlich lohnen.
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Offline tobi

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Offline Leoclid

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #83 am: 05. Februar 2016, 16:16:26 »
Sind diese unterirdischen Seen jetzt entgültig bewiesen? Auch wenn diese nur wenige Zehntausend Jahre bestehen, dass Leben kann ja im großen Ozean entstehen und sich auch durch das Eis hinweg ausbreiten.
Aber brauchen wir wirklich eine Rückkehrmission? Ist es nicht auch möglich im Lander ein Roboterlabor zu errichten, in dem Proben mit standartisierten Verfahren untersucht werden können?

Auch wenn ein Durchschmelzen durch das Eis für den Nachweis von Bakterien nicht unbedingt erforderlich ist. Spätestens wenn wir welche an der Oberfläche gefunden haben, sind wir doch neugierig ob es im unterirdischen Ozean auch höheres Leben gibt???

Noch eine Frage zur Tiefe des Ozeans. Wird Wasser bei ausreichend hohem Druck nicht wieder fest?

Offline Gertrud

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #84 am: 07. Februar 2016, 20:50:37 »
Hallo @Leoclid,

der Ozean unter der Oberfläche verfügt vermutlich über eine Tiefe von 100 km. In den Bericht wird auch auf das Absinken des Schmelzwassers aus den Wassertaschen eingegangen.
Das Wasser des Jupitermondes Europa

Zu der roten Farbe auf Europa und der Plattentektonik habe ich den Thread geantwortet.
https://www.raumfahrer.net/forum/smf/index.php?topic=14083.msg352842#new

Mit den besten Grüßen
Gertrud
die Erklärung zu meinem Avatar:
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Offline Pirx

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #85 am: 24. August 2016, 21:02:15 »
Interview – Das Projekt Europa-Explorer vom DFKI

Auf der ILA 2016 in Berlin und beim Tag der offenen Tür des DFKI in Bremen wurde unter anderem ein autonomes robotisches System präsentiert, das als Vorstufe für Geräte zur unbemannten automatischen Erkundung in unterseeischen von Eis bedeckten Regionen anderer Planeten oder Monde betrachtet werden kann.

Mehr: https://www.raumfahrer.net/news/raumfahrt/24082016191152.shtml

Gruß   Pirx
Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben. (Alexander von Humboldt)

Offline Leoclid

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #86 am: 08. September 2016, 14:51:50 »
Ich habe das Interview nur überflogen. Aber wie soll denn die Kommunikation von Iceshuttle und Erde aussehen?

Offline rok

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #87 am: 08. September 2016, 19:23:21 »
Es geht bei dem "Europa-Explorer" nur um den Teilaspekt eines autonom operierenden Tauchroboters, der bestimmten Kriterien (u.a. geringe Energieversorgung) entspricht. Einsetzbar bspw. auch im Wostoksee in der Antarktis. Die Fragen "Wie komm ich durch das Eis?" "Wie wird die Basis IceShuttle mit Energie versorgt?" "Wie werden die Daten übermittelt?" sind nicht Teil des Projektes.

Robert

AeitschTi

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #88 am: 21. September 2016, 17:18:48 »
"Überraschende Aktivität" auf dem Jupitermond Europa

Die NASA hat für den kommenden Montag, den 26. September 2016 um 20 Uhr deutscher Zeit eine Pressekonferenz angekündigt, in welcher neue Entdeckungen präsentiert werden sollen, die das Weltraumteleskop Hubble auf dem Jupitermond Europa gemacht hat.

"Astronomen werden neue Ergebnisse einer einzigartigen Beobachtungskampagne des Jupitermondes präsentieren, die überraschende Beweise für Aktivität darstellen, die möglicherweise in Verbindung mit einem unter der Europa-Oberfläche verborgenen Ozean stehen“, so die NASA in ihrer gestrigen Ankündigung.

Teilnehmer der Pressekonferenz:

- Paul Hertz, Astrophysik-Chef der NASA
- William Sparks, Astronom am STScI (Space Telescope Science   
  Institute)
- Britney Schmidt, von der Universität von Texas in Austin und
  Dozentin an der School of Earth and Atmospheric Sciences at
  Georgia Institute of Technology in Atlanta
- Jennifer Wiseman, leitende Wissenschaftlerin für das Hubble-
  Weltraumteleskop am Goddard Space Flight Center der NASA

Die Pressekonferenz kann hier mitverfolgt werden:

http://www.nasa.gov/nasalive



Image Credit: NASA/JPL-Caltech/SETI Institute

Quelle:

http://www.nasa.gov/press-release/nasa-to-hold-media-call-on-evidence-of-surprising-activity-on-europa

Offline MpunktApunkt

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #89 am: 26. September 2016, 20:09:28 »
Hallo,

die Telcon zu den neuen Entdeckungen auf Europa mit dem Hubble Teleskop läuft. Ich schreib mal bestmöglich mit:
  • Paul Hertz hofft gleich am Anfang, dass Hubble noch lange Daten liefert, auch nach dem Start von James Webb.
  • Die Beobachtungen der Eruptionen von Wasser (Plumes) wurden durch die Absorption von UV Licht von Jupiter mit Hubble gemacht.
  • Es wurden 10 solche Bilder gemacht, und haben eine hohe Wahrscheinlichkeit das "Plumes" entdeckt wurden.
  • Die meisten möglichen "Plumes" gibts im Süden von Europa.
  • Man muss vorsichtig sein, da die genutzte Wellenlänge (very far UV) im Grenzbereich von Hubble ist. Es sind starke Hinweise, aber man möchte es nicht als Beweise darstellen.
  • Im Vergleich zu Enceladus kann man bei Europa weniger genau vorhersagen wo es Aktivität gibt, aufgrund der deutlich komplexeren Oberflächenstruktur.
  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten wie Wasser auf Europa an die Oberfläche kommen kann. Es muss nicht direkt aus dem Ozean kommen, sondern kann auch schon in der gefrorenen Kruste sein.
  • Die Messungen wurden mit dem STIS Instrument durchgeführt, das 2009 vom Space Shuttle aus repariert wurde.
  • Weitere Beweise für Europawasser sollen mit dem James Webb im Infrarotbereich gesucht werden.
  • Man hofft durch die heutigen Beobachtungen Europawasser auch auf der Oberfläche zu finden und nicht erst landen und bohren zu müssen.

Jetzt gibt's noch Fragen am Telefon

Viele Grüße

Mario

PS: Die Präsentationsfolien gibt es unter http://www.nasa.gov/europa-activity
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AeitschTi

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #90 am: 26. September 2016, 21:18:03 »
Ich habe die Pressekonferenz soweit live mitverfolgt, bis zu einer Frage am Telefon, auf die ich gewartet hatte, dann stürzte mein Plugin ab.  >:(
So habe ich die Antwort nicht mitbekommen.

Es wurde die Frage gestellt, was nun mit der Europa-Sonde der NASA ist (Europa Multiple-Flyby Mission, einst Europa Clipper genannt).
Gab es hier konkrete Informationen? Ist die Mission endlich durchfinanziert oder immer noch in der ewig andauernden Planungsphase?
Gibt es Informationen, wann der Bauauftrag rausgeht?

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass das mit der Sonde nichts wird, weil seit Jahren nur darüber geredet und geschrieben wird (gerade jetzt sollte man der ganzen Sache etwas intensiver hinterher sein).
Liegt es evtl. an Cassini? Wartet man deren Tod in der Saturnatmosphäre ab? Fragen über Fragen. Die ESA ist mit ihrer Sonde "Juice" schon deutlich weiter, da ging der Bauauftrag im Dezember 2015 raus. :)

Liebe Grüße

Henning

Offline Terminus

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #91 am: 26. September 2016, 21:22:38 »
die Telcon zu den neuen Entdeckungen auf Europa mit dem Hubble Teleskop läuft. Ich schreib mal bestmöglich mit:

Danke für die Mühe!  :D

Offline Lumpi

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #92 am: 27. September 2016, 00:56:31 »
  • Es wurden 10 solche Bilder gemacht, und haben eine hohe Wahrscheinlichkeit das "Plumes" entdeckt wurden.

Über einen Zeitraum von 15 Monaten wurden bei 3 von 10 Transiten Europas mutmaßliche Wasserfontänen in der Südpolregion erspäht. Eigentlich sollte bei den Transiten nach Anzeichen einer Atmosphäre gesucht werden. Die Datensätze von 2 weiteren Transiten sind noch nicht ausgewertet. Das sind zwar nach den Hubble-Beobachtungen von 2012 keine wirklich überraschenden Entdeckungen, aber sie bestätigen natürlich wunderbar, dass Wasser mit hoher Wahrscheinlichkeit  auf der Oberfläche in Form von Geysiren zu Tage tritt. Für künftige Lander-Missionen zu Europa bedeutet dies, dass man nach Spuren von Leben direkt auf der Oberfläche suchen kann und sich nicht unbedingt durch kilometerdickes Eis bohren muss. Eine Hürde weniger...   :)
Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich.

Offline Lumpi

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #93 am: 27. September 2016, 16:13:37 »
Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass das mit der Sonde nichts wird, weil seit Jahren nur darüber geredet und geschrieben wird (gerade jetzt sollte man der ganzen Sache etwas intensiver hinterher sein).
Liegt es evtl. an Cassini? Wartet man deren Tod in der Saturnatmosphäre ab? Fragen über Fragen. Die ESA ist mit ihrer Sonde "Juice" schon deutlich weiter, da ging der Bauauftrag im Dezember 2015 raus. :)

An Cassini wird es bestimmt nicht scheitern. Sorgen bereiten mir hingegen die 153,8 Mill. $ Mehrkosten für InSight. Dazu hieß es ja, dass aktuelle Missionen  auf­grund dieser Zusatz­kosten nicht ver­schoben oder ab­ge­sagt werden sollen. Die neusten Entdeckungen geben der geplanten Mission zu Europa incl. Lander aber natürlich Auftrieb. Ich zähle da ganz auf Culberson:

Zitat
In a statement today, he again stressed that he wants an orbiter and a lander.  "These giant water plumes will make it possible to sample Europa's ocean from the surface lander which will touch down in about 10 years."
http://www.spacepolicyonline.com/news/more-clues-but-still-no-certainty-about-europa-plumes

Zitat
Science: $5.597 billion, including $260 million for the mission to Jupiter's moon Europa, which shall consist of an orbiter and lander, to be launched separately on the Space Launch System (SLS), in 2022 and 2024 respectively
http://www.spacepolicyonline.com/news/house-appropriations-subcommittee-proposes-bigger-fy2017-boost-for-nasa

Das Bekannte ist endlich, das Unbekannte unendlich.

AeitschTi

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #94 am: 27. September 2016, 17:13:57 »
Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass das mit der Sonde nichts wird, weil seit Jahren nur darüber geredet und geschrieben wird (gerade jetzt sollte man der ganzen Sache etwas intensiver hinterher sein).
Liegt es evtl. an Cassini? Wartet man deren Tod in der Saturnatmosphäre ab? Fragen über Fragen. Die ESA ist mit ihrer Sonde "Juice" schon deutlich weiter, da ging der Bauauftrag im Dezember 2015 raus. :)

An Cassini wird es bestimmt nicht scheitern. Sorgen bereiten mir hingegen die 153,8 Mill. $ Mehrkosten für InSight. Dazu hieß es ja, dass aktuelle Missionen  auf­grund dieser Zusatz­kosten nicht ver­schoben oder ab­ge­sagt werden sollen. Die neusten Entdeckungen geben der geplanten Mission zu Europa incl. Lander aber natürlich Auftrieb. Ich zähle da ganz auf Culberson:

Zitat
In a statement today, he again stressed that he wants an orbiter and a lander.  "These giant water plumes will make it possible to sample Europa's ocean from the surface lander which will touch down in about 10 years."
http://www.spacepolicyonline.com/news/more-clues-but-still-no-certainty-about-europa-plumes

Zitat
Science: $5.597 billion, including $260 million for the mission to Jupiter's moon Europa, which shall consist of an orbiter and lander, to be launched separately on the Space Launch System (SLS), in 2022 and 2024 respectively
http://www.spacepolicyonline.com/news/house-appropriations-subcommittee-proposes-bigger-fy2017-boost-for-nasa

Dann hält man also an einem geplanten Start im Jahr 2022 fest. Sehr schön. :) Dann hoffe ich mal, dass sich bald ernsthaft was tut, also dass der Bauauftrag rausgeht, sonst wird man wohl das angesetzte Jahr nicht einhalten können.
Da die NASA ja im Gegensatz zur ESA direkten Kurs nehmen kann/könnte, deckt sich das auch mit der geplanten Ankunft Mitte des nächsten Jahrzehnts.

Einen Lander zusätzlich schicken zu wollen, ist zwar eine tolle Sache und würde ich extrem begrüßen, aber einerseits verteuert dieser die geplante und immer noch nicht durchfinanzierte "Europa"-Mission um einiges, andererseits stelle ich mir die Frage, ob es nicht sinnvoll ist, erst einmal einen Orbiter zu schicken, um zu schauen, wie die Bedingungen auf und unter der Eisdecke für die Bildung von Leben (welcher Art auch immer) ist.
Stellt sie sich lebensfeindlicher da, als man denkt, kann man sich eigentlich eine Landeeinheit sparen.

Noch eine persönliche Note zu der Pressekonferenz von gestern und dem aktuellen Stand:

Die Idee des Kryovulkanismus auf Europa ist nichts Neues.
Die durchaus nicht uninteressanten Vermutungen und Ansätze (von Beweisen kann man nicht reden), die es durch Hubble nun gibt, halten einiges offen und einiges für möglich, aber ob man daraus eine Pressekonferenz machen muss, halte ich für sehr fraglich.

Die NASA ist durchaus nicht unbekannt dafür, Pressekonferenzen zu neuen Erkenntnissen einzuberufen, die weniger sensationell sind als ihre Vorankündigungen und der damit verbundene Trubel/Wirbel in der Presse und den Medien. :)

Meiner Meinung nach hätte eine normale Veröffentlichung in den News gereicht, aber die NASA feiert sich halt gerne und zelebriert öffentlich wenig sensationelle Nachrichten/Erkenntnisse. :D

Eine Mission zum Jupitermond Europa hätten wir schon längst haben können, aber auf Grund von Interessenkonflikten und vor allem wg. fehlenden Geldern bzw. fehlendem Budget stieg die NASA mehrfach aus den geplanten Missionen ins Jupitersystem aus, darunter auch aus einer gemeinsamen Mission mit der JAXA und der ESA.
In der gemeinsamen Mission "Europa Jupiter System Mission" (ESA-Titel "Laplace") hätte die NASA einen Europa-Orbiter gestellt, die ESA einen Ganymed-Orbiter und die JAXA eine Jupiter-Magnetospähren-Sonde.
Die ESA hat sich entschieden auch ohne die ausgestiegenen Weltraumorganisationen JAXA und NASA zu fliegen.

Schön, dass die NASA sich nun doch entschieden hat ins System von Jupiter fliegen zu wollen. Die US-Regierung erhöht ja seit einigen Jahren sukzessive u.a. die Gelder für eine Mission zum Jupitermond.

Dann warten wir einfach mal weiter ab. :)

Danke für die Informationen Lumpi, sie befriedigen vorerst meinen Drang danach, mehr über Europa-Multiple-Flyby Mission zu erfahren. :)

Offline MpunktApunkt

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #95 am: 27. September 2016, 18:58:50 »

Die NASA ist durchaus nicht unbekannt dafür, Pressekonferenzen zu neuen Erkenntnissen einzuberufen, die weniger sensationell sind als ihre Vorankündigungen und der damit verbundene Trubel/Wirbel in der Presse und den Medien. :)

Meiner Meinung nach hätte eine normale Veröffentlichung in den News gereicht, aber die NASA feiert sich halt gerne und zelebriert öffentlich wenig sensationelle Nachrichten/Erkenntnisse. :D

Hallo,

lieber etwas zu viel Öffentlichkeitsarbeit als zu wenig. Außerdem kann man die PK als gutes Argument für die möglichst langen Weiterbetrieb von Hubble heranziehen. Falls das ein Resultat der Forschungsergebnisse sein sollte wäre ich mehr als zufrieden.
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Offline einsteinturm

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #96 am: 27. September 2016, 19:23:51 »
Da bin ich anderer Meinung, ich finde es eine Unsitte, aber alle werden durch die Verhältnisse dazu verleitet bzw. getrieben. Das Ergebnis ist ein großes Rauschen der Dauersensation, aus der man sich selbst die wichtigen Sachen raussuchen darf.

Leben auf Phosphorbasis, kosmische Inflation, 9.Planet, dass hätte alles ein wenig leiser gemeldet werden dürfen, wäre dann in manchem Fall auch weniger peinlich geworden. Positive Beispiele sind für mich die Higgs-Entdeckung und KIC.

AeitschTi

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #97 am: 27. September 2016, 19:27:28 »

Die NASA ist durchaus nicht unbekannt dafür, Pressekonferenzen zu neuen Erkenntnissen einzuberufen, die weniger sensationell sind als ihre Vorankündigungen und der damit verbundene Trubel/Wirbel in der Presse und den Medien. :)

Meiner Meinung nach hätte eine normale Veröffentlichung in den News gereicht, aber die NASA feiert sich halt gerne und zelebriert öffentlich wenig sensationelle Nachrichten/Erkenntnisse. :D

Hallo,

lieber etwas zu viel Öffentlichkeitsarbeit als zu wenig. Außerdem kann man die PK als gutes Argument für die möglichst langen Weiterbetrieb von Hubble heranziehen. Falls das ein Resultat der Forschungsergebnisse sein sollte wäre ich mehr als zufrieden.

Das möchte ich nicht abstreiten und da stehe ich soweit auch hinter Deinem Kommentar, aber für die interessierte Öffentlichkeit, die gespannt gewartet hatte, was es für neue Erkenntnisse zu Europa gibt, war die PK unnötig und/oder enttäuschend. Das zeigen auch etliche Reaktionen in anderen Foren und auf anderen Plattformen, denen ich mich angeschlossen habe. Auch Teile der Presse/Medien hat die PK etwas kritisch beäugt, auch wenn natürlich der größte Teil mit Headlines wie bspw. "Europa speit Wasserdampf" lockt, was so eigentlich (noch) nicht bewiesen ist. ;)
Sollte eine kommende Europa-Mission, die Aktivitäten tatsächlich bestätigen, gehöre ich sicherlich mit zu denjenigen, die "mehr als zufrieden sind". :)

Ich bleibe allerdings unter denjenigen, die sich mehr erhofft hatten und mal wieder von einer PK der NASA enttäuscht wurden ("hätte", könnte" usw. kennt man schon ;) ).
Und dass die NASA sich gerne feiert und Pressekonferenzen zelebriert, auch wenn sie weniger sensationell sind, wissen wir nicht erst seit gestern, das kennt man bspw. zuletzt von der MAVEN-Pressekonferenz und den Pressekonferenzen zu Exoplaneten, die letztlich als "zweite Erde" oder "erdähnliche Planeten" verkauft wurden.

Das ist meine Meinung dazu. :)

Offline MpunktApunkt

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #98 am: 27. September 2016, 19:42:38 »
Hallo,

ich habe bis jetzt noch nicht viele Pressekonferenzen der NASA mitverfolgt :-[. Somit kann ich nicht beurteilen ob die Ankündigungen häufig übers Ziel hinausschießen.

Meine "euphorische" Einstellung kommt in erster Linie daher, dass ich mich darüber gefreut habe, aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse in meinem Interessengebiet Raumfahrt und Astronomie live und verbal von den beteiligten Forschern präsentiert zu bekommen. Ich gebe aber auch zu, dass ich nicht zur breiten Öffentlichkeit zähle, die sich so eine PK nur wegen der Ankündigung von "Aliens auf Europa" anhört. Ich habe es als nicht zu anspruchsvollen aber informativen Fachvortrag wahrgenommen. Und unter dieser Annahme wurde ich wahrlich nicht enttäuscht.

Viele Grüße

Mario
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AeitschTi

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Re: Jupitermond Europa
« Antwort #99 am: 27. September 2016, 20:15:16 »
Hallo,

ich habe bis jetzt noch nicht viele Pressekonferenzen der NASA mitverfolgt :-[. Somit kann ich nicht beurteilen ob die Ankündigungen häufig übers Ziel hinausschießen.

Meine "euphorische" Einstellung kommt in erster Linie daher, dass ich mich darüber gefreut habe, aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse in meinem Interessengebiet Raumfahrt und Astronomie live und verbal von den beteiligten Forschern präsentiert zu bekommen. Ich gebe aber auch zu, dass ich nicht zur breiten Öffentlichkeit zähle, die sich so eine PK nur wegen der Ankündigung von "Aliens auf Europa" anhört. Ich habe es als nicht zu anspruchsvollen aber informativen Fachvortrag wahrgenommen. Und unter dieser Annahme wurde ich wahrlich nicht enttäuscht.

Viele Grüße

Mario

Da ich täglich wissenschaftliche Texte/Artikel im Bereich der Astronomie, Astrophysik & Raumfahrt verfasse und wissenschaftliche, amerikanisch-englische Texte ins Deutsche übersetze, kann es durchaus sein, dass ich die Pressekonferenzen unter einem anderen Gesichtspunkt betrachte. :)  Ich mache mir durchaus ein eigenes Bild von den PK, die ich mir, wenn sie die genannten Bereiche betreffen alle anschaue/anhöre. Von reißerischen, übertriebenen Headlines und Subheadlines lasse ich mich nicht (ver-)leiten. :)

Die breite Öffentlichkeit, die absolut wichtig ist, weil sie letztlich Missionen mit ihren Geldern finanziert, ist übrigens nicht davon ausgegangen oder dürfte nicht davon ausgegangen sein, dass es um Aliens auf Europa geht, da die NASA im Vorfeld schon informiert hatte, dass es nicht um Aliens geht. ;)

Meiner Meinung nach wäre eine PK gerechtfertigt gewesen, wenn man aktiven Kryovulkanismus beweisen könnte/bewiesen hätte. So sind es nur vage Behauptungen, wie so oft auf den NASA-Pressekonferenzen.

Sehr informativ fand ich die PK nicht. Im Gegenteil. Was wir präsentiert bekommen haben war ein großer Rummel mit wenig Substanz!

Ich war so verärgert und enttäuscht, mal wieder ein großes Tra-Tra der NASA mir angehört zu haben, so dass ich darauf verzichtet habe einen Artikel dazu zu verfassen; ein geschätzter Kollege hat dies trotz ähnlichem Gemütszustandes getan und einen Beitrag geschrieben, den ich nicht vorenthalten möchte.

http://abenteuer-astronomie.de/vage-wasser-woelkchen-ueber-dem-rand-des-jupiter-monds-europa/

LG

Henning

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